Jeder Passagier kennt die Situation im Flugzeug: Nach dem Start gehen die Anschnallzeichen aus und der Sitz des Vordermanns kippt nach hinten. Beinfreiheit Fehlanzeige! Ärger programmiert? Ein Psychologe rät zu mehr Rücksicht.

Das Ergebnis war erstaunlich: Neun von zehn Reisenden wünschten sich ein Ende des eingeschränkten Platzes durch den Vordermann. Das ergab eine Umfrage von Skyscanner 2013. So sprachen sich 91 Prozent der Befragten dafür aus, das Zurückklappen von Sitzen auf Kurzstrecken komplett zu verbieten oder zumindest auf bestimmte Zeiten zu beschränken. Auf Langstreckenflügen waren es immerhin noch 43 Prozent, die festgelegte Zeiten für das Verstellen der Rückenlehne im Flugzeug für wünschenswert halten. Obwohl die Beweglichkeit der Sitze eigentlich als Komfort für die Passagiere gedacht ist, empfinden viele Fluggäste diese Annehmlichkeit eher als störend.

Rückenlehne oft Grund für Zoff unter den Passagieren

Fast ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer gibt an, sich durch Rückenlehne im Flugzeug maßgeblich beeinträchtig zu fühlen. Drei Prozent haben sich sogar schon einmal an der Lehne des Vordermanns verletzt. Auch für Crew Personal könnte ein Verbot von zurückstellbaren Sitzen eine willkommene Änderung sein, denn in einer Befragung von Flugbegleitern in Zusammenarbeit mit Cabin Crew kam heraus, dass 60 Prozent bereits Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen Passagieren wurden, die durch das rücksichtslose Zurückklappen der Rückenlehne entstanden ist.

»Auch wenn es objektiv durch eine zurückgestellte Rückenlehne zu keinen Beeinträchtigungen zum Beispiel beim Lesen oder Essen kommt, wird der persönliche Raum fühlbar eingeschränkt«, sagt Psychologie-Professor Manfred Schmitt von der Universität Koblenz-Landau. »Man kann als Reisender weder vorhersehen, wann die Rückenlehne schräg gestellt wird, noch kann man es verhindern. Man ist sozusagen der Willkür einer anderen Person ausgesetzt, was für viele Menschen sehr unangenehm ist.«

»Die Sitzposition des Vordermanns kann sich negativ auf das gesamte Flugerlebnis einer Person auswirken, vor allem, wenn dieser besonders rücksichtslos ist«, sagt Professor Schmitt. »Konflikte könnten reduziert werden, indem Fluggäste ihren Hintermann um Erlaubnis bitten würden, sobald sie den Sitz zurückstellen möchten.«

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