Senta Berger, einer der großen Stars des deutschen Films, war vor einiger Zeit mit der Star Clipper, einem imposanten Vier-Mast-Großsegler, von Griechenland nach Malta unterwegs. Im Gespräch spricht sie sich über ihre Erfahrungen auf dieser Mittelmeer-Kreuzfahrt.

Was macht das Reisen auf einem Segelschiff für Sie nach wie vor zu einem besonderen Erlebnis?

Die Schiffsfahrt an und für sich ist für mich gemacht. Ich bin nach all den Jahren des Hotellebens und des Ein- und Auspackens meiner Koffer müde. Wie herrlich ist es, ein gemütliches, ja, elegantes Zimmer zu haben und die Welt zieht an meinem Fenster vorbei. Die Koffer bleiben ausgepackt, das schwimmende Hotel bleibt dasselbe. Landschaften, Sehenswürdigkeiten liegen vor mir. Und das Meer mit seinen wechselnden Farben. Es gibt nichts Schöneres.

Das Segelschiff mit seinen harmonischen, menschenfreundlichen Dimensionen gibt mir das Gefühl der Geborgenheit, der Ruhe, der Privatheit. Aber wenn man ganz vorne am Bug steht oder im Netz liegt, das sich über den Bug spannt, -ein sehr beliebter Aussichts- und Ruhesitz vieler Passagiere, man muss schon früh aufstehen, um alleine im Netz zu liegen, – dann erinnert man sich auch an alle Seefahrer-Abenteuer, die man als Kind gehört und gelesen hat. Da weht einem der Wind um die Nase und man riecht das Meer, der Horizont ist so weit, da ist man dem Abenteuer Natur sehr nahe.

Was sind Ihre persönlichen Höhepunkte auf dieser Reise gewesen?

Das ist sehr schwer zu sagen. Jeder Tag auf der Starclipper ist ein Höhepunkt in meinem Leben. In unserem Leben. Mein Mann und ich haben drei Kreuzfahrten auf der Star-Clipper und auf der Royal Clipper gemacht. Jede Reise ist uns unvergesslich. Ich war meistens so aufgeregt von all dem Schönen, was mich umgab, angeregt sollte ich besser sagen, dass ich nicht schlafen gehen wollte und wenn, dann aber nur kurz. Ich wollte keinen Sonnenaufgang versäumen. So früh ist man meistens alleine an Deck. Alleine mit den guten Geistern, die das Schwimmbad an Deck sauber machen, die Holzplanken schrubben und dir ein freundliches »Guten Morgen, Madam« schenken. In diesen frühen Morgenstunden gehört einem das Segelschiff alleine, meint man.

Haben Sie einen Tipp, was man auf eine solche Reise auf jeden Fall mitnehmen sollte?

Auf den Mittelmeerfahrten braucht man je nach Wetter passende, aber nicht allzu viel Garderobe. Es geht leger zu auf dem Schiff. Mir macht es Spaß, sich für das Abendessen umzuziehen, aber nicht in Gala-Garderobe, bestimmt nicht. Und in jedem Hafen bekommt man alles. Und wer seinen Badeanzug vergessen hat, bekommt ihn sehr schick im bordeigenen Clipperladen angeboten. Ich würde überhaupt wenig mitnehmen, damit in meinem Koffer noch genügend Platz bleibt, für all die Mitbringsel, denen ich nicht widerstehen konnte.

Während einer Fahrt mit der Star Clipper bekommen Reisende den Schiffsbetrieb unmittelbar mit – was hat Sie besonders fasziniert?

Auf dem Deck der Starclipper kann man nicht nur in der Sonne braten oder im Schatten der großen weißen Segeln ruhen, lesen oder nur schauen; man bekommt auch die Notwendigkeiten mit, die ein Segelschiff instand halten. Seile werden neu gedreht, geölt und aufgewickelt, Segel ausgebessert, das schwere Leinen mit der Nähmaschine geflickt, jede Schraube nachgezogen mit riesigen Schraubenziehern, die Instrumente geputzt, es ist so interessant! Wenn es dem Kapitän zu viel wird von all den schaulustigen Passagieren und er einen Hafen ansteuert, dann wird schon mal ein Seil gespannt, damit die Mannschaft sich auf ihre Arbeit konzentrieren kann, aber meistens sind alle Bereiche offen und zugänglich.

Monemvasia, Olympia, Syrakus, Valletta – welches der angesteuerten Ziele hat Senta Berger am meisten beeindruckt?

Die Reise selbst hat mich beeindruckt. Natürlich steht einem für einen kurzen Moment das Herz still, wenn man in den griechischen Ausgrabungsstätten tiefe Spuren von Rädern antiker Fuhrwerke in den Steinen sieht . Da wird Geschichte lebendig. Aber ebenso schön ist es nach Syrakus zu kommen und dort an einem Nachmittag anstelle einer angebotenen Stadtrundfahrt in ein ganz gewöhnliches Strandbad zu gehen. Die italienische Lebensart, die italienische Sprache, die ich so liebe, die vielen schönen Kinder in dem türkisen Meer – das ist mir eine liebe Erinnerung.

Senta Berger, vielen Dank für das Gespräch.

 

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