Tradition und Besinnlichkeit vor einer schönen Kulisse und das ganz ohne warme Wintermäntel. Brasilien ist eines der beliebtesten Fernziele für Reisende, die dem Feiertagsstress entkommen wollen, ohne dabei auf die Feierlichkeiten zu verzichten.

Zahlreiche Weihnachtsbräuche wurden von deutschen Einwanderern mitgebracht, wie etwa der Weihnachtsschmuck, der Weihnachtsmann und die Bescherung am Abend des 24. Dezember. Wenn aber in der Adventszeit vielerorts neben den Tannen auch Palmen, Mangobäume und Bananenstauden glitzern und funkeln, dann ist klar, dass die Brasilianer ihrem Weihnachtsfest einen ganz eigenen Stempel aufgedrückt haben.

Adventszeit in Rio de Janeiro und finnischer Advent in Penedo

Weihnachten und Sommerferien fallen in dieselbe Zeit, daher wird in Rio de Janeiro die Adventszeit am Strand verbracht. Am Stadtsee, dem Lagoa Rodrigo de Freitas, beleuchten Abertausende von Lichtern einen gigantisch großen schwimmenden Weihnachtsbaum, den größten der Welt. Mit einer Höhe von 85 Metern und mehr als 500 Tonnen Gewicht hält der Riese den Weltrekord im Guinness Buch der Rekorde und zieht jährlich zigtausende Besucher an. An Heiligabend bringt dann schließlich der Weihnachtsmann »Papa Noël« die Geschenke. Mal klettert er eine Leiter hoch, mal kommt er durch den Schornstein. In einem großen Spektakel landet er sogar kurz vor Heiligabend per Hubschrauber im berühmten Maracanã-Fußballstadion.

Diejenigen unter euch, die sich im Brasilienurlaub nicht zwischen festlicher Weihnachtsstimmung und dem Strand entscheiden mögen, sei ein Besuch in Penedo empfohlen.

Little Finnland in Penedo

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Die Kleinstadt liegt im Süden des Bundesstaates Rio de Janeiro, etwa 126 Kilometer vom Zuckerhut entfernt. 1926 von finnischen Immigranten gegründet, wird Penedo auch liebevoll das »kleine Finnland« genannt. Penedo richtet jedes Jahr von Oktober bis in den Januar hinein ein Weihnachtsfestival aus. Berühmt für sein Weihnachtsmann-Haus, ein Nachbau des berühmten Santa-Hauses in Lappland, ist Penedo in den brasilianischen Sommermonaten reich mit Weihnachtsdekoration, Weihnachtsbäumen und Rentieren geschmückt. Zudem ist die kleine Stadt für seine geräucherten Forellen sowie Schokoladen- und Eisspezialitäten bekannt.

Weihnachten in Natal

Die weihnachtlichste Stadt Brasiliens trägt das besinnliche Fest bereits im Namen. Natal liegt fast am äußersten nordöstlichen Zipfel Brasiliens und damit gut 2.500 Kilometer von der Hauptstadt Brasília entfernt. Natal wurde am 25. Dezember 1599 gegründet, dementsprechend wurde der Name der Stadt vom Weihnachtsfest abgeleitet. Die »Stadt der Weihnacht« im Bundesstaat Rio Grande do Norte putzt sich zum Fest besonders heraus. So kann man einen 120 Meter hohen Weihnachtsbaum bestaunen und sogar ganzjährig Christbaumkugeln und anderen Baumschmuck kaufen.

Mirassol Tree in Natal

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Trotz sommerlicher Temperaturen von gut 30 Grad sichtet man hier besonders viele rote Zipfelmützen, die die Einwohner der Weihnachtsstadt stolz tragen.

Weihnachtslichter-Show »Natal Luz«: Zwischen Anfang November und dem 11. Januar  feiert die Stadt Gramado ihre Weihnachtslichter-Show »Natal Luz de Gramado«, die jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht. Bei der Lichter-Show werden über 54.000 einzelne LEDs durch Drähte verbunden, um dann computergesteuert im Takt von Weihnachtsliedern zu blinken. Die Stadt mit der ausgeprägten Weihnachtstradition bietet darüber hinaus wunderschöne Paraden in den Straßen sowie Konzerte vom Orquestra Sinfônica de Gramado und vieles mehr.

Brasilianische Weihnachtstraditionen

Den Höhepunkt der brasilianischen Weihnachtsfeier markiert die traditionelle Mitternachtsmesse Missa do Galo. Im Anschluss wird mit einem Festmahl und der Bescherung im Kreise der Familie ausgiebig gefeiert. Das traditionelle Weihnachtsmenü: gebratener Puter, der mit Innereien, Kastanien, Ananas und weiteren Zutaten gefüllt wird. Auch Fisch, Feigen und Datteln kommen in vielen Familien an Weihnachten auf den Tisch. In vielen Städten wird gegen Mitternacht ein buntes Feuerwerk gezündet, das symbolisch die Geburt des Christkinds verkündet.

Ein weiteres sehr beliebtes Weihnachtsevent ist der Auftritt eines Weihnachtschors am Palácio Avenida in der Stadt Curitiba, die sich auch offiziell Weihnachtsstadt nennt. Mehr als 120 Kinder aus den Casas-de- Acolhidas-Kinderheimen treten in einer Show mehrfach unter dem Thema »Vem Sonhar Com a Gente« (»Komm und träum zusammen mit uns«) auf.

São Paulos Baum von Ibirapuera und die Schweiz von Pernambuco

Ein sehr beliebtes Fotomotiv zur Weihnachtszeit ist jedes Jahr der berühmte Baum von Ibirapuera in São Paulo. Er ist rund 35 Meter hoch und mit mehr als 170 Ornamenten aus Licht verziert. Ein Lichterglanz, dem sich auch die Einkaufszentren der Stadt voll und ganz verschrieben haben. Hier wird in beeindruckender Fülle alles präsentiert, was weihnachtlich funkeln kann.

Weihnachten in Sao Paulo

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Wer die für deutsche Reisende eher ungewöhnliche Mischung aus weihnachtlichem Flair und Strandurlaub genießen möchte, ist auch in Recife gut aufgehoben. Endlose Strände laden zum Entspannen ein, und wenn es dann doch weihnachtlich werden soll, lohnt sich ein Ausflug in das 230 Kilometer entfernte Garanhus. Die sogenannte »Schweiz von Pernambuco« wartet mit einem festlich beleuchteten Uhrenplatz, einem Süßigkeiten-Park, animierten Puppen, die Weihnachtsgeschichten erzählen, und lokalem Handwerk auf.

Manche Einkaufszentren in Brasilien haben einige Tage vor dem Fest verlängerte Öffnungszeiten und sind dann 36 bis 48 Stunden durchgehend geöffnet – je nach Region.

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