In Deutschland darf an Weihnachten die Gans nicht fehlen, in manchen Regionen gibt es auch Karpfen oder an Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat. Das hat hierzulande Tradition. Und was kommt Weihnachten in anderen Ländern auf den Tisch?

Genauso wichtig wie die Geschenke sind für viele Weihnachten auch die kulinarischen Leckereien; vor allem, weil man sie mit der ganzen Familie genießen kann. Klar, bei uns kommt Heiligabend gern ein Kartoffelsalat, garniert mit Würstchen auf den Tisch. Weihnachten darf es dann gern auch die Gans sein. Und bei unseren Nachbarn? Was kommt Weihnachten in anderen Ländern auf den Tisch. Wir haben uns mal umgesehen.

Thessaloniki, Griechenland

In Griechenland legt man besonderen Wert auf ein traditionelles Weihnachten. Am 24. Dezember ziehen die Kinder von Haus zu Haus, um singend die Geburt Christi anzukündigen, die Häuser zu segnen und den Anwohnern Glück zu bringen. Traditionell begleiten sie die griechischen Weihnachtslieder, sogenannte Kalanta, mit Trommeln, Triangeln und Glocken. »Besonders die orthodoxen Christen in Griechenland freuen sich auf die üppigen Leckereien zur Weihnachtszeit, denn der erste Weihnachtsfeiertag markiert für sie das Ende der 40-tägigen Fastenzeit«, sagt Giannis Parikos, Koch im Sani Asterias Suites. »Üblicherweise gibt es dann ein großes Festessen für die ganze Familie. Eines der gängigsten Gerichte ist dabei der gefüllte Truthahn und Melomakarona (Gebäck aus Mandeln und Grieß).«

Truthahn an Weihnachten

Subbotina Anna/Shutterstock.com

Geschenke gibt es in Griechenland erst in der Silvesternacht. Sie werden vom Heiligen Basilius überreicht. »In dieser Nacht wird unter den Gästen auch die Vassilopita aufgeteilt. Das ist ein großer Hefefladen, in dem eine Münze eingebacken ist. Wer die Münze findet, hat im nächsten Jahr besonders viel Glück«, erklärt Giannis Parikos.

Mallorca, Spanien

»Zur La Noche Buena, dem Heiligen Abend, lassen es die Mallorquiner ganz gemütlich angehen«, informiert Mallorca-Experte Ralf Zur Linde, Gründer von fincallorca. »Sie trinken heiße Schokolade und essen dazu Ensaïmades, ein typisch mallorquinisches Schmalzgebäck in Schneckenform, das es schon seit dem 17. Jahrhundert gibt.« Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es auch auf Mallorca ein großes Festessen mit vielen verschiedenen Gerichten. »Beliebt sind vor allem Spanferkel und Sobrasada, eine luftgetrocknete, rohe Streichwurst. Oft sogar in Kombination. Dann wird das Spanferkel mit der Sobrasada gefüllt«, erklärt Ralf Zur Linde.

Geschenke gibt es an Weihnachten traditionell nicht. Die Kinder auf Mallorca müssen sich bis zum 6. Januar gedulden, denn dann bringen die Heiligen Drei Könige ihre Gaben. Dafür dürfen sie sich in der Weihnachtszeit über Turrón freuen. »Diese werden aus Eiklar, Zucker, Honig und Mandeln hergestellt und sind mit dem türkischen Honig vergleichbar«, so der fincallorca-Gründer.

Sardinien, Italien

Sa Paschixedda, das kleine Osterfest – so nennen die Sarden Weihnachten. Denn für sie, als katholische Nation, ist Ostern das höchste kirchliche Fest im Jahr. »Reichhaltige Speisen gibt es auf Sardinien aber trotzdem«, erklärt Pierluigi Putzu, Koch im Hotel Capo D’Orso Thalasasso & Spa, der Delphina Hotels und Resorts. Die berühmteste von allen ist wohl das Panettone. Laut Pierluigi Putzu wird diese Spezialität traditionell mit Spumante übergossen. »Gerne wird auch Agnello (Lamm), Maialetto (sardisches Spanferkel), Capretto (Zicklein) oder Fisch serviert. Verschiedene Gemüsebeilagen und feine sardische Weine wie der Vermentino oder Cannonau ergänzen das Festmahl.«

Panettone

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Die Geschenke bringt traditionell die Befana am Dreikönigstag. Befana ist eine alte, gruselige Hexe. Der Legende nach hatten die Heiligen Drei Könige ihr angeboten, mit zu Jesus’ Geburtsstätte zu kommen. Befana hatte das Angebot abgelehnt, sich es dann aber anders überlegt und suchte auf ihrem Besen nach den Heiligen Drei Königen. »Gefunden hat sie weder die Könige, noch das Christkind, weshalb sie seitdem jedes Jahr wieder am Dreikönigstag auf die Suche geht. Dabei verteilt sie Süßigkeiten in den Schuhen der Kinder, in der Hoffnung, eines davon sei Jesus Christus«, erklärt Perluigi Putzu. In den letzten Jahren hält auf Sardinien aber auch immer mehr das moderne Weihnachtsfest Einzug, bei dem die Kinder am 25. Dezember ihre Geschenke auspacken dürfen. Diese werden von Babbo Natale (dt. Vater Weihnachten) gebracht, der dem Weihnachtsmann ähnlich ist.

Praslin, Seychellen

Weihnachten feiert man auch in fernen Ländern und auf kleinen Inseln, wie den Seychellen. Traditionell beginnen die Feierlichkeiten dort am frühen Morgen des 24. Dezembers mit der Schlachtung eines Schweins. „Die Familien haben das Tier das ganze Jahr über gefüttert, damit es besonders fett wird”, erklärt Barnsley Denis, Koch im Losean Restaurant im Raffles Praslin. »Aus dem Schwein stellen die Familien dann Blutwurst her, braten die Haut knusprig. Ein deftiger Schweinsbraten oder Koteletts dürfen natürlich auch nicht fehlen.« Die Knochen und Füße des Schweins finden auf den Seychellen ebenfalls Verwendung. »Aus Ihnen wird eine kräftige Suppe hergestellt, welche die Seychelloise am 26. Dezember genießen, um die Feierlichkeiten ausklingen zu lassen. In der Suppe sind üblicherweise auch Karotten, Kürbis, Reis und Linsen«, erklärt der Koch.

In manchen Familien gibt es an Weihnachten auch Currys mit Hühnchen oder Tintenfisch in Kokosmilch. Beliebte Vorspeisen sind Papaya Chutney oder Palmherzen Salat. »Die Küche ist sehr vielfältig und vereint die Einflüsse von zahlreichen Kulturen«, so der Koch. Kinder freuen sich vor allem auf die leckeren Süßspeisen wie Maniok Pudding oder kreolischen Kuchen mit Papaya Marmelade und Muskatnuss. Auf die Geschenke müssen sie allerdings nicht sehr lange warten, die gibt es am 25. Dezember vom Weihnachtsmann.

Ootmarsum, Niederlande

»Viel wichtiger als das Weihnachtsfest ist uns Niederländern Sinterklaasavon – der Nikolausabend«, berichtet Stefan Bekhuis, Niederländer und Küchenchef im Parkhotel de Wiemsel. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember kommt Sinterklaas mit dem Zwarten Piet zu den Familien. Durch den Schornstein der Häuser lässt er die Geschenke ins Haus fallen. »Der niederländische Nikolaus ist ein echter Spaßvogel. In einem großen Geschenkkarton befinden sich oftmals viele kleine Kartons, die der Beschenkte nacheinander auspacken muss. Zu jedem Geschenk gibt es außerdem ein lustiges Gedicht, das genau auf den Beschenkten abgestimmt ist«, sagt Stefan Bekhuis.

Kerstmis – Heiligabend – ist dennoch ein Fest der Familie, ohne große Geschenke, aber mit einem üppigen Festmahl. Häufig gibt es Rinderbraten oder Wild. In vielen Familien isst man heutzutage auch Fondue oder Gourmetten, eine Art Raclette. »Anders als beim Raclette kommt in die kleinen Pfännchen aber kein Käse sondern Beilagen, wie Eier, Frühlingszwiebeln, kleine Kartoffeln oder Pilze. Fleisch und Fisch werden auf dem oberen Teil des Gourmet Sets – wie die Holländer das Raclette-Set nennen – gegrillt«, erklärt Stefan Bekhuis.

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