Venedig des Ostens, Open-Air-Museum, nördlichste Millionenstadt der Welt, Petrograd, Leningrad, Piter, Санкт-Петербург: Russlands zweitgrößte Stadt trug schon so viele Namen und Bezeichnungen – und präsentiert sich dennoch so einzigartig. Im Sommer, während der Weißen Nächte, strahlt St. Petersburg besonders. reisen-EXCLUSIV-Autorin Simone Sever hat in der Ostseemetropole die Nacht zum Tag gemacht und verrät uns ihre St. Petersburg-Tipps. 

Unternehmungen. Wer eine fremde Stadt besucht, der braucht erst einmal einen Überblick, um ein Gefühl für Entfernungen und Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Eine durchaus entspannte Variante, sich zu orientieren, sind die Hop-On-Hop-Off-Busse. Im Fall von St. Petersburg halten die roten Doppeldecker unter anderem direkt an der Isaakskathedrale. Wer Angst hat, sich nicht verständlich machen zu können, denn tatsächlich sprechen Russen eher selten Englisch, der bucht über die Get-Your-Guide-App bereits im Vorfeld sein Ticket und zeigt dieses einfach digital auf dem Handy vor.

Die Stadt mit einem Local entdecken

Eine weitere Möglichkeit, St. Petersburg und seine Bewohner kennenzulernen, bietet sich durch die Greeters Saint Petersburg. Was die Greeters ausmacht? Es sind Einheimische, die den Gästen der Stadt ihre Heimat zeigen und somit auch ein bisschen ihr Englisch praktizieren. Meine Greeterin ist Julia (bei Instagram @julia.guide.petersburg), eine Lehrerin, die mit mir U-Bahn fährt. Die St. Petersburger U-Bahn ist die am tiefsten liegende der Welt, manchmal bis zu 102 Meter. Zu sehen gibt es U-Bahn-Stationen, die marmornen Palästen gleichen oder im Look sowjetischer Helden auftrumpfen. Unbedingt aussteigen an den Stationen: Avtovo, Pushkinskaya, Volkovskaya und die Augen aufhalten nach Peter dem Großen, Puschkin, Lenin. Hier unten trifft man sie alle.

Glückliche Frau vor einer Kirche in St. Petersburg

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Wenn im Sommer die Temperaturen mal über die 30er-Marke klettern, dann ist der beste Platz auf dem Wasser zu finden. Wasser gibt es viel in der ehemaligen Zarenstadt, schließlich hatte Peter der Große bei der Stadtplanung Venedig und Amsterdam vor Augen. Zahlreiche Ausflugsdampfer fahren in den kleineren Kanälen oder an der Admiralteyskaya ab. Je nach Fahrt führt die Strecke durch die schmaleren Wasserarme bis rauf auf die Newa und das nicht nur tagsüber, denn während der Weißen Nächte öffnen sich spät in der Nacht die Brücken, um die großen Schiffe durchzulassen. Schlafen kann man sowieso kaum in dieser wunderschönen Stadt, es gibt einfach viel zu viel zu sehen.

Eine Bootstour entlang der Kanäle von St. Petersburg bei Dämmerung

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Bunte Zwiebeltürme und blutrote Sonnenuntergänge

Wem die Ausflugsschiffe zu touristisch sind, dem sei eine privatere und exklusivere Variante auf dem Wasser empfohlen. boats bigcraft vermieten schicke Motorboote für eine Stunde oder auch länger. Besonders schön: zum Sonnenuntergang an der Auferstehungskirche, auch als Blutkirche, Erlöserkirche oder Erlöserkirche auf dem Blut bekannt, vorbeischippern, denn es kann schon mal passieren, dass der Himmel zu brennen scheint. Die im neorussischen Stil errichtete russisch-orthodoxe Memorialkirche mit ihren bildschönen und bunten Zwiebeltürmen ist ein absolutes Traummotiv. Auch von innen übrigens. Da erlebt der Besucher sein blaues Wunder. Blaubuntgoldene Mosaike zieren die Wände und Wölbungen und machen sprachlos vor Schönheit.

Blutskirche und Kanal in St.Petersburg

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Die Kasaner Kathedrale am unteren Newski-Prospekt ist ebenfalls sehenswert. Nicht ganz so bunt, dafür von beeindruckender Größe.

Must-do in St. Petersburg: Ballett besuchen und selber tanzen

Was man auf gar keinen Fall in der zweitgrößten russischen Stadt verpassen sollte, ist ein Besuch des Balletts. Ballett gehört nämlich – genau wie Pushkin, Tschaikowsky, Wodka und Blinis – zu Russland. Die älteste Ballettkompanie der Stadt tanzt im Mariinsky Theater. Schon der legendäre Vaslav Nijinsky tanzte hier auf den Brettern, die für Russen die Welt bedeuten. Eine weitere bedeutende Ballettkompanie ist im Mikhailovsky Theater, nur wenige Schritte von der Blutkirche entfernt, zu finden. Das Gebäude im Neoklassizismus wirkt eher wie ein großer Wohnkomplex. Beide Kompanien zeigen übrigens auch im Sommer Ballette wie »Nussknacker«, »Schwanensee«  und »Cinderella«.

Ränge im Mariinsky Theater in St. Petersburg, einer unserer Tipps für euren Städtetrip

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Wer sich eher für zeitgenössischere Tanzvorführungen begeistern kann, der schaut auf das Repertoire des Eifman Balletts. Wer Klavierkonzerte liebt, sucht im Programm des Mariinsky II. Die Atmosphäre der Ballettvorstellungen unterscheidet sich übrigens gewaltig von unseren deutschen Vorführungen. Die Russen feiern ihre Dancing Stars. Immer wieder brandet mitten in den Tanzszenen Applaus auf. Bravo-Rufe beim Pas de deux oder den Soli sind keine Seltenheit. Hier zeigen sich Herz und Leidenschaft des russischen Publikums. Wer Ballett mag, darf sich das nicht entgehen lassen. Ballettneulinge könnten Gefallen daran finden.

Lieber selbst tanzen? Auch das ist kein Problem. Besonders in den langen Weißen Nächten, wenn manchmal der Himmel zu brennen scheint und die Sonne alles in tiefes Orangerot taucht, wird an den Rostra-Säulen auf der Wassili-Insel im Newa-Delta Salsa, Swing und Bachata getanzt. Jeder kann kommen. Jeder darf gucken. Aber lange am Rand stehen, ist schwierig, denn die Musik lässt kaum eine Hüfte ungeschwungen. Einfach mitmachen!

Salsa-Tanzen bei Sonnenuntergang auf der Wassili-Insel in St. Petersburg

Simone Sever

Kalorienbomben à la St. Petersburg

Café. Lust auf ein Rieseneis? Dann schnell zu Mickey & Monkeys und dabei bitte die Idee von zwei Kugeln in einer Waffel oder im Becher gleich über den Haufen werfen. Die Eiskreationen, die hier auf den Tisch kommen, könnten von den Imagineers der Disney Studios in Kooperation mit der Zuckerfee stammen. In Regenbogenfarben, mit Zuckerwatte, Keksen, mit bunten Marshmallows, mit Flamingos und Lollis – einfach extrem coole Kalorienbomben. 

 

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Hipper und cooler sitzt es sich im Cake & Breakfast. Shakshuka zum Frühstück, eine Bowl zum Lunch. Kaffee vom jungen Barista. Das Publikum eine Mischung aus Künstlern und Studenten. Sehr gechillt.

St. Petersburg weiß, was schmeckt

Essen. Nur wenige Schritte von der Isaakskathedrale entfernt, hat sich das All Seasons versteckt – muss es gar nicht, denn im All Seasons isst das Auge mit, etwa beim Tuna Tartar mit Erdbeeren und Limoncello-Creme. Oder beim Golden Beef, das am Tisch befeuert wird. Zum Dessert geht alles in wohlduftendem, zimtenen Rauch auf. Trockeneis vernebelt kurz die Sicht und erfrischt mit herrlichem Duft. Dazu ein doppelter Espresso…

Ein Tisch im Birch zu bekommen, ist nicht wirklich einfach. Manchmal muss man einfach Glück haben oder gleich zu Beginn der Reiseplanung den Abend in einem von Russlands besten Restaurants einplanen. Hier wird modern und mit Herz gekocht. 

 

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Kaviar, Pizza, kalte Gurkensuppe, duftende Pasta mit Trüffel: Wonach einem auch immer der Sinn steht, im Goose Goose kann man getrost Platz nehmen. Besonders gemütlich sitzt es sich im ersten Stockwerk. Die Kellnerinnen und Kellner sind freundlich und sprechen teilweise ein bisschen Englisch. Die Atmosphäre ist locker, manchmal sitzen die Tänzer vom nahen Mikhailovsky Theater am Nebentisch. 

Von Kaviar zu Thunfisch Tartar

Wer bestellt auch lieber zwei Vorspeisen als ein Hauptgericht? Und ist süchtig nach Tartar? Dann nichts wie ab in die Tartarbar. Ob Beef Tartar mit Trüffeln oder von Jakobsmuscheln. Thunfisch Ceviche oder Lachs Sashimi,  die Entscheidung ist nicht einfach. Wer Lust hat, nimmt direkt an der Bar Platz und schaut den Köchen beim Zubereiten der Speisen zu.

Thunfisch tartar serviert in einem Luxus-Hotel

Simone Sever

Alle paar Meter ein neues Restaurant. Eine ganze Straße voller Food und Drinks. Die Rubinsteyna geht vom Newski-Prospekt ab und ist bei Russen und Touristen, bei Partygängern und gediegenen Restaurantbesuchern gleichermaßen beliebt. Das Spektrum der Speisen ist mindestens so vielfältig wie der Newski-Prospekt lang ist. Ob Khachapuri, eine Art georgische Zwischenmahlzeit mit sehr viel Käse, in Pizzaform im Ma oder eine edle Portion Kaviar mit Champanskaya in der Jazz Bar 48 Chairs, wo man besonders bequem draußen sitzen kann und der Kellner die Rechnung aus dem Zylinder zaubert. Ob Sushi im Subzero oder Dry Aged Beef und Burger im Meat Coin. Hungrig muss aus der Rubinsteyna keiner nach Hause gehen.

Schlafen in Gold

Übernachtung. Wer die Fünf-Millionen-Metropole nur für eine kurze Städtereise besuchen möchte, der sollte darauf achten, möglichst zentral zu wohnen, denn die Wege in St. Petersburg sind lang. Lächelt man in Deutschland über vier Blocks Entfernung, so ist das in St. Petersburg schon eine ordentliche Strecke.

Oberhalb des Newski-Prospekts, der achtspurigen Hauptschlagader der Ostseemetropole liegt in einer gemütlichen Nachbarschaft das Hotel Akyan. Ein kleines und romantisches Hotel wie aus einer vergessenen Zeit. Die Zimmer sind ein bisschen gediegen, aber auf eine angenehme Art. Die Bäder sind klein, aber fein und mit Marmor ausgestattet. Manche Zimmer haben schmiedeeiserne, bezaubernde Balkone, die schon einmal für romantische Shootings herhalten.

Wundervoll luxuriös schläft es sich – das verrät schon der Name – im Four Seasons Lion Palace direkt vis-à-vis der Isaakskathedrale. Manche der Zimmer und Suiten haben eine Terrasse, was besonders in den Weißen Nächten wirklich empfehlenswert ist. Auch kann man, wer mag, morgens im kuscheligen Four-Seasons-Bademantel das Zimmerfrühstück auf der eigenen Terrasse einnehmen. Mit Champanskaya, versteht sich!

Peter Vitale

Ein weiteres Fünf-Sterne-Haus liegt nur wenige Meter entfernt, ebenfalls vis-à-vis der Isaakskathedrale. Das Rocco Forte Astoria ist das älteste Hotel der Stadt und kann sich mit einer ganzen Liste an Celebrities krönen, die hier schon zu Gast waren. Prinz Charles war schon hier, Elizabeth Taylor, Elton John auch. Madonna, Chuck Norris und Wladimir Putin. Also, Augen auf an den Fahrstühlen, da hat jede bekannte Persönlichkeit ihr eigenes güldenes Schildchen verewigt bekommen.

Rote Schuhe: Fotografiert im Hotel Astoria

Simone Sever

St. Petersburg-Tipps: Shopping!

Shopping. In der Galeria Shopping Mall gibt es alles: Klamotten, Kosmetik, Sneaker, russische und internationale Brands. Auf mehreren Etagen könnte man hier einige Tage nur mit Shopping verbringen. 

Die großformatigen demi-abstrakten, zeitgenössischen Werke des russischen Malers Dmitri Strizhov sind in der gleichnamigen Galerie im Grand Palace ausgestellt. Manchmal hat man das Glück, den Künstler vor Ort anzutreffen. Strizhov hat lange in New York gelebt und ist ein charmanter und interessierter Gesprächspartner, der jede Menge spannender Empfehlungen für St. Petersburg aus dem Ärmel schüttelt. So ein echter Strizhov macht zu Hause an der Wand mächtig was her.

Lust auf eine Espressotasse als Andenken an St. Petersburg? Seit 1744 stellt die Manufaktur Imperial Russian Porcelain königliches Geschirr her. Direkt am Newski-Prospekt im Einkaufszentrum Gostiny Dwor, einem gelben langgestreckten Gebäude mit weißen Säulen, hat sich die Porzellanmanufaktur im zweiten Stock des rechten Flügels ganz weit hinten versteckt. Wenn man Glück hat, ist gerade etwas im Sale. 

Blau-weißes Porzellan aus St. Petersburg

Simone Sever

Coole russische Sportlermode ist in der schicken Paul Smith Boutique zu finden. Lust auf Trainingsanzüge mit »Russia«-Schriftzug? Dann nichts wie rein in den ersten Stock im Laden. 

Ornamente, Kunst & Gold

Museum. Würde man nur eine Minute vor jedem einzelnen Kunstwerk, das in der Ermitage in St. Petersburg ausgestellt ist, stehen bleiben, bräuchte man sieben Jahre, um alles zu sehen, so wird gern erzählt. Die Ermitage ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt und eines von über 200 Museen in St. Petersburg und zugleich Teil der Innenstadt mit 2.300 Palästen und anderen Prachtbauten. 1991 wurde die historische Innenstadt der ehemaligen Zarenstadt zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

Unsere St. Petersburg Tipps: Ein Besuch in der Ermitage

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Smaragde, Brillanten, Verzierungen, so fein als wären sie aus Gold gesponnen. Die Fabergé-Eier, die einst Zar Alexander III. beim Hofschmied Fabergé in Auftrag gab, sind heute legendär. Neun der Eier sowie mehr als 4.000 Objekte, darunter Geschirr, Gemälde, Porzellan, sind im Fabergé-Museum des russischen Oligarchen Wiktor Wekselberg, im historischen Schuwalow-Palais am Ufer der Fontanka, einem Seitenarm der Newa, zu bestaunen. Ei, Ei, Ei, was für eine Pracht!

Raus aus der Stadt

Der Katharinenpalast, die ehemalige Sommerresidenz des russischen Zaren, kann in Pushkin, etwa 25 Kilometer vor den Toren von St. Petersburg, besucht werden. Gern begrüßt eine Trompeterkapelle die Besucher und die Herren Musiker tanzen hübsch uniformiert im Takt von Tschaikowskys vier kleinen Schwänen. Die Innenräume des Palastes überzeugen mit prächtigen Sälen und jeder Menge goldener Verzierungen und versetzen die Besucher in Staunen. Eine detailgetreue Rekonstruktion des nach dem Zweiten Weltkrieg verschwundenen legendären Bernsteinzimmers, das auch als »Achtes Weltwunder« bezeichnet wird, kann seit 2003 besucht werden.

Gasse im Katharinenpark

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Goldene Jünglinge im Wasserfontänenregen, goldene Ornamente, ein Garten, so schön, dass man sich darin verlaufen möchte. Schloss Peterhof, ebenfalls eine Sommerresidenz des Zaren, liegt 25 Kilometer westlich der Stadt am Finnischen Meerbusen und ist sehr bequem mit einem Hydrofoil, einem Tragflächenboot, zu erreichen, das an der Admiralteyskaya abfährt. Unbedingt genügend Zeit mitbringen und die Schlossgärten, wie auch das Schloss selbst, besuchen.

Eine Flasche Wodka gefällig?

Mitbringsel. Putin-T-Shirts, alte Sowjet-Devotionalien, Fake-Pelzmützen, Matrjoschkas oder kitschige Nachbildungen der wertvollen Fabergé-Eier: Souvenirs gibt es viele. Es gilt lediglich zu entscheiden, was am besten den eigenen oder den Geschmack der Daheimgebliebenen trifft. Wie wäre es mit einer Flasche Onegin Vodka aus St. Petersburg?

Schönes Mitbringsel aus St. Petersburg: Matruschkas

Simone Sever

Einstimmungsphase. Ganz wunderbar zur Einstimmung auf die Reise ist der Vis-à-Vis Reiseführer St. Petersburg mit Extra-Karte und Mini-Kochbuch zum Herausnehmen. Klein und für die Tasche unterwegs ist der Top 10 Reiseführer St. Petersburg. Die Schwester des Tänzers von Eva Stachniak erzählt die Geschichte der Familie Nijinsky in Romanform und nimmt ihre Leserschaft mit an die kaiserliche Ballettakademie, in die Zeit um 1900. Erinnerungen an Petersburg von Joseph Brodsky sind ein Klassiker und eine Liebeserklärung des Nobelpreisträgers für Literatur. 

So schmeckt St. Petersburg am besten: Kaviar und Champagner

Persönlicher Tipp. Kaviar essen! Ganz im Ernst, wo kann man das besser als in St. Petersburg? Die sündhaft teuren Fischeier stehen in der Stadt auf so mancher Speisekarte und sind durchaus bezahlbar. Also, wer’s mag: Guten Appetit! Dazu trinkt man am besten einen eisgekühlten Wodka oder auch ein Glas Champanskaya. Sa sdorowje!

Champagner und Kaviar in einem Restaurant in St. Petersburg

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Unbedingt. Wer kein Russisch gelernt hat, der könnte hier und da auf Verständigungsschwierigkeiten treffen. Um vorbereitet zu sein, sollte man vor der Reise an drei Dinge gedacht haben. Erstens eine russische Telefonkarte, die kann online schon vor der Reise geordert werden. Dann ist man, kaum hat man russischen Boden betreten, direkt online. Die Gett-App hilft, um einen Wagen zum Abholen zu bestellen. Die Preise sind sicherlich für russische Verhältnisse nicht gerade günstig. Im Vergleich zu deutschen Taxipreisen aber sehr niedrig. Und drittens: unbedingt eine Übersetzungs-App oder Google Translate auf dem Handy nutzen. So kann man im Taxi smalltalken und auch sonst ins Gespräch kommen. Ein paar russische Wörter schaden auch nicht. »Spasiba bolshoi« zum Beispiel. Das heißt: »Vielen Dank«!

Unser Tipp: St. Petersburg im Sommer erleben

Besser nicht … glauben, dass das sommerliche St. Petersburg dem winterlichen auch nur im Entferntesten ähnlich ist. Eine Stadt. Zwei Gesichter … aber dazu mehr, wenn die Temperaturen es zulassen. Stay tuned!

Mann mit Sonnebrille genießt St Petersburg im Sommer

Sergey Zaykov/ Shutterstock.com

Visum. Ohne Visum kommt kein Tourist ins Land. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder in der eigenen Stadt schauen, ob es eine russische Botschaft gibt – das funktioniert in Berlin, Bonn, Frankfurt am Main und in Hamburg. In Leipzig und München ist das auch der Fall – oder ganz einfach über die Russland Visum Agentur ein Visum beantragen. Alles funktioniert wirklich kinderleicht. Schritt für Schritt wird der Antragstellende durch das Prozedere geleitet. Wer dennoch Fragen hat oder Hilfe benötigt, dem wird schnell und kompetent – gern auch auf dem WhatsApp-Kanal geholfen – sogar an Wochenenden! Der Reisepass, inklusive ausgestelltem Visum, flattert dann per selbst ausgewähltem Postservice nach Hause. Ein nervenberuhigender, hervorragender Service.

Anreise. Sicherlich kann man auch mit dem Auto oder dem Zug nach St. Petersburg fahren, die bequemste Anreise bleibt dennoch die mit dem Flugzeug. Von Frankfurt sind es noch nicht mal drei Stunden Flugzeit, bis man am Pulkovo Airport aufsetzt.

St. Petersburg-Tipps vor der Anreise

Gepäck geholt und nun? Wer kein Russisch spricht, für den könnte schon das Einloggen ins Flughafen-Wifi zur unlösbaren Aufgabe werden. Also von vornherein zwei Empfehlungen: Vor Reiseantritt eine russische Telefonkarte zuschicken lassen. Get your Guide bietet diesen praktischen Service an. Mit booking.com können zudem Taxen bereits vor der Ankunft direkt zum Airport bestellt werden. Das Portal bucht über die angegebene Kreditkarte ab. (In meinem Fall waren das ein Wagen in der günstigsten Kategorie von LED in die City für 12,51 €). Der Fahrer wartet mit Namensschild.

U-Bahn-Haltestelle in der russischen Stadt St. Petersburg

Simone Sever

Natürlich kann man auch mit der U-Bahn fahren. Ein Token kostet 60 Rubel. Das sind umgerechnet etwa 70 Cent. Der Token gilt so lange, bis der U-Bahnbereich verlassen wird. Das kann nach einer Station sein oder so lange, wie man eben fahren mag. Wer sich vor der Anreise die App von Gett oder auch Uber auf das Handy geladen hat, der kann sich einen Wagen zum Flughafen bestellen – allerdings funktioniert das natürlich nur, wenn man Netzempfang hat.