Brooklyn wurde nach der niederländischen Stadt Breukelen benannt und 1898 in New York City eingemeindet. Über 2,5 Millionen Menschen leben hier und machen es zum bevölkerungsreichsten Borough New Yorks. Unser Reiseführer für den Stadtteil. Text: Ina Bohse

Anreise. Direktflüge gibt es beispielsweise mit Air Berlin von Düsseldorf oder Berlin nach New York. Auch Lufthansa bietet Direktflüge von München, Frankfurt und Düsseldorf an. Bei rechtzeitiger Buchung gibt es Hin- und Rückflug schon ab etwa 450 Euro.

Einreise. Reisende aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz können ohne Visum in die USA einreisen, vorausgesetzt sie bleiben nicht länger als 90 Tage im Land und möchte nicht arbeiten. Außerdem müssen sie im Besitz eines sechs Monate gültigen, maschinenlesbaren Reisepasses sowie eines Rückflugtickets sein. Von der Visumspflicht muss man sich seit 2009 vorab mit Hilfe des „Visa Waiver Program“ befreien lassen. Hierfür gilt es, sich bis spätestens 72 Stunden vor Abflug für die Esta („Electronic System für Travel Authorization“) anzumelden. Die Registrierung kostet 14 US-Dollar und ist zwei Jahre gültig.

Die berüchtigten Wartezeiten bei der Einreise haben sich stark verkürzt, seit an zunächst 30 Flughäfen Automaten zur Erfassung von Reisepass, Fingerabdruck und Augenscan eingerichtet wurden. Wenn alles gut läuft, entfällt somit das obligatorische Interview durch einen Beamten der Einwanderungsbehörde.

Sprache. Amtssprache ist Englisch.

Klima und Reisezeit. In den Sommermonaten von Juni bis August ist es in Brooklyn in der Regel sehr heiß und schwül. Hier klettert das Thermometer gerne mal über die 30 Grad-Marke. Im Winter wird es häufig ziemlich kalt und schneereich. Sehr schön ist Brooklyn in den Monaten April bis Juni, wenn alles blüht und die Temperaturen steigen. Im September und Oktober, wenn sich während des „Indian Summers“ die Blätter verfärben und Brooklyn in ein besonderes Farbenmeer verwandelt, ist es besonders stimmungsvoll.

Währung. Ein US-Dollar entspricht zurzeit etwa 90 Cent. Der Kurs variiert allerdings stark. Am besten, kurz vor der Reise prüfen.

Zeitunterschied. Sechs Stunden nach MEZ.

Restaurants. Bushwick: Roberta’s: Aus Bushwick nicht mehr wegzudenken! Seit 2008 existiert die bekannte Steinofen-Pizzeria, die in einer ehemaligen Garage zu Hause ist. Die Variationen reichen von klassisch bis ausgefallen, die Zutaten werden lokal bezogen, teilweise vom hauseigenen Garten auf dem Dach. Dank reichlich positiver Presse und gelegentlich prominentem Besuch, wie von Bill und Hillary Clinton, ist es bei Roberta’s immer voll.

Fort Greene: Black Forest Brooklyn: Ayana und Tobias Holler sind beide im Schwarzwald aufgewachsen. Als eine Hommage an ihre Liebe, ihre Wurzeln und ihr neues Zuhause in Brooklyn, eröffneten sie diesen authentisch deutschen Biergarten mit typisch deutschen Spezialitäten und insgesamt 14 Zapf-Bieren. Crown Heights: Chavela’s: Besitzer und Chefkoch Arturo Leonar bringt mit seinem Restaurant ein Stück Mexiko nach Crown Heights. Jenseits des üblichen Tacos- und Tortillas-Angebots, verzaubert er seine Gäste mit authentisch mexikanischen vegetarischen, Fisch- und Fleischspezialitäten und einer erfreulichen Auswahl an Tequila und Mezcal Cocktails. Das landestypische Dekor an Wänden und Tischen ist so bunt wie Arturos Gerichte.

Trinkgeld. Generell gilt in den USA zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Mindest-Standard. Anders als in Deutschland sind die Löhne des Personals sehr gering, so dass sie stark auf das Trinkgeld angewiesen sind. Wenn der Service gut gefallen hat, gibt man in der Regel 15 bis 20 Prozent. Auch das Service-Personal im Hotel freut sich über ein bis zwei Dollar pro Tag. Selbst in den Bars wird Trinkgeld gegeben, auch wenn man sich den Drink persönlich an der Bar abholt. Als Faustregel gilt: ein Dollar pro Getränk.

Shopping. Park Slope: Auch Brooklyn hat eine 5th Avenue. Allerdings sucht man hier Namen wie Versace, Chanel oder Tiffany’s vergeblich. Stattdessen gibt es viele individuelle Boutiquen mit Kleidung lokaler Designer. Einfach die 5th Avenue in Park Slope hinunterlaufen.

Carroll Gardens: By Brooklyn: Dieser kleine Laden verkauft ausschließlich Produkte, die in Brooklyn hergestellt wurden. Wer ein Brooklyn-Souvenir sucht, wird hier garantiert fündig!

Fort Greene: Fort Greene Flea: Von April bis Oktober wird es samstags etwas voller in diesem Viertel, denn von 10 bis 17 Uhr ist auf einem Schulparkplatz Zeit für den Fort Greene Flea, ein Flohmarkt der mit einer angenehmen Mischung überzeugt. Hier findet das Feilscher-Herz alles, was es braucht: Fahrräder, Bücher, Möbel und Vintage-Klamotten. Viele kleine Essensstände sorgen dafür, dass keiner hungrig nach Hause gehen muss.

Sehenswürdigkeiten. Brooklyn Bridge: Das New Yorker Wahrzeichen wurde im Jahr 1883 nach knapp 14 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Die 1.830 Meter lange Brücke war die erste, die von Manhattan nach Brooklyn führte, trieb so manchen Fährbetrieb in den Ruin und führte zu erhöhter Zuwanderung in das nun zugängliche Brooklyn.

Ein Spaziergang von der einen zur anderen Seite dauert circa 30 bis 40 Minuten. Die täglichen Scharen staunender Besucher werden durchkreuzt von pendelnden New Yorkern in Eile (Vorsicht vor aggressiven Radfahrern!). Besonders magisch ist eine Begegnung am frühen Morgen, bevor die Touristen die Brücke einnehmen oder bei Nacht, wenn einem die funkelnde Skyline Manhattans zu Füßen liegt.

Botanischer Garten im Prospect Park: Eine extra Portion Ruhe und frische Luft bringt ein Besuch im botanischen Garten. Rosengärten, tropische Gewächshäuser und Bonsai Bäume – hier gibt es viel zu sehen. Der jährliche Höhepunkt ist das „Cherry Blossom Festival“ Ende April, wenn die japanischen Kirschbäume sich in ein knallig pinkes Blütenmeer verwandeln. Zur perfekten Planung zeigt die Webseite, ob und wie viele Bäume bereits blühen.

Coney Island: Abkühlung gefällig? Bei einem Ausflug nach Coney Island direkt am Atlantischen Ozean mit Strand und einer bunten Promenade fühlt man sich wie in einer anderen Welt abseits der Metropole. Besonders an heißen Sommertagen ist es ein beliebtes Ausflugsziel. Einen dieser beiden Klassiker sollte bei einem Besuch nicht fehlen: entweder eine Achterbahn-Fahrt im „Cyclone“ oder ein Hot Dog von „Nathan’s“.

Persönlicher Tipp. Durch maritimes Ambiente und kreativer Szene in industriellem Flair hebt sich der Stadtteil Red Hook von anderen Gegenden Brooklyns ab. Wer hier hinkommt, sollte Hunger und Durst mitbringen – das Angebot der lokalen Bars und Restaurants ist vielseitig und originell. Besonders empfehlenswert ist das Fort Defiance: Auf Wunsch mixt der Barkeeper individuell nach Geschmack, Charakter oder Stimmung. Zum Brunch, Lunch oder Dinner bietet die Speisekarte einfache amerikanische Küche, aufgepimpt durch saisonbedingte und lokale Zutaten.

Bei Steve’s Authentic Key Lime Pie ist der Name Programm: Groß, klein oder am Stiel – hier gibt es ausschließlich Key Lime Pie. Grundzutat sind Limetten von den Florida Keys, der Heimat von Inhaber Steve. Dass es kaum Sitzmöglichkeiten gibt, ist nicht schlimm: Ein kleiner Park und Pier mit direktem Blick auf die Freiheitsstatue ist direkt nebenan.

Tipp für abends: Keine andere Bar verkörpert die Authentizität und den Charakter Red Hooks so gut wie das Sunny’s.

Sicherheit. Brooklyn, das lange als nicht besonders sicher galt, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Solange man den gesunden Menschenverstand einsetzt, ist Brooklyn nicht gefährlicher als andere Städte.

Reiseliteratur. Der erste deutschsprachige Reiseführer über Brooklyn – geschrieben von Ina Bohse und Anne Voss – erscheint Ende April 2016.

Unterkünfte. Airbnb bietet zahlreiche Unterkünfte in den unterschiedlichen Neighborhoods an (z.B. das hier: www.airbnb.de/rooms/3923400?s=imlMvOF9 oder www.airbnb.de/rooms/283792?s=DUAYmMI_)

Cobble Hill: NU Brooklyn Hotel. Modernes Hotel mit insgesamt 93 Zimmern in unmittelbarer Nähe der Brooklyn Bridge und der Brooklyn Heights Promenade. 85 Smith Street.

Williamsburg: Urban Cowboy BnB. Frisch renoviertes, 100 Jahre alte Stadthaus, das von außen aussieht wie ein normales Wohnhaus. Von innen verblüfft es durch sein fantastisches Design.

Info. Weitere Informationen unter http://explorebk.com und www.nycandcompany.org.

 

Stand: März 2016

 

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