Die Ausbreitung des Coronavirus traf die Tourismusbranche mit voller Wucht. Allen voran die Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und die vom Virus besonders betroffenen Länder und Regionen. Hier erfahrt ihr wichtige Reise-Neuigkeiten rund um das Coronavirus.

6. Juni: Tunesien will ab Ende Juni Touristen wieder ins Land lassen, Airline SAS fliegt bald wieder nach Deutschland, TUIfly verlässt Köln, Bremen und Münster-Osnabrück, Aida streicht alle Kreuzfahrten in die USA und nach Kanada 2020, Ostfriesische Inseln wollen weiter keine Tagestouristen, Hessen will Naturtouristen, Zugspitze-Besuch in Corona-Zeiten, Corona-Aus für Hotel-Ikone: Norfolk-Hotel in Nairobi ist dicht

Seit Donnerstag sind in Tunesien wieder Cafés und Restaurants geöffnet. Das Land ist bisher relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen, die Infektionszahlen sind vergleichsweise gering. Das schürt Begehrlichkeiten, dass schon bald die Tourismussaison durchstarten kann. »Wir hoffen, dass die Touristen schon bald zurückkommen und wir noch eine gute Saison haben werden«, sagte Lobna Jeribi, Ministerin für Großprojekte. Ende Juni sollen die Grenzen wieder geöffnet werden; gern auch für Deutsche, vorausgesetzt, das Auswärtige Amt erteilt grünes Licht für Reisen in das Land. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als neun Millionen Touristen Tunesien.

Jetzt zwei Neuigkeiten aus der Welt der Airlines: Die skandinavische Fluglinie SAS will ab Mitte Juni wieder deutlich mehr Ziele in Deutschland anfliegen. Zunächst von Kopenhagen aus nach Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und München, ein paar Tage später (ab dem 20. Juni) dann auch nach Frankfurt. Flüge von und nach Oslo folgen später. TUIfly, die Tochter-Airline des Reisekonzerns TUI, wird dagegen schrumpfen. Bis zur Hälfte der Flieger sollen aussortiert werden. Betroffen davon werden u.a. die Flughäfen in Köln, Bremen und Münster-Osnabrück sein; die Airline wird dort dann nicht mehr hinfliegen. Ab wann, ist noch nicht bekannt.

Diese Nachricht dürften Aida-Kreuzfahrt-Liebhaber gar nicht gern gehört haben: Gestern gab Aida Cruises bekannt, dass infolge der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie »derzeit die Bedingungen für internationale Reisen mit Ziel USA und Kanada noch nicht gegeben sind«. In Kanada seien Kreuzfahrtanläufe bis Ende Oktober 2020 nicht möglich, in den USA gilt bis auf weiteres ein Einreisestopp für Europäer. Wer schon gebucht hat, dem erstattet Aida Cruises die bisher geleisteten Zahlungen in Form eines Reiseguthabens. On top gibt es einen Bonus in Höhe von 10 % auf die bereits geleistete Zahlung. Wer die Vorauszahlung zurückgezahlt bekommen möchte, der bekommt eine Erstattung.

Wir müssen weiter draußen bleiben: Tagestouristen sind auf den Ostfriesischen Inseln weiter nicht erlaubt. Die Landkreise hätten deshalb entsprechende Allgemeinverfügungen für Verbote in den Schubladen, bestätigte ein Sprecher des Landkreises Wittmund gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Das Verbot soll wohl bis zum 22. Juni in Kraft bleiben.

Die Themen Nachhaltigkeit, Natur und Umweltschutz sollen künftig mehr Touristen nach Hessen locken. Schon jetzt interessieren sich über die Hälfte aller potentiellen Hessen-Urlauber für einen Natururlaub. Das passt gut zu Hessen, denn knapp 50 Prozent der Gesamtfläche bestehen aus Nationalparkfläche, Naturparken oder Biosphärenreservaten. »Die Mittelgebirgslandschaften von Rhön, Spessart, Vogelsberg, Taunus, Westerwald und Odenwald, die Auenlandschaften von Rhein, Fulda, Eder und Lahn, die Weinberge des Rheingaus und der Bergstraße, die Seen des Waldecker Landes oder auch die GrimmHeimat in Nordhessen bieten Raum für Erholung, Genuss und Naturerlebnisse. Das sind perfekte Voraussetzungen für unseren Tourismus im ländlichen Raum«, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz bei der Vorstellung der Landestourismus-Strategie. 

Erst seit ein paar Tagen fahren die alte Zahnradbahn und die wohl beeindruckendste Gondel der Republik wieder hinauf auf den Berg der Berge, wie sie die Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen nennen. Doch in Corona-Zeiten ist auch hier vieles anders: Abstandshinweise überall, die Zahl der Besucher ist limitiert, wie unsere Kollegin Emily Neiswirth bei einem Besuch feststellte.

Es ist wohl das berühmteste Hotel Kenias: das Norfolk-Hotel in Nairobi. Die Ex-US-Präsidenten Theodore Roosevelt und Barack Obama stiegen hier ab, viele andere Prominente ebenso. Auch in dem Kultfilm »Jenseits von Afrika« mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer wurde in dem Hotel gedreht. Doch jetzt ist für das Fairmont The Norfolk Feierabend: Anfang Juni musste das Vorzeigehotel nach 110 Jahren schließen. Wegen Corona. Wie es weiter geht, ist unklar. Mittlerweile hat sich Kenias Regierung eingeschaltet.

5. Juni: Urlaubsstudie: 40 Prozent wollen in Deutschland bleiben, Touristen-Ärger in Venedig, Sommerurlaub in Bulgarien: Empfehlungen statt Pflichten, Tschechien-Öffnung heute Mittag, Mallorca macht Ballermann in Corona-Zeiten den Garaus

Die Hochschule Fresenius hat die Ergebnisse einer neuen Studie zum Reiseverhalten der Deutschen veröffentlicht. Demnach planen 57 Prozent der Befragten, eine Reise nach Lockerungen der Beschränkungen zu buchen. Eine Reise innerhalb Europas liegt mit 80 Prozent weit vor ferneren Zielen. Innerhalb Europas ist der »Urlaub daheim« mit 40 Prozent am beliebtesten, auf Platz 2 liegt mit 16 Prozent das Nachbarland Österreich. Außerdem: In diesem Urlaubsjahr sind für 80 Prozent der Befragten die politische Lage, die hygienischen Vorschriften sowie die medizinische Versorgung der Destination von großer Bedeutung.

Seit Mittwoch dürfen wir ja wieder ohne Einschränkung nach Italien reisen. Und eine Stadt hat die Touristen ganz besonders erwartet: Venedig. Viele nutzten die Gelegenheit bereits und besuchten die Stadt. Im Großen und Ganzen lief das ganz gut an. Wären da nicht zwei Touristen gewesen, vermutlich aus Deutschland, die gleich für Aufsehen und Ärger sorgten. 

Bulgarien macht sich locker: Ab dem 15. Juni werden die Corona-Regelungen in dem Urlaubsland deutlich liberalisiert. Von Pflichten ist dann kaum noch die Rede, vielmehr spricht man in dem Land dann nur noch von Corona-Empfehlungen. Starttermin für ausländische Urlaubsgäste ist der 1. Juli. Ab dann sind Touristen aus dem Ausland in Bulgarien wieder willkommen.

Eigentlich sollte die Grenze zu Tschechien erst am Montag, dem 15. Juni wieder für uns offen sein. Jetzt geht es aber schneller. Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn sollen bereits ab heute Mittag wieder in das Land einreisen dürfen, meldet die Website infranken.de. Erst gestern war noch von Samstag die Rede. 

Und wieder Neuigkeiten aus Mallorca. Dort soll es ja bald wieder mit dem Urlaub losgehen. Ob am 15. oder 21. Juni oder gar erst am 1. Juli, das weiß man immer noch nicht so genau. Wir blicken ehrlich gesagt auch nicht mehr so ganz genau durch. Was aber jetzt schon bekannt wurde: Am Ballermann ist erstmal weiter tote Hose. Die Balearen wollen nämlich die Wiedereröffnung von Nachtklubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinauszögern. Auch die Bild-Zeitung nimmt sich des Themas an …

4. Juni: Nun offiziell: weltweite Reisewarnung am 15. Juni vorbei, Mallorca-Regeln im Sommer, Tüv Nord und Tüv Süd prüfen Hygiene in Hotels in Ägypten und in der Türkei, Schweden: Hotel wird wegen Corona zu Pop-up-Restaurant, ZDF-Doku: »Robben, Schnaps und keine Gäste – Helgoland in der Krise«

Endlich ist die weltweite Reisewarnung vom Tisch: Ab dem 15. Juni 2020 können wir wieder in den meisten Ländern Europas unseren Urlaub verbringen. Das hat Außenminister Heiko Maas gestern mitgeteilt und dabei den bemerkenswerten Satz »Reisewarnungen sind keine Reiseverbote, und Reisehinweise sind keine Reiseeinladung« gesagt. Vorsicht und Eigenverantwortung sind also in diesem Sommer angesagt. Wir fassen den gestrigen Tag zusammen und wagen einen Ausblick auf die kommenden Wochen.

Die Kompetenz der Prüfer vom Tüv ist weltweit bekannt. Davon profitieren die Prüfer vom Technischen Überwachungsverein jetzt auch in der Corona-Zeit. Die sind nämlich in der Türkei und in Ägypten im Einsatz, um dort die Hygiene-Standards in den Hotels und Restaurants zu prüfen. Es wird eine ganze Menge geprüft und getestet, in den Küchen, Toiletten, am Pool und in den Hotelzimmern, schließlich möchten sowohl die Türkei als auch Ägypten bald wieder Urlaubsgäste empfangen. Während die Mitarbeiter vom Tüv Süd nur in der Türkei unterwegs sind, sind die vom Tüv Nord in der Türkei und in Ägypten am Start.

Weniger Liegen und Sonnenschirme am Strand, Orientierung für den Sicherheitsabstand, und erst einmal kein Shuttlebus-Service: Wer auf Mallorca seinen Urlaub in diesem Sommer verbringen möchte, muss sich auf einige Corona-bedingte Neuerungen gefasst machen. Was in den Gemeinden Santanyí, Andratx, Calvià, Alcúdia und Muro gilt, hat die Mallorca-Zeitung recherchiert.

Auch in Schweden hat die Corona-Krise viele Branchen hart getroffen –nicht zuletzt die Hotelbranche, denn auch in Schweden ist das private Reisen zurzeit nur eingeschränkt möglich. Gleichzeitig macht Not aber auch erfinderisch. Eine besonders kreative Lösung in Corona-Zeiten ist beispielsweise in der westschwedischen Stadt Lidköping entstanden: Das Hotel Stadshotellet hat seine insgesamt 67 Gästezimmer kurzerhand in 67 separate und individuelle Pop-up-Restaurants verwandelt, die viel Abstand zu anderen Gästen garantieren. Jedes dieser Pop-up-Restaurants kann für zwei bis zwölf Personen gebucht werden. Nach dem Check-in erwartet die Gäste in ihrem persönlichen Restaurant eine Speisekarte, und die Bestellung wird per Zimmertelefon aufgegeben, um möglichst viel Abstand zum Service-Personal zu halten.

Helgoland, der rote Felsen im Meer, ist ein Urlaubermagnet. In der Hochsaison fertigen die gut 1500 Helgoländer bis zu 4000 Tages- und 2000 Übernachtungsgäste ab. Doch aufgrund der Corona-Beschränkungen herrschte zuletzt ungewohnte Ruhe: Bis Ende Mai durften keine Gäste auf die Insel kommen. Am Sonntag, dem 7. Juni 2020 um 17.55 Uhr, blickt die »ZDF.reportage« auf »Robben, Schnaps und keine Gäste – Helgoland in der Krise«. Der Film von Torsten Mehltretter ist ab Freitag, 5. Juni 2020, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek zu sehen.

3. Juni: Bundesregierung berät Aufhebung der internationalen Reisewarnung, Mund-Nasen-Schutz wird zur Pflicht bei Lufthansa, Turkish Airlines fliegt ab 18. Juni häufiger von und nach Deutschland, Malta ab 1. Juli offen, Italien ab heute

Wir hatten vor einiger Zeit ja schon an dieser Stelle darüber berichtet, dass die Bunderegierung am 15. Juni die weltweite Reisewarnung aufheben möchte. Heute geht es in die Details. Das Kabinett berät dann darüber, wie die Reisen ab dem 15. Juni in viele Länder Europas wieder möglich sein sollen.

Seit dem 4. Mai baten die Airlines der Lufthansa Group ihre Fluggäste lediglich darum, eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord ihrer Flüge zu tragen. Ab dem 8. Juni wird dies zur Pflicht. Das teilte die Lufthansa gestern mit. »Zum Schutz der Gesundheit sämtlicher Personen an Bord sind Sie dazu verpflichtet, während des Boardings, des Fluges und beim Verlassen des Flugzeuges einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen«, so die Airline. Von der Verpflichtung ausgenommen sind Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren sowie Personen, denen das Tragen einer Maske gesundheitsbedingt oder aufgrund einer Behinderung nachweislich nicht möglich ist. Zum Verzehr von Getränken und Speisen an Bord kann sie natürlich abgenommen werden. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz gilt zunächst für Lufthansa, Eurowings und Lufthansa Cityline.

Ab morgen fährt Turkish Airlines den Flugbetrieb wieder langsam hoch. Zunächst gilt das für Inlandsflüge. Gestern teilte die Fluggesellschaft mit, dass ab dem 18. Juni auch das internationale Streckennetz wieder aufgenommen wird. Auch Deutschland profitiert davon.

Wer in diesem Sommer in Malta seinen Urlaub verbringen möchte, sollte sich den 1. Juli im Kalender vormerken. Ab dann nimmt der internationale Flughafen des Inselarchipels wieder seinen Betrieb auf und empfängt schrittweise Reisende aus dem Ausland. Dies teilten das Ministerium für Tourismus und Verbraucherschutz in Malta und die Malta Tourism Authority (MTA) gestern mit. Die erste Phase der Grenzöffnung ermöglicht zunächst die Einreise für Urlauber aus 19 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Gleichzeitig entfällt zum 1. Juli auch die 14-tägige Quarantäneregel sowie der COVID-19-Test für Einreisende der 19 Länder.

Das ging schneller als gedacht: Italien öffnet heute seine Grenzen für Touristen aus 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Zwei Probleme gibt es aber noch: Zum einen die immer noch bestehende weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Zum anderen die noch fehlenden Flüge. Viele Airlines fliegen noch nicht so häufig wie früher nach Italien.

2. Juni: Mallorca-Sommerurlaub-Start: Buch mit sieben Siegeln, Tschechien-Urlaub ab Mitte Juni, Lufthansa öffnet erste Lounges in Frankfurt und München, Mecklenburg-Vorpommern zufrieden mit Pfingsten, Alltag beim Campingurlaub in Zeiten von Corona, Techno-Demo auf dem Landwehrkanal in Berlin gerät aus dem Ruder

In Spanien geht es derzeit bei den Corona-Maßnahmen drunter und drüber. Ministerpräsident Pedro Sánchez will den Alarmzustand bis zum 21. Juni verlängern lassen. Ob ihm das gelingt? Fraglich. Zuletzt hatte er nur noch mit Ach und Krach eine Mehrheit für die Verlängerung des Alarmzustandes bekommen. Warum wir darüber berichten? Mit dem Ende des Alarmzustandes rückt der Starttermin für den Sommerurlaub in Spanien immer näher. Offiziell gilt Mittwoch, der 1. Juli, ab dann sollen Touristen wieder ins Land dürfen. Einen Sonderweg peilen allerdings die Balearen an. Sie wollen im Rahmen eines Pilotprojekts bereits ab dem 15. Juni wieder Touristen auf die Inseln lassen (wir berichteten über Pfingsten). Ob das die Balearen in Eigenregie entscheiden dürfen, ist aber immer noch unklar.

Jetzt auch Tschechien: Nachdem fast alle unsere Nachbarländer die Grenzen für Urlauber ab dem 15. Juni wieder öffnen werden, zieht auch Tschechien nach. Das beschloss das tschechische Kabinett gestern. Besucher aus Deutschland dürfen ohne Einschränkungen einreisen. Bereits seit vergangener Woche fahren wieder einzelne Eurocity-Züge zwischen Prag und Berlin, nachdem der Verkehr zuvor wochenlang eingestellt war.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatte die Lufthansa all ihre Airport-Lounges geschlossen. Seit heute haben je eine Lounge in den Flughäfen in Frankfurt und München wieder geöffnet. Hohe Erwartungen sollte man an einen Besuch nicht knüpfen: Das Angebot falle »spärlich und traurig« aus, zitiert das Portal travel-dealz.de einen Besucher.

Das lange Pfingstwochenende war der Startschuss für die Sommerurlaubssaison in Mecklenburg-Vorpommern. Nach den Corona-Beschränkungen der letzten Wochen blickten viele neugierig in den Nordosten der Republik. Ob sich viele Touristen auf den Weg machten? Oder ob noch die Corona-Angst überwiegt? Die Antwort fällt relativ klar aus: Man reist wieder an die Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte & Co.: Rund 300.000 Gäste reisten am Wochenende nach Mecklenburg-Vorpommern. Das sind zwar etwas weniger als in den Vorjahren, doch zeigte sich der Chef des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, in einem Radiointerview mit NDR 1 Radio MV zufrieden.

Sauerland statt Costa Brava: In Zeiten von Corona haben sich auch die Reiseziele der Campingurlauber geändert. Und, wie klappt das so im Alltag auf Deutschlands Campingplätzen? WDR 5 hat sich einmal umgehört. Fazit: Es ist doch einiges anders als sonst.

Es sollte eine Demonstration von rund 100 Teilnehmern in Booten auf dem Wasser werden, aber dann geriet die Lage völlig aus dem Ruder: Auf dem Landwehrkanal in Berlin haben gestern Nachmittag rund 3.000 Menschen bei einer Kundgebung unter dem Motto »Für die Kultur – Alle in einem Boot« gegen das Sterben der Nachtclubs demonstriert. Zwar hatten die Veranstalter im Vorfeld eindringlich auf die noch geltenden Abstands- und Hygieneregeln hingewiesen, aber kaum jemand hielt sich daran. Ab dem späten Nachmittag löste die Polizei die Demonstration auf. Anzeigen wurde nicht erstattet.

1. Juni: Pfingsten nur wenig los in Bayerns Ausflugsorten, dafür viele Deutsche an Hollands Küste, Strandparty mit rund 3.500 Gästen auf Sylt aufgelöst, noch keine Gruppenreisen bei Wikinger bis 29. Juni, Corona-Folgen: mehr Müll in Thüringens Wäldern

Rechtzeitig vor dem langen Pfingstwochenende hatten in allen deutschen Bundesländern Hotels, Pensionen & Co. wieder geöffnet. Damit stand dem traditionellen Pfingsturlaub in vielen deutschen Urlaubsregionen nichts mehr im Wege. Allerdings scheinen nicht sehr viele in diesem Jahr Lust darauf gehabt zu haben. Die Bahn sprach von einem ruhigen Pfingstwochenende, die Züge waren nicht stark ausgelastet. Auch auf den Autobahnen war der Verkehr normal. Deutlich weniger los als erwartet, war in Bayerns Urlaubsregionen, wie das ZDF berichtet. Einzig auf Rügen war der Ansturm größer.

Auch in Holland war deutlich mehr los. Das gilt vor allem für die Küstenregionen. Die Bild-Zeitung zitiert einen Hotelbesitzer, der von zahlreichen Urlaubern aus Deutschland berichtet. »Normalerweise kommen 50 Prozent der Gäste aus Holland und 35 aus Deutschland. Jetzt haben wir allerdings gerade 85 Prozent Gäste aus Deutschland«, ist zu hören.

Unterdessen musste die Polizei auf Sylt eingreifen: In Kampen versammelten sich bis zu 3.500 überwiegend junge Leute und feierten spontan eine Strandparty. Abstandsregeln wurden dabei augenscheinlich nicht eingehalten. Gegen die Partygäste wurden keine Bußgelder erhoben.

Kein Wander- und Radurlaub in kleinen Gruppen bis Ende Juni: Der Veranstalter Wikinger Reisen hat alle Termine bis einschließlich 29. Juni 2020 abgesagt – für Deutschland und ganz Europa. Grund ist die vor wenigen Tagen verkündete Verlängerung der Kontaktbeschränkung. »Schon bei Gruppen mit 10 oder 12 Teilnehmern überschreiten wir mit dem Reiseleiter die erlaubte Teilnehmergrenze. Von den Absagen sind fast 40 Wander- und Radgruppen betroffen, die bis zum 29. Juni abgereist wären«, so Moritz Mohs von Wikinger Reisen. Ab dem 30. Juni hofft der Veranstalter auf einen schrittweisen Re-Start des Aktivurlaubs.

Zu den Zeiten der Ausgangsbeschränkungen in Deutschland zog es viele Leute in den Wald. Dort konnte man ja prima das Abstandsgebot zu anderen einhalten. So war das auch in Thüringen. Dort gingen viele in den Wäldern spazieren. Manche haben dort offenbar auch ein Picknick gemacht. Ärgerlich dabei: Viele nahmen ihren Müll nicht mit. Von deutlich mehr Verpackungsmüll in den Wäldern ist die Rede.

31. Mai: Mecklenburg-Vorpommern startet Kampagne »Wir sind Urlaubsland«, Spekulationen über früheren Tourismusstart in Spanien, Kanada verbietet Kreuzfahrten bis Ende Oktober, Affen-Berührungsverbot auf Gibraltar, Weltreisender steckt in Hongkong fest

Vor einigen Wochen, als ein Besuchsverbot für Auswärtige galt, kam es zu unschönen Szenen in Mecklenburg-Vorpommern. Besuchern mit auswärtigen Kennzeichen wurden angefeindet, manchen wurde gar das Auto zerkratzt. Das war gar keine gute Werbung für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. »Auch wenn unfreundliche Gastgeber Ausnahmeerscheinungen waren, so haben sie doch die Wahrnehmung deutlich mitgeprägt und Vertrauen zerstört«, räumte das für den Tourismus zuständige Wirtschaftsministerium ein. Mit der Botschaft »Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind Urlaubsland« und der Ergänzung »Sei dabei. Zeig Herz.Auch deine Stimme bestimmt die Stimmung« startete Mecklenburg-Vorpommern zum Pfingstwochenende eine groß angelegte Binnenkampagne, die den Startschuss für ein nachhaltig gutes Tourismusklima im Land geben soll. Sie richtet sich an die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel sei es, das Vertrauen in den Tourismus zu stärken oder wiederherzustellen und auf dessen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen aufmerksam zu machen. Zudem soll sie Impulse für Akzeptanz und Sicherheit im schrittweise wiederbeginnenden Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern geben und das Bewusstsein für den Tourismus schärfen.

Erst in einem Monat, ab dem 1. Juli, sollen wir in Spanien wieder unseren Urlaub verbringen dürfen. Das geht einigen in Spanien nicht schnell genug. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das unter anderem für die Balearen und Kanaren, aber auch für Andalusien erprobt wird, sollen Touristen aus Deutschland, Frankreich und Skandinavien schon ab 22. Juni ins Land dürfen. Das Ganze ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Das dürfte es wohl gewesen sein für alle, die in diesem Sommer oder Herbst eine Kreuzfahrt rund um Kanada machen wollten: Das Land hat Kreuzfahrten mit mehr als 100 Personen bis zum 31. Oktober dieses Jahres verboten. »Unsere Regierung setzt sich für den Schutz der Kanadier ein, insbesondere in diesen schwierigen Zeiten«, sagte Marc Garneau, Kanadas Verkehrsminister, zur Begründung.

Sie sind der Grund, warum viele Touristen Gibraltar besuchen: die vielen frei lebende Affen, die bei und auf den Felsen Gibraltars leben. Die Makaken, so heißt die Affenart, sind aber im Zuge der Corona-Pandemie ins Visier der Behörden geraten. Fortan dürfen sie nämlich nicht mehr berührt werden. Der Grund liegt auf der Hand: Die Affen sollen sich nicht mit Covid-19 anstecken.

Thor Pedersen, ein Blogger und Weltenbummler aus Dänemark, startete vor sechseinhalb Jahren eine Weltreise. Eine ganz besondere: Er wollte alle Länder der Welt besuchen, ohne dabei ein Flugzeug zu benutzen. Doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Seit über 100 Tagen steckt er in Hongkong fest.

30. Mai: Grünes Licht für Sommerurlaub in Dänemark und Bulgarien, Griechenland sieht sich gut gerüstet für Urlauber, weitere Corona-Lockerungen in Österreich, Pfingsten tote Hose in Berlin, Petition #rettetdieJugendreisen schon mit über 11.000 Unterschriften, United Airlines: Mund-Nasen-Masken aus alten Uniformen

Die Auswahl der Länder in der EU, in denen ihr euren Sommerurlaub verbringen könnt, wird immer größer. Gestern gesellten sich Dänemark und Bulgarien hinzu. Beginnen wir mit Dänemark. Das Land öffnet die seit dem 13. März aufgrund der Corona-Krise geschlossene Grenze zum 15. Juni für Urlauber aus Deutschland. Allerdings gibt es zwei Einschränkungen: Zum einen ist die Einreise für deutsche Touristen an eine Übernachtungsbuchung geknüpft. Diese muss mindestens sechs Nächte umfassen. Zum anderen muss der Aufenthalt außerhalb der Hauptstadt Kopenhagen und der Gemeinde Frederiksberg stattfinden. In Dänemark gilt keine Maskenpflicht. Im öffentlichen Raum gilt ein Abstandsgebot von mindestens einem Meter.

Auch aus Bulgarien kommen positive Signale: Die Regierung gab gestern Abend bekannt, dass die bisher geltende Quarantänepflicht für Reisende u.a. aus Deutschland ab Pfingstmontag aufgehoben wird. Damit dürfte dem Sommerurlaub in Bulgarien ab dem 15. Juni nichts mehr im Wege stehen.

Am 22. Mai berichteten wir an dieser Stelle, dass ihr aller Voraussicht nach ab dem 15. Juni euren Sommerurlaub in Griechenland verbringen könnt. Und dabei bleibt es auch. Gestern wurde weitere Details bekannt. Tests auf das Coronavirus soll es allenfalls per Stichprobe an den Flughäfen geben, eine Quarantäne nach der Ankunft gibt es auch nicht. Griechenland sieht sich für alle Fälle gut gerüstet. Bislang habe Griechenland die Corona-Krise ja auch gut gemeistert, sagte Athens Bürgermeister Kostas Bakoyannis. 

Seit einigen Wochen werfen wir an dieser Stelle und in anderen Artikeln einen Blick auf die Möglichkeiten eines Sommerurlaubs in Österreich. Es gut sich einiges in unserem Nachbarland, die Tourismussaison ist gestern in Österreich gestartet. Gestern gab die Regierung außerdem bekannt, dass vom 15. Juni an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes entfällt. Auch die Gastronomie blickt dem Datum mit Freude entgegen, denn sie dürfen künftig bis 1 Uhr geöffnet haben (bisher 23 Uhr).

Eigentlich dürfen wir seit Montag wieder einen Städtetrip nach Berlin unternehmen. Wer jetzt aber denkt, dann ist es dieses verlängerte Pfingst-Wochenende in Berlin schon voll mit Touristen, der irrt sich gewaltig. Viele Hotels haben noch gar nicht geöffnet, und die, die bereits Gäste empfangen wollen, stehen leer, berichtet der Tagesspiegel.

Wenn eure Kinder schon mal an einer Klassenfahrt teilgenommen haben, dann wisst ihr es: Für die Organisation und Durchführung gibt es Spezialisten, die ihr Handwerk verstehen. Die Rede ist von Tausenden Jugendunterkünften, Programmanbietern und Busunternehmern. Für die bislang jährlich rund 60.000 bis 80.000 Klassenfahrten mit ihren bis zu 1,8 Millionen Teilnehmern sieht es aber derzeit besonders schlecht aus: Während in vielen touristischen Bereichen der Betrieb schrittweise wieder hochgefahren wird, stehen die Signale für die Kinder- und Jugendreiseszene immer noch auf Stopp. »Es ist sehr ernst«, sagt Carsten Herold vom Bundesverband der führenden Schulfahrtenveranstalter e.V., »die vorübergehende Beschränkung des Reiseverkehrs war absolut richtig – aber jetzt brauchen wir dringend Perspektiven.« Dazu wurde die Online-Petition #rettetdieJugendreisen ins Leben gerufen. Schon mehr als 11.000 Menschen haben unterzeichnet.

Not macht erfinderisch: Am San Francisco International Airport hat United Airlines Mitarbeitern, die im direkten Kontakt mit den Fluggästen stehen, ganz besondere Mund-Nasen-Masken zur Verfügung gestellt. Diese wurden nämlich aus rund 5,5 Tonnen ehemaliger Mitarbeiteruniformen hergestellt. Ursprünglich sollten die Stoffe der abgelegten Uniformen in Teppichpolster und Isolierfasern umgearbeitet werden.

29. Mai: Hotels und Pensionen in Österreich öffnen heute, Sommerurlaub in Frankreich ab 15. Juni, Kroatien lockert Urlaubsregelungen weiter, Söder zu Ballermann, Flughäfen drängen auf Wiederanlaufen, britische Verbraucherschutzorganisation Which! kritisiert Ryanair scharf, Alpen-Vereinshütten in Corona-Zeiten, Maybrit-Illner-Talk zum Sommerurlaub 2020

Darauf haben der Tourismus in Österreich und wir sehnsüchtig gewartet: Nach der elendig langen Corona-Zwangspause dürfen heute die Beherbergungsbetriebe in Österreich endlich wieder öffnen. Alle, die jetzt überlegen, ob man sich dann da groß einschränken muss: Nein, müsst ihr nicht. Büfetts werden erlaubt sein, Schwimmbäder und Saunen in den Hotels dürfen auch genutzt werden. Zur Feier des Tages haben wir ein paar feine Regionen in Österreich herausgesucht, die sich für einen Urlaub in unserem Nachbarland in diesem Corona-Sommer anbieten.

Dem Sommerurlaub in Frankreich dürfte in diesem Jahr nichts mehr entgegenstehen. Premierminister Edouard Philippe plädierte gestern dafür, ab dem 15. Juni die EU-Grenzen komplett zu öffnen. Hotels, Pensionen, Cafés, Bars und Strände dürfen ab kommenden Dienstag (2. Juni) in Frankreich wieder öffnen. Einzige Ausnahme ist die Region Île-de-France um die Hauptstadt Paris. Dort dürfen die Beherbergungsbetriebe erst ab dem 23. Juni wieder öffnen.

Nach Kroatien konntet ihr ja jetzt schon einreisen, um euren Urlaub dort zu verbringen – wenngleich natürlich weiterhin die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung besteht. Allerdings musstet ihr bis dato eine Buchungsbestätigung eurer Unterkunft in Kroatien vorlegen. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Ihr müsst in Zukunft nur noch an der Grenze mitteilen, wo ihr euch aufhalten werdet und wie ihr erreichbar seid. Wenn ihr das Einreise-Formular dazu schon vorher online ausfüllten wollt, dann könnt ihr das auf dieser Website tun.

Kaum ein anderer Ministerpräsident äußert sich so häufig zum Sommerurlaub wie Bayerns Regierungschef Markus Söder. Gestern schon wieder. Dieses Mal in einem Interview der FAZ. Da pries er aber nicht die Vorzüge des Urlaubslandes Bayern an, sondern richtete seinen Blick nach Spanien. Genauer gesagt auf die bei den Deutschen so beliebte Insel Mallorca. »Es ist schwer vorstellbar, wie man am Ballermann Hygiene- und Abstandsregeln richtig einhalten kann«, prophezeite Söder. Sein Appell: Vernunft und Lebensfreude in diesem Corona-Sommer in Einklang einbringen. Sonst droht der nächste Lockdown.

Nicht nur Reiseveranstalter, Reisebüros, Airlines und Hotels sind stark von der Coronakrise betroffen. Auch die Flughäfen leiden heftig. Darauf hat der Flughafenverband ADV abermals hingewiesen. In der letz­ten Woche zähl­ten die deut­schen Flug­hä­fen knapp 112.400 Pas­sa­giere, ein Rück­gang von 97,8 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum. Der ADV fordert jetzt die Locke­rung von Corona-Maßnahmen, wie Grenz­öff­nun­gen, Qua­ran­tä­ne­be­stim­mun­gen und Rei­se­war­nun­gen. Der Verband ist enttäuscht darüber, dass die Bundesregierung bisher nicht die weltweite Reisewarnung wieder aufgehoben hat.

Bleiben wir noch ein wenig beim Thema Fliegen. Einigen von euch ist vielleicht auch in letzter Zeit der Flug wegen der Corona-Pandemie storniert worden. Eigentlich gibt es in dem Fall das Geld zurück, sofern ihr nicht mit einem Gutschein einverstanden seid. Eigentlich. Die Klagen über die Airlines, die ihre Kunden hinhalten und das Geld nicht zurückzahlen, sind immens. Auch in Großbritannien. Dort hat die Verbraucherschutzorganisation Which! der Billig-Airline Ryanair ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. 84 Prozent der Befragten warten bis heute auf ihr Geld, so die Organisation.

Der Re-Start des Tourismus stellt die Betreiber von Almhütten vor eine besondere Herausforderung. Denn wer auf einer Almütte übernachtet, der weiß: Dort schläft man überwiegend mit vielen anderen Reisenden in einem Schlafsaal. Das geht aber aktuell nicht. Aber wie dann? Darüber zerbricht man sich gerade im bayerischen Gesundheitsministerium die Köpfe.

Gestern Abend versuchte sich die nächste Talkshow an einer Prognose für den Sommerurlaub 2020. Bei Maybrit Illner im ZDF diskutierten zum Thema »Reise ins Ungewisse – wie gefährlich wird der Urlaub?« die Politiker Armin Laschet, Katja Kipping, der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, Bergsteiger-Legende Reinhold Messner und Reisebüro-Chefin Marija Linnhoff.

28. Mai: Spiegel: CSU tritt beim Sommerurlaub im EU-Ausland auf die Bremse, Geld zurück trotz Gutschein-Annahme, Zypern-Urlaub ab 20. Juni, Schweden fühlen sich ausgegrenzt, Cuxhavens Appell an Tagesauflügler, Walt Disney World öffnet im Juli wieder

Vor ein paar Tagen berichten wir an dieser Stelle über den Plan der Bundesregierung, am 15. Juni die weltweite Reisewarnung aufzugeben. Der Plan dürfte so manch Urlaubsherz schneller schlagen lassen, schließlich wäre mit diesem Schritt zumindest wieder ein Sommerurlaub im EU-Ausland möglich, wenn auch unter Abstands- und Hygieneauflagen. Doch die Aufhebung scheint noch nicht unter Dach und Fach zu sein. In der Koalition jedenfalls gibt es Streit darüber. Die CSU will offenbar noch Änderungen an den bisherigen Plänen, die unter Federführung von Außenminister Heiko Maas erarbeitet wurden. Was ist da los? Der Spiegel mutmaßt, die CSU tritt auf die Bremse, weil sie es lieber sähe, wenn die Deutschen ihren Sommerurlaub 2020 in der Heimat verbringen würden. Natürlich gern in Bayern.

Wer in den letzten Wochen und Monaten einen Gutschein akzeptiert hat, weil seine Pauschalreise storniert werden musste, der soll bald die Möglichkeit bekommen, den Gutschein wieder zurückzugeben und sich stattdessen das Geld auszahlen zu lassen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Schon bald soll sich der Bundestag damit befassen.

Auch Zypern bereitet sich für den Sommerurlaub vor: Wenn es nach dem Willen der Regierung geht, könnt ihr dort ab dem 20. Juni euren Sommerurlaub verbringen. Wenn ihr aus Deutschland und Österreich seid, könnt ihr sogar ohne Coronavirus-Test einreisen. Dasselbe gilt für Reisende aus Malta, Griechenland, Israel, Bulgarien, Finnland, der Slowakei, Slowenien, Litauen, Norwegen, Dänemark und Ungarn. Wer aus der Schweiz kommt, muss dagegen vorher einen Test machen. Russen, Briten und Schweden dagegen dürfen erst mal nicht einreisen.

Apropos Schweden: Die fühlen sich gerade in Sachen Sommerurlaubsplanung im Ausland ganz schön auf den Schlips getreten. Mehrere klassische Urlaubsländer scheinen den Schweden nämlich nicht erlauben zu wollen, im Sommer einzureisen. Grund seien deren hohe Infektionszahlen. In Schweden versteht man die Welt nicht mehr.

Sylt tat es schon, die Niederlande auch: Einen Appell an die Touristen richten, doch bitte an bestimmen Tagen nicht zu ihnen zu kommen. In diese Riege reiht sich nun auch Cuxhaven ein. Konkret geht es um Tagesausflügler. Die möchte man Pfingsten nicht in Cuxhaven sehen. Uwe Santjer, Oberbürgermeister der Stadt, sagte: »All diejenigen, die es sich auch zu Hause schön machen können, mögen dies tun und ein bisschen Cuxhaven-Pause machen. Im Sommer können wir dann wieder gemeinsam feiern.«, sagte er der Nordsee-Zeitung.

Das Disney World Resort im US-Bundesstaat Florida wird in wenigen Wochen wieder öffnen. Anvisierter Termin ist der 11. Juli. Dann soll der Freizeitpark teilweisen und unter verschärften Sicherheits- und Hygieneregeln seine Pforten öffnen.

27. Mai: Reisen in USA bleiben für Touristen aus Europa weiter verboten, privat organisierter Rückholflug aus Panama, Südtirol wirbt mit Coronavirus-Gratis-Tests, Malta bereit für den Sommerurlaub 2020, Niederlande: Pfingsten-Urlaub bitte nur mit Buchung

Auf Entdeckungsreise durch New York, mit dem Auto entlang der Küste Kaliforniens oder entlang der Florida Keys: Für viele Urlauber ist eine Reise in die USA ein Erlebnis, das sie mindestens einmal in ihrem Leben unternehmen möchten. Wer mit dem Gedanken spielte, dies in diesem Sommer zu tun, für den haben wir weiterhin schlechte Nachrichten: US-Präsident Donald Trump hält an dem Einreiseverbot für Europäer vorläufig fest. Dass aber Bewegung in der Sache ist, lässt sich aus Trumps gestriger Äußerung deuten: »Wir werden im Laufe der Zeit Veröffentlichungen für bestimmte Länder machen, einschließlich der Länder Europas. Und wo sie Fortschritte machen, werden wir sie öffnen, aber nur dort, wo sie Fortschritte machen. Sie machen einige gute Fortschritte«, sagte der US-Präsident gestern.

Vor ein paar Wochen holte das Auswärtige Amt die letzten Touristen aus aller Welt heim nach Deutschland. Fast 250.000 Urlauber waren das. Die Rückholaktion der Bundesregierung war eine Herkulesaufgabe, Außenminister Maas will das auf keinen Fall ein zweites Mal machen müssen. Aber anscheinend kamen nicht alle zurück nach Deutschland: 49 Deutsche haben sich in Panama mit 180 Gestrandeten aus 26 Nationen ein Flugzeug in die Heimat organisiert, mit Hilfe eines Unternehmens, berichtet der Spiegel.

Dem Urlaub in Italien steht ja ab dem 3. Juni nichts mehr im Wege. An dem Tag, ein Mittwoch ist es, öffnet das Land wieder seine Grenzen für Touristen aus der EU. Ziemlich gut gerüstet für die Besucher sieht sich Südtirol; die Region erklärte als Erste in Italien vor ein paar Wochen, dass sie schon bald bereit sei, Urlauber zu empfangen (wir berichteten). Nun macht Südtirol wieder von sich reden: Landeshauptmann Arno Kompatscher möchte allen Touristen gratis einen Coronavirus-Test ermöglichen. Das soll das Sicherheitsgefühl der Touristen vor Ort erhöhen. Wer das nicht möchte, kann beruhigt sein: Der Test ist freiwillig. Interessant auch: Bei einer Pressekonferenz, die Kompatscher gestern abhielt, war auch Monika Nardo, die Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Italien, anwesend. Nardo äußerte sich unter anderem zu den Stornobedingungen für Urlauber in Italien. Wer im Sommer einen Trip nach Südtirol plant und sich auf Schusters Rappen durch die Region bewegen möchte, für den haben wir feine Wandertouren herausgesucht.

Auch Malta bereitet sich auf die Wiedereröffnung des Tourismus vor. Die Malta Tourism Authority hat in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium ein Covid-19-Sicherheitsprotokoll vorgestellt, das Reisenden in naher Zukunft einen sicheren Urlaub auf dem Mittelmeer-Archipel ermöglichen soll. Das neue Protokoll beinhaltet spezifische Richtlinien und Checklisten für unterschiedliche Tourismusbereiche. Dazu zählen unter anderem Beherbergungs- und Restaurantbetriebe sowie Strände und Strandeinrichtungen. So sollen Plexiglasabsperrungen im Hotel-Empfangsbereich in einer Höhe von mindestens zwei Metern über dem Boden installiert werden, das Poolwasser desinfiziert werden und die öffentlichen Toiletten am Strand von maximal vier Personen gleichzeitig benutzt werden dürfen. In den Restaurants gilt: kein Büfett, Ausweitung der Servicezeiten auf 23 Uhr, maximal sechs Personen an einem Tisch (Familien auch mehr), Einwegverpackungen auf den Tischen für Salz, Pfeffer, Essig, Öl und Zucker.

Wochenendtrips in die Niederlande stehen bei vielen Deutschen hoch im Kurs. Besonders bei Urlaubern aus NRW, ist ja nur einen Katzensprung entfernt. In den Niederlanden sind sie natürlich auch höchst willkommen. Normalerweise. In diesem Jahr ist bekanntlich alles anders. Ministerpräsident Mark Rutte warnte gestern Touristen davor, am langen Pfingstwochenende eine Reise in die Niederlande zu unternehmen. Es droht viel zu voll zu werden. In einer Videopressekonferenz sagte er: »Bitte verschieben Sie diesen einen Tagesausflug oder Kurzurlaub.« Nur wer eine Buchung habe, solle sich auf den Weg machen. Ein Einreiseverbot gibt es aber nicht. 

26. Mai: Weltweite Reisewarnung vor dem Ende, ratlose Hoteliers in der Türkei, Meyer Werft in Corona-Turbulenzen, Eurowings-Posse bei Flug nach Sardinien, Biergärten in Bayern bald bis 22 Uhr, Memorial Day Weekend in den USA in Zeiten von Corona

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung dürfte in der bisherigen Form bald Geschichte sein: Medienberichten zufolge soll die Reisewarnung zum 15. Juni für 31 Staaten aufgehoben werden. Dazu zählen neben sämtlichen EU-Ländern Großbritannien, Island, die Schweiz, Norwegen und Liechtenstein. Nicht dabei sind somit die bei deutschen Touristen beliebten Reiseziele Türkei und Ägypten. Auch von den Balkanstaaten Serbien, Montenegro und Albanien ist nicht die Rede.

Die Türkei will ab Mitte Juni wieder Touristen begrüßen, auch aus Deutschland (wir berichteten). Ob und in welcher Form die Bundesregierung für Reisen in das Nicht-EU-Mitglied Türkei grünes Licht erteilen wird, ist derzeit noch unklar. Unterdessen bereitet man sich in der Türkei auf die Touristen vor. Die Rede ist von einem Zertifizierungsprozess für die Hotels, bei dem der TÜV Süd mitmischen soll (wir berichteten). Hoteliers in der Türkei, über die die ARD berichtet, beklagen allerdings mangelnde Informationen und Vorgaben. Auch Zweifel am Zertifizierungsprozess werden geäußert.

Die Meyer Werft in Papenburg gehört zu den führenden Schiffsbauunternehmen der Welt. Großartige Kreuzfahrtschiffe wurden und werden hier gebaut. Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie ist die Kreuzfahrtindustrie allerdings in – gelinde gesagt – schwierigen Gewässern. Das hat bisher auch heftige Konsequenzen für die Meyer Werft. Nun ist die Werft wegen Corona abermals in den Schlagzeilen. Allerdings auf einer ganz anderen Baustelle: Am 15. Mai war die Personalchefin der Werft zu Gast in der Gaststätte »Alte Scheune« in der Gemeinde Moormerland in Ostfriesland. An dem Tag hatten sich offenbar mehrere Gäste mit dem Coronavirus infiziert, auch die Personalchefin. Jetzt sind Mitglieder der Geschäftsführung Meyer Werft und fast der gesamte Betriebsrat des Unternehmens in Quarantäne.

Die Corona-Pandemie schreibt zuweilen Geschichten, die kann man sich gar nicht ausdenken – wir haben an dieser Stelle schon häufig über so manch skurriles Vorkommnis in den vergangenen Wochen berichtet. Ein weiterer Kandidat im Skurrilitäten-Kabinett gesellte sich am vergangenen Samstag hinzu: Eurowings. Was war passiert? An dem Tag nahm ein Airbus A320 der Airline von Düsseldorf aus Kurs auf die Stadt Olbia auf Sardinien. Der Flieger musste unterwegs aber wieder umkehren. Das Problem: Der Flughafen Oblia ist bis zum 24. Juni für internationale Flüge gesperrt. Der Ärger an Bord – rein quantitativ jedenfalls – dürfte sich in Grenzen gehalten haben: Es saßen nur zwei Passagiere in dem Flieger.


Bei dem Wetter abends im Biergarten sitzen und ein Feierabend-Bierchen trinken, das hat was. Natürlich auch in Bayern. Dort lieben sie es, sich abends im Biergarten eine stattliche Maß zu gönnen. Die Sache hat in Corona-Zeiten nur einen kleinen Schönheitsfehler: In Bayern müssen die Biergärten aktuell um 20 Uhr schließen, mit der Folge, dass die Leute aus den Biergärten nach 20 Uhr in die Restaurants und Kneipen strömen. Denn die Wirtshäuser dürfen bis 22 Uhr geöffnet sein. Das ist doch »deppat«, motzen die Bayern. Womit sie auch nicht Unrecht haben, denn die Diskussion über die Gefährlichkeit von Aerosolen in Innenräumen gewann in den letzten Tagen ja mächtig an Fahrt. Immerhin, die Kritik kam an: Schon Pfingsten sollen Bayerns Biergärten wieder bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen.

Der Memorial Day ist in den USA ein Feiertag. An dem Tag, stets der letzte Montag im Mai, wird den im Krieg Gefallenen gedacht. Der Tag steht aber auch für den Beginn der Sommersaison in den USA. Man geht an dem Tag im Park picknicken, mit Freunden an den Strand, organisiert eine Party oder unternimmt einen Ausflug. Wie die Amerikaner den Memorial Day in Zeiten von Corona verbracht haben, hat CNN in einer tollen und sehenswerten Bildergalerie festgehalten. 

25. Mai: Lufthansa verschiebt Miles & More-Reform, Sommerurlaub 2020: Türkei will auch, Sylt-Fähre von Dänemark wieder für Deutsche erlaubt, Tschechien-Grenzöffnung vermutlich spätestens Mitte Juni, neue Hotel-Realität auf Usedom, QR-Code-Scannen in Restaurants und Clubs in Südkorea, Corona: Stimmung in der Karibik auf dem Tiefpunkt

Aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise hat sich die Lufthansa dazu entschieden, die Reform ihres Vielfliegerprogramm »Miles & More« um ein Jahr zu verschieben. Das bedeutet, dass die derzeitigen Regeln noch bis zum 31. Dezember 2021 gelten und das neue System dann am 1. Januar 2022 beginnt – und nicht, wie die Airline im November kommunizierte, bereits 2021. Weitere Informationen gibt es hier.

Vor ein paar Tagen berichteten wir an dieser Stelle von einer Unterredung zwischen Außenminister Heiko Maas und dessen türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. In dem Gespräch ging es darum, ab wann Touristen aus Deutschland wieder in der Türkei ihren Sommerurlaub verbringen dürfen. Geht es nach dem Willen der Türken, soll dies Mitte Juni der Fall sein, denn dann (14. Juni) endet die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, sagte, sein Land sei gut vorbereitet für die Touristen in Zeiten von Corona: »Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet.«

In 40 Minuten mit der Fähre von Dänemark nach Sylt – die Rømø-Sylt-Linie ist eine neun Seemeilen lange Fährverbindung zwischen Havneby auf der dänischen Insel Rømø und List auf der Sylt. Wegen Corona durften die Deutschen sie allerdings in den letzten Wochen nicht benutzen. Damit ist es jetzt vorbei, ab heute geht das wieder. Dies gilt natürlich auch für Sylter, die auf dem deutschen Festland Urlaub machen möchten. Als Sylt-Urlauber benötigt ihr für das Übertreten der dänischen Grenze eine Buchungsbestätigung eurer Unterkunft oder eures Campingplatzes sowie die Buchungsbestätigung der Syltfähre für die Überfahrt.

Ab heute dürfen in unserem Nachbarland Tschechien wieder Cafés, Restaurants und Kneipen öffnen. Gleiches gilt für Hotels und Pensionen. Wir müssen aber vorerst draußen bleiben, denn die Grenze zu Tschechien bleibt vorerst dicht. Vorerst. Aber wie bei der Türkei gilt Mitte Juni als magisches Datum: Denn voraussichtlich ab dem 15. Juni will auch Tschechien die Grenzen zu Deutschland öffnen. Vielleicht passiert das auch schon früher …

Heute nun geht es endlich richtig los in Mecklenburg-Vorpommern: Gäste aus ganz Deutschland sind wieder willkommen. Aber wie fühlt sich das an, wenn man in Corona-Zeiten seinen Urlaub dort im Hotel verbringen will? Die FAZ hat die Insel Usedom besucht: »Die Insel gibt einen ersten Ausblick auf die neue deutsche Urlaubsrealität«, so die Autorin.

Wer in Südkorea demnächst Orte wie Clubs, Bars oder Restaurants besucht, muss sich auf ein auf einem QR-Code basierendes Protokollierungssystem gefasst machen. Es soll die Kontaktverfolgung im Falle einer Coronavirus-Infektion unterstützen. An den Eingängen müssen die Gäste über eine App einen QR-Code scannen. Wer sich weigert, den QR-Code zu scannen oder kein Mobiltelefon besitzt, muss seine Identifikationsdaten beim Personal protokollieren. Die Regelung soll schon am 1. Juni in Kraft treten. 

Wie wohl kaum eine anderer Region auf der Welt lebt die Karibik von den Touristen: 31 Millionen Touristen besuchten die Region im vergangenen Jahr. Doch jetzt sind keine mehr da. Seit der zweiten Märzhälfte ist das nun so. Am 4. Juni nun wird der erste Flieger aus den USA erwartet, British Airways folgt wenig später. Doch die Stimmung ist extrem gedrückt auf vielen Inseln: »Es ist absolut deprimierend, hier zu sein«, berichtet ein Einheimischer gegenüber der BBC.

24. Mai: Sommerurlaub in Spanien und Dominikanischer Republik ab Juli, TUI scharrt mit den Hufen, Lufthansa steuert viele Urlaubsklassiker ab zweiter Juni-Hälfte an, Thüringen will Corona-Regeln abschaffen, Anchorages Flughafen schiebt sich auf Platz 1, Pfingsten-Ausflugstipp: die Loreley

Wochenlang gab es zum Teil widersprüchliche Meldungen aus spanischen Regionen darüber, wann denn nun in Spanien die Sommerurlaubssaison startet. Besonders auf den Balearen und den Kanaren, wo viele Menschen vom Tourismus leben, wollte man schon früh loslegen. Spaniens Zentralregierung trat aber immer wieder auf die Bremse. Angesichts der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in Spanien wollte man nicht zu früh wieder Touristen ins Land lassen. Nun aber gab Madrid grünes Licht: Ab Juli könnt ihr wieder nach Spanien in den Urlaub fliegen. 

Auch die Dominikanische Republik nimmt den Juli ins Visier. Dort will man Touristen ab dem 1. Juli wieder die Einreise ermöglichen: »Momentan sind wir bereits im Gespräch mit Airlines und Reiseveranstaltern, um eine Rückkehr der internationalen Gäste und insbesondere der Gäste aus dem deutschsprachigen Raum in die Dominikanische Republik zu ermöglichen. Wir streben eine frühestmögliche Wiederaufnahme an, sobald die internationalen Reisewarnungen aufgehoben werden«, sagte Petra Cruz, Europadirektorin des Tourist Board Dominikanische Republik. Auf seiner Homepage sowie den Social-Media-Kanälen informiert das Tourist Board Dominikanische Republik regelmäßig über Updates zur Covid-19-Situation.

Der Reiseveranstalter Tui will ab Ende Juni wieder nach Mallorca und zu anderen Zielen fliegen. Das sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer Zeitung »Rheinischen Post«. Der Deutschen liebste Insel wird wohl das erste Ziel: »Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien sind ebenfalls sehr gut vorbereitet. Die Hotel-Saison soll dort spätestens am 1. Juli starten. Wir sprechen wie das Auswärtige Amt auch mit der Türkei. Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.« Joussen rechnet mit günstigen Preisen: »Grundsätzlich haben alle Länder viel freie Kapazität 2020. Das sorgt für günstige Angebote. Aber einige Regionen wie Deutschland sind jetzt in den ersten Wochen besonders begehrt, da sieht es also umgekehrt aus.«

Wie wir an dieser Stelle bereits berichteten, wird die Lufthansa ab Juni wieder zahlreiche Destinationen anfliegen. Jetzt wurden weitere Details zu den Flugzielen in der zweiten Juni-Hälfte bekannt. Dann nämlich sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die »Bild am Sonntag«. Mit dabei sind Ferienklassiker wie Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Und natürlich Mallorca: Die Baleareninsel soll deutlich häufiger angeflogen werden.

Mindestabstände, Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Kontaktbeschränkungen: All das verbinden die wenigsten von euch wohl mit Urlaub. Einerseits. Anderseits könnte man argumentieren: Nur dort, wo Abstands- und Hygienemaßnahmen gelten, fühlen sich die Menschen sicher, um ihren Urlaub zu verbringen. Wer seinen Urlaub in Deutschland verbringen will, sollte – so oder so – ein besonders Augenmerk auf Thüringen richten: In dem Bundesland sollen die landesweiten Corona-Schutzvorschriften am 6. Juni außer Kraft treten. Ab dann soll vor Ort entschieden werden, welche Maßnahmen gelten.

Die Coronavirus-Pandamie sorgte ja in der Vergangenheit für manch skurrile News. So auch heute. Da meldete CNN, dass der Anchorage International Airport in Alaska der Flughafen mit den weltweit meisten Starts und Landungen ist. Nun ja. Zumindest an bestimmten Samstagen. Aber immerhin …

Pfingsten steht vor der Tür! Lust auf einen Ausflug in der Heimat? Nach aktuellem Stand steht uns dann entlang des Mittelrheins ein ziemlich sommerliches Wochenende bevor. Dann hätten wir eine Idee: auf zur sagenumwobenen Loreley!

23. Mai: Campingurlaub in Zeiten von Corona, Großbritannien-Urlaub hat sich erst mal erledigt, Frankfurts Jusitz zu Flightright-Klagen, Autovermieter Hertz in USA meldet Insolvenz an, Söder-Kurz-Scharmützel wegen Sommerurlaub 2020, Corona-Regelkatalog für Hotels in Ägypten, Flixbus fährt wieder, Köln sperrt Open-Air-Treffpunkte

Sommerzeit ist Campingzeit! Das ist schon seit Jahren so, in diesem Corona-Sommer aber ganz besonders. Schließlich kann man beim Camping prima Abstand zu anderen Urlaubern halten. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen: Campingplatz-Betreiber berichten von einer riesigen Nachfrage für die nächsten Wochen und Monate. Was Experten in dieser Situation empfehlen, erfahrt ihr in unserem Artikel über den Campingurlaub in diesem Sommer.

In der Sonne am Strand in Brighton liegen, in den schottischen Highlands wandern oder im Nachtleben von London verloren gehen: Gute Gründe für einen Urlaubstrip nach Großbritannien gibt es allemal. Daraus wird aber erst mal nichts. Denn während vielerorts in Europa die Grenzen wieder öffnen (werden), werden sie in Großbritannien de facto geschlossen. Denn ab dem 8. Juni müssen (!) sich alle Großbritannien-Einreisenden zwei Wochen lang in Quarantäne begeben. Die Maßnahme, die auch für britische Bürger gelten soll, dürfte auch das Ende der Urlaubspläne vieler Briten sein – denn auch die müssten sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in Quarantäne begeben.

Die Justiz in Frankfurt ist derzeit not amused. Der Grund: Man fürchtet eine enorme Klagewelle auf sich zurollen – und sieht sich als Inkassostelle missbraucht. Worum es geht: Weil viele Fluggesellschaften ihren Kunden die Ticketpreise für ausgefallene Flüge infolge der Corona-Krise nicht erstatten, hatte das Fluggastrechteportal Flightright angekündigt, vor Gericht zu ziehen, um das Recht der Passagiere durchzusetzen. Flightright hat nach eigenen Eingaben in den vergangenen Wochen rund 20.000 Fälle von Fluggästen erhalten, denen eine Erstattung der Ticketkosten zusteht. Flightright beklagt sich darüber, dass »Kunden hingehalten, verunsichert und sogar über ihre Rechte getäuscht« werden.

Jetzt hat es auch ein Schwergewicht der Reisebranche erwischt: Der Autovermieter Hertz in den USA hat Insolvenz angemeldet. Aufgrund des Rückgangs der Reisen seien Umsätze und Buchungen »plötzlich und dramatisch« eingebrochen, teilte das US-amerikanische Unternehmen mit. Der internationale Markt sei aber nicht betroffen, heißt es.

Gestern hielt die CSU ihren Parteitag ja erstmals virtuell ab. Mehr als 100 Delegierte verfolgten das Geschehen an ihrem PC, Notebook oder auf ihrem Smartphone. CSU-Chef Markus Söder war natürlich auch dabei, und zwischendurch klinkte sich als »Gastredner« sogar Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ein. Eines der Themen, über das geredet wurde, ihr ahnt es schon: der Sommerurlaub 2020. Beide Regierungschefs trommelten in den letzten Wochen dafür, dass man doch bitteschön seinen Urlaub in Bayern (Söder) oder in Österreich (Kurz) verbringen soll. Daraus entwickelte sich gestern ein Fernduell um die Urlaubsgäste in diesem Jahr. 

Über ein Urlaubsland der Deutschen war in den letzten Wochen ziemlich wenig zu hören: Ägypten. Auch dort steht wegen der Corona-Pandemie alles still. Im Tourismus sowieso. Aber nicht mehr lange. Welche Pläne Ägypten für die Hotels in diesem Corona-Sommer hat, erfahrt ihr hier.

Mehr als zwei Monate stand die Flixbus-Flotte still, am 28. Mai nun wird der ungewollte Frühlingsschlaf beendet: Ab kommenden Donnerstag rollen die grünen Flixbusse wieder durch Deutschland. Allerdings wird erst mal auf Sparflamme durch die Republik gefahren; lediglich 50 Halte sollen in einer ersten Phase bedient werden. Freie Sitzreihen wird es nicht geben, dafür müssen alle an Bord Mundschutz tragen.

Wer einen Städtetrip nach Köln unternimmt und abends ein wenig mediterranes Flair genießen möchte, für den gibt es einige feierfreudige Orte in der Stadt. Bei den Kölnern stehen der Brüsseler Platz in der Innenstadt und auch der Rheinboulevard mit Blick auf den Dom hoch im Kurs. An beiden Orten aber hat es an den letzten Abenden, besonders Christi Himmelfahrt, enorme Menschenaufläufe gegeben, mit der Folge, dass die Corona-bedingten Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. Jetzt hat die Stadt die Reißleine gezogen: Die populären Plätze werden abends gesperrt, zum Teil auch schon nachmittags.

22. Mai: TUI steht in den Startlöchern, häufige Corona-Tests für Mitarbeiter in Österreichs Hotels, EU-Behörden empfehlen freien Mittelsitz im Flieger, Run auf Strände in Großbritannien, Datenschutz-Ärger wegen Registrierungspflicht in Restaurants und Kneipen

Noch bis zum 14. Juni gilt die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Danach aber dürfte der Tourismus sofort wieder starten. Zumindest die Reisen in einige Länder der EU. TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak sagte der Bild: »Wir sind uns ganz sicher, dass wir in der zweiten Junihälfte nach und nach die Flüge nach Griechenland und auf die spanischen Inseln aufbauen werden.« Hoch im Kurs stehen bei den TUI-Kunden aktuell Reiseziele an die Norddeutsche Küste, ergänzte er.

In genau einer Woche, am 29. Mai, eröffnen wieder die Hotels in Österreich. Darüber hatten wir auf unserer Website bereits ausführlich Anfang des Monats berichtet. Was seinerzeit noch nicht geplant war: Corona-Tests für die Mitarbeiter der Hotels. Die sollen aber jetzt kommen. »Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmäßig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen«, kündigte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an.

Wie werden wir in Corona-Zeiten fliegen? Auch darüber hatten wir auf dieser Website bereits im April ausführlich berichtet. Dass alle eine Mund-Nasen-Maske im Flughafen und im Flugzeug tragen müssen, das steht mittlerweile fest. Gestritten wird nach wie vor über den freien Mittelsitz im Flieger – der soll vermeiden, dass sich Passagiere an Bord zu nahe kommen. Für die Airlines ist das aber ein rotes Tuch. Denn: Sind die Flieger nicht möglichst voll besetzt, machen sie keinen oder nur wenig Gewinn. Für die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (Easa) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) scheint das kein Argument zu sein: Sie wollen, dass ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug leer bleiben.

Riesen-Aufregung bei den Briten: Obwohl in Großbritannien wegen Corona noch strenge Distanz- und Hygienemaßnahmen beachtet werden müssen, stürmten gestern die Briten die Strände, als gäbe es kein Morgen.

Autos aus »aus dem ganzen Land« seien in Devon vorgefahren, teilte die Polizei mit. In Cornwall zog der Strand von Perranporth Hunderte von Menschen an. Auch in Merseyside besuchten Badegäste die Strände von Sefton trotz der Bitte, sich fernzuhalten. Mancherorts riet die Polizei via soziale Medien davon ab, sich auf den Weg zu machen.

Wer dieser Tage einen Ausflug macht und zwischendurch eine Rast in einem Restaurant einnimmt, dem dürfte das Procedere vertraut vorkommen: einmal bitte Namen und Telefonnummer hinterlassen, heißt es beim Betreten der Lokalität. Die Registrierungspflicht ist vielerorts gang und gäbe. Damit sollen die Gesundheitsämter später – im Falle eines Falles – nachverfolgen können, zu wem ein Corona-Infizierter Kontakt hatte. Oft kommt es in den Restaurants aber offenbar vor, dass statt einer separaten Liste den Gästen die komplette Gästeliste des Tages auf den Tisch gelegt wird – samt Namen und Telefonnummern der anderen Gäste. Ein Unding in Sachen Datenschutz, so Kritiker. Bald werden sich die ersten Gerichte damit beschäftigen, berichtet der WDR.

21. Mai: Sommerurlaub in der EU: Fortschritte, aber noch kein Ergebnis, Türkei bringt deutschen TÜV ins Spiel, Infratest-Dimap-Umfrage: nur 19 Prozent der Deutschen wollen Sommerurlaub im EU-Ausland, Ruhe vor dem Sturm in Mecklenburg-Vorpommern am langen Christi-Himmelfahrt-Wochenende, Tropical Islands öffnet am 15. Juni

Außenminister Heiko Maas hat sich in dieser Woche gleich zwei Mal mit seinen Amtskollegen aus Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen per Videokonferenz ausgetauscht. Dabei ging es darum, ob und wie sich der der Sommerurlaub in diesem Jahr in der EU umsetzen lässt. Dazu sollen einige Maßnahmen in Kraft treten. Konkret heißt das: Aufhebung der Grenzkontrollen, Wegfall der Quarantänemaßnahmen und Schutz der Urlauber vor Infektionen. Zwar sei man ein gutes Stück vorangekommen, Ergebnisse konnten Maas & Co.  allerdings noch nicht vorlegen. »Wir brauchen einheitliche Kriterien, aber keine Einheitslösung«, sagte Maas. 

Auch die Türkei macht Druck. Das Land will im Sommer ebenfalls wieder Urlauber aus Deutschland empfangen. Dazu machte Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, in einem Gespräch mit Heiko Maas einen ungewöhnlichen Vorschlag: Der deutsche TÜV soll das Corona-Hygienekonzept in den türkischen Hotels und Tourismusstätten zertifizieren. Bereits Mitte Juni, wenn die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ausläuft, sollen die Deutschen wieder in die Türkei reisen könne, so der Wunsch der Türken. Die Bild berichtete über das Gespräch. Nägel mit Köpfen macht derweil Nachbarland Griechenland. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis will am 15. Juni wieder Touristen ins Land lassen, dann sollen auch die Hotels im Land öffnen. 

Erst gestern berichteten wir an dieser Stelle über eine Umfrage, dass viele Deutsche in diesem Sommer entweder nur innerhalb Deutschlands oder gar nicht verreisen wollen. Jetzt bestätigt eine weitere Umfrage diesen Trend. Einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des »ARD Extra« von gestern Abend zufolge wollen von denen, die bereits wissen, ob und wohin sie verreisen wollen, 50 Prozent der Deutschen nach dem jetzigen Stand dieses Jahr wohl zu Hause bleiben und die Koffer gar nicht packen. 31 Prozent planen für den Sommer eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands, 19 Prozent wollen ins europäische Ausland. 3 Prozent denken trotz der bestehenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr gegenwärtig darüber nach, ihren Urlaub außerhalb Europas zu verbringen. Mit 84 Prozent gibt das Gros der Bürgerinnen und Bürger an, bereits zu wissen, ob und wohin sie diesen Sommer in den Urlaub verreisen werden. 15 Prozent sind sich noch unsicher.

Heute beginnt das erste lange Wochenende nach den Lockerungen der vielen Corona-Verbote. Während vielerorts schon Touristen innerhalb Deutschlands verreisen, ist es in Mecklenburg-Vorpommern noch ruhig. Das hat einen Grund: Das Bundesland ist immer noch für Touristen aus anderen Bundesländern gesperrt. Erst am Montag ändert sich das; dann startet der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern voll durch. Pfingsten dürfte es entsprechend voll werden an der Ostsee und der Mecklenburgischen Seenplatte.

Auch in Brandenburg tut sich was. Dort wird Europas größte tropische Urlaubswelt den Gästebetrieb in wenigen Wochen wieder aufnehmen: Der Vergnügungspark Tropical Islands wird am 15. Juni wieder eröffnen. »Unser Konzept sieht vor, die Kapazitäten zu halbieren, so dass für jeden Gast ausreichend Platz vorhanden ist, um die Abstandsregelungen zu wahren«, sagte General Manager Wouter Dekkers. Derzeit werden im Tropical Islands die letzten Vorkehrungen für die Wiedereröffnung getroffen und langsam alles zurück auf Betriebstemperatur gefahren. Tagestickets sind bis auf Weiteres nur online erhältlich.

20. Mai: Maas spricht abermals mit Länderkollegen, Touristen in Niederlande wieder willkommen, Frankreich plant Werbekampagne, Spanien verlängert Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen, Studie: Deutsche verhalten bei Urlaubsplanung, Köln will Karneval 2021, Hamburg startet durch

Zu einigen Nachbarländern sind die Grenzen wieder offen (Luxemburg, Niederlande), zu anderen werden sie es bald wieder sein (Österreich, Frankreich, Schweiz), zu wiederum anderen weiß man nicht, wann es so weit sein wird (Polen, Tschechien). Kurzum: ein ziemliches Durcheinander. Das soll nicht so bleiben. Darum berät sich Außenminister Heiko Maas heute abermals mit Amtskollegen aus neun Nachbarländern. Es geht vor allem um die Lockerung der Reisebeschränkungen. Ob man sich am Ende auf eine einheitliche Linie wird einigen können, steht in den Sternen. Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, äußert sich unterdessen kritisch zu Auslandsreisen in diesem Sommer.

Das Wochenende ab Christi Himmelfahrt ist das erste seit Ausbruch der Pandemie, an dem ein Kurzurlaub wieder bei unseren Nachbarn in den Niederlanden möglich ist. Zwar sei die Nachfrage groß, aber auch für Kurzentschlossene gibt es wohl noch Platz in den Hotels und Pensionen, berichtet der WDR heute Morgen.

Frankreich gibt nun Gas in Sachen Sommerurlaub. Nachdem sich in den letzten Tagen bereits abzeichnete, dass die Franzosen im Sommer wieder Urlauber begrüßen wollen, soll bald dazu auch eine Kampagne starten. Ab Juni 2020 wird unter der Federführung von Atout France die Werbekampagne »Cet été je pars en France« (Diesen Sommer fahre ich nach Frankreich) für den Neustart der Branche und der Bewerbung von Inlandsreisen in enger Abstimmung mit den Regionen und lokalen Tourismusbehörden lanciert. Mit der stufenweisen Wiedereröffnung der Grenzen soll diese Kampagne anschließend auch auf die Grenzländer und den Schengen-Raum ausgeweitet werden. Caroline Leboucher, Generaldirektorin von Atout France sagte: »Noch geben wir diese Saison aber nicht verloren, auch nicht für europäische Urlauber. Wir wollen gemeinsam mit unseren Freunden aus Deutschland anstoßen«.

Eigentlich hatte die spanische Regierung vor, den Ausnahmezustand um einen weiteren Monat zu verlängern. Daran gab es aber heftige Kritik, vor allem im Parlament. Jetzt der Teilrückzug: Die Regierung will im Parlament eine Verlängerung »nur noch« bis zum 7. Juni beantragen, heißt es nun aus Madrid. Ob damit auch der Tourismus in Spanien früher als ursprünglich geplant beginnen kann, ist unklar. Derzeit solltet ihr es aber tunlichst unterlassen, in den Flieger nach Spanien zu steigen, wenn ihr dort euren Urlaub verbringen wollt: Erst gestern wurden drei Deutsche am Flughafen auf Mallorca zurückgewiesen. Die beiden Männer und eine Frau kamen mit einem Flug aus Köln.

Doch die Mehrheit der Deutschen dürfte sich nicht blindlings ins neue Reiseabenteuer stürzen. Das zeigt der erste ReisePuls Deutschland, eine neue repräsentative Erhebung zum Reiseverhalten der Deutschen. Nur 17 % der Deutschen wollen sofort, bereits nach den ersten Lockerungen, reisen; 50 % jedoch erst, wenn fast alle Angebote am Reiseziel wieder zur Verfügung stehen. Und 22 % verschieben ihre nächste Reise auf die Zeit, zu der ein Impfstoff vorhanden und normales Reisen wieder möglich sein wird. Das zeigen die Ergebnisse des ersten ReisePuls Deutschland der Tourismus-Branchenplattform destinet.de. Dazu wurden 1.001 Deutsche repräsentativ nach Alter (18 bis 75 Jahre), Geschlecht und Bundesland befragt. Die unvermeidliche und bereits erlernte Maskenpflicht in frequentierten Räumen und Orten scheint viele Urlauber stärker zu stören als gemeinhin angenommen. Nur 55 % halten sie für akzeptabel. Urlaubsstimmung sieht offenbar anders aus. Hier könnte einer der Gründe dafür liegen, warum einige sich einen Urlaub in Corona-Zeiten gar nicht oder nur schwer vorstellen können und ihn auf später verschieben wollen.

Rock am Ring: abgesagt. Bayreuther Festspiele: abgesagt. Das Oktoberfest in München: abgesagt. Die Liste abgesagter Veranstaltungen in Deutschland aufgrund der Covid-19-Pandemie ließe sich beliebig fortsetzen. In Köln dagegen herrscht Optimismus – jedenfalls, wenn es um die nächste Karnevalssaison geht. In der Domstadt hat man sich schon festgelegt: Der Karneval soll stattfinden. »Dass es Karneval geben kann und muss, steht für uns aber außer Frage. Dafür ist dieses Fest zu wichtig in seiner sozialen Bedeutung und Strahlkraft für die Stadt und das ganze Rheinland«, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn den Kölner Zeitungen. 

Nun heißt es auch in Norddeutschlands Metropole wieder: »Willkommen in Hamburg!«. Die Hamburger Hotels, Restaurants und Cafés sowie erste Freizeitbetriebe begrüßen wieder Gäste und starten vorsichtig in eine etwas andere Tourismussaison. Nachdem der Hamburger Senat in der letzten Woche erste Lockerungen für das Gast- und Freizeitgewerbe in der Stadt durchgeführt hat, haben in Hamburg viele Hotels und Attraktionen wieder geöffnet und das touristische Leben startet vor den langen Himmelfahrts- und Pfingstwochenenden langsam wieder. Etwas augenzwinkernd ist dies in einem Video der Hamburger Gastgeber zu sehen, das unter dem Motto »Wir stehen zusammen« in den sozialen Medien gestartet wurde.

19. Mai: Spanien bremst, Algarve bereit für Sommer, Lufthansa großzügiger bei Umbuchungen, Riesen-Ansturm auf Campingplätze in NRW, Kritik an 60-Prozent-Belegungsregel in Mecklenburg-Vorpommern, Söder: Geld für Urlaub daheim, Akropolis wieder geöffnet, Plasberg-Talk zum Sommerurlaub

Gefühlt halb Europa trommelte in den letzten Tagen dafür, dass Touristen in diesem Sommer wieder ihren Urlaub bei ihnen verbringen sollen. Darunter solche Schwerkaliber wie Italien, Kroatien und Österreich. Selbst aus Frankreich kamen solche Signale. Ein Land allerdings tut sich noch immer schwer: Spanien. »Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen« – mit diesen Worten umschreibt Spaniens Verkehrsminister José Luis Ábalos das aktuelle Dilemma des Landes. Erst Ende Juni sollen die Corona-Beschränkungen nach dem Willen der Regierung beendet werden. Die Balearen wollen ab dann Touristen auf die Inseln lassen, die aus den deutschen Regionen kommen, in denen es nur wenige Covid-19-Fälle gibt.

Schon seit Wochen bereitet man sich an Portugals Sonnenküste, der Algarve, auf den Wiedereinstieg in den Tourismus vor. Rund ein Drittel aller Hotels hat bereits wieder geöffnet, im Juni sollen es schon 75 Prozent sein und die restlichen sollen bis Juli folgen. Restaurants werden ab dem 18. Mai mit fünfzigprozentiger Kapazitätsbeschränkung wieder geöffnet. Die Golfplätze sind bereits in Betrieb, die Autovermietungen waren auch während des Lockdowns unter strengen Hygiene-Vorschriften aktiv. Ab Juni oder Juli erwarten auch die Vergnügungsparks wie Zoomarine oder Slide & Splash wieder Besucher. Derzeit werden noch Regeln für den Zugang zu den Stränden festgelegt.

Die Lufthansa-Group-Airlines Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti kommen euch bei Umbuchungen stärker entgegen. Wer in den nächsten Wochen einen Flug bucht, kann sein Reisedatum einmalig gebührenfrei umbuchen – für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse. Dabei kann die Reise auch in die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben werden. Das neue Reisedatum muss dabei vor dem 31. Dezember 2021 liegen. Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 30. Juni 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April 2021 haben. Die Umbuchung muss dabei vor dem ursprünglich geplanten Reiseantritt vorgenommen werden. Bisher galt, dass bei Umbuchung die neue Reise bis zum 30. April 2021 angetreten werden musste.

Ihr spielt mit dem Gedanken, mit dem Campingwagen in den Urlaub zu fahren? Dann habt ihr in NRW aktuell schlechte Karten. Die Plätze dort sind nämlich landesweit so gut wie ausgebucht. Der Ansturm sei der »Wahnsinn«, ist zu hören. Auf einigen Campingplätzen sei man schon nicht mehr in der Lage, die Anfragen zu beantworten. Für Professor Jürgen Schmude vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung in München ist die große Nachfrage keine Überraschung: »Der Campingurlaub steht deshalb hoch im Kurs, weil er in Zeiten von Corona es erlaubt, die Abstandsregelungen relativ einfach einzuhalten.« Ähnlich verhalte es sich bei den Ferienwohnungen, sagte er heute Morgen im WDR 5 Morgenecho.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Beherbergungsstätten derzeit nur zu 60 Prozent belegt werden. Manch Hotelier fragte sich da in den letzten Wochen schon: Lohnt sich das überhaupt? Die Antwort: nein. Gerecht sei das auch nicht, denn in Schleswig-Holstein dürfen die Hotels, Pensionen & Co. zu 100 Prozent belegt werden. Bald sollen die Gerichte entscheiden: Eine erste Klage gegen die Regel liege bereits dem Greifswalder Verwaltungsgericht vor, berichtet der Nordkurier.

Die Tourismusbranche in Deutschland ist – wen wundert es? – stark von der Coronakrise betroffen. Das gilt besonders für die Hotels im Lande. Nach dem Willen des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder soll Bundesbürgern, die wenig Geld haben, ein Urlaub in Deutschland ermöglicht werden. Denkbar sei etwa ein Urlaubsgutschein, sagte Söder gestern. Die Grünen in Bayern halten davon wenig. Sie glauben, dass die Hotels in Bayern sowieso rasch ausgebucht sein werden. Ihr Vorschlag: billige Bahntickets für die Sommerferien.

Zwei Monate lang waren sie geschlossen, gestern haben sie endlich wieder aufgemacht: Athens archäologische Stätten unter freiem Himmel. Dazu gehört auch die Akropolis. Griechenlands berühmteste Sehenswürdigkeit (fast drei Millionen Besucher 2019) wurde sogar von Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou feierlich wiedereröffnet. Die Museen des Landes sollen Mitte Juni wieder eröffnen.

Gestern Abend den Spätfrühling auf dem Balkon oder im Biergarten genossen? Das bot sich natürlich an. Vielerorts war es ja schon sommerlich warm. Dann aber habt ihr womöglich den sehenswerten ARD-Talk »Hart aber fair« verpasst. Dort ging es um das Thema »Sommer, Sonne, Sicherheitsabstand: Was bleibt vom Urlaub 2020?«. Wer in der Mittagspause oder nach Feierabend noch nichts vorhat: bitte sehr.

18. Juni: Weltweite Reisewarnung endet wohl am 14. Juni, Touristenattraktionen in Frankreich sollen in der zweiten Juni-Hälfte öffnen, Lufthansa schreibt Vielfliegern, keine Anzahlung bei FTI, Tourismus in NRW startet heute

Sie macht uns aktuell einen gehörigen Strich durch die Rechnung, wenn es um die Planung des Sommerurlaubs in diesem Jahr geht: die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Bis zum 14. Juni sollte man es tunlichst unterlassen, ins Ausland zu fliegen. Und was dann? Wird die Reisewarnung verlängert? Wer die Diskussionen in den letzten Wochen und vor allem Tagen – auch in diesem Ticker – verfolgt hat, weiß: wohl eher nicht. Zu viele Urlaubsländer in Europa signalisierten, dass sie in diesem Sommer wieder Touristen begrüßen wollen. Das hat natürlich auch das Auswärtige Amt mitbekommen. Deren Chef, Außenminister Heike Maas, sagte gestern Abend in der ARD, dass es ab dem 15. Juni keine weltweite Reisewarnung mehr geben werde. »Wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise«, so Maas. Heute berät Maas mit seinen Amtskollegen aus zahlreichen beliebten europäischen Ländern, wie Beschränkungen gelockert werden könnten.

Eines der Länder, das bisher nur sehr zögerliche Signale in Sachen Öffnung des Tourismus gesendet hat, ist Frankreich. Doch auch dort sich jetzt etwas. Jean-Baptiste Lemoyne, Frankreichs Staatssekretär für Tourismus, sprach sich in einem Interview des »Le Journal du Dimanche« dafür aus, dass bis zum 21. Juni dieses Jahres so viele Touristenattraktionen wie möglich wieder geöffnet haben sollen. Nägel mit Köpfen sollen am 25. Mai gemacht werden. An diesem Tag wolle man festzurren, ob und wann der Tourismus in Frankreich wieder hochgefahren werden könne.

Wer als Vielflieger bei der Lufthansa fleißig Meilen sammelt, um seinen Vielfliegerstatus zu behalten, guckte in den letzten zwei Monaten in die Röhre. Denn auch die Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partnerairlines haben ihr Flugangebot während der Coronakrise ziemlich ausgedünnt. Da gab es kaum noch Möglichkeiten, Meilen zu sammeln – der Verlust des wertvollen Status drohte. Für die Vielflieger hat die Lufthansa nun eine Kulanzregelung entwickelt, »um Sicherheit mit Blick auf den Statuserhalt zu bieten«. Die Lufthansa verlängert den aktuellen Status, sollte er im Februar 2021 auslaufen, um ein Jahr. Darüber hinaus werde die Gültigkeit der eVoucher mit Verfallsdatum 2020 bis Ende 2021 verlängert, kündigte Christina Foerster, Mitglied des Vorstandes, in einer E-Mail an die Vielflieger an. Kritik an der Regelung gibt es von den Betreibern der Website travel-dealz. Sie schreiben: »Sehr enttäuschend ist die Tatsache, dass nur Status verlängert werden, die Ende Februar 2021 ausgelaufen wären. Somit werden eben alle restlichen Statusmitglieder benachteiligt, die ihren Status 2020 ebenfalls nicht wirklich nutzen konnten.«

Bisher musste man bei der Buchung einer Reise bei einem Veranstalter sofort eine Anzahlung leisten und die Restzahlung dann 30 Tage vor Reiseantritt. Stornogebühren wurden dann auch sofort erhoben. Damit ist es jetzt bei FTI vorbei. Damit ihr als Reisegast jetzt mehr Sicherheit habt, wenn ihr euren Urlaub bucht, hat sich FTI dazu entschlossen, keine Anzahlung zu veranschlagen und die Zahlung auch erst 14 Tage vor Abreise einzufordern. Man kann auch bis 14 Tage vor Abreise kostenlos stornieren.

Ab heute dürfen Hotels, Gasthöfe und Pensionen in Nordrhein-Westfalen wieder Zimmer an Touristen vermieten. Die Freude hält sich allerdings in Grenzen, vor allem in den großen Städten, wo viele Hotels von den Gästen der Großfestivals und Messen leben. Kleinere Betriebe in den Ferienregionen in der Eifel und im Sauerland haben zumindest schon ein paar Buchungen erhalten, wie der WDR berichtet. Im Münsterland dagegen ist die Zahl dagegen noch sehr niedrig.

17. Mai: Airlines rüsten sich für Sommerurlaub, Thailand-Urlaub nicht vor Juli, Reisen in die Niederlande möglich, Niedersachsen in Corona-Zeiten, Sachsen-Anhalt startet Werbekampagne für Touristen

Wie wird es wohl sein, wenn wir demnächst in den Urlaubsflieger steigen? Schließlich werden auch dann noch Corona-Schutzmaßnahmen gelten. Die Prognose der FAZ fasst dies in wenige Worte so zusammen: Ohne freie Mittelsitze an Bord. Mit Maskenpflicht. Ohne Fiebermessung. Mit vielen Abstandsmarkierungen in Terminals. Den ganzen Bericht lest ihr hier.

Wer mit dem Gedanken spielt, in diesem Sommer in Thailand seinen Urlaub zu verbringen, der hat vorerst schlechte Karten. Die thailändische Regierung hat das Verbot für internationale Passagierflüge abermals verlängert, dieses Mal bis zum 30. Juni dieses Jahres.

Über ein Land haben wir in den vergangenen Wochen wenig berichtet, dabei ist es eines unserer Nachbarländer: die Niederlande. Das Land ist besonders bei Urlaubern aus NRW beliebt: Viele nutzen die Nähe für einen Wochenendausflug an den Strand. Das ist ab diesem Wochenende wieder möglich. Gänzlich unbeschwert ist es aber auch in den Niederlanden noch nicht. Noch immer gelten dort Corona-Schutzmaßnahmen. Was euch in Holland aktuell erwartet, erfahrt ihr hier.

In Niedersachsen verbringen aktuell bereits die ersten Touristen ihren Urlaub. Seit Montag sind in Niedersachsen Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen wieder erlaubt. Allerdings ist ein Mindestaufenthalt von einer Woche vorgeschrieben. Hotels sollen in Niedersachsen ab dem 25. Mai wieder öffnen dürfen. Wer mit dem Gedanken spielt, auf eine der nordfriesischen Inseln zu reisen, sollte sich rechtzeitig um ein Ticket mit der Fähre kümmern. Die Fähren dürfen nur mit maximal fünfzigprozentiger Auslastung fahren. Was ihr sonst noch bei eurem Urlaub in Niedersachsen in den nächsten Wochen beachten müsst, erfahrt ihr hier.

Auch in Sachsen-Anhalt läuft der Tourismus wieder an. Ab kommenden Freitag sind Hotels & Co. wieder geöffnet, allerdings zunächst nur für die Bewohner des Bundeslandes. Ab dem 28. Mai dann für alle Deutschen. Die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) Sachsen-Anhalts hat anlässlich des Neustarts des Tourismus eine Werbekampagne gestartet. Sie trägt den Namen »Echt schön. Sachsen-Anhalt«.

16. Mai: HRS: Deutschland-Urlaub-Buchungen gehen durch die Decke, Schleswig-Holstein will keine Ballermann-Urlauber, Italien will am 3. Juni loslegen, Slowenien bereit für Urlauber, Warten auf den Dänemark-Urlaub, Kaliforniens Strände wieder geöffnet, Flugzeug-Parkplätze auf der ganzen Welt, erste Jugendherbergen in Deutschland nehmen wieder Betrieb auf

Es kommt, wie es kommen musste: Viel mehr Deutsche als in den Vorjahren wollen ihren Sommerurlaub in der Heimat verbringen. In Zeiten von Corona, vielen geschlossenen Grenzen und der gleichzeitigen Öffnung des Tourismus in Deutschland erleben insbesondere die heimischen Ferienunterkünfte eine Hochkonjunktur – vor allem Ferienhäuser und -wohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensgruppe HRS, die eine umfangreiche Analyse für Buchungen in den anstehenden Sommermonaten vorgenommen hat. Das Buchungsvolumen stieg seit der Ankündigung von Öffnungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Die Folge: Wer an Deutschlands Küste will, dürfte schon bald in die Röhre gucken: Schon jetzt sind die Regionen an Ostsee- und Nordseeküste sowie die Inseln bereits gut ausgelastet. »Wir empfehlen Deutschland-Urlaubern daher einen genauen Blick auf weitere, sehr schöne Bereiche des Landes, die ihnen womöglich nicht unmittelbar in den Sinn kommen«, sagt Timo Beyer, Geschäftsführer der HRS-Tochter DS Destination Solutions. Für die Regionen Schwäbische Alb, Spessart, Spreewald, Sächsische Schweiz, Schwarzwald, Sauerland oder Rheinland sei die Auslastung zum Beispiel noch verhältnismäßig niedrig.

Wer gern eine Urlaubsreise mit partysüchtigen Freunden unternimmt und viel Sympathie für den Spruch »Viel Bier ab halb vier« hegt, für den ist der Ballermann auf Mallorca wohl erste Wahl. Aber der Urlaub dort steht bekanntlich in diesem Sommer auf der Kippe. Welche Alternative gäbe es denn da, dürfte sich daher so manch fidele Urlaubstruppe gerade fragen. In Kiel will man gegenüber dieser Spezies gewappnet sein. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther jedenfalls schickte schon mal eine Warnung an den Partyzirkus: »So etwas wie den Ballermann wird es in diesem Jahr weder in Schleswig-Holstein noch sonst irgendwo geben. Wir alle werden uns darauf einstellen müssen, dass die Abstands- und Hygieneregeln dauerhaft gelten«, so Günther in einem Interview mit der WELT. Er kündigte Kontrollen durch die Sicherheitsbehörden an.

Shopping in Mailand, Wanderungen in Südtirol, Sightseeing in Rom oder mit der Gondel durch Venedig – wer in den letzten Wochen nach Italien blickte, dürfte gedacht haben: All das wird in diesem Sommer nichts mehr. Pustekuchen. Auch Italien scheint in Sachen Coronavirus-Bekämpfung über den Berg zu sein und will deshalb schon bald wieder Touristen begrüßen. Interesse? Dann bitte den 3. Juni im Kalender vermerken. Italiens Regierung plant ab diesem Tag, die Grenzen für EU-Bürger zu öffnen. Auch für Touristen.

Deutlich schneller geht es in Slowenien. Wie im Nachbarland Kroatien sind dort Touristen wieder gern gesehene Gäste. Slowenien hatte gestern die Coranvirus-Beschränkungen an seinen Grenzen überraschend aufgehoben und die komplette Reisefreiheit für ankommende Bürger der EU in Kraft gesetzt. Auf der englischsprachigen Website von Visit Slovenia heißt es, ab dem 18. Mai können Restaurants, Hotels und Campingplätze wieder genutzt werden. Allerdings gibt es weiter Einschränkungen. Spas, Swimmingpools, Fitnessstudios und Clubs bleiben weiter geschlossen.

Gute Nachrichten also aus Italien, Kroatien und Slowenien. Und wie sind die Aussichten für Dänemark-Liebhaber? Wir würden sagen: verhalten optimistisch. Dänemarks Regierung scheint gewillt zu sein, im Sommer Touristen ins Land zu lassen. Aber ab wann, das steht noch in den Sternen. Das Problem aktuell: Dänemarks Regierung will eine einheitliche Lösung für alle Grenzen, auch für die nach Schweden.

Wochenlang war das Gros der Strände in Kalifornien wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen. Seit Mittwoch nun sind sie wieder geöffnet. Allerdings unter Auflagen. So darf man weder ein Bad in der Sonne nehmen noch ein Picknick machen. Spaziergänge sind nur mit Mundschutz erlaubt. Nicht allen Bürgern gefallen diese strengen Maßnahmen. 

Auch wenn viele Airlines angekündigt haben, in den nächsten Wochen ihren Flugbetrieb wieder aufzunehmen oder deutlich zu erweitern: Im Moment sind die Lufträume auf der ganzen Welt noch ziemlich leer. Die FAZ ist der Frage nachgegangen: Wo parken jetzt eigentlich all die Flugzeuge? Die Antwort ist überraschend: Auf der ganzen Welt, an Orten, von denen ihr vermutlich noch nie etwas gehört habt …

Und noch einmal ein Blick in die Heimat: Etwas weniger als ein Drittel der insgesamt 450 Jugendherbergen in Deutschland öffnet schon in der kommenden Woche wieder ihre Pforten. Welche genau das sein werden, ist allerdings noch unklar. Offenbar gibt es noch einige Fragen zu klären.

15. Mai: Lufthansa veröffentlicht Städteziele ab Juni, Balearen wollen im Juni durchstarten, Kroatien schon jetzt bereit für Touristen aus Deutschland, Reise-Umfrage in Zeiten von Corona: Mehrheit wartet ab, Knatsch um Kurz im Kleinwalsertal

Letzte Woche kündigte die Lufthansa ja an, dass sie in der ersten Juni-Hälfte wieder durchstarten will. Ein paar Namen von Städten teilte die Airline mit, aber eine komplette Übersicht fehlte. Gestern nun wurde der Nebelschleier gelüftet. Die zusätzlichen Lufthansa-Wiederaufnahmen in der ersten Juni-Hälfte in Deutschland und Europa sind ab Frankfurt: Hannover, Mallorca, Sofia, Prag, Billund, Nizza, Manchester, Budapest, Dublin, Riga, Krakau, Bukarest und Kiew. Ab München sind es Münster/Osnabrück, Sylt, Rostock, Wien, Zürich, Mallorca und Brüssel. Und sogar an die Langstrecke wagt sich die Lufthansa wieder heran. Insgesamt bieten die Airlines Lufthansa, SWISS und Eurowings bis Mitte Juni über 70 wöchentliche Frequenzen nach Übersee an, fast viermal so viele, wie noch im Mai. Für die zweite Juni-Hälfte sind weitere Wiederaufnahmen von Langstreckenflügen in Planung. Die Langstrecken-Wiederanflüge von Lufthansa ab Frankfurt im Detail (vorbehaltlich eventueller Reisebeschränkung): Toronto, Mexiko-Stadt, Abuja, Port Harcourt, Tel Aviv, Riad, Bahrain, Johannesburg, Dubai und Mumbai. Die Destinationen New York (Newark), Chicago, Sao Paulo, Tokio und Bangkok werden weiterhin angeboten.

Der Sommer rückt immer näher – und damit auch die Urlaubsreise vieler Deutscher. Traditionell hoch im Kurs bei den Reisenden steht Mallorca. Doch Spanien ist von der Coronakrise besonders heftig betroffen. Von heute an müssen alle nach Spanien Einreisenden zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das ist der Regionalregierung der Balearen ein Dorn im Auge. Sie hat auf den Inseln nur mit einer geringen Zahl von Coronavirus-Infizierten zu kämpfen und pocht darauf, in der zweiten Junihälfte wieder Touristen auf die Inseln zu lassen. Auch aus Deutschland. »Wir sind absolut in der Lage, uns europäischen Residenten und Urlaubern in sicherer Weise zu öffnen«, sagte am Donnerstag die balearische Regionalpräsidentin Francina Armengol in einer Videokonferenz unter anderem gegenüber der FAZ. Im Gespräch seien bilateriale Abkommen mit Deutschland. Ob die Regierung in Madrid den Alleingang der Balearen erlauben wird, ist derzeit unklar. Auch auf den Kanaren werden die Rufe nach baldiger Grenzöffnung lauter.

Das ging flott: Vor einigen Wochen bereits kündigten Kroatiens Tourismusverantwortliche an, dass Touristen aus dem Ausland in Kroatien ihren Sommerurlaub verbringen können (wir berichteten). Damit dachten wohl die meisten an die Monate Juni oder Juli. Jetzt die Überraschung: Seit Anfang der Woche sind dürfen EU-Staatsbürger ins Land, die eine Hotelbestätigung nachweisen können. Viele Hotels in dem Land haben bereits geöffnet. Die Botschaft aus Kroatien also: Man wartet auf die Deutschen.

Fassen wir mal zusammen: Die Lufthansa nimmt ab Juni wieder ordentlich Fahrt auf, die Balearen und die Kanaren wollen ebenso wie Kroatien schnell wieder Urlauber begrüßen. Fehlt nur noch eins: Der Wunsch der Deutschen, bald wieder in den Flieger zu steigen und in südlichen Gefilden den Urlaub zu verbringen. Das aber ist ein Problem. Eine deutschlandweit repräsentative Online-Befragung unter 1.011 Personen, die das Bayerische Zentrum für Tourismus in Zusammenarbeit mit der GfK im Mai durchgeführt hat, hat ergeben: Erst einmal abwarten wollen 45 Prozent und 29 Prozent haben dieses Jahr vor, überhaupt nicht zu verreisen. Die Aussicht auf Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregelungen passen bei 35 Prozent der Befragten, die noch nicht oder gar nicht reisen wollen, nicht zu deren Vorstellungen eines Urlaubs. Rund ein Drittel hat momentan keine Lust zu verreisen. Ein Viertel verweist auf die leere Reisekasse und jeder Fünfte hat Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Österrreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz besuchte gestern eines der von dem Coronavirus besonders gebeutelten Regionen unseres Nachbarlandes: das traditionell stark vom Tourismus abhängige Kleinwalsertal. Das war ein historisches Ereignis. Seit 1973 besuchte kein Bundeskanzler mehr die Region. Entsprechend groß war der Rummel. Die Menschen klatschten und jubelten, als Kurz aus seinem Wagen stieg. Der Kanzler ließ es sich nehmen, mit den Menschen zu reden und Fotos zu machen. Das Problem: Der gebotene Mindestabstand ging flöten, und Kurz trug keinen Mund-Nasen-Schutz. Dafür wurde Kurz im Netz und von der Opposition heftig kritisiert.

 

14. Mai: Weiterhin gähnende Leere am Frankfurter Flughafen, europaweites Reisezertifikat gefordert, TUI sieht sich gerüstet für Sommerurlaub, Reiseanwalt warnt Touristen, Sylt will keine Tagestouristen, Center Parks öffnen wieder bis Ende des Monats

Können wir bald wieder nach Österreich? Sogar nach Griechenland, in die Türkei oder gar auf die Balearen? Darüber wurde in den letzten Tagen oft diskutiert. Aber das ist aktuell noch Zukunftsmusik, im Moment herrscht in vielen Ferienorten immer noch tote Hose. Das merkt man ganz besonders, wenn man Deutschlands größten Flughafen, den in Frankfurt/Main, besucht. Im April zählte der Flughafen Frankfurt 188.078 Passagiere, das ist ein Rückgang von sage und schreibe 96,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Zahl gab der Betreiber Fraport heute Morgen (14. Mai) bekannt. Immerhin: Der Frankfurter Flughafen ist der Airport in Europa, wo noch am meisten los ist. Gemäß aktueller Daten der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol fanden in Frankfurt im April mit durchschnittlich 218 Starts und Landungen pro Tag mit Abstand die meisten Flugbewegungen von allen europäischen Flughäfen statt.

Sollen die Hotels und Restaurants in ganz Europa dieselben Hygienstandards beherzigen müssen? Man könnte sagen: Eher nicht, denn die Ausbreitung und damit das Maß der notwendigen Schutzmaßnahmen dürfte wohl in jedem Land Europas unterschiedlich sein. Manfred Weber, EVP-Fraktionschef im Europaparlament, sieht das anders. Um den Tourismus in Europa trotz der Krise wieder in Gang zu bringen, fordert der Politiker in einem Interview der Passauer Neuen Presse ein »europaweites Reisezertifikat«. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Der Reiseveranstalter TUI ist nach eigenem Bekunden startklar für den Sommerurlaub in Deutschland und Europa. Knapp zwei Monate nachdem nahezu alle Geschäftsbereiche aufgrund der weltweiten Reiseverbote stillgelegt werden mussten, werden die ersten Hotels der TUI auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Tagen ihre Türen für Gäste öffnen. Auch in den europäischen Destinationen sind die Hotels und Clubs der TUI bereit, Urlauber zu empfangen. Weltweit wird in den Häusern des Konzerns aktuell ein 10-Punkte Katalog für erhöhte Hygiene- und Schutzmaßnahmen umgesetzt. Damit soll den Gästen eine »größtmögliche Sicherheit« geboten werden. »Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln«, sagte Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI Group.

Das Corona-Chaos treibt viele Urlauber samt Ferienpläne in den Wahnsinn. Was kann ich in diesem Sommer überhaupt machen? Welche rechtlichen Fallstricke muss ich in diesen Zeiten beachten? Darf mir das Hotel einfach so wegen Überbuchung wieder meinen Urlaub stornieren? Und: Kann ich trotz weltweiter Reisewarnung in den Urlaub fliegen? Wir haben einmal bei Rechtsanwalt Arndt Kempgens nachgefragt. Hier könnt ihr das ausführliche Interview mit ihm lesen.

Mal eben einen Tagesausflug auf die schöne Insel Sylt machen – das war in der Vergangenheit für viele Besucher eine Verlockung. Angesichts der formidablen Wetterprognose für die nächsten 14 Tage dürfte auch in diesem Jahr der eine oder andere mit diesem Gedanken spielen. Auf Sylt ist man darüber aber nicht erfreut. In einem Schreiben der Sylter Verantwortlichen an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen fordern sie, das Betretungsverbot der Insel für Tagestouristen bis Mitte Juni aufrechtzuerhalten. Grund des für eine Tourismusinsel ungewöhnlichen Anliegens ist die Befürchtung, dass besonders an Christi Himmelfahrt und Pfingsten wieder viele trink- und partyfreudige Tagestouristen auf die Insel kommen und die Corona-Abstandsregeln dann nicht eingehalten werden würden.

Nach den Parkschließungen im März öffnen bald wieder alle sechs deutschen Center Parks ihre Pforten. Ab dem 25. Mai sind Aufenthalte im Park Nordseeküste, Bispinger Heide und Park Hochsauerland möglich. Park Eifel, Park Bostalsee und Park Allgäu heißen ab dem 29. Mai wieder Gäste willkommen. Auch ein Großteil der Serviceleistungen soll den Urlaubern während ihres Aufenthalts wieder zur Verfügung stehen: Restaurants, Supermärkte, Geschäfte und diverse Indoor- und Outdoor-Unternehmungen wie die Kids Farm öffnen unter besonderen Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen. »Unsere Parks befinden sich in ländlichen und großräumigen Gebieten, die Urlauber einfach mit dem eigenen Auto erreichen können. In unseren voll ausgestatteten Ferienhäusern inmitten idyllischer Natur und mit privater Terrasse genießen Gäste zudem Privatsphäre, Behaglichkeit und ein Gefühl der Sicherheit wie in den eigenen vier Wänden«, sagte Frank Daemen, Geschäftsführer Center Parcs Deutschland.

13. Mai: EU-Wirtschafts­kommissar Paolo Gentiloni will Sommerurlaub retten, Grenze zu Österreich ab 15. Juni offen, Island-Urlaub im Sommer mit Auflagen, Ryanair-Comeback ab 1. Juli

Auch bei der EU in Brüssel macht man sich Gedanken darüber, ob und wie wir in diesem Sommer in den Urlaub fahren können. Dass mit Blick auf die Grenzschließungen jeder Staat sein eigenes Süppchen kocht, ist der EU dabei besonders ein Dorn im Auge. In Brüssel will man daher heute Vorschläge unterbreiten, wie die Grenzkontrollen und Reisebeschränkungen zwischen EU-Staaten bald aufgehoben werden können. EU-Wirtschafts­kommissar Paolo Gentiloni sagte in einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die Sommerurlaubssaison in diesem Jahr: »Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen«.

In Österreich wird derweil Nägel mit Köpfen gemacht. Am 15. Juni soll die Grenze zwischen Deutschland und Österreich wieder vollständig geöffnet sein. Das berichten mehrere österreichische Medien unter Berufung auf das Kanzleramt in Wien. Angeblich sollen bereits heute einzelne Grenzübergänge geöffnet werden, allerdings nur für Anrainer, Pendler und Landwirte. In Österreichs Hotellerie wurden in den letzten Wochen die Rufe nach Öffnung der Grenze zu Deutschland immer lauter.

Wer im Sommer seinen Urlaub in Island verbringen will, für den haben wir eine gute Nachricht: Das könnte ebenfalls ab dem 15. Juni klappen. Islands Regierung jedenfalls geht davon aus, dass die Reise-Beschränkungen für Gäste aus dem Ausland »spätestens am 15. Juni« aufgehoben werden. Allerdings kündigte die Regierung Auflagen für Touristen an. So müssen sich Reisende nach der Ankunft vermutlich zwischen einem Covid-19-Test und einer zweiwöchigen Quarantäne entscheiden. Auch sollen Ankömmlinge während ihres Aufenthalts die offizielle Rückverfolgungs-App verwenden müssen.

Knapp 14 Tage nach der anvisierten Öffnung der deutsch-österreichischen Grenze will auch Ryanair wieder durchstarten: Am 1. Juli soll mit rund 1.000 Flügen der Start in die Normalität beginnen. »Nach vier Monaten ist es an der Zeit, Europa wieder zum Fliegen zu bringen«, sagte Ryanair-Chef Eddie Wilson. Passagiere und Crews müssen dann eine Maske an Bord tragen. Ob der Neustart am 1. Juli tatsächlich gelingen wird, hängt natürlich davon ab, ob die vielen Grenzschließungen in Europa bis dahin wieder aufgehoben sein werden.

12. Mai: Mecklenburg-Vorpommern warnt Auswärtige vor verfrühter Anreise, Urlaub in Coronazeiten: TUI präsentiert Zehn-Punkte-Plan für Hotels, Bareiß will Frühbucher privilegieren, Mindestaufenthalt auf Nordseeinseln, Kroatien scharrt mit den Hufen, Scherbenhaufen in Malaysia

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern erinnert heute daran, dass Hotels, Campingplätze und Ferienunterkünfte in dem Bundesland erst ab dem 25. Mai wieder Besucher aus der gesamten Republik aufnehmen dürfen. Bereits eine Woche zuvor öffnen sie ihre Pforten für Gäste mit Erst- und Zweitwohnsitz im Bundesland. Bei aller Vorfreude sollten Reisefreudige aus anderen Teilen des Landes dieses wichtige Detail jetzt nicht übersehen, warnt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Hintergrund: Die Regelung für das kurze Zeitfenster zwischen den Stichtagen sei bei manchen Reiseportalen nicht klar genug ersichtlich, so dass Kunden sie leicht übersehen könnten.

Wie wird der Urlaub im Hotel in diesem Sommer aussehen? Darüber machen sich wohl auf der ganzen Welt Hoteliers und Gäste ihre Gedanken. Die TUI und auch RIU Hotels & Resorts haben jetzt  Maßnahmenkataloge präsentiert. Was genau geplant ist, erfahrt ihr ausführlich hier.

In vielen Bundesländern dürfen die Hotels und Pensionen bald wieder öffnen. Es gibt vielerorts allerdings eine Einschränkung: Wegen der umfangreichen Abstands- und Hygieneregeln dürfen sie nicht komplett ausgelastet sein. Gerade in Deutschland dürfte das im Sommer ein Problem werden, denn viele Deutsche werden in der Heimat ihren Urlaub verbringen. Die Nachfrage dürfte also steigen, während das Angebot an Hotelzimmern gesunken ist. Und wer darf dann kommen? Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß plädiert dafür, das Buchungsdatum bei möglichen Überbelegungen in Hotels zum Maßstab zu machen, sagte er im RTL/ntv »Frühstart«. Frei nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Wer Pfingsten einen Kurzurlaub auf den niedersächsischen Nordseeinseln plant, sollte seine Pläne vielleicht noch einmal überdenken. Seit gestern können dort Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze besucht werden. Die Hotels sollen am 25. Mai folgen. Was vielen aber nicht bekannt ist: Der Mindestaufenthalt in einem Beherbergungsbetrieb beträgt voraussichtlich eine Woche. Ein Besuch der Inseln »nur« fürs Pfingstwochenende ist somit nicht möglich. Entsprechende Hinweise finden sich auf den Websiten der Inseln, so zum Beispiel hier auf der von Wangerooge.

Kroatien hat die Sommersaison noch nicht abgeschrieben. Ganz im Gegenteil. In den nächsten Wochen soll der Tourismus in dem Land stufenweise wieder angeschoben werden. Vermutlich ähnlich wie in Deutschland zunächst für Zweitwohnbesitzer und Campingurlauber. Kroatiens Regierung will in den kommenden Tagen entscheiden, wann Touristen wieder ins Land dürfen.

Malaysia hatte sich für dieses Jahr eine Menge vorgenommen. Es sollte für die Tourismusbranche ein Aufbruch werden. Dazu wurde extra die Kampagne »Visit Malaysia 2020« kreiert. Das südostasiatische Land bereitete sich auf Millionen von Besuchern vor. Gekommen ist das Coronavirus. Was das für das Land bedeutet und wann Malaysia wieder in die Normalität zurückkehren will, könnt ihr hier nachlesen.

11. Mai: Stimmung in Österreichs Urlaubsregionen, Großbritannien-Besuchern droht Quarantäne, Türkei macht Hoffnung auf Urlaub ab Juni, TUI-Chef optimistisch mit Blick auf Sommerurlaub 2020, auch Nationalparks in Afrika leiden unter fehlenden Touristen

Österreichs Regierung kündigte Ende April ja an, dass ab dem 29. Mai die Hotels im Lande wieder öffnen dürfen. Schön und gut für die Hoteliers, aber solange die Gäste aus Deutschland nicht kommen dürfen, ist ihnen mit der Wiedereröffnung nur wenig geholfen. »Sie sind ganz entscheidend. Jeder zweite internationale Gast ist Deutscher. Betriebe mit großer Bettenzahl, und damit meine ich die über 200 Betten, werden keine Chance haben, diese mit Österreichern zu füllen«, prophezeit Ingrid Hochfilzer, Chefin des Hotel Hochfilzer in Ellmau am Wilden Kaiser in Tirol, in unserem aktuellen Artikel über die Stimmung in Österreichs Urlaubsregionen.

Wer mit dem Gedanken spielt, in den nächsten Wochen nach Großbritannien zu fliegen, muss sich vermutlich nach der Ankunft zwei Wochen in Quarantäne begeben. Das kündigte Regierungschef Boris Johnson gestern Abend im Fernsehen an. Das klingt alles andere als verlockend – und dürfte wohl sehr viele Reisende davon abhalten, in nächster Zeit nach London, Brighton & Co. zu reisen. Die Ankündigung der Maßnahme stößt bei den Betreibern des Londoner Großflughafens Heathrow auf denkbar wenig Gegenliebe.

Noch ein Kandidat, der in der Corona-Pandemie-Zeit sein Comeback ankündigt: die Türkei. Tourismusminister Mehmet Ersoy hatte am Sonntag im TV-Sender CNN Türk einen Auftritt. Dabei ging es unter anderem um den Sommertourismus in der Türkei. Ende des Monats soll der Inlandstourismus wieder starten, im Juni sollen peu à peu Urlauber aus dem Ausland wieder ins Land kommen dürfen. Deutschland könne zu den Ländern gehören, die in der ersten Phase der Wiedereröffnung Touristen in die türkischen Ferienorte entsenden. Die Touristen sollen bei der Einreise auf das Coronavirus getestet werden.

»Wann können wir endlich wieder nach Malle fliegen?« Mit dieser und anderen Fragen rund um den Sommerurlaub 2020 konfrontierte die Bild am Sonntag gestern TUI-Chef Friedrich Joussen. »Wir haben einen Gesundheitscheck für alle Urlaubsziele ausgearbeitet und werden Urlaub nur dort anbieten, wo er auch sicher ist«, sagte Joussen dem Blatt. Und wo wird das in diesem Sommer der Fall sein? Ganz oben auf der Prioritätenliste stünden Mallorca, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien, Österreich und Dänemark.

Für die Menschen in und um die Nationalparks in Afrika sind Touristen wichtig. Überlebenswichtig. So auch in der Massai Mara in Kenia. Normalerweise besuchen jährlich rund 140.000 Touristen aus aller Welt Kenias berühmtesten Nationalpark. Doch jetzt herrscht Totenstille. Der Tourismus liegt am Boden. Das trifft die Nationalparks und privaten Schutzgebiete hart. Aber auch alle, die für den Schutz der Wildtiere kämpfen, berichtet das ZDF.

10. Mai: Hotels auf Mallorca dürfen schon morgen wieder öffnen, Färöer-Inseln frei von Corona, Robotor kontrolliert Social Distancing in Park in Singapur

Das geht nun flott: Auf der Lieblingsinsel der Deutschen, auf Mallorca, dürfen die Hotels bereits morgen wieder öffnen. Allerdings wird dies kaum ein Hotel tatsächlich tun. »Warum sollen wir denn öffnen, wenn es keine Flüge gibt, mit denen unsere Gäste anreisen können?«, zitiert die Mallorca Zeitung Christoph Gräwert, Direktor des Großhotels »Samos«. Doch die fehlenden Flüge und somit Gäste seien nicht das einzige Problem. So sei derzeit noch unklar, unter welchen Hygienevorschriften die Hotels wieder eröffnen dürfen.

Auf den Färöer-Inseln gibt es keine Coronavirus-Infizierten mehr. Schon bald werde das Land so weit wie möglich zur Normalität zurückkehren können, teilte Ministerpräsident Bárður á Steig Nielsen mit. Die Färöer-Inseln punkten mit herzerwärmender Gastfreundschaft, einer intensiven Küche, beispiellosen Landschaften und einer tief verwurzelten Kultur. Neugierig geworden? Hier könnt ihr einen Fotospaziergang durch das grüne Inselreich unternehmen.

Verlockende Aussicht auf die technischen Möglichkeiten der Zukunft oder verstörendes Beispiel für Kontrollwahn in der Gegenwart? Seit Freitag marschiert im Bishan-Ang Mo Kio Park in Singapur ein vierbeiniger Roboter durch den Park. Seine Aufgabe ist es, die Social-Distancing-Regeln zu kontrollieren. Registriert der Roboter einen Verstoß, wird eine aufgezeichnete Sprachnachricht abgespielt, die die Parkbesucher daran erinnern soll, auf Distanz zu bleiben. Mehr Hintergründe dazu gibt es hier.

9. Mai: Südtirols Hotels öffnen Ende Mai, Lufthansa kehrt langsam zurück, Airline-Branchenverband hält freien Mittelsitz für überflüssig, Caravaning Industrie Verband begrüßt Neustart bis Ende Mai, Europa Park öffnet am 29. Mai, Öffnungstermin des Phantasialands unklar

Gestern verabschiedete der Südtiroler Landtag mit großer Mehrheit ein Landesgesetz zur Öffnung der Wirtschaft und des Alltags. Ab 9. Mai darf der Einzelhandel öffnen, ab 11. Mai Bars und Restaurants ebenso wie Museen sowie Friseure. Ab 25. Mai können Hotels, andere Beherbergungsbetriebe und Seilbahnen wieder öffnen. Auf den Gemeinschaftsflächen von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben wird die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig aufhalten dürfen, beschränkt. Grundsätzlich gilt es, einen Abstand von zwei Metern einzuhalten. Ausnahmen gibt es für Familien und Personen, die im selben Zimmer nächtigen. Freibäder dürfen öffnen, Hallenbäder und Saunen im Moment nicht – außer es handelt sich beim Betrieb um eine sogenannte »Covid-Protected-Area«, wo Mitarbeiter und Gäste auf Covid-19 getestet sein müssen.

Seit Wochen schon steht das Gros der Lufthansa-Flieger am Boden. Ab Juni nun scheint es so langsam wieder aufwärts zu gehen. Das Unternehmen kündigte gestern an, ab Juni wieder deutlich mehr Ziele in Deutschland und Europa anzufliegen. Mit dem »Juni-Flugplan« werden insgesamt 80 Flugzeuge reaktiviert. Dadurch können im kommenden Monat insgesamt 106 Ziele angeflogen werden. Ab dem 1. Juni sind bei den Passagierairlines der Gruppe somit 160 Flugzeuge im Einsatz. Die Airlines der Lufthansa Group reagieren damit auf das wachsende Interesse der Kunden nach Flugreisen, nachdem schrittweise Restriktionen und Beschränkungen in den Bundesländern und Einreiseregeln anderer Länder in Europa gelockert werden. So werden u.a. Mallorca, Sylt und Kreta wieder im Programm sein.

Der europäische Branchenverband Airlines for Europe (A4E) hält Forderungen nach einem freien Mittelsitz wegen Corona für Mumpitz. Es gebe »ein sehr geringes Riskio der Virusübertragung an Bord«, erklärte der Verband am Freitag.

Die letzten Wochen waren hart für die Caravaningbranche. Wegen der Corona-Pandemie standen die Bänder in den Werken der Reisemobil- und Caravanhersteller still, der Fachhandel durfte keine Freizeitfahrzeuge mehr verkaufen oder vermieten und durch das Verbot von touristischen Reisen herrschte auf den Camping- und Reisemobilstellplätzen gähnende Leere. »Nachdem die Produktion von Reisemobilen und Caravans wieder läuft und der Handel und die Vermieter wieder eine steigende Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen spüren, wird es Zeit, dass auch die Camping- und Stellplätze bundesweit wieder öffnen dürfen«, fordert Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD). Dass Camping- und Reisemobilstellplätze im Mai wieder Camper begrüßen dürfen, ist für die Branche essentiell, da bereits der Start der Camping-Saison an Ostern dem Corona-Virus zum Opfer fiel. Umso wichtiger sei, dass nicht auch noch das wichtige Pfingst-Geschäft verloren gehe.

Einer der populärsten Freizeitparks Deutschland wird am 29. Mai – und damit zwei Monate später als geplant – wieder seine Pforten öffnen. Das kündigte die Geschäftsführung des Europa Parks in Rust bei Freiburg gestern an. Bereits am ab dem 18. Mai wird es eine schrittweise Wiedereröffnung der Hotelgastronomie geben. Zu den Sicherheits- und Hygienemaßnahmen des Parks gehören u.a. die Begrenzung der Besucherzahlen mit Hilfe von tagesbasiertem Online-Ticketing. Das Phantasialand in Brühl bei Köln dagegen könnte schon ab kommenden Montag öffnen. Tut es aber nicht. Offenbar fehlen weiterhin die konkreten Vorgaben für die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen durch die Behörden.

8. Mai: Bundesländer nennen Termine für Hoteleröffnungen: NRW und Schleswig-Holstein zuerst, Bayern zuletzt, Knatsch um geschlossene Grenzen, A-Rosa will Pfingsten wieder loslegen, Mallorcas Hoteliers erwarten Gäste Anfang Juli

Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass man um Pfingsten herum überall in Deutschland wieder einen Urlaub im Hotel verbringen kann. Das ist mittlerweile Makulatur. Denn: Es geht schon früher los. Beginnen wir im hohen Norden. Dort setzt Schleswig-Holstein das Einreiseverbot für Touristen ab dem 18. Mai aus. Schon seit Montag dürfen Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder nach Schleswig-Holstein reisen. Auch NRW peilt den 18. Mai für den Start des Tourismus an. Ab dem 30. Mai sollen in NRW sogar Tourismus-Führungen und kleine Gruppen- und Busreisen erlaubt werden.

Eine Woche später folgt Mecklenburg-Vorpommern. Dort sollen ab dem 25. Mai wieder Touristen ihren Urlaub verbringen dürfen. Aber: Urlaubshungrige aus deutschen Hochrisiko-Gebieten für Covid-19-Erkrankungen dürfen auch dann nicht nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Etwas mehr Zeit nimmt man sich auch in Deutschlands Städtereiseziel Nummer eins, Berlin. In der Hauptstadt dürfen Hotels ab dem 25. Mai für touristische Übernachtungen wieder öffnen. Ab dem dem gleichen Datum sind auch Ausflugs- und Stadtrundfahrten sowie Stadtführungen unter bestimmten Bedingungen wieder möglich.

Last but not least der Urlaubshotspot im Süden der Republik: Bayern. Wer statt an Nord- oder Ostsee lieber an Bergen, Seen oder in Städten wie München urlauben will, kann seinen Sommerurlaub ab dem 30. Mai im Hotel in Bayern verbringen.

Trotz zahlreicher Lockerungen der vergangenen Tage bleiben die Grenzen zu vielen unserer Nachbarländer dicht, u.a. zu Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Das sorgt mittlerweile für reichlich Verdruss. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten zwölf CDU-Bundestags- und Europaabgeordnete Innenminister Horst Seehofer dafür. Sie wollen nach über sieben Wochen, dass die Zeit der »Gitterzäune und Schlagbäume im Herzen Europas« beendet wird. Aber Seehofer bleibt bei seiner Linie. Bis zum 15. Mai soll sich nichts ändern.

Auf Basis der Meldungen deutscher Bundesländer sowie von Österreich zur Lockerung der herrschenden Beschränkungen, die u.a. die Öffnung von Hotels, Gastronomie, Flusskreuzfahrten und Ausflugsschifffahrt für Touristen bis spätestens Ende Mai vorsehen, plant der Flusskreuzfahrtanbieter A-ROSA, seine Reisen auf Rhein und Donau bis Pfingsten zu starten. Auch für Frankreich und Portugal werden in den nächsten Tagen neue Informationen erwartet.

Nun also doch Sommerurlaub auf Mallorca? Die Chancen scheinen jedenfalls zu steigen, glaubt man einer Nachricht, die das Mallorca Magazin verkündet. Wie das Portal berichtet, rechnen die Hoteliers auf der Insel fest damit, dass bereits Anfang Juli die ersten ausländischen Touristen kommen. Angeblich seien bereits entsprechende Verträge mit großen Reiseveranstaltern abgeschlossen worden.

7. Mai: Termine für Hotelöffnungen in vielen Bundesländern, Covid-Immunitätsausweis für Reisen ins EU-Ausland in der Diskussion, Griechenlands Tourismusminister kündigt Plan für Sommerulaub an, Riesenfrust auf »Mein Schiff 3«

Gestern tagte Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten via Videokonferenz – und was dabei beschlossen wurde, hat es in sich: Die Bundesländer dürfen fortan in Eigenregie entscheiden, wann und welche im Zuge der in der Coronakrise beschlossenen Maßnahmen liberalisiert werden dürfen. Das betrifft auch die Wiedereröffnung von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen. Mal kurz zusammengefasst in einer guten Nachricht: Schon bald, vermutlich um Pfingsten herum, könnt ihr innerhalb Deutschlands wieder in den Urlaub fahren. Die schlechte Nachricht: In jedem Bundesland ist dafür ein anderes Datum angesetzt. Ein ziemliches Kuddelmuddel also. Allzu lang solltet ihr mit der Buchung eures Sommerurlaubs aber nicht warten. Experten gehen nämlich davon aus, dass es auf Deutschlands Urlaubsregionen einen ziemlichen Ansturm geben wird.

In den letzten Tagen wurde ja in Deutschland über das Für und Wider eines Immunitätsausweises diskutiert. Damit soll der Inhaber nachweisen, dass er bereits eine Covid-19-Infektion hinter sich hat und damit immun gegen das Virus ist. Doch es gibt hier ein Problem: Es gibt bislang keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man sich nach einer Corona-Erkrankung nicht doch wieder mit dem Virus anstecken kann. Das hält aber einige Tourismusminister in der EU nicht von der Überlegung ab, einen solchen Immunitätsausweis als »Eintrittskarte« für einen Sommerurlaub in ihren Urlaubsländern einzuführen. Die Kritik an solchen Überlegungen ist aber stark.

Auch in Griechenland sorgt man sich darum, dass die Sommerurlaubssaison ins Wasser fallen könnte. Darum macht man dort jetzt Tempo. Im Tourismusministerium in Athen ist man gerade dabei, mit Medizinexperten ein Papier auf den Weg zu bringen, das klären soll, unter welchen Vorgaben die Hotels am 1. Juli wieder Gäste empfangen dürfen. Das Ergebnis soll in wenigen Tagen vorliegen, sagte Tourismusminister Haris Theocharis in einem Interview der FAZ. Die Bild-Zeitung will schon die Details wissen.

Auf dem TUI-Kreuzfahrtschiff »Mein Schiff 3« in Cuxhaven sind derzeit rund 2.900 Besatzungsmitglieder untergebracht. Sie wurden dort auf das Covid-19-Virus getestet. Die Besatzung soll nun bald in viele Länder der Welt nach Hause geflogen werden. An Bord aber liegen mittlerweile die Nerven blank. Nach NDR-Informationen musste die Polizei aufs Schiff, weil Mobiliar zerschlagen wurde. Die Besatzung spricht von »knastähnlichen Zuständen« an Bord.

6. Mai: Bareiß hält Sommerurlaub am Mittelmeer doch für möglich, Bayern zieht nach, Österreich erhöht den Druck, Stimmung auf den Nordfriesischen Inseln, Reise-Plattform mit Umfrage zu Airline-Reaktionen infolge der Flugausfälle, Petition fordert rasche Öffnung der Camping- und Wohnmobilstellplätze

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, schließt es nun doch nicht mehr aus, dass die Deutschen im Sommer ihren Urlaub in Spanien oder Griechenland verbringen können. Wenn die Entwicklung bei Covid-19 so weitergehe, wird der Sommerurlaub in Deutschland stattfinden können und auch in den europäischen Nachbarländern, in denen sich die Infektionszahlen ebenfalls günstig entwickeln, sagte er im Tagesspiegel. Mit Blick auf die Länder am Mittelmeer fügte er hinzu: »Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln

Wochenlang war Bayern Meister in Sachen strenge Coronaregeln, jetzt aber haben sich die Zeiten geändert. Nachdem Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vorgestern bekanntgaben, Hotels und andere Herbergungsstätten schon bald wieder zu öffnen, zog Bayern gestern nach. Am 30. Mai dürfen in dem Bundesland wieder die Hotels öffnen. Die Gastronomie ist noch früher dran: Dort dürfen ab dem 18. Mai draußen und ab dem 25. Mai drinnen wieder Gäste bedient werden.

Weiter südlich wächst die Ungeduld: Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger will schon bald erreichen, dass die Grenze zu Deutschland wieder geöffnet wird. Der Bild-Zeitung sagte sie: »„Ich werde in dieser Frage nicht locker lassen. Österreich schafft alle Voraussetzungen für einen sicheren und schönen Urlaub.«

Derweil macht man sich auf Sylt, Amrum und Föhr Gedanken darüber, wann die Touristen wieder auf ihren Inseln Urlaub machen werden. Denn nur weil es den Nordfriesischen Inseln wieder erlaubt ist, Gäste zu empfangen, heißt dies noch lange nicht, dass die alten Zeiten wieder anbrechen werden. Touristen werden sich fragen, ob sie Lust haben, sich im Urlaub an strenge Abstands- und Hygienemaßnahmen zu halten. Wie soll es also auf den Inseln weitergehen? Der NDR hat sich einer Reportage auf den Inseln umgehört.

Mit Blick auf die Kundenfreundlichkeit haben viele Airlines in den letzten Wochen keine sonderlich gute Figur abgegeben. Nachdem etliche Flüge infolge der Corona-Pandemie gestrichen werden mussten, wandten sich viele Kunden an die Airlines und verlangten ihr Geld zurück – oder zumindest eine Gutschrift. Doch das war offenbar nicht so einfach. Die Reise-Plattform BoardingArea.DE hatte deshalb dazu eine Online-Befragung gemacht. Ergebnis: Obwohl die EU-Kommission Anfang April nochmals die Passagierrechte gestärkt und eine Gutscheinlösung für stornierte Flüge zurückgewiesen hat, bot nur ein Viertel der Airlines ihren Kunden eine vollständige Erstattung des Ticketpreises an. Besonders vorbildlich aus Kundensicht handelten hierbei Air China, Finnair und American Airlines. Besonders schlecht kommen hier die Airlines der Lufthansa Group weg. Knapp die Hälfte der befragten Lufthansa-Group-Passagiere gab an, für ihre Anfrage keine kundenfreundliche Lösung erhalten zu haben. Dabei wurden 27 Prozent der Kunden auf einen späteren Zeitpunkt der Bearbeitung vertröstet, ein Viertel (22 Prozent) erhielt sogar überhaupt keine Antwort. Eine vollständige Erstattung ihres Ticketpreises erhielten lediglich 14 Prozent der befragten Passagiere.

Die Betreiber der Campingplattform Camping.Info fordern die stufenweise Öffnung der Campingplätze. Gemeinsam mit dem Ausstatter von Freizeitfahrzeugen Truma hat das Unternehmen eine Online-Petition dazu gestartet. »Im Campingurlaub kann das Social Distancing wie bei keiner anderen Urlaubsform gewährleistet werden. Urlauber, die mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen unterwegs sind, können kontaktarm und damit gefahrlos reisen. Camper schlafen und wohnen in ihren eigenen vier Wänden und zudem verfügen die meisten Freizeitfahrzeuge auch über eine entsprechende sanitäre Ausstattung. Auch für Abstand ist auf den Camping- und Wohnmobilstellplätzen ausreichend gesorgt«, sagte Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info.

5. Mai: Sommerurlaub 2020: Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen drücken aufs Tempo, Grenzkontrollen bis 15. Mai, Visit Berlin rechnet 2020 mit nur wenigen Gästen aus dem Ausland, EU: Zwangsgutscheine für entgangene Flugreisen vom Tisch, Reederei Carnival Cruise Line will ab August wieder loslegen, Landesgartenschau in NRW ab heute geöffnet

Das geht nun ziemlich schnell: Die nördlichen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wollen deutlich früher als erwartet wieder Touristen empfangen. Bereits vor Pfingsten (31.5.-1.6.) sollen auswärtige Besucher wieder an die Ostsee ihren Urlaub verbringen dürfen. Darauf einigte sich gestern Abend die Task Force Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach dürfen bereits am kommenden Samstag Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wieder öffnen. Am 25. Mai soll dann das seit mehr als zwei Monaten geltende Einreiseverbot für Auswärtige aufgehoben werden. Bedingung: Die Hotels dürfen maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten vermieten.

In Niedersachsen sieht es so aus: Ab Montag, den 11. Mai an sollen Ferienhäuser und -wohnungen sowie Campingplätze wieder öffnen dürfen. Allerdings dürfen die Übernachtungsherbergen zunächst nur maximal 50 Prozent der möglichen Gäste aufnehmen. Hotels folgen am 25. Mai – ebenfalls mit der 50-Prozent-Regel.

Wer darauf spekuliert, schon bald seine Koffer für eine Reise gen Ausland zu packen, muss sich dagegen noch gedulden. Die Grenzkontrollen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark werden bis 15. Mai verlängert.

Was wird eigentlich mit den Städtereisen in diesem Jahr? Auch in Berlin macht man sich darüber natürlich viele Gedanken. Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker sagte in einem Interview der Berliner Morgenpost, er rechne in diesem Jahr nur mit wenigen Gästen aus dem Ausland. »Ich denke, dass insbesondere aus dem deutschsprachigen Ausland und aus den Kernmärkten, die nicht so stark gebeutelt sind, Gäste kommen werden«, sagte er. Kieker sieht seine Stadt gut gerüstet in Zeiten der Coronakrise: »Berlin ist eine entspannte, auseinandergezogene Großstadt mit mehreren Zentren. Und wir sind vor allen Dingen eine Stadt mit viel Grün und viel Wasser.«

Die EU-Kommission hat entschieden: Kein Urlauber muss einen Gutschein annehmen, wenn sein Flug in der Corona-Krise ausfällt. Stattdessen empfiehlt die EU »Gutscheine für Verbraucher wirtschaftlich interessant zu machen und diese gegen Insolvenz abzusichern«. In den letzten Wochen hatten sich die Fluggesellschaften für Gutscheine statt Erstattungen ausgesprochen. Die Bundesregierung schloss sich dieser Meinung an, während Verbraucherschützer darauf pochten, dass so etwas nur freiwillig geschehen könne.

Auch in der Kreuzfahrtbranche tut sich etwas: Die US-amerikanische Reederei Carnival Cruise Line will ab August wieder Schiffe auf die Weltmeere schicken. Der Kreuzfahrtbetrieb soll mit insgesamt acht Schiffen von amerikanischen Häfen aus wieder starten, teilte das Unternehmen gestern mit.

Coronakrise zum Trotz: Heute öffnet die NRW-Landesgartenschau in Kamp-Lintfort ihre Pforten. Ein Besuch ist allerdings nur mit Sicherheits- und Abstandsregeln möglich.

4. Mai: Deutscher Tourismusverband: Urlaub auf dem Land in diesem Jahr angesagt, Flughafen Wien bietet Corona-Schnell-Tests direkt nach Ankunft, Urlaub in Frankreich unwahrscheinlich

Den Sommerurlaub im eigenen Land verbringen – das raten angesichts der Coronavirus-Krise viele Politiker und Experten den Deutschen in diesem Jahr. Aber wo? An den Hotspots von Nord- oder Ostsee? In Bayern? Womöglich keine gute Idee. Denn dort könnte es ziemlich voll werden. Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, spricht sich für eine Entzerrung der Urlauberströme aus: »Generell wird der ländliche Raum in diesem Jahr beim Sommerurlaub eine besondere Rolle spielen. Denn der Tourismus muss sich ein bisschen besser verteilen«, sagte Kunz.

Passagiere, die derzeit am Flughafen Wien ankommen, müssen gemäß der geltenden behördlichen Regelungen bei der Einreise entweder ein Gesundheitszeugnis mit einem negativen Covid-19-Befund (nicht älter als 4 Tage) vorweisen oder eine 14-tägige Quarantäne antreten. Viele dürften weder das eine haben noch das andere wollen. Der Flughafen will nun für Abhilfe sorgen. Ab heute können ankommende Passagiere im Rahmen eines sogenannten PCR-Tests direkt am Flughafen Wien einen Befund erhalten. Das Ergebnis soll innerhalb von 2 bis 3 Stunden vorliegen. Bei negativem Befund ist keine 14-tägige Quarantäne im Inland notwendig. Allerdings muss dafür tief in die Tasche gegriffen werden: 190 Euro soll der Spaß kosten.

Frankreich ist besonders stark von dem Coronavirus betroffen. Wie in Italien und Spanien herrschten dort über Wochen besonders starke Ausgangsbeschränkungen. Und so schnell werden diese so schnell nicht gelockert werden. Der Ausnahmezustand soll sogar bis zum 24. Juli dieses Jahres verlängert werden. Die Strände in Frankreich sollen für Besucher und Sportler bis mindestens 1. Juni geschlossen bleiben. Gesundheitsminister Olivier Véran sagte der Zeitung »Le Parisien«, er wisse nicht, ob die Strände wieder öffnen könnten. Damit dürfte ein Sommerurlaub in Frankreich für viele Interessierte wohl ins Wasser fallen. Vorerst.

3. Mai: Seehofer und Maas weiter zurückhaltend mit Blick auf Sommerurlaub im Ausland, Zwangs-Quarantäne für Einreisende in Frankreich, Eurostar führt Maskenpflicht ein, Tschechien erwägt Grenzöffnung im Juli

Bundesinnenminister Horst Seehofer äußert sich zurückhaltend zu den Forderungen aus Österreich, die Grenze bald wieder zu öffnen. »Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken – so verständlich der Wunsch für die Menschen und die Tourismusbranche auch ist«, sagte Seehofer der Bild am Sonntag. Auch Außenminister Heiko Maas bremst: »Es darf dabei aber keine Schnellschüsse geben. Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen«, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Sommerurlaub in Frankreich dürfte wohl ausfallen. Wer ab dem 11. Mai in unser Nachbarland einreisen will, soll sich nämlich künftig in eine vierzehntägige Quarantäne begeben – und zwar auch dann, wenn keine Coronavirus-Symptome vorliegen.

Passagiere des Hochgeschwindigkeitszuges Eurostar müssen ab morgen ihr Gesicht mit einer Mund-Nasen-Maske bedecken. Das Unternehmen teilte mit, die neue Regel decke sich mit den Richtlinien der französischen und belgischen Regierung. Jede Art von Gesichtsbedeckung sei erlaubt, »solange sie effektiv Nase und Mund bedeckt«, heißt es in einer Erklärung. Eurostar hat im Zuge der Coronakrise den Fahrplan stark ausgedünnt. Laut auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Fahrplänen verkehren täglich nur vier Züge zwischen London und Paris sowie zwischen London und Brüssel.

Tschechien will nun doch im Sommer bereits die Grenzen öffnen. Das sagte Außenminister Tomas Petricek am Samstagabend. »Ich würde im Juli gerne die Grenzen zu Deutschland, Österreich, Polen und der Slowakei öffnen«, so der Politiker.

2. Mai: Tourismusexperte aus Mecklenburg-Vorpommern nennt Details zu Abstands- und Hygienemaßnahmen im Sommerurlaub, Tausende Menschen in Kalifornien protestieren gegen Strandschließungen, Honeymoon-Paar auf Hawaii wegen Quarantäneverstoß festgenommen

Mecklenburg-Vorpommerns Pläne für den Sommerurlaub in dem Bundesland nehmen immer stärker Konturen an. Das bestätigte Matthias Gründling, Intensivmediziner und Mitglied der Task-Force »Sicherer Tourismus« in Mecklenburg-Vorpommern. In einem Gespräch mit der FAZ sagte er, er sei sich sicher, dass die Menschen bereit seien, »im Urlaub ein paar neue Regeln« zu akzeptieren. Dazu gehören Mund-Nasenschutz in öffentlichen Bereichen, bargeldlose Zahlungen und besondere Hygienemaßnahmen in den Hotels. Kinder unter acht Jahren sollten besser nicht mit in den Hotelurlaub fahren.

Tausende Menschen versammelten sich am Freitag in Huntington Beach in Kalifornien. Sie protestierten gegen die Anweisung des Gouverneurs, alle Strände in Orange County zu schließen. Laut Robert Handy, Polizeichef von Huntington Beach, nahmen zwischen 2.500 und 3.000 Menschen an der Demonstration teil. Unterdessen haben zwei Gemeinden in Südkalifornien beschlossen, eine einstweilige Verfügung gegen die Anordnung des Gouverneurs einzureichen.

Wer dieser Tage seinen Urlaub auf Hawaii verbringen möchte, hat schlechte Karten: Jeder, der seit dem 26. März auf der Insel ankommt, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das interessierte ein junges Honeymoon-Ehepaar (26 und 20 Jahre) aus Kalifornien aber wenig. Das Paar checkte am vergangenen Mittwoch in einem Hotel in Honolulu ein. Als ein Mitarbeiter der Rezeption die beiden auf die Quarantänevorschrift hinwies, kam es zum Streit. Das Ehepaar teilte dem Manager mit, dass das Flughafenpersonal ihnen andere Informationen zu den Vorschriften mitgeteilt habe und sie insofern nicht gedenken, sich in Quarantäne zu begeben. Sie verließen das Hotel und kehrten nach Mitternacht zurück. Dort kam es abermals zum Streit; das Paar weigerte sich abermals, sich in Quarantäne zu begeben. Am Donnerstagmorgen schließlich wurden die beiden Kalifornier festgenommen. 

1. Mai: Tourismus-Experte warnt vor zu wenig Hotelbetten in Deutschland, TUI baut Deutschland-Angebote aus und plant für Mittelmeer im Spätsommer, Montenegro will ab 18. Mai wieder Touristen empfangen, Umfrage: ein Drittel der Deutschen hofft auf Sommerurlaub

Wenn alle oder zumindest ein großer Teil der Deutschen aufgrund der weltweiten Reisewarnung den Sommerurlaub in Deutschland verbringen sollte, könnte es hierzulande ganz schön eng werden. Torsten Kirstges, Studiengangsleiter für Tourismuswirtschaft an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, geht in einem Interview des Spiegel davon aus, dass dann die Übernachtungskapazitäten »niemals ausreichen«. Er hoffe, dass zumindest die Reisewarnung für die Länder des Schengenraums bald aufgehoben werden.

Auch beim Reiseveranstalter TUI geht man davon aus, dass viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub in der Heimat verbringen werden. Der Tourismuskonzern hat bereits in den vergangenen Monaten das Programm für innerdeutsche Reisen auf über 2.300 Hotels und Unterkünfte ausgebaut. Den Urlaub am Mittelmeer hat die TUI aber noch nicht abgeschrieben. Der Konzern geht von einer schrittweisen Öffnung der Urlaubsregionen aus, da die Länder und Regionen Europas unterschiedlich von Einschränkungen betroffen sind. Dazu finde aktuell ein enger Austausch zwischen dem Tourismuskonzern und Ländern wie Griechenland, Zypern, Portugal, den Balearen und Kanaren sowie Bulgarien statt.

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ist eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Coronavirus-Situation in den jeweiligen Ländern. Ob Italien, Spanien, Griechenland oder die Türkei im Sommer Touristen wieder willkommen heißen, steht derzeit in den Sternen. Montenegro aber schreitet schon jetzt mutig voran; das Land fährt seine Tourismus-Betriebe wieder hoch. Ab dem 18. Mai sollen alle nötigen Einrichtungen wieder geöffnet sein, berichtet die Bild.

Planen die Deutschen in diesen ungewissen Zeiten, im Sommer zu verreisen? Im Auftrag von ROLAND Rechtsschutz hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov eine repräsentative Befragung durchgeführt. Eines der Ergebnisse: Die Hälfte aller Befragten richtet sich auf einen Urlaub daheim ein. Immerhin jeder Dritte hofft, dass es mit dem Sommerurlaub doch noch klappt: 21 Prozent der Befragten möchten in diesem Jahr innerhalb Deutschlands verreisen, 13 Prozent planen sogar im Ausland zu urlauben. Weitere 19 Prozent sind sich noch nicht sicher.

30. April: Lufthansa führt Maskenpflicht ein und schafft freien Mittelsitz wieder ab, Drei-Stufen-Plan aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, rege Diskussionen in Spanien und Italien über Sommerurlaub, Hoteleröffnungen in Polen am 4. Mai

Der Schritt war erwartet worden: Die Airlines der Lufthansa Group bitten ab Montag, 4. Mai alle Fluggäste darum, eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord ihrer Flüge zu tragen. Zudem empfiehlt das Unternehmen, diese während der gesamten Reise, das heißt auch vor oder nach dem Flug am Flughafen zu tragen, »wann immer der gebotene Mindestabstand nicht uneingeschränkt gewähr­leistet werden kann«. Die Tragepflicht gilt zunächst bis zum 31.08.2020. Die derzeitige Regelung der Lufthansa, den Nachbarsitz in der Eco­nomy und Premium Economy Class freizuhalten, entfällt dagegen. Branchenexperten haben mit diesem Schritt gerechnet.

Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben einen Plan erarbeitet, um den Tourismus in ihren Ländern wieder zu ermöglichen. Der Drei-Phasen-Plan der drei Länder sieht vor, dass zunächst Outdoor-Angebote wieder eröffnet werden können. Dazu zählen etwa Zoos, Freizeitparks und Klettergärten. In Phase zwei sollen Restaurants und – mit Einschränkungen – Ferienwohnungen und Hotels.  In der zweiten Phase sollen Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen und Hotels folgen. Später soll dann der Übernachtungstourismus ohne Restriktionen wieder möglich sein. Zu welchem Datum die einzelnen Phasen beginnen, sollen die Länder in Abstimmung mit dem Bund in Eigenverantwortung bestimmen. Für Urlauber bedeuten die aktuellen Vorschläge der drei Bundesländer Aussicht auf Entspannung. »Auch wenn es so aussieht, dass im ersten Schritt nur tagestouristische Aktivitäten möglich sind – in NRW sind alle Tourismusakteure und Regionen in der Lage, Gästen Auszeiten von ihrem jetzigen Alltag anzubieten und es sind genug Angebote da, damit diese auch unter den Auflagen der Kontaktbeschränkungen genossen werden können«, sagte Achim Schloemer, Vorstandsvorsitzender des Tourismus NRW. Sobald die Politik die Vorschläge der drei Bundesländer insgesamt aufgenommen habe, werde Tourismus NRW Informationen und Hinweise für erste tagestouristische Trips bereitstellen.

In Spanien und Italien, den beiden populärsten Urlaubsländern der Deutschen am Mittelmeer, diskutiert man derzeit rege darüber, ob und wann man wieder Touristen ins Land lassen kann. Während Gabriel Escarrer, Vorstandschef des Hotelkonzerns Meliá, damit rechnet, im Juli wieder loszulegen, kommen aus der Politik zurückhaltendere Töne.

Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass Polen im Sommer wieder den Tourismus im Land ermöglichen will. Jetzt aber geht es deutlich schneller. Nun sollen bereits am kommenden Montag Hotels und Pensionen wieder eröffnen. Wann das Einreiseverbot nach Polen aufgehoben wird, ist noch unbekannt.

29. April: Weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni, Hoteleröffnungen in Österreich, Polen und Israel angekündigt, Spekulationen über Tourismus-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern in der zweiten Mai-Hälfte, Wizz Air fliegt wieder ab 1. Mai

Beobachter der politischen Diskussion der vergangenen Tage dürfte es wenig überraschen: Die Bundesregierung wird die weltweite Reisewarnung verlängern. Wie der Spiegel heute berichtet, wird die Reisewarnung bis mindestens 14. Juni 2020 verlängert werden. Die Tür zum Auslandsurlaub in den Sommerferien ist damit noch nicht geschlossen: Über den Zeitraum ab Mitte Juni wird später entschieden.

In Österreich können Hoteliers aufatmen: Am 29. Mai dürfen sie wieder ihre Herbergen eröffnen, die Gastronomie gar schon am 15. Mai. Wann Touristen aus dem Ausland wieder nach Österreich reisen können, ist dagegen noch unklar. In Hallstatt im Salzkammergut dürfte man darüber sehr erleichtert sein: Der Spiegel hat sich dort dieser Tage umgesehen.

Auch in Polen sollen im Sommer die Hotel wieder geöffnet sein. Das sagte Regierungssprecher Piotr Muller gestern im Radio. Aber nicht nur in Europa nimmt der Tourismus wieder langsam Fahrt auf: Ab dem 3. Mai 2020 dürfen in Israel wieder Hotels und Unterkünfte mit Gästezimmern im Erdgeschoss wie so genannte »Zimmers« und Bed ‘n‘ Breakfasts ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Die Maßnahme gilt zunächst nur für den Inlandstourismus.

Wird Mecklenburg-Vopommern das erste Bundesland sein, in dem Gastronomiebetriebe und Hotels wieder öffnen werden? Ein entscheidender Termin werde der 5. Mai sein, wenn es um eine neue Corona-Verordnung in Mecklenburg-Vorpommern gehe, sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. Wie in Österreich soll zunächst die Gastronomie von den Lockerungen profitieren.

Die Low Cost Airline Wizz Air wird laut eigenen Angaben ihren Flugbetrieb langsam wieder aufnehmen. So soll ab Freitag, den 1. Mai 2020, von Wien aus das Angebot zu 20 Destinationen sukzessive hochgefahren werden. Im Flugplan stehen Thessaloniki, Dortmund, Lissabon, Oslo und Eindhoven zuoberst auf der Wunschliste von Wizz Air. Weitere Ziele wie Rom, Mailand, Teneriffa, und Valencia sollen ebenfalls ab Mai wieder angeflogen werden.

28. April: Praxis-Vorschläge für Sommerurlaub in Deutschland werden konkreter, Ärger in Hamburg über Einreiseverbot in Schleswig-Holstein, Kaliforniens Gourverneur kritisiert Strandbesucher, Alpakas via Video-Live-Konferenz

In den letzten Tagen berichteten wir ja fast täglich darüber, wie sich Politiker den Kopf darüber zerbrechen, ob und wo in diesem Jahr der Sommerurlaub stattfinden kann. Mittlerweile scheint klar: außerhalb Europas nicht, innerhalb Europas vielleicht. In Deutschland dagegen schon. Nun ist die Diskussion an dem Punkt angelangt, an dem es darum geht, wie denn der Urlaub in Deutschland in diesem Sommer aussehen könnte. Dass sich nicht jeder Deutsche ein einsames Ferienhaus im Wald oder an der Küste wird mieten können, scheint klar. Also müssen klare Abstands- und Hygieneregeln her. Tourismus NRW erklärte gegenüber dem WDR, dass Mundschutz für Kellner, Informationsstände mit Schutzscheiben, die namentliche Erfassung von Besuchern und die Begrenzung ihrer Zahl (etwa in Museen) mögliche Ansatzpunkte für Schutzmaßnahmen im Tourismus seien.

Auch in Schleswig-Holstein macht man sich darüber Gedanken. Um den Gästeverkehr noch mehr zu entzerren, prüft man in der Ferienregion Ostseefjord Schlei (OfS) derzeit ein System von »Schleichwegen« abseits des Radwegenetzes. »Entlang der Schleichwege kann es mal etwas holperig werden, aber dafür wird man mit traumhaften Ausblicken inmitten der einzigartigen Naturlandschaft an Schlei und Ostsee belohnt«, sagt Infrastrukturmanagerin Jana Blaas. Das Team der OfS arbeitet momentan an konkreten Routen. Eine Ausschilderung soll es nicht geben, dafür eine digitale Aufbereitung, die ab Mai auf der Navigations-App »komoot« eingestellt werden wird.

Bleiben wir in Schleswig-Holstein. Dort dürfen Touristen ja immer noch nicht hinreisen. Das sorgt für Kritik in Hamburg. »Das Einreiseverbot ist willkürlich, unverhältnismäßig und sehr wahrscheinlich nicht verfassungskonform«, sagte Henneke Lütgerath, Landesvorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats in Hamburg.

Gestern berichteten wir, dass in Kalifornien am Wochenende die ersten Strände wieder geöffnet hatten. Und prompt gibt es deswegen Knatsch. Kaliforniens Gourverneur Gavin Newsom kritisierte die Bilder, die sich ihm am Wochenende von den Stränden boten. Es war zu voll, und die Leute hielten nicht ausreichend Abstand. Newsom rügte das Verhalten der Strandbesucher und erinnerte daran, dass das Coronavirus »nicht nach Hause geht, weil es ein wunderschöner sonniger Tag an unseren Küsten ist«.

Die Tierfarm »Kisselmühle« im hessischen Rheingau bietet Besuchern großartige Attraktionen: Lamas, Alpakas und Kamele. Normalerweise. Aber in Zeiten der Coronakrise ist der Betrieb derzeit noch geschlossen. Inhaber Frank Messing bietet derweil Videokonferenzen mit Interessierten an. Ab 40 Euro kann man daran teilnehmen. Wie das in der Praxis aussieht, seht ihr hier.

27. April: Österreich will behutsam vorgehen, erste Strände in Kalifornien wieder geöffnet, ARD-Reportage über Zwangsrückeise eines Kreuzfahrtschiffes, Italien singt »Bella Ciao«

Wer angesichts der fortlaufenden Diskussion über den Sommerurlaub und die vielversprechenden Äußerungen aus Österreich in den vergangenen Tagen glaubt, dass man schon bald seine Koffer packen kann, der wird sich weiter in Geduld üben müssen. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg sagte der Bild-Zeitung, grenzüberschreitender Tourismus werde »nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein«. Österreich werde keine Alleingänge unternehmen, sondern sich auf europäischer Ebene abstimmen.

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Strände wieder geöffnet worden – allerdings nicht überall, mancherorts bleiben sie weiter geschlossen. Dort, wo sie geöffnet wurden, müssen Sicherheitsabstände und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. So gilt u.a. eine Pflicht zum Tragen einer Mundschutzmaske.

Über durch die Coronakrise verursachte Zwangs-Heimfahrt des Kreuzfahrtschiffes MS Amera von Brasilien nach Deutschland berichtet heute Abend die ARD in einer Reportage. 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder saßen 18 Tage lang auf dem Schiff fest. Wie hat die Crew das organisiert? Wie ging es den Passagieren an Bord? Das könnt ihr euch heute um 22:45 Uhr im Ersten ansehen.

Und zum Schluss ein schönes Video aus Italien. Dort herrscht seit Wochen eine der strengsten Ausgangssperren Europas. Das hielt viele Italiener aber nicht davon ab, am Tag der Befreiung »Bella Ciao« von Fenstern und Balkonen zu singen.

 

26. April: Maas will gemeinsame Kriterien für Sommerurlaub in Europa, Klöckner wirbt für Urlaub auf dem Land, Niedersachen macht Druck, Kroatien will Sommerurlaub ermöglichen

Das Tohuwabohu in der Diskussion über den Sommerurlaub geht munter weiter. Heute wieder an der Reihe: Außenminister Heiko Maas. Eigentlich ist die hohe Kunst der Diplomatie sein Steckenpferd, aber mittlerweile schlüpft der 54-Jährige immer stärker in die Rolle des heimlichen Tourismusministers. Seit Wochen erklärt er, warum ein Sommerurlaub im Ausland in diesem Jahr vermutlich nicht möglich sein wird. Heute legt er in einem Interview der »Bild am Sonntag« nach. Dieses Mal geht es um das Ansinnen Österreichs, die Grenzen für Urlauber aus Deutschland bald zu öffnen. »Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken«, sagte Maas. Er strebe stattdessen eine Lösung auf europäischer Ebene an. Ein Datum nannte er nicht.

Eine Politikerin, die bisher in der Diskussion über den Sommerurlaub in diesem Jahr schwieg, meldet sich nun auch zu Wort: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. »Im ländlichen Raum gibt es viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich«, sagte Klöckner in einem Gespräch mit der WAZ. Mit Blick auf mögliche Ausflugsziele nannte sie auch Landgasthöfe mit großem Außenbereich; hier sei es denkbar, dass sie unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln »Teil unserer Urlaubsplanungen« sein könnten.

Ebenso wie Mecklenburg-Vorpommern will auch Niedersachsen im Sommer Touristen begrüßen. Der Tourismusverband Niedersachsen hat dazu einen Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet. Demnach sollen Touristen die Ostfriesischen Inseln und die Nordseeküste im Sommer wieder besuchen könnten. Auf den Inseln Wangerooge, Langeoog und Norderney werden die Pläne unterstützt.

Derweil hat auch Kroatien den Sommerurlaub noch nicht abgeschrieben. Romeo Draghicchio, Chef der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, sagte der Bild: »Wir rechnen damit, dass im Sommer, also in der Hochsaison, noch immer eine Tourismussaison möglich ist, da es in Kroatien viele Unterkunftsmöglichkeiten gibt, wo die Einhaltung der Abstände zwischen den Gästen praktizierbar ist.« Eine Entscheidung darüber, ob und wie ein Urlaub in Kroatien in diesem Jahr möglich sein wird, soll Ende Mai gefällt werden.

25. April: Bareiß erwartet »ganz seltsames« Urlaubsjahr 2020, Mecklenburg-Vorpommern stellt Fünf-Phasen-Modell für Tourismus-Comeback vor, TUI pausiert bis zum 15. Mai, keine Kreuzfahrten bei Norwegian bis Ende Juni

In vielen Regionen in Deutschlands denken die Tourismus-Verantwortlichen noch darüber nach, wann und wie sie Urlauber in diesem Sommer begrüßen können. Konkret wurde man vielerorts noch nicht. Anders in Mecklenburg-Vorpommern. Dort ist man schon einen Schritt weiter. »Wir wollen mit einem Fünf-Phasen-Modell den Tourismus wieder hochfahren«, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gestern Nachmittag in einem Statement. Wie diese aussehen, erfahrt ihr hier.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, kann sich Reisen in diesem Sommer trotz Corona-Pandemie vorstellen. »Das Reisejahr 2020 wird ein ganz, ganz seltsames sein«, sagte Bareiß. Er hoffe, dass viele Menschen dieses Jahr in Deutschland Urlaub machen und neue Ziele in der Heimat ausprobieren können. Allerdings werde auch hierzulande der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Dazu sei man derzeit in Gesprächen mit der Tourismusbranche. Konkret gehe es darum, dass Abstand eingehalten wird, Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen und dass Menschen sich vor Ort auf das Coronavirus testen lassen können.

Nach DER Touristik und Schauinslandreisen wird auch TUI Deutschland bis zum 15. Mai keine Reisen anbieten. »Zwar ist heute noch nicht klar, wann Reisen wieder beginnen können, allerdings haben wir schon heute die Gewissheit, dass die Deutschen wieder reisen wollen, sobald dies möglich ist«, sagte Hubert Kluske, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland. Für Kluske ist denkbar, erst einmal wieder Reisen innerhalb Deutschlands anzubieten. »Wir stehen bereits in engem Austausch mit den Regierungen in unserem Heimatmarkt und den Urlaubsländern. Sobald einzelne Länder grünes Licht geben, sind wir in der Lage, Reisen dorthin anzubieten. Wir gehen davon aus, dass wir im Hochsommer wieder Gäste in verschiedene Urlaubsziele fliegen werden«, so Kluske.

Der Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line, eines der führenden Kreuzfahrtunternehmen weltweit, das die Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises betreibt, gab gestern die Verlängerung der bereits früher angekündigten freiwilligen Aussetzung aller Kreuzfahrten bekannt. Diese betrifft Reisen aller drei Kreuzfahrtmarken zwischen dem 11. Mai und dem 30. Juni 2020.

24. April: Allianz pro Schiene fordert einheitliche Maskenpflicht, Ryanair will Mittelsitz nicht freilassen, Knatsch um Corona-Schließung von Berlin-Tegel, letzter Rückflug der Corona-Luftbrücke, Optimismus bei Schauinsland Reisen, Kieler Woche 2020 soll stattfinden

In der Allianz pro Schiene organisierte Gewerkschaften und Fahrgastverbände haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten aufgefordert, bei ihrer nächsten Konferenz am 30. April bundesweit einheitliche Regeln für das Tragen von Masken im Öffentlichen Verkehr festzulegen. Beispielsweise sei unklar, in welchen Bundesländern die Maskenpflicht nur für Bus und Straßenbahn gelte und wo sie den gesamten Schienenverkehr erfasse. »Öffentliche Personenverkehrsmittel machen genau wie das Corona-Virus nicht an Bundeslandgrenzen halt«, so die Verbände. Ein Flickenteppich sei für Fahrgäste und Beschäftigte unzumutbar und gesundheitspolitisch nicht zu rechtfertigen.

Wie die Airlines mit der Corona-Krise umgehen werden, wenn die Nachfrage wieder anzieht, das steht derzeit noch in den Sternen. Von Entzerrung in den Flughäfen, einer Maskenpflicht und weiteren Hygienemaßnahmen ist derzeit die Rede. Ebenfalls in aller Munde ist der freie Sitzplatz in der Mitte, um gebührend Abstand zu anderen Passagieren zu halten. Das hält Ryanair-Chef Michael O’Leary allerdings für Mumpitz. Das sei eine »idiotische Idee«, die ohnehin nichts bringe. Ryanair könne kein Geld verdienen, wenn ein Drittel der Plätze im Flugzeug leer bleiben müsse. Sollte die Regelung dennoch verpflichtend werden, werde Ryanair nicht fliegen, berichtet die britische Boulevardzeitung »The Sun«.

Berlin-Besucher, die mit dem Flugzeug reisen, lieben den Flughafen Tegel: Er ist relativ klein, übersichtlich und man ist schnell mit dem Auto oder Bus in der Stadt. Aber auch der Flughafen Berlin-Tegel leidet unter der Corona-Krise, es herrscht kaum noch Flugbetrieb. Gerade einmal neun Flieger sollen heute den Airport verlassen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will den Flughafen deshalb ab Mai für zwei Monate schließen. Alle Flüge sollen dann über Berlin-Schönefeld abgewickelt werden. Die Lufthansa ist strikt dagegen.

In den letzten Wochen sind mehr als 240.000 gestrandete Deutsche aus dem Ausland zurückgeholt worden. Im Rahmen der sogenannten Corona-Luftbrücke ist in Kapstadt am Donnerstagabend nun die letzte Chartermaschine gestartet. An Bord waren rund 300 Deutsche.

Trotz der aktuellen Ausnahmesituation blickt der Reiseveranstalter Schauinslandreisen »voller Zuversicht« in die Zukunft. Die Vorarbeiten für das Winterprogramm 2020/2021 sind weitestgehend abgeschlossen. Die Kataloge werden Ende Mai erscheinen, buchbar ist bereits jetzt vieles. »Die ersten und somit sehr frühen Buchungseingänge für die kommende Wintersaison zeigen uns, dass die Menschen reisen möchten und dass viele urlaubsreif sind«, sagte Gerald Kassner, Geschäftsführer des Unternehmens.

Überall in Deutschland wurden in den letzten Wochen Groß-Veranstaltungen abgesagt. Zuletzt das Oktoberfest in München. Ist damit der Festivalsommer in Deutschland mausetot? Nicht ganz. Einige Veranstalter versuchen zu retten, was zu retten ist. So auch die der Kieler Woche. Die Organisatoren der Kieler-Woche-Regatten wollen trotz Corona-Pandemie hochkarätige Segelwettbewerbe auf die Beine stellen. Das auf den 5. bis 13. September 2020 verschobene Event soll aber zusammengekürzt werden.

23. April: Maas dämpft Hoffnungen auf Sommerurlaub im Ausland, Kurz spricht über Comeback des Tourismus in Österreich für Deutsche, DER Touristik sagt Reisen bis zum 15. Mai ab, Frankfurt auf dem Sofa entdecken

In den letzten Tagen wurde ja landauf, landab viel über den Sommerurlaub diskutiert. Einer, der dabei immer wieder auf die Bremse trat, war Außenminister Heiko Maas. Jetzt hat er noch einmal nachgelegt. »Wir haben alle eine Reisewarnung – weltweit – in die Welt gesetzt, und irgendwann werden wir uns damit auseinandersetzen müssen, wann man diese Reisewarnung zurücknehmen kann. Es gibt allerdings im Moment keinen einzigen Hinweis, der darauf hindeutet, dass man das tun könnte in absehbarer Zeit«, sagte er gestern Abend in einem ARD Extra zur Corona-Krise.

In unserem Nachbarland Österreich sieht das nicht anders aus. Auch dort wird darüber diskutiert, wie der Sommerurlaub aussehen könnte – allerdings unter anderen Vorzeichen. Denn die Österreicher spekulieren darauf, dass Besucher aus Deutschland im Sommer bei ihnen den Urlaub verbringen können. Gestern Abend meldete sich Regierungschef Sebastian Kurz zu Wort. »Natürlich ist es das Ziel, dass wir die Grenzen wieder runterfahren«, sagte der Kanzler in der ARD-Talkshow «Maischberger«. Schließlich seien sowohl Deutschland als auch Österreich bei der Eindämmung des Coronavirus auf einem guten Weg. Dies sei die Voraussetzung für eine Wiederbelebung des Tourismus. Wann das so weit sein wird, sagte Kurz nicht. Ab Mitte Mai dürfen in Österreich wieder Lokale und Restaurants öffnen. 

Beim Reiseveranstalter DER Touristik Deutschland wird es weiterhin keine Reisen geben – der Zeitraum wurde nun abermals verlängert. »Aufgrund der aktuellen Information der Bundesregierung zur Urlaubsplanung und der geltenden weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sagt die DER Touristik Deutschland alle Reisen mit Reisezeitraum bis einschließlich 15. Mai 2020 vorsorglich ab«, teilte das Unternehmen mit. Bis gestern waren Reisen »nur« bis Ende April abgesagt.

»Gugge & Gudes tun« – unter diesem Credo könnt ihr derzeit Frankfurt zu Hause gemütlich auf dem Sofa entdecken. Die Macher der Frankfurter Stadtevents haben die letzten zwei Wochen dazu genutzt, mit einigen ihrer Guides Stadtführungen zu drehen. Präsentiert werden u.a. die Neue Altstadt, das Bahnhofsviertel und die ehemaligen Weltkriegsbunker im Stadtteil Griesheim. Die virtuellen Führungen (15 bis 25 Minuten lang) sind kostenlos. Wer etwas spenden möchte, kann dies gerne tun. Die Einnahmen gehen zu einem Drittel an die Guides, zu einem Drittel an die Macher des Frankfurter Stadtevents und zu einem weiteren Drittel an das Obdachlosenprojekt »Straßenblick«.

22. April: Entwicklungsminister Müller hält Auslandsreisen im Sommer für möglich, Tirol nun Quarantäne-frei, Canada Reise Dienst CRD International insolvent, Berlins Museen öffnen im Mai

Wird das noch was mit dem Sommerurlaub oder nicht? Diese Frage wird seit Tagen in der Politik und der Branche heiß diskutiert. Während Außenminister Heiko Maas auf die Bremse tritt, hält Entwicklungsminister Gerd Müller einen Sommerurlaub auch außerhalb Deutschlands für möglich. »Urlaub in Deutschland kann in diesem Sommer wieder möglich sein. Ich glaube auch, dass es in der Mittelmeer-Region eine Chance dazu gibt – einschließlich in Nordafrika«, sagte der Minister der Funke-Mediengruppe.

Aufatmen in Tirol: Ab Donnerstag wird in dem österreichischen Bundesland keine Region mehr unter Quarantäne stehen. In Abstimmung mit Experten und den Behörden habe man sich aufgrund der Coronavirus-Entwicklungen entschieden, die Quarantäne in den Gebieten Sölden, St. Anton und Paznaun von Mittwoch auf Donnerstag aufzuheben, sagte Landeshauptmann Günther Platter. Die Quarantäne-Regeln sollten eigentlich bis zum 26. April andauern. Ob Deutsche im Sommer in Tirol wieder ihren Urlaub verbringen können, ist noch unklar. Derweil müssen wir uns mit schönen Bildern wie diesem begnügen.

Wer sich in der Vergangenheit für Reisen nach Kanada oder in die USA interessierte, dürfte das ein oder andere Angebot des Veranstalters CRD gesehen haben. Seit 45 Jahren bietet CRD International Individualreisen in die USA und nach Kanada an. Damit ist es nun vorbei: Mit Beschluss vom 17.04.2020 hat das Amtsgericht Hamburg ein Insolvenzverfahren für die Canada Reise Dienst CRD International GmbH angeordnet.

Wer in den nächsten Wochen einen Städtetrip nach Berlin plant, muss weiterhin auf Restaurants, Bars und Clubs verzichten. Aber, und das ist die gute Nachricht, die Museen werden bald wieder ihre Pforten öffnen. Die seit Mitte März geschlossenen Einrichtungen werden vermutlich am 11. Mai wiederöffnen. Die Schritte sollen unter dem Vorbehalt stehen, dass die Museen die hygienischen Voraussetzungen und Distanzregeln erfüllen.

21. April: Münchener Oktoberfest abgesagt, South African Airways am Ende, Knatsch wegen Erstattung von Airline-Ticketkosten

Damit war zu rechnen: Das Oktoberfest 2020 fällt aus. Zu viele Menschen auf zu engem Raum, Mundschutzmasken undenkbar – das konnte einfach nicht funktionieren. »Wir leben in anderen Zeiten. Mit Corona zu leben, heißt vorsichtig zu leben«, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Dass einige Fluggesellschaften die Coronakrise nicht überleben werden, zeichnete sich in den letzten Tagen und Wochen immer mehr ab. Allerdings dachte man dabei wohl eher an kleinere, weniger »bedeutende« Airlines. Dass es auch die Schwergewichte treffen würde, galt als eher unwahrscheinlich – sie konnten bisher darauf hoffen, dass ihnen die Regierungen ihrer Heimatländer unter die Arme greifen werden. Davon profitierten bisher die US-Fluggesellschaften United Airlines, American Airlines und Delta, aber auch hierzulande die Lufthansa. Dieses Glück hatte South African Airways nicht. Die südafrikanische Traditions-Airline steht vor dem Aus. Südafrikas Regierung will ihr kein Geld geben.

Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR), hat keinerlei Verständnis für die Haltung der Airlines in Sachen Erstattung von Ticketkosten: »Die Fluggesellschaften lassen ihre Vertriebspartner und damit auch die Kunden derzeit im Regen stehen«. Sein Vorwurf: Durch das bewusste und absichtliche Erschweren des Rückerstattungs-Prozesses wird es Marktteilnehmern im Ticketvertrieb (vor allem Reisebüros, die Red.) gezielt erschwert, Gelder für die Kunden zurück zu überweisen. »Nur wenige Airlines gestatten derzeit noch einen Refund auf normalem Wege im GDS und damit verbunden auch eine volle Erstattung bei Flugstreichung«, sagt Buller. »Es ist eine Unverschämtheit, dass Tools, die den Refund-Prozess erleichtern, von Marktteilnehmern gezielt abgeschaltet wurden.«

20. April: Sonnenbad am Strand hinter Plexiglas, Gäste der Costa Deliziosa können Schiff verlassen, Hotels in Las Vegas fordern Wiedereröffnungen spätestens Ende Mai, Vogelgezwitscher statt Fluglärm

Immer häufiger wird darüber diskutiert, ob und wie in den nächsten Monaten unser Urlaub aussehen könnte. In der italienischen Touristenhochburg Rimini wurde am Wochenende eine besonders schräge Idee diskutiert: Eine Firma hat dort durchsichtige Plexiglas-Kästen entworfen, die man am Strand aufbauen könnte. Die Kästen sind 4,5 Meter breit und bieten einen 1,5 Meter breiten Eingang. Sie sollen auch in Restaurants oder Fitness-Studios eingesetzt werden können.

Als eines der letzten Kreuzfahrtschiffe, das noch mit Passagieren unterwegs ist, wird die Costa Deliziosa heute in Barcelona anlegen. Über 1800 Gäste und fast 900 Besatzungsmitglieder sind an Bord. In Barcelona sollen nun alle Spanier das Schiff verlassen dürfen, dann steuert die Costa Deliziosa Genua an, wo die restlichen Passagiere von Bord gehen dürfen.

Auch in Las Vegas steht das öffentliche Leben derzeit nahezu still. Nevadas Gouverneur Steve Sisolak ließ alle Casinos und anderen nicht wesentlichen Geschäfte des Staates am 18. März für 30 Tage schließen. Er verlängerte die Schließung bis zum 30. April. Letzte Woche teilte er mit, er wisse noch nicht, wann die Maßnahmen gelockert werden können. Das reicht Matt Maddox, Chef der Wynn Resorts in Las Vegas nicht. Er forderte den Gouverneur von Nevada am Sonntag auf, Mitte bis Ende Mai den Las Vegas Strip wiederzueröffnen. Maddox stellte dabei einen Sicherheitskonzept vor. So sollen die Hotels nur eine bestimmte Zahl von Zimmern vermieten dürfen. Auch sollen die Maßnahmen zum Social Distancing in den Häusern überwacht werden.

Die Menschen im Frankfurter Süden sind von dem Lärm der Flugzeuge, die den Frankfurter Flughafen ansteuern, besonders geplagt. Doch in Zeiten der Coronakrise hat sich auch das geändert: Statt Fluglärm ist nun Vogelgezwitscher zu hören.

19. April: Sommerurlaub in Österreich?, Ideen für Ferien in Mecklenburg-Vorpommern, Cookinseln frei von Corona , Strände in Nord-Florida öffnen wieder

In unserem Nachbarland Österreich denkt man darüber nach, im Sommer Touristen aus Deutschland ins Land zu lassen. »Die Einschränkung der Reisefreiheit wird uns in den nächsten Monaten noch erhalten bleiben. Wenn Länder aber auch auf einem sehr guten und positiven Weg sind, wie beispielsweise Deutschland, dann gibt es durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt«, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. in einem Interview der »Presse am Sonntag«. Wann es so weit sein wird, wollte die Ministerin noch nicht sagen.

»Restaurants und Hotels mit weniger Belegung, keine Großveranstaltungen« – so könnte es vielleicht doch noch klappen mit dem Sommerurlaub in Mecklenburg-Vorpommern. An Ideen mangelt es in dem Bundesland derzeit jedenfalls nicht. Tobias Woitendorf, Tourismuschef in Mecklenburg-Vorpommern, kündigte an, dass es nächste Woche Gespräche zwischen der Landesregierung und Tourismusvertretern geben werde. Dabei soll soll sondiert werden, ob und wie Touristen in den nächsten Wochen ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen können.

Nur sehr wenige Länder auf der Welt haben keine Coronavirus-Infizierten. Ein besonders bei Touristen beliebtes Traumziel gehört dazu: die Cookinseln. Die Inseln im Südpazifik haben sich nun offiziell zu einem coronafreien Gebiet erklärt. Alle Coronavirus-Tests auf den Cookinseln seien negativ ausgefallen, sagte Premierminister Henry Puna. Die Inseln wollen nun langsam zum Alltag zurückkehren.

Aufatmen in Jacksonville im Norden Floridas: Dort sind wieder die Strände geöffnet. Zwischen 6 bis 11 Uhr und von 17 bis 20 Uhr darf man sich an den Stränden aufhalten. Die Strandbesucher sind angehalten, einen Sicherheitsabstand einzuhalten.

18. April: Termin für Aufhebung der weltweiten Reisewarnung unklar, Schleswig-Holstein will sich für Sommerurlaub rüsten, Schloss Neuschwanstein bleibt dicht, »Ruby Princess«-Ermittlungen in Australien gehen weiter, Löwen im Krüger-Nationalpark chillen auf Straße

Wann werden wir wieder unbeschwert in den Flieger steigen können, um im Ausland unseren Urlaub zu verbringen? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Menschen, die aktuell über den Sommerurlaub sinnieren, sondern auch die Politik. Denn die muss dazu erst einmal die weltweite Reisewarnung für Touristen aufheben. Doch das kann dauern: »Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird«, sagte Außenminister Heiko Maas. Die Warnung gilt aktuell noch bis zum 3. Mai. Sie wird wahrscheinlich verlängert, denn wer will schon in ein Land fliegen, indem eine Ausgangssperre gilt oder jederzeit wieder eingeführt wird?

Womit wir bei der nächsten Frage wären: Und jetzt? Urlaub auf Balkonien oder geht vielleicht doch noch etwas, zumindest in Deutschland? Da sieht es schon besser aus. In Schleswig-Holstein denken die Verantwortlichen darüber nach, wie Touristen im Sommer dort ihren Urlaub verbringen können. So erwägt die Regierung in Kiel, ab Mai den Tourismus schrittweise zu öffnen. Zuerst sollen Besitzer von Zweitwohnungen kommen, dann Ferienwohnungen und Hotels ihre Pforten öffnen dürfen.

Viele Bundesländer lassen Schritt für Schritt ab der nächsten Woche ihre Sehenswürdigkeiten wieder öffnen – dazu gehören unter anderem Zoos, Tierparks und Museen. Auf die Highlights in Bayern muss aber noch gewartet werden. So bleiben alle Objekte der Bayerischen Schlösserverwaltung aufgrund der Corona-Pandemie bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Dies betrifft unter anderem eines der populärsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands: Schloss Neuschwanstein. Ebenfalls dicht bleiben Schloss Nymphenburg, Schloss Linderhof und die Münchener Residenz. Wem es genügt, nur von außen zu gucken statt reinzugehen: Die Park- und Gartenanlagen der Schlösserverwaltung sind weiterhin für einen Spaziergang geöffnet.

In Australien haben die Gesundheitsbehörden und die Justiz einen Hals auf die Betreiber des Kreuzfahrtschiffes «Ruby Princess». Das Mega-Schiff mit 2.700 Passagieren an Bord war nach 11 Tagen auf See im März in Sydney eingelaufen, anschließend durften die Menschen das Schiff verlassen, obwohl sehr viele von ihnen Grippe-ähnliche Symptome zeigten. In der Folgezeit schossen die Corona-Infizierten-Zahlen in Australien in die Höhe. Die Justiz hat daher den Verdacht, dass Informationen über die Gesundheitssituation an Bord vertuscht werden sollten. Tausenden Passagieren wurden nun per E-Mail Fragebögen zugeschickt – sie sollen berichten, was sich an Bord zugetragen hat.

Oh, wie süß! Im Kruger-Nationalpark im Südafrika geht wegen der Coronavirus-Pandemie momentan nichts mehr: keine Touristen, keine Safaris. Für die Könige des Parks, die Löwen, keine schlechte Situation: Für sie ist jetzt noch mehr Platz – und Ruhe. Sie nutzen die Straße zum Chillen, seht selbst:

17. April: Politik diskutiert über Sommerurlaub, Söder hält Hotel-Wiedereröffnungen Anfang Juni für möglich, Umfrage: 28 Prozent der Deutschen halten an Sommerurlaub fest, Lufthansa streicht Montreal komplett, CSD Köln auf Oktober verschoben

Je mehr Verbote im Zuge der Coronavirus-Krise aufgehoben werden, desto mehr Menschen fragen sich: Wie sieht es aus mit dem Urlaub im Sommer in diesem Jahr? Auch die Politik diskutiert darüber. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans plädiert für Zurückhaltung. Er sagte gegenüber dem TV-Sender RTL: »Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren.«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird konkreter, er appelliert an die Menschen, sich damit anzufreunden, den Sommerurlaub in Deutschland zu verbringen. »Meine Einschätzung ist, wenn man das Infektionsgeschehen anderer Länder anschaut, ist der Urlaub wohl besser in Deutschland zu machen«, sagte er in »Bild Live«. Es gebe »wundervolle Ziele«. Gleichzeig machte er Hotelliers und Gastronomen Hoffnungen, dass sie »ab Anfang Juni« ihre Betriebe wieder öffnen könnten.

Unterdessen schminkt sich mehr als ein Drittel der Deutschen ihren Sommerulaub ab: 35 Prozent der Wahlberechtigten haben wegen Corona den geplanten Sommerurlaub bereits storniert (14 Prozent) oder angedachte Buchungen verschoben (21 Prozent). Das ergab eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends. An ihren Urlaubsplänen festhalten wollen demnach 28 Prozent, wohingegen 31 Prozent überhaupt nicht vorhatten, in den Urlaub zu fahren.

Die Lufthansa wird ihr Langstrecken-Flugangebot »angesichts der geringen Nachfrage« weiter reduzieren. Das betrifft vor allem eine Stadt: Montreal (Kanada). Dorthin flog die Lufthansa bisher noch dreimal die Woche; diese Verbindung wird nun gestrichen. Damit bleiben noch 15 Langstreckenverbindungen pro Woche übrig: jeweils dreimal wöchentlich von Frankfurt nach Newark und Chicago (beide USA), Sao Paulo (Brasilien), Bangkok (Thailand) und Tokio (Japan). Und sonst? Pro Woche bietet die Lufthansa ab Frankfurt noch 36 Flüge innerhalb Deutschlands und Europa. Ab München werden ab dem 4. Mai nur noch sechs tägliche Verbindungen zu innerdeutschen Städten angeboten.

Der CSD in Köln, Deutschlands größtes LGBT-Festival, das traditionell am ersten Juli-Wochenende gefeiert wird und zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland anzieht, soll nun vom 9. bis 11. Oktober 2020 über die Bühne gehen. Das teilten die Veranstalter gestern Abend auf Facebook mit. Das Berlin Pendant dagegen soll nur online stattfinden. Dagegen regt sich Kritik.

16. April: Sommer ohne Festivals, Oktoberfest auf der Kippe, United Airlines kürzt Flüge um 90 Prozent, Ryanair glaubt an Sommerurlaub 2020, Matterhorn erstrahlt in Deutschland-Flagge-Farben

Es ist die wohl weltweit bekannteste Veranstaltung in Deutschland, die viele Touristen aus dem Ausland anlockt: das Oktoberfest. Dass es in diesem Jahr aber stattfinden wird, wird immer unwahrscheinlicher. Zwar haben Bund und Länder gestern beschlossen, dass Großveranstaltungen »nur« bis zum 31. August verboten bleiben, das es danach aber unbeschwert weiter geht, gilt als ausgeschlossen. Das bestätigt auch Bayerns Ministerpräsident Söder gestern Abend im Bayrischen Rundfunk: »Ich bin sehr, sehr skeptisch und kann mir aus jetziger Sicht kaum vorstellen, dass eine solch große Veranstaltung überhaupt möglich ist zu dem Zeitpunk«, so Söder. Gestern sagte bereits der Veranstalter FKP Scorpio die Festivals Hurricane, Southside, Deichbrand, Elbjazz, Limestone, Highfield und M’era Luna ab.

Auch die Fluggesellschaften in den USA sind von der Coronavirus-Pandamie schwer gebeutelt. Bei United Airlines werden im nächsten Monat nur noch 10 Prozent der sonst üblichen Flugverbindungen bedient werden. Das teilten Geschäftsführer Oscar Munoz und Präsident Scott Kirby in einer Nachricht an ihre Mitarbeiter mit. Unterdessen geht Ryanair-Chef Michael O’Leary davon aus, dass schon ab Juni wieder viele Menschen in den Urlaub fliegen werden. Einen Schritt weiter geht bereits Malaysia Airlines. Die Fluggesellschaft erweitert derzeit sukzessive das internationale Streckennetz für die Monate April und Mai. So wurden insbesondere die Frequenzen nach Australien und Neuseeland, u.a. nach Sydney, Melbourne oder Auckland hochgefahren.

Die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz ist derzeit geschlossen. Auf dem Matterhorn in der Schweiz hat man nun aus Zeichen der Solidarität den Berg in Deutschland-Farben angestrahlt.

15. April: Rückholprogramm fast abgeschlosssen, TUI erhöht Gutschrift für Umbucher, Frankfurter Flughafen: 96,8 Prozent Minus, Amsterdam: leere Grachten, leere Kasssen

Das Rückholprogramm der Bundesregierung für gestrandete Urlauber steht kurz vor dem Abschluss. Rund 225.000 Deutsche sind zurückgeholt worden. Probleme gibt es weiter in Ländern wie Peru, Südafrika, Argentinien und Pakistan und der Türkei. In einigen Ländern wird sich kritisch über das Auswärtige Amt und die Arbeit der Botschaften geäußert.

Der Reiseveranstalter TUI belohnt Reisende, deren Urlaub bis zum 30. April 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, mit einer zusätzlichen Gutschrift. Als Dankeschön für eine Umbuchung erhöht TUI das Reiseguthaben um bis zu 150 Euro pro Buchung. »Unsere Gäste wollen weiterhin reisen und wir möchten alle Urlauber von abgesagten Buchungen belohnen, wenn sie sich mit ihrem Reiseguthaben für einen neuen Termin entscheiden und TUI damit verbunden bleiben«, sagte Hubert Kluske,Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland.

Deutschlands größter Flughafen wird immer menschenleerer: Am Frankfurter Flughafen betrug in der 15. Kalenderwoche (6. bis 12. April) das Minus 96,8 Prozent im Vergleich zur gleichen Kalenderwoche des Vorjahres. Das Passagieraufkommen war bereits in der ersten Aprilwoche (30. März bis 5. April) im Vergleich zur gleichen Kalenderwoche des Vorjahres um 95,2 Prozent zurückgegangen, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit.

In den letzten Jahren beklagte sich Amsterdam über den »Overtourism«: Viel zu viele Touristen tummelten sich im Zentrum der holländischen Hauptstadt. Doch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie hat sich das dramatisch geändert: Die Grachten sind leer, die Kassen der Gastronomen auch, wie die DW in einer Fotogalerie zeigt.

14. April: Urlaub auf Mallorca frühestens ab August, Ansturm auf Nationalpark in China, Paar aus Berlin fährt trotz Coronaverbot nach Mecklenburg-Vorpommern und bleibt am Strand im Sand stecken

Wird es in diesem Jahr möglich sein, auf Mallorca Urlaub zu machen? Diese Frage dürften sich einige Menschen in Deutschland stellen, schließlich gilt Mallorca als Lieblingsinsel der Deutschen. Iago Negueruela, Tourismusminister der Balearen, tritt auf die Bremse. Er geht davon aus, dass man erst im August an einer »behutsamen Rückkehr« zur Normalität denken könne. Für die Monate Mai und Juni hat er keine Hoffnungen.

Oje! Das ging erst mal in die Hose! In China sind nach der monatelangen Ausgangssperre rund 20.000 Chinesen in den Huangshan-Nationalpark im Osten des Landes gestürmt. Der Eintritt war frei. Dicht an dicht liefen sie über die Wanderwege, der Mindestabstand konnte nicht eingehalten werden.

Derzeit sind Urlaubsreisen nach Mecklenburg-Vorpommern verboten. Ein junges Urlaubspaar aus Berlin hielt davon aber wenig und machte sich am Osterwochenende mit dem Auto auf dem Weg zur Ostsee. In Warnemünde angekommen, steuerten sie mit dem Auto den Strand an – und blieben dort im Sand stecken. Ein Abschleppunternehmen musste helfen, was sich aber als schwieriges Unterfangen herausstellte. Die Polizei bekam natürlich Wind von der Sache und leitete Ordnungswidrigksverfahren gegen das Paar ein.

13. April: Justizministerin will Gutscheinlösung zügig umsetzen, US-Gesundheitsbehörde verlängert Kreuzfahrtverbot, ungewöhnliche Strafe für Touristen in Indien, Nicaragua feiert weiter

Wer bereits seine Pauschalreise oder auch nur seinen Flug für den Sommerurlaub gebucht hat, der kann sich immer noch nicht sicher sein, ob er sein Geld zurückerhalten wird oder einen Gutschein akzeptieren muss. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht plädiert für eine Gutscheinlösung. Bevor diese aber in Deutschland gilt, muss die EU-Kommission zustimmen. Das scheint aber fraglich, erst gestern (siehe News vom 12.4. weiter unten) äußerte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen skeptisch zur verpflichtenden Annahme der Gutscheine. Lambrecht sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), niemanden sei gedient, wenn alle betroffenen Reisenden ihre bisher geleisteten Zahlungen zurückfordern und Fluggesellschaften deswegen pleitegingen. Sollte die EU-Kommission den Plänen der Bundesregierung zustimmen, wolle man schnell einen Gesetzentwurf im Bundestag einbringen.

In den USA wird es in den nächsten Monaten keine Kreuzfahrten mehr geben. Grund dafür ist eine Entscheidung des »Centers for Disease Control and Prevention (CDC)«, der US-Gesundheitsbehörde. Sie hat nun die Einschränkungen für Kreuzfahrten bis zum 19. Juli verlängert. In dieser Zeit dürfen Kreuzfahrtschiffe niemanden von Bord lassen. Die sogenannte No Sail Order galt zunächst bis zum 14. April. Sie wurde jetzt um 100 Tage verlängert.

Auch in Indien gelten derzeit strenge Ausgangsbeschränkungen. Zehn Urlauber aus dem Ausland haben dagegen in der Region Tapovan verstoßen. Zur Strafe musste jeder von ihnen fünfhundert Mal den Satz »I did not follow the rules of lockdown so I am so sorry« schreiben. Ausführlichere Informationen und ein Foto der Strafaktion seht ihr hier.

Nicaragua gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, das trotz Coronavirus-Pandemie das öffentliche Leben so gut wie nicht einschränkt. Am Osterwochenende fand sogar das »Summer Music Fest 2020« in El Trapiche statt – organisiert vom nicaraguanischen Tourismusinstitut (Intur). Wie viele Menschen an dem Festival teilnahmen, ist nicht bekannt.

12. April: von der Leyen rät von Sommerurlaub-Buchung ab, Copacabana Palace erstmals in fast 100-jähriger Geschichte geschlossen, Versuchslabor Mallorca?

Kann ich dieses Jahr in den Sommerurlaub fahren? Oder fällt der wegen des Coronavirus komplett ins Wasser? Diese Frage stellen sich viele Menschen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rät dazu, zunächst keine Entscheidung zu treffen. »Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen«, sagte von der Leyen in einem Interview der Bild am Sonntag. Zur angestrebten Gutscheinlösung für Reiseveranstalter äußerte sie sich skeptisch. Rechtlich gesehen hätten die Verbraucher die Wahl zwischen Geldrückzahlung und einem Gutschein. Sie appelliert aber an die Solidarität derjenigen, die bereits eine Vorauszahlung geleistet hätten; wer das Geld nicht dringend benötige, solle die Reiseveranstalter unterstützen und einen Gutschein akzeptieren.

Das Copacabana Palace in Rio de Janeiro ist eine Hotellegende. Es beherbergte in der Vergangenheit zahlreiche Hollywoodstars und Rockgruppen wie die Rolling Stones und U2. Seit Karfreitag nun hat das Luxushotel zum ersten Mal in seiner fast 100 Jahre alten Geschichte wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen – so wie rund 60 andere Hotels in Rio de Janeiro auch. Laut Andrea Natal, Direktorin der brasilianischen Hotelkette Belmond, die das Copacabana Palace betreibt, wurde die Entscheidung zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste getroffen. Das Hotel beschäftigt rund 550 Mitarbeiter. Ende Mai soll das Hotel wieder eröffnet werden.

Auf den Balearen haben sich – im Vergleich zum restlichen Spanien – nur sehr wenige Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Auf Mallorca werden deshalb die Forderungen lauter, die Insel als Erstes wieder für Touristen freizugeben. Von einem »Versuchslabor« für ganz Spanien ist die Rede.

11. April: Zahlreiche Passagiere der »Greg Mortimer« durften Schiff verlassen, Luxus-Reisende in Privatjet am Flughafen Marseille abgewiesen

Das Kreuzfahrtschiff »Greg Mortimer« ist vergangene Nacht (MEZ) in den Hafen der uruguayischen Hauptstadt Montevideo eingelaufen. Zwar befanden sich »nur« 217 Menschen an Bord, davon sollen sich aber rund 60 Prozent mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Gros der Passagiere kommt aus Australien und Neuseeland, es sind aber auch US-Amerikaner, Briten und Bürger anderer europäischer Staaten an Bord. Mehr als 120 Neuseeländer und Australier durften bereits das Schiff verlassen. Sie wurden in mehreren Reisebussen und von der Polizei eskortiert zum Aeropuerto Internacional de Carrasco transportiert. Von dort sollen noch heute die Passagiere nach Melbourne geflogen werden.

Posse am Flughafen in Marseille: Trotz Coronavirus-bedingter Ausgangssperren in Frankreich landete in Marseille ein Privatjet mit Luxus-Urlaubern. An Bord waren sieben Männer zwischen 40 und 50 Jahren und drei Frauen in den Zwanzigern. Am Flughafen warteten bereits drei gecharterte Hubschrauber, die die Luxus-Reisenden in eine Villa nach Cannes fliegen sollten. Dazu kam es allerdings nicht: Unmittelbar nach der Landung wurden die Reisenden wieder nach Großbritannien zurückgeschickt, wie britische Medien berichten.

10. April: Gestrandete Rucksacktouristen in Cusco, Happiness in Christchurch, Condor jetzt mit Erntehelfer-Flügen, Schauinsland zahlt Gelder zurück

Kein Rauskommen: In der peruanischen Stadt Cusco sitzen Rucksacktouristen aus aller Welt in einem Hostel fest. Die Rückholung der Touristen aus Peru zieht sich bereits seit Wochen hin. Es tauchen immer neue bürokratische Hürden auf, berichten die Gestrandeten. Ein Ende des Zwangsaufenthalts sei derzeit nicht in Sicht.

In keinem anderen Land der Welt saßen bis zuletzt so viele Touristen aus Deutschland fest wie in Neuseeland: rund 12.000 gestrandete Urlauber nämlich. Die Hälfte ist mittlerweile ausgeflogen worden. Zunächst ab Auckland, seit dieser Woche auch ab Christchurch. Die Lufthansa flog – als Dankeschön dafür, dass sich die Neuseeländer so fürsorglich um die gestrandeten Deutschen kümmerten – eine Extrarunde über Christchurch. Mehr zu der Rückholaktion vor Ort und den Reaktionen darauf könnt ihr hier nachlesen.

Condor hat in den letzten Wochen über 75.000 Reisende aus aller Welt nach Hause zurückgeholt. Jetzt geht es weiter mit den Sonderflügen. Allerdings nicht wegen weiterer gestrandeter Urlauber. Vielmehr hilft die Airline deutschen Landwirten mit einer eigenen Initiative, Helfer für die anstehenden Ernten in alle Teile Deutschlands zu bringen. Landwirte können ihre Helfer direkt auf der Condor-Webseite einbuchen und erhalten im »Erntehelfer-Paket« nicht nur 30 Kilogramm Freigepäck und den obligatorischen Gesundheitscheck. Sie stellen, so Condor in einer Mitteilung, »durch den Flug mit Condor auch sicher, dass die geltenden Abstandsregeln für ihre Helfer zum Schutz der eigenen Betriebe eingehalten werden, weil auf allen Erntehelfer-Flügen von Condor der Mittelsitz jeder Reihe freibleibt«.

Der Reiseveranstalter Schauinsland arbeitet nach eigenen Angaben »derzeit mit Hochdruck daran die Rückerstattungen von weit über 100.000 Gästen zu bearbeiten«. Die Auszahlung an die Kunden erfolge dabei sukzessive. Die ersten umfangreichen Summen seien bereits erstattet worden. Darüber hinaus werde Schauinsland auch weiterhin alle stornierten Reisen mit dem Abreisedatum bis zum 30. April 2020 voll erstatten. »Wenngleich eine staatliche und abgesicherte Gutscheinlösung von Regierungsseite geplant ist, haben wir uns dazu entschieden, dass wir die Geduld und das Verständnis unserer Kunden nicht länger auf die Probe stellen können. Insbesondere da wir auch um die finanziellen Nöte und Ängste vieler unserer Kunden in Folge von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wissen«, sagte Gerald Kassner, Geschäftsführer von Schauinsland.

9. April: Oberverwaltungsgericht Greifswald kassiert Ausflugsverbote, trotz Verbots Urlauber auf Sylt, AIDA Cruises sagt Reisen bis Ende Mai ab, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern will Sommerferien auf August und September verschieben, Existenzangst auf Spitzbergen

Mecklenburg-Vorpommern geht besonders streng in der Coronakrise vor. Die Landesregierung untersagte es ihren Bürgern unter anderem, zu Ostern Ausflüge im eigenen Bundesland zu unternehmen. Dagegen reichten mehrere Bürger Klagen im Eilverfahren ein. Das Gericht gab den Klägern heute recht.

Zur Zeit ist es für Touristen wegen der Coronakrise auch verboten, die nordfriesischen Inseln zu besuchen. Das scheinen nicht alle Urlauber akzeptieren zu wollen; sie wollen trotzdem über Ostern auf eine der Inseln. Auf Sylt sind nun Wohnungsvermieter aufgefallen, die Urlaubsgäste in ihren Privat-Fahrzeugen in Niebüll abholten und auf die Insel transportierten. Einige Sylter sollen sogar fingierte Arbeitsverträge für Touristen ausgestellt haben, damit Urlauber unter dem Vorwand, auf Sylt zu arbeiten, auf die Insel kommen können.

AIDA Cruises hat alle Reisen bis einschließlich 31. Mai 2020 abgesagt. Alle Gäste, die in diesem Zeitraum eine Reise mit AIDA geplant haben, können den bereits gezahlten Reisepreis in Form eines Reiseguthabens zurückerhalten. »Für das Vertrauen der Gäste bedankt sich AIDA zusätzlich mit einem Bonus in Höhe von 10 Prozent auf die bereits geleistete Zahlung«, teilte der Kreuzfahrtanbieter mit. Wer möchte, kann sich den Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung aber auch erstatten lassen.

Wie könnte der Sommerurlaub 2020 aussehen? Diese Frage umtreibt viele Menschen, vor allem die, die schon eine Reise gebucht haben. Aber auch unter den Tourismusverbänden überlegt man, wie man die Krise am besten bewältigen kann. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern kommt mit der Idee um die Ecke, die Sommerferien wegen der Corona-Krise auf den Spätsommer zu verlegen. In ganz Deutschland sollten die Ferien auf August und September gelegt werden. Der Verband geht davon aus, dass im Spätsommer »die meisten Räume für die Ferien- und Freizeitgestaltung wieder freigegeben sind«. Im Bildungsministerium hält man nichts von dem Vorschlag.

Auf der ganzen Welt steht der Tourismus derzeit still. Auch an so abgelegenen Orten wie Spitzbergen – obwohl es dort bisher keinen einzigen bestätigten Coronafall gibt. Aber auch dort sind die Buchungen binnen »zwei, drei Tagen eingebrochen«. Viele Menschen auf Spitzbergen fürchten nun um ihre Existenz, berichtet die Tagesschau.

8. April: Lufthansa beschließt Aus für Germanwings, NRW-Ministerpräsident Laschet: Urlauber in den Niederlanden derzeit unerwünscht, Singapore-Airlines-Flugbegleiterinnen als »Care Ambassadors«

Der durch die Coronakrise schwer gebeutelte Lufthansa-Konzern zieht bei der Tochter Germanwings die Notbremse: Der Flugbetrieb der Airline wird komplett eingestellt – bisher waren 30 Flugzeuge für Germanwings im Einsatz. Außerdem wird der Konzern sowohl bei der Lufthansa als auch bei Eurowings zahlreiche Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen. Bis zu 80 Flugzeuge sollen wegfallen. Anders als beispielsweise nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geht die Lufthansa nicht von einer schnellen Erholung der Luftfahrt aus. Es werde »Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht«, teilte der Konzern mit.

Die Osterfeiertage sind für viele Bürger in Nordrhein-Westfalen traditionell ein willkommener Anlass, einen Kurztrip nach Holland zu unternehmen. Das soll in diesem Jahr allerdings unterbleiben. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appelliert an die Bürger, in diesem Jahr darauf zu verzichten. »Sie sind da derzeit unerwünscht. Als gute Nachbarn sollten wir einen solchen Wunsch der Niederländer akzeptieren«, sagte Laschet.

Normalerweise bedienen die Flugbegleiterinnen von Singapore Airlines Gäste an Bord. Da aber derzeit der größte Teil der Flugzeugflotte von Singapore Airlines am Boden bleiben muss, arbeitet das Kabinenpersonal auf andere Weise – im Krankenhaus. Am Dienstag leisteten die ersten Flugbegleiter als »Pflegebotschafter« im Krankenhaus Khoo Teck Puat in Singapur ihren Dienst. Laut einer Pressemitteilung des Krankenhauses wird die Flugbesatzung von Singapore Airlines überlasteten Krankenhausteams Hilfe leisten. Die Flugbegleiterinnen werden risikoarmen Stationen zugewiesen und sollen in den nächsten Wochen Krankenhauspflegeteams bei einfachen Tätigkeiten unterstützen.

7. April: 14 Tage Quarantäne für Deutschland-Heimkehrer, Kreuzfahrtschiff Greg Mortimer vor Uruguays Küste, Wanderreisespezialist Wikinger sagt Reisen bis Ende Mai ab, alltours zahlt Geld zurück

Wer ab dem 10. April aus dem Urlaub im Ausland nach Deutschland zurückkehrt, der muss sich 14 Tage lang in häusliche Quarantäne begeben. Die Regelung gilt nicht für Berufspendler. Da ohnehin bis Ende des Monats eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die gesamte Welt gilt und bis zum 10. April die meisten Urlauber zurückgeholt worden sein werden, dürfte die Regelung wohl nur für sehr wenige Menschen gelten.

Auf vielen Kreuzfahrtschiffen haben sich in den vergangenen Wochen Passagiere und Crewmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten Schiffe sind mittlerweile in Häfen zurückgekehrt. Nicht so das Kreuzfahrtschiff Greg Mortimer, das derzeit vor der Küste Uruguays angedockt ist. An Bord des Schiffes sind mindestens 81 Passagier und Bordmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Das uruguayische Außenministerium teilte mit, dass die Passagiere das Schiff nicht verlassen können, solange nicht klar ist, wie die Abreise organisiert wird. Das gilt nicht nur Schwererkrankte; sie wurden in Krankenhäuser gebracht.

Wikinger Reisen sagt alle Flugreisen bis Ende Mai ab. Betroffen davon sind mittlerweile über 10.000 Gäste. Den von Reiseabsagen betroffenen Gästen bietet der Veranstalter Alternativen an. Ein großer Teil bucht auf Sommer- oder Herbsttermine um. »Wir sind dabei so kulant wie möglich und versuchen für die meisten eine kostenfreie Umbuchung zu realisieren«, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Daniel Kraus. Allerdings haben Urlauber weiterhin die Wahl: die Reise verschieben oder Geld zurückzahlen lassen. Trotz der Zustimmung der Bundesregierung werde der Veranstalter den Reisegutschein nicht verpflichtend einführen.

Wer bereits für seine Urlaubsreise im April in Vorkasse getreten ist, fürchtet womöglich die Diskussion mit dem Reisebüro oder Veranstalter darüber, ob das Geld auch zurückgezahlt werden wird. Alltours-Kunden können dagegen aufatmen: Für alle von alltours flugreisen stornierten Reisen aus dem Pauschal- und Individualprogramm mit Abreisen zwischen dem 17. März 2020 und 30. April 2020, werden die geleisteten Zahlungen an die Kunden ab sofort zurückerstattet, teilte der Veranstalter mir.

6. April: Österreich will Coronavirus-bedingte Verbote lockern, Flughafen Stuttgart ab heute geschlossen, Andocken des Kreuzfahrtschiffes Ruby Princess am 19. März in Sydney hat ein Nachspiel, Indien: Bahnwaggons werden Isolierstationen

Österreich will langsam zurück zur Normalität kehren. Einige Geschäfte und Baumärkte dürfen nach Ostern (14. April) wieder öffnen. Auch die Tourismusbranche darf sich Hoffnungen machen. So sollen Restaurants und Hotels ab Mitte Mai wieder öffnen dürfen.

Von heute an bis zum 22. April wird der Flughafen Stuttgart geschlossen. Grund ist die Teilerneuerung der Runway. Es wird ein Abschnitt der Betondecke erneuert. In dieser Phase wird es keinen Flugbetrieb geben. Flüge wie z.B. Frachtflüge mit medizinischen Gütern oder Rettungsflüge werden in dieser Phase umgeleitet. Danach schließen sich die regulären Bauarbeiten an. Diese dauern von Donnerstag, 23.04.2020 bis einschließlich Mittwoch, 17.06.2020. In dieser Zeit kann der Flugbetrieb parallel zu den Bauarbeiten weiterlaufen.

Die Polizei in New South Wales in Australien wird die Umstände untersuchen, unter denen am 19. März das Kreuzfahrtschiff Ruby Princess angedockt ist und Passagiere von Bord gehen durften. Grund sind die vielen Passagiere und Bordmitglieder, die in den Tagen danach positiv auf Covid-19 getestet wurden – zum Zeitpunkt des Andockens des Schiffes wurden aber keine Covid-19-Fälle identifiziert. Es wird erwartet, dass  Tausenden Zeugen befragt werden, darunter der Schiffskapitän, Ärzte, Besatzungsmitglieder und Passagiere sowie Beamte der Bundes- und Landesregierung.

In Indien fahren seit dem 26. März keine Personenzüge mehr. Indian Railways, die Bahngesellschaft des Landes, setzte den Betrieb an dem Tag aus. Nun teilte das Unternehmen mit, bis zu 20.000 alte Eisenbahnwaggons in Isolierstationen für Patienten umzuwandeln. Indian Railways, das der viertgrößte Bahnbetreiber der Welt und Indiens größter Arbeitgeber ist, betreibt bereits 125 Krankenhäuser im ganzen Land und verfügt daher über das nötige Know-how, um solche Isolierstationen aufzubauen und zu betreiben, so der US-Sender CNN.

5. April: Coral Princess in Miami angekommen, »Hilfssheriffs« in Mecklenburg-Vorpommern, Tourismus-Professor: »Interkontinental reisen können wir bestenfalls wieder 2021«

Das Kreuzfahrtschiff Coral Princess der US-amerikanischen Reederei Princess Cruises hat gestern den Hafen von Miami erreicht. Unklar ist derzeit, wann alle der über 1.000 Passagiere und 878 Besatzungsmitglieder von Bord gehen dürfen. Zuerst werden die schwer Erkrankten in örtliche Krankenhäuser gebracht, sagte Bürgermeister Carlos Gimenez. Die Reederei hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass 12 Personen an Bord – sieben Gäste und fünf Besatzungsmitglieder – positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Zwei Gäste starben während der Kreuzfahrt an Bord.

Mecklenburg-Vorpommern hat es Touristen untersagt, das Land derzeit zu besuchen. Wer dagegen verstößt, dem drohen Bußgelder. Die Einhaltung der scharfen Bestimmungen und die Angst vor dem Coronavirus ermutigt offenbar Bewohner des Bundeslandes dazu, in die Rolle des »Hilfssheriffs« zu schlüpfen. Fahrer von Autos mit auswärtigem Kennzeichen berichten von rüpelhaftem Ausfällen der Ortsansässigen. Die negativen Folgen der Coronakrise für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern an Ostern könnt ihr hier nachlesen.

Christian Laesser, Touristik-Professor an der Universität St. Gallen, rechnet damit, dass erst 2021 wieder interkontinentale Reisen möglich sein werden. Er gehe nicht davon aus, dass alle Beschränkungen auf einmal wieder aufgehoben werden: »Wahrscheinlich tritt zuerst im Inland eine Lockerung ein, wodurch es mehr Inlandsreisen gäbe. In einer weiteren Phase ist eine europäische beziehungsweise eine kontinentale Lockerung denkbar«, so Laessers Einschätzung. Erst in einer letzten Phase, wenn wirklich alle Restriktionen aufgehoben seien, werde der Tourismus wieder zwischen den Kontinenten stattfinden, sagte Laesser in einem Interview der Neue Zürcher Zeitung.

4. April: Kritik an Einreisebeschränkungen innerhalb Deutschlands, Australiens Einwanderungsminister droht Touristen mit Strafen, USA: Spring-Break-Urlauber infiziert

Spätestens ab morgen heißt es in ganz Deutschland: Hallo, Frühling! Sonne satt und Temperaturen von bis zu 25 Grad erwarten die Metereologen für die komplette nächste Woche. Mit Blick auf die Tagesausflügler bereitet dies den Behörden Sorgen: Sie sorgen sich darum, dass sich an populären Touristen-Hotspots zu viele Ausflügler drängeln könnten. Verschiedene Bundesländer und Landkreise wollen daher schon ab heute ihre populären Ausflugsziele abriegeln oder sie durch Ordnungsamt und Polizei kontrollieren. Das wird von Politikern der Linken und der Grünen kritisiert.

Australien hat Touristen damit gedroht, sie rauszuschmeißen, wenn sie die Distanz-Regeln des Landes nicht einhalten. Während einer Pressekonferenz hatte Einwanderungsminister Alan Tudge eine klare Botschaft an Reisende, die negativ auffallen: Dann würden nicht nur Geldstrafen fällig. Man werde sie auch außer Landes befördern und ihnen in Zukunft verbieten, wieder nach Australien einzureisen. Unabhängig davon appelliert er an internationale Touristen, das Land zu verlassen. Die meisten von ihnen sind Briten. »Allein nächste Woche gibt es 150 Flüge nach London – also gibt es Möglichkeiten für Leute, nach Hause zu kommen. Und wir bitten sie, davon Gebrauch zu machen.« Auch Premierminister Scott Morrison schloss sich dem Appell an.

Die Spring Breaks haben in den USA eine lange Traditionen. Studenten nutzen die Ferien zwischen Winter- und Sommersemester, um gemeinsam in den Urlaub zu fahren und ausgiebig zu feiern. Besonders Mexiko und Florida stehen bei den US-Studenten hoch im Kurs. 211 Studenten der University of Texas in Austin flogen vom 14. bis zum 19. März nach Cabo San Lucas in Mexiko, obwohl die US-Behörden zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ansammlungen von mehr als 10 Personen warnten. Nun teilte die Universität in Austin mit: Mehrere Dutzend der 211 Studenten wurden positiv auf das Coronavirus getestet. 

3. April: Heimflüge aus Neuseeland gestartet, Frankfurter Flughafen nutzt Stille zur Erneuerung der Piste, Bundesregierung: Gutscheine statt Rückzahlung, Tourismusminister der Türkei hofft auf Sommersaisonbeginn Ende Mai, ADAC warnt vor Osterausflügen, Ahrtal appelliert: Bitte keine Ausflüge

Nun ist auch Neuseeland an der Reihe: Die dort gestrandeten Touristen aus Deutschland und anderen Ländern der EU werden an diesem Wochenende endlich ausgeflogen.

Die südliche Start- und Landebahn am Flughafen Frankfurt wird ab kommenden Montag vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Zeit der Stilllegung nutzt der Flughafenbetreiber für eine anstehende Instandsetzungsmaßnahme der Piste. Kurz vor Ostern sollen Asphaltfräsen auf die Südbahn rollen. Die Bahn erhält dann eine neue Deckschicht. Die Arbeiten finden ausschließlich tagsüber über einen Zeitraum von rund drei Wochen statt.

Bekomme ich mein Geld für eine gebuchte Urlaubsreise zurück oder muss ich mich mit einem Gutschein zufrieden geben? Diese Frage umtreibt aktuell viele Menschen, die bereits ihren Urlaub gebucht haben. reisen EXCLUSIV berichtete ausführlich darüber; die Gutscheinlösung ist höchst umstritten, vor allem Verbraucherschützer lehnen sie ab. Die Bundesregierung will nun offenbar die Gutscheinlösung durchsetzen, allerdings muss die Europäische Kommission noch zustimmen.

Mehmet Nuri Ersoy, Kultur- und Tourismusminister der Türkei, hofft, dass der Tourismus in dem Land zum Ende des Ramadan-Festes wieder aufgenommen werden kann. Das Fest endet am 23. Mai. Man wolle zunächst mit dem Inlandstourismus beginnen, so der Minister.

Der ADAC rät – auch in Bundesländern ohne strenge Ausgangsbeschränkungen – nach Möglichkeiten Fahrten über Ostern zu unterlassen und am besten zu Hause zu bleiben. Zu bedenken sei auch, dass an Ausflugszielen der Mindestabstand möglicherweise nicht eingehalten werden könne. Von Ausflügen an beliebte Orte werde daher abgeraten. Es könne außerdem zu regionalen Ausflugsverboten und Sperrungen von Parkplätzen bekannter Ausflugsziele kommen. So hat die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern bereits ausdrücklich Ausflüge an die Ostsee und die Mecklenburgische Seenplatte verboten.

Das Ahrtal ist ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz. Vor allem am Wochenende. In der Coronakrise ist das allerdings problematisch. Cornelia Weigand, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Ahrtal, blickt daher mit Sorge auf das Wochenende, wenn im Rheinland Sonne und Temperaturen von bis zu 22 Grad erwartet werden.

2. April: Wohin die Lufthansa noch fliegt, Terminal 2 am Frankfurter Flughafen schließt, Neuseeland erlaubt Ausreise Tausender Touristen, Grand-Canyon-Nationalpark komplett geschlossen, deutscher Botschafter in Katar dankt Qatar Airways für Flüge

Die Lufthansa bietet aktuell nur noch eine »dringend notwendige Grundversorgung« an, teilte die Airline heute mit. Insgesamt 18 wöchentliche Langstreckenverbindungen stehen auf dem Flugplan: jeweils dreimal wöchentlich von Frankfurt nach den US-Städten New York-Newark und Chicago, Montreal (Kanada), Sao Paulo (Brasilien), Bangkok (Thailand) und Tokio (Japan). Darüber hinaus bietet die Airline aus ihren Drehkreuzen Frankfurt und München noch rund 50 tägliche Verbindungen zu den wichtigsten Städten in Deutschland und Europa an.

Aufgrund des geringen Passagieraufkommens infolge der Coronakrise hat sich die Fraport AG dazu entschlossen, Terminal 2 des Frankfurter Flughafens zu schließen. Ab dem 7. April wird das derzeit nur noch im Bereich E betriebene Terminal 2 bis auf Weiteres nicht mehr für die Passagierabfertigung genutzt. Alle Check-ins werden ab dem 7. April in Halle B und C im Terminal 1 gemacht, das Boarding an den Flugsteigen A und B.

Das hat lang gedauert, aber nun gab Neuseelands Regierung grünes Licht: Tausende gestrandete Urlauber, darunter rund 12.000 Deutsche, dürfen Neuseeland in den nächsten Tagen verlassen. Vize-Premierminister Wilson Peters sagte, man habe die Ausreise sorgfältig organisieren müssen. Unter den vielen Touristen aus Deutschland sollen auch viele sein, die in den vergangenen Tagen von Südseeinseln zusammengezogen worden seien.

Auch wenn die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie in den USA den Eindruck vermittelt, im ganzen Land stünde das Leben still: Dem ist nicht so. In vielen US-Bundesstaaten haben einige Attraktionen noch geöffnet. Aber es werden immer weniger. Jetzt hat auch der Grand-Canyon-Nationalpark seine Pforten komplett geschlossen. In den letzten Tagen und Wochen hatte der Park als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie den Betrieb kontinuierlich eingestellt, einschließlich der Nichterhebung von Eintrittsgeldern an den Stationen Desert View und South Entrance, der Schließung von Campingplätzen, einigen Wanderwegen, Hotels und Lodges, Touren, Besucherzentren und Museen. 

Akbar Al Baker, Chef von Qatar Airways, traf sich mit Hans-Udo Muzel, dem deutschen Botschafter in Katar. Dieser sprach der Airline seinen Dank dafür aus, dass sie in dieser schwierigen Zeit Tausende von Deutschen aus ganz Asien nach Deutschland geflogen hat, trotz großer Herausforderungen angesichts der weltweiten Pandemie, Flugausfälle und Flughafensperrungen. Auch wenn die Einreise nach Deutschland seit dem 18. März 2020 eingeschränkt ist, hält Qatar Airways weiterhin folgende Verbindungen für deutsche Staatsbürger, ihre Familienangehörigen sowie andere in Deutschland ansässige Personen offen: bis zu drei tägliche Flüge nach Frankfurt, einen täglichen Flug nach München und vier wöchentliche Flüge nach Berlin-Tegel.

1. April: Drama um MS Zandaam und MS Rotterdam geht weiter, letzte Rettungsflüge aus Thailand vor Flughafenschließung, Mallorca droht Verlust von 1,4 Milliarden Euro

Nur noch sehr wenige Kreuzfahrtschiffe sind derzeit auf den Weltmeeren unterwegs. Die MS Zandaam und die MS Rotterdam der Reederei Holland America Line gehören dazu. Beide Schiffe sind auf dem Weg nach Fort Lauderdale, nachdem mehrere Staaten in Lateinamerika es ihnen untersagten, in ihren Häfen einzulaufen. Nun gibt es auch Probleme in Fort Lauderdale. Floridas Gouverneur Ron DeSantis will vor allem die MS Zandamm, auf der sich vermutlich einige Passagiere mit dem Coronavirus infiziert haben, nicht in Florida anlegen lassen. DeSantis sagte, es wäre »ein Fehler«, die Passagiere des Luxusliners zur Behandlung an Land zu bringen, da Süd-Florida bereits eine hohe Anzahl neuer Coronavirus-Infektionen aufweise und diese Rate steige.


In Thailand sind besonders viele Touristen aus Deutschland im Zuge der Coronakrise gestrandet. Viele von ihnen sitzen noch immer fest. Zwischen dem 2. und 7. April sollen die letzten Individualreisenden aus Bangkok und Phuket ausgeflogen werden. Alle Rückholflüge werden durch die Condor durchgeführt. Spätestens bis zum 10. April sollten alle Urlauber aus Phuket ausgeflogen sein, denn dann soll der Flughafen dort schließen. Die Fluggesellschaft Bangkok Airways stellt den Flugbetrieb in Thailand vom 7. bis 30. April komplett ein.

Wie nahezu überall in Europa, ist der Tourismus auch auf Mallorca zum Erliegen gekommen. Die Insel ist besonders hart getroffen, da sie sehr stark vom Tourismus lebt. Ein Ökonom rechnet damit, dass Mallorca 1,4 Milliarden Euro durch die Krise verliert.

31. März: Trump erwägt Verlängerung des Einreisestopps für Europäer, AirBnB entschädigt Vermieter, 91 Prozent weniger Passagiere am Frankfurter Flughafen

Seit dem 12. März dürfen Europäer nicht mehr in die USA reisen. Die US-Regierung hatte an dem Tag einen Einreisestopp für Europäer verfügt. Er sollte bis Mitte April gelten. Doch der Termin dürfte mittlerweile Makulatur sein. US-Präsident Donald Trump sagte gestern während einer Pressekonferenz im Garten des Weißen Hauses, er erwäge eine Verlängerung der Einreiserestriktionen bis Ende April. Auch könnten weitere Länder hinzukommen. Details sollen vermutlich heute oder morgen bekanntgegeben werden.

Auch Vermieter von AirBnB-Unterkünften leider aktuell unter der Coronakrise: Kaum jemand verreist noch, die Zimmer und Wohnungen bleiben leer. Immerhin gibt es jetzt eine gute Nachricht für jene Vermieter, die von Stornierungen von Wohnungs- und Zimmerbuchungen für den Zeitraum zwischen dem 14. März und dem 31. Mai 2020 betroffen sind. Sie sollen 25 Prozent ihres Mietpreises von AirBnB erstattet bekommen, teilte das Unternehmen auf seiner Website mit.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Frankfurter Flughafen sind dramatisch. Deutschlands größter Airport verzeichnete in der 13. Kalenderwoche (23.-29. März 2020) einen Rückgang von 91 Prozent aller Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so der Flughafenbetreiber Fraport.

30. März: Auswärtiges Amt: 175.000 Deutsche zurückgeholt, Robert-Koch-Institut aktualisiert Risikogebiete: Österreich, Paris und New Jersey hinzugekommen, Easyjet stellt Betrieb ein, Condor hat 67.000 Deutsche zurückgeholt, kuriose Flüge wegen Corona-Krise

Laut Angaben des Auswärtigen Amtes sind im Rahmen der Rückholaktion bisher 175.000 Deutsche in die Heimat geflogen worden. Das teilte Außenminister Heiko Maas auf Twitter mit:

Problematisch ist aktuell vor allem die Situation in Neuseeland. Die dortige Regierung untersagte weitere Flüge bis einschließlich Dienstag. Für Südafrika zeichnet sich dagegen eine Lösung ab.

Klar: Im Moment ist Reisen erst mal nicht mehr angesagt. Dennoch ist interessant zu erfahren, in welchen Regionen der Welt im Moment eine besonders hohe Ansteckungsgefahr herrscht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) aktualisiert dazu regelmäßig seine Coronavirus-Risikogebiets-Liste. Seit Freitagabend ist ganz Österreich vom RKI als Risikogebiet eingestuft. Vorher galt dies lediglich für das Bundesland Tirol. In Frankreich ist die Region Île-de-France, in der auch die Hauptstadt Paris liegt, hinzugekommen. Gleiches gilt für den US-Bundesstaat New Jersey. Entfernt wurde dafür China.

Nun auch Easyjet: Nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen immer mehr Airlines ihren Betrieb eingestellt haben, tritt nun auch Easyjet den Rückzug an. Wann es womöglich weitergehen wird, teilte das Unternehmen nicht mit.

Condor hat in den vergangenen zwei Wochen knapp 67.000 Gäste zurück nach Deutschland gebracht. Als Teil der Luftbrücke des Auswärtigen Amts und in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern unterstützt die Airline so die größte Rückholaktion der deutschen Geschichte. Im Rückflugplan stehen auch weiterhin klassische touristische Ziele wie Kuba und die Kanarischen Inseln, aber auch Ziele, die Condor eigentlich gar nicht anfliegt, wie Bali, Guatemala, Sri Lanka, Honduras, Nicaragua, Thailand und Australien.

Das Reiseportal travel-dealz.de hat in den letzten Tagen zahlreiche kuriose Flüge festgestellt, »die zu normalen Zeiten undenkbar wären«, schreibt das Portal. So flog Air Tahiti Nui mit einem Boeing 787-9 Dreamliner in 16 Stunden nonstop von Papeete nach Paris. Mit 16.000 km Distanz handele es sich um den längsten Linienflug der Welt. Weitere ungewöhnliche Flüge könnt ihr hier nachlesen.

29. März: TUI fly veröffentlicht als erste Airline den Sommerflugplan 2021, MS Zaandam darf Panama-Kanal durchqueren, Wuhans Flughafen vor Wiedereröffnung, Einheimische in Snowdonia stoppen Urlauber aus Sheffield

Als erste deutsche Airline hat TUI fly den Flugplan für die Sommersaison 2021 freigeschaltet. »Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus können viele Reisen derzeit nicht wie geplant stattfinden. Wir ziehen deshalb die Buchungsfreigabe für den Sommer 2021 vor, um unseren Fluggästen zusätzliche Flexibilität und Sicherheit bei der Reiseplanung zu bieten, sodass sie die langersehnte Auszeit auch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben können«, sagt Oliver Lackmann, Geschäftsführer TUIfly GmbH.

Die Odyssee des Kreuzfahrtschiffes MS Zaandam der Reederei Holland-America Line dürfte bald zu Ende sein. Nach tagelangen Verhandlungen erlaubte die Regierung von Panama die Fahrt des Schiffes durch den Panama-Kanal. Damit kann das Schiff nun zügig Kurs auf den Hafen in Fort Lauderdale nehmen. Zuvor hatten mehrere Staaten dem Schiff untersagt, in ihren Häfen einzulaufen. An Bord des Kreuzfahrtschiffes haben sich offenbar viele Passagiere und Crew-Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Vier Passagiere sind mittlerweile gestorben. Weitere Dutzende Menschen an Bord zeigen grippeähnliche Symptome. Das Schiff, auf dem sich rund 1.250 Passagiere befinden, überwiegend US-Amerikaner, Briten und Australier, war am 7. März in Buenos Aires in See gestochen.

Die chinesische Provinz Hubei ist auf dem Weg zurück in die Normalität. Ab heute sind dort wieder Inlandsflüge erlaubt. Grund ist die stark gesunkene Zahl der Coronavirus-Fälle. Die Flüge von und nach Wuhan, dem ursprünglichen Epizentrum des Virus, werden am 8. April um Mitternacht wieder aufgenommen. An dem Tag soll die Sperrung der Stadt voraussichtlich aufgehoben werden.

Auch die Briten sollen zu Hause bleiben – und auf keinen Fall durch die Gegend reisen. Ein junger Mann aus Sheffield tat dies trotzdem. Er setzte sich in sein Auto und fuhr in den Snowdonia-Nationalpark nach Wales. Einheimische waren darüber empört und stellten den Mann zur Rede. Dabei hinderten sie ihn an der Weiterfahrt. Ein Video davon könnt ihr hier sehen.

28. März: Hunderte Deutsche aus Nepal ausgeflogen, Klage-Vorbereitungen gegen Tirol, TUI erlaubt kostenlose Umbuchungen für Reisen bis Ende Mai, Lufthansa und Eurowings: Nachbarsitze bleiben frei

Noch immer sitzen Zehntausende Deutsche im Ausland fest. Viele Urlauber üben dabei harsche Kritik an den Airlines und den Botschaften. Diese seien oft nicht erreichbar, auf Informationen warte man vergeblich. Derweil hat ein von der Bundesregierung am Freitag gecharterter Flug im Rahmen der Rückholaktion Hunderte Touristen aus Nepal nach Frankfurt geflogen. Der Charterflug von Qatar Airways startete mit 305 Personen an Bord, sagte Deo Chandra Lal Karna, ein Beamter am Tribhuvan International Airport in Kathmandu. Heute sollen zwei weitere Flüge starten. Die Behörden in Nepal schätzen, dass sich rund 10.000 Touristen in dem Land aufhalten.

Der österreichische Verbraucherschutzverein VSV hat gegen die Tiroler Behörden eine sogenannte Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Den Behörden in Tirol wird vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen eines Coronavirus-Ausbruchs in Ischgl reagiert zu haben. Über die Hintergründe der eng verwobenen Tourismuswirtschaft in Tirol und welche fatalen Auswirkungen diese auf die Ausbreitung des Coronavirus gehabt haben könnte, berichtet ausführlich der Semiosiblog aus Österreich.

Urlauber, die im Mai eine Reise geplant haben, überlegen zur Zeit, ob sie diese antreten können – oder überhaupt noch möchten. TUI bietet deshalb gebührenfreie Umbuchungen für alle Abreisen im Mai 2020. Der weltweit größte Reiseveranstalter kontaktiert alle Kunden, die in diesem Zeitraum eine TUI- oder airtours-Reise gebucht haben und gibt ihnen die Möglichkeit, sich für einen anderen Reisezeitraum zu entscheiden. Ob die Urlauber ihre Reise im Reisebüro oder online gebucht haben, spielt dabei keine Rolle.

Lufthansa und Eurowings führen weitere Regeln ein, um den Abstand zwischen Fluggästen sicherzustellen. Auf allen Flügen aus Deutschland werden seit gestern Nachbarsitze an Bord in der Economy Class und Premium Economy Class geblockt und bleiben frei. Dies gilt auch für innerdeutsche Flüge. Auf Flügen nach Deutschland komme diese Regelung nicht zur Anwendung, weil die Rückholung möglichst vieler Menschen in ihre Heimat höchste Priorität habe, so das Unternehmen. Zudem werden alle Lufthansa- und Eurowings-Flüge auf innerdeutschen Flughäfen ab sofort nur noch an Gebäudepositionen positioniert, wo immer das möglich sei. So sollen Busfahrten der Fluggäste vermieden werden. Wo dies nicht kurzfristig möglich ist, werden bereits seit einigen Tagen doppelt so viele Busse eingesetzt wie üblich.

27. März: Reise-Stornierungen: Gutschein statt Geld?, unzählige Wanderer in Grasgehren-Riedbergerhorn, Australien-Heimkehrer unter Quarantäne, Coronavirus-Infizierter aus Deutschland ignoriert Quarantäne-Auflage in Südafrika

Normalerweise erhalten Kunden ihr Geld zurück, wenn Reiseveranstalter oder Airlines die Reise stornieren. Das könnte sich möglicherweise ändern. Stattdessen soll es in der Coronoakrise erlaubt sein, Kunden mit Gutscheinen zu entschädigen. So sollen Airlines und Veranstalter vor der Pleite geschützt werden. Verbraucherschützer lehnen das ab.

Von allen Bundesländern hat Bayern die strengsten Ausgehbeschränkungen erlassen. Nur wenn triftige Gründe vorliegen, ist das Verlassen der eigenen Wohnung noch erlaubt. Treffen in der Öffentlichkeit sind dort verboten. Das gilt natürlich auch für Wanderer und Ausflügler. Doch nicht alle halten sich daran. Die Polizei in Oberstdorf stellte fest, dass unzählige Wanderer und Skitourengeher in Grasgehren-Riedbergerhorn bei Oberstdorf unterwegs seien. Vereinzelt reisten die Personen aus anderen Landkreisen an, um zu den Ausflugsorten zu gelangen. Die örtliche Bergwacht teilte mit, dass sich vor allem am Gipfelkreuz Menschen dicht an dicht drängen und somit gegen die Abstandsregeln verstoßen. Die Gemeinde Oberstdorf hat inzwischen sämtliche Wanderwege gesperrt, auch alle Wanderparkplätze sind geschlossen.

Alle Australier, die ab kommenden Samstag aus dem Ausland in ihr Heimatland zurückkehren, werden unter Quarantäne gestellt. Dabei handelt es sich nicht um eine Quarantäne in den eigenen vier Wänden; die Rückkehrer werden in Hotels untergebracht.

Ungemach durch die Justiz in Südafrika droht einem Touristen aus Deutschland, der während seines Urlaubs im Kruger Nationalpark positiv auf das Coronavirus getestet wurde und sich anschließend nicht an die Quarantäne-Auflagen der Behörden hielt. Stattdessen verließ er den Park und reiste nach St. Lucia in KwaZulu-Natal, wo er offenbar mit einer unbekannten Anzahl von Menschen Kontakt hatte. Der Mann wurde sofort in einem Krankenhaus unter Quarantäne gestellt. Ihm droht eine Anklage wegen versuchten Mordes.

26. März: Ryanair: Pause im April und Mai, Russland stellt internationalen Flugverkehr ein, Gäste der MS Artania vor Australien sollen ausgeflogen werden, Four Seasons in Manhattan lässt Ärzte und Pflegekräfte umsonst übernachten, Kirschbaumblüte: Tokios Straßen voll trotz Warnungen, Udo Lindenberg hat Hotel Atlantic verlassen

Der irische Billigflieger Ryanair wird für mindestens zwei Monate lang den Flugbetrieb komplett einstellen. Airline-Chef Michael O’Leary sagte, man gehe davon aus, dass bis Ende Mai nicht geflogen werde.

Russland stellt ab morgen (27. März) den internationalen Flugverkehr ein. Einzige Ausnahme: Charterflüge, die russische Staatsbürger nach Hause bringen.

Noch immer sind einige Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Die MS Artania ist mittlerweile in Fremantle in Australien angekommen. Der Hafen liegt nur weniger Kilometer vom internationalen Flughafen in Perth entfernt. Nach Prüfung durch die australischen Gesundheitsbehörden sind sieben bestätigte Fälle mit einer  Covid-19-Ansteckung an Bord. Unter den rund 1.200 Passagieren befinden sich überwiegend Deutsche. Der Veranstalter Phoenix Reisen hofft, dass sie Australien noch am Wochenende mit dem Flugzeug verlassen können.

Das Four Seasons Hotel in New York City stellt Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern kostenlos seine Zimmer zur Verfügung. »Viele von ihnen müssen nach einem 18-Stunden-Arbeitstag weite Strecken bis nach Hause zurücklegen. Sie brauchen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes einen Ort, an dem sie sich ausruhen und regenerieren können«, sagte Four-Seasons-Chef Ty Warner. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo bedankte sich via Twitter für die Unterstützung – und hofft, dass weitere Hotels dem Beispiel folgen werden.

Auch in Japan hat die Regierung an die Menschen appelliert, zu Hause zu bleiben. In Tokio verhallte dieser Appell ungehört: CNN-Reporter Will Ripley berichtet über volle Straßen. Besonders stark frequentiert war die Gegend rund um den Fluss Meguro, wo derzeit zahlreiche Kirschbaumblüten zu bestaunen sind.

Musikidol Udo Lindenberg wohnt seit Jahren im Hotel Atlantic in Hamburg. Das hat er nun verlassen, berichtet die Bild-Zeitung. Er befände sich an einem geheimen Ort, um die Corona-Zeit zu überstehen, wird sein Manager zitiert.

25. März: Ausgangssperren in Indien, Panama und Neuseeland, Knatsch in Brasilien über Maßnahmen, Touristen in Kuba müssen in Quarantäne bis zum Rückflug

Was in Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, Belgien und Deutschland schon sein ein paar Tagen gang und gäbe ist, vollziehen nun immer mehr Länder der Welt: Ausgangsbeschränkungen. In den letzten Stunden folgten u.a. Indien, Panama und Neuseeland.


Auch die brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo sowie Städte wie Salvador da Bahia haben Ausgehbeschränkungen verhängt. Präsident Jair Bolsonaro ist damit überhaupt nicht einverstanden. Wenn man sich mit dem Corona-Virus infiziere, bekomme man allenfalls eine »gripezinha« (kleine Grippe) oder ein »resfriadinho« (kleine Erkältung). Die Wortauswahl des Präsidenten verrät, wie er das Virus einschätzt: als harmlos. Wörter mit den Endungen -inha und -inho werden in Brasilien oft als Zeichen der Verniedlichung benutzt.

Am Freitag kündigte Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel an, dass das Land in drei Tagen die Grenzen schließen werde. Unzählige der 60.000 Touristen auf der Insel versuchten daraufhin, noch einen Flug nach Hause zu ergattern. Vielen ist das nicht gelungen. Mehr als 30.000 Touristen verharren aktuell immer noch auf Kuba. Sie müssen nun in Quarantäne und warten darauf, im Rahmen der Rückholaktion in ihre Heimatländer fliegen zu dürfen.

24. März (Teil 2): Wohnmobil-Urlauber sitzen in Marokko fest, Tegernsee-Gemeinden wollen Ausflügler von Besuch abhalten, Thailands König mietet komplettes Hotel in Garmisch-Partenkirchen

Eigentlich dachte man, dass alle deutschen Marokko-Urlauber das Land noch rechtzeitig verlassen konnten. Und nun das: Zahlreiche Wohnmobil-Urlauber sitzen noch in dem Land fest. Sie schafften es offenbar nicht mehr rechtzeitig zu den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla.

Am Tegernsee fürchtet man offenbar zahlreiche Ausflügler aus München. »Seien Sie solidarisch, bleiben Sie zu Hause, damit Sie bald wiederkommen können«, sagte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Bürgermeister der Region schrieben zudem einen Brief an die Landtagsabgeordnete Ilse Aigner. Darin fordern sie, dass die Allgemeinverfügung des Freistaats dahingehend erweitert werden solle, dass sich die Menschen nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Die bayerische Landesregierung will der Forderung aber offenbar nicht nachkommen.

Auch da staunt Bayern nicht schlecht: Maha Vajiralongkorn, König von Thailand, hat in Garmisch-Partenkirchen ein Hotel komplett für seinen Hofstaat gemietet. Es handelt sich dabei um das Grand Hotel Sonnenbichl. Auf der Website des Hotels heißt es: »Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund unserer sehr guten Auslastung nur noch vereinzelt Zimmer zur Verfügung haben.«

24. März (Teil 1): 120.000 der 200.000 gestrandeten Urlauber zurück in Deutschland, Kanada schließt Grenze für Urlauber bis zum 30. Juni, Teil der Chinesischen Mauer wiedereröffnet

Die Rückholaktion der auf der ganzen Welt gestrandeten Urlauber ist für das Auswärtige Amt eine Mammutaufgabe: Die Daten der um Hilfe Suchenden müssen gesammelt und koordiniert werden, Airlines mit Extraflügen beauftragt werden und Sonderfluggenehmigungen in vielen Ländern der Welt eingeholt werden. Immerhin: Mittlerweile seien rund 60 Prozent der Gestrandeten zurückgebracht worden, berichtet Außenminister Heiko Maas.

Für viele andere Länder läuft die Rückholaktion unvermindert weiter. Das aber ist vielerorts nicht so einfach. In einer reisen EXCLUSIV vorliegenden E-Mail der Botschafterin der Philippinen an gestrandete Urlauber heißt es: »Wir alle erleben, dass sich die Situation sehr dynamisch entwickelt und die Rahmenbedingungen sowie die von der philippinischen Regierung vorgegebenen Regeln und Vorschriften, insbesondere zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sich fast täglich ändern. Die besondere Herausforderung hier auf den Philippinen besteht zudem darin, dass viele deutsche Touristen Schwierigkeiten haben, nach Manila oder anderen Flughäfen mit internationalen Flügen zu kommen und auf den zahlreichen Inseln des Landes festsitzen. Auch an diesen Problem arbeiten wir ohne Unterlass, konnten jedoch bislang in vielen Fällen zu keiner Lösung kommen.«

 

Hiobsbotschaft für alle Kanada-Urlauber, die noch hofften, im Mai oder Juni in das Land zu reisen: Die Regierung teilte auf ihrer Website mit, dass bis zum 30. Juni 2020 die Grenzen für Urlauber geschlossen bleiben.

Nach all den bedrückenden Entwicklungen der vergangenen Tage und Wochen jetzt aber einmal eine gute Nachricht: Ein kleiner Teil der Chinesischen Mauer ist wiedereröffnet worden. Mehr dazu hier.

23. März: EU berät über Rückholaktion gestrandeter Urlauber, Ärger über Strandbesucher in L.A., Hongkong macht dicht, Emirates stellt Betrieb weitestgehend ein

Die Außenminister der EU werden heute um 11 Uhr in einer Videokonferenz über die Zurückholung gestrandeter Reisender in Drittländern beraten. Noch immer sitzen Zehntausende Deutsche im Ausland fest. Viele von ihnen, so Außenminister Maas, haben anscheinend Probleme, die Abflughäfen zu erreichen.

Auch in Los Angeles scheinen viele Menschen den Ernst der Lage noch nicht begriffen zu haben. Am Wochenende hielten sich trotz anderweitiger Anweisungen der Behörden sehr viele Menschen in den Parks und an den Stränden auf. Eric Garcetti, Bürgermeister der Stadt, kündigte als Konsequenz via Twitter an, die Parks und Parkplätze an den Stränden zu schließen.

Unterdessen haben mittlerweile auch die US-Bundesstaaten Delaware, Louisiana und Ohio Ausgangsbeschränkungen beschlossen. In Kalifornien, New York, New Jersey, Connecticut und Illinois gelten diese bereits seit ein paar Tagen.

Bisher konnten Reisenden in Asien noch via Hongkong nach Europa reisen. Die Stadt schien in Sachen Coronavirus-Infektionen ziemlich glimpflich davongekommen zu sein. Aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, die Zahl der Infizierten stieg in den letzten Tag stark an. Aus diesem Grund wird allen Nichtansässigen die Einreise in die Stadt von Mittwoch an untersagt. Auch der Airport-Transit wird verboten.

Die Coronavirus-Krise zwingt nun auch Emirates Airline in die Knie. Die größte Airline im arabischen Raum wird ab kommenden Mittwoch die meisten Verbindungen einstellen. Wann es wieder weitergehen wird, sagte die Airline nicht.

22. März: Schottlands Tourismusminister appelliert an Briten, nicht in die Highlands zu reisen, Schweden verzichtet auf Beschränkungen, United Airlines bedient nun doch weiter einige internationale Ziele

Viele Briten versuchen offenbar, mit ihren Wohnmobilen in die Highlands zu reisen. Auch wurden Urlauber aus England beobachtet, wie sie in Autos zu ihren Ferienhäusern fuhren. Das sorgt für Kritik. »Lassen Sie mich eins glasklar sagen: Sie gefährden (damit) Leben. Reisen Sie nicht«, appellierte Fergus Ewing, Landwirtschafts- und Tourismusminister Schottlands.

Die ganze Welt scheint sich abzuschotten. Grenzen werden dicht gemacht, Airlines fliegen immer seltener, mehr und mehr Länder erlassen Ausgangsbeschränkungen. Alle? Nicht ganz. In Schweden scheint das öffentliche Leben weitestgehend ohne Auswirkungen weiterzugehen: Skipisten sind noch geöffnet, ebenso Bars und Restaurants, berichtet Sofie Donges aus Stockholm.

Eigentlich wollte auch United Airlines den internationalen Flugverkehr einstellen. Nun aber heißt es, dass offenbar noch »viele gestrandete Menschen nach Hause möchten«. Bis in den Monat Mai wird United u.a. weiter von New York/Newark nach Frankfurt fliegen.

21. März: Mehr als 140.000 Deutsche melden sich beim Auswärtigen Amt, Sydney schließt Bondi Beach, Lufthansa informiert per E-Mail, Sixt bietet gratis 100-Euro-Gutscheine an Ärzte und Pflegepersonal

Wie viele Deutsche sind eigentlich derzeit noch im Ausland unterwegs? Die Bundesregierung braucht Klarheit, schließlich sollen alle Gestrandeten so schnell wie möglich zurück nach Hause gebracht werden. Das Auswärtige Amt spricht aktuell von 144.000 Deutschen, die sich gemeldet haben. Die Sonderflüge laufen auf Hochtouren, allein der Lufthansa-Konzern hat bereits 130 extra eingesetzte Flüge der Airlines Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Edelweiss absolviert. Damit sind bisher rund 25.000 Passagiere nach Hause geflogen. Etwa 100 weitere Flüge seien aktuell in Vorbereitung.

Nicht nur in Deutschland, auch in Australien halten sich längst nicht alle Menschen an die Appelle der Behörden. Bestes Beispiel: Am populären Bondi Beach in Sydney tummelten sich gestern Tausende Besucher. »Was wir hier gesehen haben, ist das unverantwortlichste Verhalten, das wir bisher erlebt haben«, sagte David Elliott, Polizei- und Katastrophenschutzminister von New South Wales. Die Behörden entschlossen sich dazu, den Strand ab sofort zu schließen.

Eine informative E-Mail versandte die Lufthansa am späten Freitagabend an ihre Kunden. Dort heißt es unter anderem: »Die Luft in der Kabine unserer Flugzeuge besteht aus einer Mischung aus Frischluft und gefilterter Zirkulationsluft. Durch die Verwendung spezieller Filter ist die Kabinenluft somit sauberer als die, die der Mensch auf der Erde einatmet.« Mit Blick auf die vielen ausgefallenen Flüge heißt es: »So kann jeder Gast eines stornierten oder auch noch gültigen Fluges sein Ticket behalten ohne sich direkt auf ein Datum für einen neuen Flug festlegen zu müssen. Der Ticketwert bleibt dabei erhalten und wir bieten Ihnen zudem einen Discount von 50 Euro auf jede Umbuchung an.« An die Vielflieger gerichtet schreibt die Airline: »Uns ist bewusst, dass Ihre Möglichkeiten Statusmeilen zu sammeln, aktuell eingeschränkt sind. Wir werden Ihnen im Laufe des Jahres kulante Regelungen für den Statuserhalt anbieten.«

Der Autoverleiher Sixt bietet Ärzten und Pflegepersonal aktuell einen kostenlosen Zugang zu SIXT share Carsharing-Autos in München, Berlin und Hamburg an. Dazu stellt das Unternehmen 20 Gutscheine pro Person im Wert von jeweils fünf Euro zur Verfügung. Pro Fünf-Euro-Gutschein könne man ca. 26 Minuten kostenlos fahren, so das Unternehmen.

20. März (Teil 2): Ausgangsbeschränkungen in Bayern und dem Saarland, Frankreich bittet 130.000 Gestrandete um Geduld, South African Airways stellt alle internationalen Flüge ein

In Bayern und dem Saarland dürfen die Menschen nur noch aus einem »trifftigen Grund« ihre Wohnung verlassen. Sie dürfen noch zum Arzt, zur Arbeit und zum Supermarkt. Auch Spaziergänge und Jogging sind noch erlaubt. Allerdings nur allein oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und einigen Städten (u.a. Freiburg, Köln, Dortmund und Leverkusen) sind Treffen und Versammlungen teilweise von mehr als drei Personen untersagt. Es wird damit gerechnet, dass am Wochenende weitere Bundesländer und Städte nachziehen.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian bittet die rund 130.000 Franzosen, die im Ausland gestrandet sind, um Geduld. Die Pariser Regierung arbeite mit Hochdruck daran, die Urlauber nach Frankreich zurückholen. Bis wann das geschehen wird, sagte Le Drian nicht. Anders als in Deutschland sollen die Betroffenen für das Rückflugticket sofort zahlen.

Die südafrikanische Fluggesellschaft South African Airways, die unter anderem nach Frankfurt und München fliegt, stellt alle internationalen Flüge ein. Das teilte das Unternehmen am Freitagmittag mit.

 

20. März (Teil 1): Ausgangssperre in Kalifornien, Spanien lässt Hotels im Land schließen, Brasilien lässt keine Europäer mehr ins Land, Guayaquil (Ecuador) blockiert Flughafen 

Auch im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien gilt fortan eine Ausgangssperre. Gouverneur Gavin Newsom teilte via Twitter mit: »CA is issuing a statewide, mandatory STAY AT HOME order«. 40 Millionen Menschen sind davon betroffen. Das Ausgehverbot gilt seit Donnerstagabend. Mehr dazu hier.

Die spanische Regierung lässt alle Hotels, Pensionen und Campingplätze schließen. Das Gesundheitsministerium des Landes setzte den Betreibern dazu eine Frist von sieben Tagen.

Als eines der letzten großen Tourismusdestinationen auf der Welt hat Brasilien nun auch beschlossen, keine EU-Bürger mehr ins Land zu lassen. Die neue Regelung gilt zunächst für die nächsten 30 Tage.

Für Empörung hat die Entscheidung der Stadt Guayaquil in Ecucador gesorgt, die Landebahn des Flughafens mit Fahrzeugen zu blockieren.

Flugzeuge der Iberia und KLM konnten somit nicht landen. Die Airlines wollten gestrandete Touristen aus Europa abholen. Bürgermeisterin Cynthia Viteri erklärte, sie wolle mit der Blockade verhindern, dass sich das Virus in der Stadt weiter ausbreite. »Wie ist es möglich, dass sie der Crew erlauben, in der Stadt mit den meisten Corona-Infizierten einzureisen?«, sagte Viteri. Das Verkehrsministerium des Landes kritisierte die Flughafenblockade mit scharfen Worten.

19. März: 7.500 Deutsche nach Hause zurückgekehrt, Lufthansa setzt nur noch fünf Prozent ihrer Flugzeuge ein, Flixtrain stellt Betrieb ein

Bundesaußenminister Heiko Maas berichtete heute Morgen in der ARD, dass allein gestern rund 7.500 Touristen nach Deutschland zurückkehren konnten. Sie kamen vor allem aus Marokko, Tunesien und Ägypten. Aus Ägypten sollen am Wochenende weitere 20.000 Touristen ausgeflogen werden, kündigte Maas an. Teilweise handele es sich dabei um Sonderflüge der Lufthansa, Condor und der TUI, die die Bundesregierung extra gechartet habe. Diese Sonderflüge werden vor allem für Länder genutzt, »die überhaupt nicht mehr angeflogen werden«, sagte Maas. Ob und in welcher Höhe sich die betroffenen Touristen an den Kosten der Rückführung beteiligen müssen, werde man zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, so Maas.

Die Lufthansa setzt noch mehr Flüge aus als ursprünglich angekündigt. Die Airline stellt den Langstreckenbetrieb in München ein und wird vorerst nur noch Langstreckenflüge ab Frankfurt anbieten. Die Swiss bietet neben einem deutlich reduzierten Flugplan für Kurz- und Mittelstrecke künftig nur noch drei wöchentliche Langstreckenflüge nach Newark (USA) an. Auch das Kurzstreckenprogramm von Lufthansa wird nochmals deutlich weiter reduziert und in München nur noch von Lufthansa CityLine geflogen. Von den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich aus werden ausschließlich einige europäische Metropolen angeflogen. Der Rückkehrerflugplan reicht bis zum 19. April und sieht insgesamt nur rund fünf Prozent des ursprünglich geplanten Programms vor. Rund 700 der 763 Flugzeuge der Lufthansa Group werden vorübergehend geparkt.

Nach Flixbus wird nun auch Flixtrain seinen Betrieb einstellen, und zwar voraussichtlich bis Ende April. Wer ein Ticket gebucht hat, darf ausnahmsweise mit ICE- und IC-Zügen der Deutschen Bahn fahren.

18. März: Rückholflüge gestartet, Urlaubsregionen fordern Touristen zur Rückkehr auf, Ausgangssperre nun auch in Belgien

Das Auswärtige Amt arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, die im Ausland gestrandeten Deutschen zurück in die Heimat zu holen. Einige Maschinen sind bereits gestartet, unter anderem in Richtung Philippinen. Welche Mammutaufgabe die Behörde mit der beispiellosen Rückholaktion derzeit zu bewältigen hat, erläutert Frank Hartmann, Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amts, in einem ausführlichen Interview auf Spiegel Online.

Viele Urlaubsregionen fordern die Touristen auf, abzureisen. So hat beispielsweise die Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, Urlauber dazu aufgefordert, die Inseln zu verlassen. Die Hotels sollen nach und nach geschlossen werden. Auch in Deutschland greifen immer mehr Urlaubsregionen hart durch. So dürfen ab heute keine Touristen mehr nach Schleswig-Holstein reisen.

Von heute Mittag an gilt auch in Belgien eine Ausgangssperre. Die Menschen in Belgien dürfen bis einschließlich 5. April nur noch zur Arbeit, zum Einkauf von Lebensmitteln und wenigen anderen Besorgungen wie Post- und Bankgeschäften aus dem Haus gehen. Spaziergänge an der frischen Luft bleiben erlaubt, allerdings nur noch allein oder zu zweit.

17. März (Teil 2): EU: Einreisesperre für Nicht-EU-Bürger seit Dienstagabend, DER Touristik setzt Reisen bis zum 29. März aus, Flixbus und BlaBlaBus setzen Fahrten aus

Jetzt auch die Europäer: Die EU hat am Dienstagabend eine Einreisesperre für alle Nicht-EU-Bürger verfügt. Deutschland will das umfangreiche Einreiseverbot sofort umsetzen. Das teilte die Bundesregierung mit.

Die DER Touristik Deutschland wird bis 29. März 2020 keine Reisen mehr durchführen. Damit reagiert das Unternehmen auf die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes (siehe unten). Zur DER Touristik Deutschland gehören die Reiseveranstalter Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen, ADAC Reisen und Travelix.

Ab Mittwoch setzen Flixbus und BlaBlaBus gemäß der neuen Richtlinie zur Begrenzung nicht notwendiger Reisen alle Fahrten in Deutschland und Europa bis auf Weiteres aus.

17. März (Teil 1): Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus, Maas kündigt Rückholaktion für Deutsche im Ausland an, Ausgangssperre in Frankreich, Griechenland stellt alle Einreisenden unter 14-tägige Quarantäne, Indien verfügt Einreisesperre für Reisende aus Europa, Kanada für fast alle Nicht-Kanadier

Eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen – das gab es wohl noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Außenminister Heiko Maas hat sie heute morgen ausgesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits gestern während einer Pressekonferenz gesagt, dass es bis auf Weiteres »keine Urlaubsreisen ins In- und auch keine ins Ausland geben soll”. Übernachtungen im Inland sollen nur noch zu »notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken« erfolgen.

Die Bundesregierung ist nun fest entschlossen, alle Deutschen, die im Ausland festsitzen, in einer großen Rückholaktion zurückzuholen. Außenminister Heike Maas teilte via Twitter mit, man habe gestern »mit kommerziellen Fluganbietern vereinbart, ein einmaliges Programm aufzulegen«. Die meisten Deutschen scheinen in Marokko festzusitzen.

Unterdessen greift Frankreich – wie zuvor Italien und Spanien – zu einer drastischen Maßnahme: Präsident Emanuel Macron verhängte gestern Abend eine Ausgangssperre. Sie tritt heute um 12 Uhr in Kraft. Dann darf man nur noch das Haus verlassen, um Lebensmitteleinkäufe zu erledigen, zum Arzt zu gehen oder zur Arbeit. Sport im Freien bleibt erlaubt, allerdings nur allein, nicht in der Gruppe.

Griechenland hat eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne für alle ins Land einreisenden Menschen angeordnet. Wer sich daran nicht hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Von morgen an schließt auch Indien seine Grenzen für Reisende, die aus Europa kommen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. März, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Kanada schließt komplett seine Grenzen für Ausländer, mit Ausnahme von US-Amerikanern.

Immer mehr Airlines reduzieren ihre Flüge um bis zu 90 Prozent. Das teilte u.a. die australische Fluggesellschaft Qantas Airways mit. Auch die Lufthansa nannte diese Zahl mit Blick auf ihre Langstreckenflüge. Austrian Airlines stellt gar ab Donnerstag komplett den Betrieb ein. Dies gilt vorübergehend bis zum 28. März.

16. März: TUI stellt Geschäft ein, Auswärtiges Amt rät von Reisen ins Ausland ab, Kreuzfahrten weltweit nahezu zum Erliegen gekommen

Der TUI-Konzern hat beschlossen, den größten Teil aller Reiseunternehmungen bis auf Weiteres einzustellen. Das betrifft sowohl Pauschalreisen als auch Kreuzfahrten und den Betrieb von Hotels. Die Telefon-Hotlines des weltgrößten Reisekonzerns sind ab heute nicht mehr telefonisch erreichbar.

Nahezu stündlich kommt es derzeit zu Änderungen der Einreisebestimmungen vieler Länder auf der ganzen Welt. Auch reisen EXCLUSIV berichtet täglich davon. Das Auswärtige Amt rät daher »von nicht notwendigen Reisen in das Ausland ab, da mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist«. Das Risiko, die Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, sei in vielen Ländern derzeit hoch, so das Auswärtige Amt.

Auch die Kreuzfahrt ist mittlerweile nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Welche Maßnahmen welche Kreuzfahrtgesellschaft konkret beschlossen haben, erfahrt ihr hier. Unterdessen scheint die Odyssee der MS Braemar in der Karibik zu Ende zu gehen: Kuba erklärte sich Medienberichten zufolge bereit, das Schiff anlegen zu lassen.

15. März (Teil 2): Schleswig-Holstein riegelt Inseln ab, Deutschland kontrolliert verstärkt die Grenzen zu Frankreich, Österreich, Dänemark und der Schweiz

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat am Sonntag beschlossen, seine Inseln an Nord- und Ostsee ab Montag früh um 6 Uhr für Touristen abzuriegeln. Ministerpräsident Günther forderte Urlauber, die derzeit auf einer der Insel Quartier bezogen hätten, dazu auf, den Heimweg anzutreten.

Jetzt kontrolliert auch Deutschland erstmals verstärkt seine Grenzen. Ab Montagmorgen um 8 Uhr dürfen nur noch Pendler und Fahrer mit Warenlieferungen die Grenzen zu Frankreich, Österreich, Dänemark und der Schweiz passieren. Auch die Einreise Deutscher, die aus diesen Ländern nach Deutschland zurückkehren, bleibt erlaubt.

Easyjet wird nur noch heute und morgen nach Spanien fliegen. Ab Dienstag, den 17. März werden die Flüge in das Land eingestellt, teilte das Unternehmen via Twitter mit.

Die City of Miami Beach sperrt seit gestern einige ihrer populärsten Strände ab. Man wolle große Menschenansammlungen vermeiden, um die Weiterverbreitung des Coronavirus zu unterbinden, so die Stadt in einer Mitteilung.

15. März (Teil 1): Österreich, Frankreich und Spanien schränken öffentliches Leben massiv ein, Estland und Litauen schließen Grenzen, American Airlines stellt 75 Prozent aller internationalen Flüge ein,

Das Robert-Koch-Institut hat heute die Liste der internationalen Risikogebiete um die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York erweitert.

Frankreich, Spanien und Österreich haben den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus abermals verschärft. In den drei Ländern sollen die Menschen nur noch ihre Häuser verlassen, um sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, um lebensnotwendige Einkäufe zu erledigen oder um anderen Menschen zu helfen. Restaurants, Bars, Cafés, Clubs und Kinos werden geschlossen.

Gestern berichteten wir, dass einige unserer Nachbarländer ihre Grenzen geschlossen haben (siehe unten), nun sind auch Estland und Litauen diesen Schritt gegangen; Ausländer dürfen nun nicht mehr in die beiden baltischen Länder einreisen.

Wer eine Reise nach Australien plante, kann sich diese nun auch de facto abschminken. Premierminister Scott Morrison kündigte an, dass sich alle Einreisenden 14 Tage lang in Quarantäne begeben müssen. 

American Airlines wird 75 Prozent aller internationalen Langstreckenflüge aus den USA zwischen dem 16. März und dem 6. Mai einstellen, teilte die Fluggesellschaft mit. Die täglichen Flüge von Dallas und Miami nach London-Heathrow werden aber aufrechterhalten.

Auch die Kreuzfahrtindustrie kommt immer mehr zum Erliegen. Aida Cruises teilte gestern aufgrund der aktuellen Entwicklung mit: »Deshalb haben wir schweren Herzens die Entscheidung getroffen, die AIDA- Reisesaison vorübergehend bis Anfang April 2020 zu unterbrechen.« Die Tallink Grupp gab bekannt, dass  der Linienbetreib auf den Personenfähren Baltic Queen und Victoria I zwischen Stockholm und Tallinn ab heute bis auf Weiteres eingestellt wird.

14. März: Tirol und Madrid nun auch Risikogebiete, Flugverkehr in die Türkei eingestellt, Grenzschließungen unserer Nachbarländer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn forderte gestern Abend via Twitter alle Reisenden, die aus Italien, Österreich und der Schweiz zurückkehren, auf, sich freiwillig in Quarantäne zu begeben – für zwei Wochen und unabhängig davon, ob man Symptome zeige oder nicht. Das dürfte nicht zuletzt für jene Reisende gelten, die im Paznautal (u.a. Ischgl, Kappl, See, Galtür) oder in St. Anton am Arlberg ihren Urlaub verbrachten. Österreich hat diese Regionen mittlerweile unter Quarantäne gestellt.

Das Robert-Koch-Institut hat in die Liste der internationalen Risikogebiete die spanische Hauptstadt Madrid und das österreichische Bundesland Tirol hinzugefügt.

Die Türkei hat seit heute Morgen sechs Uhr den Flugverkehr nach Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, die Niederlande, Spanien und Schweden komplett eingestellt. Die Regelung soll bis auf Weiteres bis zum 17. April gelten.

Unterdessen haben weitere Länder beschlossen, dass Einreisende sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen müssen: Neuseeland (alle Einreisenden), Taiwan (alle aus Europa Einreisenden), Argentinien, Kambodscha, Vietnam und Uruguay (alle u.a. aus Deutschland Einreisende).

Gar nicht mehr einreisen können Personen aus Deutschland nach Tschechien, Polen und Dänemark. Diese Staaten haben oder werden heute ihre Grenzen schließen.

13. März: Keine Großveranstaltungen mehr in Holland, Belgien lässt auch Cafés und Restaurants schließen, Flugverbindungen nach Russland stark gedrosselt, Einreiseverbot in Singapur

Auch in unseren westlichen Nachbarländern werden die Zügel weiter angezogen. In Holland werden bis zum 1. April 2020 alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern abgesagt. Davon betroffen sind auch Museen (z.B. das Rijksmuseum in Amsterdam), Theater und alle weiteren gleichartigen Sehenswürdigkeiten geschlossen. Die niederländische Regierung empfiehlt darüber hinaus Restaurants mit mehr als 100 Sitzplätzen, Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Noch drastischere Regelungen hat Belgien getroffen. Dort müssen alle Restaurants, Cafés und Museen ab heute schließen. Davon betroffen sind auch Konzerte, Sport- und Kulturveranstaltungen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um öffentliche oder private Feste handelt.

Berlin, Frankfurt am Main und München – das sind die einzigen drei Städte in Deutschland, von denen man ab heute noch nach Moskau fliegen kann. Und das auch nur mit Aeroflot. Die Lufthansa darf nicht mehr nach Russland fliegen. Das berichtet der Deutschlandfunk.

Für Reisende aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gilt ab heute ein Einreiseverbot nach Singapur. Das gab die Grenzkontrollbehörde Singapurs heute auf ihrer Website bekannt.

12. März: USA-Reiseträume geplatzt, Italien dicht, Italien-Rückreisende dürfen keinen Stopp in Österreich einlegen

Wer in den nächsten Tagen oder Wochen seinen Urlaub in den USA verbringen wollte, dürfte vergangene Nacht jäh aus allen Urlaubsträumen gerissen worden sein: Da verkündete US-Präsident Donald Trump nämlich, dass Reisenden aus fast allen Ländern Europas die Einreise in die USA verboten wird. Das Verbot beginnt am Freitag um Mitternacht. Davon ausgenommen sind nur Reisende aus Großbritannien. Der Flugverkehr zwischen den Schengen-Staaten und den USA dürfte damit ab dem Wochenende weitestgehend zum Erliegen kommen.

Auch in anderen europäischen Staaten macht sich die Coronavirus-Krise immer deutlich bemerkbar. Das spanische Kulturministerium gab bekannt, dass das Madrider Museo del Prado geschlossen wird, in Italien werden nun alle Bars und Restaurants dicht gemacht. Lediglich Supermärkte und Apotheken bleiben geöffnet.

Auch für Urlauber, die mit dem Auto nach Italien gereist sind, dürfte die Rückreise kein Zuckerschlecken werden. Seit gestern Nachmittag kontrolliert Österreich die Grenzübergänge zu Italien. Touristen, die auf dem Rückweg nach Deutschland oder in ein anderes Land sind, müssen versichern, dass sie keinen Stopp in Österreich einlegen werden. Von den Durchreisenden werden die Personalien aufgenommen und auch die Ausweise fotografiert.

In Tirol, Vorarlberg und im Salzburger Land ist die Wintersaison vorzeitig beendet worden. Am kommenden Sonntag wird der Liftbetrieb in den Wintersportorten eingestellt.

11. März: Französische Regionen nun auch betroffen, Jamaika verbietet Einreise aus Deutschland, Hongkong hat NRW-Besucher im Visier

Die Situation für Reisende aus Deutschland wird nicht besser. Ganz im Gegenteil. Das Robert-Koch-Institut erklärt immer mehr Regionen und Länder zu Risikogebieten, und immer mehr Länder weltweit verbieten Reisenden aus Deutschland die Einreise.

So hat heute das Robert-Koch-Institut die Liste der internationalen Risikogebiete abermals erweitert. Neu dabei ist nun die Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) in Frankreich. Dazu gehören unter anderem die Städte Straßburg und Metz.

Unterdessen gibt es nun auch in Jamaika den ersten Coronavirus-Fall. Gleichzeitig wurde der Einreisestopp, der bisher nur für die fünf Länder China, Italien, Südkorea, Iran und Singapur galt, um drei weitere Länder erweitert. Neben Spanien, Frankreich ist nun auch Deutschland betroffen. Der Einreisestopp gilt ab Donnerstag, den 12. März 2020 und bedeutet in der Praxis, dass Jamaika Reisenden aus Deutschland von diesem Zeitpunkt an die Einreise verweigern wird. Heute wird Reisenden aus Spanien, Frankreich und Deutschland die Einreise ein letztes Mal gestattet.

Ab dem kommenden Samstag (14. März) müssen sich alle Hongkong-Reisende, die sich in den 14 Tagen vor der Einreise nach Hongkong in Nordrhein-Westfalen aufgehalten haben, in eine 14-tägige Zwangsquarantäne in einem staatlichen Quarantänezentrum begeben.

10. März: Italien und Iran nun Risikogebiete

Das Robert-Koch-Institut hat seine internationalen Risikogebiete erweitert. Betroffen ist nun ganz Italien und der gesamte Iran – bisher waren nur einige Regionen in diesen beiden Ländern als Risikogebiete ausgewiesen. Mit Blick auf Italien warnt auch das Auswärtige Amt davor, »nicht notwendige Fortbewegungen« zu vermeiden. Auch müsse man landesweit mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Kontrollen rechnen.

Auch in Italien sind mittlerweile zahlreiche Maßnahmen in Kraft getreten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. So hat die italienische Zivilschutzbehörde mit dem neuesten Dekret verfügt, dass öffentliche Versammlungen, Theateraufführungen und Filmvorführungen ausgesetzt werden. Pubs, Diskotheken, Museen und Kulturzentren sind geschlossen. Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr schließen. Auch die Skigebiete sind betroffen, so müssen die Liftanlagen zum 10. März in ganz Italien schließen.

9. März 2020: Norwegian Cruise Line erlaubt Umbuchungen und Stornierungen

Gäste der internationalen Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) können Kreuzfahrten bis zum 30. September 2020 nun bis zu 48 Stunden vor Antritt kostenfrei umbuchen oder stornieren. Bei Stornierung werden alle bereits geleisteten Zahlungen zu 100 Prozent in Form einer Gutschrift erstattet, die für zukünftige Kreuzfahrten bis zum 31. Dezember 2022 eingelöst werden kann. Das Angebot gilt ab dem 10. März für alle Neubuchungen sowie bereits getätigte Reservierungen und Buchungen.

5. März 2020: De-facto-Einreiseverbot nach Israel für Deutsche

Staatsbürger aus der Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien dürfen derzeit nicht mehr nach Israel einreisen. Einzige Ausnahme: Sie begeben sich in eine 14-tägige Quarantäne, ordnete das Gesundheitsministerium an. El-Al-Airlines-Ticketinhaber, deren Reise bis zum 30.4.2020 anzutreten wäre, können ihre Tickets für Abflüge bis zum 28.2.2021 umbuchen. Die Umbuchung ist kostenlos und muss vor Abflug erfolgen. Passagiere sollten beachten, dass etwaige Tarifdifferenzen bei nichtverfügbaren Kapazitäten zu bezahlen sind.

5. März 2020: 70 Prozent wollen laut Studie trotzdem verreisen

Unterdessen hat Holiday Extras, ein Vermittler von Parkplätzen, in einer Umfrage hat rausfinden lassen, dass mehr als 70 Prozent der Befragten, die bereits eine Flugreise gebucht haben, diese trotz Coronavirus voraussichtlich wie geplant antreten wollen. Dies ergab eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Innofact AG, die Holiday Extras in Auftrag gegeben hatte. Rund 13 Prozent haben ihre Flugreise storniert, wollen aber das gleiche Reiseziel nochmals buchen, sobald sich die Lage wieder beruhigt hat. Ihre Reise storniert und ein anderes Flugreiseziel zu einem späteren Zeitpunkt vor Augen haben gute 6 Prozent.

3. März 2020: Airlines setzen immer mehr Flüge aus

Die Coronavirus-Epidemie setzt auch den Airlines immer weiter zu. So auch bei der Lufthansa, Ryanair, Easyjet und British Airways. Beginnen wir in Deutschland: Nachdem der Lufthansa-Konzern bereits Flüge nach China und in den Iran bis weit in den April hinaus ausgesetzt hat, will die Airline bald auch zahlreiche innereuropäische Flüge aus dem Flugplan streichen. Demnach könne das Angebot von Kurz- und Mittelstreckenflügen »in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus« in den kommenden Wochen um bis zu ein Viertel reduziert werden. Das teilte die Lufthansa mit.

Streichungen bei Flügen nach Italien und innerhalb Deutschlands

Betroffen sind vor allem Verbindungen nach Italien. Konkret geht es um Flüge nach Mailand, Venedig, Rom, Turin, Verona, Bologna, Ancona und Pisa. Aber auch auf innerdeutschen Flügen scheint die Nachfrage stark zurückgegangen zu sein. Deshalb sollen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg und Paderborn sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover verringert werden.

Passagier in Sitzreihe im Lufthansa A321

Kai Pilger

Welche Verbindungen ab wann wie stark betroffen sein werden, darüber schweigt die Lufthansa. Auch auf Nachfrage von reisen EXCLUSIV wollte die Airline keine konkreten Angaben machen. »Grundsätzlich können wir sagen, dass sich die kommunizierten Flugplanänderungen an der derzeitigen Nachfragesituation orientieren«, so Pressesprecher Jörg Waber.

Auch Hongkong und Seoul betroffen

Zudem reduzieren die Airlines der Lufthansa Group zusätzliche Frequenzen in ihrem Asien-Streckennetz. Betroffen sind anderem Flüge von und nach Hongkong und Seoul in Südkorea. Die Flüge zwischen München und Hongkong werden zwischen dem 6. März und dem 24. April ausgesetzt. Fluggäste werden in dieser Zeit nach Möglichkeit über Frankfurt und Zürich umgebucht. Zwischen dem 5. März und dem 24. April werden auch auf den Routen von Frankfurt und München nach Seoul einige Frequenzen gestrichen. Insgesamt stehen einem Medienbericht zufolge aktuell 150 Flugzeuge der Lufthana am Boden. Insgesamt streicht die Lufthansa bis Ende März rund 7.100 Flüge (davon ab Frankfurt 3.750 Flüge zu 75 Flughäfen, ab München 3.350 Flüge zu 65 Flughäfen). Weitere Informationen über die geplanten Flugstreichungen will die Lufthansa auf ihrer Jahrespressekonferenz am 19. März bekanntgeben.

Auch andere Airlines haben mit den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu kämpfen. Die Billigfluggesellschaft Ryanair teilte mit, dass zwischen dem 17. März und dem 8. April bis zu einem Viertel ihrer Flüge von und nach Italien gecancelt werden. In die gleiche Kerbe schlägt Konkurrent Easyjet. Die Briten stellten eine »signifikante Abschwächung der Nachfrage und Auslastung« in ihren Fliegern nach Norditalien fest. Infolgedessen will Easyjet einige Flüge stornieren, insbesondere jene von und nach Italien. Weitere Streichungen will die Airline nicht ausschließen: Man beobachte die Nachfrage, heißt es. British Airways kündigte an, zwischen dem 14. und 28. März 56 Flüge von London-Heathrow und Gatwick von und zu italienischen Flüghäfen auszusetzen.

Finnair setzt bis Ende April 2020 alle Flüge zum chinesischen Festland aus und reduziert die täglichen Flüge von und nach Hongkong. Nicht nur das: Mit dem Rückgang des Luftverkehrs setzt Finnair auch Verbindungen zum japanischen Osaka und ins südkoreanische Seoul aus. Die Eröffnung der neuen Busan-Verbindung wird zudem verschoben.

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