Die Corona-Pandemie hält die Welt auch 2021 weiter in Atem. Wann können wir endlich wieder unbeschwerter verreisen? Das und vieles mehr erfahrt ihr täglich in unserem Corona-Reise-Ticker.

13. Mai: Urlaub kann kommen: Massive Lockerung der Quarantänepflichten nach Einreise, DRV begrüßt Reise-Liberalisierung, Dänemark öffnet für Touristen, vorsichtige Schritte in NRW, AIDA Cruises erweitert Kreuzfahrtangebot für Sommer, Impftourismus in Miami und San Marino

Die Bundesregierung hat eine neue Einreiseverordnung erlassen: Ab heute ist die Quarantänepflicht nach einer Reise in mehr als 100 Länder Geschichte. Künftig reicht es, sich negativ testen zu lassen – das Ergebnis muss vor dem Boarding vorgelegt werden. Die Regelung betrifft populäre Urlaubsländer wie Spanien, Italien oder Griechenland. Wer von Corona genesen ist oder vollständig geimpft ist, genießt noch mehr Privilegien.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßt die neuen Regeln. »Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht und ein Signal der Zuversicht. Das eröffnet Urlaubern und auch den Unternehmen der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive«, erklärt dessen Präsident Norbert Fiebig. »Mit diesem Beschluss kommt die Bundesregierung unserem bereits im vergangenen Jahr ausgearbeiteten Vorschlag ‚Test statt Quarantäne‘ nach. So haben auch diejenigen, die noch keine Möglichkeit hatten geimpft zu werden, die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen. Dem Sommerurlaub am Mittelmeer, nach dem sich so viele Menschen sehnen, steht nichts mehr im Weg.«

Ein paar Tage Urlaub in der Eifel oder im Sauerland gefällig? Wer sich dafür eine Stadt oder einen Landkreis in NRW aussucht, dessen/deren Wocheninzidenz unter 100 liegt, kann dies nun tun. Die neue Regel tritt am kommenden Samstag (15. Mai) in Kraft. 

Wer ab morgen seinen Urlaub in Dänemark verbringen möchte, kann schon mal die Koffer packen: Die Regierung in Kopenhagen hat die Einreiseverordnung liberalisiert. Touristen dürfen nun wieder ins Land – ohne sich wie eigentlich notwendig in Quarantäne begeben zu müssen. Dafür müssen Urlauber aber einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Wer genesen oder geimpft ist, braucht keinen Test.

Ergänzend zu den bereits bestehenden Urlaubsangeboten mit AIDAperla rund um die Kanaren ab/bis Gran Canaria und mit AIDAblu in Griechenland ab/bis Korfu, wird AIDA Cruises sein Kreuzfahrtangebot ab Kiel erweitern. Dank der Öffnung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern plant AIDA Cruises, am 1. Juli 2021 auch die Kreuzfahrtsaison in Rostock-Warnemünde zu eröffnen. Die Ahoi-Touren mit AIDAsol ab/bis Kiel gehen bis zum 26. Juni 2021 in die Verlängerung, teilte das Unternehmen mit. Im Anschluss sei vom 26. Juni bis 1. Juli 2021 eine Transreise von Kiel nach Rostock-Warnemünde geplant. AIDAsol werde dann zwischen dem 1. und 18. Juli 2021 ab Rostock-Warnemünde zu 3- bis 4-tägigen Kurzreisen starten, die auch zu einer einwöchigen Kreuzfahrt kombiniert werden können. Ab dem 3. Juli 2021 plant AIDA Cruises ab Kiel 7-tägige Ahoi-Touren mit AIDAprima, die bis 23. Oktober 2021 angeboten werden sollen. Alle Ahoi-Touren finden zunächst ohne Anlauf eines Hafens statt. Sobald die ersten Destinationen in Nord- und Ostsee wieder für den Kreuzfahrttourismus geöffnet seien, würden diese Reisen auch mit dem Besuch von Häfen angeboten, so AIDA.

Nach dem Frühstück im Hotel schnell zum Strand in Miami Beach, um sich gegen Corona impfen zu lassen. Klingt verrückt? In der Tat, ist aber so. Die Florida-Metropole erfreut sich derzeit Beliebtheit bei Lateinamerikanern, die sich im Urlaub gegen Corona impfen lassen wollen. Verabreicht wird der Impfstoff von Johnson & Johnson – dessen Vakzin muss nur einmal gespritzt werden.

Auch in San Marino, dem kleinen Land in der Nähe von Rimini, kann man sich als Tourist gegen Corona impfen lassen. Für 50 Euro gibt’s den russischen Impfstoff Sputnik V.

12. Mai: Medienbericht: Bundesweit einheitliche Urlaubsregeln geplant, Ernüchterung in der Lüneburger Heide, Frankfurter Airport sieht Tiefpunkt überschritten, Impf-Tempo auf Griechenlands Inseln, Balearen: Seitenhieb gegen Lauterbach, TV-Tipp: Phoenix-Talk zum Sommerurlaub in Europa, Söder vermisst das Reisen

Darauf haben sehr viele gewartet: Ab Mitte Juni sollen in ganz Deutschland einheitliche Urlaubsregeln gelten. Die Chefs der Senats- und Staatskanzleien der Länder hätten sich darauf verständigt, berichtet der »Business Insider«. Schon zuvor könnten in den Hotels in ganz Deutschland wieder Gäste aus dem In- und Ausland beherbergt werden.

Nachdem monatelang nichts im Tourismus ging, haben die ersten Beherbergungsbetriebe in Niedersachsen wieder ihre Pforten geöffnet. Eigentlich eine gute Nachricht. Eigentlich. Denn: Viel los ist nicht. In der Lüneburger Heide etwa ist die Zahl der Urlaubsbuchungen über Pfingsten ernüchternd. Ulrich von dem Bruch, Chef der Lüneburger Heide GmbH, glaubt, nicht wenige Touristen scheuen die Corona-Tests.

Der Frankfurter Flughafen ist bekanntlich der größte Airport Deutschlands – und dessen Passagierzahlen ein ziemlich guter Seismograph in Sachen Reiselust der Deutschen. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, erklärte gestern, dass man davon ausgehe, den »Tiefpunkt nun überschritten zu haben«. Die Lust auf Reisen sei ungebrochen, sagte er weiter. »Insofern gehen wir davon aus, dass wir im Sommer wieder deutlich steigende Passagierzahlen sehen werden – zunächst vor allem im Europaverkehr, aber perspektivisch dann auch auf Interkontinentalstrecken«, so Schulte.

Griechenland will so schnell wie möglich wieder Touristen empfangen – und das möglichst coronasicher. Deshalb werden derzeit auf den Inseln des Landes, die traditionell von vielen Touristen besucht werden, Einheimische geimpft. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte, bis Ende Juni sollen alle Bewohner der Inseln geimpft worden sein.

Francina Armengol, die Regierungschefin der Balearen, ist dieser Tage zu Gast in Berlin. Dort gab sie der Bild-Zeitung ein Interview. Es ging, wenig überraschend, um den Sommerurlaub auf den Balearen in diesem Jahr. Armengol sagte, der Urlaub den Inseln sei sicher. Die Inzidenzzahl sei gering, die Gesundheitsversorgung vor Ort gut. In dem Gespräch ging es dann auch noch einmal um die Behauptung des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach, der vor einigen Wochen Zweifel an den Corona-Zahlen auf Mallorca äußerte. »Vielleicht sollte Senyor Lauterbach uns einfach bald mal besuchen kommen, er wäre jedenfalls willkommen. Dann kann er unser Gesundheitssystem besser kennenlernen«, sagte Armengol.

Die Inzidenzen sinken langsam, die Hoffnung auf einen Sommerurlaub wird größer. Während Spanien seine Einreisebestimmungen schon gelockert hat, wollen andere Urlaubsländer nachziehen. Auch Spitzenpolitiker zeigen sich optimistisch, dass es im Juni schon einen Impfeffekt geben wird und damit Lockerungen in greifbare Nähe kommen. Welchen Erfolg haben andere Länder mit ihrer Corona-Politik? Auf welche Einschränkungen sollte man sich gefasst machen? Darüber diskutiert heute Abend um 22:15 Uhr eine Expertenrunde im TV-Sender Phoenix.

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, war in den letzten Monaten einer der Hauptakteure im Kampf gegen Corona. Mittlerweile würde er sich gern mal eine Auszeit gönnen, sagte er der Bunten. Am liebsten am Meer: »So schön Bayern ist, ich würde gern mal wieder am Meer sitzen und den salzigen Duft einatmen«, so Söder.

11. Mai: Urlaub in Bayern bald wieder möglich, deutlicher Anstieg bei Nachfrage nach Urlaubsreisen, Untersuchung: Preise für Mietwagen und Ferienwohnungen ziehen deutlich an, New York City lockt mit Impfungen

Nun auch in Bayern: Ab Freitag, den 21. Mai und damit rechtzeitig vor Pfingsten sind Urlaubsreisen nach Bayern wieder möglich. Voraussetzung dafür ist, dass die Corona-Infektionszahlen in den jeweiligen Städten oder Landkreisen niedrig sind. Das heißt: Die Sieben-Tage-Inzidenz muss stabil unter 100 liegen.

Die Impfungen schreiten voran, die täglich veröffentlichten Corona-Infektionszahlen kennen derzeit nur einen Weg: nach unten. Viele Politiker und Experten machen daher Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommerurlaub. Die Botschaft scheint angekommen zu sein: Die Zahl der Urlaubsbuchungen steige, heißt es von Reisebüromitarbeitern und Reiseveranstaltern.

Wer sich in den nächsten Monaten für eine Urlaubsreise entscheidet, muss möglicherweise tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Wer sich eine Ferienwohnung oder einen Mietwagen besorgt, muss mit bis zu 30 Prozent höheren Preisen rechnen als noch 2019. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Suchmaschine Holidu. 

Über Impfurlaubsreisen nach Russland haben wir an dieser Stelle schon einmal berichtet. Nun will auch die Stadt New York Touristen mit Angeboten zur Impfung in die Metropole locken. Demnach seien mobile Impfteams für Touristen an Sehenswürdigkeiten wie dem Times Square oder dem Central Park geplant, heißt es.

10. Mai: Italien-Öffnung mit Unbekannten, Mecklenburg-Vorpommern vor Tourismus-Entscheidung

Italien will bereits am kommenden Samstag (15. Mai) wieder Touristen empfangen. Wer genesen, geimpft oder getestet ist, kann kommen. Die bisher geltende Quarantäne von fünf Tagen soll dann entfallen. Allerdings sind noch einige Punkte unklar – und dem baldigen Italien-Urlaub entgegenstehen.

Während in Schleswig-Holstein und Niedersachsen der Tourismus wieder Fahrt aufnimmt, tut sich in Mecklenburg-Vorpommern noch sehr wenig. Das könnte sich aber bald ändern. Wirtschaftsminister Harry Glawe kündigte an, dass sich die Landesregierung bereits morgen mit Lockerungen beschäftigen werde. Ob damit schon bald dem Urlaub an der Ostsee nichts mehr entgegensteht, ist allerdings noch unklar.

8. Mai: RKI: Albanien, Malta und die Algarve keine Risikogebiete mehr, Spahn zum Sommerurlaub: Nordsee statt Südsee, Duty-Free-Schwergewicht Heinemann mit hohen Umsatzeinbrüchen, Waldspaziergänger: Wildtiere in Bedrängnis, Travelzoo-Umfrage: Urlaubstrend geht Richtung Spätsommer/Frühherbst

Gute Nachrichten für alle, die bald an der Algarve, in Albanien oder auf Malta ihren Urlaub verbringen wollen: Die drei Urlaubsdestinationen sind keine Risikogebiete mehr, teilte das Robert-Koch-Institut gestern mit. Das heißt: Wer von da nach Deutschland zurückkehrt und noch nicht gegen Corona geimpft wurde, muss anschließend nicht mehr in Quarantäne. Neue Hochinzidenzgebiete sind dagegen ab Sonntag Costa Rica, Georgien, die Malediven und Nepal.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in einem Interview der Rheinischen Post zum Sommerurlaub geäußert. In dem Gespräch sagte er, dass Menschen innerhalb der EU auch ohne Impfung reisen könnten – wenn sie denn negativ auf Corona getestet wurden. Ihn selbst ziehe es nicht in die Ferne, sagte Spahn: »In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie würde ich keine großen Fernreisen planen, Nordsee statt Südsee quasi.«

Es gibt eine Branche innerhalb der Tourismusszene, über die in den letzten Monaten sehr wenig gesprochen wurde, obwohl sie heftig von den Lockdown-Maßnahmen betroffen ist: die Duty-Free-Shops in den Flughäfen. Der Chef des Branchenriesens Heinemann, Max Heinemann heißt er, hat sich nun in einem Gespräch mit der Welt geäußert. Demnach habe das Unternehmen zwei Drittel seines Umsatzes eingebüßt. 2020 habe sich Heinemann von einem Drittel seiner Beschäftigten in Deutschland trennen müssen.

Wir haben an dieser Stelle schon häufig über das Phänomen berichtet: Viele Menschen zieht es derzeit in die Wälder – zum Spazierengehen. Vor allem Großstädter haben in der Zeit des Lockdowns diese Art der Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt. An sich eine prima Sache, gäbe es da nicht ein Problem: die Wildtiere. Sie leiden unter den vielen Menschen im Wald. Vor allem die Jungtiere.

In einer neuen Umfrage hat das Portal Travelzoo seine Mitglieder zu ihrer aktuellen Stimmungslage in Bezug auf Reisen und kommende Urlaubspläne befragt. Während 41 Prozent der Teilnehmer angaben, dass sie gerne reisen möchten, sich aber aktuell noch nicht trauten, hätten 39 Prozent keine Angst zu reisen und würden ihre nächste Reise so schnell wie möglich planen. Zu den gefragtesten Reisemonaten zählten September (50 Prozent), gefolgt von Oktober (40) und August (31). Generell zeichne sich ein klarer Trend für die Sommer- und Herbstmonate ab, heißt es weiter.

7. Mai: Lufthansa-Comeback im Sommer, Pfingsten-Befürchtungen im Schwarzwald, Hotelier-Proteste in Niedersachsen, NRW-SPD-Politiker: Brief-Knatsch wegen abgesagtem Italien-Urlaub

In wenigen Wochen schon starten in den ersten Bundesländern die Sommerferien, und manch einer dann in den Urlaub fliegen wollen. Für diesen Fall sieht sich die Lufthansa gut gerüstet. Sie wird dann über 30 neue Urlaubsdestinationen in ihr Streckennetz aufnehmen. Das sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. 

In einigen Regionen Deutschlands kann man vermutlich Pfingsten wieder Urlaub machen. Unsicher ist dagegen die Situation in Baden-Württemberg. Die Landesregierung mag sich noch nicht so recht entscheiden. Das sorgt angesichts der vielen Urlauber, die gern kommen würden, zunehmend für Verdruss im Land. Wolfgang Weiler, Sprecher der Schwarzwald Tourismus GmbH, Wolfgang Weiler, sagte gestern: »Es ist leider ein sehr chaotisches Bild.«

Hoteliers, Vermieter von Ferienwohnungen und Campingplatzbetreiber haben gestern in Niedersachsen gegen die neuen Tourismus-Regelungen protestiert. Unter dem Motto »Wir zeigen Flagge« wurden die rund 25.000 Beherbergungsbetriebe in Niedersachsen aufgefordert, weiße Laken aus den Fenstern zu hängen. Auch vor dem Landtag kam es zu einer ungewöhnlichen Demonstration. 

Rüdiger Weiß ist ein Abgeordneter der SPD im NRW-Landtag. Im vergangenen September buchte er einen Urlaub in Italien und mietete sich dafür eine Ferienwohnung für den kommenden Juli. Die aber stornierte er wegen Corona im Dezember wieder – und verlangte 200 Euro Anzahlung zurück. Der Politiker entschied sich dann, seiner Forderung auf einem offiziellen Briefkopf in seiner Funktion als Mitglied des NRW-Landtags Nachdruck zu verleihen. Dann wurde der Fall öffentlich …

6. Mai: Tourismus-Öffnungen: was wo in Deutschland geplant ist, TUI rechnet mit Deutschland-Urlaubs-Run, ZDF-Reportage über Sehnsüchte an der Ostsee in Corona-Zeiten, Reise-Trendbarometer: 75 Prozent der Deutschen wollen bald verreisen

Nachdem einige Bundesländer angekündigt haben, schon bald wieder Hotels und andere Beherbergungsbetriebe zu öffnen, fragt sich manch einer: Wo kann ich denn jetzt hinfahren? Geht etwa Pfingsten schon was?

Urlaub in der Heimat ist nach den Worten des Reiseveranstalters TUI so populär wie nie zuvor. TUI erwarte auch in diesem Jahr einen starken Sommer für Inlandsreisen, sagte Nicole Sohnrey, Leiterin für Auto-, Städte- und Bausteinreisen bei TUI: »Sobald Urlaub in Deutschland wieder möglich ist, rechnen wir mit einem sprunghaften Anstieg des Buchungsvolumens. Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben.«

Die Ostseestrände Mecklenburg-Vorpommerns, seit Jahren das Lieblingsreiseziel der Deutschen, sind wegen Corona weitgehend geschlossen. Dabei ist die Sehnsucht nach Seeluft, Strand und Meer im entbehrungsreichen zweiten Jahr der Pandemie besonders groß. Doch weite Teile der Ostseeküste wurden im Frühjahr 2021 zu einer Verbotszone erklärt. Die »ZDF.reportage: Sehnsucht Ostsee – Hoffen auf Urlaub« begleitet am Sonntag, 9. Mai 2021 um 17.55 Uhr im ZDF Menschen durch eine Zeit voller Ungewissheit an den breiten Sandstränden der Ostsee. Der Film von Felix Krüger steht ab Freitag, 7. Mai 2021, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung. 

Drei Viertel der Deutschen will in den nächsten sechs Monaten verreisen. Das zeigt das Ergebnis des Reise-Trendbarometers Q2 2021 von Criteo. Das Technologieunternehmen analysiert nach eigenen Worten einmal im Quartal die Website-Besuche von 815 Anbietern aus dem Bereich Reise und Touristik und befragt 1.222 Deutsche bevölkerungsrepräsentativ zu ihren Reiseplänen für die kommenden Monate. Obwohl das Einhalten von Abstandsregeln kaum möglich sei, wollen 46 Prozent der Befragten per Flugzeug zu ihrem nächsten Urlaubsort. 39 Prozent reisen mit dem eigenen Auto und 29 Prozent planen mit der Bahn zu fahren. Ein Mietwagen oder Carsharing komme für 21 Prozent in Frage (Mehrfachnennungen möglich).

5. Mai: Diskussion über Deutschland-Urlaubsstart voll im Gange, Ferienhaus-Vermieter: jeder Vierte vor dem Aus, Griechenland buhlt um deutsche Touristen, Italien Mitte Mai so weit, Kuba plant Impftourismus

Reif für den Urlaub? Dann gibt es eine gute Nachricht: In wenigen Tagen könnte das an deutlich mehr Orten wieder möglich sein. Zumindest im Inland. Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wollen schon bald wieder die ersten Touristen begrüßen. Wer wann wohin unter welchen Bedingungen kommen darf, ist aber noch nicht einheitlich geregelt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der auch derzeit Chef der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist, fürchtet daher einen Flickenteppich. Er will erreichen, dass sich die Länder abstimmen. Das könnte schon am Donnerstag der Fall sein, wenn die Ministerpräsidenten gemeinsam beraten. 

Kommt jetzt die Quittung für den monatelangen Lockdown? Viele Ferienhausvermieter in Deutschland stehen jedenfalls vor dem Aus. Das hat eine Umfrage des Deutschen Ferienhausverbands und des Deutschen Tourismusverbands ergeben. Demnach erwägt jeder vierte Besitzer, die Ferienhausvermietung aufzugeben.

Harry Theoharis ist Tourismusminister in Griechenland. Er tut momentan alles, um möglichst schnell wieder möglichst viele Touristen im Land begrüßen zu können. Derzeit ist er in Berlin und rührt dort die Werbetrommel. Dort trifft er Vertreter von Reiseveranstaltern und Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. Wie der Urlaub in Griechenland aussehen könnte, sagte er im ZDF-Interview.

Auch ein anderes südeuropäisches Land bereitet sich auf Hochtouren auf das Tourismus-Comeback vor: Italien. Ministerpräsident Mario Draghi ist optimistisch, dass bereits Mitte Mai die ersten Touristen ins Land kommen können. Der sogenannte grüne Pass soll dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Kuba geht derweil einen anderen Weg: Der Karibikstaat will Touristen mit einem Impfangebot ins Land locken. Bis es so weit, dürfte es aber noch eine Weile dauern. Zunächst muss die Wirksamkeit des eigens in dem Land entwickelten Corona-Impfstoffes unter Beweis gestellt werden.

4. Mai: EU plant erleichterte Einreise für Geimpfte, Lauterbach gegen Tourismus-Öffnungen, Luftverkehrsexperte erwartet keinen andauernden Deutschland-Urlaubs-Boom, DER Touristik startet mit Griechenland am 14. Mai

Seit März vergangenen Jahres, als die Corona-Pandemie ihren Lauf nahm, hat die Europäische Union den internationalen Reiseverkehr stark eingeschränkt. Kaum noch jemand darf seitdem noch einreisen. Doch damit dürfte es im Sommer vorbei sein: Die EU will Menschen aus Drittstaaten wieder die Einreise erlauben – so sie denn geimpft sind.

In Deutschland nimmt die Diskussion über die Wiedereröffnung von Gastronomie und Tourismus immer stärker Fahrt auf. Kein Wunder: Immer mehr Menschen sind geimpft, die Infektionszahlen sinken immer weiter. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß hält Inlandsreisen ab Juni für gut möglich. Auf die Bremse tritt dagegen der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Dem WDR sagte er, die Diskussion darüber sei »hochriskant«. Er sprach von einem »Lockerungswettlauf«.

Schon mitbekommen? Der Flughafen Tegel ist jetzt endgültig dicht. Seit November diente er noch als Ausweichflughafen für den neuen BER. Aber damit ist es jetzt vorbei. Aus TXL wird nun ein Wohnquartier. Womit wir bei der Frage wären, wie es derzeit um die Luftverkehrsbranche bestellt ist. Der Luftverkehrsexperte Frank Fichert geht nicht davon aus, dass in Zukunft weniger Touristen fliegen werden. Er glaube nicht, dass derjenige, der sich jetzt mal gefreut habe, dass er einmal im Inland Urlaub gemacht habe, das auch auf Dauer machen werde: »Da ist man dann wieder neugierig auf andere Länder«, sagt er.

Griechenland startet ab 14. Mai in die Sommersaison und ermöglicht ab dann die Einreise ohne Quarantänepflicht für alle Touristen, die bereits vollständig geimpft sind oder einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen können. Der Reiseveranstalter DER Touristik bietet für den Sommer 750 Hotels aller Kategorien in allen griechischen Destinationen an, von denen eine Vielzahl direkt zu Beginn der Saison öffne, teilte das Unternehmen mit. Das Flugangebot sei mit rund 20 Prozent mehr Flügen als im Vorjahr und vielen neuen Verbindungen aus Deutschland in alle griechischen Destinationen so breit wie nie zuvor.

3. Mai: Bareiß skeptisch mit Blick auf Pfingsten, RKI-Risikogebiets-Update, erste Touristen wieder auf Sylt, Corona in Tansania, Reederei Costa am Wochenende wieder gestartet, Disneyland in Kalifornien wieder offen

Pfingsten wieder in den Urlaub fahren? Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, ist skeptisch. »Das wird in vielen Urlaubsregionen leider wieder ins Wasser fallen«, sagte er in der heutigen Ausgabe der Bild-Zeitung.

Das Robert-Koch-Institut hat am Freitag wieder die Liste der Risikogebiete aktualisiert. Die beste Nachricht: Es werden keine neuen Virusvariantengebiete ausgewiesen. Bulgarien und Tschechien sind nun »nur noch« Risikogebiete (vorher Hochinzidenzgebiete). Keine Risikogebiete mehr sind Großbritannien und die Britischen Jungferninseln.

Während viele Reiseregionen in Deutschland unter der Bundesnotbremse ächzen, hat Sylt am Wochenende wieder die ersten Touristen empfangen. Nordfriesland samt der Inseln und Halligen gehört zu jenen touristischen Modellregionen in Schleswig-Holstein, die wieder Gäste empfangen dürfen. Viele ließen sich da nicht bitten. Bereits am Samstagmittag herrschte reger Passagierverkehr nach Sylt.

Über die Corona-Situation in Tansania und was das für die Menschen, die in dem Land vom Tourismus leben, bedeutet, haben wir letztes Jahr ausführlich berichtet. Mittlerweile hat sich die Situation gebessert. Coronamüde Touristen aus Russland und West-Europa besuchen wieder das Land – wenn auch nicht so viele wie in der Vor-Corona-Zeit. Der Verdruss über die Situation ist immer noch groß. Ein Leipziger Afrika-Veranstalter kritisiert die deutsche Berichterstattung über das Land. 

Die italienische Reederei Costa hat am Samstag auf dem Schiff Costa Smeralda wieder Gäste empfangen. Sie gingen im Hafen von Sanova an Bord. Alle Crew-Mitglieder und Passagiere an Bord mussten vor einen Corona-Test machen.

Darauf haben Freizeit- und Vergnügungspark-Fans lange warten müssen: Disneyland im kalifornischen Anaheim hat nach 13 Monaten Corona-Pause wieder seine Pforten geöffnet.

30. April: EU-Parlament billigt grünen Pass, Thailand verschärft Einreiseregeln, wie Malta Touristen umgarnt, Polen: Details zu Öffnungen, Oceania Cruises kündigt Neustart für August an, wie Corona die meistgenutzten Flugrouten verändert hat

Nun soll es also kommen, das EU-weite Impfzertifikat, auch grüner Pass genannt. Das Europaparlament hat sich dafür ausgesprochen. Mit dem Pass sollen gegen Corona Geimpfte, Genesene und negativ Getestete in Zukunft leichter verreisen können. Viele Details sind allerdings noch unklar, etwa wer für die Kosten der Corona-Tests aufkommen soll und ob die Quarantänepflicht dann überhaupt noch angewandt werden darf.

Diese Öffnungsschritte waren nicht von langer Dauer: Thailand wird ab morgen wieder seine Einreiseregeln verschärfen. Jeder, der in das südostasiatische Land einreisen wird, muss dann wieder 14 Tage in Quarantäne. Sogar wenn man schon gegen Corona geimpft ist.

Malta bereitet sich auf die Tourismus-Sommersaison vor. Am 1. Juni soll es so weit sein. Um das Geschäft anzukurbeln, hat sich die Regierung ein besonderes Geschenk für Reiseinteressenten einfallen lassen: So will sie etwa Besuchern einen Gutschein über bis zu 200 Euro für ihre Reise ausstellen. In den Genuss der finanziellen Urlaubsförderung kommen aber nur Individualtouristen. 

In Polen können Hotels ab dem 8. Mai wieder öffnen. Das ist Teil einer Öffnungsstrategie, die von der polnischen Regierung jetzt vorgestellt wurde – wir haben gestern an dieser Stelle darüber berichtet. Nun sind weitere Details bekanntgeworden. Bereits ab 1. Mai sollen nach dem Plan der Regierung landesweit die Sportanlagen im Freien wieder geöffnet werden, ab dem 4. Mai dürfen neben Shoppingcentern auch Kunstgalerien und Museen unter Beachtung strenger Hygieneauflagen wieder Gäste empfangen. Hotels werden am 8. Mai folgen. Sie dürfen zunächst nur bis zu 50 Prozent ihrer Kapazitäten nutzen, auch Restaurants und Wellnessbereiche müssen anfangs noch geschlossen bleiben. Eine Woche später sollen weitere Schritte erfolgen, vorausgesetzt, dass sich die Zahl der Neuinfektionen bis dahin unter einem Wert von täglich 15 pro 100.000 Einwohner bewegt. Dann soll wieder eine Außengastronomie möglich sein, auch Kinos und Theater dürften im Freien starten. Bei einer weiter positiven Entwicklung der Inzidenzzahlen dürfen ab 29. Mai auch wieder bis zu 50 Prozent der Plätze in den Restaurants belegt werden. Auch Kinos und Theater, Indoor-Sportananlagen und Schwimmbäder können dann wieder mit bis zu 50 Prozent der Besucher starten.

Ab August 2021 nimmt die Reederei Oceania Cruises wieder den Kreuzfahrtbetrieb auf. Dann sticht mit der Marina (1.250 Gäste) das erste von insgesamt sechs Boutique-Schiffen der internationalen Reederei in See. Die Routen führen dabei nach Skandinavien und Westeuropa. Ab dem 29. August wird das Schiff der Oceania-Klasse wieder den ursprünglichen Fahrplan mit Abfahrt in Kopenhagen aufnehmen. Die Termine für die gestaffelte Wiederinbetriebnahme der restlichen Flotte von Oceania Cruises werde die Reederei in Kürze bekanntgeben, heißt es. In der Zwischenzeit würden die Reiserouten auf die Verfügbarkeit der Häfen überprüft und bei Bedarf angepasst.

Einige Flugstrecken waren vor Ausbruch der Corona-Pandemie besonders populär. Dazu zählten die Verbindungen Bangkok–Hongkong oder London–New York. Das aber hat sich mittlerweile verändert. Die meist geflogenen »internationalen Strecken« sind in diesem Monat Orlando– San Juan (Puerto Rico) und Moskau–Simferopol. In West-Europa schafft es mittlerweile keine einzige Strecke mehr in die die Top Ten der internationalen Verbindungen.

29. April: Helgoland coronafrei – trotzdem Bundesnotbremse, Polen öffnet Hotels am 8. Mai, Malta am 1. Juni, Duisburger Ordnungsamt schließt Hotel

Auf Helgoland beträgt aktuell die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz null. Die Insel ist coronafrei. Das hilft den Menschen auf der Insel aber wenig. Denn: Helgoland gehört zum Kreis Pinneberg, wo zuletzt eine Inzidenz von über 100 ausgewiesen wurde. Folge: Die Bundesnotbremse gilt auch auf der Insel. Während sich Bürgermeister Jörg Singer noch diplomatisch zurückhält, kritisiert Wolfgang Kubicki, Vize-Chef der Bundes-FDP, den »regulatorischen Irrsinn«, mit dem die Bundesregierung das Land überzogen habe.

Auch in unserem östlichen Nachbarland Polen stehen die Zeichen auf Öffnung: Dort dürfen ab Samstag, dem 8. Mai Hotels wieder Gäste beherbergen. Allerdings nur mit einer Auslastung von 50 Prozent. Bereits vier Tage früher, am 4. Mai, dürfen Geschäfte wieder ihre Pforten öffnen. Die Öffnung der Außengastronomie folgt nur eine Woche nach den Hotels.

Auch Malta lockert und öffnet schrittweise wieder: Ab sofort öffnen Geschäfte und Dienstleister wieder für ihre Kunden. Ab 10. Mai 2021 werden weitere der bisher geltenden Einschränkungen aufgehoben oder erleichtert. Ab dann heißen auch Restaurants und Bars wieder Besucher willkommen und dürfen bis 17 Uhr Service am Tisch anbieten. Auch Open-Air-Märkte dürfen dann wieder stattfinden. Die Reisebeschränkungen zwischen Malta und Gozo werden aufgehoben. Ab dem 1. Juni öffnet das Land wieder für den internationalen Tourismus.

In Duisburg haben Kräfte des Ordnungsamts und der Polizei ein Hotel geschlossen. Der Grund: In dem Haus gingen Prostituierte ihrer Arbeit nach. Die Behörden hatten vor einer Woche einen Hinweis darauf erhalten.

28. April: WDR: Keine Ausgangssperren-Kontrollen am CGN-Airport, Tourismusstart auf Sylt am 1. Mai, DER Touristik verlängert Flexpakete, Lockdown in Türkei gilt nicht für Touristen, Lockdown-Ende in den Niederlanden, Reise-Boom innerhalb Chinas

Die Frage, ob man in der Zeit der Ausgangssperre zum und vom Flughafen an- oder abreisen darf, bleibt vielerorts unbeantwortet. Juristen, Ordnungsbehörden und Reiseanbieter geben keine klare Antwort auf die Frage. Und wie sieht’s in der Praxis aus? Der WDR begab sich zum Flughafen Köln/Bonn (CGN) und beobachtete das Geschehen. Gegen 1 Uhr in der Früh landete ein Ryanair-Flieger, zwei Maschinen flogen in der Nacht in die Türkei. Es war viel los im und am Flughafen. Kontrolliert wird aber nicht.

Kommenden Samstag ist es so weit: Sylt darf wieder Touristen empfangen. Die Vorfreude in den Tourismusbetrieben ist groß. Unkompliziert wird es für Besucher aber nicht: So muss bei Anreise ein negativer Corona-Schnelltest oder ein PCR-Labortest vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Während des Aufenthalts auf der Insel muss der Test alle 48 Stunden aktualisiert werden. Welche Regeln noch gelten, erfährt man hier.

Die DER Touristik verlängert ihre Aktion »Flexpakete zum Einheitspreis«: Sie gilt bis auf Weiteres für alle Neubuchungen von Flugpauschalreisen, Hotels weltweit und Rundreisen bei den Veranstaltern Dertour, ITS, Jahn Reisen und Meiers Weltreisen. Auch der Reisezeitraum wurde verlängert und gilt nun für Abreisen bis zum 30. April 2022. Mit dem Flexpaket können Gäste ihre Buchung bis 14 Tage vor Abreise ohne Angabe von Gründen kostenfrei umbuchen oder stornieren. Während der Aktion beträgt der Preis für ein Flexpaket 59 Euro – unabhängig vom Reisepreis. Für eine vierköpfige Familie ergebe sich bei einem Gesamtreisepreis von 6.001 Euro lediglich ein Aufpreis von 14,75 Euro pro Person, teilte das Unternehmen mit.

Die Nachricht hatte allen, die bald einen Urlaub in der Türkei planen, einen Schrecken eingejagt: Ab morgen tritt ein knapp dreiwöchiger (bis 17. Mai) harter Lockdown in Kraft. Dieser beeinhaltet unter anderem strenge Ausgangsbeschränkungen. Für Touristen gilt das aber nicht. Sie sind von den Regelungen ausgenommen, sagte Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy.

Aus und vorbei für den Lockdown: Die Niederlande kehren ab heute ein Stück zurück in die Normalität. Geschäfte und Außenbereiche von Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen. Die Maßnahme ist in unserem Nachbarland nicht unumstritten. Auch in den deutschen Grenzregionen beobachtet man die Maßnahme skeptisch. Die Kreise Heinsberg und Borken appellierten an ihre Bürger, auf Tagesausflüge in die Niederlande zu verzichten. 

In China scheinen die Menschen wieder so unbeschwert zu verreisen wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Millionen Menschen werden am kommenden Wochenende im Land unterwegs sein.

27. April: Merkel zurückhaltend in Sachen Sommerurlaub, Verwaltungsgericht: keine Bevorzugung Geimpfter für Ferienwohnungen, US-Touristen im Sommer wieder in Europa, Rheinkirmes in Düsseldorf abgesagt, auch Oktoberfest auf der Kippe

Gestern debattierten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder abermals miteinander. Es ging vor allem um die Impfstrategie. Nach dem Gipfel wurde Merkel in einer Pressekonferenz gefragt, wie ihre Einschätzung zum Sommerurlaub sei. Die Kanzlerin wollte sich nicht festlegen. »Aber wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels zu öffnen, das kann ich heute nicht sagen«, sagte sie.

Die Debatte über Erleichterungen für Geimpfte nimmt immer mehr Fahrt auf. So steht immer häufiger die Frage im Raum, ob Geimpfte früher als Nicht-Geimpfte wieder unkomplizierter verreisen dürfen. Diese Frage beschäftigte nun auch das Verwaltungsgericht in Greifswald. Konkret ging es um Urlauber aus Nordrhein-Westfalen, die eine Ausnahmegenehmigung für ihre Unterkünfte auf Usedom haben wollten. Das Gericht urteilte nun: Die Ferienwohnungen dürfen nicht vermietet werden. 

Weder dürfen derzeit Europäer in den USA ihren Urlaub verbringen noch US-Amerikaner in Europa. Das könnte sich im Sommer ändern – zumindest für diejenigen, die gegen Corona geimpft sind. EU-Kommissionschefin von der Leyen erwägt, ab dem Sommer jenen US-Bürgern wieder die Urlaubsreise nach Europa zu ermöglichen. Einen genauen Zeitpunkt nannte von der Leyen aber nicht.

Das größte Volksfest Deutschlands, das Oktoberfest in München, dürfte in diesem Jahr wohl abermals ausfallen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hält die Absage des Oktoberfestes jedenfalls für immer wahrscheinlicher. Auch in NRW zog man den Kirmes-Stecker: Wegen der Corona-Pandemie wurde die für den 16. bis 25. Juli geplante Düsseldorfer Rheinkirmes nun abgesagt.

26. April: Indien-Einreisestopp beschlossen, Lufthansa sieht keine Auswirkungen wegen Ausgangssperre, Italien: Ärger wegen Capri-Vorpreschen, Falschmeldung über gestrandete BER-Passagiere entfacht Wirbel

Die Nachrichten zur Corona-Situation in Indien sind verstörend: Wegen einer doppelten Mutation des Coronavirus kam es zu einem massiven Anstieg der Infektionszahlen, die Krankenhäuser sind überlastet. Nun zog die Bundesregierung in Berlin die Konsequenzen: Die Einreise nach Deutschland ist nur noch in Ausnahmesituationen erlaubt. 

Die am Samstag in Kraft getretene Bundesnotbremse inklusiv der Ausgangssperren in der Nacht hat nach Auskunft der Lufthansa bisher keine Auswirkungen auf deren Flugbetrieb. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hatte zuvor von der Politik Klarheit darüber gefordert, dass die An- und Abreise zum Flughafen nicht regionalen und wechselnden Ausgangssperren unterliegen dürfe.

Politiker auf der italienischen Insel Capri kündigten an, dass die Bewohner schnellstmöglich durchgeimpft werden und schon bald wieder Touristen kommen dürfen. Spätestens Anfang Mai sollte es so weit sein. Aber daraus wird wohl nichts. Besonders in anderen Urlaubsorten, aber auch bei der Regierung in Rom reagierte man verschnupft über das Vorpreschen Capris. Alleingänge einzelner Inseln werde man nicht erlauben, heißt es. 

Gestern machte auf Twitter eine Meldung die Runde, wonach am frühen Sonntagmorgen wegen der Ausgangssperre 650 Passagiere am Hauptstadtflughafen BER festsitzen würden. Eine Userin berichtete, Hundertschaften der Polizei würden jeden anzeigen und von jedem Bußgeld kassieren, der das Flughafengebäude vor 5 Uhr in der Früh verlassen würde. Die Meldung verbreitete sich unter sehr vielen Usern rasch im Netz. Im Laufe des Tages stellte sich aber heraus: An der Nachricht ist nichts dran.

 

24. April: Reisen in der Nacht künftig verboten – und was das konkret bedeutet, Österreich öffnet Mitte Mai, weitere Liberalisierungen auf Mallorca, Indien-Reise-Verbot gefordert, Aktionsbündnis Tourismusvielfalt: »Bundesregierung schafft Urlaub ab«

Heute tritt in Deutschland die Bundesnotbremse in Kraft. Diese hat auch Folgen für alle, die in den späten Abendstunden oder in der Nacht (zwischen 22 und 5 Uhr) von A nach B reisen wollen. Das ist nämlich künftig verboten – sofern die Reise aus privaten Gründen unternommen wird. Zuweilen kann der Zeitkorridor sogar noch enger sein, denn einige Städte und Landkreise haben bereits ab 21 Uhr eine Ausgangssperre ausgesprochen. Die Notbremse gilt auch für Transitreisen. Auch wer mit dem Auto oder Zug reist und sich aufgrund von Bahnverspätungen oder Staus verspätet, ist nicht unbedingt aus dem Schneider. Unklar ist auch, was passiert, wenn man sich vor fünf Uhr oder nach 22 Uhr auf den Weg zum Flughafen macht, um einen Flug in den Urlaub anzutreten.

Während in Deutschland seit heute die Bundesnotbremse gilt, hat Österreich gestern angekündigt, ab dem 19. Mai in einem ersten Schritt zurück zur Normalität zu kehren. Nahezu alle Bereiche dürfen wieder öffnen, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Für Touristen bedeutet das: Sie sind ab dem 19. Mai wieder willkommen. Gänzlich problemlos ist die Reise nach Österreich allerdings nicht. Wer aus einem Hochrisikogebiet kommt, muss in Quarantäne. Wer aus Deutschland kommt, muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder Inhaber eines sogenannten grünen Passes sein.

Auch auf Mallorca und den anderen Inseln der Balearen werden die Corona-Maßnahmen entschärft. So wird die nächtliche Ausgangssperre auf 23 Uhr verlegt. Montags bis donnerstags wird es den Gastronomie-Betrieben erlaubt sein, bis 22:30 Uhr Gäste im Außenbereich zu bewirten. Grund für die Lockerungen sind die weiterhin niedrigen Inzidenzwerte auf den Inseln.

Die Bundesregierung hat Indien zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Gleiches gelte für Tunesien, Kap Verde sowie die Golfstaaten Katar und Oman, so das Robert-Koch-Institut in seiner aktuellen Risikogebietsmitteilung. Gute Nachrichten gibt es dagegen für viele Staaten in der Karibik, sie wurden runtergestuft. Unterdessen hat Manfred Weber (CSU), Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus Indien in die EU gefordert.

In einem Brandbrief an Kanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung hat das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV), ein Bündnis aus 28 touristischen Branchenverbänden, auf die Zustimmung des Bundestags und Bundesrats zum 4. Bevölkerungsschutzgesetz reagiert. Darin kritisiert das Aktionsbündnis »die anhaltende politische Inkonsequenz und Inkonsistenz, die der Tourismusbranche seit Monaten ein beispielloses Opfer abverlangt und zahlreiche Existenzen gefährdet«. Die Politik sei offenkundig nicht bereit, der Tourismusbranche dieselben Möglichkeiten einzuräumen wie anderen Branchen, die mit Tests und Hygieneauflagen öffnen können. Man könne das mangelnde Vertrauen in die Branche nicht nachvollziehen«, heißt es in einer Mitteilung der Verbände.

22. April: Sonnenziele im Mittelmeere werben mit unbesorgtem Urlaub, ZDF-Reportage über Urlaub trotz Corona, Visa-Reform: leichter nach Russland reisen, Gerichtsurteil zur Quarantäne nach Urlaub

In wenigen Wochen startet die Feriensaison. Millionen von Urlaubern würden dann gern Richtung Süden fliegen. Aber wohin? Für viele Urlauber ist die Antwort auf die Frage wichtig, wie es um die Corona-Infektionszahlen vor Ort aussieht. Hat man die Situation vor Ort im Griff? Einige Destinationen bejahen dies. Tourismusverbände, Politiker und Hotels werben daher um Touristen. Mittlerweile ist am Mittelmeer ein Wettlauf um die Gunst der Urlauber entbrannt. 

Ostsee geht nicht – dann eben Balearen: So stellte es sich beim Osterurlaub nach einem Jahr Pandemie dar. Kaum war die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben, waren die Flüge ausgebucht. Doch der Ärger ließ nicht lange auf sich warten: Die einen befürchteten ein Superspreading-Event, die anderen konnten nicht verstehen, warum eine Auslands-Flugreise möglich sein sollte, eine Fahrt in eine Ferienwohnung im Inland jedoch nicht. »Alle nach Malle?« fragt die »ZDF.reportage« am Sonntag, 25. April 2021, 17.55 Uhr, und beleuchtet den »Urlaub trotz Corona«. Der Film von Oliver Koytek und Anna-Sofia Angelis steht ab Sonntag, 25. April 2021, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Russlands Präsident Vladimir Putin hat in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, nach Ende der Corona-Pandemie die Visavergaberegeln für Ausländer zu lockern. »Dann werden wir ganz sicher noch geltende Einschränkungen aufheben, und zu uns werden wieder Millionen Touristen von allen Enden der Welt kommen«, sagte Putin.

Wer gegen Corona geimpft ist, soll – wenn es nach dem Willen einiger Politiker und Experten geht – deutlich unkomplizierter verreisen können. So soll etwa in vielen Urlaubsländern die Quarantäne entfallen nach der Ankunft. In Deutschland sieht man das (noch) anders: Zwei Urlauber, die bereits gegen Corona geimpft waren, sollten nach ihrer Rückkehr aus Dubai in Quarantäne. Damit aber waren sie nicht einverstanden. Das Verwaltungsgericht Frankfurt gab ihnen recht. 

21. April: Italien-Comeback im Frühsommer, Auswärtiges Amt zu Indien, Norwegen bleibt dicht

In Italien gewinnt die Diskussion, wann wieder ausländische Touristen ins Land gelassen werden sollen, deutlich an Fahrt. In den ersten Regionen des Landes werden die Corona-Regeln wieder liberalisiert, so sollen die Gastronomiebetriebe in Neapel nächste Woche wieder öffnen. Noch recht unübersichtlich ist der Zeitplan für Touristen aus dem Ausland. Tourismusminister Massimo Garavaglia brachte vergangene Woche den 2. Juni als Starttermin ins Spiel. Ob und inwieweit ein Impfpass als Bedingung für die Einreise eine Rolle spielen wird, ist indes noch unklar.

Wegen der in Indien grassierenden Corona-Mutation N501Y haben zahlreiche Länder ihre Indien-Reisehinweise verschärft. Auch Deutschland. Das Auswärtige Amt schreibt, im indischen Gesundheitssystems sei der Zugang zu in­tensivmedizinischer Versorgung vielerorts sehr stark eingeschränkt. Deshalb sollten Deutsche, die noch nicht geimpft seien, »eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizini­schen Versorgungslage erwägen«.

Norwegen wird weiterhin keine Touristen ins Land lassen. Die Regierung in Oslo teilte gestern mit, dass die Einreisesperre zunächst bis zum 12. Mai verlängert werde.

20. April: Reise-Rückkehr-Privilegien für Geimpfte, Mallorca: Corona-Zahlen konstant, Wieder Touristen in Eckernförde, Sammelklage gegen Verbot von Dauercamping in Baden-Württemberg

Reisende, die bereits gegen Corona geimpft sind, und in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wohnen, müssen nach ihrer Rückkehr nicht mehr in Quarantäne. Welche Regeln nun wo gelten, erfährt man hier.

Mehrere Zehntausend Deutsche waren über Ostern auf Mallorca. Das gefiel nicht allen, vor allem nicht einigen Politikern. Aber wie fällt nun die Bilanz aus? Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der Insel liegt seit zwei Monaten bei etwa 25 bis 30 – die befürchteten negativen Folgen sind nicht eingetreten.

Einige Regionen und Städte in Schleswig-Holstein dürfen ja im Rahmen eines Modellprojekts wieder Touristen empfangen. Der beliebte Urlaubsort Eckernförde gehört mit dazu. Gestern trafen die ersten Urlauber ein. Von einem Touristen-Ansturm kann man aber nicht sprechen. 

Mit Unterstützung vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD) und dem Landesverband Baden-Württemberg e.V. (BVCD-BW) klagen 14 Campingplatzbetreiber aus Baden-Württemberg im Normkontrollverfahren gegen das corona-bedingte Verbot von Dauercamping. Gefordert wird eine Öffnung für Dauercamper in Baden-Württemberg unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen. »Seit Beginn der Pandemie setzen wir uns für die Öffnung des Dauercamping in allen Bundesländern ein. Das Regelungschaos der Länder ruft bei der Bevölkerung neben der generellen Lock-Down-Ermüdung weitere Negativ-Gefühle von Unzufriedenheit und Ungleichbehandlung bzw. Diskriminierung hervor – und das aufgrund einer in diesem Fall unverhältnismäßigen Maßnahme«, sagte Christian Günther, Geschäftsführer des BVCD.

19. April: Alaska will Touristen mit Impfungen locken, Camper-Demonstration in Berlin, Tourismus-Öffnungen in Europa, Umfrage: Deutsche verhalten bei Urlaubsplanung

In Alaskas Tourismusbranche sieht es derzeit nicht gut aus. Wie vielerorts auf der Welt sind kaum Besucher da. Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy kommt nun mit einer ungewöhnlichen Idee um die Ecke: Er will Touristen, die nach Alaska kommen, mit einer Impfung gegen Corona belohnen. Am 1. Juni soll es losgehen.

In Berlin haben am Samstag mehrere Hundert Camper mit ihren Wohnmobilen und -wagen für die Öffnung der Stell- und Campingplätze in Deutschland demonstriert. Rund 1.000 Wagen zogen vom Olympiastadion zum Reichstagsgebäude. Auf Sprüchbändern war etwa »Wir reisen coronakonform« zu lesen. Organisiert hatte die Demonstration die Initiative »Campen mit Abstand«.

Während wir in Deutschland über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen debattieren, haben mehrere Länder angekündigt, schon bald wieder Touristen empfangen zu wollen. Den Auftakt machen bereits heute Griechenland, Belgien und Tunesien. Weitere Länder wollen im Mai und Juni folgen.

Ob allerdings tatsächlich viele Deutsche in diesem Jahr ins Ausland reisen werden, um dort ihren Urlaub zu verbringen, ist fraglich. Einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC zufolge wissen 31 Prozent der Befragten derzeit nicht, ob sie überhaupt verreisen werden, 28 Prozent wollen dies nicht.

17. April: Risikogebiet-Update des RKI, Impfreisen nach Moskau, Mecklenburg-Vorpommern verschärft Corona-Reise-Regeln, Österreich: Tourismusbetriebe öffnen wohl im Mai, Aida Cruises: neue Kreuzfahrten im Mai

Die Regionen Azoren und Algarve in Portugal sowie Kastilien-La Mancha in Spanien sind leider wieder Corona-Risikogebietedas gab das Robert-Koch-Institut gestern bekannt. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Barbados, Großbritannien, die Region Pirkanmaa in Finnland und die Regionen Mid-West und South-East in Irland sind kein Risikogebiet mehr. Last but not least wurden die Vereinigten Arabischen Emirate vom Hochinzidenzgebiet zum regulären Risikogebiet herabgestuft.

Die Coronaschutz-Impfungen in Deutschland verlaufen nach Ansicht vieler Beobachter schleppend. Viele dürften sich noch Monate gedulden müssen, bis sie an der Reihe sind – so sie sich denn impfen lassen wollen. Da kommt dem ein oder anderen das Angebot eines Reiseveranstalters gelegen, der Impfreisen nach Russland organsiert, wo das Vakzin Sputnik V gespritzt wird. Die ersten Deutschen waren schon da, berichten die Tagesthemen.

Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe sind schon seit Monaten geschlossen, selbst Tagesausflüge von Personen aus anderen Bundesländern sind in Mecklenburg-Vorpommern untersagt. Jetzt zieht die Schweriner Landesregierung noch weiter die Zügel an: Wer in einem anderen Bundesland wohnt und seinen Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern hat, muss diesen bis spätestens Freitag nächster Woche verlassen.

Wir erinnern uns: Auch im April 2020 war es unser Nachbarland Österreich, das für den Monat Mai die Wiederöffnung der Tourismusbetriebe angekündigt hatte. Und so kam es 2020 dann auch. In diesem Jahr scheint sich das Spiel zu wiederholen: Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte gestern, man sei »auf den letzten Metern, was den Sieg über die Pandemie betrifft«. Den genauen Mai-Termin für die Öffnungen im Tourismus nannte er noch nicht.

Das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises wird ab 23. Mai 2021 neue Reisen in Griechenland anbieten. Die 7-tägigen Kreuzfahrten starten ab Korfu und führen durch die griechische Inselwelt nach Kreta und Rhodos sowie nach Katakolon (Olympia) und Piräus (Athen). Buchungsstart ist am 20. April 2021. Es stehen 22 Termine zwischen dem 23. Mai und 17. Oktober 2021 zur Auswahl. Die Griechenland-Kreuzfahrten können auch als 14-tägige Reise gebucht werden. Griechenland ist eines der beliebtesten Urlaubziele für deutsche Reisende. Spätestens ab dem 14. Mai 2021 ist das Mittelmeerland wieder für den Tourismus geöffnet.

15. April: Griechenland: Quarantänepflicht entfällt womöglich schon früher, Dänemark-Einreiselockerungen in mehreren Schritten, Passagier-Zahlen in Frankfurt weiter im Keller

Wer derzeit nach Griechenland fliegt, muss anschließend in Quarantäne. Vor ein paar Tagen gab die Regierung bekannt, dass diese Regelung ab dem 14. Mai entfallen soll. Dann sollen alle, die gegen Corona geimpft sind oder einen negativen Corona-Test vorzeigen können, nicht mehr in Qurantäne müssen. Heute wurde bekannt: Die Neuregelung tritt möglicherweise schon am kommenden Montag, dem 19. April in Kraft.

Wer in den nächsten Wochen in Dänemark seinen Urlaub verbringen will, sollte sich mit Blick auf die Einreisebestimmungen tunlichst vorher schlau machen. Aktuell müssen noch trifftige Gründe für die Einreise vorliegen. Das ändert sich aber bald. Die Eineise-Beschränkungen sollen in vier Phasen gelockert werden; die erste davon beginnt bereits am kommenden Mittwoch, den 21. April 2021.

Die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Verkehrszahlen setzten sich am Frankfurter Flughafen auch im März fort: Der Airport zählte 925.277 Passagiere. Dies entspricht einem Minus von 56,4 Prozent gegenüber dem März des Vorjahres, in dem das Verkehrsaufkommen aufgrund der beginnenden Corona-Krise bereits deutlich reduziert war. Im Vergleich zu März 2019 ging das Verkehrsaufkommen im Berichtsmonat entsprechend noch stärker zurück: um 83,5 Prozent.

14. April: Covid-Zertifikat der EU kommt Ende Juni, noch mehr als zwei Dutzend in Quarantäne-Hotel auf Mallorca, Umfrage: Corona beeinflusst weiter Urlaubsplanung, Israel öffnet am 23. Mai

Die Rufe Griechenlands, Spaniens und anderer Reiseländer nach Reise-Erleichterungen für Geimpfte scheinen immer mehr Gehör in der EU zu finden. Ab Ende Juni soll es ein »einheitliches Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa« geben. Darin soll vermerkt werden, ob jemand geimpft ist oder schon mal infiziert war. Auch bisher gemachte Corona-Tests sollen darin dokumentiert werden. Was die Länder damit machen, soll ihnen überlassen bleiben.

Mittlerweile dürften alle Deutschen, die rund um Ostern ihre Ferien auf Mallorca verbracht haben, wieder zu Hause sein. Sollte man meinen. Tatsächlich stecken aber noch mehr als zwei Dutzend auf der Baleareninsel fest. Der Grund: Sie wurden positiv auf Corona getestet und mussten anschließend in Quarantäne.

Nachdem die Urlaubssaison 2020 aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie für viele ausgefallen ist, blickt Deutschland gespannt auf die Reisezeit 2021. Dass Corona immer noch unsere Urlaubspläne bestimmt, bestätigt nun auch eine neue bevölkerungsrepräsentative Studie des digitalen Versicherungsmanagers Clark in Zusammenarbeit mit YouGov: Jeder zweite Befragte (49 Prozent) gibt an, dass die Pandemie die Urlaubsplanung 2021 stark beeinflusse.

Ab dem 23. Mai 2021 lässt Israel nach mehr als einem Jahr wieder internationale Reisende ins Land. Tourismusministerin Orit Farkash-Hacohen und Gesundheitsminister Yuli Edelstein einigten sich auf einen Rahmen für die Öffnung des Landes für geimpfte Gruppen ausländischer Touristen. Die Wiederaufnahme des internationalen Tourismus erfolgt in zwei Phasen. Dem Entwurf zufolge wird ab dem 23. Mai eine begrenzte Anzahl von geimpften Gruppen in Israel Urlaub machen dürfen. Alle Besucher müssen sich vor dem Flug nach Israel einem PCR-Test unterziehen und bei Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen einem serologischen Test vor Ort zum Nachweis ihrer Impfung. In einer zweiten Phase dürfen auch individuelle Touristen nach Israel einreisen. Auch hier gelten die entsprechenden Bedingungen eines negativen PCR-Tests vor Anreise und einer serologischen Untersuchung bei Ankunft.

13. April: Griechenland-Start am 14. Mai, Lufthansa will bei Vorkasse bleiben, wie Eckenförde das Tourismus-Comeback vorbereitet

Gute Nachricht für alle, die ab Mitte Mai ihren Urlaub in Griechenland verbringen wollen: Das wird möglich! Ab dem 14. Mai soll es für alle EU-Bürger so weit sein, sagte Vize-Tourismusministerin Julia Zacharaki. Eine Pflicht zur Quarantäne werde es nicht geben. Allerdings muss man entweder geimpft sein oder ein negatives Coronatest-Ergebnis bei der Einreise vorlegen.

Die Lufthansa und viele andere Airlines hatten 2020 viel Kritik einstecken müssen, weil sie Ticketerstattungen für ausgefallene Flüge nur sehr behäbig bearbeiteten und auszahlten. Verbraucherschützer forderten infolge dessen, dass Flugreisen erst bei Antritt bezahlt werden sollten – und nicht bei Flugbuchung. Das aber lehnt die Lufthansa ab. In ihrem aktuellen »Politikbrief spezial« schreibt die Airline, die Vorkasse sei auf der ganzen Welt gängige Praxis und nutze Fluggesellschaften und Kunden gleichermaßen.

Kaum hatte die schleswig-holsteinische Landesregierung unter anderem Eckernförde als eine der Modellregionen für die Wiedereröffnung des Tourismus auserkoren, stehen die Telefone nicht mehr still. »Die Buchungszahlen schnellen jetzt hoch«, sagte Touristik-Chef des Ostseebades, Stefan Borgmann, gegenüber dem NDR. Ab kommenden Montag dürfen Touristen anreisen. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

12. April: Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft zurückhaltend bei Sommerbuchungen, Tui-Chef fordert rasches Impfen

Dieser Sommer dürfte für viele Reiseveranstalter kein leichter werden – damit rechnet jedenfalls der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft. Die Buchungen für dieses Jahr seien deutlich schlechter als die schon schlechten Zahlen vom Vorjahr, sagte deren Chef Michael Frenzel in einem Gespräch mit der »Welt am Sonntag«. Seiner Meinung nach werden die meisten Urlaubswilligen erst im Herbst wieder deutlich mehr verreisen.

Tui-Chef Fritz Joussen dagegen ist optimistischer. Wenn sich zügig immer mehr Menschen impfen ließen, dann werde das Geschäft bald anziehen. »Was ich sehe, sind einige gute Signale und Entwicklungen – in Heimat- wie Zielländern der Kunden«, sagte er.

10. April: RKI-Risikogebiets-Update, Geldgeschenke von Maltas Regierung, Modellregionen in Schleswig-Holstein starten am 19. April, Bundesverfassungsgericht zu Camping-Urlaub, Schweizer Skisaison-Fazit

Das Robert-Koch-Institut hat gestern – so wie jeden Freitag – die Liste der Corona-Risikogebiete aktualisiert. Kroatien, Armenien, die Ukraine und die Türkei gelten nun als Hochinzidenzgebiet. Israel ist kein Risikogebiet mehr.

In Schleswig-Holstein soll ab dem 19. April in ausgewählten Regionen wieder Tourismus möglich sein. Dazu hat die Kieler Landesregierung die Lübecker Bucht, den Kreis Nordfriesland inklusive Sylt, Büsum und in die Schleiregion mit Eckernförde ausgesucht. Die vorsichtigen Öffnungen sollen durch viele Corona-Tests abgesichert – und wissenschaftlich beobachtet werden.

Da soll noch jemand sagen, die seien nicht kreativ: Maltas Regierung will den ersten 35.000 Reisenden, die in diesem Sommer ihren Urlaub auf der Insel buchen, Rabatte von jeweils bis zu 200 Euro gewähren. Das kündigte Tourismusminister Clayton Bartolo gestern an. Allerdings ist der Rabatt an eine Mindestaufenthaltszeit und an die Kategorie des Hotels gekoppelt.

Drei Camperinnen hatten vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen die Corona-Verordnung Schleswig-Holsteins geklagt. Sie wollten drei Monate in einem Wohnwagen auf der Insel Fehmarn verbringen. Daraus wird aber nichts. Das Gericht wies die Klage in einem Eilverfahren ab. 

In der Schweiz waren in den letzten Monaten bekanntlich die Skipisten geöffnet. Das fanden Politiker anderer Länder mit Blick auf das Infektionsgeschehen nicht gut. Blick, die deutschsprachige Schweizer Tageszeitung, zieht nun ein Fazit: Der Alleingang im Wintersport habe sich ausgezahlt, so das Resümee.

9. April: Briten-Reise-Start im Mai, Malta erläutert Tourismus-Comeback, Italiens Inseln als Vorreiter, Booking.com-Umfrage über Rückkehr zum Reisen

Das dürfte die Briten freuen: Ab dem 17. Mail sollen sie wieder ins Ausland verreisen dürfen, teilte Verkehrsminister Grant Shapps mit. Ab dann werde man die Länder in grüne, gelbe und rote Kategorien einteilen – je nachdem, wie es um das Corona-Impf- und Infektionsgeschehen in den Ländern bestellt sei.

Die maltesischen Inseln sollen im Sommer 2021 wieder für den Tourismus geöffnet werden. Sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Touristen werden ab dem 1. Juni 2021 auf der Insel Malta willkommen sein. Ab Juni werden voraussichtlich achtzehn Fluggesellschaften, darunter Air Malta, während der Sommersaison die Insel anfliegen. Damit wären 70 Prozent der Flugstrecken von 2019 wiederhergestellt. Vier der Fluggesellschaften seien neu. Neben den Flugzeugen würden im Sommer auch Kreuzfahrtschiffe ihren Dienst wieder aufnehmen. Bis Ende Juni seien immerhin 34 Hafenanfahrten geplant. Die maltesische Regierung führt aktuell auch Gespräche mit der Europäischen Kommission, und hofft auf die Zulassung von »grünen« Pässen für Geimpfte, mit denen Gäste innerhalb Maltas ohne Einschränkungen reisen könnten.

Auch Italien bereitet sich auf die Rückkehr ausländischer Touristen vor. Das soll ab dem 2. Juni der Fall sein. In einem Schritt sollen die Urlauber auf kleineren Inseln wie etwa Capri, Ischia und Elba reisen dürfen.

Auch wenn uns vielleicht noch schwere Tage bevorstehen, zeigt eine neue Booking.com-Umfrage, dass der Wunsch, die Welt zu entdecken, ungebrochen ist und Reisende nach monatelangen Einschränkungen vor allem dank der Einführung von Impfstoffen gegen das Coronavirus endlich Licht am Ende des Tunnels sehen. Obwohl das Ende der Pandemie noch lange nicht erreicht sei, seien zwei Drittel der weltweit Reisenden (66 Prozent) aufgrund der Einführung der COVID-19-Impfstoffe hoffnungsvoller, 2021 reisen zu können, so das Ergebnis der Umfrage. Die gleiche Anzahl der Reisenden weltweit (66 Prozent) gibt an, dass sie sich 2021 noch mehr nach Reisen sehnen, da sie 2020 kaum reisen konnten. Befragt wurden 28.000 Reisende aus 28 Ländern und Regionen.

8. April: Maskenpflicht an Spaniens Stränden vom Tisch, Griechenlands Inseln sollen schneller Covid-frei werden, Aida sagt Mittelmeer-Kreuzfahrten im Mai ab, Alpen-Sylt- Nachtexpress startet später

Das hatte für reichlich Irritationen gesorgt: Spaniens Regierung wollte eine rigide Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit durchsetzen. So sollten auch Strand-Besucher angewiesen werden, eine Maske zu tragen. Das hatte für erhebliche Kritik in den Urlaubsregionen gesorgt. Jetzt zogen die Regierung und die 17 Regionen die Notbremse: Wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt bleibt, braucht man am Strand keine Maske zu tragen.

In Griechenland macht die Regierung Tempo beim Impfen: 1,3 der 11 Millionen Griechen haben nun eine Schutzimpfung gegen Corona erhalten. Wie in Deutschland wurden zunächst vor allem die Älteren geimpft. Nun sollen aber auch die jüngeren Griechen auf den Inseln zügig geimpft werden. Grund: Die Inseln sollen rasch Covid-frei werden, damit die in Griechenland immens wichtige Tourismusbranche bald die Sommersaison starten kann.

Die Reedereien können ihre Kreuzfahrt-Schiffe längst noch nicht so über die Weltmeere schicken, wie sie wollen. Das gilt auch für Aida. Von Mitte Mai bis Anfang Juni sollte es eigentlich übers Mittelmeer gehen. Die Reisen wurden aber heute abgesagt. Stattdessen wird die »Aidaperla« die Kanaren ansteuern. Wer die Mittelmeer-Sause gebucht hat, hat die Möglichkeit, auf den Kanaren-Trip umzubuchen, heißt es.

Mit dem Alpen-Sylt-Nachtexpress kann man prima von Sylt nach in die Alpen fahren. Normalerweise wird die Strecke ab Mitte Mai bedient. Normalerweise. Wegen Corona und der sich abzeichnenden Reisebeschränkungen im Spätfrühling wird der Start der Saison 2021 verschoben. Losgehen soll es nun erst am 15. Juli, teilte der Betreiber RDC mit.

7. April: Norwegian Cruise Line startet im Juli – für Geimpfte, ARD-Faktenfinder prüft Corona-Situation auf Mallorca, Camping- und Wohmobil-Boom – was beachten?

Die Reederei Norwegian Cruise Line wird ab dem 25. Juli wieder ihre Schiffe peu à peu auf hohe See schicken. Erste Ziele seien die Ägäis und die Karibik, teilte das Unternehmen mit. Wer allerdings nicht gegen Corona geimpft ist, schaut in die Röhre: Es sollen nur gegen Corona Geimpfte und Getestete an Bord dürfen.

Die Redaktion ARD-Faktenfinder hat die Corona-Situation auf Mallorca untersucht. Grund dafür war unter anderem die Aussage des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach, der öffentlich Zweifel an den Fallzahlen auf der Insel äußerte. Das hatte bei Gesundheitsexperten der Insel für Verstimmung gesorgt. Die ARD-Faktenfinder kommen zu dem Schluss, dass es »weiter keine Hinweise auf Trickserei« auf Mallorca gebe. 

Viele Menschen suchen seit dem Beginn der Corona-Pandemie einen Weg, trotz der Reisebeschränkungen Urlaub zu machen – und setzen auf Camping. Im Gegensatz zu den meisten anderen Unterkunftsarten waren die Campingplätze in Deutschland im Sommerhalbjahr 2020 – welches in der Tourismusstatistik die Monate Mai bis Oktober umfasst – stärker nachgefragt als im Vorjahreszeitraum: Sie verbuchten von Mai bis Oktober 2020 rund 31 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) gestern mitteilte. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die wachsende Beliebtheit des Campingurlaubs spiegele sich auch in den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wider. Mit einem Plus von 41,4 Prozent verzeichneten Wohnmobile bei den Pkw-Neuzulassungen den stärksten Zuwachs im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr. Wer mit dem Gedanken spielt, zum ersten Mal ein Wohnmobil zu mieten oder gar zu kaufen, der sollte einige Ratschläge beherzigen.

6. April: Polizei-Kontrollen in Mecklenburg-Vorpommern über Ostern, Oster-Test-Chaos in Spanien, Deutsche laut Umfrage für Auslandsreiseverbote, Klöckner wirbt für Bauernhof-Urlaub, Sri-Lanka-Plan für Tourismus-Comeback

Über Ostern galt in Mecklenburg-Vorpommern: Tagestourismus ist nicht erlaubt, ein mehrtägiger Urlaub schon gar nicht. Trotzdem versuchten viele Urlauber ihr Glück. Von Karfreitag bis Ostermontag kontrollierten deshalb das Ordnungsamt und die Polizei auswärtige Fahrzeuge und deren Insassen. Über 1.200 Menschen wurden wieder zurückgeschickt. 

Wer aus Spanien kommend zurück nach Deutschland reisen will, braucht nun einen negativen Coronatest. Das heißt, vor der Rückkehr muss man sich binnen 48 Stunden testen lassen. In Spanien führte das über Ostern zu Problemen. So kam es auf Mallorca zu einem Ansturm an einigen Teststationen und ausgebuchten ­Terminen. Ein deutscher Arzt nutzte die »Gunst der Stunde« und stellte falsche Testergebnisse aus. Erhebliche Termine, einen Corona-Test-Termin zu bekommen, hatten nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung viele Reiserückkehrer in Andalusien. Das lag an der Karwoche, der Semana Santa. Gründonnerstag und Karfreitag wird in Andalusien nicht gearbeitet. Für Reiserrückkehrer war es nahezu unmöglich, einen Termin in den Testzentren oder -Kliniken zu bekommen.

Eine über Ostern veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab: Fast zwei Drittel der Deutschen sind für ein Verbot von Auslandsreisen. 26 Prozent sind dagegen. Dass es tatsächlich zu einem Verbot kommt, gilt aber als unwahrscheinlich.

Urlaub auf dem Bauernhof – das könnte auch in diesem Jahr eine Alternative zur Flugreise ins Ausland sein. Dafür jedenfalls plädiert Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner: »Gerade in der Pandemie, wenn es die Umstände vor Ort zulassen, ist Urlaub auf dem Bauernhof eine gute Möglichkeit«, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sri Lanka plant mit einem Masterplan das Tourismus-Comeback. Dazu wurden »Safe and Secure«-Hotels ausgesucht, die Touristen aus dem Ausland aufnehmen dürfen. Gleiches gilt für Incoming-Agenturen, die sich um die Touristen bei Ausflügen kümmern sollen. Die Touristen dürfen während ihres Aufenthaltes allerdings nicht mit den Einheimischen in Kontakt kommen.

3. April: RKI-Update, wie Urlauber die Osterfeiertage auf Mallorca verbringen, Rom Ostern wie ausgestorben, geimpfte US-Bürger dürfen wieder verreisen

Das Robert-Koch-Institut hat wieder eine Aktualisierung der weltweiten Risikogebiete veröffentlicht. Chile und Peru gelten nun als Hochinzidenzgebiet, Kroatien und die spanische Provinz La Rioja als Risikogebiet. Kein Risikogebiet mehr sind dagegen die Region Åland in Finnland, die Region South-West in Irland und die Region Lissabon in Portugal.

Über Ostern auf Mallorca – und, wie ist es so? Der Tagesspiegel berichtet über Urlauber, die derzeit auf der Baleareninsel ihre Osterferien verbringen. Tagsüber herrsche auf Mallorca Normalität, aber ab 17 Uhr kehre Ruhe ein, und ab 22 Uhr geht gar nichts mehr. Mehr als Fernsehgucken auf dem Hotelzimmer sei dann nicht drin.

Normalerweise erlebt die Stadt Rom an Ostern einen Besucheransturm. Doch dieses Jahr herrscht gähnende Leere. Egal ob am deutschsprachigen Pilgerzentrum, in den Vatikanischen Museen oder in den Eisdielen – nichts ist los.

Schon mehr als 100 Millionen US-Amerikaner sind gegen Corona geimpft. Mehr als die Hälfte davon sogar komplett. Und diese dürfen laut der Gesundheitsbehörde CDC wieder im In- und Ausland verreisen. Eine Quarantäne nach der Rückkehr in die USA sei nicht mehr notwendig.

1. April: Keine Maskenpflicht an Mallorcas Stränden, Kroatien: Einreise mit Impfausweis, keine Finnland-Reisen bis Ende April, Corona-Selbsttests bei Tank & Rast

Die Ankündigung hatte für reichlich Verwirrung gesorgt: An Spaniens Stränden sollte eine Maskenpflicht gelten. Nicht aber auf den Balearen. Die Regionalregierung teilte mit, dass die Regelung auf den Inseln zunächst nicht gelten werde.

Das ging schnell: Kroatien erlaubt seit heute allen Ausländern die Einreise, wenn sie gegen Corona geimpft sind. Das teilte Innenminister Davor Bozinovic gestern mit. Wer noch nicht geimpft ist, muss nicht verzagen: Auch ein negativer PCR- oder Antigentest reicht aus.

Finnland-Liebhaber müssen sich dagegen noch gedulden. Die Regierung des Landes teilte mit, dass der Einreisestopp für Ausländer zunächst bis zum 30. April gilt.

Ab sofort sind bundesweit an den rund 400 Standorten von Tank & Rast Corona-Selbsttests zum Stückpreis von 6,99 Euro erhältlich. Die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüften und freigegebenen Antigenteste seien zur Anwendung von Privatpersonen bestimmt und lieferten bereits nach 15 Minuten ein Ergebnis, teilte das Unternehmen mit.

31. März: Erste Urlauber auf Mallorca in Hotel-Quarantäne, Malta will ab Juni durchstarten, Ostern 2021: kein Tages-Tourismus in Cuxhaven, wie Urlauber das Beherbergungsverbot für Touristen in Mecklenburg-Vorpommern umgehen zu versuchen

Auf Mallorca verbringen derzeit viele Deutsche ihren Urlaub. Die Rede ist von über 40.000 Urlaubern während der Osterzeit. Die aber müssen seit gestern vor Abflug alle auf Corona getestet werden. Das hatte die Bundesregierung beschlossen. Und? Wie klappt es auf der Insel mit dem Testen? An den Teststationen auf Mallorca herrscht jedenfalls Hochbetrieb. Zwei Deutsche sind schon positiv getestet worden. Sie müssen sich nun auf der Insel in ein Quarantäne-Hotel begeben. Kostenlos.

Die Diskussionen über Reiseverbote und die Einführung der Testpflicht für Urlaubsrückkehrer scheinen bereits die Flugnachfrage zu senken: Easyjet teilte gestern mit, dass man die Verbindung Hamburg-Mallorca wieder aus dem Angebot genommen habe.

Auf der Mittelmeerinsel Malta laufen die Vorbereitungen auf die Sommersaison auf Hochtouren. Die Insel wolle ab Juni wieder Touristen empfangen. Das kündigte Tourismusminister Clayton Bartolo gestern an. Wer gegen Corona geimpft ist, muss keinen negativen Coronatest vorlegen. Alle anderen dagegen schon.

Auch in diesem Jahr stehen im Nordseeheilbad Cuxhaven die Oster-Feiertage im Zeichen von Corona: An Tagesbesucher werde dringend appelliert, an den Ostertagen nicht ins Nordseeheilbad Cuxhaven zu kommen. Es gelte ein Verbot für Tagestourismus in der Zeit vom 1. bis zum 5. April 2021. Ausgenommen seien Personen mit erstem Wohnsitz in Cuxhaven, Besitzer von Zweitwohnungen, Dauer-Camper und Mieter von Bootsliegeplätzen in der Stadt. Straßensperren in Duhnen und verstärkte Kontrollen sollen die Einschränkungen während der Osterfeiertage sicherstellen.

Auch Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit für Touristen tabu. Das aber hält einige nicht davon ab, trotzdem ihr Glück zu versuchen. Der Kreativität scheinen dabei keine Grenzen gesetzt zu werden: Vermieter auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst berichten über die skurrilsten Anfragen.

30. März: Auslandsreisen bleiben erlaubt, Testpflicht für Einreisende tritt heute in Kraft, rbb-Verbrauchermagazin: Reisebüro-Beratung in Corona-Zeiten zum Teil mangelhaft, Griechenland startet Pilotprojekte, Ärger in Italien

Die Bundesregierung, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, wollten Reisen ins Ausland wegen der Corona-Infektionsraten verbieten lassen. Doch daraus wird nichts. Die rechtlichen Hürden sind zu hoch. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur gestern Abend.

Eines aber ändert sich ab heute: Alle Reisenden, die nach Deutschland fliegen wollen, müssen sich einem Corona-Test unterziehen. Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegen möchte. Der Test darf höchstens 48 Stunden alt sein. Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, fordert dagegen eine drastische Maßnahme für Reiserückkehrer: »Wenn Ausgangssperren in Deutschland ein Thema sind, dann muss eine Reise ins Ausland nach der Rückkehr mit einer Quarantäne in einem Flughafenhotel verbunden sein.«

Verbraucher erwarten bei der Planung ihres Sommer-Urlaubs gerade in Pandemie-Zeiten eine verlässliche Beratung der Reisebüros. Doch den Drang nach noch mehr Sicherheit bei der Urlaubsbuchung versuchen Reisebüro-Mitarbeiter mit unseriösen Versprechungen zu erfüllen. Das hat eine Stichprobe des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT bei Reisebüros in der Region ergeben. So empfahl ein Reisebüro für eine Pauschalreise im Sommer einen Corona-Zusatzschutz für 212 Euro und versprach damit, alle eventuellen Pandemie-Risiken, einschließlich des Reiserücktritts, abzusichern. Doch für den Fall, dass die Corona-Zahlen kurz vor Reisestart in dem Land steigen und man deshalb nicht reisen will, riet die Mitarbeiterin, sich einfach ein ärztliches Attest zu besorgen, damit die Reiserücktrittsversicherung greift. Für Roosbeh Karimi, Anwalt für Reiserecht, ist dies eine klare Aufforderung zum Versicherungsbetrug.

In Griechenland bereitet man sich auf Hochtouren auf die Sommersaison vor. Tourismusminister Haris Theoharis will diverse Pilotprojekte bereits vor dem geplanten Saisonbeginn Mitte Mai probieren, um eine reibunglose Sommersaison zu gewährleisten. Bereits am Wochenende landeten auf Kreta die ersten Urlauber aus Deutschland. Sie wohnen allerdings nicht in Hotels, sondern in Ferienwohnungen.

Auch die Italiener sollen über Ostern nicht zu Freunden oder Verwandten verreisen dürfen. Vom 3. bis 6. April gilt: Man darf die eigene Gemeinde nicht verlassen. Wohl aber darf man Urlaub im Ausland machen, wenn man negativ auf Corona getestet wurde. Diese Regelung ärgert den Hotellierverband Federalberghi enorm. »Das ist absurd, wenn man bedenkt, dass 85 Prozent der italienischen Hotels geschlossen sind«, sagte Federalberghi-Präsident Bernabo Bocca der Corriere della Sera.

29. März: Sommerurlaub-Start: Juni oder August?, Schleswig-Holsteins Tourismus-Modellregionen starten am 19. April

Wann wird es so weit sein, dass wir in diesem Jahr in den Sommerurlaub fliegen können? Das fragen sich derzeit viele Menschen. Vor allem jene, die so langsam die Reise buchen möchten. Aus der Politik kommen unterschiedliche Signale. Kanzleramtsminister Helge Braun nimmt den Spätsommer ins Visier: »Ich halte es für realistisch, dass im August Reisen wieder möglich sind. Osterurlaub ist bei den momentanen Entwicklungen schlicht nicht verantwortbar.« Optimistischer ist Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. Er sagte der Zeit: »Bis Juni werden wir viele Menschen geimpft haben. Deshalb hoffe ich, dass wir im Sommer mehr Normalität haben. Auch in diesem Jahr wird verstärkt in Deutschland und Europa Urlaub gemacht. Davon bin ich überzeugt.« Gegenüber der BILD sagte er, er gehe davon aus, dass »Ende Juni« wieder gereist werden könne.

In Schleswig-Holstein werden am 19. April Küstenorte wieder Touristen empfangen. Das ist möglich, weil das Wirtschaftsministerium des Landes Kommunen, Kreisen, kreisfreien Städte oder regionalen touristischen Organisationen die Möglichkeit bietet, als Modellprojekt an den Start zu gehen. Bis zum 7. April können sich die Kommunen bewerben. Dann soll entschieden werden, wer am 19. April an den Start gehen darf. Verbunden ist die Öffnung mit strengen Schutz- und Hygienekonzepten.

27. März: RKI-Risikogebiets-Update, Phuket-Öffnung für Geimpfte, Mallorca-Empörung über Lauterbach, DFV und BVCD schreiben offenen Brief an Merkel, BDL zur Testpflicht vor Abflug, Dortmunder Airport zufrieden mit Sommerflugplan

Das Robert-Koch-Institut hat gestern wieder eine Aktualisierung der Risikogebietsliste vorgenommen. Wichtig für Österreich-Liebhaber: Das Bundesland Tirol wird von einem Virusvarianten-Gebiet zu einem normalen Risikogebiet heruntergestuft. Frankreich inklusive aller Übersee-Departments gilt dagegen fortan als Hochinzidenzgebiet. Erfreulich dagegen: Neben Tirol wurden Israel, Tschechien und die Slowakei herabgestuft.

In Thailand will man den Tourismus rasch wieder zum Laufen bringen. So soll ab dem 1. Juli die Insel Phuket wieder Reisende empfangen dürfen. Die Insel wurde zur Modellregion erkoren. Touristen brauchen dann keine Test mehr und müssen nicht mehr in Quarantäne. Einen Haken hat die Sache dann aber doch: Es dürfen nur gegen Corona Geimpfte kommen. 

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, seit Beginn der Corona-Pandemie ein gefragter Dauergast in Talkshows, war am Mittwochabend zu Gast bei Maischberger in der ARD. Als es um den Urlaub auf Mallorca ging, sagte Lauterbach mit Blick auf die Arbeit der Behörden der Insel: »Da wird auch noch getrickst, ich glaube da kein Wort.« Er, so Lauterbach, glaube auch den Fallzahlen nicht. Auf Mallorca haben die Äußerungen für Empörung gesorgt. »Fakten sind Fakten, das ist schon empörend, wenn sie anders dargestellt werden«, sagte Antoni Oliver, Chefbiologe des Landeskrankenhauses Son Espases, gegenüber der Mallorca Zeitung.

Der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. und der Deutsche Ferienhausverband e.V. haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. In dem Schreiben nehmen die Verbände Stellung zu den kürzlich getroffenen Aussagen Merkels, dass der Begriff »kontaktarmer Urlaub« in Bezug auf Ferienwohnungen und Campingurlaub irreführend sei. Die Bundeskanzlerin hatte in der Fragestunde ausgeführt, dass der Begriff deshalb irreführend wäre, weil Familien im Urlaub weitere Kontakte hätten. »Wir können es nicht nachvollziehen, dass die Schutz- und Hygienekonzepte unserer Mitgliedsbetriebe in den laufenden Diskussionen ignoriert werden. Wir sehen aber sehr wohl die negativen Folgen unseres nun schon fünf Monate andauernden Berufsverbots«, sagte BVCD-Präsident Dr. Gunter Riechey.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat sich zur generellen Testpflicht vor Abflug bei allen Flügen nach Deutschland geäußert. »Unsere Unternehmen sind entschlossen, die Umsetzung der erweiterten Testpflicht bei weltweiten Flügen zu unterstützen und die Passagiere darüber zu informieren, dass sie vor dem Abflug ein negatives Testergebnis vorzuweisen haben«, heißt es in einer Erklärung des Verbandes. Aber: »Nicht an allen weltweiten Destinationen stehen den Passagieren ausreichende Testkapazitäten und Testinfrastrukturen zur Verfügung. Deswegen müssen für diese Destinationen dringend Ausnahmemöglichkeiten geregelt werden. Sonst bleiben Passagiere im Ausland zurück.«

Ab Sonntag, den 28. März, bis Ende Oktober 2021 gilt am Dortmunder Flughafen der Sommerflugplan. Gestern stellte der Airport das Flugangebot dazu vor. Sechs Airlines fliegen in der Sommersaison insgesamt 52 Städte in 27 Ländern vom Dortmund Airport aus an. Man sei mit der Angebotsvielfalt sehr zufrieden, sagte Guido Miletic, Abteilungsleiter Airport Services und Marketing. Dass die Airlines so viele Ziele im Laufe der Saison wieder ab Dortmund anfliegen wollen, zeige das große Vertrauen in den Standort. Wizz Air führt im Laufe der Saison insgesamt vier neue Ziele ein: Mallorca (ab 1. April), Sarajevo (ab 20. Mai), Marrakesch (ab 2. Juni) und Burgas (ab 10. Juni). Auch Porto wird von der Airline das erste Mal in den Sommermonaten angeflogen. Mit SKY Express nimmt sogar eine neue Airline den Flugbetrieb ab dem Dortmund Airport auf. Ab dem 23. Mai fliegt die griechische Fluggesellschaft immer dienstags und sonntags von Dortmund nach Heraklion.

26. März: Weiter Kritik an Urlaubsverbots-Vorhaben, Testpflicht für Reiserückkehrer, TUI-Chef verteidigt Mallorca-Urlaub, Tourismus-Modell-Projekte sollen bald starten, United Airlines wieder von München nach Chicago

Der Bundesverband Deutsche Tourismuswirtschaft hält nichts von den Überlegungen der Bundesregierung, Auslandsreisen vorübergehend zu verbieten. Der Generalsekretär des Verbandes, Michael Rabe, sagte am Donnerstag im Inforadio vom rbb, das organisierte Reisen sei nicht das Problem. Das Infektionsgeschehen passiere nicht in der »touristischen Leistungskette«, sondern im privaten Bereich. Das zeigten Zahlen aus dem letzten Sommer, die das Robert-Koch-Institut untersucht habe: »Das RKI hat keine Auffälligkeiten im Gastgewerbe und beim Reisen festgestellt in der organisierten Reise. Wo es Auffälligkeiten gab, war das Reisen in Destinationen wie Bulgarien, Kosovo etc., das einherging mit ausgedehnten Familienzusammkünften. Aber in der organisierten Reise sind solche Zahlen nicht bekannt.« Rabe forderte erneut einen Stufenplan für pandemiegerechten Tourismus. Mehr als drei Millionen Beschäftigte in Deutschland warteten auf eine konstruktive Ansage und eine Perspektive. Die werde nach wie vor nicht gegeben, so Rabe.

Damit war nach den Diskussionen der vergangenen Tage zu rechnen: Alle, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen wollen, müssen vorher auf Corona getestet worden sein. Die Regelung tritt bereits am Montag um Mitternacht (Nacht von Montag auf Dienstag) in Kraft und ist zunächst bis zum 12. Mai befristet. Offenbar ist aber noch unklar, welche Art von Tests dazu ausreichend ist.

TUI-Chef Fritz Joussen hat auf der Hauptversammlung des Konzerns mit Unverständnis auf die Kritik am Mallorca-Urlaub reagiert. Mit Blick auf die niedrige Inzidenzzahl auf der Insel sagte Joussen: »Es erschließt sich mir nicht, warum das Reisen dahin nicht möglich sein soll.« Im Übrigen sei die Insel so gut wie leer. Nur fünf Prozent aller Hotelbetten auf Mallorca seien belegt.

Immer mehr Städte und Kreise werden schon bald Modellregionen sein – dann können mit Corona-Tests und unter Einhaltung strenger Schutz- und Hygienekonzepte viele Betriebe wieder öffnen. In Schleswig-Holstein etwa soll es am 19. April losgehen. Hotels, Ferienwohnungen und Gastronomiebetriebe sind dabei.

Angesichts der nach wie vor steigenden Nachfrage im Heimatmarkt sowie für internationale Verbindungen wird United Airlines im kommenden Mai den Flugplan stark ausbauen. In diesem Zusammenhang bedient die amerikanische Fluglinie auch wieder fünfmal pro Woche mit einer Boeing 787-8 nonstop die Strecke von München nach Chicago. Die Flüge finden jeweils montags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags statt. Der erste Start ab der bayerischen Landeshauptstadt erfolgt am 7. Mai 2021.

25. März: Bundesregierung prüft Verbot von Urlaubsreisen, Algarve empfängt wieder Touristen

Die Reisen vieler Bundesbürger nach Mallorca sind Teilen der Politik weiter ein großes Dorn im Auge. Die Bundesregierung lässt deshalb derzeit prüfen, ob generell Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend verboten werden können. Besondere Kritik entzündet sich daran, dass die Bundesregierung die Balearen von der Liste der Risikogebietsliste gestrichen haben – und somit grünes Licht für Mallorca erteilt habe. Ob ein Urlaubsverbot tatsächlich kommt, ist mehr als fraglich. So gibt es Widerstand dagegen in der SPD-Bundestagsfraktion. Vor allem aber gibt es schwerwiegende verfassungsrechtliche Bedenken gegen ein solches Verbot. Daniel Wetzel, Redakteur der Welt, schrieb in einem Kommentar zu dem Vorhaben: Spätestens jetzt werde deutlich, dass die Bundesregierung »nur noch reflex- und panikartig Aktionismus vorgaukelt, ihren eigenen Beratern und Fachbeamten nicht mehr zuhört und jedes Maßgefühl verloren hat«.

Das Fremdenverkehrsbüro der Algarve in Deutschland teilte gestern Abend mit, dass »entgegen anderslautender Medienberichte Gäste entspannte Urlaubstage an der Algarve verbringen können«. Nicht alle, aber zahlreiche Hotels empfingen unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen Gäste. In Hotels und anderen touristischen Betrieben Portugals gelte das Clean & Safe -Konzept mit umfassenden Hygienemaßnahmen. Anders als viele andere Geschäfte und Einrichtungen waren Hotels im ganzen Land seit Beginn der Pandemie durchgehend für Urlaubsgäste geöffnet. Ein detaillierter Stufenplan regelt nun die Wiedereröffnung von Einzelhandel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. Genauere Informationen dazu gibt es hier. Urlauber aus Deutschland müssen bei der Einreise am Flughafen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, und eine elektronische Einreiseregistrierung ausfüllen. Ausgenommen sind Kinder unter 2 Jahren.

24. März: Tourismusbranche schockiert und enttäuscht über Bund-Länder-Beschlüsse, FDP will Öffnungskonzept, Mallorca schließt Gastro-Innenräume, was Ostern möglich ist

Die Tourismusbranche ist enttäuscht und verärgert über die Lockdown-Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz. »Null erkennbare Öffnungsperspektive, stattdessen das weitere klare Abraten vom Reisen – dieser Beschluss vergrößert einmal mehr die Existenzängste wie auch den Frust in den Betrieben der Tourismusbranche«, kommentiert der Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft Michael Rabe die jüngsten Bund-Länder-Entscheidungen. Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) sagte: »Ein strategischer Ansatz der Bund-Länder-Konferenz für den Deutschlandtourismus ist weiterhin nicht erkennbar. Erneut lassen Bund und Länder den Deutschlandtourismus ohne jegliche Perspektive im Regen stehen.« Der Landestourismusverband Sachsen e.V. teilte enttäuscht mit, die 194.000 Gastgeberinnen und Gastgeber in Sachsen hätten ein Recht zu erfahren, wann sie wieder arbeiten können. Viele Tourismusbetriebe kämpften seit nunmehr mehreren Monaten um die Existenz. Winfried Krag, Präsident der Reisemobil Union erklärte: »Wir sind mittlerweile nicht mehr nur enttäuscht, sondern auch verärgert über die Ignoranz, die hinter solchen Entscheidungen steht. Es gibt weiterhin keine Öffnungsperspektive für kontaktarmen Urlaub in Deutschland. Die Reisemobil Union, Dachverband der Reisemobilfahrer ist enttäuscht über die gestrigen Beschlüsse und fordert zum wiederholten Male ein differenziertes Öffnungskonzept.«

Währenddessen fordert die FDP nun ein Konzept für einen Neustart des Tourismus. Aus diesem Grund will die Bundestagsfraktion der Partei am Donnerstag dem Bundestag einen Antrag vorlegen, mit dem Ziel, die Bundesregierung aufzufordern »umgehend ein bundesweites Konzept für einen Neustart des nationalen und internationalen Tourismus vorzulegen«. Argumentationshilfe holt sich die Partei vom Robert-Koch-Institut. Das hatte jüngst festgestellt, dass Ansteckungen auf Reisen nur eine sehr untergeordnete Rolle im Infektionsgeschehen spielten.

Auf Mallorca steigen wieder die Corona-Infektionszahlen, wenn auch nur von einem niedrigen Niveau. Die Regionalregierung will aber auf Nummer sicher gehen und ordnete die Schließung der Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen an.

Wer trotz gegenteiliger Appelle der Politik mit dem Gedanken spielt, über Ostern zu verreisen, hat keine große Auswahl. Lediglich die Balearen, Teile des spanischen Festlands und Istrien in Kroatien bieten sich aktuell an. Innerdeutsch dürfte es schwer werden, weil touristische Übernachtungen derzeit überall noch verboten sind. Tagesausflüge sind dagegen möglich.

23. März: Osterurlaub beschäftigt Bund-Länder-Konferenz, Airlines wollen Mallorca-Urlauber testen, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft kritisiert Politik, DER Touristik erweitert Flexibilität 

Bis spät in der Nacht tagte die Bund-Länder-Konferenz. Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Merkel hatten große Probleme, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen. Die Frage, ob und wie über Ostern Urlaub in Deutschland möglich sein kann, dominierte dabei überraschend stark die Diskussion. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nahmen Medienberichten zufolge den Mallorca-Urlaub ins Visier. Ihr Argument: Es sei nicht nachvollziehbar, Mallorca-Reisen ohne anschließende Quarantäne zuzulassen, im Gegenzug Bürgern die Ferien im eigenen Bundesland aber zu verbieten. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther pochte darauf, kontaktarmen Urlaub, etwa im Campingwagen oder in der Ferienwohnung, zu ermöglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich aber strikt dagegen aus, Urlaubsreisen zu ermöglichen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte anschließend: »Es ist jetzt nicht die Zeit zu reisen. Denn grenzüberschreitender Reiseverkehr birgt die Gefahr in sich, dass auch die südafrikanische Variante, die noch gefährlicher ist als die britische Variante, bei uns verbreiten könnte. Da müssen wir besonders vorsichtig sein.«

Dass die zehntausenden Mallorca-Urlauber nach ihrer Rückkehr nicht auf Corona getestet werden sollten, war der Bundesregierung ein Dorn im Auge. Sie machten offenbar Druck auf die Airlines, das zu ändern. Das Ergebnis: Lufthansa, Eurowings, Condor und TUI werden nun alle Mallorca-Rückkehrer selbst auf Corona testen. Zudem soll für alle Flüge aus dem Ausland nach Deutschland eine generelle Testpflicht vor Abflug eingeführt werden.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) hat das Agieren der Politik scharf kritisiert. In einer vor Beginn der Bund-Länder-Konferenz veröffentlichten Mitteilung heißt es: »Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir angesichts der aktuellen Pandemiesituation morgen wieder alles komplett öffnen dürfen. Aber dass – anders als zugesagt – wieder nahezu keine Perspektiven für den Restart des Tourismus diskutiert werden sollen, sondern stattdessen weitere Verschärfungen, ist völlig unbefriedigend«, kommentiert BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel die bekannt gewordenen Beschlussentwürfe. Dass sich die politischen Maßnahmen im Wesentlichen auf Auf oder Zu beschränkten, halte der Verband für völlig unzureichend. Es sei endlich Kreativität im Umgang mit Tourismus und Freizeit erforderlich.

Die DER Touristik bietet für alle Flugpauschalreisen bereits flexible Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten an. Jetzt gibt es diese Zusatzleistungen auch für Nur-Hotelbuchungen weltweit, Rundreisen und Mietwagen-Buchungen: Wer bis zum 30. April 2021 bei Dertour, ITS, Jahn Reisen und Meiers Weltreisen eine dieser Leistungen neu bucht, kann diese bis 14 Tage vor Anreise kostenfrei umbuchen oder stornieren – ohne Angabe von Gründen und unabhängig von einer Reisewarnung. Hotels mit Eigenanreise können mit den Flexraten der DER Touristik sogar bis 5 Tage vor Anreise kostenfrei umgebucht oder storniert werden. Gültig sind diese flexiblen Regelungen für Anreisen bis zum 31.12.2021.

22. März: Debatte über Osterurlaub, Umfrage: Mehrheit will Hotelöffnungen, Kritik an Mallorca-Urlaubern, Karnevalsparty in Marseille

Die Diskussion über Osterurlaub im eigenen Bundesland hat am Wochenende erheblich an Fahrt aufgenommen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig Holstein und Niedersachsen können sich damit nämlich anfreunden und wollen dies heute in der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel ansprechen. Allerdings soll der Urlaub nur unter Einschränkungen möglich sein: nur für Selbstversorger wie etwa Mieter von Ferienwohnungen und Campingwagen-Besitzern. Mit diesen Vorschlägen treffen die drei Ministerpräsidenten den Nerv einer Mehrheit im Land: Laut einer Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der dpa befürworten 52 Prozent der Deutschen eine Öffnung der Beherbergungsbetriebe über Ostern unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. 14 Prozent plädieren sogar für eine Öffnung ohne Beschränkungen.

Ein anderes großes Thema, das die Gemüter zurzeit erregt, sind die vielen Menschen, die auf Mallorca ihren Urlaub verbringen (wollen). Bodo Ramelow, Ministerpräsident in Thüringen etwa, kritisierte heute Morgen im Deutschlandfunk gar die Airlines dafür, dass sie derzeit Flüge nach Mallorca anbieten. Die SPD-geführten Länder gehen heute in die Bund-Länder-Konferenz offenbar mit den Vorschlag, Mallorca-Rückreisende mit einer Test- und Quarantänepflicht zu belegen. Der FDP-Vize-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hält das angesichts der geringen Inzidenz auf Mallorca für »rechtswidrig«.

In der südfranzösischen Großstadt Marseille haben am Sonntag mehr als 6.000 Personen auf einer Straße eine riesige Karnevalsparty gefeiert – hier mit Video. Politiker und der Polizeichef verurteilen die Feier mit den Worten, dies sei verantwortungs- und rücksichtslos.

20. März: RKI-Update zu Risikogebieten, Quarantänepflicht auf der Kippe, Urlaub in Deutschland: was die Bundesländer über Ostern planen, hohe Mallorca-Nachfrage bei Schauinsland Reisen, Celebrity-Cruises-Rückkehr Anfang Juni, Winterberg will NRW-Modellregion werden

Das Robert-Koch-Institut hat gestern die neueste Liste der Risikogebiete veröffentlicht. Unterm Strich fallen die Aktualisierungen eher negativ aus. Folgende Länder gelten nun als Hochinzidenzgebiet: Bulgarien, Polen, Zypern, Uruguay und Kuwait. Risikogebiet ist nun untern anderem die Karibik-Insel Curacao. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Region Österbotten in Finnland, die Algarve in Portugal, Galicien in Spanien, die Karibikinsel St. Vincent und die Grenadinen sowie das Land Malaysia sind nun kein Risikogebiet mehr. Wichtig: Alle Änderungen gelten ab Sonntag, 00 Uhr.

Wer aus Corona-Risikogebieten zurück nach Deutschland einreist, muss anschließend in Quarantäne. Das soll sich bald ändern. Verschiedene Bundesministerien arbeiten derzeit an daran, den Flugverkehr zu beleben. Vor allem die Quarantänepflicht soll demnach weitgehend aufheben werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Entwurf eines Konzeptpapier mit dem Titel »Wiederbelebung des Luftverkehrs«.

Wer derzeit mit dem Gedanken spielt, über Ostern ein paar Tage Urlaub in Deutschland zu verbringen, der hat schlechte Karten. Nur wenige Bundesländer wie etwa Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt wollen grünes Licht geben für Reisen innerhalb des eigenen Bundeslandes – eine Mehrheit scheint das abzulehnen. Auch von Tagesschau.de befragte Experten sehen Osterreisen kritisch.

Auch beim Reiseveranstalter Schauinsland Reisen ist derzeit die Nachfrage nach Mallorca-Urlaubsreisen hoch. Die Oster-Buchungen seien um 100 Prozent gestiegen, berichtete das Unternehmen gestern. Man habe umgehend auf die wachsende Nachfrage reagiert und kurzfristig zusätzliche Flugkapazitäten eingekauft. Hierzu gehörten unter anderem deutschlandweite Verbindungen mit Condor, Eurowings und Tuifly sowie Zusatzflüge mit der Sundair ab Berlin, Düsseldorf, Hannover und Kassel. Rappelvoll werde es auf Mallorca aber nicht werden, sagt Andreas Rüttgers, Leiter Touristik bei Schauinsland Reisen. Die Buchungszahlen seien trotz der Verdopplung noch immer um ein Vielfaches niedriger als in einer normalen Saison, sodass die Insel immer noch sehr, sehr leer sein werde, so Rüttgers.

Die Reederei Celebrity Cruises kündigte gestern ihre Rückkehr auf See an. Lisa Lutoff-Perlo, Präsidentin und CEO des Unternehmens, sagte, dass das Schiff Celebrity Millennium ab dem 5. Juni 2021 auf der Karibikinsel St. Maarten anlegen werde. Gebucht werden könne die Kreuzfahrt ab dem 25. März.

Die Ferienregion Winterberg-Hallenberg im Sauerland will sich nach eigenen Worten als Modell-Destination für eine verantwortungsvolle touristische Öffnung in Corona-Zeiten etablieren. Dazu stehe man in engem Kontakt mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, teilte das Fremdenverkehrsbüro gestern mit. Die erfolgreiche Öffnung der Skilifte sowie des Einzelhandels in der vergangenen Woche sei Wasser auf die Mühlen für das ambitionierte Projekt. »Der Restart hat gezeigt, dass unsere Hygiene-Konzepte funktionieren, die Gäste sich an die Regeln halten und wir so Schutz und Sicherheit von Gästen und Einheimischen mit Öffnungs-Strategien ideal verknüpfen können«, sagen Michael Beckmann und WTW-Geschäftsführer Winfried Borgmann. Nun gelte es, auch an andere Bereiche wie die Beherbergungsbranche, die Gastronomie und Freizeitanbieter zu denken.

19. März: Weiterhin hohe Mallorca-Nachfrage bei TUI, dpa-Nachfrage: Mehrheit gegen Mallorca-Reisen, Ex-CDU-MdB hält Mallorca-Entscheidung für richtig, Sachsen-Anhalt öffnet Hotels und Ferienwohnungen zu Ostern, Airline-Verband hofft auf USA-Comeback im Sommer

Beim Reiseveranstalter TUI läuft das Mallorca-Ostergeschäft weiterhin prächtig. »Es gibt weiterhin eine deutliche Nachfrage für die neuaufgelegten Reisen«, hieß es gestern aus dem Unternehmen. Es gebe keinen besonderen Preisausschläge nach oben, trotz der hohen Nachfrage, heißt es weiter.

Viele Deutsche sehen dagegen die Oster-Reisen nach Mallorca skeptisch. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa gefragt, was die Deutschen von den Oster-Reisen nach Mallorca halten. Ergebnis: Rund zwei Drittel der Befragten lehnen das in der aktuellen Situation ab.

Der Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach verteidigt dagegen die jüngst zugelassenen Flugreisen nach Mallorca. »Wenn das Robert-Koch-Institut Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einstuft, dann ist das in der Sache richtig, denn entscheidend ist nicht der Inzidenzwert bei uns in Deutschland, sondern im jeweiligen Zielland«, sagte er im Podcast »Die Wochentester« von »Kölner Stadt-Anzeiger« und »RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)«. »Man kann ja nicht ein Land zum Risikogebiet erklären, das faktisch kein Risikogebiet ist.« Bosbach kritisiert außerdem die Hygiene-Schutzmaßnahmen an den Flughäfen: »Ich begreife nur nicht, warum beim Aussteigen aus dem Flugzeug strikte Disziplin verlangt wird und man sich dann Nase an Nase in den Flughafenbus quetschen muss. Während die Fluggastbrücken langsam, aber sicher, Spinnweben ansetzen.« Die Aussagen von Wolfgang Bosbach könnt ihr im Podcast »Bosbach & Rach – Die Wochentester« heute ab 7 Uhr auf ksta.de/wochentester und rnd.de hören.

In Sachsen-Anhalt werden die Hotels und Ferienwohnungen über Ostern geöffnet sein – allerdings dürfen sie nur Gäste beherbergen, die in dem Bundesland wohnen. Das kündigte Ministerpräsident Rainer Haseloff in der Bild-Zeitung an. »Ich kann doch niemandem erklären, warum der gleiche Hausstand, der ohnehin zusammen wohnt, sich nicht mit den Kindern ins Auto setzen und in eine Ferienwohnung im eigenen Bundesland fahren darf«, sagte Haseloff zur Begründung.

Wann können wir endlich wieder in die USA oder nach Kanada in den Urlaub fliegen? IATA-Chef Alexandre de Juniac ist optimistisch und glaubt, dass es im Juni so weit sein könnte.

18. März: EU stellt Impfpass-Details vor, Debatte über Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer, Flixbus vor Comeback

Die EU-Kommission hat gestern ihre Pläne für die Einführung eines einheitlichen Impfpasses vorgestellt. Zum 1. Juni dieses Jahres soll er eingeführt werden – und dürfte vor allem für Urlauber wichtig werden. Allerdings herrscht in der EU noch ein großes Durcheinander mit Blick auf die Frage, was denn mit dem Impfpass möglich sein soll. Griechenland, Zypern und andere Urlaubsländer versprechen potentiellen Urlaubern Reiseerleichterungen (z.B. Wegfall der Quarantänepflicht), Deutschland dagegen lehnt das ab. Am Ende wird es wohl darauf hinauslaufen, dass jedes (Urlaubs-)Land für sich entscheidet, ob und welche Privilegien ein Impfpass-Inhaber hat.

Über Ostern dürften nach langer Zeit mal wieder viele Deutsche auf Mallorca ihren Urlaub verbringen. Dass so viele wieder in den Flieger steigen, bereitet Politikern allerdings Sorge. Wir berichteten an dieser Stelle häufig darüber. Nun wird ein neues, oder besser gesagt altes, Instrument zur Gegensteuerung aktiviert: die Testpflicht nach der Rückkehr. Die Bundesländer Niedersachsen und Bayern hatten den Pflichttest ins Gespräch gebracht. Nun unterstützt auch Außenminister Heiko Maas das Vorhaben. 

Heute in einer Woche, am 25. März, soll es so weit sein: Die Busse des Unternehmens Flixbus rollen dann wieder über Deutschlands Straßen. Bis zu 40 Ziele will Flixbus zunächst wieder anbieten, überwiegend Strecken, die eine hohe Nachfrage haben. Flixtrain, das Zugangebot, soll dagegen erst am 24. Juni wieder starten.

17. März: Verbände-Initiative im Tourismus: #PerspektiveJetzt, Laschet tritt auf die Bremse, Hotelier- und Ferienpark-Klage in Niedersachsen, TUI stockt Oster-Angebote weiter auf, Kroatien blickt optimistisch auf Pfingsten, Peru hebt Quarantänepflicht für Touristen auf

Mit einer gemeinsamen Social-Media-Kampagne appellieren der Deutsche Tourismusverband (DTV), der Deutsche Reiseverband (DRV), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Hotelverband Deutschland (IHA), der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), die Allianz selbstständiger Reiseunternehmen (asr), der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und der RDA Internationaler Bustouristik Verband an die Politik, dem Tourismus endlich eine Perspektive und einen Öffnungsfahrplan zu geben. Das Prinzip »Hotels zu, Mobilität runter, Infektionen eingedämmt« funktioniere nicht, sagte Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Weiter: »Damit gibt es auch keine Rechtfertigung für das den Hotels auferlegte gesellschaftliche Sonderopfer, damit andere Wirtschaftszweige geöffnet bleiben können.«

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verbreitet dagegen wenig Optimismus. Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf sagte er gestern, er halte es mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen für fraglich, dass die Bund-Länder-Konferenz am 22. März grünes Licht für Öffnungen in der Tourismusbranche erteilen werde.

Anders dagegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Mit Blick auf die vielen Reisenden nach Mallorca über Ostern forderte sie eine rasche Entscheidung zum Tourismus in Deutschland.

Ein Hotelier und ein Betreiber eines Freizeitparks in Niedersachsen haben dagegen die Nase voll. Sie haben gemeinsam mit Unterstützung des Dehoga-Landesverbandes Klage vor dem Oberverwaltungsgericht eingereicht. Dehoga-Landeschef Rainer Balke sagte, der Gang vor das Gericht sei das derzeit einzige Mittel, um gegen die Corona-Maßnahmen vorzugehen.

Nachdem die Buchungen für Mallorca in den vergangenen Tagen bereits doppelt so hoch waren wie im gleichen Zeitraum im Jahr 2019, hat sich TUI entschieden, das Flug- und Hotelangebot auf die Baleareninsel auszubauen. »Die ersten Flüge, der Robinson Club Cala Serena und die ersten RIU Hotels auf Mallorca sind über die letzten vier Tage bereits sehr gut gebucht, teilweise schon ausgebucht worden. Wir haben uns daher entschieden, das Angebot für die Osterferien zu verdoppeln und bieten jetzt über 300 Hin- und Rückflüge an. Weitere sechs TUI-Häuser und Partnerhotels werden kurzfristig verfügbar sein«, sagte Marek Andryszak, Vorsitzender der Geschäftsführung von TUI Deutschland.

In Kroatien sind bisher nur wenige Urlauberbuchungen über Ostern eingegangen. Aber das Land lebt sehr vom Tourismus, und so laufen derzeit die Vorbereitungen auf Hochtouren, sodass man davon ausgehe, dass es Pfingsten losgehen wird.

Perus Regierung hat angekündigt, dass die obligatorische Quarantäne für Reisende aus dem Ausland aufgehoben wird. Sonst hat sich allerdings nicht viel geändert; die Anforderungen für internationale Touristen, die nach Peru reisen möchten, sind die gleichen wie bis Dezember 2020. So wird ein negatives PCR-Testergebnis für Covid-19 bei der Einreise verlangt, außerdem müssen Mund-Schutz-Masken in Flughäfen und Flugzeugen getragen werden. Außerdem sollen Besucher bei ihrer Ankunft am internationalen Flughafen Jorge Chávez einen Antigen-Test machen.

16. März: Astronomische Mallorca-Flugticketpreise über Ostern, Diskussion über Mallorca-Urlauber dauert an, Gericht: Kurzarbeit kürzt Urlaubsanspruch

Seit Sonntag ist Urlaub auf den Balearen wieder möglich. Da ließen sich viele Deutsche nicht zweimal bitten und buchten ihren Urlaubsflug über Ostern, wir berichteten. Der Buchungsansturm hat allerdings seinen Preis – für alle, die noch kein Flugticket haben: Zu Ostern sind die Tickets sündhaft teuer geworden. Wir haben heute Morgen mal via Google Flights nachgeschaut. Wer von Düsseldorf am 1. April (Gründonnerstag) hin- und am 5. April zurückwill, zahlt über 800 Euro. Etwas günstiger ist es von Frankfurt.

Gestern berichteten wir bereits über verschiedene Politiker, die es angesichts des Infektionsgeschehens für einen Fehler halten, dass nun so viele Menschen nach Mallorca fliegen. Tagesschau.de sammelte weitere Stimmen ein, die in die gleiche Kerbe schlagen. Jürgen Schmude, Professor für Tourismuswirtschaft und Nachhaltigkeit an der Universität München, etwa fürchtet ein zweites Ischgl. Auch in Spanien wächst das Unverständnis über den Ansturm der deutschen Urlauber. Der Grund: Die Spanier dürfen derzeit nicht verreisen.

Wer während des Lockdowns weniger oder überhaupt nicht gearbeitet hat, wird sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt haben, ob das wohl Auswirkungen auf den Jahresurlaub hat? Das Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf hat nun darüber entschieden, wie die FAZ berichtet. Die Richter urteilten: Ja, Kurzurlaub mindert den Urlaubsanspruch.

15. März: Eurowings: Run auf Balearen-Urlaubsflieger, Diskussion über Deutschland-Urlaub, Türkei-Urlauber brauchen Einreiseformular, Warten auf Ski-Comeback in Bayern

Damit hatte Eurowings wohl nicht gerechnet: Nachdem das Robert-Koch-Institut am Freitag die Balearen und weitere Regionen in Spanien von der Risikoliste gestrichen hatte, setze ein regelrechter Buchungsansturm ein. Die Airline sprach von einer Nachfrage »in einer bisher nicht gekannten Dynamik«. Das heißt: Sehr, sehr viele wollen Ostern in den Urlaub fliegen. Eurowings legte deshalb 300 (!) Extra-Flüge zu Ostern auf. Auch beim Mutterkonzern Lufthansa klingelt wieder die Kasse: In den vergangenen zwei Wochen gingen bis zu 80 Prozent mehr Buchungen für Mallorca, 20 Prozent mehr Buchungen für die Kanarischen Inseln sowie 50 Prozent mehr für Mexiko ein, teilte die Lufthansa mit. Statt zwei wöchentlicher Flüge ab München werden nun bis zu elf wöchentliche Verbindungen nach Mallorca angeboten. Ab Frankfurt gibt es statt sechs wöchentlicher Flüge nun bis zu 20 wöchentliche Anbindungen zur Osterreisezeit. Einigen Politikern aber gefällt die Reiserei überhaupt nicht.

Während viele Deutsche also in der Osterzeit auf die Balearen fliegen, haben die Hotels in Deutschland das Nachsehen: Sie sind weiterhin geschlossen. Eine ziemlich unsinnige Regelung, finden viele. »Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben. Das wäre eine ganz bittere Botschaft«, sagte Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung.

Bereits ab heute müssen alle, die in der Türkei ihren Urlaub verbringen wollen, ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Das muss binnen 72 Stunden vor der geplanten Einreise geschehen. Das Formular auf der Website des türkischen Gesundheitsministeriums kann auch auf Deutsch ausgefüllt werden.

Während im hessischen Willingen und im sauerländischen Wittenberg die Skipisten wieder geöffnet sind, schauen Bayerns Skifahrer in die Röhre – dort ist Skifahren weiterhin nicht erlaubt. Ein Verband will das Lift-Verbot nun über den Rechtsweg kippen. Der ADAC hat auf seiner Website eine Übersicht zur aktuellen Situation in den Skigebieten in Deutschland veröffentlicht.

Auch mit Blick auf das Wetter könnte es eng werden mit dem Skifahren: Meteorologen halten es für möglich, dass nächste Woche der Frühling im Anmarsch ist.

13. März: Mallorca: Veranstalter in Startlöchern, RKI-Risikogebiets-Update, USA-Comeback im Sommer

Für viele potentielle Osterurlauber war das gestern die Nachricht des Tages: Mallorca und weitere Regionen Spaniens sind nicht mehr als Corona-Risikogebiet ausgewiesen. Die Regelung tritt morgen (14. März) in Kraft – damit steht einem Osterurlaub auf der Baleareninsel nichts mehr entgegen.

Für Reiseveranstalter ist das eine sehr gute Nachricht. TUI etwa erwartet einen sprunghaften Anstieg von Last-Minute-Buchungen zu Ostern. X3 2314 werde die Flugnummer des ersten TUI-fly-Fluges der Saison sein, der am 21. März von Hannover abheben werde, teilte das Unternehmen mit. Weitere Flüge starteten am gleichen Tag von Düsseldorf und Frankfurt. Damit eröffnet TUI fly die Saison jetzt eine Woche früher als ursprünglich geplant und wird bis zum Sommer wieder täglich ab vier deutschen Flughäfen nach Mallorca abheben.

Unterdessen bietet Konkurrent DER Touristik Gästen für Neubuchungen einen neuen Service: Wer bei den Veranstaltern Dertour, ITS und Jahn Reisen vom 16. bis 22. März 2021 eine Flugpauschalreise nach Mallorca im Reisezeitraum 27. März bis 30. April 2021 bucht, erhält den für die Hin- und Rückreise erforderlichen Test kostenlos. In Kooperation mit dem Analytik-Labor Kneißler könne der Test für die Hinreise »einfach und bequem zuhause durchgeführt werden, ein offizielles Testzertifikat inklusive«, heißt es. Sollte vor Ort noch ein Test erforderlich werden, könne der Gast diesen bei den mobilen medizinischen Teams der DER Touristik auf Mallorca durchführen. Im Handel erhältliche Selbsttests sind für die Einreise nach Mallorca derzeit nicht gültig. Akzeptiert werden derzeit ausschließlich PCR-Labortests. Diese bekommen Kunden der DER Touristik nach Hause geliefert.

Neben dieser guten Nachricht für Mallorca-Freunde hat das Robert-Koch-Institut weitere Regionen und Länder von der Risikogebietsliste gestrichen. Kein Risikogebiet sind mehr: die Region Nordjylland in Dänemark, viele Regionen in Portugal einschließlich der Azoren sowie die Bahamas. Verschlechtert hat sich dagegen die Bewertung für das Überseegebiet Guadeloupe: Es gilt nun als Risikogebiet, gleiches gilt für die Region Aland in Finnland.

In den USA scheint das große Tourismus-Comeback bevorzustehen: Weil in dem Land deutlich mehr geimpft wird als etwa in Deutschland, rechnen viele Unternehmen aus der Tourismusbranche mit einem Boom im Sommer. Die Buchungen der Kunden für den Sommer hätten deutlich angezogen, heißt es.

12. März: Innenministerium warnt vor dubiosen Einreiseanmeldungs-Websiten, Dominikanische Republik in der Corona-Krise, wie Dubai Touristen lockt, Frust im Keukenhof

Wer seit November aus einem Corona-Risikogebiet wieder nach Deutschland einreisen will, muss sich vor der Ankunft elektronisch registrieren. Dafür wurde von der Bundesregierung die Website einreiseanmeldung.de ins Leben gerufen. Windige Bauernfänger aber nutzen die Gunst der Stunde und werben auf Websiten dafür, gegen Gebühr die digitale Einreiseanmeldung zu ermöglichen. Das Innenministerium stellt klar, dass diese Website Fälschungen seien und man einen Bogen um sie machen soll.

Auch in der Dominikanischen Republik herrscht derzeit in den Touristenhochburgen tote Hose. »Es gibt zwar Konzepte, wie man Touristen sicher empfangen kann, aber das alles nutzt nichts, wenn die Heimatländer der Gäste das Reisen verbieten oder erschweren«, heißt es in einer WDR-Reportage aus dem Land.

Seit Juli schon ist Dubai offen. Das Drehkreuz am Golf lockt Touristen aus aller Welt mit maximaler Freiheit und minimalen Einschränkungen. Geschäfte, Restaurants, Museen sind offen. Keine Ausgangssperre. Keine Quarantäne. Das alles wohl auch dank eines ehrgeizigen Impfprogramms. Seit Dezember wurde schon mehr als jeder zweite Einwohner geimpft. Jetzt lockt Dubai mit Sonne, Safari, Schnäppchenpreisen und einer der höchsten Impfraten weltweit – und auch viele Deutsche kommen für das Gefühl von Freiheit. Wie es in dem Land aussieht, berichtet der ARD-Weltspiegel am kommenden Sonntag, 14. März 2021, um 19:30 Uhr.

In der vergangenen Periode hat der Keukenhof in Holland alle Vorbereitungen getroffen, um den berühmten Blumenpark öffnen zu können. Dann am Mittwoch der Schock: Trotz aller getroffener Maßnahmen darf der Park am 20. März nicht für Besucher geöffnet werden. Und das, obwohl der Keukenhof in diesem Jahr nur noch als Wanderpark geöffnet sein sollte. Geschäftsführer Bart Siemerink dazu: »Die Tatsache, dass der Keukenhof in diesem Jahr erneut nicht öffnen darf, ist für alle Beteiligten eine große Enttäuschung. Dieses Jahr sind wir vollkommen auf Corona vorbereitet und daher ist es unverständlich, dass man in jedem Park in den Niederlanden spazieren gehen darf, nur nicht im Keukenhof.« Sobald die Möglichkeit der Öffnung bestehe, werde der Keukenhof öffnen. Die Blumen im Park blühten bereits und stünden für die Besucher in den Startlöchern, heißt es.

11. März: Eurowings baut Angebote massiv aus, Forderung nach Öffnung aller Skipisten, Lüneburger Heide will Hotelgäste auf Parkplatz testen

Eurowings-Chef Jens Bischof geht davon aus, dass das Reisegeschäft schon bald wieder deutlich anziehen wird. »Ich sehe einen sprunghaften Anstieg der Buchungen, der uns jetzt für den Frühsommer und Sommer ins Haus steht«, sagte er gestern. Schon Ostern wolle Eurowings 45 Flieger in die Luft starten lassen. Das wären mehr als doppelt so viele wie jetzt.

In Willingen in Hessen ist es schon so weit, ebenso im Sauerland: Die Skilifte haben den Betrieb aufgenommen, Skifahrer tummeln sich auf den Pisten. Anderenorts schaut man aber noch in die Röhre – und das verärgert den Verband Deutscher Seilbahnen. »Wir fordern von der Politik, die Öffnung aller Seilbahnen zu genehmigen«, sagte Präsident Matthias Stauch.

In der Lüneburger Heide hat man den Osterurlaub noch nicht abgeschrieben. Dort wollen die Tourismusverantwortlichen Gäste bei Anreise auf Hotelparkplätzen auf Corona testen und und die Urlaubsmöglichkeit davon abhängig machen, ob das Ergebnis positiv oder negativ ist.

10. März: Skigebiet im Sauerland wieder geöffnet, ARD-Magazin Report: kaum Corona-Kontrollen bei Einreise, Bareiß: Hausarzt-Impfungen helfen Tourismus

Besser spät als gar nicht mehr: In den Wintersportgebieten im Sauerland laufen seit gestern wieder die Skilifte. Wintersportler müssen ihre Tickets vor ihrem Besuch im Webshop kaufen und einen Termin vereinbaren. Im Angebot seien nur Tages- und Halbtagestickets, teilte der Betreiber der Lifte, das Skiliftkarussell Winterberg, auf seiner Website mit.

Wer aus sehr vielen Länder der Welt nach Deutschland einreisen will, braucht einen negativen Negativ-Test. Das liegt daran, dass viele Länder als Risiko-, Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete gelten. Aber wie wird das mit den Coronatests bei der Einreise eigentlich kontrolliert? Recherchen des ARD-Politikmagazins Report Mainz haben jetzt ergeben: ziemlich schlecht. Auch gefälschte Corona-Testergebnisse seien ein Problem.

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, sieht mit Blick auf die geplante Einbindung der Hausärzte in die Corona-Impfungen eine verbesserte Perspektive für die Tourismusbranche. »Ab April und Mai werden die Impfungen rasant nach oben gehen. Ich denke, dass spätestens im Mai, Juni und in den Reisemonaten im Sommer sehr viele Menschen geimpft sind, auch die Risikogruppen«, sagte er am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin.

9. März: TUI: Osterurlaub auf Mallorca wohl möglich, Fiebig hadert mit Politik, Griechenland will Tourismus-Comeback im Mai, Thailands Pläne für Geimpfte, Polen zufrieden mit Gästezahlen aus Deutschland

Je länger der Lockdown, desto größer die Reiselust – davon geht Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI aus. Das Unternehmen sieht sowohl bei den Anfragen in Reisebüros als auch bei den Klicks auf der Webseite ein steigendes Interesse an Reisen. »Schnelltests, Impfungen und einheitliche Immunitätsnachweise geben uns schon bald die Reisefreiheit zurück«, sagte Marek Andryszak, Vorsitzender der TUI Deutschland Geschäftsführung zum Auftakt der ITB Now 2021. In den kommenden Wochen rechnet der TUI Deutschland-Chef mit einem Nachholeffekt für Reisen und bereitet sich mit den Teams in den Urlaubsgebieten auf einen baldigen Neustart im Tourismus vor. Allen voran auf Mallorca. »Wir kommen dem Wunsch unserer Urlauber nach und planen, TUI Gästen einen Osterurlaub auf Mallorca zu ermöglichen«, sagte Andryszak.

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes, hat sich heute morgen im Radio ernüchtert über die aktuellen Urlaubsbuchungszahlen geäußert. Die Zurückhaltung sei noch sehr groß, sagte er. Einen (Mit-) Schuldigen hat er auch: »Hier wirkt eben auch das, was Politiker teilweise absondern.«

Wann wird Griechenland wohl wieder Reisenden erlauben, in dem Land Urlaub zu machen? Regierungssprecherin Aristotelia Peloni gab gestern vor Medienvertretern einen ersten Vorgeschmack: Es läuft wohl auf den Monat Mai raus. Voraussetzung sei, dass Griechenland bis dahin die Pandemie in den Griff bekomme, so Peloni.

Auch Thailand macht Druck: Nach dem Willen der Regierung sollen gegen das Coronavirus geimpfte Urlauber ab April nur noch 7 statt 14 Tage in Quarantäne müssen. Unter Dach und Fach ist das Vorhaben allerdings noch nicht. Ab Oktober soll der Tourismus dann endgültig hochgefahren werden.

Zwar bescherte die Corona-Pandemie auch unserem Nachbarland Polen deutliche Einbrüche bei der Zahl der Touristen aus Deutschland. Dennoch kann das Polnische Fremdenverkehrsamt den von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zur ITB Berlin NOW vorgelegten Reisedaten sehr viel Positives abgewinnen. Denn anders als viele klassische Reiseziele der Deutschen konnte Polen 2020 seinen Marktanteil sogar deutlich steigern. Positiv stimmten auch die Reiseabsichten: Mehr als 14 Prozent aller von FUR Befragten könnten sich in den nächsten drei Jahren einen Urlaub in Polen generell vorstellen oder haben bereits konkrete Reiseabsichten, teilte das Polnische Fremdenverkehrsamt mit.

8. März: Vielstimmiger Osterurlaubs-Chor, Wut auf Sylt, Corona-Ausbruch auf Werks-Kreuzfahrtschiff

Die Frage, ob in diesem Jahr ein Osterurlaub möglich sein wird, umtreibt viele Menschen. Derzeit sieht es aber nicht gut aus, glaubt man den Aussagen der meisten Politiker. Helge Braun etwa, Chef des Bundeskanzleramtes, sagte, er sei »sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht«. Er erwarte erst ab Pfingsten eine deutliche Entspannung. Zurückhaltender äußerte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: »Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben«, antwortete er der »Rheinischen Post« auf die Frage, ob Ostern Urlaub möglich sein werde. Deutlich optimistischer dagegen ist Daniel Günther, Ministerpräsident in Schleswig-Holstein: »Derzeit gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen«, sagte er.

Auf der Nordsee-Insel Sylt brodelt es. Mehrere Vermieter von Ferienhauswohnungen, Hotel- und Restaurantbesitzer sowie Einzelhändler haben deshalb in einer gemeinsamen Erklärung scharfe Kritik an den Coronamaßnahmen geäußert. »Das Problem in der harten Realität abseits der Videokonferenzen ist, dass wir, die Gewerbetreibenden und die zahlreichen Angestellten, dieses vielfältige Versagen ausbaden müssen – und das weit über alle wirtschaftlichen und persönlichen Schmerzgrenzen hinaus«, heißt es in der Erklärung. Mit Ausnahme der Landesregierung Schleswig-Holsteins scheine die Mehrzahl der Teilnehmer an der MPK den Wirtschaftszweig Tourismus mangels Kenntnis der Risikobewertung leichtfertig abzuschreiben. »Das ist für uns nicht hinnehmbar«, heißt es weiter.

Das Kreuzfahrtschiff »Odyssey of the Seas« wurde am Wochenende von der Papenburger Meyer Werft über die Ems in Richtung Nordsee überführt – ein Riesenspektakel, nicht nur für Fans der Mega-Kreuzfahrtschiffe. Dann am Samstag der Schock: Zwei der 500 Arbeiter auf dem Schiff wurden positiv auf Corona getestet. Jetzt müssen alle 500 Arbeiter an Bord bleiben.

6. März: RKI-Risikogebiets-Update, Großbritannien verschärft Ausreisekontrollen, Koh Samui in der Pandemie

Jeden Freitag das gleiche Spiel: Das Robert-Koch-Institut aktualisiert die Liste der Corona-Risikogebiete. Zuerst die gute Nachricht: Die gesamten USA gelten nicht mehr als Hochinzidenzgebiet, sondern sind jetzt »nur« noch Risikogebiet. Ebenfalls positiv: Teile Kroatiens sind nun kein Risikogebiet mehr, u.a. Istrien. Die schlechte Nachricht: Gleich drei europäische Länder gelten nun als Hochinzidenzgebiet: Schweden, Ungarn und Jordanien. Norwegen und Griechenland sind jetzt Risikogebiete.

Noch bis Ende des Monats sind die Briten angehalten, zu Hause zu bleiben: Die strikte »Stay at Home«-Regel untersagt unter anderem Reisen ohne triftigen Grund. Daran scheinen sich aber nicht alle gehalten zu haben. Aus diesem Grund hat das Verkehrsministerium die Ausreiseregeln verschärft. Ab kommenden Montag muss jeder, der Großbritannien verlassen will, ein Formular ausfüllen. Wer dabei schwindelt und erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe von 200 bis zu 6.400 Pfund rechnen.

»Ist noch jemand da?« – dieser Frage geht Spiegel Online in einem Feature über die aktuelle Situation in dem thailändischen Urlaubsort Koh Samui nach. Seit einem Jahr sind die Resorts und Strände auf den thailändischen Inseln leer. Beleuchtet werden die Fragen, wovon die Einheimischen jetzt leben und wie sich die wenigen Touristen, die da sind, die Zeit vertreiben.

5. März: WHO hält wenig von EU-Impfpass, Forderung nach kürzeren Sommerferien, DRV macht Druck auf Politik, ADAC-Studie: ein Drittel will mehr Geld für Urlaub ausgeben, Thailand erwägt zarte Öffnung, Hausbooturlaub-Boom in Masuren, Freizeitpsychologin: Warum Reisen so wichtig ist

Die EU will bald den Rahmen für die Einführung eines europäischen Impfpasses vorstellen. Damit sollen unter anderem Reisen erleichtert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht dem Vorhaben kritisch gegenüber. Hans Kluge, Regionaldirektor der WHO in Europa, sagte in einem Interview mit der WELT, es sei unsicher, wie lange nach einer Impfung eine Immunität anhalte. Auch könne ein Impfstoff nicht unbedingt die Ansteckung anderer Menschen verhindern.

Sind etwa die sechs Wochen Schulferien im Sommer in Gefahr? Das jedenfalls lässt sich den Äußerungen von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Ifo-Präsident Clemens Fuest entnehmen. Beide argumentieren: Nur so können die Wissenslücken nach den langen Schließungen der Schulen in den letzten 12 Monaten aufgeholt werden. Wie viele Wochen Ferienstreichung ihnen vorschwebt, sagten weder Kretschmann noch Fuest.

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), wirft der Politik einen falschen Umgang mit den Corona-Maßnahmen vor. Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte er, die Politik auf, müsse mit ihren Appelle zum Reiseverzicht aufhören. »Organisierte Reisen sind nachweislich nicht Treiber der Pandemie – das sagen nicht wir, das sagt das RKI in einer aktuellen Studie«, so Fiebig.

Noch herrscht Zurückhaltung bei Urlaubsplänen und Reisebuchungen. Doch ein Drittel der Deutschen will in diesem Jahr wieder mehr Geld für Urlaub ausgeben als 2020. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen ADAC-Tourismusstudie, bei der rund 5.000 Menschen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Reisepräferenzen befragt wurden. Ob beim Reisen allerdings wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht wird, ist dennoch fraglich: Etwa jeder Fünfte über 40 Jahren geht nicht davon aus, im laufenden Jahr wieder verreisen zu können. Die allgemeine Zurückhaltung lässt sich am Buchungszeitpunkt ablesen: So will knapp die Hälfte der Befragten kurzfristig oder vorab gar nicht buchen.

Gestern berichten wir an dieser Stelle über eine Initiative von Reiseunternehmern in Thailand, die eine Öffnung der Grenzen für Touristen ab dem Sommer fordern. Möglicherweise tut sich aber schon früher etwas. Ab April oder Mai sollen Touristen wieder ins Land reisen dürfen. Zunächst aber nur in fünf Provinzen, darunter Phuket. Ganz so entspannt wird’s aber nicht: Erst einmal sind 14 Tage Quarantäne im Hotel angesagt. Wer nach drei Tagen ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen kann, soll sich zumindest in der Hotelanlage frei bewegen dürfen.

Unter den Bedingungen von Corona wächst die Sehnsucht nach Urlaub im eigenen Heim – ob im Ferienhaus, im Wohnmobil oder auf dem Wasser. Weil bei vielen deutschen Charterfirmen die Hausboote für die kommende Saison bereits weitgehend ausgebucht sind, blickt mancher auch ins benachbarte Polen. Dort locken die Großen Masurischen Seen im Nordosten des Landes. Doch lange warten sollte man auch dort nicht, rät Robert Kempa, Tourismus-Chef im größten Ferienzentrum Giżycko (Lötzen). Denn auch die Polen selbst seien in diesem Jahr heiß auf Ferien mit Abstand auf dem Wasser. Mehr als mehr als 80 Prozent der Boote seien bereits ausgebucht, heißt es aus der Region.

Wenn es um die Lockerung der Corona-Maßnahmen geht, steht das Thema Reisen hintenan. Dabei sei der Verzicht aufs Reisen auf Dauer extrem belastend, sagt Martina Zschocke, Professorin für Freizeitpsychologie und Freizeitsoziologie an der Hochschule Zittau/Görlitz in einem Gespräch mit WDR5. »Gerade ein langes Wochenende zu Hause ist nicht das Erholsame. Ein Kontextwechsel ist ganz wichtig«, sagt sie.

4. März: Tourismusbranche zunehmend gereizt, Ischgl cancelt Wintersaison, Ryanair-Hoffnungen auf den Sommer, Madrid lockt Touristen

Wegen des Lockdowns geht nun schon seit Monaten nichts in der Hotel- und Gaststättenbranche. Auch fehlt immer noch eine Öffnungsperspektive. Es sei nicht nur unbefriedigend, sondern auch inakzeptabel, dass die Politik der Branche weiterhin jegliche Perspektiven verweigere, sagt Michael Frenzel vom Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft. »Sich erst Ende März überhaupt mit dem Thema Tourismus beschäftigen zu wollen, schlimmstenfalls auch dann völlig unverbindlich, ist ein Schlag ins Gesicht unserer Unternehmer*innen und 3 Millionen Mitarbeiter*innen und macht uns fassungslos«, sagte er. Auch die Opposition bezeichnet die Regierungspolitik als »absurd«.

Derweil macht man sich in Ischgl keine Illusionen mehr: Der Tiroler Urlaubsort gab gestern bekannt, dass man die Wintersaison 2020/21 endgültig abgehakt habe. »Leider haben sich die Voraussetzungen für eine Aufnahme des grenzüberschreitenden Skibetriebs in der Silvretta Arena in den letzten Wochen sukzessive verschlechtert; angesichts des nach wie vor beunruhigenden Infektionsgeschehens, der verschärften Reiserestriktionen und der noch immer fehlenden Perspektiven für Öffnungsschritte in Gastronomie und Hotellerie ist eine Aufnahme des Skibetriebes für uns weniger denn je vertretbar. Die Entscheidung, nicht mehr in die Wintersaison zu starten, war daher alternativlos«, erklärten Markus Walser und Günther Zangerl, die Vorstände der Silvrettaseilbahn AG.

In Großbritannien laufen die Corona-Impfungen ja deutlich schneller als bei uns – ob das der Grund ist, dass Ryanair-Chef Michael O’Leary so optimistisch ist für den Sommer ist? Er gehe jedenfalls davon aus, in diesem Sommer 60 bis 70 Prozent der Passagierzahlen von 2019 erreicht werden würden. Er appellierte an die Politk, rasch Fakten zu schaffen, damit die Die Menschen ihren Sommerurlaub buchen können.

Obwohl in der spanischen Hauptstadt Madrid die Corona-Infektionszahlen hoch sind, hält das viele Touristen nicht von einem Besuch ab. Der Grund: Fast alles ist offen: Restaurants, Pubs, Kinos, Museen und andere Freizeiteinrichtungen. Vor allem Franzosen sehe man derzeit in den Straßen, heißt es.

3. März: Urlaub auf Sylt mit Test, Mallorca-Gastro wieder offen, Einreise-Chaos in Heathrow, Thailands Tourismusbranche fordert Öffnung zum 1. Juli

Wer auf Sylt Ferien machen will, soll künftig einen PRC-Test oder einen Schnelltest vorweisen müssen, der durch qualifiziertes Personal durchgeführt wurde. Das kündigte der Bürgermeister der Inselgemeinde, Nikolas Häckel, bei »19 – die Chefvisite« an. »Nicht einfach losreisen. Es wäre fatal, wenn wir einen zweiten Insel-Lockdown bekämen«, sagte Häckel. Negative Tests müssten dann spätestens beim Check-In in Hotel oder Ferienwohnung vorgezeigt werden. Danach solle eine App zur Kontaktnachverfolgung auf Sylt genutzt werden. Bürgermeister Häckel forderte den Kreis Nordfriesland und das Land Schleswig-Holstein auf, die rechtlichen Grundlagen für Einreisekontrollen durch die Bundespolizei zu schaffen.

Nach siebenwöchiger Corona-Lockdown-Zwangspause durften gestern wieder die Gastronomen auf Mallorca Gäste empfangen. Allerdings noch mit Einschränkungen: nur draußen und nur bis 17 Uhr. Die Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr bleibt weiter in Kraft.

Das läuft noch nicht rund: Kontrollen bei der Einhaltung der Corona-Testvorschriften haben in den vergangenen Tagen zu massiven Verzögerungen bei der Einreise nach Großbritannien geführt. Passagiere berichteten von mehreren Stunden Wartezeit am Großflughafen London-Heathrow. Schuld sei unter anderem, dass viele Reisende es versäumt hätten, das sogenannte Testpaket zu buchen, heißt es.

Führende Tourismusunternehmen in Thailand fordern die Wiedereröffnung der Landesgrenzen ab dem 1. Juli dieses Jahres. Die # OpenThailandSafely-Kampagne wurde gestern mit Unterstützung von über 15 großen Unternehmen gestartet, darunter YAANA Ventures, Minor Group, Asian Trails, Capella Hotels und Resorts, EXO und viele andere. Die Open Thailand Safely-Kampagne fordert die Regierung auf, eine Öffnungsperspektive in Angriff zu nehmen. Die erfolgreichen Covid-19-Impfprogramme in Europa, den USA und anderen thailändischen Quellmärkten gäben dazu Anlass, so die Argumentation.

2. März: Impfpass: EU-Kommission drückt aufs Tempo, EU-Untersuchung wegen Verbraucherrechten bei Flugausfällen, Kanzlei hält Quarantäneanordnungen für unrechtmäßig, Neustadt verbietet Mandelblüte-Ausflügler

Das geht nun flott: Die EU-Kommission will noch in diesem Monat einen Gesetzesvorschlag zur Einführung eines Impfpasses vorlegen. Mit diesem Pass sollen Geimpfte fälschungssicher ihre Immunisierung nachweisen können. Vor allem die klassischen Urlaubsländer wie Griechenland und Spanien haben zuletzt Druck gemacht, dass der Pass schnell eingeführt werden soll.

Seit einem Jahr gibt es eine Menge Ärger mit den Airlines. Vor allem Verbraucherschutzorganisationen sprechen sogar von neuen Rekorden bei den Beschwerden zu Flugreisen – meist geht es um die Erstattung der Flugticketpreise, die zu viel zu spät oder gar nicht erfolgt ist. Nun will sich die EU-Kommission des Problems annehmen. Die betroffenen Airlines wurden aufgefordert, binnen drei Wochen Stellung zu nehmen.

Die Kölner Kanzlei Rogert & Ulbrich reklamiert, dass zigtausend Quarantäneanordnungen während der Corona-Pandemie unrechtmäßig ergangen seien. Dies begründe Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz. Dies betreffe insbesondere die Fälle, in denen Reiserückkehrer pauschal in Quarantäne geschickt worden seien und die Fälle, in denen eine häusliche Quarantäne nach möglichem Kontakt mit einem coronapositiv Getesteten für gesunde Menschen angeordnet worden sei.

Neustadt an der Weinstraße ist im Vorfrühling bekannt für seine Mandelblüten. Normalerweise kommen unzählige Tagesausflügler in die Region, um davon Fotos zu machen. In diesem Jahr können sie aber zu Hause bleiben: An Wochenenden und Feiertagen gilt ein sogenannten Betretungsverbot für Tagestouristen.

1. März: NRW-Hotels Ostern wieder offen?, geringe Osterurlaubs-Nachfrage in Niedersachsen, Knatsch zwischen Kiel und Schwerin wegen Einreisestopp, Scholz macht Hoffnung auf Sommerurlaub, Corona-Pauschalurlaub im Privatjet

Können die Hotels und Ferienwohnungen in NRW bis Ostern wieder öffnen? Das jedenfalls fordert NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Mit Blick auf Einzelhandel, Gastronomie und Beherbergungsbetrieben sagte er dem Handelsblatt: »In Verbindung mit den bereits bewährten Hygienekonzepten und öffentlich bereitgestellten neuen Werkzeugen zur besseren Identifizierung und Nachverfolgung von Infektionsketten lassen sich diese Bereiche im Laufe des März schrittweise öffnen, dies sollte bis Ostern auch für Ferienwohnungen und Hotels möglich sein.«

Die Hotels und andere Beherbergungsbetriebe in Niedersachsen stehen derweil in den Startlöchern. Viele von ihnen hoffen, dass es in den nächsten Wochen erlaubt sein wird, die Betriebe zu öffnen. Vielleicht sogar schon Ostern. Die Reisenachfragen halten sich aber noch in sehr engen Grenzen, heißt es etwa von den Ostfriesischen Inseln. Anders dagegen die Situation für den Sommer. Für Juli und August sei die Nachfrage sehr hoch.

Wer derzeit aus Freizeitgründen nach Mecklenburg-Vorpommern reisen möchte, hat ein Problem: Die Schweriner Landesregierung hat ein Einreiseverbot verhängt, auch für Tagestouristen. Das verärgert zunehmend schleswig-holsteinische Landespolitiker. »Schluss damit!«, fordert der Kieler FDP-Landtagsfraktionschef Christopher Vogt.

Die Stimmen der Experten und Politiker, die davon ausgehen, dass ein Sommerurlaub in diesem Jahr wieder möglich sein wird, werden immer lauter. Jetzt hat sich auch Vizekanzler Olaf Scholz zu Wort gemeldet. Mit Blick auf die schönste Zeit des Jahres sagte er in der Online-Talkshow der Bild-Zeitung: »Im Sommer werden zig Millionen geimpft sein, und das kann ja nicht konsequenzenlos bleiben.«

Mund-Nasen-Schutz hin oder her: Wer bald in den Urlaub fliegen will, macht sich vielleicht Sorgen darüber, dass man vielen anderen Passagieren eng an eng im Flugzeug sitzen muss. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, hat der heute an den Start gehende Schweizer Reiseveranstalter Travelcoup Deluxe ein Angebot für Besserbetuchte aufgelegt: Im Privatjet geht es zu beliebten Urlaubshotspots in Europa. Abgeflogen wird ab Frankfurt, München und Düsseldorf.

27. Februar: RKI-Risikogebiets-Aktualisierung, Travemünde offen für Tagestouristen, Norderneys Geschenk für Pfleger

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat gestern – so wie jeden Freitag – die Liste der weltweiten Risikogebiete aktualisiert. Obwohl die Coronainfizierten- und Todes-Zahlen derzeit laut WHO weltweit sinken, spiegelt sich die positive Entwicklung noch nicht in der Risikogebietsbewertung des RKI wider. Im Gegenteil: Malta gilt nun als Hochinzidenzgebiet, neue Risikogebiete sind die Region Satakunta in Finnland, die Insel La Reunion, die Region Peloppenes (Griechenland) und Kuba. Einzige Lichtblicke: St. Vincent und die Grenadinen sowie Panama sind zum regulären Risikogebiet herabgestuft worden.

Eigentlich galt bis Sonntag kommender Woche in Travemünde in Schleswig-Holstein ein Betretungsverbot für Touristen. Das Landes-Sozialministerium in Kiel fand das aber unverhältnismäßig und setzte das Verbot aus. Ab heute nun dürfen Tagestouristen nun wieder Travemünde besuchen. Touristische Übernachtungen aber bleiben weiter verboten. Wer auf die Insel Rügen will, muss sich dagegen weiter gedulden. Dort sind nur Tagestouristen erlaubt, die auch in Mecklenburg-Vorpommern leben.

Der Rotary Club Norderney rief im Dezember Bewohner der Insel mit Beherbergungsmöglichkeit dazu auf, Pflegekräften eine Woche Urlaub zu spendieren. Mehr als 120 Betriebe folgten dem Aufruf und haben 100 Corona-Pflegekräften aus Niedersachsen und NRW Gratis-Urlaub auf der Insel versprochen. Auch die Überfahrt mit der Fähre und die Kurtaxe werden erstattet. Darüber hinaus warten bei der Ankunft noch weitere Gutscheine auf die Gewinner. Zur Begründung sagte Mitinitiatorin Grit Lacalandra, man wolle den Pflegekräften außer warmen Worten und Applaus eine echte, spürbare Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen: »Vielfach haben sich die Pflegekräfte in den letzten Wochen und Monaten aufopferungsvoll um schwer erkrankte Menschen gekümmert haben und dabei ihre eigene Gesundheit riskiert und ihre eigene Familie vernachlässigt.«

26. Februar: EU-Impfpass kommt, RKI-Studienergebnisse zu Urlaubsreisen

Wird man im Sommer als Inhaber eines Corona-Impfpass Vorteile haben? Diese Frage dürften sich viele stellen, die im Moment mit dem Gedanken spielen, im Sommer in den Urlaub zu fahren. Die Diskussion darüber hat nun mächtig Fahrt aufgenommen. Denn die EU hat gestern beschlossen, dass in den nächsten drei Monaten ein EU-einheitlicher Impfpass entwickelt werden soll. Länder wie Spanien, Portugal, Griechenland und Österreich, Länder also, die stark vom Tourismus abhänging sind, wollen Impfpass-Inhabern Urlaubsreisen erleichtern. Deutschland ist da zurückhaltend. Schließlich, so Kanzlerin Angela Merkel, soll eine Zweiklassengesellschaft vermieden werden.

Womit wir bei der schon seit fast einem Jahr diskutierten Frage wären, wie gefährlich Reisen eigentlich in Corona-Zeiten ist? Die Tourismusbranche sagt unentwegt: sehr ungefährlich, schließlich gebe es überzeugende Hygienekonzepte in den Beherbergungsbetrieben. Virologen und Politiker sehen das oft anders. Sie halten Urlaubsreisen, sprich Mobilität, für Gift im Kampf gegen die Coronaausbreitung. Wer hat nun recht? Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich nun in einer Studie mit dieser Frage beschäftigt. Einige der Ergebnisse davon geben der Reisebranche gute Argumente an die Hand. 

25. Februar: Söder zu Osterurlaub, Bareiß zu Sommerurlaub, Kurz freut sich auf Sommerurlauber aus Deutschland, Tiroler Wintersportort in Quarantäne

Jetzt hat sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in die Diskussion über den Osterurlaub eingeschaltet. Dabei blieb er aber allerdings mit Blick auf Ostern vage: »Zum Urlaub möchte ich noch keine Versprechen abgeben, aber im Laufe des Jahres geht das bestimmt«, sagte er gestern in »Bild Live«. In der Sendung wurde er von Kindern befragt.

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hat sich unterdessen optimistisch mit Blick auf den Sommerurlaub geäußert. »Ich hoffe, dass bis Sommer die meisten Deutschen geimpft sind und auch ins Ausland verreisen können«, sagte er der Bild-Zeitung.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz freut sich jetzt schon auf Sommerurlauber aus Deutschland. »Wir werden zur Normalität zurückkehren können und ich freue mich schon auf viele Menschen aus Deutschland, mit denen ich in Kontakt bin, die mir sagen, ja, sie wollen im Sommer endlich mal wieder ihren Urlaub in Österreich verbringen«, sagte erGleichzeitig plädiert er dafür, ähnlich wie in Israel Corona-Geimpften und Getesteten mehr Freiheiten zu geben. Auch die EU in Brüssel will den Tourismus mit Impfausweisen wieder in die Spur bringen.

Mayrhofen im Tiroler Zillertal ist bei vielen in- und ausländischen Skifahrern beliebt. Aber derzeit geht hier gar nichts mehr: Der Ort ist zu einem Corona-Hotspot geworden. Eine Woche lang müssen die Bewohner jetzt in Quarantäne. Ohne negativen PCR-Test darf niemand den Ort verlassen.

24. Februar: Diskussion über Schnelltests, Briten wollen reisen, Marokko stellt Flüge nach Deutschland ein

Könnte der Osterurlaub auf den Nordseeinseln noch klappen, wenn alle Besucher vor Betreten der Inseln einen Corona-Schnelltest machen? Das jedenfalls ist derzeit auf den Inseln im Gespräch. Politiker der ostfriesischen Inseln hatten dazu eine Unterredung mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Wie sich Niedersachsens Landesregierung dazu positionieren wird, steht aber noch in den Sternen.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson will seinen Landsleuten bis Ende Juni ihre Freiheiten zurückgeben. Dann spätestens sollen sämtliche Corona-Einschränkungen Geschichte sein. Das gilt natürlich auch für die Reisefreiheit. Da ließen sich die Briten nicht zweimal bitten: Bei Easyjet stiegen die Buchungen um das Dreifache, bei TUI um 500 Prozent.

Marokko hat Flüge von und nach Deutschland vorerst ausgesetzt. Grund ist die Sorge in dem Land, dass sich die Corona-Mutationen ausbreiten könnten. Die neue Regel gilt zunächst für etwas länger als drei Wochen, bis zum 21. März 2021. Gleiches gilt für Flüge von und in die Schweiz.

23. Februar: Griechenland setzt auf Geimpfte, Kuba wirbt um Impftouristen, noch wenig los in Reisebüros, Plasberg-Talk über Urlaub 2021

In der Frage, wie der Tourismus wieder in Gang kommen kann, setzt Griechenland auf gegen das Coronavirus geimpfte Urlauber. Entsprechende Abkommen mit Zypern und Israel sind schon in Arbeit. Tourismusminister Charis Theocharis sagte aber auch: »Wir wollen das Reisen natürlich nicht nur auf diejenigen beschränken, die geimpft sind.«

Wir berichteten an dieser Stelle schon ein paar Mal über Reiseveranstalter, die damit werben, im Urlaub gegen Corona geimpft werden zu können. Nun prescht sogar ein Land mit diesem Angebot vor: Kuba. In den staatlichen Medien des Karibikstaates heißt es, Ausländer könnten Urlaub und Impfung verbinden.

Wer derzeit ein Reisebüro aufsucht, um sich beraten zu lassen oder gar um eine Urlaubsreise zu buchen, dürfte eine ziemlich exklusive Beratung bekommen. Denn: Kaum jemand ist da. Darüber berichtet tagesschau.de. »Die Anfragen sind derzeit sehr gering«, so der Tenor.

In der ARD-Talkshow »Hart aber fair« ging es gestern Abend um die Frage, ob dieses Jahr Urlaub möglich sein wird. Unter anderem ging es darum, ob echter Urlaub nur mit Impfung funktionieren wird. Auch Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), nahm an der Diskussionsrunde teil.

22. Februar: Impfreise-Angebote florieren weiter, Kritik an alltours nach Impf-Ankündigung, wieder Ansturm auf Skigebiete in Polen, Schleswig-Holsteins Tourismusminister hält Osterurlaub für möglich

Weltweit florieren Reiseangeboten, in denen versprochen wird, dass sich zahlungskräftige Kunden gegen Corona impfen lassen können. Von »elitären Zirkeln und Reisebüros« ist die Rede, die entsprechende Reisen verkaufen wollen.

Der Reiseveranstalter alltours ist in den sozialen Netzwerken für seine Entscheidung kritisiert worden, ab Ende Oktober nur noch Urlauber in seinen Hotels aufnehmen zu wollen, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Unter dem Hashtag #boykottalltours riefen einige User zum Boykott des Unternehmens auf. Bei Trustpilot lag der alltours-Wert bei nur noch 1,3 (Stand: 22.2.21, 9 Uhr) . Trustpilot setzte bereits einen Hinweis ab, in dem es heißt: »Auf diesem Profil ist ein deutlicher Anstieg der Bewertungen zu verzeichnen. Obwohl wir nachvollziehen können, dass Sie Ihre Meinung zu aktuellen Themen in den Nachrichten und sozialen Medien äußern möchten, ist Trustpilot ein Ort für Feedback zu eigenen Kauf- und Serviceerfahrungen.«

Bereits letztes Wochenende kam es zu einem Riesenandrang auf Polens Skigebiete, und auch an diesem Wochenende wiederholte sich das Spiel. Tausende Ski- und Snowboarder fielen in den Wintersport Zakopane ein und nicht alle hielten sich an die Abstandsregeln. Es gab Staus, die Hotels waren ausgebucht.

Die Debatte über den Osterurlaub hat vergangene Woche vielfach die Schlagzeilen beherrscht. Schlauer war man danach freilich nicht. Die Politik ist höchst zerstritten bei dem Thema. Und was sagt Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz dazu? Er ist optimistisch: »Ich habe die Hoffnung auf einen Ostertourismus noch nicht aufgegeben«, sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. Ein paar Tage Urlaub an der Ost- oder Nordsee halte er für möglich.

20. Februar: RKI-Risikogebiets-Update, nur noch Geimpfte in alltours-Hotels ab November, Plädoyer für differenzierten Afrika-Tourismus, Touristen-Boom in Mexiko, Osterurlaub-Buchungstipps

Das Robert-Koch-Institut hat gestern wieder die Liste der weltweiten Risikogebiete aktualisiert. Dieses Mal dominieren die guten Nachrichten: Die Karibikinsel Curacao ist kein Risikogebiet mehr, und Litauen sowie Spanien sind vom Hochinzidenzgebiet zum regulären Risikogebiet runtergestuft worden.

Gäste der alltourseigenen Hotelkette allsun müssen derzeit beim Check-in einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Gestern verkündete alltours dann einen Paukenschlag: Zukünftig soll nur noch ein Urlaub mit Corona-Impfung in den allsun-Hotels möglich sein. Das werde aber vom Verlauf der Impfungen abhängen. Die neue Regelung soll voraussichtlich ab 31. Oktober dieses Jahres gelten. »Wir wollen allen Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können«, sagte alltours-Inhaber Willi Verhuven.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat davor gewarnt, die Länder Afrikas wegen der Corona-Pandemie mit einem Reisebann zu überziehen. »Die 54 afrikanischen Länder dürfen nicht pauschal als Risikogebiet eingestuft werden«, sagte Müller. Vielmehr müsse man differenziert schauen, in welchen Ländern Afrikas die Pandemie im Griff sei.

Mexiko scheint in der Corona-Pandemie der große Gewinner zu sein: Einer Statistik der Welttourismusorganisation (UNWTO) zufolge war Mexiko 2020 die meistbesuchte Destination Lateinamerikas. Weltweit erreichte das lateinamerikanische Land sogar Platz 3, hinter Frankreich und Italien.

Wer derzeit noch überlegt, ob und wohin er Ostern in den Urlaub fahren kann, für den stellen sich viele Fragen: Wohin kann ich? Welches Reiseziel kann ich angesichts der Unsicherheiten riskieren? Was sollte ich bei der Buchung beachten? Lieber mit dem Reiseveranstalter oder lieber auf eigene Faust? Hermann-Josef Tenhagen und Nina C. Zimmermann erläutern im Finanztip-Podcast, worauf man jetzt beim Planen und Buchen von Reisen achten sollte.

19. Februar: Coronasicheres Hotel in Singapur, Prostitution auf Mallorca, Estland-Einreisende mit gefälschten Corona-Tests, ZDF über Osterurlaub

Ihre Gäste möglichst sicher vor einer Übertragung des Coronavirus schützen – das dürfte auch 2021 für viele Hoteliers weltweit ganz oben auf der Agenda stehen. In Singapur will man nichts dem Zufall überlassen. Dort wurde der Öffentlichkeit vorgestern ein Hotel vorgestellt, dass höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben will. Primär richtet es sich an Geschäftsreisende, die die sonst verpflichtende zweiwöchige Quarantäne umgehen wollen.

Das Lieblingsreiseziel der Deutschen, die Insel Mallorca, macht derzeit eine schwere Krise durch: kaum Touristen, kaum Einnahmen, hohe Arbeitslosigkeit. Die Wirtschaftskrise trifft vor allem Frauen. Die Folge: Die Elendsprostitution auf der Insel steigt, wie Medien und Hilfsorganisationen berichten.

Das Geschäft mit gefälschten Coronatest-Ergebnissen aus dubiosen Laboren scheint für Kriminelle lukrativ zu sein. Vor einigen Wochen berichteten wir an dieser Stelle über entsprechende Machenschaften in Mexiko. Nun sind auch am Flughafen Tallinn in Estland fünf Personen mit gefälschten Corona-Testnachweisen aufgeflogen.

Fernsehtipp: Wird das noch was mit dem Osterurlaub in diesem Jahr? Dieser Frage widmet sich morgen um 17:05 Uhr der Länderspiegel im ZDF.

18. Februar: Tourismusexperte warnt vor schneller Öffnung, Iren-Schlupfloch: Tausende verreist, mehrere Pärchen in Kölner Hotel aufgeflogen

Martin Linne, Geschäftsführer der Gesellschaft für Tourismusforschung, hat in einer Analyse für die Inseln Amrum, Föhr, Sylt und Helgoland vor zu schnellen Öffnungsschritten gewarnt. Notwendig seien seiner Meinung nach Planungsvorläufe für Hotels von zwei bis vier Wochen.

Auch die Iren dürfen derzeit nicht in den Urlaub fahren. Eigentlich. Einige sind aber »besonders gewieft« und nutzen eine Gesetzeslücke aus: Reisen sind nämlich dann erlaubt, wenn sie gesundheitlich notwendig sind. Von zahlreichen Zahnarztterminen in Spanien und der Türkei ist beispielsweise die Rede. Vor Ort ist der Ärger groß, weil niemand in den Arztterminen auftaucht.

Abermals haben sich in einem Kölner Hotel Privatreisende als Geschäftsleute ausgegeben – und sind dabei vom Ordnungsamt erwischt worden. Im Stadtteil Ehrenfeld haben demnach mehrere Pärchen den Valentinstag begangen. Insgesamt 31 Verstöße gegen das Prostitutions- und Beherbergungsverbot zählte das Amt in dem Hotel am vergangenen Wochenende.

17. Februar: Bayerns Innenminister optimistisch bei Osterurlaub, NCL-Pause bis Ende Mai, Bonusprogramm-Erleichterungen, Urlaubsguru-Umfrage zu Reiseerleichterungen für Geimpfte

Auch in Bayern in die Diskussion über den Osterurlaub in vollem Gange. Nun hat sich auch Innenminister Joachim Herrmann zu Wort gemeldet. Er sagte, Osterurlaub im Inland sei »durchaus vorstellbar”, wenn Infektionen und Sterberate zurückgingen und mehr geimpft werde.

Kreuzfahrtfreunde müssen sich weiterhin gedulden: Der Kreuzfahrt-Branchenriese NCL, zu dem unter anderem die Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises gehören, gab gestern bekannt, dass es vor Ende Mai keine NCL-Schiffsreisen geben werde.

Viele Unternehmen aus der Tourismusbranche wie Airlines, Hotelketten und Mietwagenfirmen bieten ihren Kunden Bonusprogramme an. Zu den bekanntesten in Deutschland gehört etwa Miles & More. Wer ausreichend Punkte sammelt, kommt in dem Genuss einiger Vorteile. Doch seit rund einem Jahr reist kaum noch jemand. Die Folge: Bei vielen Bonusprogrammen droht ein Statusverlust. Im Zuge der Coronakrise haben viele Bonusprogramme eine Statusverlängerung oder Qualifikationserleichterung für ihre Kunden beschlossen. Das Portal travel-dealz.de hat sie in einer Übersicht zusammengestellt.

Länder wie die Seychellen und Island sowie die Airline Qantas haben bereits angekündigt, dass es deutliche Reiseerleichterungen für Geimpfte geben soll. Was denken die Deutschen darüber? Das Portal Urlaubsguru hat dazu eine Umfrage gemacht. Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten (69 Prozent) ist der Meinung, dass Urlaub im Ausland nicht nur für Geimpfte möglich sein sollte. Als Hauptargument wird die Entscheidungsfreiheit darüber, ob man sich impfen lassen möchte, angeführt.

16. Februar: Dehoga und DTV kritisieren Kretschmer, Polizei-Bilanz in Polens Wintersportorten, TUI sieht Kreta beim Sommerurlaub vorn, Madeira lockert Einreisebestimmungen, Impfreisen weiter nicht aus der Welt

In der Debatte über den Osterurlaub in diesem Jahr hat sich jetzt auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga zu Wort gemeldet. Chefin Ingrid Hartges sagte den Sendern RTL und ntv, Kretschmers Aussagen seien völlig inakzeptabel. Auch Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) ist verärgert: »Immer wieder neue Spekulationen über Öffnungstermine für den Tourismus an Ostern sind unverantwortlich. Bund und Länder sind gefordert, ihren gemeinsamen Beschluss vom Januar umzusetzen und eine einheitliche Öffnungsstrategie zu entwickeln«, sagte er.

In Polen haben am Wochenende die Wintersportorte wieder geöffnet – da ließen sich Skifahrer und Snowboarder nicht zweimal bitten. Es blieb allerdings nicht beim Skifahren. Am Abend traf man sich auf den Straßen zum Après-Ski. In Zakopane gerieten die Open-Air-Feierlichkeiten gar aus dem Ruder, die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.

Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI rechnet in den kommenden Wochen mit vielen Sommerurlaubsbuchungen. Schon jetzt zeichnen sich erste Trends ab, teilte TUI mit. Für welche Ziele sich deutsche Urlauber am meisten interessieren, zeigten die Buchungen in den TUI-Reisebüros und auf TUI.com. Besonders auffällig: Mit Kreta, Rhodos und Kos sichern sich gleich drei griechische Inseln einen Platz in den Top 5 der beliebtesten Reiseziele.

Die Gesundheitsbehörden Madeiras haben neue Einreisebestimmungen erlassen. So dürfen ab sofort Bürger mit vollständiger SARS-CoV-2-Impfung und all jene mit einer ärztlichen Bescheinigung über die Genesung von einer Corona-Infektion ohne negatives Testergebnis einreisen. Alle anderen müssen nach wie vor einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, vorweisen oder können sich direkt am Flughafen kostenlos testen lassen. Das Ergebnis liegt dabei innerhalb von zwölf Stunden vor.

Letzte Woche war die Rede von Veranstaltern, die schon bald ins Geschäft mit Impfreisen einsteigen wollten. Daraus wurde aber erst mal nichts, weil derzeit kein Land Impftouristen will. Christian W. Mucha, Verleger aus Österreich, will aber nicht locker lassen. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche sagte er, es hätten sich Tourismusdestinationen bei ihm gemeldet, »die die Gabe von Impfstoff als Zeichen der Gastfreundschaft nutzen, um auf das Tourismusangebot ihrer Länder international aufmerksam zu machen«.

15. Februar: Diskussion über Osterurlaub, Andrang in Polens Skigebieten, Touristen in Chalets in Bodenmais ruft Polizei auf den Plan

Trotz seit Wochen sinkender Corona-Infektionszahlen glaubt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nicht, dass Ostern (erstes April-Wochenende) wieder Urlaubsreisen möglich sein werden. »Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben«, sagte er der Bild am Sonntag. Man würde alles zerstören, was man seit Mitte Dezember erreicht habe, so Kretschmer. Kretschmers Aussage hat eine breite Debatte über den Osterurlaub entzündet. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke stimmte ihm zu, Kritik gab es dagegen von
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sowie von den Linken und der FDP.

Aufatmen bei Skifreunden in Polen: Dort wurden am Wochenende kurzfristig die Skipisten wieder geöffnet. Es dauerte nicht lang und schon gab es einen Ansturm auf Hotels und Pisten. Besonders groß sei der Andrang in der Hohen Tatra im Süden Polens gewesen, meldete der Sender »TVP Info«.

Private Urlaubsreisen sind ja derzeit noch verboten. Auch in Bayern. Das hinderte aber drei Pärchen aus München, Wiesbaden und Rosenheim nicht daran, ihr Glück in einer Chalet-Anlage in Bodenmais im Bayerischen Wald zu versuchen. Dummerweise hatten sie die Rechnung ohne aufmerksame Nachbarn gemacht, die die Polizei informierten. Die Pärchen müssen nun mit einem Bußgeld rechnen, ebenso der Betreiber der Anlage.

13. Februar: RKI-Update zu Risikogebieten, Trivago-Chef optimistisch bei Sommer-Reisen, Bahnverkehr-Stopp Richtung Tirol und Tschechien

Das Robert-Koch-Institut hat gestern wieder seine Corona-Risikogebietsliste aktualisiert. Ab Sonntag, den 14. Februar um 00:00 Uhr treten folgende Änderungen in Kraft: Neu als Virusvariantengebiet gelten nun Tirol, die Slowakei und Tschechien. Bahrain, die Seychellen, St. Lucia sowie St. Vincent und die Grenadinen sind nun Hochinzidenzgebiete. Als Risikogebiete gelten jetzt die Regionen Mittelfinnland und Österbotten in Finnland und die Region Westgriechenland. Die griechischen Regionen Westmakedonien sind Thessalien dagegen keine Risikogebiete mehr, ebenso wenig wie die Region Midtjylland in Dänemark.

Ob und wann wir 2021 wieder reisen können, beschäftigt derzeit viele Menschen. Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hatte sich erst kürzlich mit optimistischen Prognosen für die Zeit nach Pfingsten aus dem Fenster gelehnt. Axel Hefer, Chef des Reiseunternehmens Trivago, schlägt nun in eine ähnliche Kerbe. Je näher man dem Sommer komme, desto stabiler werde die Situation sein, sagte er in »Die Stunde Null«, dem Wirtschaftspodcast von Capital und n-tv. Wer eine Fernreise plane, müsse sich aber noch gedulden.

Nichts geht mehr: Die Deutsche Bahn hat vorläufig den Zugverkehr zwischen Deutschland einerseits und Tirol und Tschechien andererseits eingestellt. Grund sind die strengeren Corona-Maßnahmen. 

12. Februar: Kritik an Impfreise-Angeboten, Corona und die Folgen für den europäischen Flugverkehr, Restaurants bedienen Camper

Einige wenige Länder der Welt sind schon weit vorangeschritten beim Impfen gegen Corona, Israel etwa. Wenn alles gutgeht, so die Hoffnung in diesen Ländern, ist man bis zum Sommer bereits durchgeimpft. Und dann? Bleiben dann etwa noch Impfdosen übrig für Ausländer? Das jedenfalls hoffen die ersten Reiseveranstalter. Sie bieten sogenannte Impfreisen an. Interessenten könnten sich bereits registrieren lassen. Aber die Angebote der Veranstalter stoßen auf Kritik. Ella Zack Solomon, Direktorin des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros für Deutschland, Österreich und der Schweiz, sagte gestern: »Wir als Vertreter des Ministeriums für Tourismus des Staates Israel betonen, dass es keine Möglichkeiten für Touristen in Israel gibt, sich impfen zu lassen. Es werden keine Impfreisen angeboten.« SPD-Politiker Karl Lauterbach hält die Angebote für »unethisch«.

Die Reiserestriktionen innerhalb Europas haben immer heftigere Folgen für den Flugverkehr. Das verdeutlicht eine Übersicht des Evidence Lab genannten Datendienstes der Schweizer Großbank UBS. Demnach kann man derzeit von 702 untersuchten internationalen Routen auf mindestens 610 nur beschränkt oder gar nicht verreisen.

Not macht erfinderisch: Weil Restaurants derzeit keine Gäste in ihren Räumlichkeiten bedienen dürfen, fehlen den Inhabern Einnahmen. Was soll also tun? Der Außer-Haus-Verkauf reicht vielerorts nicht, um Gewinn zu machen. Einige Hotels und Restaurants haben ihre Parkplätze nun für Camper geöffnet. Serviert wird nun ein Wohnmobil-Dinner. 

11. Februar: Ferienhausverband kritisiert Lockdown-Pläne, Lufthansa verlängert Gratis-Umbuchungen, Impfpass-Diskussionen in Spanien

Eine Öffnung der Beherbergungsbetriebe, insbesondere der Ferienwohnungen und Ferienhäuser ab einem Inzidenzwert von unter 20 ist völlig indiskutabel, kommentiert der Deutsche Ferienhausverband die gestern durch die Medien geisternden Pläne der Bundesregierung. Demnach sollen erst im Cluster zwei mit einer Inzidenz von unter 20 innerhalb von einer Woche, touristische Übernachtungen zugelassen werden. Der Deutsche Ferienhausverband sieht in dieser Maßnahme eine akute Bedrohung, die letztendlich Masseninsolvenzen nach sich ziehen könnte. Der Neustart des Tourismus könnte damit in weite Ferne rücken.

Seit Ende August sind sämtliche Tarife von Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings gebührenfrei umbuchbar. Ursprünglich galt dieses Tarifangebot für (Um-)Buchungen bis Februar. Nun wird das Angebot erneut verlängert: Sämtliche Tarife der Airlines sind nun bei einer Ticketausstellung bis zum 31. Mai 2021 beliebig oft gebührenfrei umbuchbar, wenn die Umbuchung ebenfalls bis dahin erfolgt. Danach ist noch eine weitere gebührenfreie Umbuchung möglich.

Brauchen wir für einen Urlaub in Spanien in diesem Jahr eine Corona-Impfung? In dem Land jedenfalls wird derzeit darüber diskutiert, ob und wie wieder Touristen ab dem Frühjahr ins Land kommen können. Ein Sprecher der spanischen Botschaft sagte der Bild-Zeitung, »man arbeite an der harmonisierten Einführung von Impf-Zertifikaten gegen Covid-19«. Noch aber ist die Diskussion im Gange. Viel wird davon abhängen, ob und wie Impfungen auch gegen Ansteckungen schützen und wie schnell auf europäischer Ebene geimpft wird.

10. Februar: Verdruss im Sauerland, Kreuzfahrt-Gäste auf Gran Canaria in Quarantäne

Viel Schnee und Temperaturen deutlich unter Null: Eigentlich ideale Bedingungen für Wintersportler. Auch im Sauerland liegt derzeit viel Schnee, doch die Skigebiete dürfen nicht öffnen. Vom Andrang um den Jahreswechsel herum ist kaum noch was zu spüren. Immerhin. Langlauf, Rodeln, Ski- und Snowboardfahren ist erlaubt. Nur die Fahrt im Lift nicht. Bei den Betreibern, der Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein wächst die Verzweiflung und das Unverständnis. Die Unternehmen seien inzwischen am Limit. »Man muss uns ermögliche Einnahmen zu generieren, damit wir nicht nur auf Hilfen angewiesen sind. Zumal diese bei saisonal tätigen Unternehmen wie den Skigebieten kaum greifen«, fordert Meinolf Pape, Sprecher der Postwiesen-Liftgesellschaft Neuastenberg und Geschäftsführer des Skiliftverbands Sauerland. »Wenn nichts passiert, drohen Insolvenzen.«

Unschönes Ende für Gäste einer Kreuzfahrt auf der »Mein Schiff 2«: Sie sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun sind die vier sowie weitere Passagiere und Crewmitglieder auf Gran Canaria in Quarantäne. Die anderen Gäste, immerhin rund 1.000 Stück, konnten ihre Heimreise antreten.

9. Februar: Zypern und Griechenland drängen auf Impfpass, Österreich warnt vor Tirol, Rio in der Pandemie

Griechenland Regierungschef Kyriakos Mitsotakis macht weiter Druck: Er will, dass möglichst bald ein europäischer Impfpass eingeführt wird, der Reisen unproblematischer machen soll. Nun hat er mit dem zyprischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiades einen weiteren Verbündeten für dieses Vorhaben gewonnen. Auch Israel, das schon ziemlich weit mit den Impfungen ist, ist in den Plan eingebunden.

Einmalige, fast schon kuriose Reisewarnung: Österreichs Bundesregierung warnt derzeit vor Reisen in das (eigene) Bundesland Tirol. Grund ist die vermehrte Ausbreitung einer südafrikanischen Coronavirus-Variante in Tirol. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte, man solle »auf das unbedingt erforderliche Ausmaß« Reisen in das Bundesland vermeiden. Auch beim nördlichen Nachbarn Bayern ist man besorgt.

Rio de Janeiro ist normalerweise im Februar voll mit Touristen. Kein Wunder, in Rio ist schließlich Sommer, wenn bei uns Winter ist. Aber die Corona-Pandemie hat auch Brasiliens zweitgrößte Stadt stark verändert. Der Journalist Tom Noga war in der Metropole am Zuckerhut unterwegs und berichtet, wie die Pandemie Rio verändert hat.

8. Februar: Bareiß will keine Reise-Privilegien für Geimpfte, TUI optimistisch für Sommer, FDP-Kritik wegen Hotelschließungen

Thomas Bareiß (CDU), Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, hat sich nun auch in die Diskussion über Reiserleichterungen für Corona-Geimpfte eingeschaltet. Seiner Meinung nach soll es keine Ausnahmeregeln für Geimpfte geben: »Das würde ein Zwei-Klassen-Gefühl befördern«, sagte er gegenüber dem Business Insider. Mit Blick auf den Tourismus-Start glaubt er weiter fest an die Zeit ab Pfingsten. Allerdings glaubt er, dass die meisten Deutschen auch 2021 ihren Urlaub in Deutschland verbringen werden.

Deutschlands größter Reisekonzern TUI geht davon aus, dass der Sommer 2021 bei den Deutschen einen Reiseboom auslösen werde. Es gebe eine große Reiselust der Deutschen, sagte ein Sprecher der Bild-Zeitung. Das zeige nicht zuletzt die Auswertung der Suchdaten auf den Internet-Seiten der TUI.

Die FDP fordert rasche Perspektiven für die vom Lockdown betroffenen Unternehmen. “Ab 14. Februar muss es konkrete Öffnungen geben”, sagte der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Michael Theurer der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung ahgz im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am 10. Februar. Harsch kritisierte er die Hotelschließungen. Das habe er nie verstanden, sagte Theurer. »Da gibt es in vielen Fällen hervorragende Hygienekonzepte. Die wissenschaftlichen Belege für diese konkreten Eingriffe fehlen. Staatseingriffe ohne wissenschaftliche Fundierung sind nicht verhältnismäßig.”

6. Februar: Bundesregierung erwartet Reiseboom im Sommer, Update der RKI-Risikogebiete, Hotel-Quarantäne in Großbritannien, Kanada verlängert Kreuzfahrtstopp um ein Jahr, Karneval in Venedig: Geisterstadt in der Pandemie

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, geht davon aus, dass es im Sommer einen Reiseboom geben wird. Er glaube auch, dass es Ostern noch nicht so weit sein werde. Pfingsten sehe es schon deutlich besser aus. Reisen seien vermutlich zunächst in Deutschland und Europa wieder möglich, erst später im fernen Ausland, sagte Bareiß.

Das Robert-Koch-Institut hat gestern fünf weitere Länder als Corona-Risikogebiete mit gefährlichen Mutationen eingestuft. Demnach gilt ein Beförderungsverbot für Menschen aus Butsuana, Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe. Deutsche, die sich derzeit in diesen Ländern aufhalten, dürfen aber weiterhin zurückkehren.

Großbritannien rüstet sich weiter gegen die Ausbreitung der mutierten Corona-Varianten: Einreisende aus mehr als 30 Ländern, darunter u.a. Portugal und alle Länder Südamerikas, müssen sich ab dem 15. Februar für zehn Tage in Hotel-Quarantäne begeben.

Schock für Kreuzfahrtliebhaber, die gern Kanada erkunden möchten: Die Regierung des Landes hat das Kreuzfahrtverbot wegen der andauernden Corona-Pandemie bis Ende Februar 2022 verlängert.

Der Karneval in Venedig wird ja häufig mit dem in Köln oder Rio de Janeiro in einem Atemzug genannt. Aber in diesem Jahr sind die Feierlichkeiten abgesagt worden – Corona hat alles zunichte gemacht. »Venedig ist momentan eine Geisterstadt«, sagt die Journalistin Petra Reski.

5. Februar: Einreise nach Schweden verschärft, Expedia-Studie: 44 Prozent nach Corona bereit, mehr für Urlaub auszugeben, ADAC: Camping-Boom 2021 unvermindert, David- Guetta-Live-Set in Dubai

Schweden fuhr in der Coronakrise bekanntlich einen ziemlich liberalen Kurs – auch mit Blick auf die Einreisen der Touristen. Damit ist es aber ab kommenden Samstag vorbei. Dann müssen alle Besucher, die nach Schweden einreisen wollen, einen negativen Coronatest vorweisen. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Schule daheim, Arbeit daheim, Freizeit daheim – wer 2020 ferne Länder entdecken
wollte, dem blieben oft nur Bücher, Filme oder die eigene Fantasie. Sommer, Sonne, Strand und Meer? Für viele Menschen im letzten Jahr Fehlanzeige. Der Urlaub 2021 soll aber wieder ganz anders werden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die »Vacation Deprivation-Studie« des Online-Reisebüros Expedia, die sich mit den Tendenzen und Einstellungen rund um das Thema Urlaub und Urlaubsverhalten befasst. Bei vielen habe die unfreiwillig lange Zeit, die sie in den eigenen vier Wänden verbringen mussten, die Reiselust neu entfacht,heißt es. Von den 68 Prozent der Befragten, die laut eigenen Angaben eine Reise-Bucketlist führen, haben ganze 44 Prozent diese Wunschliste seit der Pandemie noch einmal um einige Ziele erweitert. Knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) wäre demnach auch bereit, tiefer als geplant in die Tasche zu greifen.

Auch wenn sich die Urlauber aktuell noch mit der Reiseplanung zurückhalten, rechnet
die ADAC SE im Frühjahr mit einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Wohnmobilen und Campingplätzen. Sobald Reisen wieder möglich seien, spreche vieles für die erneute Favorisierung des individuellen, distanzbewussten Campingurlaubs, heißt es. Als bevorzugtes Reiseziel dürfte Deutschland wieder hoch im Kurs stehen. Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH, empfiehlt auch für die kommende Saison, sich möglichst frühzeitig zu entscheiden: »Wir erwarten 2021 eine extrem hohe Nachfrage für Camping. Wir raten zur Vorabreservierung im Internet. Wer ohne Vorabbuchung losfährt, läuft Gefahr, seinen Campingurlaub auf dem Parkplatz eines voll belegten Campingplatzes zu verbringen.«

Mitten in der Cornakrise tun sich die Stadt Dubai und Nummer 1-DJ, Superstar und Produzent David Guetta die #UnitedAtHome Dubai-Edition-Show zusammen und verwandeln den Hubschrauberlandeplatz des Burj Al Arab Jumeirah in eine DJ-Bühne. Mit dem Konzert möchte David Guetta Spenden sammeln, um UNICEF und die „Education Uninterrupted”-Kampagne von Dubai Cares zu unterstützen – eine landesweite Spendenkampagne, die sich mit den Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Wer den DJ-Auftritt live verfolgen möchte, kann dies am Samstag, dem 6. Februar 2021 um 15 Uhr MEZ kostenlos online tun: https://youtu.be/xaurMcGqZHU

4. Februar: Aus für Ryanairs Impf-Werbung, Dänemark entwickelt digitalen Corona-Impfnachweis, Umfrage: 80 Prozent wollen bessere Behandlung durch Airlines, Wirbel um Wandergruppe

Ryanair hatte im Dezember und Januar eine Werbekampagne laufen. Sie trug den Titel »Jab and Go«. Darin versprach die Airline einen unbeschwerten Sommerurlaub für alle, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Doch mit der Werbung hatte Ryanair die Rechnung ohne die britische Aufsichtsbehörde Advertising Standards Authority gemacht. Wegen Irreführung der Verbraucher muss die Airline die Werbung jetzt einstampfen.

Ein Impfpass, der dokumentiert, ob man bereits gegen Corona geimpft ist und somit mehr Freiheiten genießen kann – er spaltet derzeit die Gemüter. In Dänemark ist man schon weiter, dort soll der Impfpass im Sommer Realität werden. Damit sollen unter anderem auch Reisen erleichtert werden.

Infolge der Corona-Pandemie erwarten acht von zehn Deutschen eine bessere Behandlung und mehr Respekt ihrer Rechte –- und würden dafür sogar bei einer anderen Airline buchen. Das ergab eine Umfrage von AirHelp. Sie zeige, dass der Umgang der Fluggesellschaften mit ihren Kunden während der Pandemie einen immensen Einfluss auf die Erwartungen der Passagiere für 2021 habe, heißt es weiter. Die Nachlässigkeit der Fluggesellschaften gegenüber den Fluggastrechten könne wirtschaftliche Folgen haben: über 85 Prozent der Deutschen würden lieber mit einer Fluggesellschaft reisen, die ihre Kunden während der Pandemie fair behandelt habe. Ein Viertel der Befragten würde aus diesem Grund sogar bei einer anderen Fluggesellschaft buchen. 75 Prozent der Deutschen geben an, für eine faire Behandlung mehr für ihr Flugticket bezahlen zu wollen – jeder dritte bis zu 50 Euro mehr!

Die verschneite Winterlandschaft in den letzten Wochen lockte viele Menschen ins Freie. So auch im Donautal, wo am 16. Januar eine 14-köpfige Wandergruppe losmarschierte. Anschließend kehrte die Gruppe in eine Hütte ein. Der Ausflug blieb nicht ohne Folgen. Stefan Bär, Landrat des Landkreises Tuttlingen, sagte in einer Video-Botschaft auf Facebook: »Aus dieser Wanderung sind – Stand heute – bereits 25 positive Fälle hervorgegangen.« Die Empörung über die Wandergruppe ist im Kreis hoch.

3. Februar: Deutsche Tourismusverband mit Vorschlägen für Tourismus-Neustart, Niedersachen prüft Tourismus-Comeback, Dänemark bleibt bei strenger Einreiseregel, doppelte Meilen bei Miles & More 2021

Wann und wie können wir endlich wieder reisen? Darüber zerbrechen sich derzeit viele die Köpfe – auch beim Deutschen Tourismusverband (DTV). Der Verband hat nun Vorschläge unterbreitet, wie es bald losgehen könnte. Dazu hat der Verband ein Ampelsystem vorgeschlagen. So könnte in Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz bis maximal 35 Tourismus ermöglicht werden.

Auch in Niedersachsen denkt man über den Tourismus-Neustart nach. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann: »Wir müssen runter unter 50, dann haben wir auch wieder die klare Perspektive für den Tourismus.« Ein Entwurf dazu liegt offenbar schon vor, festgezurrt ist das Ganze aber noch nicht.

Urlaub in Dänemark – das geht aktuell nicht. Einreisen darf nur, wer einen triftigen Grund dazu hat. Auch auch diejenigen, die trotzdem mit dem Flugzeug einreisen dürfen, können das nur mit einem maximal 24 Stunden alten negativen Coronatest. Die Regelung wurde gestern bis Ende des Monats verlängert.

Miles & More legt in diesen Coronazeiten ein Angebot für alle Meilensammler vor: Für alle Flüge, durchgeführt von den Airlines der Lufthansa-Gruppe im Jahr 2021, werden doppelt so viele Statusmeilen gutgeschrieben wie bisher – und zwar unabhängig von der Buchungsklasse. In der First- und Business Class können Kunden jetzt auch erstmals doppelte HON-Circle-Meilen sammeln. Das geschehe automatisch, auch rückwirkend für seit 1. Januar 2021 getätigte Flüge. Es sei keine Registrierung notwendig, teilte Miles & More Team in einer E-Mail an ihre Kunden mit.

2. Februar: Stornotarife der Reiseveranstalter im Vergleich, Frankreichs Skilifte bleiben geschlossen, Portugal zieht Corona-Bilanz für 2020, Camping trotzt Corona

Wer derzeit mit dem Gedanken spielt, bald seinen Sommerurlaub zu buchen, wird sich vermutlich fragen: Und wie sieht das mit den Stornobedingungen aus, wenn der Urlaub wegen Corona nicht angetreten werden kann? Trotz aller Hoffnungen auf Besserung im Sommer dürfte schließlich noch so manch Unsicherheit zu umschiffen sein. Die Süddeutsche Zeitung vergleicht die verschiedenen Stornogebühren der großen Reiseveranstalter und erläutert, welche finanzielle Einbußen aus dem Reisevertrag drohen könnten.

Skifahrer in Frankreich haben weiterhin schlechte Karten: Premierminister Jean Castex kündigte gestern an, dass die Skigebiete des Landes weiter geschlossen bleiben werden. »Die gesundheitliche Situation lässt die Wiedereröffnung der Skilifte in unseren Skigebieten nicht zu«, teilte er mit. Er nannte auch keinen denkbaren Termin für die Wiedereröffnung.

Dass Portugals Tourismusbranche im Corona-Jahr 2020 litt, steht außer Frage. Aber wie heftig? Die Statistikbehörde INE in Lissabon veröffentlichte nun die Zahlen für das abgelaufene Jahr.

Deutlich besser durch die Krise kam die Campingbranche. Nach den jüngsten Schätzungen wird die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen nur etwa 5 % hinter dem Rekordjahr 2019 liegen, während die gesamte Tourismusbranche hingegen mit Einbußen von rund 40 % rechnet. Das teilte gestern der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland mit. Das Jahresergebnis 2020 nehme demnach mit über 34 Millionen Übernachtungen nach den zwei Rekordjahren 2019 und 2018 den dritten Platz der Campinggeschichte ein.

1. Februar: Bundespolizei-Kritik an Airlines, Haselhoff zu Osterurlaub, Razzia in Sankt Anton, weniger Tagestouristen im Harz

Wer in letzter Zeit aus Corona-Hochrisikogebieten nach Deutschland einreisen wollte, musste ein negatives Testergebnis bei der Einreise vorlegen. Daran haben sich aber offenbar eine ganze Menge Leute nicht gehalten. Das sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann gestern der Bild am Sonntag. Allein in der vergangenen Woche seien rund 600 Verstöße bei der Einreise nach Deutschland festgestellt worden, so Romann. Er übte harsche Kritik an den Airlines, die das vor Abflug hätten prüfen müssen.

Wann können wir endlich wieder in den Urlaub fahren? Im März, Ostern oder gar erst Pfingsten? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Viel hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen und der Impffortschritte ab. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff glaubt, Ostern könne es so weit sein.

Die offenbar illegalen Aufenthalte zahlreicher junger Skifahrer aus ganz Europa in Tirol hat am Wochenende auch die Polizei auf den Plan gerufen. Bei einer Razzia in Sankt Anton und im Stanzertal stellte sie 96 Verstöße gegen die Corona-Verordnungen fest.

Die Appelle der Politik und die verstärkten Kontrollen der Behörden scheinen Wirkung entfaltet zu haben: Am Wochenende jedenfalls waren deutlich weniger Tagestouristen im Oberharz unterwegs als noch vor einigen Wochen.

30. Januar: Bundesregierung verhängt Einreisestopps, gefälschte Coronatests in Mexiko, Australian Open mit Zehntausenden Zuschauern

Wie bereits seit Tagen vermutet, hat die Bundesregierung ein Einreisestopp für Menschen aus sieben Ländern beschlossen. Das Verbot betrifft Reisende aus Irland, Großbritannien, Portugal, Südafrika und Brasilien sowie die Afrika-Länder Lesotho und Eswatini. Grund für die Maßnahme sind die Coronavirus-Mutationen in diesen Ländern. Wichtig: Deutsche und Ausländer, die in Deutschland leben, sind davon nicht betroffen. Die Regelung tritt am Wochenende in Kraft und soll zunächst bis zum 17. Februar gelten. Innenminister Horst Seehofer sprach davon, dass Reisen in diese Gebiete »töricht« seien. Kritik an dem Verbot kommt dagegen von der Opposition. Die Grünen kritisieren den Alleingang Deutschlands, die FDP hält pauschale Einreiseverbote nicht für den richtigen Weg.

Der Tourismus in Mexiko boomt ja derzeit, wir berichten an dieser Stelle vor einigen Wochen darüber. Nichtsdestotrotz benötigen Urlauber nach ihrer Rückkehr einen negativen Coronatest. Das ruft Kriminelle auf den Plan. Sie bieten online den Kauf gefälschter Coronatest-Ergebnisse an. Für 35 Euro ist man dabei – ein Schnäppchen im Vergleich zu den Kosten für einen »richtigen« Test in Krankenhäusern oder Teststationen.

Am 8. Februar starten die Australian Open in Melbourne. Es ist das traditionell erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres. Dass es überhaupt stattfindet, wunderte im Vorfeld einige Bedenkenträger. Jetzt kündige Martin Pakula, Sportminister des australischen Bundesstaats Victoria, sogar an, dass bis zu 30.000 Zuschauer täglich das Turnier besuchen dürfen.

29. Januar: Einreisestopp-Debatte geht weiter, Hilfen für Flughäfen, Caravaningindustrie boomt, illegale Party auf Thai-Insel mit vielen Ausländern

Die Bundesregierung will heute offenbar ernst machen mit ihrem Vorhaben, die Einreise aus Portugal, Großbritannien, Südafrika und Brasilien zu verbieten. In diesen Ländern hat sich das mutierte Coronavirus stark verbreitet. Ärger macht allerdings, dass die Bundesregierung allein vorgehen will – ohne auf eine Entscheidung der EU zu warten. Sollte das Verbot in Kraft treten, sollen deutsche Staatsangehörige aber weiterhin aus diesen Ländern einreisen dürfen.

Den Flughäfen geht es derzeit sehr schlecht: leere Terminals, kaum Flüge. Das drückt sich immer stärker in den Bilanzen aus. Einige Airports kämpfen bereits ums Überleben. Jetzt will der Staat helfen: Geplant sind von Bund und Ländern Corona-Hilfen in einer Höhe von rund einer Milliarde Euro. Peter Gerber, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, fordert unterdessen: »Wir halten es für erforderlich, die kaum kontrollierbaren Quarantänepflichten durch eine wirksame Teststrategie zu ersetzen, auch im Sinne eines effektiven Gesundheitsschutzes. Wir setzen darauf, dass Bund und Länder diesen Weg einschlagen werden, damit mit diesen Maßnahmen ab Ostern die Reisebeschränkungen aufgehoben werden können.«

Des einen Freud, des anderen Leid: Während viele Unternehmen und potentielle Reisende in der Corona-Zeit leiden, freut sich eine Branche über glänzende Zahlen: die Caravaningindustrie. Die große Mehrheit der Fahrzeughersteller rechne 2021 mit einer weiter steigenden Binnennachfrage – obwohl gerade erst im vergangenen Jahr ein neuer Rekord erreicht wurde, teilte der Caravaning Industrie Verband gestern mit.

Auf der thailändischen Insel Koh Phangan hat die Polizei eine illegale Party aufgespürt. Rund 100 Teilnehmer sollen anwesend gewesen sein, darunter mehrere Dutzend Ausländer.

28. Januar: Kommen drastische Flugverkehrsbeschränkungen?, Spekulation über Briten in Hotel-Quarantäne, NRW prüft Möglichkeiten zur Besucherlenkung in Naturregionen

Was plant die Bundesregierung nun im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus? Nachdem in den letzten Tagen bekannt wurde, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel der internationale Flugverkehr ein Dorn im Auge ist, verdichten sich nun die Spekulationen darüber, dass es schon bald zu weiteren Reisebeschränkungen kommen soll. Die Rede ist von einer starken Reduzierung des Flugverkehrs aus Corona-Hochrisikogebieten, darunter fallen etwa Länder wie Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, warnte unterdessen vor einem solchen Schritt.

Auch in Großbritannien plant die Regierung drastische Schritte. Dort wird derzeit erwogen, britische Staatsbürger nach ihrer Rückkehr aus bestimmten Ländern, rund 30 sollen es sein, für 10 Tage in Quarantäne zu stecken. Allerdings, und das ist die Besonderheit, sollen sie sich dafür in Hotels begeben. Auf eigene Kosten …

Der Ansturm auf viele Tagesausflugsziele in der Eifel und im Sauerland in den Weihnachtsferien dürfte diese Untersuchung befördert haben: Tourismus NRW lässt aktuell prüfen, welche Möglichkeiten es für neuartige umweltsensitive Leitsysteme in der Nationalparkregion Eifel und den zwölf Naturparken im Land geben könnte. Gutachter vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) in Kiel sollen bis Ende Mai 2021 untersuchen, wie sich überfüllte Parkplätze, Staus und ein für die Natur belastender Besucheransturm durch digitale Lösungen vermeiden lassen.

27. Januar: Merkel hadert mit Reisen, heimliche Ski-Urlauber in St. Anton

Trotz seit Tagen sinkender Infektionszahlen denkt Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar darüber nach, die Lockdown-Maßnahmen weiter zu verschärfen. Nun hat sie den Reiseverkehr im Visier. Wie Medien berichten, nahm sie Anstoß an den vielen Menschen, die über Weihnachten in den Urlaub geflogen sind. »Warum können wir die Reisen nicht verbieten?«, soll sie demnach gefragt haben. Wolfgang Kubicki (FDP) kritisierte das Vorhaben scharf. »Es helfen in der aktuellen Situation keine Flug- oder Reiseverbote«, sagte er. Statt Lösungen anzubieten agiere die Bundesregierung mit Symbolpolitik. Der Virologe Christian Drosten dagegen hält die Einschränkung des Reiseverkehrs für sinnvoll.

Wintersporturlauber aus dem Ausland, die derzeit in Österreich ihre Ferien verbringen möchte, schauen derzeit in die Röhre. Wegen Corona ist das nicht erlaubt. Das scheint aber einige Dutzende junge Engländer, Schweden und Dänen nicht zu interessieren: Sie scheinen sich in St. Anton am Arlberg heimlich als Arbeiter einquartiert zu haben. Nun ist die Aufregung in dem Ort groß.

26. Januar: EU-Appell: »Reisen Sie nicht«, Portugal jetzt Corona-Hochinzidenzgebiet, Anerkenntnisurteil wegen Lufthansa-Erstattungen, ADAC: bei Reiseplanung auf kurzfristige Stornierbarkeit achten, Deutsche Wildtier Stiftung: Touristenansturm auf Wälder stresst Tiere

Die Sorge um das neue, mutierte Coronavirus hält auch die EU in Atem. Deshalb appelliert sie an die EU-Bürger, dass derzeit kein guter Zeitpunkt für Reisen sei. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte: »Die erste Empfehlung ist: Reisen Sie nicht.« Die EU-Kommission erwägt darüber hinaus, für bestimmte Länder und Regionen die Regeln für Tests und Quarantäne weiter zu verschärfen.

Auch das Robert-Koch-Institut zieht weitere Konsequenzen aus dem mutierten Coronavirus. Es stuft Portugal nun als »Hochinzidenzgebiet« ein.

Die Ticketerstattungspraxis der Airlines in der Coronazeit hat viele Reisende verärgert. Wir berichteten an dieser Stelle häufig darüber. Auch der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg platzte Ende September der Kragen, als sie Klage gegen die Lufthansa einreichte. Konkret wurde der Airline vorgeworfen, nach Absage von Flügen die Kunden nicht darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass sie einen Anspruch auf Erstattung des Flugpreises hätten. Nun hat die Lufthansa offenbar eingelenkt.

Urlauber, die für das Frühjahr oder den Sommer eine Reise buchen, sollten auf eine möglichst kurzfristige und kostenlose Stornierbarkeit achten. Darauf macht der ADAC aufmerksam. Viele Reiseanbieter reagieren auf die Corona-Krise zwar mit großzügigeren Storno- und Umbuchungsregeln, dennoch empfiehlt der Club, die Konditionen des Angebots immer genau zu prüfen. Bei Reiseveranstaltern gelten bestimmte Stornobedingungen zuweilen nur für einzelne Reiseformen, zum Beispiel Flug-Pauschalreisen, nicht aber für Kreuzfahrten. Urlauber, die individuelle Vereinbarungen zum Beispiel direkt mit dem Anbieter einer Ferienwohnung treffen, sollten sich diese immer schriftlich bestätigen lassen.

Lockdown-Müde zog es die Menschen in den letzten Wochen während der Covid-Pandemie trotz gegenteiliger Appelle, Warnungen und Straßensperrungen der Behörden in die Naherholungsgebiete. Der Massenansturm von Rodlern, Wanderern und Freizeitsportlern schien nicht zu stoppen. Das stresst nicht nur die Anwohner und die Behörden, sondern auch die Wildtiere in unseren Wäldern. »Es ist zwar schön, dass die Menschen in den schweren Zeiten des Lockdowns die Natur wieder entdecken«, sagt Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. »Doch der Mensch sollte sich dort wie ein Gast benehmen. Der Wald ist auch die Wohnung der Wildtiere.« Sein Tipp: »Meiden Sie vor allem die Dämmerung; das ist die Zeit, in der viele Wildtiere die Ruhe im Wald nutzen, um nach Nahrung zu suchen. Bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie Hunde kurz angeleint und verfolgen Sie keine fliehenden Wildtiere für ein Handyfoto – und erklären Sie Kindern, dass die Beobachtung von Wildtieren auch ohne Lärm spannend sein kann.«

25. Januar: Ibiza dicht, weiter Uneinigkeit in Bayern, keine Quarantäne mehr: erste Länder erlauben Einreise nach Impfung

Auf der Baleareninsel Ibiza sind die Corona-Infektionszahlen extrem in die Höhe geschnellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 930. Deshalb darf derzeit niemand mehr auf die Insel reisen – es sei denn, man hat einen triftigen Grund. Das Besuchsverbot gilt vorerst bis zum Monatsende.

Bayern Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lässt nicht locker: Er will möglichst zügig aus dem Lockdown und forderte abermals, dass etwa Hotels »Mitte Februar« wieder öffnen sollen. Bei einer Inzidenz von etwa 100 sei dies vertretbar, so Aiwanger. Ministerpräsident Markus Söder hatte Aiwangers Ansinnen erst am Wochenende eine Absage erteilt.

Wer gegen Corona geimpft ist, darf wieder verreisen – im Moment ist das noch politisch umstritten und Zukunftsmusik. Vor allem in der EU. Einige Länder aber preschen schon vor und erlauben die Einreise ohne Quarantänepflicht, wenn man gegen Corona geimpft ist: die Seychellen, Moldau, Island und Polen.

23. November: Lockdown-Knatsch in Bayern wegen Hotels, Belgien verbietet nicht nötige Reisen, Balearen gehen gegen Alk-Flatrates in Hotels vor, Meliá bietet kostenlose Corona-Tests in Karibik-Hotels, neue Maskenpflicht bei der Lufthansa

In Bayerns Regierung ist ein Streit über die Dauer der Corona-Maßnahmen entbrannt. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert, dass Hotels und Skilifte so schnell wie möglich wieder öffnen sollen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel sollten »akzeptieren, dass man sich in einem Hotel nicht infiziert«, sagte er. Sein Chef, Ministerpräsident Markus Söder, wies die Forderung zurück.

Wegen der neu aufgetretenen Mutation des Coronavirus greift unser Nachbarland Belgien zu einer drastischen Maßnahme: Von kommenden Mittwoch bis zum 1. März ist es den Belgiern verboten, Urlaubsreisen und Ausflüge zu unternehmen.

Während der Corona-Pandemie sind vor allem Urlaubsorte ins Visier geraten, die eines versprechen: Party ohne Ende. Schließlich gelten sie vielerorts als Corona-Infektions-Hotspots. Dieses Schicksal ereilte etwa Ischgl in Tirol, aber auch auf Mallorca stellte man im Sommer fest, dass bei den Alkoholexzessen die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten wurden. Nun ziehen die Spanier die Konsequenzen. In der »Balearic Agenda 2030« wurde festgelegt, den Hotels die Alkohol-all-inclusive-Angebote in Zukunft zu untersagen. Betroffen sind u.a. die Hotels rund um den Ballermann.

Die größte spanische Hotelkette Meliá Hotels International (MHI) reagiert auf die veränderten Reisebestimmungen während der Corona-Pandemie und bietet in den 10 Hotels in Mexiko und der Dominikanischen Republik kostenfreie Antigen-Tests für internationale Gäste an, die bei Rückreise in ihr Heimatland einen negativen Covid-19-Test vorlegen müssen. Bereits beim Check-in können Urlauber, die mindestens drei Übernachtungen gebucht haben, ihren Test terminieren. Das Angebot sei kostenlos und freiwillig, teilte die Hotelkette mit.

Die Airlines der Lufthansa-Gruppe führen auf ihren Flügen von und nach Deutschland eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Schutzmaske ein. Die Regelung tritt am 1. Februar in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt sind Passagiere dazu verpflichtet, während des Boardings, des Fluges und beim Verlassen des Flugzeuges entweder eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske beziehungsweise Maske mit dem Standard KN95/N95 zu tragen. Alltagsmasken sind dann nicht mehr erlaubt.

22. Januar: Diskussion über EU-Impfpass in vollem Gange, strengere Einreiseregeln in Frankreich, Karneval in Rio endgültig abgesagt

Die Diskussion über die Einführung eines europäischen Impfpasses beschäftigt zunehmend die EU. Das wurde gestern auf einer Videokonferenz der 27 EU-Staats- und Regierungschefs deutlich. Klassische Urlaubsländer wie etwa Spanien, Griechenland und Malta wollen ihn möglichst schnell eingeführt wissen, um den Tourismus in ihren Ländern wieder anzukurbeln. Zwar scheint eine Mehrheit den Impfpass zu befürworten, unklar ist allerdings, ob der Inhaber eines solchen Passes in Zukunft Privilegien haben soll, sollte er oder sie gegen Corona geimpft worden sein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, noch seien zu viele Fragen offen, etwa die, ob eine geimpfte Person noch ansteckend sei. Unabhängig davon soll das Reisen innerhalb der EU eingeschränkt werden.

Wer ab Sonntag nach Frankreich reisen will, muss ein negatives Corona-PCR-Testergebnis vorzeigen, das nicht älter als 72 Stunden sein darf. Bisher reichte ein Antigen-Tests.

Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro fällt in diesem Jahr aus. In einer Reihe von Beiträgen in den sozialen Netzwerken teilte Bürgermeister Eduardo Paes mit, es sei unmöglich, die Feierlichkeiten vorzubereiten, selbst wenn die Impfung gegen Covid-19 im Gange sei. Eigentlich sollte der Karneval in Rio in diesem Jahr vom 13. bis 16. Februar stattfinden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurden die Paraden jedoch zunächst auf Juli verschoben. »Ich habe meine Leidenschaft für den Karneval und die wirtschaftliche Bedeutung dieses kulturellen Ereignisses für unsere Stadt nie verborgen. Es scheint mir jedoch sinnlos, mir an diesem Punkt vorzustellen, dass wir den Karneval im Juli abhalten können«, sagte Paes.

21. Januar: KLM fliegt nicht mehr Langstrecke, Singapore Airlines wieder in München, Söder offen für EU-weiten Impfpass

Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird bis auf Weiteres nicht mehr Langstreckenziele bedienen. Grund sind die verschärften Einreisebestimmungen, die aufgrund der Mutation des Coronavirus erlassen worden sind. Die neue Regelung gilt ab Freitag (22. Dezember).

Singapore Airlines hat seit gestern den Flugbetrieb von und nach München wieder aufgenommen. Flug SQ 328 war gestern früh um 06:43 Uhr aus Singapur gelandet, bedient wird die Strecke dreimal wöchentlich, jeweils mittwochs, freitags und sonntags. Der Rückflug mit der Flugnummer SQ327 von München nach Singapur findet jeden Montag, Donnerstag und Samstag statt.

Heute kommt die EU zu einem Videogipfel zusammen. Darin geht es unter anderem darum, ob und wie ein EU-weiter Impfpasss auf den Weg gebracht werden soll. Einige Länder fordern das, etwa Portugal und Griechenland, um den Tourismus im Frühjahr wieder anzukurbeln. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder scheint dem Vorhaben nicht abgeneigt zu sein: »Wenn er funktioniert, ist das eine Idee. Gut wäre, wenn er dann fälschungssicher ist«, sagte der Söder gestern Abend in der Talkshow »Maischberger. Die Woche«.

20. Januar: BER-Massenauflauf mit Folgen, Corona-Party in Düsseldorfer Luxushotel, Bali: Liegestützen für Maskenmuffel

Wer in diesen Zeiten fliegt, kann eigentlich damit rechnen, dass im Flughafen die Abstandsregeln prima eingehalten werden können. Schließlich ist ja kaum was los. Nicht so am vergangenen Wochenende am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Dort kam es bei der Passkontrolle am Terminal 5 zu einem Massenandrang, weil zwei Flieger aus Albanien und Moldau zeitnah landeten. Es kam zu einem Gedränge an der Passkontrolle. Nun sucht das Gesundheitsamt der Region nach den Verantwortlichen. Ermittelt wird gegen Passagiere, Bundespolizei und Flughafen.

Derweil gehen die Behörden in NRW einem Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung im Hyatt Regency Düsseldorf nach. Dort soll am Wochenende in einer Suite eine rauschende Party gefeiert worden sein. Das Hotel erklärte derweil: »Wir, das Hyatt Regency Düsseldorf, möchten uns von den Geschehnissen am vergangenen Wochenende auf einer unserer Suiten in aller Form distanzieren und schämen uns für die entstandenen Bilder/Videos.« Wie der WDR berichtet, habe der Gast der Suite ein Schreiben vorgelegt, wonach der Aufenthalt beruflich begründet sei.

Wer keinen Mund-Nasen-Schutz trägt, wird normalerweise ermahnt oder muss eine Geldstrafe zahlen. Normalerweise. Auf Bali hat man sich eine etwas – nun ja – andere Form der Sanktion entschieden: Wer dort ohne Maske erwischt wird, muss umgerechnet sechs Euro zahlen. Wer aber das Geld nicht zahlen kann, muss 50 Liegestützen machen. Dutzende Touristen wurden bereits dazu verdonnert.

19. Januar: Impfausweis-Diskussion erreicht die EU, Trump-Biden-Streit über US-Einreise von Europäern, Luxushotels in St. Moritz unter Quarantäne, Südtirol geht Sonderweg

Die Frage, ob wir in Zukunft nur noch mit Corona-Impfausweis verreisen dürfen, dominiert weiter die Diskussion. Portugal und Griechenland wünschen ein solches EU-Impfzertifikat, damit der Tourismus möglichst schnell wieder in Gang kommt. In der EU hält man dagegen wenig von dem Vorpreschen. Ziel sei ein einheitliches Vorgehen. Das aber sei momentan schwierig. EU-Diplomaten zufolge sei das ganze Thema »toxisch«, berichtet die FAZ.

US-Präsident Donald Trump ist nur noch einen Tag im Amt. Viel soll in den letzten Tagen nicht mehr entschieden werden. Eine Entscheidung aber lässt nun aufhorchen: Die Trump-Regierung will ab dem 26. Januar das Einreiseverbot für Europäer kippen. Jeder, der ab dann einreisen will, muss allerdings einen negativen Corona-Test vorlegen. Eine anschließende Quarantäne ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen. Ob die Regelung aber auch tatsächlich in Kraft treten wird, ist sehr fraglich: Trumps Nachfolger Joe Biden hat sich bereits dagegen ausgesprochen. Demnach soll es beim Einreiseverbot bleiben.

Riesenschreck für Gäste und Personal der Luxushotels »Badrutt’s Palace« und »Grand Hotel des Bains Kempinski« im illustren St. Moritz: Vor allem Angestellte hatten sich mit Corona infiziert. Das Gesundheitsamt Graubünden stellte deshalb die beiden Hotels unter Quarantäne und ordnete in beiden betroffenen Betrieben Massentests an.

Im Moment herrscht auch in Italien ein Lockdown. Mit einer Ausnahme: Südtirol. Die norditalienische Provinz hatte wie angekündigt den Lockdown am 7. Januar beendet. Viel los ist aber trotzdem nicht. Die Pisten sind leer, viele Hotels geschlossen. Vielerorts mache man sich keine Illusionen: Die Wintersaison sei gelaufen, heißt es. 

18. Januar: Frankfurter Flughafen zieht 2020-Bilanz, Reisen nach Australien 2021 fraglich, volle Strände in Rio

Diese Bilanz kommt nicht überraschend: Im Jahr 2020 zählte der Flughafen Frankfurt nur rund 18,8 Millionen Passagiere. Das ist ein Minus von 73,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit Beginn der Corona-Pandemie gingen die Passagierzahlen ab Mitte März massiv zurück. Zwischen April und Juni kam der Flugverkehr weitgehend zum Erliegen – mit Rückgängen von bis zu 98 Prozent auf Wochenbasis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach einer leichten Erholung im dritten Quartal sorgten ab September wieder steigende Infektionszahlen und damit einhergehende Reisebeschränkungen für einen erneuten und anhaltenden Einbruch der Passagierzahlen, teilte der Frankfurter Flughafen heute morgen mit.

Eine Reise nach Australien wird womöglich auch in diesem Jahr für Touristen nicht möglich sein. Brendan Murphy, Chefmediziner der australischen Regierung, geht davon aus, dass es unwahrscheinlich sei, dass die Grenze in diesem Jahr wieder geöffnet werde, selbst wenn die meisten Menschen gegen Coronavirus geimpft werden sollten. Murphy äußerte sich in einem Interview des TV-Senders ABC. »Selbst wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, wissen wir nicht, ob dies die Übertragung des Virus verhindern wird«, fügte er hinzu.

Auch in Brasilien hält die Corona-Pandemie Politik und Behörden weiter auf Trapp. Fast achteinhalb Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Virus infiziert. Die hohen Zahlen schrecken aber offenbar sehr viele Menschen nicht ab: In Rio de Janeiro waren die Strände am Wochenende überfüllt.

16. Januar: Bareiß ruft Reisewillige zu Geduld auf, Bahn-Chef gegen Privilegierung Geimpfter, Dertour-Umfrage zum Urlaub 2021, Pilot bricht Start wegen Maskenverweigerer ab, Wintersportorte rüsten sich fürs Wochenende

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, ruft die Menschen hinsichtlich zukünftiger Reisepläne zu Geduld auf: »Wir müssen jetzt noch etwas Geduld haben, bis wir dann auch im zweiten Quartal sehr, sehr viele Menschen geimpft haben und dann auch die Sicherheit haben, wieder reisen zu können.« Bareiß betonte, dass die Lust auf das Reisen der Menschen in Deutschland groß sei. Auf die Frage, ob bereits geimpfte Menschen bei zukünftigen Reisen privilegiert werden könnten, zeigte sich Bareiß zurückhaltend: »Ich halte wenig von diesem Vorschlag«, sagte er. Es sei noch nicht bewiesen, dass bereits geimpfte Menschen nicht andere anstecken könnten. Bareiß äußerte sich am Freitag im ARD-Mittagsmagazin.

Sollten gegen das Coronavirus geimpfte Bahnreisende in Zukunft das Recht haben, ohne Mund-Nasen-Schutz Zug zu fahren? Konzernchef Richard Lutz hat eine klare Meinung dazu: »Niemand wird deshalb vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält«, sagte er in einem Interview der Süddeutschen Zeitung.

Für mehr als die Hälfte der Deutschen ist eine Urlaubsreise im Jahr 2021 wichtig – trotz Corona. Besonders Jüngere wollen nicht auf eine Auszeit verzichten: 65 Prozent der Befragten zwischen 25 und 34 Jahren stufen Urlaub im laufenden Jahr als wichtig ein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstitutes INSA-CONSULERE im Auftrag von Dertour. Mehr als die Hälfte der Befragten wäre bereit, corona-bedingte Einschränkungen am Reiseziel in Kauf zu nehmen. Das Coronavirus hat auch Einfluss auf die Wahl des Urlaubslandes: Knapp jeder dritte Deutsche plant 2021 eine Reise innerhalb Europas.

Die Maskenpflicht in Flughäfen und Flugzeugen wird von vielen Reisenden akzeptiert – aber längst nicht von allen. Oft reicht es, wenn die Maskenmuffel an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erinnert oder ermahnt werden. Aber nicht immer. So auch auf dem Münchner Flughafen, wo am Donnerstagabend eine Maschine auf dem Weg nach Südafrika war. In der Maschine saß ein 51-jähriger Mann, der sich partout weigerte, eine Maske zu tragen. Als der Pilot davon erfuhr, rollte er zurück ans Gate und ließ den Mann mit Hilfe der Polizei aus dem Flieger abführen.

Jedes Wochenende das gleiche Spiel: In vielen Wintersportorten Deutschlands wächst wieder einmal die Sorge vor zu vielen Tagestouristen. Im Harz ist ein Großaufgebot von Polizei und Ordnungsamt-Mitarbeitern im Einsatz.

15. Januar: RKI warnt vor Reisen, Sachsen beendet Skisaison 2020/2021, TUI Cruises sagt Karibik- und Mittelamerika-Kreuzfahrten im März ab

Die neuen Coronavirus-Mutationen bereiten Teilen der Politik und Wissenschaft große Sorgen. Aus diesem Grund sagte Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI): »Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen

In den sächsischen Wintersportorten hatten sie bis zuletzt gehofft, dass es bald endlich losgehen wird. Aber daraus wird nun nichts: Die Skilifte bleiben in Sachsens Skigebiete in diesem Winter geschlossen. Das gab gestern Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch gestern bekannt. Angesichts der optimalen Schnee- und Winterverhältnisse in Sachsen in diesem Winter ist der Ärger und die Trauer groß.

Im März sollten sie starten, aber daraus wird nun nichts: Die Kreuzfahrten der »Mein Schiff 1« und »Mein Schiff 2« in Mittelamerika und der Karibik sind von TUI Cruises abgesagt worden. Betroffen sind rund ein Dutzend Kreuzfahrten, die zu unterschiedlichen Terminen im März hätten starten sollen. »Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für alle weiteren Frühjahrs-Reisen derzeit noch keine Auskunft über mögliche Fahrplanänderungen treffen können«, teilte TUI Cruises weiter mit.

14. Januar: CSU-Vize für Reise-Privilegierung von Corona-Geimpften, Naomi Campbell trommelt für Kenia, 2020 miserables Jahr für Hotels in Deutschland, ZDF-Reportage über Skifahren trotz Corona

Vorgestern war es Griechenlands Ministerpräsident, gestern CSU-Vize-Chef Manfred Weber: Auch er fordert, dass Corona-Geimpfte in Zukunft Vorteile beim Reisen haben sollen. »Wenn die Menschen geimpft sind, müssen sie mit einem entsprechenden Papier in der EU reisen können«, sagte Weber, der gleichzeitig auf Chef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament ist. Doch das Vorpreschen Griechenlands und Webers ist brisant. Die EU will nächste Woche über den Vorschlag beraten.

Auch in Kenia warten viele Menschen derzeit sehnsüchtig auf Touristen. Aber es sieht (noch nicht) gut aus. Um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen, hat sich die Regierung des ostafrikanischen Landes jetzt eine weltbekannte Botschafterin ins Boot geholt: Supermodel Naomi Campbell. Sie soll in den kommenden Wochen für das Brand »Magical Kenya« trommeln, kündigte Kenias Tourismusminister Najib Balala an.

Im Jahr 2020 wird die Zahl der Übernachtungen laut ersten Schätzungen voraussichtlich 299 Millionen erreichen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus um 40 Prozent. Dieses vorläufige Ergebnis ist eine Prognose auf Basis der für den Zeitraum Januar bis November 2020 vorliegenden Werte und der Dezemberergebnisse der Jahre 2007 bis 2019, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Jahr 2020 dürfte damit einen Rekord-Tiefstwert seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992 (318,4 Millionen) erreichen.

In den Alpen liegt viel Schnee – beste Bedingungen für die Skisaison. Doch Corona hat auch das Skifahren fest im Griff. Dass es trotz geschlossener Pisten zahlreiche Menschen zum Rodeln oder Winterwandern in die Skigebiete zog, war zuletzt über den Jahreswechsel zu erleben. Über die zurückliegenden Wochen in den verschiedenen Wintersportgebieten berichtet am kommenden Sonntag die ZDF-Reportage: Piste ohne Party – Skifahren trotz Corona. Der Film von Annette von Donop steht ab Samstag, 16. Januar 2021, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

13. Januar: Ferienhausverband not amused über Bareiß, Griechen fordern EU-einheitliche Impfbescheinigungen, Spahn plant strengere Einreiseregeln, IATA kritisiert Einreisebestimmngen zahlreicher Länder

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hatte am Montag in einem TV-Interview erklärt, dass Reisen in den nächsten Monaten schwer vorstellbar seien und sich die Lage voraussichtlich erst Pfingsten bessern werde. Diese Aussage hat den Deutschen Ferienhausverband auf die Palme gebracht: »Das ist ein verheerendes Signal für die gesamte Branche«, erklärte der Verband. »Mitte Januar bereits die Ostersaison abzuschreiben, ist das falsche Signal. Unsere Erwartung an den Tourismusbeauftragten ist, sich an die Seite der Branche zu stellen und sich für einen baldigen Wiedereinstieg einzusetzen«, sagte Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Verbandes.

Sollen gegen das Coronavirus Geimpfte etwa gegenüber anderen Reisenden bevorzugt werden? Das jedenfalls könnte man aus der Forderung des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis lesen, der in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert, EU-einheitliche Impfbescheinigungen in Erwägung zu ziehen. Geimpfte könnten damit schließlich »frei reisen«.

Die Sorge um die Verbreitung des mutierten Coronavirus umtreibt weiterhin die Bundesregierung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will deshalb strengere Einreiseregeln. So soll es in Zukunft eine generelle Testpflicht vor Abflug aus Ländern geben, in denen die Mutation sich bereits ausgebreitet hat oder in denen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei über 200 liegt.

Die Airlines bekommen weiter keinen Boden unter den Füßen. Das Weihnachtsgeschäft lief miserabel, und auch die Buchungen für die Monate Februar und März verheißen nichts Gutes. Darauf wies gestern Alexandre de Juniac, Chef des Airlineverbandes IATA hin. Harsche Kritik übte er an die Einreisegesetze zahlreicher Länder, die sowohl Coronatests als auch Quarantäne für Reisende anordneten.

12. Januar: Bareiß erwartet Reise-Comeback im Sommer, TUI setzt auf flexible Pauschalreisen-Preise

Viele, die bald endlich wieder in den Urlaub fliegen wollen, fragen sich derzeit: Wann geht es endlich los? Das hat viel mit Kaffeesatzleserei zu tun, denn niemand weiß so recht, wann die Infektionszahlen wieder sinken und die Impfungen ausreichend sind. Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, wagt dennoch eine Prognose: Pfingsten könne es so weit sein. Den Durchbruch erwartet Bareiß im Sommer: »Ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird.«

Laut TUI steht der Wunsch nach Sicherheit und Flexibilität auch bei der Reiseplanung 2021 für Urlauber an erster Stelle. Dabei gehe es vor allem um flexible Umbuchungs- und Stornomöglichkeiten. Aus diesem Grund werde TUI ab sofort genau diese Flexibilität für Flugpauschalreisen anbieten, kündigte Marek Andryszak, Vorsitzender der Geschäftsführung bei TUI Deutschland an. Mit dem neuen Flex-Tarif können TUI- und airtours-Kunden bis 14 Tage vor Anreise weltweite Flugpauschalreisen gebührenfrei umbuchen oder stornieren. Die Aufschläge für den Flex-Tarif gelten pro Reisebuchung und sind preislich gestaffelt. Bei einer Reise bis 2.500 Euro liegt der Aufschlag für den Flex-Tarif gegenüber dem Normalpreis bei 39 Euro.

11. Januar: Seychellen wollen schnell durchimpfen, Touristen-Stopp in Regen, Tagesausflügler-Boom im Sauerland abgeebbt, Initiative für Reisen ohne Flugzeuge

Die Seychellen sind eines der beliebtesten Fernreiseziele. Seit August können auch wieder Touristen in das Land einreisen. Aber die Corona-Krise macht den vom Tourismus stark abhängigen Inselstaat schwer zu schaffen. Deshalb will das Land so schnell wie möglich zurück in die Normalität. Präsident Wavel Ramkalawan kündigte an, man wolle »als erstes Land der Welt« 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben.

Der Arber im Bayerischen Wald ist ein beliebtes Tagesausflugsziel. Damit soll ab Dienstag aber erst einmal Schluss sein. Denn: Der Landkreis Regen, in dem das Ausflugsziel liegt, will touristische Tagesausflüge verbieten. Grund ist die 15-Kilometer-Regel, die wohl ab heute in dem Landkreis in Kraft tritt.

Auch im Sauerland hatte man in letzter Zeit mit zu vielen Tagesausflüglern zu kämpfen (wir berichteten). Fürs letzte Wochenende kündigten die Behörden starke Kontrollen an. Das zeigte offenbar Wirkung. In und rund Schmallenberg war kaum was los. Behörden, Polizei und Anwohner zeigten sich zufrieden.

2020 war das Jahr, indem nur sehr wenige Menschen geflogen sind. Corona legte den Flugverkehr lahm. Umweltschützer nahmen die Krise vielerorts zum Anlass für die Fragen: Wie werden wir nach Corona fliegen? Birgt die Krise eine Chance für einen nachhaltigeren Tourismus? Der Verein »terran« will eine Bewegung für nachhaltiges Unterwegssein anstoßen. Welche Ideen der Verein hat und was hinter der Initiative steckt, hat Mitglied Anselm Pahnke dem ZDF erläutert.

9. Januar: Viele Winter-Ausflugsziele in NRW gesperrt, Tourismusexperte: Ansturm auf Winterregionen nicht überraschend, Aida pausiert bis Anfang März, Urlauber-Boom in Cancun, Umfrage: knappe Mehrheit für Impfnachweis beim Fliegen

In NRW ist es derzeit kalt, ungewöhnlich kalt. Selbst im Rheinland und am Niederrhein sollen es am Wochenende kaum mehr als 2 bis 3 Grad werden. In den Wintersportgebieten im Sauerland und der Eifel liegt sogar Schnee. Das dürfte auch an diesem Wochenende wieder für zahlreiche Tagesausflügler verlockend sein. Damit sich aber das Verkehrschaos der vergangenen Wochenenden nicht wiederholt, haben zahlreiche Städte und Kommunen vorsorglich Zufahrtsstraßen und Parkplätze gesperrt. Die Stadt Sundern dagegen geht einen Sonderweg.

Für den Tourismusexperten Jürgen Schmude kommt der Andrang auf die Wintersportregionen in Deutschland nicht überraschend. »Naturorientierte und Outdoor-Aktivitäten gab es schon vor Corona. Jetzt wird Corona wie zu einem Katalysator«, sagte er in WDR 5. Die Menschen konnten vielfach schon im Sommer nicht verreisen und seien in ihrer Bewegung eingeschränkt. »Jetzt liegt endlich mal Schnee und da will man mal raus. So überraschend war das für mich nicht, was wir letztes Wochenende erlebt haben«, so Schmude weiter.

Eigentlich wollte die Reederei Aida Cruises schon nächste Woche wieder mit ihren Schiffen rund um die Kanarischen Inseln unterwegs sein. Aber wegen der andauernden Corona-Pandemie wird das erst mal nichts. Das Unternehmen kündigte gestern an, man strebe nun einen Neustart am 6. März an. Dann soll es Richtung Kanaren, Nordeuropa und Mittelmeer gehen.

Dem tristen Corona-Lockdown-Alltag entfliehen und ein paar Tage Sonne tanken – wer will das nicht? Aber die weltweiten Reisewarnungen und Einreiseverbote für Touristen machen der Überlegung vielerorts einen Strich durch die Rechnung. Nicht so in Cancun in Mexiko. Seit November kommen mehr und mehr Urlaubsflüge in der Region an. Vor allem US-Amerikaner, aber auch Europäer machen dort aktuell Urlaub.

Müssen wir in Zukunft gegen Corona geimpft sein, um ins Flugzeug steigen zu dürfen? Australiens Airline Qantas kündigte das bereits an, die riesengroße Mehrheit der Airlines will das (bisher) nicht. Argument: Es dürfe keine »Impfpflicht durch die Hintertür« geben. Und was sagen die Deutschen? Eine repräsentative Civey-Umfrage für Tagesspiegel Background ergab: Eine knappe Mehrheit kann dem Vorschlag, nur noch Geimpfte fliegen zu lassen, etwas abgewinnen.

8. Januar: TUI-Chef Joussen: Reiserestriktionen nach »signifikanten« Impfungen nicht mehr verhältnismäßig, Taunus wappnet sich fürs Wochenende, Studie zur Corona-Sicherheit an Bord

Je mehr sichere Impfstoffe zugelassen sind, desto mehr Menschen können geimpft werden und hoffentlich bald wieder auf Reisen gehen. Das jedenfalls ist die Hoffnung der Tourismusbranche und vieler Reisender. Anlässlich der Zulassung des Impfstoffs Moderna in der EU sagte TUI-Chef Fritz Joussen gestern: »Wenn erst einmal eine signifikante Zahl Menschen geimpft ist, dann sinkt das durchschnittliche Sterblichkeitsrisiko so deutlich ab, dass wir zwar weiterhin vorsichtig und achtsam sein müssen, aber umfangreiche Reiserestriktionen und erst recht ein kompletter Lockdown wären dann nicht mehr verhältnismäßig.« Joussen plädiert außerdem dafür, das Potenzial der Schnelltests stärker zu nutzen. TUI habe bereits bei Kreuzfahrten sehr gute Erfahrungen mit Schnelltests verschiedener Anbieter gemacht, sagte er weiter.

Ob im Sauerland, Harz, Taunus oder in der Eifel: Der Knatsch um die vielen Tagestouristen, die die klassischen Wintersportregionen in den letzten zwei Wochen gestürmt haben, ist weiterhin groß. Zwar hat sich die Lage in den letzten Tagen beruhigt, aber vielerorts traut man dem Braten nicht. Vielmehr geht man davon aus, dass am kommenden Wochenende das Tagesausflugs-Theater in die nächste Runde geht. Aber dieses Mal will man besser gewappnet sein. Aus dem Taunus heißt es, Polizei und Ordnungsamtsmitarbeiter werden gegen Falschparker vorgehen. Auch im Sauerland sperrt man vorsorglich die Pisten und Parkplätze.

Wie hoch ist die Corona-Ansteckungsgefahr an Bord? Die Airlines sagen: ziemlich gering. Permanent werde Luft ausgetauscht und Viren durch Spezialfilter der Garaus gemacht. Die neuseeländische Behörde für die öffentliche Gesundheit (CDC) hat nun eine Studie zu dieser Frage vorgestellt. Konkret ging es darum, was Testungen vor dem Abflug bringen. Das Ergebnis dürfte den Airlines nicht gefallen.

7. Januar: Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde MSB tritt zurück nach Kanaren-Urlaub, FDP-Politiker im Skiurlaub, Goslar verbietet Verleih von Skiern und Schlitten

Schweden hat lange Zeit auf eine im Vergleich zu vielen anderen Staaten der Welt eher lockere Strategie im Kampf gegen Corona gesetzt. Während vielerorts Geschäfte, Restaurants und Bars geschlossen waren, waren sie in Schweden weiter geöffnet. Seit einiger Zeit aber hat auch Schweden die Leine angezogen. Zwar gibt es keinen harten Lockdown, doch haben die Behörden dringende Empfehlungen ausgegeben. So soll unter anderem auf nicht notwendige Reisen verzichtet werden. Das hielt den Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde MSB aber nicht davon ab, auf die Kanaren zu fliegen. Anschließend hagelte es Kritik. Nun ist er zurückgetreten. Auch Mitglieder des Kabinetts gerieten wegen Weihnachtsshopping in die Kritik.

Auch bei uns in Deutschland hat sich ein Politiker für seine Urlaubsreise entschuldigt: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Carl-Julius Cronenberg bedauerte eine Reise, die er zwischen den Jahren mit seiner Familie im Schweizer Kanton Wallis verbrachte. Er war dort zum Skifahren.

Im Harz will man nun mit noch schärferen Maßnahmen gegen Tagestouristen vorgehen. Der Landkreis Goslar hat beschlossen, dass der Verleih von Skiern und Schlitten an Feiertagen und an Wochenenden verboten wird. Landrat Thomas Brych appellierte abermals an die Menschen, auf Tagesausflüge in den Harz zu verzichten.

Auch in Olpe im Sauerland will man stärker durchgreifen. Dort sollen am Wochenende die Zufahrtsstraßen zu den Hängen am Fahlenscheid gesperrt werden.

6. Januar: Deutsche Bahn: weniger Fernverkehrsfahrten, Straßen-Sperrungen zu Ausflugszielen, Promis auf Karibik-Insel St. Barth

Die gestern von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Lockdowns in Deutschland hat nun auch Konsequenzen für den Fahrplan der Bahn. Ab Donnerstag (7. Januar) will die Bahn einem Sprecher zufolge nur noch 85 Prozent der sonst üblichen Fernverkehrszüge auf die Gleise schicken.

Immer mehr Regionen und Gemeinden haben die Faxen dicke von den vielen Tagestouristen. Nachdem vielerorts Appelle nicht fruchteten, sollen vielerorts die Zufahrtsstraßen zu beliebten Winter-Ausflugszielen gesperrt werden.

Verreisen ist gerade nicht? Nun, kommt drauf an. Wer genug Zeit und Geld hat, kann natürlich auf eine Karibikinsel fliegen und sich dort in einem Hotel oder einer Luxusyacht von den Corona-Strapazen erholen. Das gilt auch für einige Promis, die die Bild-Zeitung auf St. Barth in der Karibik aufgespürt hat.

5. Januar: Ski-Übersicht für die Alpen, Harte Zeiten für Ryanair, TV-Bericht über Reise-Stornierungsrechte in Corona-Zeiten

Ob das noch was wird mit dem Skiurlaub in den Wochen? Angesichts immer neuer Corona-Lockdown-Verlängerungen haben viele Zweifel. Italien will in rund zwei Wochen die Skisaison eröffnen. Ist der Termin haltbar? Welche Alternativen gibt es in den Alpen? Spiegel online hat sich umgehört.

Die Lockdowns in vielen europäischen Ländern haben dem Billigflieger Ryanair im Dezember abermals schwer zugesetzt. Vergangenen Monat zählte die Airline 83 Prozent weniger Fluggäste im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Einige Reiseveranstalter verzichten derzeit bei Neubuchungen weitgehend auf Stornogebühren. Bei TUI zum Beispiel können bis zum 10. Januar abgeschlossene Buchungen bis 14 Tage vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen kostenlos storniert werden. Und danach? Dann sollen sogenannte Flex-Tarife eingeführt werden. Wenn die Kunden ab 11. Januar kostenfrei stornieren wollen, müssen sie dafür eine zusätzliche Gebühr zahlen. Wie hoch die sein wird, steht wohl noch nicht fest. Darüber und welche gesetzlichen Anspruch Reisende auf pandemiebedingte kostenlose Stornierung haben, berichtete das rbb-Verbrauchermagazin SUPER.MARKT gestern Abend.

4. Januar: Wintersportorte dicht, Italien verschiebt Ski-Opening auf 18. Januar, TUI-Chef Joussen rechnet schon 2021 mit »normalen Sommer«, Briten wollen Entschädigung von der Schweiz

Ob in der Eifel, im Sauerland, Taunus oder Schwarzwald: Seit Weihnachten werden die populären Wintersportorte in Deutschland von Tagesausflüglern überrannt. Parkplätze liefen voll, Straßen waren verstopft. Vielerorts richteten die Behörden daher Appelle an die Menschen, nicht zu kommen. Aber es nutzte nichts. Der Wunsch, einen Tag im Schnee zu wandern oder zu rodeln, war bei vielen Menschen größer; sie kamen trotzdem. Nun reicht es einigen Städten. Die Stadt Winterberg im Sauerland verfügte ein Betretungsverbot, am Feldberg im Taunus sperrte die Polizei die Zufahrtsstraßen. Viel geholfen hat es aber anscheinend nicht: Der WDR berichtet, viele Parkplätze außerhalb der gesperrten Gebiete seien bereits Sonntagvormittag belegt.

Skifahrer, die gern auf Italiens Pisten unterwegs sind, scharren schon seit Wochen mit den Hufen. Eigentlich sollte es kommenden Donnerstag (7. Januar) endlich losgehen. Am Wochenende aber gab Gesundheitsminister Roberto Speranza bekannt: Die Coronazahlen sind noch zu hoch, der Skisaison-Start wird auf den 18. Januar verschoben.

Die angelaufenen Impfungen gegen das Coronavirus wecken vielerorts Begehrlichkeiten und Hoffnungen. Auch bei Europas größtem Reisekonzern TUI. Deren Chef Fritz Joussen glaubt, dass viele Menschen 2021 wieder in den Urlaub fliegen werden. Er rechne damit, dass bereits der kommende Sommer »weitgehend normal« laufen werde. Schon jetzt seien die Flieger im Mai zu 50 Prozent ausgelastet. Auch sei zu beobachten, dass »Kunden 5- statt das 4-Sterne-Hotel buchen«.

Die angeordnete Quarantäne britischer Touristen in den Schweizer Skigebieten soll ein Nachspiel haben. Mehrere betroffene Skiurlauber aus Großbritannien fordern eine Entschädigung für die entgangenen Urlaubsfreuden, wie die Zeitung »The Telegraph« berichtet. Auch beschwerten sie sich darüber, wie sie in der Schweiz behandelt worden seien. Sie seien in den Schweizer Hotels «dämonisiert» und wie Aussätzige behandelt worden. Unterdessen gibt es Zweifel an der Meldung, dass in Verbier 200 oder mehr Briten in einer Nacht- und Nebelaktion heimlich abgereist sein sollen.

2. Januar: Deutsche an dänisch-schwedischer Grenze abgewiesen, Tagestouristen-Probleme in Oberstaufen, Berlin rechnet nicht mit Touristen-Comeback vor Sommer, Iberostar-Rückblick aufs Corona-Jahr und Ausblick auf 2021

Urlauber aus Deutschland, die mit dem Auto über Dänemark nach Schweden reisen wollten, erlebten eine unschöne Überraschung: Die Schweden ließen sie nicht einreisen. Grund ist das Einreiseverbot von Dänemark nach Schweden wegen der neu entdeckten Coronavirus-Variante. Das Einreiseverbot gilt vorläufig bis zum 21. Januar dieses Jahres.

Einige beliebte Ausflugsorte in NRW wie etwa im Sauerland und der Eifel wurden zwischen den Jahren von Tagesausflüglern überrannt (wir berichteten). Auch im Allgäu kennt man das Problem. Oberstaufens Tourismus-Chefin Constanze Höfinghoff appellierte daher an die Menschen: »Bitte kommen Sie nicht.«

Nicht nur an Nord- und Ostsee oder in den Alpen wartet man sehnlichst wieder auf neue Gäste. Auch im gebeutelten Berlin, wo man 2020 nur rund 30 Prozent der Übernachtungszahlen von 2019 erreichte. Aber bis es so weit ist, dürfte noch viel Wasser die Spree hinunterfließen. Man gehe von der Formel »Impfung plus sechs Monate aus«, sagte Burkhard Kieker, Chef von Visit Berlin, der offiziellen Organisation für Tourismus- und Kongressmarketing, in einem Interview mit der Berliner Morgenpost.

In den letzten neun Monaten wurde in den Medien viel über die Situation der Airlines, Flughäfen, Reisebüros, Reiseveranstalter und natürlich der Reisenden berichtet. Stichwort gestrandete Urlauber. Relativ wenig las man über die großen Hotelgruppen. Wie haben sie die Coronakrise gemeistert? Finn Ackermann, Verkaufsdirektor der Hotelkette Iberostar, die vor allem in Spanien und der Karibik stark vertreten ist, gibt in einem Gespräch mit der Mallorca Zeitung einen interessanten Einblick in die Arbeit der letzten Monate. So berichtet er beispielsweise, dass ihn das Schicksal der Angestellten in der Karibik besonders berührt habe: »Es gibt dort keine staatlichen Absicherungen. Wir haben den Leuten unter anderem angeboten, dass sie in die Hotels zum Essen kommen können.«

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