Seit dem 15. Juni 2020 ist die weltweite Reisewarnung für viele Länder Europas vorbei. Dennoch gilt es, einige Corona-Updates zu beachten. Wir bieten euch hier den täglichen Überblick.

26. September: Tschechien, Tirol und Luxemburg auf Risikogebietsliste, CDU-Politiker mahnt zur Vorsicht bei Reisen in Risikogebiete, DRV nennt Risikogebietseinteilungen “absurd”, Camping-Rekord im Juli

Jetzt trifft es auch Tschechien, Tirol und Luxemburg: Sie alle sind vom Robert-Koch-Institut gestern Abend zu Risikogebieten erklärt worden. Grund seien die zu hohen Corona-Infektionszahlen in den Ländern und Regionen, so das Institut. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach am Freitagabend von einem »schweren Schlag für unseren Wirtschaftsstandort«.

Angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Risikogebieten in der EU fragen sich viele, die derzeit eine Urlaubsreise planen: Soll ich oder soll ich nicht? Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, mahnt Reisewillige zur Vorsicht: »Jeder sollte überlegen, ob er den Urlaub in Risikogebieten antreten will«, sagte er im WDR-Radio. 

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), geht weiter hart mit der Bundesregierung ins Gericht. Grund sind abermals die aus Fiebigs Sicht überflüssigen Risikogebietseinteilungen. Als Beispiel nannte er Inseln in Spanien. Lanzarote, Formentera und Menorca seien als Risikogebiete geführt, obwohl es dort keinen einzigen Corona-Hotspot gebe. »Das ist absurd«, kritisierte Fiebig. Unterstützung erhielt Fiebig von der FDP. Derern Tourismuspolitiker Marcel Klinge war der Regierung vor, »mit Kanonen auf Spatzen« zu schießen. 

Der Bundesverband der Deutschen Campingwirtschaft e.V. (BVCD) kann für den Monat Juli 2020 einen neuen Rekord von 8,57 Millionen Übernachtungen auf deutschen Camping- und Wohnmobilstellplätzen vermelden. Die leichte Steigerung von 0,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat sei mit Hinblick auf einen Gesamtrückgang von 22,6 % im deutschen Beherbergungswesen bemerkenswert und zeige, dass Camping eine verlässliche Urlaubsform in Pandemiezeiten darstelle, teilte der Verband mit.

25. September: Lufthansa will Corona-Schnelltests einführen, wieder Flüge aus dem Iran, Bali holt 4.400 Influencer auf die Insel, Karneval in Rio verschoben

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Interkontinentalverkehr für die Airlines derzeit ein hartes Geschäft: nur wenige Passagiere buchen Langstreckenflüge. Nun suchen die Airlines nach Wegen aus der Krise. Die Lufthansa kommt jetzt mit einem neuen Vorschlag um die Ecke: Schon im Oktober soll es verbindliche Corona-Schnelltests vor dem Abflug geben. Das Ergebnis soll binnen 15 Minuten vorliegen. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben aber noch nicht; einige Punkte sind noch ungeklärt.

Seit dem Frühjahr dürfen Flugzeuge aus dem Iran nicht mehr in Deutschland landen. Das soll sich ab kommenden Sonntag ändern. Nach Informationen des Spiegels habe die Bundesregierung das Landeverbot »still und heimlich« für alle Flüge aus dem Corona-Risikogebiet aufgehoben.

Auf der indonesischen Insel Bali bereitet man sich offenbar auf die Rückkehr von Touristen 2021 vor. Im Oktober und November sollen 4.400 Influencer auf die Insel eingeladen werden und über die sozialen Netzwerke wie Instagram, Facebook & Co. über ihren Aufenthalt berichten. Die Einladung des Fremdenverkehrsamtes der Insel ist Teil der Kampagne »We love Bali«. Wer anschließend Lust auf Bali bekommen hat, muss sich allerdings noch gedulden: Bis Ende des Jahres dürfen keine Touristen auf die Insel einreisen.

Angesichts der hohen Zahl an Corona-Infizierten in Brasilien kommt diese Nachricht nicht überraschend: Der Karneval in Rio de Janeiro ist verschoben worden. Der Präsident des Sambaverbandes sagte mit Blick auf die Finanzen und die Organisation, man sehe sich derzeit nicht in der Lage, das Mega-Event stattfinden zu lassen. Ob der Karneval in Rio 2021 nur verschoben oder komplett ausfallen wird, ließ er offen.

24. September: Weitere EU-Regionen und -Städte zu Risikogebieten erklärt, Urlaubsorte buhlen um Home-Office-Arbeitende, Spanien: fast zwei Drittel weniger Hotelgäste, Kaiserslauterner Weihnachtsmarkt über ganze Stadt verteilt

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen steigt seit Wochen in vielen Ländern und Regionen der EU an. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das Robert-Koch-Institut hat gestern Abend viele weitere EU-Regionen zu Risikogebieten erklärt. Dabei sind viele bei Deutschen beliebte Urlaubsregionen und Städtereiseziele, unter anderem Kopenhagen, Lissabon, Dublin und das österreichische Bundesland Vorarlberg.

Notebook einpacken, ins Urlaubsparadies fliegen und das Home Office kurzerhand in die Karibik verlegen: Klingt verlockend, oder? Aber auch realistisch? Wenn es nach dem Willen einiger Urlaubsdestinationen geht, absolut. Die buhlen nämlich mit Spezial-Visen um Menschen, die mobil arbeiten wollen. Auch ein Luxushotel auf den Malediven ist mit von der Partie.

Auch Spanien spürt die Folgen der Corona-Pandemie deutlich: Im August ist die Zahl der Hotelbuchungen um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Auf den Balearen betrug das Minus gar 86 Prozent. Besonders die Touristen aus Großbritannien und Deutschland bleiben weg.
In vielen Städten und Gemeinden zerbrechen sich derzeit Politiker, Beamte und Veranstalter darüber den Kopf, ob und wie die Weihnachtsmärkte im Advent organisiert werden können. In Kaiserslautern kommt man mit einer ungewöhnlichen Idee um die Ecke: Der Weihnachtsmarkt soll sich über die ganze Stadt verteilen. »Es wird ein Weihnachtsmarkt sein, wie wir ihn noch nicht gekannt haben«, sagt Oberbürgermeister Klaus Weichel. Auch in anderen Städten in Rheinland-Pfalz zeichnet sich ein Trend ab: Die Märkte finden statt, aber viele Details müssen noch geklärt werden.

23.9. Übernachtungsverbot für Münchner in vielen Bundesländern, Flughafen Paderborn meldet Insolvenz an, Ischgl: Klagen gegen Republik Österreich und Land Tirol, DRV: Gutschein-Lösung wird nur von wenigen Urlaubern genutzt, TUI reduziert Winter-Angebote

Wer in München wohnt, sollte besser nicht in den nächsten Tagen verreisen und dort übernachten – jedenfalls nicht in bestimmten Bundesländern. Viele Länder haben nämlich Beherbergungsverbote für Menschen aus München erlassen, etwa Baden-Württemberg. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Münchner aktuell erst gar nicht einreisen. Grund ist die hohe Zahl an Corona-Infizierten. Gibt es mehr als 50 neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einer Region, dürfen Menschen die dort wohnen, in vielen Bundesländern nicht übernachten.

Unter der Corona-Pandemie leiden auch die Flughäfen in Deutschland: kaum noch Passagiere, nur wenige Flieger heben ab. Für Flughäfen, die schon vor Corona nicht besonders viele Fluggäste hatten, ist das eine besonders schwierige Situation. So auch am Flughafen Paderborn-Lippstadt. Dort sind die Passagierzahlen drastisch eingebrochen. Die Folge: Der Flughafen ist wirtschaftlich so schwer in der Bredouille, dass man sich am Montag dazu entschied, eine Insolvenz in Eigenverwaltung anzumelden.

Ischgl in Tirol ist bekannt als einer der Ski- und Snowboard-Hotspots in den Alpen. Legendär ist in Ischgl die Après-Ski-Szene. Im Winter war Ischgl aber in den Negativschlagzeilen, denn es infizierten sich zahlreiche Urlauber in dem Ort mit dem Coronavirus. Das hätte verhindert werden können, hätten die Behörden entschlossen und früh auf die ersten Warnsignale, unter anderem aus Island, gehört, kritisierten anschließend Politiker, Journalisten und Verbraucherschützer. Letztgenannte werden nun Klage gegen die Republik Österreich und das Land Tirol einreichen. Es geht um Schadensersatzansprüche von infizierten Urlaubern, unter anderem aus Deutschland.

Wer wegen Corona seine Pauschalreise stornieren muss, hat die Wahl: Geld zurückzahlen lassen oder einen Gutschein akzeptieren. Die Reiseveranstalter appellierten in der Vergangenheit an die Solidarität der Kunden, dass sie doch bitte einen Gutschein annehmen sollten. Das aber tat bisher nur eine Minderheit. Bislang hätten weniger als 20 Prozent der Urlauber einen Gutschein akzeptiert, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, dem Handelsblatt. 

Deutschlands größter Tourismuskonzern TUI muss wegen der Corona-Pandemie sein Winterangebot zusammenstreichen. Das Angebot wurde auf 40 Prozent der ursprünglichen Kapazitäten reduziert, teilte der Konzern mit. Grund sei die geringere Nachfrage nach Reisen. Angesichts der zahlreichen Reisewarnungen und -hinweise zögern viele Menschen, eine Reise für einen längeren Zeitraum im Voraus zu buchen. Mit Blick auf den Sommer 2021 ist TUI dagegen optimistischer.

22. September: Spahn rät von Auslandsreisen ab, Lufthansa mustert A380 aus, Holiday Check mit neuem Buchungstarif, Tourismus im Fünfseenland im Corona-Sommer läuft »gut und lange«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in Interviews davon abgeraten, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Monate sagte er in der ARD: »Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub – Stichwort Ischgl – und jetzt noch mal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen.« Ähnlich äußerte sich Spahn in der Rheinischen Post.

Das Geschäft der Lufthansa kommt weiter nicht in Schwung: viel zu viele Menschen zögern noch, eine Flugreise zu unternehmen. Nachdem im Sommer die Buchungszahlen wieder leicht anzogen, sieht es in diesem Monat wieder schlechter aus. Viele Kosten laufen aber weiter. Nun zieht die Airline abermals die Notbremse. Statt 100 sollen 150 Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. Auch der A380 soll stillgelegt werden. 

Durch die Corona-Pandemie sind flexible Stornobedingungen so wichtig wie nie: Für viele Urlauber sind sie mittlerweile das wichtigste Entscheidungskriterium bei einer Reisebuchung. Der Grund liegt in der unsicheren Corona-Lage in den Zielgebieten. Zudem haben sich viele Urlauber in den letzten Monaten über ungünstige Regelungen, nicht erstattbare Anzahlungen oder Gutscheine für nicht angetretene Reisen geärgert. Das Buchungs- und Bewertungsportal Holidaycheck bietet deshalb nun einen neuen Tarif an: Holiday Check Flex. Bei der Buchung einer Reise mit dem Tarif des hauseigenen Veranstalters von HolidayCheck können Verbraucher bis zu sechs Tage vor Abreise kostenfrei stornieren. Gründe für eine Stornierung muss der Kunde nicht anführen. Die sonst übliche Anzahlung entfällt komplett.

Im Alpenvorland liegt das sogenannte Fünfseenland: Das ist die Region zwischen Ammersee und Starnberger See, wo auch noch der Wörthsee, der Pilsensee und der Weßlinger See zu finden sind. Bereits im Mai zeichnete sich ab, dass die beliebte Urlaubsregion in diesem Corona-Sommer viele Urlauber anziehen wird. Und genauso kam es. Ungewöhnlich groß sei weiterhin die Nachfrage in Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen, heißt es.

21. September: Nachfrage nach Reiserechts-Beratung steigt, Tipps für richtige Maske im Flugzeug und Zug, Politiker für Weihnachtsmärkte unter Auflagen

Das Auswärtige Amt nimmt im Oktober Abschied von der weltweiten Reisewarnung. Stattdessen wird es viele Reisehinweise für Länder und Regionen geben. Das wird nicht einfach werden für alle, die in den Urlaub fahren wollen, sagt Wiebke Cornelius, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale fragen immer mehr Menschen danach, wie sie sich im Falle einer Stornierung verhalten sollen und welche Rechte sie haben, heißt es.

Mehrere Stunden lang im Flugzeug oder Zug eine Maske zu tragen, ist kein Vergnügen. Aber Maske ist nicht gleich Maske. Immer wieder gibt es Passagiere, die sogenannte FFP2-Masken mit Ventil tragen. Die aber sind oft nicht zulässig, so bei der Lufthansa. Welche Maske soll es denn uns ein? Ein Reisemediziner rät: eine Stoffmaske oder Papiermaske ist ausreichend. 

Dass die Weihnachtsmarktsaison in diesem Advent ausfällt, wird immer unwahrscheinlicher. Mehrere Politiker haben sich am Wochenende dafür ausgesprochen, dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden sollen. Aber, man ahnt es schon, anders als bisher. Ein dichtes Gedränge soll vermieden und der Alkoholausschank limitiert werden. Auch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist im Gespräch.

19. September: AirBnB-Weg aus der Krise, Ryanair streicht weitere Flüge, NRW sagt Karnevalssaison ab, Wien die Ballsaison

AirBnB gehörte im Frühjahr – wie so viele, viele andere Tourismusunternehmen in der Branche auch – zu jenen, die besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen waren. Gründer und Chef Brian Chesky sprach im Juni von den härtesten Wochen der AirBnB-Unternehmensgeschichte. Mittlerweile hat sich das Blatt wieder gedreht. Die Buchungen auf der Unterkunfts-Plattform zogen wieder an. Grund dafür sind aber nicht die traditionell starken Buchungen für Unterkünfte in den Metropolen, sondern die enorm gestiegene Nachfrage nach Apartments auf dem Land. Besonders in Deutschlands Süden, in Bayern, erholte sich AirBnB: Demnach stieg die Zahl der Buchungen hierzulande bereits im Mai kräftig an und lag schon wieder über dem Vorjahresniveau, berichtet das Handelsblatt.

Die neuesten Corona-Infektionszahlen in vielen Städten und Regionen Europas und die daraus resultierenden Reisebeschränkungen haben nun auch einen immer stärkeren Einfluss auf Ryanair. Der Billigflieger kündigte gestern an, im nächsten Monat vermutlich nur rund 40 Prozent so viele Sitzplätze anbieten wie im Vorjahreszeitraum. Das sind dann noch mal 10 Prozent weniger als ursprünglich geplant: Zuvor war noch von 50 Prozent der Sitzplätze die Rede gewesen.

Für traditionell populäre Winter-Veranstaltungen sieht es in der kommenden Saison gar nicht gut aus. In NRW wären das die unzähligen Karnevalsveranstaltungen. Karnevalsumzüge, Prunksitzungen und Straßenkarneval-Partys in vielen Städten Nordrhein-Westfalens sollen abgesagt werden. Das ist das Ergebnis einer Unterredung der Chefs der Karnevalshochburgen mit der Staatskanzlei in Düsseldorf. Auch in Österreichs Hauptstadt sieht es schlecht aus: Dort soll die Wiener Ballsaison 2020/21 ausfallen. Unklar ist einzig noch, ob der Wiener Opernball auch gestrichen werden muss.

18. September: Reisewarnung für Wien eine “Katastrophe”, doch kein Corona-Test vor Urlaub auf Sardinien, Kreuzfahrtschiffe für Flüchtlinge?, grünes Licht für Weihnachtsmarkt in Kiel

Dass die Bundesregierung sich dazu entschlossen hat, Wien als Risikogebiet einzustufen und eine Reisewarnung auszusprechen, hat in Österreichs Hauptstadt Bestürzung ausgelöst. »Das ist eine super Katastrophe«, sagte Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner. Denn: Keine anderen Gäste sind für die Wiener so wichtig wie die Deutschen.

Was für ein Hin und Her: Wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass alle Urlauber vor Einreise auf die Insel Sardinien ein negatives Coronatest-Ergebnis vorliegen müssen, heißt es nun: Alles zurück auf Anfang. Das Verwaltungsgericht Cagliari urteilte gestern: Kommt gar nicht in Frage. Geklagt hatte die italienische Regierung. Sie sah in Sardiniens Alleingang eine Einschränkung der Reisefreiheit.

Wegen der Corona-Pandemie werden viele Kreuzfahrtschiffe derzeit nicht genutzt. Politiker von SPD und Grünen fordern deshalb, Schiffe für die Flüchtlinge und Migranten auf der griechischen Insel Moria bereitzustellen. Der Kreuzfahrtanbieter »Phoenix Reisen« aus Bonn wäre zu sofortiger Hilfe bereit.

Weihnachtsmarktfreunde hoch oben im Norden Deutschlands können sich freuen: Der Kieler Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr stattfinden. Allerdings sei damit zu rechnen, dass eine Maske zu tragen sei. Ob Alkohol ausgeschenkt werden darf, sei noch offen. Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass es weniger Stände geben wird, die Gänge breiter sein werden und weniger Fläche überdacht sein wird. Über die anderen Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, allerdings sind die Planungen dafür weiter im Gange.

17. September: Reisewarnungskarussell dreht sich immer weiter, vorsichtige Grenzöffnung in Südafrika, Qantas-Rundflüge über Australien, AIDA Cruises legt für Herbst neue Kreuzfahrten ab Rom und La Spezia auf, Tourismus-Flaute an der Algarve

Als sich die Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts vorgestern und gestern über die Corona-Infektionszahlen im Ausland beugten, dürfen sie wohl einen ziemlichen Schrecken bekommen haben. Denn: In vielen Ländern und Regionen der Welt gab es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Das ist in den Augen der Regierung und des Instituts eine kritische Marke. Wird sie überschritten, wird die Region oder das Land als Risikogebiet eingestuft, unmittelbar danach folgt die Reisewarnung. Gestern nun hat es eine ganze Menge Reiseziele getroffen, u.a. Wien, Budapest, in Holland die Provinzen Noord-Holland und Südholland Zuid-Holland, in Frankreich die Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion. Und das sind längst nicht alle …

Seit März ist die Grenze für Touristen dicht, nun naht das Ende: Südafrika will ab Oktober wieder Urlauber ins Land lassen. In seiner Rede an die Nation sagte Präsident Cyril Ramaphosa, es werde eine vorsichtige Öffnung geben. Personen aus Ländern mit hohen Infektionsraten werden weiterhin nicht ins Land gelassen. Welche Länder er damit meint, ist unklar. In Kürze soll eine Liste mit Ländern veröffentlicht werden, aus denen Touristen nach Südafrika einreisen dürfen.

Australiens Airline Qantas macht schwere Zeiten durch. Während die Airlines anderenorts auf der Welt zumindest wieder ein paar Flugziele bedienen, geht in Australien so gut wie nichts. Grund ist, dass Australiens Regierung beschloss, die Grenze de facto mindestens bis zum 17. Dezember geschlossen zu halten. Damit wenigstens ein bisschen Geld in die Qantas-Kasse gespült wird, bietet die Airline nun mit einer Boeing 787 Rundflüge über Australien an. 

AIDA Cruises hat neue Kreuzfahrten ab Rom und La Spezia aufgelegt. Los geht es am 17. Oktober 2020 mit AIDAblu. Die neuen Italien-Kreuzfahrten werden wöchentlich bis Ende November 2020 angeboten und sind ab 899 Euro pro Person zum AIDA-Pauschal-all-Inclusive-Preis buchbar: Damit sind Flug, das AIDA-Getränkepaket und eine Social-Media- Flatrate über die gesamte Reisedauer bereits im Reisepreis enthalten. Für die Herbstferien wird es es zudem attraktive Angebote für Familien geben: Kinder reisen zum Festpreis von 249 Euro inklusive Flug und All-inclusive-Paket in der Kabine der Eltern.

Portugal kam ja bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie. Deshalb gehörte das Land im Juni zu den ersten Ländern, die wieder Touristen empfingen. Neben Lissabon gehört die Algarve zu den Touristen-Hotspots des Landes. Dort machte man sich Anfang des Sommers Hoffnungen, dass viele Urlauber im Sommer die Region aufsuchen werden. Das aber war nicht der Fall. Normalerweise besuchen um die 20 Millionen Urlauber im Jahr die Region, jetzt sind die Zahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

16. September: Thailands hasenfüßiger Tourismus-Neustart, gemischte Corona-Sommerbilanz in Polen, Deutscher Ferienhausverband: flexibile Stornobedingungen das A und O, Geister-Kreuzfahrtschiffe als Touristenattraktion

Seit März sind Thailands Grenzen für Touristen dicht. Die Regierung hatte die Sorge, dass Touristenströme die Corona-Bekämpfung erschweren würden. Nun will Thailand wieder Urlauber ins Land lassen. Allerdings hat die Sache zwei Haken: Erstens muss man ein Langzeit-Visum für 90 Tage beantragen, zweitens muss man zwei Wochen nach Einreise in Quarantäne.

Trotz des vergleichsweise geringen Infektionsgeschehens in Polen fällt die Bilanz der Branche für den Sommer eher durchwachsen aus. Während es die meisten polnischen Gäste in die Ferienzentren an der Ostsee und in den Bergregionen zog, blieb es in den großen Städten eher ruhig. So kamen mit knapp 1,3 Millionen Besuchern nur unwesentlich weniger Touristen als in den Vorjahren in Polens einziges Hochgebirge, die Tatra. Die Bieszczady konnten sogar ein sattes Plus verzeichnen. Rund 370.000 Wanderlustige besuchten das sehr dünn besiedelte Mittelgebirge im äußersten Südosten des Landes. Das waren 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Steigerung gab es auch im nahe der deutschen Grenze gelegenen Riesengebirge. Die dortige Nationalparkverwaltung zählte allein im Juli etwa 300.000 Besucher, gut 60.000 mehr als 2019.

Urlaub im eigenen Land ist für viele Reisende in diesem Jahr die bevorzugte Alternative. Unterkunftsformen wie Ferienhäuser und Ferienwohnungen stehen dabei hoch im Kurs. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown haben allerdings auch die Ferienhausbranche hart getroffen, wie eine aktuelle Online-Umfrage des Deutschen Ferienhausverbands e. V. unter seinen Mitgliedern zeigt. Die Krise habe das Buchungsverhalten der Urlaubsgäste gravierend verändert, heißt es. Ferienhausgäste wünschen sich allen voran flexible Stornobedingungen. Viele fühlten sich verunsichert, weil sie nicht genau wissen, ob und unter welchen Bedingungen sie anreisen dürfen. Bevorzugt werde ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung im eigenen Land. Dennoch beobachten die Anbieter eine gewisse Zurückhaltung. Viele Urlaubsgäste warten ab, wie sich die Corona-Situation entwickelt, buchen und stornieren eher kurzfristig.

Viele Kreuzfahrtschiffe sind derzeit auf der ganzen Welt stillgelegt. Eine ganze Menge von ihnen sind derzeit im Ärmelkanal geparkt. Wie Geisterschiffe liegen sie vor der britischen Küste vor Anker. Der Grund dafür, dass sie auf dem Meer geparkt werden: Die Reedereien sparen damit Geld, denn würden sie die Schiffe in den Häfen parken, fallen Gebühren an. Die vielen Schiffe haben Fährentouranbieter auf eine Geschäftsidee gebracht: Sie bieten Sightseeing-Touren zu den geparkten Giganten der Meere an. 

15. September: Offene Rechnungen bei Corona-Gestrandeten, Corona-Abgabe in Berliner Hotels in der Diskussion, Nationalpark Eifel stöhnt über Touristen, MDR zeigt Doku über Tourismus in Thüringen in Corona-Zeiten

Vor einem halben Jahr organisierte die Bundesregierung in einer beispiellosen Aktion den Rücktransport zahlreicher gestrandeter Urlauber aus der ganzen Welt. Fast 250.000 Deutsche, aber auch EU-Bürger, wurden im Frühling zurückgeholt. Das ging ins Geld. Fast 100 Millionen Euro kostete die Aktion. Einen Teil der Gelder holt sich die Bundesregierung von den Betroffenen derzeit zurück. Die Rechnungen wurden schon längst versandt. Jetzt wurde bekannt: Viele haben noch nicht gezahlt. Allerdings ist die Zahlungsfrist bei sehr vielen noch nicht abgelaufen.

Der Hotellerie in Berlin geht es schlecht. Kein Wunder, in Corona-Zeiten sind Städtetrips bei vielen Reisenden nicht angesagt. Nun soll den Hotels in Berlin ein Kredit in Höhe von 700 Millionen Euro vom Land gewährt werden – so jedenfalls der Vorschlag von Hotelmanager Michael Zehden. Der Kredit soll binnen zehn Jahren zurückgezahlt werden, unter anderem finanziert durch die Gäste. Sie sollen auf alle Leistungen drei Prozent mehr bezahlen. Der Berliner Senat reagiert bisher zurückhaltend auf den Vorschlag. 

Die Ranger im Nationalpark Eifel haben in diesem Sommer viel zu tun. Der Grund liegt auf der Hand: Die Touristen stürmen in diesem Jahr den Park. Das ist einerseits erfreulich, andererseits ärgerlich. Denn: Viel zu viele Touristen halten sich nicht an die Regeln. Sie treten die Flora und Fauna mit Füßen. 

Durch den Corona-Lockdown brachen im Frühjahr die Gästezahlen in Thüringen komplett ein. Im Sommer aber kamen so viele Camper und Radtouristen wie noch nie. Der MDR zeigt morgen Abend um 20:45 Uhr in dem Film »Jetzt oder nie«, ob und wie Campingplatzbesitzern, Hotelliers und Tourismusverantwortlichen das Agieren in der Krise gelingt. Er begleitet Touristen wie zum Beispiel ein Ehepaar aus Hannover, das eigentlich nach Mallorca fliegen wollte und dann wegen der Corona-Pandemie Thüringen entdeckt. Fühlen sich die Zufallsgäste in Thüringen wohl? Welche Erfahrungen machen sie? Werden sie wiederkommen?

14. September: DRV kritisiert Quarantäne-Regelungen für Heimkehrer, Sommer 2021: Veranstalter optimistisch, TUI Cruises will spätestens im Frühjahr 2021 durchstarten, Coronazahl-Übertragungspanne auf Mallorca, Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test, deutlich mehr Pilger auf Jakobsweg

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat massive Kritik an den Quarantäne-Regelungen für Reiseheimkehrer geübt. Verbandspräsident Norbert Fiebig sagte der »Bild am Sonntag«, aufgrund der Quarantäne-Regeln gäbe für den Winter derzeit fast nichts, was verkauft werden könne. Damit sei die Reisewirtschaft eine Händlerin ohne Ware. Ins Gericht ging Fiebig auch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der den Deutschen empfahl, im Herbst und Winter den Urlaub in Deutschland zu verbringen.

Wie billig oder teuer wird eigentlich der Urlaub im Sommer 2021? Darüber kann man wohl derzeit nur spekulieren. Einige Veranstalter wagen sich aber schon mal aus dem Fenster und prognostizieren, dass einige Urlaubsziele für weniger Geld zu haben sein werden. »Reisen an sich wird 2021 günstig sein“, sagt zum Beispiel Ingo Burmester, Zentraleuropa-Chef von DER Touristik. Auch TUI, Schauinsland-Reisen und FTI rechnen damit, dass es einige Schnäppchen geben werde.

Die Reedereien leiden derzeit besonders stark unter der Corona-Pandemie: Die Schiffe liegen in den Häfen, ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht zu sehen. Oder doch? Bei TUI Cruises jedenfalls ist man optimistisch, dass man in ein paar Monaten wieder durchstarten kann. »Wir hoffen, spätestens im Frühjahr 2021 wieder mit allen sieben Schiffen unterwegs zu sein, mit etwas weniger Auslastung und den passenden Gesundheitskonzepten«, sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier der »Welt am Sonntag«.

Mit Blick auf die Corona-Infiziertenzahlen vergangene Woche machte sich auf Mallorca eine große Erleichterung breit: Die Zahl der Infizierten war stark gesunken. So lag auf den Balearen die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen unter der Marke von 50. Das nährte die Hoffnung, dass schon bald wieder Touristen aus dem Ausland kommen können. Aber Pustekuchen. Die Zahlen waren falsch, ein »Informatikfehler bei der Datenübertragung« sei der Grund für die niedrige Zahl gewesen. In Wahrheit liege die Zahl deutlich höher, berichtet die Mallorca Zeitung.

Wer in den nächsten Tagen oder Wochen auf die italienische Insel Sardinien will, muss ein negatives Coronatest-Ergebnis vorzeigen. Das Ergebnis des Tests darf nicht älter als 48 Stunden sein. Wer es nicht schafft, vor Abreise einen Test zu machen, muss aber nicht verzagen. Der Test kann auf der Insel nachgeholt werden. Das kann aber bis zu 48 Stunden dauern. In dieser Zeit muss man in Quarantäne gehen. Die neue Regelung gilt ab heute (14. September).

In den vergangenen Wochen berichteten wir noch an dieser Stelle, dass die Zahl der Pilgerer auf dem spanischen Jakobsweg stark zurückgegangen war: nur 9.752 Ankömmlinge zählte man im Juli. Im August ging es aber deutlich aufwärts. Mehr als doppelt so viele, nämlich 19.812 seien im letzten Monat unterwegs gewesen, teilte das Pilgerbüro von Santiago de Compostela am Wochenende mit. Auch der September laufe erstaunlich gut.

12. September: Finnland lässt Deutsche wieder ins Land, Grünes Licht für Karneval und Weihnachtsmärkte, United Airlines fliegt wieder von München nach San Francisco

Es ist ein ziemliches Hin und Her, was die Planung für einen Urlaub in Finnland nicht gerade erleichtert: Die Regierung in Helsinki gab gestern bekannt, dass Urlauber aus Deutschland nun doch wieder ins Land einreisen dürfen. Die neue Regelung tritt am Samstag, dem 19. September in Kraft. 

Die Weihnachtsmarkt- und Karnevalssaisons gehören in vielen Städten Deutschlands zu den Event-Highlights im Winter. Ob das allerdings in diesem Winter noch etwas werden wird, ist wegen Corona vielerorts fraglich. Mancherorts wurden bereits Weihnachtsmärkte und Karnevalsveranstaltungen abgesagt, anderenorts wird noch diskutiert. Einen Schritt weiter ist man in Rheinland-Pfalz und in Münster. In dem Bundesland soll am 11.11. Karneval gefeiert werden dürfen, und in Münster hat man beschlossen: Die Weihnachtsmärkte finden statt.

Ab sofort verbindet United Airlines München wieder mit San Francisco. Dreimal wöchentlich fliegt die Airline die Metropole an der Westküste der Vereinigten Staaten mit einem Boeing 787-9 Dreamliner an: Jeden Donnerstag, Samstag und Sonntag startet United-Flug UA195 um 12:30 Uhr in der bayerischen Landeshauptstadt und landet um 15:05 Uhr Ortszeit in San Francisco.

11. September: MDR: Stornierungsprobleme bei LMX Touristik, Licht und Schatten in der Sommerbilanz von Tourismus Oberbayern München, Ethiopian Airlines startet wieder nach Namibia, Flughafen Frankfurt: »nur noch« 78 Prozent weniger Fluggäste

Eigentlich sollte klar sein: Wer eine Reise gebucht hat in ein Land, für das plötzlich eine Reisewarnung ausgesprochen wird, der darf die Reise kostenlos stornieren. Beim Reiseveranstalter LMX Touristik scheint dies nicht immer der Fall zu sein. Der MDR berichtet über eine E-Mail des Veranstalters an einen Kunden, in der es heißt: »Um ein kostenfreies Storno zu erlangen, beachten Sie bitte, dass die Corona-Pandemie nun schon seit Januar die Welt beschäftigt und somit zum allgemeinen Lebensrisiko zu zählen ist.« Die Stornierungsprobleme seien kein Einzelfall, berichtet der MDR weiter.

Auch der Regionalverband Tourismus Oberbayern München e.V. hat seine Sommerbilanz vorgelegt. Fazit: geht so. Die Seenregionen im Voralpenland waren sehr gut besucht,hoch war auch die Nachfrage nach Campingplätzen, Ferienwohnungen oder Urlaub auf dem Bauernhof. Richtig schlecht sah und sieht es dagegen in München aus.

Ethiopian Airlines fliegt die namibische Hauptstadt Windhoek ab sofort wieder drei Mal die Woche, dienstags, donnerstags und samstags, aus Frankfurt an. Alle drei Verbindungen von Frankfurt machen einen Zwischenstopp im äthiopischen Addis Abeba. Wer nach Namibia reist, sollte wissen: Man braucht einen Corona-Test. Der Nachweis über ein negatives Covid-19-Testergebnis, das bei Boarding des Fluges nicht älter als 72 Stunden sein darf, muss bei der Einreise vorliegen. Ihr könnt dann im Rahmen einer im Voraus festgelegten Route samt entsprechend registrierter Unterkünfte frei durch das Land reisen; ohne zunächst in Quarantäne gehen zu müssen. Am fünften Tag müsst ihr für einen weiteren Test zur Verfügung stehen.

Im August zählte der Flughafen Frankfurt gut 1,5 Millionen Passagiere. Das ist ein Minus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Rückgang betrug damit erstmals seit März weniger als 80 Prozent. Kumuliert über die ersten acht Monate des Jahres ging das Fluggastaufkommen um 68,4 Prozent zurück. Diese Entwicklung basiere unverändert auf den weiterhin geltenden Reisebeschränkungen und dem hieraus resultierenden Nachfrageeinbruch infolge der Covid-19-Pandemie, teilte der Airport mit. Im Juli betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat noch 80,9 Prozent.

10. September: Pauschale Reisewarnung fällt am 1. Oktober weg, Corona-Studie der Bahn, Umfrage von Allianz Partners zum Reiseverhalten, Berghain wird zur Ausstellungshalle

Die seit März geltende weltweite Reisewarnung wird am 1. Oktober Geschichte sein. Dann soll die pauschale Warnung durch individuelle, länderspezifische Reisehinweise ersetzt werden. Das teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes gestern mit. Was heißt das konkret, fragt sich da so manch einer. Kann dann wieder munter gereist werden? Wohl nicht. Für viele Länder der Welt wird es weiterhin Reisewarnungen geben, womöglich kommen – je nach Infektionsgeschehen – in den nächsten Wochen Länder Europas hinzu. Einerseits. Andererseits könnte nun für Urlaubsreisen in ferne Länder, die bisher kaum von Corona betroffen waren, grünes Licht erteilt werden. Veranstalter und der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßten die Ankündigung der Bundesregierung als Schritt in die richtige Richtung. Sie fordern aber weiterhin, dass es nicht nur länder-, sondern auch regionsspezifische Hinweise für einzelne Staaten geben soll. 

Wer in Corona-Zeiten mit der Bahn fahren muss, verspürt womöglich einen Widerwillen. Die einen nervt der Mund-Nasen-Schutz, der getragen werden muss, die anderen haben Angst, sich mit Corona zu infizieren. Für die Letztgenannten gibt es nun eine gute Nachricht: Rund 1.100 Bahnmitarbeiter sind zwischen dem 29. Juni und 3. Juli auf das Coronavirus und auf Antikörper untersucht worden, teilte die Bahn gestern mit. Ergebnis der Studie: Nur sehr wenige Bahnmitarbeiter seien positiv gestestet worden.

Das Reiseverhalten der Deutschen hat sich mit Ausbruch der Corona-Pandemie massiv verändert. Waren vor Covid-19 Zeit und Geld die maßgeblichen Faktoren bei der Urlaubsplanung, sind es heute vor allem die internationalen Reisebeschränkungen und -warnungen, die unter anderem von der Bundesregierung ausgesprochen werden. Dabei empfinden laut der repräsentativen Studie »Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19« von Allianz Partners 93,2 Prozent der Deutschen die aktuellen Reisebeschränkungen für sinnvoll bzw. teilweise sinnvoll. Gleichzeitig nehme die Sicherheit am Urlaubsort einen deutlich wichtigeren Stellenwert ein als vor der Pandemie, so das Ergebnis der Studie.

Berlins bekanntester Club ist das Berghain. Die in der Nähe des Ostbahnhofs gelegene Party-Location ist ein Anziehungspunkt für House- und Technofreunde aus aller Welt – so sie es denn an den strengen Türstehern vorbeischaffen. Aber wie so viele andere Clubs hat das Berghain derzeit wegen der Corona-Verbote geschlossen. Jetzt wurde bekannt: Das Berghain wird vorübergehend zu einer Ausstellungshalle umfunktioniert. Gezeigt werden Fotografien, Skulpturen, Malereien, Videos und Installationen. Die Ausstellung ist nur samstags und sonntags zu sehen.

9. September: Versicherungsfond gegen Insolvenzen in der Diskussion, Airlines fürchten Herbst, Bayern im Juli mit 26 Prozent weniger Gästen

Die Bundesregierung will Verbraucher stärker vor einer Insolvenz der Reiseveranstalter schützen. Der Plan: Für jeden Pauschalurlauber sollen die Reiseunternehmen in Zukunft einen bestimmten Betrag in einen Fonds einzahlen. Eigentlich eine gute Idee, wenn man nicht möchte, dass der Steuerzahler für künftige Insolvenzen aufkommen soll. Die Sache hat aber einen Haken: Die Kosten für den Fonds dürften an die Verbraucher weitergegeben werden, Reisen also teuer werden. Nicht jeder ist von der Idee begeistert. 

Bei den Airlines blickt man mit Spannung auf die kommende Woche, denn die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung gilt nur noch bis nächsten Montag. Was macht die Bundesregierung dann? Verlängert sie die Reisewarnung? Oder tut sie das, was viele Vertreter der Tourismusbranche fordern, nämlich eine Reisewarnung nur für die Regionen aussprechen, die auch tatsächlich stark von der Corona-Pandamie betroffen sind? Darauf setzt die Luftverkehrsbranche, denn die aktuelle Quarantäneregelung lindert ihre Sorgen ganz gewiss nicht. 

Immer mehr Tourismusregionen und Statistikämter in Deutschland legen dieser Tage ihre Sommerbilanz vor. Neugierig blicken Beobachter auf die Zahlen, verbunden mit der Frage: Wie schlimm war’s denn? Für Bayern lässt sich sagen: Geht so. Zwar konnte der Einbruch des Frühjahres wieder aufgeholt werden, im Juli gab es aber immer noch im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von rund 26 Prozent in Bayern.

8. September: Bali will unabhängiger vom Tourismus werden, Run auf Campingplätze in der Schweiz, Innenarchitektin kreiert Corona-Einrichtungen im Hotel, Fischbrötchen in Corona-Zeiten online erleben

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Letztes Jahr besuchten sechs Millionen Touristen die Insel Bali, in diesem Jahr dann der Sturzflug. Gerade einmal 32 (!) Touristen zähle die indonesische Insel im Juni. Die Corona-Pandemie hat Bali zur Strecke gebracht. Und jetzt? Viele Menschen auf der Insel leiden unter Arbeitslosigkeit und Geldnot. Die Rufe, dass sich Bali unabhängiger vom Tourismus machen müsse, werden auf der Insel lauter. 

Dass dieser Sommer für viele Campingplatzbetreiber in Deutschland ein ziemlich erfolgreicher war, darüber haben wir an dieser Stelle schon häufig berichtet. Aber auch in unserem Nachbarland, der Schweiz, war der Ansturm groß. Vor allem im Hochsommer war eine deutliche Steigerung auszumachen. Per Ende August lag die Übernachtungszahl bei 606.000. Das ist eine Zunahme von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. »Die Nachfrage in den Sommerferien war um ein Vielfaches höher, als wir annehmen konnten«, sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS, dem größten Campingplatzbetreiber der Schweiz. Auch die Buchungszahlen für den Herbst seien hoch, heißt es weiter. Beim TCS habe man bereits auf die gesteigerte Nachfrage reagiert und die Saison um zwei Wochen verlängert.

Das Reisen in Corona-Zeiten stellt auch viele Hoteliers vor eine Herkulesaufgabe. Hotelgäste sollen mit möglichst viel Abstand und unter Einhaltung der Hygieneregeln Urlaub machen können. Aber wie genau kann das umgesetzt werden? Eine Innenarchitektin hat sich in einem Hotel im Sauerland an die Corona-Einrichtungen gewagt und einige Ideen umsetzen können – vom Check-in, übers Frühstücksbuffet bis hin zur Saunalandschaft.

Wer aktuell nicht an Deutschlands Küste unterwegs ist, muss ab sofort trotzdem nicht auf ein knackiges Fischbrötchen verzichten – jedenfalls nicht auf die virtuelle Variante. Die Ostsee Schleswig-Holstein »liefert« ab sofort unter dem Hashtag #aufgefiSHT kurze Filme, die sich um den Küstensnack und alles, was dazu gehört, dreht. Dabei begeben sich die »Fischköppe« Simone und Ali, beides originale Küstenbewohner, auf eine kulinarische Rundreise zwischen Glücksburg und Travemünde sowie in die Holsteinische Schweiz. Sie besuchen Fischbrötchenbuden und sprechen mit den Besitzern über ihre persönlichen Geschichten, lernen den Alltag eines Fischers und den Weg der Ware auf den Teller kennen oder entdecken neue Kreationen des beliebten Klassikers. Erste Videos sind bereits online, jeden Mittwoch erscheint eine weitere Folge.

7. September: Spahn plädiert für Herbst- und Winterurlaub in Deutschland, Franzosen erklären Korsika und La Réunion zu Risikogebieten, Einsatz von Hubschraubern an Stränden auf Mallorca

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in die Diskussion über Reisen in Coronazeiten eingebracht. Konkret geht es um den Urlaub im Herbst und Winter. Den sollen die Deutschen nach Spahns Wunsch in der Heimat verbringen. Zur Begründung sagte er, bestimmte Arten von Reisen und Urlaub bringe Risiken mit sich.

In Frankreich steigt die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wieder deutlich an. Aus diesem Grund hat die französische Regierung nun sieben Départments zu Risikogebieten erklärt, darunter die bei Touristen beliebte Mittelmeerinsel Korsika und das Übersee-Département auf der Insel La Réunion. Beide Regionen sind aber vom Robert-Koch-Institut noch nicht zu Risikogebieten erklärt worden.

Die Regierung auf Mallorca hat sich im Kampf gegen Corona dazu entschlossen, den Menschen den Besuch von Stränden zwischen 21 und 7 Uhr zu verbieten. Das Aufenthaltsverbot wird nun mit einer ungewöhnlichen Maßnahme durchgesetzt: Die Guardia Civil fliegt mit einem Hubschrauber über die Strände und fordert die Besucher auf, sie zu verlassen.

 

5. September: Lufthansa-Gruppe erstattete bisher 2,6 Milliarden Euro, 50 Prozent weniger Gäste in Sachsen, Südtirol-Werbekampagne soll Touristen für Urlaub im Herbst begeistern

Die Airlines der Lufthansa Group haben nach eigenen Angaben im laufenden Jahr bislang rund 2,6 Milliarden Euro an insgesamt sechs Millionen Kunden erstattet. Offen seien lediglich noch kompliziertere Fälle, die einer intensiveren Bearbeitung bedürfen. Auch diese würden zeitnah abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Die Zahl der noch offenen Ticketerstattungen sank auf 1,1 Millionen Vorgänge. Dabei sei zu beachten, dass fortlaufend immer neue Erstattungsansprüche entstünden, weil Flüge gestrichen werden müssen oder Gäste aufgrund von Reisewarnungen stornieren. Derzeit erreichen Lufthansa dreimal so viele Anträge wie noch vor der Pandemie.

In Sachsen ist die Zahl der Gäste und Übernachtungen in diesem Jahr um 50 Prozent eingebrochen. Das teilte gestern der Landestourismusverband Sachsen mit. Der Verband fordert nun für drei Jahre einen »Stabilisierungspaket Tourismus«.

Im August haben offenbar viele Touristen ihren Urlaub in Südtirol verbracht. »Gerade der August ist in allen Landesteilen sehr zufriedenstellend verlaufen«, sagte Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor der IDM Südtirol – eine Organistation, die das Urlaubsland Südtirol in elf europäischen Märkten bewirbt. Nun sollen auch viele Menschen im Herbst ihren Urlaub in Südtirol verbringen. Dafür soll in diesen Tagen und Wochen eine massive Werbekampagne in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien sorgen. 

4. September: Kritik an Kanaren-Reisewarnung, Eurowings reduziert Verbindungen nach Spanien und Kroatien, Norwegen-Kreuzfahrten eingeschränkt, Tagestouristen wieder in Mecklenburg-Vorpommern, saftige Strafen für Reisebus-Passagiere ohne Maske

Der Deutsche Reiseverband hat Kritik an der Reisewarnung für die Kanarischen Inseln geübt. Es sei nicht verhältnismäßig, die gesamten Kanaren unter die Reisewarnung zu stellen, obwohl sich die Infektionszahlen nur auf einige wenige Gebiete beschränkten, so der DRV. So seien nur die Städte auf Gran Canaria und Teneriffa betroffen. Risikogebiete sollten möglichst zielgenau und differenziert ausgewiesen werden – ähnlich wie dies in Deutschland bereits auf Landkreisebene geschieht. So kann dem Infektionsgeschehen zielgenauer begegnet werden. Pauschale Warnungen würden den Realitäten in den Ländern nicht gerecht. Statt politisch sauber zu differenzieren, würden Urlauber, Geschäftsreisende und die ganze Reisewirtschaft pauschal zur Verantwortung gezogen. Auch Reiseveranstalter kritisierten die Entscheidung der Bundesregierung.

Die aktualisierten Reisewarnungen für Spanien und Teile Kroatiens bleiben nicht ohne Folgen für die Flugangebote der Airline Eurowings. Vorstandschef Jens Bischof sagte, man zwei gezwungen, wieder Flüge aus dem System zu nehmen. Das werde aber keine Hauruck-Aktion. Vielmehr plane man ausreichend Vorlauf ein, damit Kunden rechtzeitig umbuchen oder stornieren könnten.

Wer in den nächsten Wochen eine Kreuzfahrt in norwegischen Gewässern unternehmen möchte, muss sich auf Ungemach einstellen. Gestern gab Norwegens Regierung bekannt, dass auf Spitzbergen Seetouristen ab jetzt nicht mehr an Land gehen dürfen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 1. November.

Darauf haben Hoteliers, Gastronomen und Betreiber anderer Freizeitunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern lange gewartet: Ab heute dürfen Tagestouristen aus anderen Bundesländern wieder in das Land reisen. Es sei richtig, Tagestouristen wieder zuzulassen und nicht den Sonderweg, den Mecklenburg-Vorpommern gegangen sei, weiter zu führen, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Tagestouristen seien nicht der Grund für steigende Infektionen, so Woitendorf.

Gestern kontrollierten Polizisten auf einem Parkplatz auf der Raststätte Mitterteich an der A93 einen Reisebus. Dabei fiel auf, dass alle 14 Passagiere an Bord keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Nun erwartet das Busunternehmen und die Passagiere eine saftige Strafe: 5.000 Euro für das Busunternehmen und 250 Euro für die Passagiere. 

3. September: Reisewarnung nun für ganz Spanien und die Gespanschaft Zadar in Kroatien, negatives Corona-Testergebnis Voraussetzung für Einreise auf die Malediven, 30 Prozent weniger Deutsche im Österreich-Urlaub

Beobachter hatten es schon geahnt, jetzt hat die Bundesregierung Nägel mit Köpfen gemacht: Auch die Kanarischen Inseln sind jetzt zu Corona-Riskogebieten erklärt worden. Grund ist die hohe Zahl an Corona-Infizierten auf den Inseln. Somit ist nun ganz Spanien ein Risikogebiet. Für den Tourismus auf den Kanarischen Inseln gleicht das einer Katastrophe.

Auch ein Urlaub in Kroatien wird problematischer: Das Robert-Koch-Institut hat gestern die Gespanschaft Zadar in Dalmatien nun auch zum Corona-Risikogebiet erklärt. Die Region umfasst den nördlichsten Teil Dalmatiens rund um die Stadt Zadar. Dazu gehören aber auch die vorgelagerten Inseln sowie das Hinterland von der Adria bis zur Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Bereits zuvor waren die Gespannschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien zu Risikogebieten erklärt worden. Wer dort trotzdem Urlaub macht, muss sich nach seiner Rückkehr in Quarantäne begeben.

Wer auf die Malediven reisen will, muss spätestens ab dem 10. September einen negativen Corona-Test vorlegen. Das sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums der Malediven. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden bei Abreise sein.

Der Tourismus in Österreich leidet weiter unter der Corona-Pandemie. Das sieht man vor allem an der Zahl der Übernachtungen. Zwar konnte der Abwärtstrend im Juli leicht abgefedert werden, das Minus betrug aber immer noch 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Laut vorläufigen Daten von Statistik Austria sind für das Minus vor allem die ausbleibenden Gäste aus dem Ausland verantwortlich. Allein aus Deutschland und der Schweiz verzeichnen die Statistiker ein Minus von rund 30 Prozent.

2. September: Hoffen und Bangen auf den Kanaren, TUI-Chef: Wille zum Reisen ungebrochen, IATA-Kritik an Regierungen

Die Kanarischen Inseln sind derzeit die einzige Region in Spanien, für die das Auswärtige Amt aktuell keine Reisewarnung ausgesprochen hat. Dennoch ist auch dort die Corona-Situation alles andere als rosig. Beobachter gehen davon aus, dass angesichts der Corona-Infiziertenzahl die Bundesregierung durchaus auch für die Kanaren eine Reisewarnung aussprechen könnte. Entsprechend ist die Stimmung auf den Inseln: Viele Touristen bleiben dieses Jahr zuhause – »aus Angst«, vermutet Ángel Víctor Torres, der Regionalpräsident der Kanaren. 

In Corona-Zeiten zu verreisen – ist das eine gute Idee? Kommt drauf an, dürften wohl viele denken. In viele Länder Europas ist das ja derzeit möglich. Wer das Land nicht verlassen will, kann auch prima in Deutschland seinen Urlaub verbringen. Aber das tun längst nicht alle. Fritz Joussen, Vorstandschef von TUI, jedenfalls ist überrascht darüber, dass in Corona-Zeiten so viele Menschen verreisen. TUI hat im Juli fast 600.000 Kunden in den Urlaub gebracht. Für 2022 rechnet Joussen sogar mit »hohen Wachstumsraten«. 

Die International Air Transport Association (IATA) hat Regierungen weltweit dafür kritisiert, wie sie aktuell mit der Corona-Pandemie umgehen. Staatliche Maßnahmen wie geschlossene Grenzen, Reisebeschränkungen und Quarantänen machen die Nachfrage nach Reisen weiterhin zunichte, kritisiert die Organistaion. Dies spiegele sich in den enttäuschenden Zahlen zu Beginn der Sommersaison wider, in der sich von Mai bis Juni nur minimale Verbesserungen zeigten. »Der Schutz ihrer Bürger muss die oberste Priorität der Regierungen sein. Aber zu viele Regierungen bekämpfen isoliert eine globale Pandemie mit der Ansicht, dass das Schließen von Grenzen die einzige Lösung ist. Es ist Zeit für die Regierungen, zusammenzuarbeiten«, sagte Alexandre de Juniac, Generaldirektor und CEO der IATA.

1. September: Verbraucherzentrale: Reisevorauszahlungen abschaffen, Airline nach Corona-Ignoranz an Bord in der Kritik, Übernachtungen am Bodensee auf Niveau des Vorjahres

Wer eine Pauschalurlaubsreise bucht, muss in der Regel eine Vorauszahlung leisten. Das ist schon seit Jahrzehnten so. In Coronazeiten hat sich aber gezeigt: Das kann für Verbraucher ganz schön teuer oder nervig werden – dann nämlich, wenn der Reiseveranstalter oder die Airline in Zahlungsschwierigkeiten gerät und bei einer abgesagten Reise das im Voraus überwiesene Geld nicht oder viel zu spät zurückzahlt. Über dieses Problem hat sich auch die Verbraucherzentrale Bundesverband Gedanken gemacht. Deren Chef Klaus Müller sagt nun: »Ich halte die Vorkassezahlungen für antiquiert, für nicht mehr verantwortbar im Flug- und Reisebereich.« 

Vor genau einer Woche, am 25. August, war ein TUI-Ferienflieger von der griechischen Insel Zakynthos nach Cardiff in Wales unterwegs. An Bord waren rund 200 Menschen, davon einige Corona-Infizierte. Und dann das: Viele an Bord trugen während des Fluges keinen Mund-Nasen-Schutz, die Crew schien das nicht wirklich zu interessieren. Nun müssen alle, die in dem Flieger saßen, für zwei Wochen in Quarantäne. 

Wie sehr haben die deutschen Urlaubsregionen eigentlich von der Corona-Pandemie »profitiert«? Nach allem, was man hört: höchst unterschiedlich. Während einige Regionen, wie jene an der Nord- und Ostsee, von vielen Touristen berichten, sieht es in den Städten schlecht aus. Andere Regionen wiederum konnten das Niveau vom Vorjahr zumindest halten. So auch die Region rund um den Bodensee. Dort sei die Anzahl der Übernachtungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, heißt es von der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH. 

31. August: Kontrollprobleme bei Reiserückkehrern, Metropolitan Museum of Art in New York wieder geöffnet, Barcelona will nach Corona nachhaltiger werden

Bald soll die Testpflicht für Reiserückkehrer der Vergangenheit angehören. Stattdessen müssen sich alle Rückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne begeben (wir berichteten). Um so wichtiger wird es also sein, dass sich alle daran halten. Aber tun sie das auch? Werden sie dabei kontrolliert? Das sind Fragen, deren Beantwortung derzeit Probleme bereitet. Denn aus vielen Gesundheitsämtern kommt die Nachricht, dass man aufgrund der knappen Ressourcen wenig Möglichkeiten habe, die von Rückreisenden gemachten Angaben und die Quarantäne zu überprüfen, berichtet die FAZ.

Darauf haben viele Kunstfans lange warten müssen: Das Metropolitan Museum of Art in New York hat am Samstag wieder seine Türen geöffnet. Aber so wie früher ist es natürlich noch nicht. Das Corona-Schutzkonzept sieht vor, dass sich nur ein Viertel der sonst üblichen Besucher gleichzeitig im Museum aufhalten dürfen. Besucher dürfen nur in einem bestimmten Zeitfenster im Museum sein, dabei müssen sie eine Maske tragen. Außerdem wird die Körpertemperatur gemessen.


Barcelona gehört zu den beliebtesten Städtereisezielen Europas. Im vergangenen Jahr besuchten 28 Millionen Touristen die Stadt. Das ist eine ganze Menge; die vielen Touristen sind einigen Einwohnern und Politikern aber ein Dorn im Auge. Das hat Gründe: So wurden Mietwohnungen zu AirBnb-Unterkünften verwandelt, alteingessene Einzelhändler mussten Souvenir-Shops weichen. Vom Lärm der Partytouristen ganz zu schweigen. Die Corona-Pandemie hat nun alles verändert. Die Touristen blieben weg. Dies sei jetzt ein entscheidender Moment, um den Tourismus in Barcelona zu überdenken, fordert Maria Abellanet, Geschäftsführerin der Schule für Tourismus, Hotel und Gaststättengewerbe in Barcelona (CETT). Die aktuelle Situation sei eine Chance für einen Neubeginn im Zeichen der Nachhaltigkeit. 

29. August: STA Travel insolvent, Aida Cruises startet im November, Reisewarnung: Kanaren wackeln, Rolle rückwärts in Ungarn und Estland, brasilianische Tourismusinsel: Einreise nur nach Corona-Infektion

Dass die Situation vieler Reisebüros derzeit dramatisch ist, ist offenkundig. Nun hat es die Reisebürokette STA Travel erwischt: Sie meldete am Donnerstag Insolvenz an, teilte das Unternehmen gestern mit. Schuld an der Situation sei die Corona-Pandemie und der damit einhergehende massive Rückgang an Reisebuchungen.

Die Rostocker Reederei Aida Cruises will erst ab November wieder in See stechen. Als erstes Schiff der Aida-Flotte soll das Schiff AIDAmar ab dem 1. November 2020 auf siebentägigen Reisen Kurs auf die Inselwelt der Kanaren nehmen. Ab dem 7. November 2020 soll AIDAperla folgen, die das ursprünglich mit AIDAnova geplante Reiseprogramm übernehmen wird. Start- und Zielhafen für die Reisen von AIDAmar ist Las Palmas, Gran Canaria. Für die Reisen mit AIDAperla bietet AIDA Cruises neben Las Palmas mit Santa Cruz de Tenerife einen zweiten Wechselhafen auf Teneriffa an. Im westlichen Mittelmeer plant Aida Cruises den Neustart ab dem 12. Dezember 2020 mit AIDAstella.

Bleiben die Kanarischen Inseln weiterhin von der Reisewarnung der Bundesregierung verschont? Daran gibt es immer mehr Zweifel, denn die Zahl der Corona-Infizierten auf den Kanaren steigt weiter. In den vergangenen sieben Tagen gab es auf den Inseln deutlich mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner – fast 80 nämlich. Das sind deutlich mehr als derzeit in den Regionen Valencia oder Andalusien.

Und wieder zwei Länder, in die wir bald nicht mehr reisen können: Ungarn und Estland. Die Regierungen beider Länder kündigten gestern an, wegen der Corona-Pandemie ihre Einreisebestimmungen zu verschärfen. Während Ungarn ab dem 1. September allen Ausländern die Einreise verweigern wird, kündigte Estland an, ab Montag Deutsche nur noch ins Land zu lassen, wenn sie sich anschließend für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Länder, in denen strikte Einreise-Corona-Regeln gelten, machen es Touristen derzeit schwer, dort Urlaub zu machen. Entweder ist die Reise (noch) untersagt oder man muss einen Corona-Test machen. Oder aber man muss sich in Quarantäne begeben. Einen anderen Weg geht die brasilianische Ferieninsel Fernando de Noronha. Dort darf nur hinreisen, wer bereits mit dem Coronavirus infiziert war.

28. August: Quarantäne statt Test für Reiserückkehrer beschlossen, Thailands Comeback-Pläne

Wir hatten es an dieser Stelle bereits geschrieben, nun kommt es auch so: Wer demnächst aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland zurückkehrt, muss für 14 Tage in Quarantäne. Allerdings kann die Quarantäne-Zeit verkürzt werden. So hat man die Möglichkeit, nach fünf Tagen einen Corona-Test machen zu lassen. Fällt das Ergebnis negativ aus, darf man die Quarantäne-Zeit vorzeitig beenden. Diese Regelung haben Bund und Länder gestern beschlossen. Außerdem soll das Infektionsschutzgesetz dahingehend geändert werden, dass Urlauber, die bewusst in ein Risikogebiet reisen anschließend keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung für die Quarantänezeit haben. Die Luftverkehrsbranche kritisiert die Neuregelungen. Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafen Düsseldorf, sprach von einem falschen Signal. 

Thailand möchte im Oktober wieder Touristen aus dem Ausland begrüßen. An sich eine gute Nachricht. Allerdings hat die Sache einen Haken: Der Aufenthalt ist an zahlreiche Bedingungen geknüpft, die wohl kaum Touristen ins Land locken dürfte. So sollen Touristen zu Ferienbeginn 14 Tage lang in Quarantäne, regelmäßig Coronatests machen und sich mit einem GPS-Armband überwachen lassen. 

27. August: Kein Urlaub bei Quarantäne nötig, weltweite Reisewarnung bis Mitte September, Söder zur Testpflicht von Reiserückkehrern, Norwegen: wieder Quarantäne für Deutsche

Wer aus einem Risikogebiet kommt und in Quarantäne muss, muss dafür keinen Urlaub nehmen und auch keinen Verdienstausfall befürchten. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Grundlage dafür sei Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes. Die Regelung greife sogar dann, wenn bereits vor Antritt der Reise die Urlaubsregion als Risikogebiet ausgewiesen worden sei.

Auch wenn Länder mit niedrigen Corona-Infektionszahlen gehofft hatten: Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb Europas verlängert. Die Maßnahme gilt bis zum 14. September. Das Robert-Koch-Institut hat derzeit rund 130 Länder als Risikogebiete eingestuft. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft fordert dagegen eine differenzierte Betrachtung. »Für Länder, deren Infektionsgeschehen auf einem unkritischen Niveau liegt und die ihrerseits Einreisen zulassen, sollte die Warnung aufgehoben werden. Im Falle lokaler Ausbrüche sollte der bereits beschrittene Weg des Auswärtigen Amts von differenzierten Reisewarnungen für Teilregionen fortgeführt und weiter optimiert werden. In Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Zielländern sollte unvoreingenommen geprüft werden, ob und wie erfolgte Reisewarnungen für ganze Länder oder größere Regionen möglichst schnell weiter ausdifferenziert werden können«, teilte der Verband mit.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist nicht mit den neuen Plänen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einverstanden. Der CSU-Politiker sagte, er habe kein Verständnis dafür, dass die erst vor zwei Wochen eingeführte Testpflicht für Reiserückkehrer nun schon wieder abgeschafft und durch eine Quarantäneregelung ersetzt werden soll, die nicht in der Praxis funktionieren werde.

Die gestiegene Zahl an Corona-Infizierten in Deutschland hat die Regierung in Norwegen beunruhigt – mit der Folge, dass Deutsche, die ab dem 29. August nach Norwegen einreisen, für 10 Tage in Quarantäne müssen. Die Maßnahme ist zunächst bis zum 1. Oktober befristet.

26. August: Airline-Verband kritisiert neue Reiserückkehrerpläne, Zwist zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften über Lohnfortzahlung bei Quarantäne, Lufthansa streicht Umbuchungsgebühr komplett

Das Vorhaben der Gesundheitsminister aus Bund und Ländern, die verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten wieder einzustellen und durch eine pauschale Quarantäneanordnung zu ersetzen, stößt bei den Airlines in Deutschland auf wenig Gegenliebe. Peter Gerber, Präsident des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), sagte dazu: »Das Vorhaben der Gesundheitsminister, Tests an den Flughäfen jetzt wieder einzustellen, ist ein alarmierendes Zeichen dafür, dass die Testkapazitäten in einigen Bundesländern offenbar von den Behörden nicht hinreichend ausgebaut wurden, um alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu testen. Für die europäische Tourismuswirtschaft, für die Luftverkehrswirtschaft und für die vielen Menschen, die Verwandte und Freunde besuchen wollen, geschäftliche Termine wahrnehmen müssen oder Urlaub machen wollen, ist das ein bitterer Rückschritt. Damit werden erneut rund 80 Prozent der Flugziele im Luftverkehr mit Deutschland durch pauschale Quarantänebestimmungen blockiert.«

Bleiben wir beim Thema – aus Sicht von Reisenden. Wenn man nun eine Reise in ein Risikogebiet antritt und anschließend für mindestens fünf Tage in Quarantäne muss, wie sieht es dann eigentlich aus mit der Lohnfortzahlung? Ein Sprecher der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, sagte gegenüber der Berliner Zeitung, wer in ein Risikogebiet reise und deswegen nach der Rückkehr in Quarantäne müsse, erhalte in der Zeit der Quarantäne keinen Lohn. »Die Menschen fahren ja sehenden Auges in ein Risikogebiet, sie kennen die Pflichten.« Die Gewerkschaften haben dazu eine andere Meinung.

Die Fluggesellschaften Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines stellen ihre Tickettarifstruktur bis Ende Dezember grundsätzlich um. Ab sofort seien sämtliche Tarife mehrfach gebührenfrei umbuchbar – beispielsweise auch der günstigste Light Tarif ohne aufgegebenes Gepäck, teilte die Airline mit. Aufgrund der Pandemie hatten die Lufthansa Group Airlines bereits im Frühjahr eine einmalige gebührenfreie Umbuchung möglich gemacht. Die neue Regelung gilt weltweit sowohl bei Kurz-, Mittel- als auch bei Langstrecken für alle Neubuchungen.

25. August: Quarantäne statt Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, Lufthansa verschärft Maskenregeln, Reisewarnung für die Côte d’Azur und Paris, keine Reisen nach Bali bis Ende des Jahres

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich derzeit unmittelbar nach ihrer Rückkehr einem Coronatest unterziehen. Der Test ist gratis. Aber all das soll sich schon bald wieder ändern. Nach Ende der Urlaubssaison soll es wieder zurück auf Los gehen. Das heißt: Quarantänepflicht wie zuvor. Erst wenn fünf Tage nach der Wiedereinreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis vorgelegt werden kann, soll man von der Quarantänepflicht befreit werden. Darauf sollen sich die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern während einer Schaltkonferenz geeinigt haben.

Die Airlines der Lufthansa Group verschärfen ihre Regeln zum Tragen einer Masken an Bord. Ab dem 1. September 2020 sei eine Befreiung von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während des Fluges aus medizinischen Gründen nur noch dann möglich, wenn das ärztliche Attest auf einem von der Airline vorgegebenen Formblatt vorgelegt werde, teilte die Airline mit. Fluggäste können das Dokument auf den Webseiten der Fluggesellschaften herunterladen. Zusätzlich müssen Passagiere, die während des Fluges keine Maske tragen können, einen negativen Covid-19-Test vorlegen, der beim planmäßigem Start der Reise nicht älter als 48 Stunden sein dürfe. So werde ein Höchstmaß an Sicherheit für die mitreisenden Fluggäste gewährleistet, so die Airline in einer Mitteilung. In den letzten Tagen und Wochen machten Berichte die Runde, wonach Ärzte Maskenverweigerern Gefälligkeitsatteste ausstellen.

Das Corona-Reisewarnungskarussell dreht sich weiter. Gestern sind auch die Côte d’Azur und die Region Île-de-France samt der Hauptstadt Paris zu Corona-Risikogebieten erklärt worden. Wenig später zog das Auswärtige Amt nach und sprach eine Reisewarnung für die beiden bei Touristen beliebten Regionen in Frankreich aus.

Bali-Freunde hegten die Hoffnung, dass es ab Mitte September etwas werden könnte mit der Reise auf die indonesische Insel. Doch damit ist es jetzt vorbei: Balis Gouverneur Wayan Koster kündigte gestern an, dass man bis Ende des Jahres keine Touristen einreisen lassen werde.

24. August: Wirrwarr um Veranstalter-Reisen nach Mallorca, nur wenige Touristen an der Algarve, Sorge vor dem Herbst in München, Salzburger Festspiele im Corona-Modus

Bisher galt: Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für ein Land oder eine Region aus, ziehen sich die Reiseveranstalter zurück und bieten keine Reise mehr in das Land oder die Region an. Mit Blick auf Mallorca kann davon aber derzeit keine Rede sein. Einige Veranstalter wie FTI und Alltours bieten weiterhin Reisen auf die Insel an. Frei nach dem Motto: Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Doch das Vorgehen der Veranstalter sorgt für Unmut in der Branche, berichtet der Business Insider, und spekuliert darüber, ob andere Reiseveranstalter nun auch bald wieder Reisen nach Mallorca anbieten.

Auch an Portugals populärster Küste, der Algarve, sind die Folgen der Corona-Pandemie verheerend. Rund 20 Millionen Urlauber sind hier normalerweise zu Gast. In diesem Jahr sind die Besucherzahlen um bis zu 90 Prozent zusammengebrochen, heißt es aus der Region. Das hat immense Folgen für die Wirtschaft der Region. Nun wird an der Algarve darüber diskutiert, wie man in Zukunft unabhängiger vom Tourismus werden kann. 

Blickt man dagegen auf die Urlaubsregionen in Deutschland, fällt das Fazit zweischneidig aus. Traditionell populäre Urlaubsregionen wie jene an der Nord- und Ostsee sowie die in Bayern haben in diesem Sommer einen Touristenandrang erlebt. Ganz anders sieht es in den Großstädten aus, etwa in München. Dort zeigt die Zahl der Übernachtungen, dass sich München kaum von Corona erholt habe, zitiert die Abendzeitung einen Sprecher der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Nun blicke man mit Sorge auf den Herbst, vor allem die Gastronomie.

Ein Riesenfestival in Corona-Zeiten? Die Salzburger Festspiele jedenfalls gehen in diesem August über die Bühne. Aber ausgerechnet zum 100-jährigen Jubiläum ganz anders, als man sich dies vor einem Jahr vorgestellt hatte: mit Maske, keiner Pause, viel Abstand und in einem kleineren Rahmen. 

23. August: Debatte über kostenlose Coronatests für Reiserückkehrer dauert an, Lufthansa-Start-Abbruch wegen Corona-Fall an Bord, Urlauber verlassen Kroatien

Die kostenlosen Coronatests für Reiserückkehrer an Flughäfen beschäftigten weiterhin Politiker und Virologen. Auch Christian Drosten, Chefvirologe der Charité in Berlin, hat sich nun eingeschaltet. In einem Brief an den Berliner Senat empfiehlt er, die kostenlosen Coronavirus-Tests an Flughäfen wieder einzustellen. Die Labore kämen an ihre Grenze, schreibt er. Es drohe ein Engpass bei den Reagenzien. Unterdessen forderte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Samstag in der Aktuellen Stunde im WDR, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihre Tests in Zukunft selbst zahlen sollen. Denkbar sei, dass die Kosten bereits im Flugpreis enthalten seien, so Laschet. Der NDR berichtet derweil, dass sich viele Reiserückkehrer aus Risikogebieten nicht bei den Gesundheitsämtern melden.

Am Frankfurter Flughafen ist am Freitag ein Flug abgebrochen worden, weil eine mit dem Coronavirus infizierte Frau an Bord war. Die Maschine war bereits auf dem Weg zum Rollfeld, als die Passagierin das Flugpersonal von dem Malheur unterrichtete. Demnach hatte sie gerade erst eine E-Mail mit ihrem positiven Testergebnis erhalten. Daraufhin kehrte die Maschine zum Terminal um, die Frau verließ den Flieger, anschließend ging es planmäßig weiter nach Minsk.

Die Reisewarnungen vieler Länder bleiben nicht ohne Folgen für Kroatien: Tourismusverantwortliche in dem Land berichten von Stornierungen und vorzeitigen Abreisen von Gästen aus Deutschland, Österreich und Slowenien – Länder, die Slowenien entweder ganz oder teilweise auf die rote Liste gesetzt haben.

22. August: Kritik an Werbekampagne von Rheinland-Pfalz, Lufthansa: 92 Prozent aller Anträge auf Ticketerstattung abgearbeitet, Reisewarnung für Brüssel

In Coronazeiten haben viele Menschen eine bestimmte Vorstellung vom Urlaub: gern im eigenen Land, gern in der Natur mit viel Platz, um Abstand zu halten. Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen von Rheinland-Pfalz Tourismus, als sie ihre jüngste Tourismuskampagne vorstellten. Da ist viel von ländlicher Idylle, Weinbergen und Wanderwegen zu sehen. Aber einigen ist das zu viel des Guten. Den Städten zum Beispiel. Sie kommen gar nicht in der Kampagne vor. Nun ist Rheinland-Pfalz nicht gerade mit Metropolen gesegnet, aber einige sehenswerte Großstädte gibt es schon, etwa Kaiserslautern, Mainz, Trier, Koblenz oder Speyer. Städtereisen seien bei der Werbekampagne der Marketinggesellschaft Rheinland-Pfalz Tourismus »leider völlig unter den Tisch gefallen«, so Michael Mätzig, geschäftsführender Direktor des Städtetags Rheinland-Pfalz, Michael Mätzig.

Die Lufthansa und viele andere Airlines standen in den letzten Wochen und Monaten massiv in der Kritik, weil sie sich viel zu lange Zeit für die Ticketerstattungen ließen. Zur Erinnerung: Seit März wurden wegen Corona zahlreiche Flüge storniert. Nun sagt die Lufthansa: »Die Airlines der Lufthansa Group haben im laufenden Jahr bislang über 2,3 Milliarden Euro an insgesamt 5,4 Millionen Kunden rückerstattet (Stand: 16.8.2020). 92 Prozent aller Anträge von Lufthansa-Passagieren aus dem ersten Halbjahr wurden bislang bearbeitet und ausbezahlt.« Ziel sei es weiterhin, bis Ende August alle berechtigten Ansprüche, die bis Ende Juni eingegangen seien, zu begleichen.

Nun ist auch Belgiens Hauptstadt betroffen: Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Brüssel ausgesprochen. Aus diesem Grund warnt das Auswärtige Amt nun auch vor »nicht notwendigen, touristischen Reisen« nach Brüssel. Seit dem Freitagabend ist die Stadt in den Augen der deutschen Behörden ein Risikogebiet. Bereits zuvor wurde eine Reisewarnung für Antwerpen ausgesprochen, Belgiens zweitgrößte Stadt.

21. August: Reisewarnung für Teile Kroatiens, DRV: klassische Urlaubsreisen nicht an Pranger stellen, rbb24 Recherche: Testpflicht für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten wird kaum überprüft, Forderung nach Heizpilzen

Erst preschte das Robert-Koch-Institut vor, indem es die Gebiete zu Risikogebieten erklärte, dann zog das Auswärtige Amt nach und sprach eine Reisewarnung aus: Nun wird auch vor Reisen in die kroatischen Regionen Šibenik-Knin und Split-Dalmatien gewarnt. »In den Gespanschaften Šibenik-Knin und Split-Dalmatien liegen die Inzidenzen derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner auf sieben Tage”, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Konsequenz für Menschen, die aus diesen Gebieten zurückkehren: ein verpflichtender kostenloser Corona-Test und gegebenfalls eine Quarantäneverpflichtung bei Einreise nach Deutschland. Auf einem in der Region gelegenen Campingplatz fühlen sich die Urlauber aber sicher, berichtet der BR.

Der Deutsche Reiseverband kritisiert die öffentliche Debatte über Pauschalreiserückkehrer und die damit angeblich einhergehende Zahl von Corona-Infizierten. Aus Sicht des DRV sei es nötig, die vorliegenden Infizierten-Zahlen einer genaueren Analyse zu unterziehen. 39 Prozent derjenigen, die in der vergangenen Woche in Deutschland positiv auf Corona getestet wurden, haben sich vermutlich im Ausland angesteckt, teilte der DRV mit. Als wahrscheinlichste Infektionsländer würden – nach Deutschland – Kosovo, Türkei, Kroatien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina genannt. »Das zeigt, dass die hohe Anzahl von Infektionen insbesondere aus Destinationen mit einem sehr hohen Anteil an ethnischem Reiseverkehr herrührt. Gemeint sind Reisen zu Freunden, Familien und Verwandten, die oft mit dem eigenen PKW und in aller Regel individuell organisiert werden«, ordnet DRV-Präsident Norbert Fiebig die vorliegenden Zahlen ein. Der organisierte Tourismus sei nur in äußerst geringem Umfang von Corona-Infektionen betroffen. Den deutschen Reiseveranstaltern sei nur eine sehr geringe Anzahl an Fällen bekannt.

Die Berliner Gesundheitsämter sind personell nicht in der Lage, die seit Anfang August geltende Testpflicht für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten zu überprüfen. Das ergab eine Umfrage der Redaktion rbb24 Recherche. Wer per Flugzeug oder Bus aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehrt, muss beim Ausstieg eine sogenannte Aussteigekarte ausfüllen und angeben, wie er erreichbar ist. Diese Karten werden in die Wohnorte oder Bezirke und von dort an die zuständigen Gesundheitsämter weitergeleitet. Detlef Wagner (CDU), Stadtrat für Soziales und Gesundheit in Charlottenburg-Wilmersdorf, erklärte gegenüber dem rbb, dass sein Gesundheitsamt schon jetzt personell überlastet sei. »Wir können es niemals schaffen, anhand jeder Aussteigekarte zu überprüfen, ob der dazugehörige Mensch auch wirklich einen Test gemacht hat. Das können nur ganz wenige Stichproben sein.«

Wer im Herbst oder Winter eine Kneipe oder ein Restaurant besucht, nutzt normalerweise die Innenräume. In Coronazeiten aber vermutlich deutlich seltener. Viele fürchten sich davor, sich mit dem Virus in belebten Innenräumen anzustecken. Was also tun, wenn es wieder kälter wird? Um auch im Herbst und Winter Gäste draußen zu bewirten, fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), dieses Jahr ausnahmsweise Heizpilze bundesweit zu erlauben. »Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen«, forderte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges im Tagesspiegel. 

20. August: Corona-Verschärfungen in Chalkidiki und auf Mykonos, Ernüchterung bei den Airlines, TUI Cruises sagt zahlreiche Kreuzfahrten ab, Sauerland und Teutoburger Wald in NRW spitze

Griechenlands Regierung hat schärfere Corona-Maßnahmen für die Halbinsel Chalkidiki und für Mykonos beschlossen. Partys, Religionsfeiern und Wochenmärkte sind dort nun bis Ende des Monats verboten. Clubs, Bars und Tavernen müssen um Mitternacht schließen. Die bei Touristen beliebten Regionen verzeichnen stark gestiegene Corona-Infizierten-Zahlen.

Als im Juni die weltweite Reisewarnung aufgehoben wurde, atmeten die Airlines tief durch. Endlich konnten sie wieder durchstarten, wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Zahl der Flüge nahm in den Wochen danach immer mehr zu. Es ging wieder aufwärts. Doch mit den neuerlichen Reisewarnungen dürfte der kleine Höhenflug wieder gestoppt sein. Diese Warnungen »haben einen extrem negativen Einfluss«, sagt Peter Gerber, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Nicht viel besser geht es den Reedereien. Auch sie leider unter den aktuellen Bedingungen. TUI Cruises sagte nun mehrere Reisen für den Herbst ab. Darunter alle Reisen im Oktober (Ausnahmen: Blauen Reisen und die Reise der Mein Schiff 6 ab 25.10.) sowie die November-Reisen der Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4 am 1.11., der Mein Schiff 5 am 5.11. sowie der Mein Schiff Herz am 6.11.2020.

Die starken Corona-Einbrüche in den Städten machten sich auch im Ranking der NRW-Tourismusregionen bemerkbar. Während im vergangenen Jahr Köln mit dem Rhein-Erft-Kreis bei den Übernachtungszahlen an der Spitze der nordrhein-westfälischen Beherbergungsstatistik stand – gefolgt vom Ruhrgebiet und dem Teutoburger Wald –, sicherten sich im ersten Halbjahr 2020 mit dem Teutoburger Wald und dem Sauerland ländlichere Regionen die ersten Plätze: Der Teutoburger Wald verbuchte gut zwei Millionen Übernachtungen, das Sauerland folgte mit 1,95 Millionen Übernachtungen vor dem Ruhrgebiet, das auf knapp 1,9 Millionen Übernachtungen kam.

19. August: Finnland: wieder Quarantäne für Deutsche, Reiserückkehrer stärker verantwortlich für steigende Coronazahlen als gedacht, Kroatien soll Risikogebiet werden, Eurowings: großes Interesse nach freiem Mittelsitz, Diskussion über Karneval in Coronazeiten

Urlauber aus Deutschland, die in Finnland die Ferien machen wollen, droht ab nächsten Montag wieder Ungemach: Sie müssen ab dann nach Einreise wieder 14 Tage lang in Quarantäne. Das teilte Finnlands Regierung heute mit. Neben Deutschland sind weitere Länder von der neuen Maßnahme betroffen.

Sowohl in Deutschland wie in Österreich gibt es Gründe zu der Annahme, dass die steigende Zahl der Coronainfizierten mit Reiserückkehrern zusammenhängen. »Auch in Österreich ist in den letzten Tagen leider Gottes ein massiver Anstieg der Infektionszahlen spürbar gewesen«, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Dies hänge mit den Reiserückkehrern zusammen, sie stellten die größte Gruppe dar. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte den denkwürdigen Satz: »Der Ballermann ist der beste Freund des Coronavirus.« Ein ähnliches Bild in Deutschland: Mittlerweile haben sich fast 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen wohl im Ausland angesteckt. Unterdessen forderte Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff, dass Reiserückkehrer zwei Teste machen sollten.

Die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg, Söder und Kretschmann, wollen, dass Kroatien zum Risikogebiet erklärt wird. Grund seien die viele Coronainfizierten, die zuvor in Kroatien ihren Urlaub verbracht hätten. Medienberichten zufolge habe Kretschmann kein Verständnis dafür, dass diese Entscheidung in Berlin bislang noch nicht getroffen worden sei. 

Eurowings will als erste deutsche Airline einen im Vorfeld der Flugreise buchbaren freien Mittelsitz auf den Markt bringen. Das neue Angebot sei in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich in der Live-Umsetzung getestet worden und stieß vom Start weg auf außerordentlich hohes Interesse. Innerhalb kurzer Zeit habe Eurowings via Service-Center mehr als 5.000 Mittelsitze verkauft, obwohl die neue Lösung bisher noch nicht aktiv beworben wurde, teilte die Airline mit. »Das positive Feedback während der Testphase hat uns sehr deutlich gezeigt, dass sich unsere Gäste häufig mehr Komfort und Abstand an Bord wünschen. ‚Ultra-Lowcost‘ funktioniert seit Corona nicht mehr, zumindest nicht in unserem Heimatmarkt Deutschland. Wir gehen deshalb davon aus, dass der freie Mittelsitz ein sehr wichtiges Produkt beim Reisen der Zukunft wird«, sagt Eurowings CEO Jens Bischof.

Schon bald wird der Auftakt zum Karneval gefeiert, vor allem im Rheinland ist das ein großes Spektakel. Allein in Köln feiern Zehntausende auf den Straßen, Plätzen und in den Kneipen. Aber geht das in diesem Corona-Jahr überhaupt? Daran gibt es erhebliche Zweifel. Gesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich in einer Telefonkonferenz skeptisch; er könne sich das nicht vorstellen. Das wiederum verärgert die Karnevalisten. »Man muss nicht heute das verbieten, was in einem halben Jahr stattfinden soll«, sagte Michael Kramp, Sprecher des Festkomitee Kölner Karneval, dem WDR. 

18. August: Island wieder mit schärferen Einreiseregeln, Mallorca schockiert nach Reisewarnung, Ryanair reduziert wieder Zahl der Flüge, United Airlines mit »elektrostatischem Sprühsystem« auch in Deutschland

Island macht de facto wieder seine Grenze dicht. Seit gestern müssen nämlich auch deutsche Touristen, die auf die Insel reisen, wieder in Quarantäne. Diese dauert mindestens fünf bis sechs Tage. In dieser Zeit muss man zwei Corona-Tests machen lassen. Alternative: 14 Tage lang auf eigene Kosten in Quarantäne. Grund der Verschärfung ist die gestiegene Zahl an Corona-Infizierten.

Dass im Frühling keine Touristen nach Mallorca kamen, war schon schlimm für alle, die auf der Insel vom Tourismus leben. Aber nun, nachdem die Bundesregierung abermals eine Reisewarnung für Spanien (außer den Kanaren) ausgesprochen hat, geht es für viele auf der Insel um die Existenz. Hoteliers erwarten jetzt Schließungen. 

Ryanair-Chef Michael O’Leary gehörte im Frühjahr noch zu jenen, die Optimismus verbreiteten. So war er zuversichtlich, dass im September wieder 70 Prozent der Flüge aus der Vor-Corona-Zeit angeboten werden können. Aber daraus wird wohl erst mal nichts. Nachdem einige Regierungen Reisewarnungen für andere Länder ausgesprochen haben, werde man das Flugangebot wieder um rund 20 Prozent reduzieren. Betroffen seien vorwiegend Flüge nach Spanien, Frankreich und Schweden.

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19 hat United Airlines in Frankfurt und München ein neues Reinigungssystem der Flugzeugkabinen eingeführt. Ergänzend zu den Reinigungsroutinen der Innenkabinen vor jedem Start komme jetzt auch ein »elektrostatisches Sprühsystem« zum Einsatz, teilte die Airline mit. Es entferne zuverlässig Schmutzpartikel, Viren und Bakterien von Oberflächen wie Sitzen, Gepäckfächern und Fensterblenden, sei aber auch ideal für den Einsatz an schwer zugänglichen Stellen wie engen Spalten geeignet. Ein Erklärvideo gibt es hier zu sehen.

17. August: TUI: Mallorca-Reisewarnung übertrieben, Alltours bietet weiter Reisen nach Mallorca an, Übergriff in Corona-Test-Center am Flughafen Tegel

Am Freitag hatte die Bundesregierung eine Reisewarnung für Spanien mit Ausnahme der Kanaren ausgesprochen. Somit ist auch die bei Deutschen beliebte Insel Mallorca betroffen. Deutschlands größter Tourismuskonzern TUI hält die Reisewarnung für ganz Mallorca für falsch. Das sagte Thomas Ellerbeck, der für Politik und Kommunikation zuständige Manager des Konzerns, der Rheinischen Post. »Wir bedauern, dass Deutschland nun eine Reisewarnung für ganz Mallorca ausgesprochen hat. Besser wäre eine regionale Reisewarnung für Palma, Magaluf oder andere Orte mit erhöhten Fällen gewesen«, sagt er. Weiter sagte er: »Die meisten Urlauber sind sehr verantwortungsvoll und halten sich an die Regeln.« Die pauschale Warnung sei auch deshalb fragwürdig, weil große Teile der Insel von der Pandemie nur minimal betroffen seien. Es habe in keinem Hotel der Tui in Mallorca einen Vorfall gegeben. Der Konzern und auch der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärten, sie hofften auf ein baldiges Ende der Reisewarnung.

Unterdessen teilte der Veranstalter Alltours mit, dass bei Reisen nach Mallorca Kunden nun die Wahl hätten, ob sie die Reise antreten. Alternativ könnten sie ihren Urlaub mit Abreisen bis einschließlich 15.09.2020 kostenfrei stornieren. Neubuchungen für Mallorca seien ebenfalls weiterhin möglich. Die unternehmenseigenen allsun Hotels blieben geöffnet. Flugkapazitäten ab den großen deutschen Flughäfen stünden ausreichend zur Verfügung. Geflogen werde überwiegend mit Condor und Eurowings. Aus Spanien zurückreisende Kunden müssen bei Einreise nach Deutschland einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen oder einen Test machen, um eine Quarantäne zu vermeiden. »Wir überlassen es den Kunden, ob sie ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten«, so alltours-Inhaber Willi Verhuven.

Die Corona-Tests für Reiserückkehrer an Flughäfen sind mittlerweile überall möglich. So auch am Airport Berlin-Tegel. Dort ereignete sich gestern ein unschöner Vorfall: Mitarbeiter der Teststelle wurden von einem Familienvater tätlich angegriffen. Der Mann verlangte einen Test für seine Familie, wurde aber abgewiesen, weil er keinen Anspruch auf einen Test am Flughafen hatte. Die Familie war bereits vor mehr als eine Woche aus der Türkei zurückgekehrt. Charité und Vivantes, die Betreiber der Teststelle, schlossen daraufhin bereits um 18 Uhr das Testzentrum.

16. August: Diskussion über kostenlose Corona-Tests, Verunsicherung bei deutschen Urlaubern auf Mallorca, Briten reisen hastig ab, Verärgerung in Bulgarien über Reisewarnung, Dänemark kippt Sechs-Tage-Regel für Touristen

Wer aus dem Urlaub zurückkommt, kann oder – je nachdem, wo man herkommt – muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Politik hatte sich darauf geeinigt, dass diese Tests kostenlos sind. Das finden nicht alle gut. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte der Bild am Sonntag, die Reiserückkehrer sollten die Tests selbst bezahlen. Auch der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle ist dieser Meinung. »Wer jetzt noch nach Mallorca oder in andere Risikogebiete reist, sollte seinen Corona-Test selber zahlen müssen«, sagte er der Zeitung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dagegen hält an den Gratis-Tests fest. Ihn treibt die Sorge um, dass wegen der Kosten womöglich viele sich nicht testen lassen.

Nachdem die Bundesregierung am Freitag eine Reisewarnung für fast ganz Spanien (Kanaren nicht) aussprach, ist die Stimmung bei den deutschen Urlaubern im Keller. Auch auf Mallorca. Viele Fragen umtreiben die Urlauber: Bleiben oder sofort abreisen? Bekomme ich schnell das Testergebnis nach meiner Rückkehr? »Man kann natürlich den Urlaub fortsetzen und soll ihn auch gerne fortsetzen – aber, und darum geht es, man muss wachsam sein«, so Spahn gestern Abend in den Tagesthemen.

Diese Gelassenheit hatten viele Briten, die aktuell in Frankreich ihren Urlaub verbringen, nicht. Als die Regierung in London am Donnerstagabend bekanntgab, Frankreich von der Liste der Staaten zu nehmen, für die eine Ausnahme von der 14-Tage-Quarantäne-Regel gilt, versuchten viele Briten fluchtartig Frankreich zu verlassen. Die Nachfrage nach Eurostar- und Flugtickets zog rasant an.

In Bulgarien am Goldstrand hatte man die Hoffnung, dass der August die Saison irgendwie retten könnte. Aber daraus wird wohl nichts, nachdem die Bundesregierung eine Reisewarnung für die Goldstrand-Region aussprach. Vor Ort hält man herzlich wenig davon. Man halte alle Abstands- und Hygienemaßnahmen ein, wird eine Hotelmanagerin in der ARD-Sendung Weltspiegel im Ersten zitiert. Und außerdem sei die Zahl an Neuinfektionen in der Region nur deshalb so hoch, weil es hier zwei große Altersheime mit vielen erkrankten Menschen gebe, heißt es weiter.

Wer bisher seinen Urlaub in Dänemark verbringen wollte, musste nachweisen, eine Übernachtungsbestätigung für mindestens sechs Tage zu haben. Damit es bald vorbei. Die Sechs-Tage-Regel wird abgeschafft. Ab wann, steht noch nicht fest. Gleichzeitig beschloss die Regierung, eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmittel einzuführen.

15. August: Paukenschlag: Reisewarnung für Spanien, Minus am Gardasee, Polizei kontrolliert in Mecklenburg-Vorpommern

In Spanien ist die Zahl der Corona-Infizierten in den letzten Tagen und Wochen wieder gestiegen. Das hat die Bundesregierung zunehmend besorgt. Erst sprach sie Reisewarnungen für einige Regionen, u.a. für Katalonien, das Baskenland und die Region Madrid aus, nun erfolgte gestern der Paukenschlag: Es gilt wieder eine Reisewarnung für ganz Spanien – mit Ausnahme der Kanarischen Inseln. Zunächst wies die Bundesregierung gestern Nachmittag Spanien als Risikogebiet aus. Das hat zur Folge, dass alle Reisenden, die aus Spanien zurückkehren, einen Coronatest machen müssen. Die Reisewarnung geht nun noch einen Schritt weiter. Jetzt haben Urlauber das Recht, ihre Reise zu stornieren. Die TUI sagte bereits alle Spanien-Reisen ab – außer die auf die Kanaren. Unterdessen berichtet der WDR, dass trotz der Reisewarnung heute zahlreiche Urlauber von Flughäfen in NRW Richtung Spanien flogen.

Seit Juni können wir wieder nach Italien reisen. Ein beliebtes Reiseziel ist die Region rund um den Gardasee – viele Italien-Fans lieben die Region, eignet sie sich doch prima zum Wandern und für einen Badeurlaub. In diesem Corona-Sommer ist natürlich einiges anders. Zwar kommen mittleweile wieder zahlreiche Gäste, auch aus Deutschland, aber am Ende der Saison wird wohl ein fettes Minus die Zahlen bestimmen. »Wir hoffen, dass wir 2020 mit einem Minus von nur 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abschließen können«, sagte eine Hotelbesitzerin gegenüber Focus online.

In Mecklenburg-Vorpommern rechnet man am Wochenende wieder mit vielen Touristen, die an die Ostseestrände fahren wollen. Es könnte also wieder voll werden. Das Problem für Urlauber: Ein Tagesausflug ist nicht erlaubt. Wer ohne Übernachtungsbestätigung anreist, wird abgewiesen. Damit das Verbot durchgesetzt wird, hat Innenminister Lorenz Caffier die Polizei angewiesen, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu unterstützen. Auch sollen sie helfen, die Touristenströme zu lenken, damit einzelne Strände nicht von zu vielen Besuchern angesteuert werden.

14. August: Verbraucherschützer zu Herbst- und Winterurlaub,  Corona-Verschärfungen auf den Kanaren, TUI Cruises: negativer Corona-Test bei Anreise, Indonesien will vor 2021 keine Touristen ins Land lassen, Corona-Panne in Bayern: auch Claudia Roth betroffen nach Reise

Wer in diesen Tagen daran denkt, eine Urlaubsreise im Herbst oder Winter zu buchen, hat womöglich ein mulmiges Gefühl dabei. Wird alles so laufen, wie man sich das vorstellt? Was, wenn die Infektionszahlen in dem Wunsch-Urlaubsland wieder steigen und ein neuer Lockdown droht? Was, wenn nach der Rückreise eine Quarantäne droht? Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, fordert daher eine bessere rechtliche Absicherung für Urlauber. Ganz besonders für die, die Angst vor einer Reise oder  Vorerkrankungen haben.

Auf Gran Canaria oder Teneriffa abends genüsslich auf der Terrasse des Cafés oder der Bar eine Zigarette rauchen – das wird auf den Kanarischen Inseln verboten. Jedenfalls dann, wenn der Mindestabstand von anderthalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen eingehalten werden kann. Außerdem werden auf den Inseln wieder Bars und Clubs geschlossen, auch ein Mund-Nasen-Schutz muss in der Öffentlichkeit getragen werden. Grund für die Maßnahmen ist die Sorge vor einem erneuten Anstieg der Corona-Infiziertenzahl.

Wer demnächst eine Kreuzfahrt mit TUI Cruises unternehmen will, sollte vorher unbedingt einen Coronatest machen. Denn Passagiere der Kreuzfahrtreederei dürfen ab September nur noch mit einem negativen Corona-Test-Ergebnis an Bord. Das betreffe alle Mein-Schiff-Kreuzfahrten, teilte das Unternehmen mit. Über die Kosten des Tests brauche man sich keine Gedanken machen, der sei bereits im Reisepreis enthalten.

Urlaub in Indonesien – das kann man sich in diesem Jahr wohl endgültig abschminken. Das südostasiatische Land will voraussichtlich bis Ende des Jahres keine Urlauber ins Land lassen, teilte die Regierung in Jakarta mit. Ob damit auch Balis Comeback-Pläne zunichte gemacht werden, ist noch unklar. Die Regionalbehörde der Insel hatte eigentlich vor, ab Mitte September wieder Touristen aus dem Ausland zu empfangen.

Bayern macht derzeit Schlagzeilen, weil bei den Corona-Tests so einiges schief lief. Viele Urlauber warten immer noch auf ihre Ergebnisse. Auch Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestags, war betroffen. Sie ließ sich Anfang August am Münchner Flughafen auf das Virus testen – auf das Ergebnis warte sie bis heute, sagte die Grünen-Politikerin. Mittlerweile hat sie sich bei ihrem Hausarzt testen lassen.

13. August: Schleswig-Holstein lehnt Tagesausflugs-Verbot ab, Flughafen Paderborn-Lippstadt vor Corona-Aus, Österreich veröffentlicht Zahl der Tests aus Hotels, Kroatien-Urlauber stecken Partygäste in Stuttgart an, Rios Sehenswürdigkeiten öffnen wieder

Schleswig-Holstein will keine Einlassbeschränkungen für Tagestouristen einführen, wie sie im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern gelten. Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) sagte im ARD-Mittagsmagazin: »Das wäre völlig unverhältnismäßig.« Der FDP-Politiker appellierte dagegen an die »Vernunft der Menschen«, denn bei 1.129 km Strand sei man in Schleswig-Holstein in der Lage, auch wenn man aus Hamburg hierherkomme, »sich ein Stückchen Strand zu suchen, an dem man nicht auf Tuchfühlung mit anderen gehen muss. Man muss also nicht unbedingt an heißen Wochenenden in die Hotspots reisen.« Die Ordnungsämter erhielten Unterstützung von der Landespolizei, um die Missachtung der Hygiene- und Abstandsregeln gegebenenfalls auch durchzusetzen. Der FDP-Politiker rät den Urlaubern, sich vorab mit einer Strand-App zu informieren, »wo eigentlich der Strand dicht ist, wo man sehen kann, am Samstagvormittag, hey, da ist rotes Licht, da sollte ich dann besser nicht hinfahren.«

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt ist der kleinste Airport in Nordrhein-Westfalen. Letztes Jahr verzeichnete der Flughafen rund 700.000 Passagiere; die meisten Flieger waren Charterflüge, die gen Mittelmeer abhoben. Wegen Corona sind die Passagierzahlen in diesem Jahr dramatisch eingebrochen. Einer der Hauptgesellschafter, der Kreis Gütersloh, will nun aussteigen. Aber es gibt auch Stimmen, die in einem Insolvenzverfahren die Rettung für den Airport sehen. 

Als Österreich im Mai ankündigte, dass Urlauber aus Deutschland schon bald wieder bei ihnen die Ferien verbringen können, war die Erleichterung groß. Es war seinerzeit das Signal an die Reisebranche und Touristen, dass in diesem Sommer doch noch was geht mit der Urlaubsreise. Österreich preschte dabei mit der Initiative “Sichere Gastfreundschaft« vor. Eine der Zusagen war, dass sich alle Mitarbeiter der Hotels auf das Coronavirus testen lassen können. Freiwillig und bis zu einmal pro Woche. Manch einer fragte sich da: Und? Was ist dabei herausgekommen? Seit Beginn des Programms im Juli seien 65.002 Tests in mehr als 2.000 Beherbergungsbetrieben durchgeführt worden, heißt es. Wie viele Tests davon positiv waren, ist nicht bekannt.

Der Ort Novalja auf der Insel Pag in Kroatien gilt als Partyhochburg. Vor allem junge Leute aus ganz Europa verbringen dort gern ein paar Tage im Sommer. So auch eine Clique junger Leute aus Stuttgart. Sie besuchte den Ort Ende Juli in einer Gruppe. Nachdem sie wieder zurückkehrten, waren acht von ihnen mit dem Coronavirus infiziert – ohne selbst davon Kenntnis zu haben. Und dann kam es so, wie es kommen musste: Nachdem sie eine private Geburtstagsfeier in einem Club in Stuttgart mit rund 40 Gästen besuchten, steckten sie weitere Gäste an. Ein Sprecher der Stadt Stuttgart sagte, ein Treffen mit vielen anderen Menschen auf engem Raum kurz nach einem Urlaub sei zwar legal gewesen, aber ob es auch verantwortlich gewesen sei, stehe auf einem anderen Blatt.

Der Zuckerhut und die Christus-Statue auf dem Berg Corcovado sind neben dem berühmten Strand an der Copacabana die größten Attraktionen in Rio de Janeiro. Monatelang waren die Sehenswürdigkeiten aber wegen Corona geschlossen. Das ist nun vorbei. Wilson Witzel, Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, ordnete an, dass die Attraktionen bei 50-prozentiger Auslastung wieder öffnen dürfen. Von den Lockerungen profitieren auch Reisebüros und Sightseeing-Tour-Anbieter; sie dürfen wieder den Vollzeitbetrieb aufnehmen. Erst vor zwei Tagen kündigte Rios Bürgermeister eine App für den Besuch der Strände an. Sie soll helfen, die Besucherströme zu lenken.

12. August: Touristenflaute in Berlin, Reisewarnung für Madrid, Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland: kurzfristige Entscheidung, Touristen-Comeback in Costa Rica

Wenn man in diesem Sommer auf einige touristische Regionen in Deutschland blickt, so kann man sagen: Vielerorts ist viel los. An der Nord- und Ostsee, im Alpenraum, auch in der Eifel oder im Schwarzwald. Kein Wunder: Die Deutschen bleiben in diesem Sommer mehrheitlich im eigenen Land. Wenn überhaupt, dann kommt Urlaub in der Heimat in Frage. Städtereisen allerdings scheinen weniger hoch im Kurs zu stehen. Davon kann vor allem Berlin ein Lied singen. Im ersten Halbjahr 2020 kamen wegen der Corona nicht einmal mehr halb so viele Besucher nach Berlin wie im Vorjahreszeitraum. Besonders Urlauber aus dem Ausland machen in diesem Jahr einen Bogen um Berlin.

Nun sind es bereits fünf Regionen in Spanien, für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat: Katalonien, Aragón, Navarra, das Baskenland und nun auch die Hauptstadt Madrid. In allen Regionen ist die Zahl der Infizierten zu hoch. Die Gründe für den Anstieg seien vielfältig, heißt es.

Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Planungen für die Weihnachtsmärkte in NRW. Und wie sieht es anderenorts aus? In Dresden, Leipzig, Erfurt und Magdeburg ist man vorsichtig optimistisch. Eine Entscheidung, ob sie stattfinden, werde wohl kurzfristig fallen. Falls ja, seien zusätzlich zu obligatorischen Abstands- und Hygieneregelungen auch Zugangsbegrenzungen und räumliche Entzerrungen für die Besucher denkbar. Auch wird darüber nachgedacht, die Weihnachtsmarkt-Saison früher, also bereits im November, zu starten.

Neustart geglückt: Seit dem ersten August dürfen europäische Touristen wieder in Costa Rica Urlaub machen. Das mittelamerikanische Land hat nach dem Corona-Lockdown schrittweise mit der Öffnung seiner Grenzen angefangen, wobei Europäer und Kanadier zu den ersten zählen, die nun einreisen dürfen. Auch konnten bereits die ersten Fluggäste aus Europa begrüßt werden; die ersten Maschinen von Lufthansa und Iberia sind bereits in Costa Rica gelandet. »Wir freuen uns sehr, wir nach so einer langen Zeit ohne Touristen erneut Europäer in unserem schönen Land willkommen heißen dürfen«, sagt Gustavo Segura Sancho, Tourismusminister von Costa Rica.

11. August: Bußgeldverfahren gegen Airlines, Hotelbuchungen brechen ein, Spekulationen über Weihnachtsmärkte in NRW, Aida-Neustart am 6. September

In der Corona-Krise war und ist der Ärger über die Airlines groß. Flüge fielen aus, waren verspätet, die Kommunikation war mangelhaft und zu allem Überdruss erhielten viele Fluggäste ihr Geld nicht zurück. Das bleibt nun nicht ohne Folgen für die Airlines: Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat bis 30. Juni 2020 insgesamt 648 Verfahren wegen Passagierbeschwerden eingeleitet. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung über eine Kleine Anfage der Grünen-Bundestagsfraktion, über die das Handelsblatt heute berichtet. Unterdessen hat sich auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in die Diskussion eingeschaltet: »Die Verpflichtung, die Tickets sehr zügig zu erstatten, ist glasklar europarechtlich vorgeschrieben«, sagte die Ministerin.

So einen Einbruch dürften die Herbergen in Deutschland bisher noch nie erlebt haben: In der ersten Jahreshälfte ging die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland um 47,1 Prozent zurück. Besonders betroffen seien Hotels in den Städten. Ihnen fehlen Großveranstaltungen wie Konzerte und Messen. Die Zahlen veröffentlichte das Statistische Bundesamt. »Auch wenn die Juni-Zahlen besser als die vom Mai sind und auf eine langsame Erholung hoffen lassen – von einem Boom im Deutschlandtourismus in diesem Jahr kann wirklich keine Rede sein. Die Verluste aus dem Lockdown sind für die Gastgeber in allen Regionen groß und in diesem Jahr nicht mehr wettzumachen«, erklärt dazu Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).

Während derzeit ganz Deutschland wegen der Hitze schwitzt, machen sich die Betreiber der Weihnachtsmärkte bereits Gedanken darüber, ob und wie die Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten stattfinden können. So auch in NRW. In den größten Städten in NRW wird die Situation unterschiedlich bewertet. Während man in Essen und Düsseldorf optimistisch ist, präsentiert man sich in Köln, Münster, Bonn und Dortmund zurückhaltender.

Aida Cruises plant die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebes mit den ersten Schiffen ab deutschen Häfen Anfang September 2020. Voraussetzung dafür war die Zustimmung des Flaggenstaates Italien für die Neustartkonzepte. Los geht es ab dem 6. September 2020 mit den ersten Reisen ab Kiel. Ab Hamburg starten die ersten Kreuzfahrten mit AIDAperla am 12., 19. und 26. September 2020 zu den norwegischen Fjorden, teilte das Unternehmen gestern mit.

10. August: Reisewarnung für Teile Bulgariens und Rumäniens, gemischte Fazite nach erstem Coronatest-Pflicht-Wochenende, Jakobsweg-Besucherzahlen eingebrochen, Run auf Ostseestrände am Wochenende

Nun trifft es auch Bulgarien: Das Auswärtige Amt warnt jetzt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Verwaltungsbezirke (Oblaste) Blagoevgrad, Dobritsch und Varna. Grund seien die derzeit hohen Infektionszahlen. In Varna liegt auch der bei deutschen Party-Touristen beliebte Urlaubsort Goldstrand. Für Rumänien wurde eine Reisewarnung für die Kreise Arges, Bihor, Buzau, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timis ausgesprochen. Alle, die aus diesen Gebieten in Bulgarien und Rumänien nach Deutschland zurückkehren, müssen sich auf das Coronavirus testen lassen.

Seit Samstag müssen sich Reiserückkehrer aus Urlaubsgebieten nach ihrer Ankunft am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen. Und, wie lief es so? Nach Auskunft von Mitarbeitern am Flughafen Köln/Bonn ganz gut. Dr. Christian Miller, Leiter der Feuerwehr Köln, berichtete, das Angebot sei sehr gut angenommen worden. Fast alle Passagiere aus den betreffenden Maschinen seien zum Test gekommen. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln werden prüfen, ob sich auch tatsächlich alle haben testen lassen. Anders sieht es in Bayern aus. Dort fehlt offenbar ausreichend Personal, um die Coronatests für Reiserückkehrer zügig zu bearbeiten. Nun sollen dort in den nächsten Tagen Hilfsorganisationen wie das Bayerische Rote Kreuz aushelfen.

Der berühmte Jakobsweg zieht seit Jahrhunderten Pilger an, die über verschiedene Routen die Wallfahrt nach Santiago de Compostela antreten. Man ist dabei sehr viel an der frischen Luft unterwegs – eigentlich ideal in Corona-Zeiten. Eigentlich. Denn auch auf dem Jakobsweg herrscht derzeit gähnende Leere. Im Juli trafen nur rund 10.000 Pilger in Santiago de Compostela. Im Vorjahr waren es noch mehr als 53.000. Das teilte das Pilgerbüro in Santiago de Compostela mit. Die Gründe liegen auf der Hand: Viele Flugverbindungen seien gestrichen worden, auch viele Unterkünfte entlang des Weges hätten geschlossen.

Damit war gerechnet worden: Am Wochenende stürmten die Menschen bei hochsommerlichen Temperaturen die Ausflugsziele und Strände an der Ostsee. Besonders am Samstag war es sehr voll. Besucher wurden zu anderen Stränden umgeleitet. Am Sonntag dagegen war es vielerorts schon leerer, aber immer noch gut besucht. »Die übergroße Mehrzahl der Strandbesucher ist sehr vernünftig«, sagte Anett Bierholz vom Verband Mecklenburgische Ostseebäder.

9. August: Vatikan besorgt über Einbrüche im Tourismus, TUI fly: Gäste zufrieden seit Neustart, TUI startete Türkei-Reisen am 8. August, niedersächsische Städte werben mit Urlaub nebenan

Am 27. September ist der Welttag des Tourismus. Der Vatikan hat bereits eine Erklärung dazu veröffentlicht. Darin zeigt er sich sehr besorgt über die Schäden, die die Corona-Pandemie über die Tourismusbranche gebracht hat. Von Verlusten in Milliarden-Höhe und der Vernichtung von Arbeitsplätzen ist die Rede. Gleichwohl hat der Vatikan auch Lösungsvorschläge: So sollten sich Urlauberströme etwas abseits der Tourismus-Brennpukte in außerstädtische und ländliche Gebiete lenken, in Richtung »kleiner Dörfer und Orte, die nicht so bekannt und überlaufen sind«. 

Die Airline TUI fly hat ein erstes Fazit seit der Wiederaufnahme der Flugverbindungen zu vielen europäischen Reisezielen gezogen. »Unsere Gäste haben die Maßnahmen insgesamt gut angenommen, das zeigen auch die ersten 1.000 Rückläufer unserer regelmäßigen Kundenumfrage, die uns wieder eine hohe Gästezufriedenheit bescheinigen«, sagte Oliver Lackmann, Geschäftsführer der TUIfly GmbH. Rund 250.000 Gäste seien bereits seit dem Neustart am 15. Juni an Bord begrüßt worden. Dazu seien die geparkten Flugzeuge an den Wartungsstandorten Hannover, Hamburg und Düsseldorf reihenweise reaktiviert worden, so TUI fly. Im Juli waren wieder bis zu 21 Boeing 737 der blau-weißen Flotte im Einsatz, die von zehn Abflughäfen in Deutschland und der Schweiz starten. Ziel sei es, in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte der ursprünglich geplanten Kapazitäten wieder anbieten zu können.

Nachdem die Bundesregierung die Reisewarnung für beliebte türkische Urlaubsregionen an der türkischen Riviera und Ägäis aufgehoben hat, bietet TUI wieder Reisen in diese Ziele an. Die ersten Reisen starteten bereits gestern. Seitdem stehen wieder tägliche Flüge mit Partnerfluggesellschaften ab 12 deutschen Abflughäfen nach Antalya auf dem Programm. Auch Dalaman, Bodrum und Izmir werden mehrmals wöchentlich angesteuert. Am 28. August nimmt TUI fly die geplanten Verbindungen nach Dalaman auf und verlängert hier den Sommerflugplan bis 6. November. Immer montags und freitags fliegt eine Boeing 737 von Düsseldorf und Frankfurt an die Türkische Ägäis. Für die Urlaubsgäste aus Norddeutschland bietet der Ferienflieger dazu jeden Freitag einen Flug ab Hannover an. Bis November stellt TUI fly somit kurzfristig rund 20.000 Sitzplätze in die Türkei und zurück bereit.

Die Hannover Marketing und Tourismus GmbH wirbt unter dem Motto »Zu Gast bei Freunden« mit dem Städteverbund für einen gegenseitigen Besuch in den Nachbarstädten. Über 100 Großflächenplakate in niedersächsischen Städten sollen Lust auf sommerliche Stadterlebnisse gleich nebenan machen. Die Städte Braunschweig, Celle, Göttingen, Goslar, Hameln, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Wolfenbüttel vermarkten sich seit Jahren gemeinsam mit der Autostadt in Wolfsburg und dem Hannover Airport als »9 Städte + 2 in Niedersachsen« im Ausland. Hauptsächlich aktiv ist die Städtekooperation in den direkten europäischen Nachbarländern. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie präsentiert sich der Städteverbund ab sofort auch vor der eigenen Haustür, in der Mitte Niedersachsens.

7. August: Diskussion über Reiseverbote nach Spahn-Vorpreschen, Kritik an Steinmeier wegen Urlaubsfoto, Kanaren versichern Touristen, Israel: Rucksacktouristen bekommen Corona fünf Monate lang nicht mit

Jetzt hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Nägel mit Köpfen gemacht: Ab Samstag müssen sich alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten noch am Flughafen oder in den Arztpraxen auf das Coronavirus testen lassen. Bisher war das nur eine Empfehlung. Am Vorpreschen Spahns gibt es Kritik: »Es ist ein Unding, dass der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) kaum Zeit bleibt, um die Praxen rechtzeitig zu informieren, und die Praxen keine ausreichende Vorbereitungszeit haben, um sich auf eine mögliche Flut an Testanfragen einzustellen«, kritisiert der Vorstand der KV Berlin. Aus seiner Sicht ist das Vorgehen des Verordnungsgebers, »der Rechtsverordnungen wie am Fließband beschließt und das ohne eine echte Rückkopplung mit denjenigen, die am Ende die Verordnungen zeitnah umsetzen sollen, kontraproduktiv«.

Spahns Entscheidung hat auch eine Debatte darüber entfacht, wie sinnvoll derzeit Reisen sind. So fordert der CDU-Wirtschaft gar ein generelles Reiseverbot in Corona-Hotspots. »Reisen in Risikogebiete müssten konsequenterweise auch untersagt werden. Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ansonsten ein erneuter Lockdown droht«, sagte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des der CDU nahestenden Verbandes, der Bild-Zeitung.

Andrew Ullmann, Infektiologe und Obmann der FDP im Gesundheitsausschuss des Bundestags, sagte, ein Test sei nicht ausreichend. Reiserückkehrer müssten mindestens zwei oder besser drei Coronavirus-Tests machen, um Gewissheit zu haben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier meldete sich am Montag in den Medien. Er appellierte an die Menschen, sich weiter verantwortungsbewusst zu verhalten, um einen Anstieg der Corona-Infizierten-Zahl zu vermeiden: »Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle«, sagte Steinmeier. Beobachter gehen davon aus, dass Steinmeier damit insbesondere die Teilnehmer der Anti-Corona-Demonstration am vergangenen Samstag in Berlin meinte. In der Zwischenzeit ist ein Urlaubsfoto von Steinmeier aufgetaucht. Es zeigt den Bundespräsidenten an der Seite von Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher und vier Musikantinnen – ohne Mund-Nasenschutz-Maske und Abstand. In den sozialen Medien wird Steinmeier nun vorgeworfen, er halte sich selbst nicht an die Regeln, deren Beachtung er von anderen verlange. 

Nachdem die Zahl der Corona-Infizierten in Spanien wieder stark gestiegen sind, macht sich Verunsicherung bei Urlaubern breit. Das Auswärtige Amt hatte bereits für drei Regionen in Spanien eine Reisewarnung veröffentlicht. Die internationale Berichterstattung über Spaniens neue Infektionsherde dürfte auch die Regionalregierung der Kanaren aufhorchen lassen. Sie beschloss daher, dass alle Besucher im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln versichert sind. Im Ernstfall werden somit der Rückflug in die Heimat, die Quarantäne-Unterkunft und die medizinischen Kosten erstattet – zunächst für die kommenden 12 Monate. Ermöglicht wird die Police durch eine gemeinsame Kooperation der kanarischen Tourismusbehörde mit der AXA Spanien Gruppe wie Yaiza Castilla, Ministern für Tourismus und Vorsitzende Promotur Turismo de Islas Canarias, bekannt gab.

Die Landschaft Israels kann so manchen Reisenden die weltweite Pandemie vergessen lassen – so kürzlich geschehen bei zwei russischen Rucksacktouristen, die fünf Monate durch Israel reisten und dabei 650 Kilometer zu Fuß zurücklegten. Das Skurrile: In der Stille und Abgeschiedenheit der israelischen Wüste will das junge Paar den Ausbruch der weltweiten Pandemie nicht mitbekommen haben. Eines Tages, als der Mann in der Stadt Lebensmittel einkaufen ging, stieß er auf eine Reihe maskierter Polizisten. Zu diesem Zeitpunkt rechnete die Polizei nicht mehr damit, Touristen zu treffen. Der junge Mann musste nachweisen, dass er die letzten Monate in einem Informationsvakuum verbracht hatte, nichts über das Coronavirus gehört hatte und insgesamt 650 Kilometer zu Fuß zurückgelegt hatte.

6. August: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Antwerpen, Griechenland verschärft Corona-Regeln, Eurowings baut Flugziele aus, Hitzewelle: Zeit für Sommerurlaub in Deutschland

Nun auch eine Stadt in Belgien: Antwerpen, zweitgrößte Stadt des Landes, ist der neue Corona-Hotspot in unserem Nachbarland. Dort wurden mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert. Die Bundesregierung zog nun die Notbremse: »Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt«, teilte das Auswärtige Amt mit.

In Griechenland steigt die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wieder an. Das beunruhigt die Behörden. Sie erließen zahlreiche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. So muss nun nahezu überall in öffentlichen Bereichen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Gäste in Bars und Lokalen dürfen sich nur noch sitzend darin aufhalten. Auch in Zypen wurden die Regeln verschärft.

Ab Hamburg stehen bei Eurowings im August vier Destinationen neu im Plan: Eurowings hebt nach Stockholm, das ungarische Budapest, Paris und Mailand-Malpensa ab. Ab Köln/Bonn fliegt Eurowings ab August neu das italienische Catania, das griechische Kavala und Bastia auf Korsika an. Ab Stuttgart fliegen Eurowings Passagiere neu unter anderem nach Athen, Valencia, Amsterdam und Dresden. Ab Berlin hebt Eurowings im August neu nach Heraklion sowie Split ab. Ab Düsseldorf können Eurowings Passagiere ab August unter anderem wieder nach Bari, die Küstenstadt Porto oder ins französische Lyon reisen.

Seit gestern dominiert am Himmel ein strahlendes Blau, und die Temperaturen steigen immer stärker an: In Deutschland ist der Hochsommer angekommen. Die Hitzewelle soll nun mindestens eine Woche lang dauern. Und das ist in diesem Sommer eine Premiere. »So wie es aussieht, bewegt es sich nicht mehr vom Fleck. Das ist der Grund, warum wir es jetzt wirklich für einen längeren Zeitraum mit einer Hitzeperiode zu tun haben werde«, sagt Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) im Interview mit reisen EXCLUSIV. Wir meinen: Noch nie in diesem Sommer war die Zeit so günstig, um ein paar Tage Urlaub in der Heimat unter strahlend blauem Himmel und mit hochsommerlichen Temperaturen zu machen.

5. August: Türkei-Urlaub mit Segen des Auswärtigen Amtes, Delta fliegt wieder von München nach Atlanta, Rotterdam, Amsterdam und Paris: Masken auf im Freien, Tagestouristen in Mecklenburg-Vorpommern weiter nicht erlaubt

Darauf hat die türkische Regierung seit Wochen gedrungen: Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für die Türkei zurückgenommen. Zumindest teilweise. In vier Provinzen (Antalya, Izmir, Aydin und Mugla) an der Westküste des Landes sollen Urlauber aus Deutschland wieder reisen dürfen. Allerdings müssen Reisende noch in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor ihrer Rückreise nach Deutschland einen Corona-Test machen. Der türkische Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy freute sich auf Twitter über die Entscheidung und schrieb, man sei bereit, die Gäste aus Deutschland willkommen zu heißen.

Delta Air Lines hat den Flugbetrieb von München in die USA wieder aufgenommen. Die Fluggesellschaft verbindet die bayerische Landeshauptstadt wieder dreimal wöchentlich mit dem Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. Die Flüge werden in München wie gewohnt am Terminal 1 abgefertigt. Nachdem Frankfurt bereits seit dem 23. Mai wieder angeflogen wird, ist München das zweite Ziel in Deutschland, das Delta wieder in ihr Streckennetz aufgenommen hat.

Rotterdam und Amsterdam haben sie schon beschlossen, in Paris ist sie in der Diskussion: Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien. Die beiden holländischen Städte teilten mit, dass eine Gesichtsmaske ab Mittwoch auf belebten Straßen und Plätzen getragen werden muss. Das gilt auf für Shopping-Malls. Die französische Tageszeitung »Le Monde« berichtet unterdessen, auch in der Hauptstadt Paris werde über eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Plan geht auf eine Initiative von Bürgermeisterin Anne Hidalgo zurück. Ähnlich wie den beiden holländischen Städten soll die Maskenpflicht im Freien aber nur für Orte gelten, die stark frequentiert seien, etwa populäre Sehenswürdigkeiten und Einkaufsstraßen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat Mecklenburg-Vorpommern es Tagestouristen aus anderen Bundesländern untersagt, das Land zu besuchen. Daran wird sich auch vorläufig nichts ändern, so Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Kabinettssitzung. Auch Volksfeste, Festivals sowie die Öffnung von Bars und Clubs bleiben verboten. Bei den Weihnachtsmärkten dagegen ist noch alles offen. Die Entscheidung soll den Kommunen überlassen werden. Sie können Konzepte dafür erstellen.

4. August: Mallorca lobt sich selbst, weitere Lufthansa-Ziele ab München im Spätsommer, London ohne Touristen, chinesische Ausgabe des Oktoberfests zurück

Rund sieben Wochen sind mittlerweile vergangen, seit die ersten Touristen wieder auf Mallorca gelandet sind. Zeit für ein Zwischenfazit, dachte sich Andreu Serra, Mallorcas Tourismusminister. Und das hört sich so an: »Wir können sagen, dass sich der Tourismussektor wie auch das gesamte Leben auf Mallorca sehr gut an die neue Normalität angepasst haben. Die Bevölkerung sowie die große Mehrheit unserer Besucher zeigen Verantwortung und befolgen die festgelegten Bestimmungen. Dies wird durch die niedrigen Infektionsraten belegt. Der Grad der Zufriedenheit der Gäste ist sehr hoch. Einige von ihnen haben sogar gesagt, dass sie sich auf unserer Insel aufgrund des hohen Niveaus der Maßnahmen sowie der Einhaltung und Kontrolle der Vorschriften sicherer fühlen als in ihrem eigenen Land.«

Im Spätsommer fliegt die Lufthansa zu fünf weiteren Europazielen ab München. Ab dem 7. September geht es wieder nach Marseille, Göteborg, Kiew und Sibiu/Rumänien, ab dem 5. Oktober nach Graz. Bereits in den bayerischen Sommerferien hat die Lufthansa ihr Europaangebot deutlich ausgebaut und die griechische Ferieninsel Rhodos neu in den Flugplan genommen. Außerdem sind die Städte Birmingham, Izmir, Tiflis/Rumänien sowie Cluj und Timisoara in Rumänien wieder nonstop ab München erreichbar. Der Flughafen Luxemburg wird ab dem 1. September wieder angeflogen. Damit bietet Lufthansa bis zum Ende des Sommerflugplans wieder 86 Ziele in Deutschland und Europa sowie 13 Langstreckenziele ab München an.

Dass vielerorts am Mittelmeer die Touristen fehlen – darüber haben wir an dieser Stelle schon häufig berichtet. Aber auch in anderen Metropolen Europas sieht es nicht viel besser aus. In London zum Beispiel. Dort sind Theater und Musicals geschlossen, Museen und Galerien haben nur eingeschränkt geöffnet, und in den Pubs und Restaurants macht sich das Fehlen der Touristen deutlich bemerkbar.

Das Oktoberfest in München fällt ja dieses Jahr aus. In vielen Ländern der Welt gibt es Kopien des populären Volksfestes, etwa in China. In Qingdao, im Osten des Landes, feiert man das größte Oktoberfest in China. Und das ist bereits in vollem Gange. Noch bis zum 23. August wird dort gefeiert. Masken müssen nur getragen werden, wenn man die Zelte betritt. Wie zu hören ist, kamen zum Auftakt mehr Gäste als im Vorjahr. 

3. August: Katastrophen-Sommer für Spaniens Tourismus, VUSR fordert Testpflicht für Kreuzfahrtpassagiere, Randale wegen Maskenpflicht auf KLM-Flug, Tansania: Touristen bleiben weg

Als Spanien Ende Juni wieder Touristen aus dem Ausland willkommen hieß, hegten viele in dem Land die Hoffnung, dass sich die Sommersaison noch irgendwie retten lassen würde. Aber daraus scheint nichts zu werden. Die Zeitung El País berichtete am Sonntag, dass bis zu 750.000 Arbeitsplätze in der Tourismusbranche vernichtet werden könnten. »Dies ist der katastrophalste Sommer der vergangenen 50 Jahre«, zitierte die Zeitung José Luis Zoreda, Vizepräsident des Reiseunternehmerverbandes Exceltur.

Der Reisebüro-Verband VUSR spricht sich angesichts der Corona-Infektionen auf Kreuzfahrtschiffen für eine allgemeine Testpflicht aus. »Es sollte für den Kreuzfahrtgast eine Testpflicht vor dem Antritt der Reise geben«, sagte Marija Linnhoff, Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, der Düsseldorfer »Rheinischen Post«. Die Kosten sollten von den Gästen selbst getragen werden. Wer sich eine Kreuzfahrt leisten könne, könne sich auch das leisten«, sagte Linnhoff. Angesichts der steigenden Zahl von Neuinfektionen in Deutschland sprach sich der Verband auch für eine Verschärfung der Regeln bei Urlaubsrückkehrern aus: »Wir brauchen eine generelle Testpflicht für alle Urlaubsrückkehrer – egal in welcher Region sie waren«, sagte Marija Linnhoff weiter.

Seit einigen Wochen schon gilt in Flughäfen und Flugzeugen: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht. Zwar dürfte das vielen nicht gefallen, aber die ganz große Mehrheit hält sich daran. Und wenn nicht? Dann gibt es Ärger. Die Crews sind angewiesen, Maskenverweigerer auf die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hinzuweisen. So auch auf dem KLM-Flug Amsterdam-Ibiza dieser Tage. Dort waren zwei Männer an Bord, offenbar hatten sie vorher reichlich Alkohol getrunken. Sie weigerten sich nicht nur eine Maske zu tragen, sondern pöbelten auch andere Passagiere an Bord an. In der Folge entwickelte sich ein wüstes Handgemenge an Bord, die beiden Rabauken wurden von Crew und Passagieren während des Fluges niedergestreckt. Nach der Landung auf Ibiza wurden sie festgenommen.

Tansania ist berühmt für seine grandiosen Landschaften, für die Flora und Fauna. Besonders bei Safari-Touristen steht das Land hoch im Kurs. Aber im Moment reist so gut wie niemand mehr in das Land. Die Corona-Pandemie hat Tansanias Tourismusbranche zur Strecke gebracht. Das Entsetzen bei Hoteliers und Reiseführern ist groß. Das Unverständnis über das Ausbleiben der Touristen allerdings auch.

2. August: Verstimmungen wegen Spanien-Reisewarnungen, Bareiß: Reisefreiheit auch in Corona-Zeiten wichtiges Gut, Riesenandrang an der Zugspitze

In einigen Regionen Spaniens sind die Corona-Infizierten-Zahlen wieder gestiegen. Nach dem Geschmack europäischer Länder zu stark. Sie verhängten in den vergangenen Tagen Reisewarnung über Spanien, etwa Großbritannien. Das verärgert die Spanier. »Die Entscheidung von Großbritannien ist unangemessen«, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Der Kritik an der Regierung in London schlossen sich 47 britische Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Flughäfen an. Sie fordern die Regierung auf, die Quarantänepflicht auf besonders betroffene Regionen in Spanien zu beschränken. Schließlich gebe es Regionen in Spanien, die geringere Infiziertenzahlen aufweisen würden als manche Gebiete in Großbritannien. Auch Frankreich, das eine Reisewarnung für Katalonien aussprach, muss sich Kritik aus Spanien anhören. 

Auch Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, mischt sich in die aktuelle Diskussion über Reisen in Zeiten von Corona ein. Er sagte, er halte es nicht für erforderlich, auf Urlaub außerhalb von Deutschland zu verzichten. »Unsere Freiheit und das Reisen sind wichtig und es spricht nichts dagegen, in die Sonne zu fahren, so lange man weiter verantwortungsvoll bleibt«, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe von Sonntag.

Mittlerweile sind auch in Bayern Sommerferien. Viele Menschen nutzten gestern denn auch das schöne Wetter für einen Tagesausflug. An passenden Zielen mangelt es in Bayern bekanntlich nicht. Eines der populärsten Ziele ist die Zugspitze. Dort war es gestern gerammelt voll. Schnell waren die Parkplätze belegt. Nicht nur das: Viele Ausflügler machten sich ohne Ausrüstung den Berg hinauf. Die Behörden entschlossen sich dazu, die Haupt-Zufahrtsstraße zu sperren.

1. August: Reisewarnung für drei Regionen in Spanien, Kreuzfahrtschiff in Norwegen: mehrere Infizierte, Tourismusforscher zur Nach-Corona-Zeit

Das sieht nicht gut aus für Spanien. Jedenfalls nicht für den Nordosten des Landes: Denn das Auswärtige Amt hat nun für Katalonien, Aragón und Navarra eine Reisewarnung ausgesprochen. Grund ist die stark gestiegene Zahl von Corona-Infizierten in den Regionen. Urlauber können nun Veranstalterreisen in die Regionen stornieren. Auch müssen Reiserückkehrer aus diesen Regionen für 14 Tage in Quarantäne. Es sei denn, sie machen einen Coronatest. Unterdessen gab es einen Corona-Ausbruch in einem Hotel auf Mallorca. Zehn Touristen seien zur Quarantäne in ein Hotel gebracht worden.

Kritiker hatten es ja schon befürchtet. Jetzt hat die Kreuzfahrtbranche den Salat: Auf dem Kreuzfahrtschiff »Roald Amundsen« der Reederei Hurtigruten sind vier Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus gestestet worden. 200 Passagiere waren an Bord, als das Schiff im Hafen von Tromsö ankam. Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere sollen in Quarantäne gehen.

Tourismusbeobachter hörte man in den letzten Wochen ja hin und wieder so argumentieren: Die Corona-Pandemie sei im Grunde eine gute Gelegenheit, den Tourismus zu verändern. Insbesondere könne man ja jetzt das Problem des Overtourism angehen und auf sanften Tourismus setzen. Tourismusforscher Torsten Kirstges von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven gehört nicht in die Riege der so Argumentierenden. Er glaubt: Wenn Corona vorbei ist, wird sich beim Reiseverhalten wahrscheinlich wenig ändern.

31. Juli: Viele Corona-Testzentren an deutschen Flughäfen bereits im Einsatz, Einreise in Dominikanische Republik nur noch mit negativem Corona-Test, Himalaya ab Herbst wieder geöffnet für Touristen, gemischte Corona-Bilanz auf Deutschlands Campinganlagen, NRW-Hausärzte fürchten zu viele Reiserückkehrer in Praxen

An den großen deutschen Flughäfen mit dem höchsten Anteil an Flügen aus Risikogebieten sind die Corona-Testzentren bereits im Einsatz oder kurz vor der Inbetriebnahme. Das teilte der Flughafenverband ADV mit. »Wichtig und gerade erst geklärte Voraussetzung für die Lage der Testzentren war es, dass Umsteigepassagiere nicht getestet werden müssen. Sie werden mit den anderen Passagieren zusammen die Möglichkeit des Testens am Zielort in Deutschland wahrnehmen können. Diese Entscheidung hatte Einfluss auf die Realisierungskonzepte, denn kein Testzentrum befindet sich im Sicherheitsbereich des Flughafens vor der grenzpolizeilichen Einreise. Die meisten Testzentren befinden sich außerhalb von Terminals in deren unmittelbarer Nähe. An manchen Flughäfen konnte das Testzentrum in Gepäckrückgabebereichen integriert werden«, erläutert Ralph Beisel, den aktuellen Sachstand. Die Einreisenden werden auf Veranlassung des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus getestet. Die Laborkosten sind nach der Corona-Testverordnung des Bundes nicht von den Reiserückkehrern zu tragen. Die Infrastrukturkosten für die Testungen an den Flughäfen werden von den Bundesländern getragen.

Ab sofort werden alle Personen, die in die Dominikanische Republik einreisen, gebeten, ein negatives Corona-Testergebnis vorzulegen. Der Test muss dabei innerhalb der letzten fünf Tage vor Abreise durchgeführt worden sein. Liegt das Ergebnis bei Ankunft nicht vor, kann die Durchführung eines Schnelltests durch das Regierungspersonal am Flughafen verlangt werden. Dieser soll durch einen Blutserologietest in weniger als 10 Minuten zuverlässige Ergebnisse liefern. Kinder unter fünf Jahren und Besatzungsmitglieder sind von der neuen Regelung ausgenommen.

Darauf haben die Bergsteiger am Mount Everest sehnsüchtig gewartet: Das Tourismusministerium in Nepal teilte am Donnerstag mit, dass Bergtouren im Himalaya ab dem Herbst wieder erlaubt sein werden. Internationale Flüge zum Tribhuvan International Airport in Kathmandu soll es ab der zweiten August-Hälfte wieder geben. Ob es Einreise- oder gar Quarantäneauflagen geben wird, soll bald bekannt gegeben werden.

Gegenwärtig ist oft zu lesen, dass die deutsche Campingbranche boomt und Campingplätze besetzt sind. Trotz hoher Medienpräsenz des Themas Camping meldet in der Realität aber nur circa jeder fünfte Campingbetrieb »ausgebucht«, und auf den meisten Anlagen stehen freie Plätze zur Verfügung. Das ist das Ergebnis einer internen Mitgliederbefragung des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD). Allerdings ist die Nachfrageverteilung des Campingmarktes derzeit deutschlandweit ungleich: In Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen rechnen mehr als die Hälfte der Betriebe mit einem gegenüber dem Vorjahr besseren Saisonverlauf. Thüringen konnte als einziges Bundesland im Mai gar mit einem Plus abschließen und registrierte rund 9 % mehr Übernachtungen. Dementgegen planen allerdings rund 20 % der Campinganlagen deutschlandweit mit einem Rückgang gegenüber der Sommersaison des Vorjahres.

In NRW enden bald die Sommerferien. Manche Hausärzten graut es schon vor dem Gedanken. Grund ist die geplante Testpflicht für alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Diejenigen, die mit dem Flieger heimkehren, sollen sich ja gleich nach der Ankunft im Flughafen testen lassen. Aber die, die mit Auto, Bus, Wohnmobil oder Bahn aus diesen Gebieten zurückkommen, sollen sich beim Hausarzt testen lassen. Olaf Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Nordrhein, glaubt, dass sich in seiner Praxis in der Nähe von Bonn viele Urlaubsrückkehrer testen lassen werden. »Ich gehe davon aus, dass das durch die Reiserückkehrerwelle auf 50 bis 60 pro Woche ansteigen wird. Und das ist für die Hausarztpraxen nicht einfach so zu stemmen«, sagte der Mediziner dem WDR.

30. Juli: Irland-Urlaub: Deutsche müssen weiter warten, Hapag-Lloyd Cruises schickt weitere Schiffe los, Corona fegt Münchner Hotels leer, Umfrage: nur jeder Dritte wartet wegen Erstattung ausgefallener Reisen noch auf sein Geld, Schafe in der Kunst in Zeichen von Corona

Seit Mitte letzter Woche ist sie nun da, die »grüne Liste« der Republik Irland, die jene Staaten umfasst, aus denen Einreisende nicht mehr der allgemeinen 14-tägigen Einschränkung der Bewegungsfreiheit unterworfen sind. Aktuell sind Deutschland, Österreich und die Schweiz darin noch nicht aufgeführt. Somit können Gäste aus diesen Ländern weiterhin nicht uneingeschränkt nach Irland reisen. Das irische Fremdenverkehrsamt in Deutschland sagt dazu: »Die Liste wird turnusmäßig alle 14 Tage auf das Infektionsgeschehen in den einzelnen Herkunftsstaaten überprüft, so dass wir hoffen, Gäste aus dem deutschsprachigen Raum zeitnah auch wieder ohne Einschränkungen in Irland begrüßen zu können.« Man bedauere außerordentlich, dass aufgrund der Faktenlage weiterhin Auflagen in Kauf genommen werden müssen, werbe aber um Verständnis, dass »wir allein wegen der Größe und der Insellage von Irland in dieser Situation nur behutsam und schrittweise für Besucher öffnen können«.

So langsam geht es wieder los mit den Kreuzfahrten. Die Reederei Hapag-Lloyd Cruises kündigte nun auch das Comeback für das Luxusschiff EUROPA und das Expeditionsschiff HANSEATIC nature an. Mit vier Schiffen, 14 neuen Reisen und der sukzessiven Wiederaufnahme von ausgewählten organisierten Landausflügen und individuellen Landgängen plant das Kreuzfahrtunternehmen schrittweise den Neustart der Flotte. »Für unser ausgewähltes Landausflugsangebot stimmen wir uns eng mit den Häfen ab. Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit und Resonanz mit Blick auf unsere kleinen Schiffe, überschaubare Passagierzahlen und unser ausführliches Präventions- und Hygienekonzept so positiv verläuft«, sagte Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises.

Besonders bei Reisenden aus den USA und Asien steht München hoch im Kurs. Das Glockenspiel am Marienplatz, ein Rundgang über den Viktualienmarkt und anschließend ein Bier im Hofbräu – all das mögen die Touristen. Und auch die Nähe zu den Alpen ist ein Pfund, mit dem München wuchern kann. Aber dieses Jahr ist bekanntlich alles anders. Corona sorgt für leere Hotelzimmer. »2019 kamen 340 000 Gäste aus dem Ausland zu uns. Im Mai 2020 waren es 7142.«, zitiert die Bild-Zeitung den München-Experte Wolfgang Fischer. Nicht nur die Hotels leiden darunter, auch der Einzelhandel.

Am 24. Juli dieses Jahres warf Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, der gerade erst vom Staat geretteten Lufthansa vor, ihren Kunden das Geld für ausgefallene Flüge vorsätzlich nicht zurückzuzahlen. Im Gespräch mit der »Rheinischen Post« rechnete Deutschlands oberster Verbraucherschützer vor, im Juni seien »Flugtickets im Wert von vier Milliarden Euro noch nicht erstattet« gewesen. Das Verbraucherforum mydealz ist dem nachgegangen und hat in einer Blitzumfrage 1.200 Verbraucher gefragt, ob sie noch auf eine Entschädigung warten. Das Ergebnis: Nur jeder dritte Reisende wartet der Umfrage zufolge noch auf die Erstattung des Reisepreises. Fast 65 Prozent haben ihr Geld hingegen bereits wiederbekommen. In fast jedem zweiten Fall (46 Prozent) haben die Tourismus-Unternehmen den Reisepreis in bar erstattet, in 18,5 Prozent der Fälle in Form eines Gutscheins.

Jetzt hat Corona sogar die Schafe erwischt. Zumindest in der Kunst. Denn im Tuchmacher Museum in Bramsche in Niedersachsen zeigt der Künstler Bernd Rüssel Bilder aus der Tierwelt im Zeichen des C-Wortes. In der Ausstellung Schafzimmer (25.9. bis 1.11.2020) stellt der Künstler Schafe, die den Rohstoff für die Wollverarbeitung liefern, in den Mittelpunkt seiner Bilderzählungen. Wie auch die Tierwelt von den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen ist, zeigen seine bisweilen mit hintergründigem Witz gemalten Tierporträts.

29. Juli: Auswärtiges rät von Reisen nach Aragón, Katalonien und Navarra in Spanien ab, Corona-Tests an Berliner Flughäfen ab heute, Urlaubspiraten mit Corona-Zwischenbilanz, Schlappe für Bayerns Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Gebieten

Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra ab. Grund seien erneut hohe Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen, teilte das Außenministerium mit. Betroffen ist damit auch Barcelona, die größte Stadt Kataloniens, und die bei Touristen beliebte Costa Brava. Das Reise-Abraten des Auswärtigen Amtes ist nicht zu verwechseln mit einer Reisewarnung. Der Ratschlag aus dem Berliner Außenministerium ist der nächste Nackenschlag für den Tourismus in Spanien. Erst vor wenigen Tagen ordnete die britische Regierung an, dass alle aus Spanien Einreisenden für 14 Tage in Quarantäne gehen müssen. De facto bedeutet dies, dass bis auf Weiteres kein Brite mehr in den nächsten Wochen in Spanien Urlaub machen wird.

Nun ziehen auch die Flughäfen in Berlin nach. Ab heute sollen an den Airports in Tegel und Schönefeld Passagiere die Möglichkeit haben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Reiserückkehrer aus Riskogebieten sollen unter anderem mit Bussen zu den Testzentren transportiert werden, nachdem sie ihr Gepäck aufgenommen haben. Die Federführung über die Testzentren hat die Charité inne. Auch am Hamburger Flughafen sollen noch in dieser Woche alle Reiserückkehrer unmittelbar nach ihrer Ankunft aus
Risikogebieten die Möglichkeit bekommen, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Vermutlich am Donnerstag oder Freitag.

Kaum ein Unternehmen der Tourismusbranche blieb von den Auswirkungen des Coronavirus verschont. Auch das Portal Urlaubspiraten durchlebte eine stürmische Zeit. Nun, einige Monate nach der akuten Phase, ziehe es die Menschen in den Sommerurlaub, heißt es aus dem Unternehmen. Unangefochtene Nummer eins bei Flugreisen sei Mallorca. Nach der Ankündigung der Grenzöffnungen habe sich die Lieblingsinsel der Deutschen ihren Spitzenplatz in den Buchungen schnell wieder zurückerobert. Zugenommen habe auch der Anteil der Buchungen für die griechischen Inseln. Anders sehe es jedoch bei Hurghada und Antalya aus – die Reisewarnungen und die drohende Rückkehr-Quarantäne schreckten viele Touristen ab. Ebenso sei die Nachfrage nach Fernzielen komplett eingebrochen.

Ihr erinnert euch vielleicht: Vor ein paar Wochen war der Kreis Gütersloh bundesweit in den Schlagzeilen. Ein riesiger Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik war der Grund. In der Folge gingen einige Bundesländer her und verfügten ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Landkreisen, die mehr als 50 Corona-Infizierte pro 100.000 Einwohner haben. Unter anderem Bayern. Ein Hotelier in Bayern meinte: Das ist nicht in Ordnung. Er klagte. Bayerns Verwaltungsgerichtshof gab ihm nun Recht. Das Gericht hat die aktuelle Regelung der Staatsregierung als nicht verhältnismäßig eingestuft. Nicht nur das: Der Verweis auf die Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts genügen nicht.

28. Juli: Spahn will Coronatest-Pflicht für Reiserückkehrer, Studie: Deutsche mit Urlaub im eigenen Land zufrieden, Erfahrungsbericht: Mallorca-Rückkehrer berichtet, Comeback der Flusskreuzfahrten, wohin Spitzenpolitiker in den Urlaub fahren

Wer heute Morgen die Nachrichten verfolgte, hat es vermutlich schon mitbekommen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will dafür sorgen, dass sich alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten testen lassen müssen. Es gehe darum, zu verhindern, dass Rückkehrer andere anstecken und neue Infektionen auslösen, so Spahn. Die Tests sollen weiter gratis sein.

Eine repräsentative Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT), durchgeführt von der GfK, zeigt eine hohe Zufriedenheit der Deutschland-Urlauber. Rund 87 Prozent der Befragten bewerteten ihr Urlaubserlebnis als sehr positiv. Viele von ihnen planen bereits den nächsten Urlaub: 81 Prozent gaben an, demnächst nochmals verreisen zu wollen. »Wir haben im Rahmen unserer Studie die klare Tendenz ausgemacht, dass der Urlaub in diesem Jahr sehr heimatnah stattfindet«, betont Prof. Alfred Bauer, Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus e.V. Zugleich dominiere bei den bevorzugten Bundesländern eine Süd- und eine Nordschiene, sprich die meistbesuchten Bundesländer für den Urlaub innerhalb Deutschlands im Mai und Juni seien Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gewesen. Vor allem bei den Jüngeren ist die Reiselust groß: Die Altersgruppe der 18- bis 39-jährigen war bei den Deutschland-Urlaubern im Mai und Juni 2020 am stärksten vertreten. Bei den über 70-jährigen wird dagegen verhalten verreist: Mit zehn Prozent war ihr Anteil am geringsten.

Mit der Familie nach Mallorca in den Sommerurlaub: Seit Ende Juni geht das wieder. Auch Stern-Redakteur Malte Manshort reiste mit seiner Familie auf die Baleareninsel. Ziel war eine großzügige Hotelanlage. Die Familie stellte sich auf einige Einschränkungen ein. Doch die Ferien-Erfahrung war dann doch ganz anders, als man sich das vorstellte, berichtet er.

Die Kreuzfahrt-Industrie liegt derzeit weitgehend brach. Viele Reedereien hoffen daher darauf, dass die Corona-Pandemie bald vorbei ist. Etwas besser sieht es bei den Flusskreuzfahrten aus. Auf Europas Flüssen sind schon einige Schiffe mit Touristen unterwegs. WDR-Reporter Stephan Kern hat eines dieser Schiffe am Kölner Rheinufer besucht und sich mit Personal und Gästen unterhalten.

Auch unsere Politiker brauchen mal eine Auszeit. Erst recht nach diesem nervenaufreibenden Corona-Frühling. Aber wohin geht es für Merkel, von der Leyen, Macron & Co. in diesem Sommer? Die WELT ist der Frage nachgegangen und verrät – und spekuliert –, wo Europas Spitzenpolitiker sich in den nächsten Tagen und Wochen eine Auszeit gönnen. 

27. Juli: Erste Absagen in St. Wolfgang, Venedig diskutiert Alternativen zum Tourismus, Reiseexperte: Niedersachsen könnte von Corona profitieren

Gestern meldeten wir an dieser Stelle, dass es in St. Wolfgang in Oberösterreich einen Coronavirus-Ausbrach gab. Mittlerweile ist die Zahl auf mehr als 50 Infizierte gestiegen. Das bleibt nicht ohne Folgen: Eine Sperrstunde wurde eingeführt, der Chef des örtlichen Tourismusverbandes berichtet bereits von ersten Stornierungen. 

Seit Wochen schon dasselbe Bild in Venedig: Ein paar Gondeln tuckern übers Wasser, in den Cafés sind nur wenige Plätze besetzt. Die Touristenmassen vergangener Zeiten sind verschwunden – es sind schlicht kaum welche in der Stadt. Nun scheint das zuvor Undenkbare wahr zu werden: Die Venezianer müssen sich ernsthafte Gedanken um die Zukunft ihrer Stadt machen. 

Ganz anderes die Situation in Niedersachsen: Dort könnte die Corona-Pandemie sogar positive Auswirkungen auf den Tourismus haben. Das glaubt der Tourismusexperte Volker Böttcher. Schließlich bleiben viele Menschen in diesem Jahr in Deutschland. Niedersachsen könnte dann auch viel stärker in der Vor- und Nachsaison vom Tourismus profitieren. Allerdings gebe es auch Regionen, die es aktuell schwer haben. So zum Beispiel der Tourismus im Harz, der vorwiegend von Bustouristen lebt.

26. Juli: Sorge in Oberösterreich, DRV-Kritik an Reisewarnung, Briten müssen nach Spanien-Urlaub in Quarantäne, Knatsch in Rio de Janeiro wegen Silvesterparty

Das hat den Österreichern mitten in der Sommersaison noch gefehlt: In St. Wolfgang in dem Bundesland Oberösterreich sind mehrere Dutzend Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von mehr als 40 Fällen ist aktuell die Rede. Das Gros der Infizierten arbeitet in den Tourismus- oder Gastronomiebetrieben. Derzeit werden Einwohner und Touristen auf das Virus getestet. Weitere Ergebnisse sollen heute im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

Dem Deutschen Reiseverband (DRV) ist die weltweite Reisewarnung zunehmend ein Dorn im Auge. DRV-Präsident Norbert Fiebig kritisierte am Sonntag, dass es bisher keine Aussicht auf grünes Licht für Reisen außerhalb Europas gebe. Es sei nicht nachvollziehbar, warum pauschal vor Reisen in 160 Länder außerhalb von Europa gewarnt werde, sagte Fiebig. Als Beispiel führte er Tunesien an, dass laut Robert-Koch-Institut nicht mehr als Risikogebiet gelte, dennoch nicht von der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung ausgeschlossen worden sei.

Großbritannien hat Spanien wieder auf die Corona-Risikogebietsliste genommen. Das heißt: Wer aus Spanien kommend nach Großbritannien einreist, muss wieder 14 Tage in Quarantäne. Die Regelung gilt ab heute. Ob die Kanaren und Balearen von der Neuregelung ausgenommen werden, wird derzeit zwischen Madrid und London diskutiert..

Neben dem Karneval ist die große Silvesterparty an der Copacabana eine der größten Feierlichkeiten in Rio de Janeiro. Doch die steht angesichts der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr auf der Kippe. Jedenfalls die Party, die man seit Jahrzehnten kennt. Viel zu groß, viele zu viele Menschen auf einen Haufen – das geht in diesem Jahr nicht, so die Stadt. Aber was nun? Das Büro des Bürgermeisters teilte gestern mit, dass es nach einem neuen Modell für die Silvesterparty suche. Die Feierlichkeit solle sich an der »neue Realität der Pandemie« anpassen. Die Aussage des Bürgermeisters dürfte eine Reaktion auf die harsche Kritik der einflussreichen Hotelvereinigung Rios sein. Diese hatte sich zuvor über das Tourismusamt der Stadt Riotur beschwert, das angeblich eine Mitteilung mit dem Inhalt veröffentlichte, die Silvesterparty müsse in diesem Jahr ausfallen. Riotur stellte klar, dass es »nie eine Mitteilung über die Absage der Silvesterparty« veröffentlicht habe. Vielmehr diskutiere es mit dem Büro des Bürgermeisterns über Party-Alternativen zum Jahreswechsel.

24. Juli: Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Coronatests mit vielen offenen Fragen, Allianz-Studie zum Sommerurlaub 2020, Bareiß weckt abermals Hoffnungen auf Türkei-Urlaub, Dominikanische Republik mit neuer Corona-Info-Plattform für Touristen, #LoveIsNotTourism: Fernbeziehung in Corona-Zeiten

Die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern werden heute abermals über die Coronatest-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten diskutieren. Aber die Umsetzung dürfte schwierig werden: Wie sollen die Airports das stemmen? Wie lang sollen oder müssen die Passagiere darauf am Airport warten? Wer übernimmt die Kosten für die Tests? Ist es gerechtfertigt zwischen Risikogebieten und anderen Ländern wie z.B. Italien oder Spanien zu unterscheiden? Und wie will man Reisende kontrollieren, die mit dem Zug oder Auto aus z.B. dem Risikogebiet Serbien nach Deutschland zurückkehren?

Corona hat die Welt verändert. Insbesondere die Tourismuswelt. Das zeigt die repräsentative Studie »Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19« im Auftrag von Allianz Partners. Drei von zehn Deutschen (35,4 %) wollen demnach 2020 weniger Geld für Urlaub ausgeben. Bei den jungen Urlaubern zwischen 18 und 29 Jahren plant sogar jeder zweite (54,2 %), in den diesjährigen Ferien auf die Kostenbremse zu drücken. Und diejenigen, die verreisen, machen Urlaub im eigenen Land. Vor Corona verbrachten drei von zehn Deutschen (29,8 %) ihre Ferien im eigenen Land, nun planen sechs von zehn Befragten (61,0 %) Urlaub in der Heimat. Und wo genau? Jeder vierte will in den Ferien nach Bayern (23,6 %), knapp jeder fünfte nach Mecklenburg-Vorpommern (18,8 %) und jeder zehnte nach Baden-Württemberg (10,6 %). Weiteres Ergebnis: Die Deutschen fliegen nicht mehr, sondern fahren mit dem Auto in den Urlaub – auch jetzt, wo der Flugbetrieb wieder Fahrt aufnimmt. Lagen PKW und Flugzeug vor der Pandemie noch gleichauf (35,6 % vs. 32,0 %), sieht es nun komplett anders aus: Jeder zweite Deutsche fährt nun mit dem Auto in Urlaub (53,6 %), aber nur noch jeder zehnte (10,8 %) fliegt.

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftrager der Bundesregierung, lässt nicht locker: Wenn es nach ihm geht, könnten wir schon bald wieder in der Türkei Urlaub machen. »Wenn Regionen wie die Region Ägäis, Izmir oder auch die Region Antalya oder Bodrum, wenn dort niedrige Infektionsraten sind, brauchen wir auch da eine schrittweise Öffnung«, so Bareiß in einem Interview mit dem Radiosender Bayern 2. Derzeit ist die weltweite Reisewarnung noch nicht für die Türkei aufgehoben worden.

Die Dominikanische Republik hat auf der Website www.drtravelcenter.com eine neue Plattform ins Leben gerufen, die aktuelle Informationen zum Thema COVID-19 für Reisende bereitstellt. In englischer Sprache werden die häufigsten Fragen besorgter Reisenden beantwortet. Dafür steht neben einer FAQ-Sektion auch ein Live- Chat zur Verfügung. Seit dem 1. Juli ist Tourismus in der Dominikanischen Republik mit vorbeugenden Sicherheits- und Schutzmaßnahmen wieder möglich.

Eine Fernbeziehung zu einem Menschen, der außerhalb Europas lebt, ist schon unter normalen Umständen nicht einfach. Die Entfernung, die Reiserei, die damit verbundenen Kosten und Entbehrungen – all das ist nicht gerade ein Zuckerschlecken für Verliebte. In Corona-Zeiten allerdings ist eine solche Fernbeziehung ein Albtraum. Davon können Tobias aus Deutschland und Glicia aus Brasilien ein Lied singen. Weil Glicia nicht mit Tobias verheiratet ist und aus einem Drittstaat kommt, darf sie nicht nach Deutschland einreisen. Das dürfen im Moment nur Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner. Jetzt machen die beiden mit Mitstreitern Druck. Unter dem Hashtag #LoveIsNotTourism fordern sie Politiker zum Einlenken auf. 

23. Juli: Gesundheitsminister zu Urlaubsrückkehrern, Familie aus Cottbus nach Mallorca-Urlaub infiziert, Finanztip nimmt Reiserücktrittsversicherungen unter die Lupe, Ärger über illegale Mountainbiker-Strecken in Wäldern in diesem Corona-Sommer

Die Politik diskutiert weiter darüber, wie sie mit Urlaubsrückkehrern aus sogenannten Risikogebieten umgehen soll. Das sind all jene Länder, die bisher nicht von der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ausgenommen wurden. Konkret geht es um die Frage, ob die Urlaubsrückkehrer unmittelbar nach ihrer Landung – also noch im Flughafen – verpflichtend auf das Coronavirus gestestet werden sollen. Das soll wohl so kommen. Aber: Ein formaler Beschluss wurde von den Gesundheitsministern aus Bund und Ländern noch nicht gefasst. Das soll am Freitag nachgeholt werden.

Pessismistische Zungen mögen jetzt sagen: Das musste ja so kommen. Was war passiert? Eine vierköpfige Familie aus Cottbus verbrachte ihren Sommerurlaub auf Mallorca. Nach der Rückkehr dann der Schock: Alle vier sind mit dem Coronavirus infiziert. Die Familie ist mittlerweile in Quarantäne, nach Kontaktpersonen wird noch gesucht. Symptome zeigt aktuell kein Familienmitglied.

Zu Corona-Zeiten ist die Urlaubsplanung riskanter als sonst. Wer plötzlich erkrankt – etwa an Covid 19 – kann seine Reise nicht antreten und bleibt womöglich auf tausenden Euro sitzen. Oder man hat eine Reiserücktrittsversicherung. Die zahlt teure Stornogebühren, wenn die Reise aus triftigen Gründen nicht stattfinden kann. Aber nicht alle Versicherer tragen die Kosten bei einer Pandemie-Erkrankung, so der Verbraucherratgeber Finanztip, der die Konditionen von Reiseversichrungen untersuchte.

Zu Fuß, mit dem Rad oder im Kanu – Ausflüge in die nahe oder weitere Umgebung stehen in diesem Corona-Sommer hoch im Kurs. Der Wunsch, die Natur im eigenen Land zu erleben, ist bei vielen Menschen enorm gewachsen. Doch das bringt auch Konfliktpotential mit sich. Mountainbiker nämlich sind in diesem Sommer vermehrt in Deutschlands Parks und Wäldern unterwegs, um sich dort neue Strecken zu bauen. Ja, richtig gelesen: zu bauen! Mit Spaten, Schaufeln und Hammer im Gepäck zimmern sie sich neue Strecken in der Natur, um sich auszutoben. Förster und Naturschützern geht das zu weit. Sie gehen gegen die ungewünschten Freizeit-Bauherren vor. 

22. Juli: Leere in Griechenlands Touristen-Hotspots, Sorge in Spanien über Corona-Rückschlag, Deutsche aus Kolumbien ausgeflogen, Camping-Boom dauert an

Das, was wir bereits in diesem Ticker über Spanien, Italien und Polen berichteten, scheint auch in Griechenland in diesem Sommer der Fall zu sein: Die Touristen bleiben weg. Sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln Griechenlands sind viele Touristen-Hotspots wie verwaist. Warum die Krise für Griechenland zur Unzeit kommt, erfahrt ihr hier. 

Spanien hatte die Zahl der Corona-Infizierten ganz gut im Griff. In der zweiten Juni-Hälfte durften dann auch wieder Touristen aus Deutschland das Land besuchen. Aber mittlerweile steigen die Zahlen wieder. Innerhalb von nur gut zwei Wochen hat sich die Zahl der Neuinfektionen verdreifacht. Vor allem in der bei Touristen beliebeten Provinz Katalonien wächst die Sorge vor einem abermaligen Lockdown. 

Die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes ist ja schon lange vorbei. Dennoch leben natürlich noch Deutsche in vielen Ländern der Welt. Eines dieser Länder ist Kolumbien. Von dort startete dieser Tage ein Condor-Flug von Bogota über Panama-Stadt nach Frankfurt – eine absolute Ausnahme, denn eigentlich ist der Flughafen in Bogota seit Wochen geschlossen. Das ZDF begleitete Deutsche bei ihrer Rückkehr nach Deutschland und berichtet, was die Menschen zu ihrer Rückkehr bewog. 

Camping läuft schon seit vielen Jahren gut, doch der Sommer 2020 gibt der früher oft belächelten Urlaubsform ein ganz neues Image. Urlaub auf dem Campingplatz gilt in diesem Corona-Sommer als eine der sichersten Urlaubsformen und gewinnt dadurch viele neue Anhänger. Die Suchanfragen auf dem Campingportal camping.info haben sich aktuell verdreifacht, daher werden für Juli und August neue Buchungsrekorde in der Campingbranche erwartet. Auch die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen bestätigen den Trend. Sie stiegen im Mai 2020 um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf über 14.000 Fahrzeuge. Auf über 30 Prozent kletterten die Neuzulassungen von Reisemobilen.

21. Juli: Touristen-Einbruch in Thailand von 80 Prozent, löchrige Quarantäne-Kontrolle bei Rückkehrern aus Risikogebieten, ZDF-Dokumentation über Renaissance vergessener Urlaubsorte in Deutschland

Diese Saison können sich die Thailänder wohl abschminken: Die Statistikbehörden des Landes rechnen damit, dass nur etwa acht Millionen Besucher aus dem Ausland kommen werden. Das sind 80 Prozent weniger als 2019. Man glaubt, die Krise in etwa zwei Jahren überwunden zu haben.

Die Rechtslage ist klar: Wer nach dem Urlaub aus einem Corona-Risikogebiet nach NRW einreist, muss sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Zu den Risikoländern gehören aktuell u.a. die Türkei, aber auch Serbien und Bosnien-Herzegowina. Aber wer kontrolliert eigentlich, ob die Reiserückkehrer das auch tatsächlich tun? Die Bundespolizei jedenfalls nicht, das Gesundheitsministerium auch nicht. Zuständig sind vielmehr die Gesundheitsämter in den Städten und Gemeinden. Die sind aber darauf angewiesen, dass sich die Rückkehrer tatsächlich bei ihnen melden. Denn: Von den Airlines oder Flughäfen erhalten sie keine Passagierlisten. Die Meldung obliegt also einzig und allen der Eigenverantwortlichkeit des Einreisenden, so das Fazit einer WDR-Recherche.

»Wachgeküsst – Urlaubsparadiese mitten in Deutschland« heißt eine zweiteilige Dokumentation, die das ZDF am Mittwoch, 22. Juli 2020, und Mittwoch, 29. Juli 2020, jeweils um 22.45 Uhr ausstrahlt. In Teil eins geht die Reise von der Ostsee an die Mosel. In Teil zwei der filmischen Deutschlandreise geht es von Ostfriesland bis in den Schwarzwald. Auf ihrer Tour entdecken die Autorinnen Juliane Kussmann, Babette Hnup und Sylvie Kürsten Orte, die nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf im Coronasommer wieder wachgeküsst werden und sich neuer Beliebtheit erfreuen.

20. Juli: Balearen-Tourismusminister zu problematischen Party-Touristen und den Konsequenzen, ARD-Magazin Kontraste unterwegs in Europas Urlaubsgebieten, Lufthansa braucht noch rund einen Monat für Rückerstattungen, TUI fly fliegt wieder ab Nürnberg, Corona fegt Autobahnen leer

Auf den Balearen wird weiter über junge Partyurlauber diskutiert. Nachdem die Partylocations am Ballermann auf Mallorca wieder schließen mussten, hat sich nun auch Iago Negueruela, Tourismusminister der Balearen, zu den Hintergründen geäußert. Negueruela sagte, ausländische Regierungen und Medien hätten sich nach den Partys bei Spaniens Behörden erkundigt. »Wir müssen unsere wichtigsten Märkte beruhigen, wenn sie nach solchen Situationen fragen. (…) Man hat uns danach gefragt, welche Maßnahmen wir ergreifen«, so Negueruela. Die deutsche Presse habe die nun beschlossenen strengeren Schutzmaßnahmen positiv aufgenommen, »und es ist eine Botschaft an alle, die uns aus anderen Ländern besuchen, dass solche Verhaltensweisen hier nicht erlaubt sind und dass sie nicht geduldet werden«.

Wie funktioniert aktuell der Sommerurlaub in Zeiten von Corona? Dieser Frage ist das ARD-Magazin Kontraste nachgegangen. Es begab sich vor mehr als einer Woche an den Goldstrand in Bulgarien, ins britische Strandbad Brighton, nach Ischgl in Österreich und an die Ostseeküste in Deutschland. Zu sehen ist der elfminütige Beitrag hier. 

Die Lufthansa und andere Airlines waren in den letzten Wochen und Monaten massiv kritisiert worden, weil sie die Gelder für ausgefallene Flüge nicht zurückgezahlt haben. Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister sagte nun in einem Interview der FAZ, man sei »von dieser Krise überrollt worden«. Nun arbeite man alles ab. Und es wird »noch vier bis sechs Wochen« dauern, um die Corona-bedingte Erstattung von Tickets für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten.

In Bayern stehen die Sommerferien vor der Tür und pünktlich zur Urlaubszeit startete TUI fly wieder vom Albrecht Dürer Airport Nürnberg. Für die ersten 340 Fluggäste ging es am 18. Juli an Bord der X3 4312 nach Rhodos und auf der X3 4442 nach Korfu. Griechenland ist in diesem Sommer besonders stark gefragt – fast 75 Prozent aller Flüge führen nach Korfu, Kreta, Kos und Rhodos, teilte die Airline mit. Darüber hinaus nimmt die Ferienfluggesellschaft Kurs auf Fuerteventura und Gran Canaria und bietet somit elf wöchentliche Flüge aus Nürnberg an. Sobald die Reisewarnung für Ägypten zurückgenommen werde, werden zudem die geplanten Verbindungen nach Hurghada und Marsa Alam aufgenommen, so TUI fly.

NRW ist gerade mitten in den Sommerferien. Normalerweise sind die Autobahnen dann ziemlich voll. Neben den Berufspendlern gesellen sich in dieser Zeit die Urlauber hinzu. Normalerweise. In diesem Sommer ist das aber anders. Jan Lohoff, Leiter der Abteilung Verkehrssteuerung bei Straßen.NRW, sagte, die Gefahr von Staus sei derzeit gering. Das liege daran, dass insbesondere die Zahl der Urlaubsfahrten in den Süden in diesem Jahr geringer ausfällt als in den Vorjahren. Auch der ADAC bestätigt für ganz Deutschland: »Stundenlange Zwangsstopps wie sie die Autourlauber in früheren Jahren zum Höhepunkt der Reisezeit erdulden mussten, werden dieses Jahr wegen der Corona-Krise aber ausbleiben.«

19. Juli: SPD-Gesundheitspolitiker fordert Corona-Tests bei Urlaubsrückkehrern, Jugendherbergen kämpfen um Existenz, nur wenige Urlauber an Polens Ostseeküste

In der Politik wächst die Sorge, dass Urlauber, die aus dem Ausland heimkehren, die Verbreitung des Coronavirus beschleunigen. Das gilt ganz besonders für jene Urlauber, die aus Ländern zurückkehren, die vom Robert-Koch-Institut als Risikoländer bewertet werden. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte im Gespräch mit dem Tagesspiegel: »Optimal wäre es, alle zu testen.« Eine Testpflicht sei aber juristisch kaum durchzusetzen, auch nicht bei Rückkehrern aus Risikogebieten. »Das können Sie de facto nicht.«

Einer der großen Leidtragenden der Coronakrise sind die Jugendherbergen. Kein Wunder: Vielerorts fallen in diesem Jahr Urlaubsfahrten in der Gruppe aus. Vor allem Schulklassen verzichten in diesem Jahr auf einen Trip. Das ist mancherorts für Jugendherbergen ein Problem. Julian Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sagt sogar: »Es geht um nicht weniger als die Zukunft der deutschen Jugendherbergen. Es stehen Standorte vor dem Aus, wenn das so weitergeht.«

Aus Italien und Spanien hört man in diesem Sommer die gleiche traurige Nachricht: Die Touristen aus dem Ausland kommen so gut wie gar nicht. Von leeren Stränden und Hotels in den beliebten Urlaubsregionen ist vielerorts die Rede. Nicht viel anders sieht es in unserem östlichen Nachbarland Polen aus. Die ausländischen Touristen, vor allem die Reisegruppen, fehlen fast komplett. Die Touristen aus Deutschland kommen langsam wieder, aber eher als Individualtouristen.

17. Juli: Flugzeug-Experte warnt vor Ansteckungsgefahr beim Fliegen, Bayerns Alpen-Hotspots ächzen über Besuchermassen, Aus für Partyreisen bei TUI 2020, Schlagerstar Krause: Schließung des Ballermanns »eine Frechheit«, High Line in New York wieder geöffnet

Dieter Scholz, Professor für Flugzeugentwurf, Flugmechanik und Flugzeugsysteme, warnt in einem Interview vor einem all zu sorglosem Umgang in Sachen Corona-Ansteckungsgefahr in Flugzeugen: »Ich behaupte, es besteht eine reale Gefahr sich im Flugzeug mit SARS-CoV-2 anzustecken. Die EASA verweist auf die Eigenverantwortung der Passagiere, was die Einhaltung der Hygieneregeln betrifft. Die Airlines fordern aber nur Alltagsmasken. Diese und das Händewaschen reichen zum Schutz im Flugzeug jedoch nicht aus«, so Scholz. Harsch geht Scholz mit den Airlines ins Gericht: »De Fluggesellschaften lehnen alles ab, was Geld kostet oder die Nachfrage reduzieren könnte. Sie nehmen für sich in Anspruch bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen an erster Stelle berücksichtigt zu werden, ohne dafür wirklich entsprechend Verantwortung zu tragen«, sagte Scholz weiter.
Das war erwartbar in diesem Corona-Sommer: Die Deutschen machen überwiegend Urlaub im eigenen Land, vor allem an Nord- und Ostsee und – natürlich – in Bayern. Dort ist es an einigen Orten angesichts der Besuchermassen ganz schön wuselig. Von verstopften Straßen, Wildcampern, Hinterlassenschaften im Wald und Kolonnen auf den Wanderwegen ist die Rede. Die Politik denkt derweil über einen Ausflugsticker nach, um die Besucherströme zu entzerren.
TUI, Deutschlands größter Reiseveranstalter, wird in diesem keine Partyreisen mehr anbieten. »Partymachen ist gerade einfach nicht angesagt. Jeder sollte Rücksicht auf sich selbst und seine Mitmenschen nehmen«, sagte Deutschlandchef Marek Andryszak den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Aus diesem Grund habe der Reisekonzern sämtliche Partyreisen für 2020 aus dem Portfolio genommen.
Die Schließung der Bars und Kneipen am Ballermann auf Mallorca hat auch in Deutschland ein breites Medienecho gefunden. Nahezu unisono wird das Verhalten der Touristen kritisiert, die sich am vergangenen Freitag auf der Schinken- und Bierstraße am Ballermann amüsierten. Die Zeitung »Neues Deutschland« schreibt von einer »Respektlosigkeit gegenüber den Spaniern, die sich gerade mühsam aus der Coronakrise herauskämpfen«. Anders dagegen Schlagerstrar Mickie Krause. In einem Gespräch mit dem Focus sagte er: »Ich glaube, dass es insgesamt gar nicht so schlimm war, wie es dargestellt wurde«. Von Partyexzessen könne keine Rede sein. In einem Interview mit der BILD nannte er die Schließungen sogar »eine Frechheit«.
Vier Monate lang war sie wegen Corona gesperrt, seit gestern ist sie endlich wieder offen: die berühmte High Line in New York City. Die auch bei Touristen beliebte Attraktion – einen in einen Park umgewidmete ehemalige Hochbahntrasse – lockte Dutzende Besucher an. Wer die High Line besuchen möchte, muss sich vorab ein Zeitfenster buchen. So sollen Menschenmassen vermieden werden. Auch andere New Yorker Sehenswürdigkeiten werden in wenigen Tagen wieder besuchbar sein, u.a. das Empire State Building und die Freiheitsstatue.

16. Juli: Island: Einreise ohne Corona-Test, Balearen schließen Party-Hochburgen am Ballermann und in Magaluf, VIR fordert Lufthansa-Konzern zur raschen Erstattung der Ticketkosten auf, Costa Rica bereitet den Neustart vor: Grenzöffnungen ab 1. August geplant

Ab heute sind deutsche Touristen bei der Einreise in Island von der bisherigen Test- und Quarantäneregelung, die seit dem 15. Juni gilt, ausgenommen. Bei Ankunft müssen sie sich nicht mehr einem Corona-Test unterziehen und sie sind ebenfalls von der Alternative einer zweiwöchigen Quarantänepflicht befreit. Für Einreisende aus Dänemark, Finnland und Norwegen gilt die gleiche Regelung. Wichtige Voraussetzung für diese Ausnahmeregelung ist, dass der Reisende in den 14 Tagen vor seiner Ankunft in Island kein Land besucht hat, das laut den aktuellen Bestimmungen der isländischen Behörden als Hochrisikogebiet eingestuft wird. Die Pflicht zur kostenlosen Registrierung über das Online-Formular vor der Abreise nach Island bleibt jedoch weiterhin bestehen. Mehr Informationen gibt es hier.

Jetzt scheint die Regierung der Balearen die Nase voll zu haben: Nachdem in den bekannten Party-Hotspots auf Mallorca die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten worden waren, ordnete die Balearen-Regierung die Schließung bestimmter Ausgehbezirke an. Konkret geht es um die Ausgehlokale in der Calle Punta Ballena in Magaluf, in der Calle de Miquel Pellisa (bekannt als Bierstraße) und in der Calle del Pare Bartomeu Salvà (bekannt als Schinkenstraße) an der Playa de Palma. Die entsprechende Verordnung tritt sofort in Kraft. Die Maßnahme gilt zwei Monate, könne aber verkürzt oder verlängert werden, sagte Balearen-Tourismusminister Iago Negueruela gestern. 

Wenn der Flug ausfällt, dann gibt es das Geld zurück. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht in Zeiten von Corona. Da mussten Airline-Kunden verdammt lang auf ihr Geld warten. Einige müssen es immer noch. Ein Unding. »Die Kunden müssen schnellstmöglich zu ihrem Geld kommen«: Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR), fordert den Lufthansa-Konzern nun abermals zur raschen Abwicklung der noch ausstehenden Refunds für stornierte Reisen auf. Nach der Staatsbeteiligung und der Zusage zur finanziellen Unterstützung von Regierungsseite ist es dem Verbandschef zufolge zudem »höchste Zeit, die Marktteilnehmer im Ticketvertrieb zu entlasten«. Der VIR hatte bereits im April die Haltung der Airlines bei der Erstattung von Ticketkosten massiv kritisiert.

15. Juli: Auswärtiges Amt gibt grünes Licht für Reisen nach Schweden, Luxemburg auf Corona-Liste, Sambaschulen in Rio canceln Karneval, Wanderurlaub in Deutschland boomt

Schweden-Fans guckten in den letzten Wochen ja ziemlich in die Röhre. Das skandinavische Land bezahlte seinen recht liberalen Umgang mit dem Coronavirus mit relativ hohen Infektionszahlen. Einige Bundesländer hatten deshalb für Reisende, die aus Schweden zurückkehrten, eine Quarantänepflicht beschlossen. Auch das Auswärtige Amt hatte tiefe Sorgenfalten und strich das Land nicht von der Liste der Länder, für die eine weltweite Reisewarnung gilt. Damit ist es aber seit gestern vorbei. »Nachdem die Zahlen der schwer Erkrankten und Todesfälle deutlich zurückgegangen sind, blieb die Zahl der Neuinfizierten im Juni konstant hoch, sinkt aber seit Anfang Juli kontinuierlich bei weiterhin hohem Testniveau«, heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes. Reisen in das Land sind nun ohne Auflagen möglich.

In die andere Richtung marschiert dagegen Luxemburg. Dort ist die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, gestiegen. Und zwar so sehr, dass das Auswärtige Amt nun vor nicht notwendigen Reisen in unser Nachbarland warnt. Auch das Robert-Koch-Institut schreibt, dass in dem Land »ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht«. Die Grenze zu Luxemburg soll aber geöffnet bleiben. Auch Grenzkontrollen seien nicht geplant, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Brasilien leidet immer noch unter den hohen Coronavirus-Infektionszahlen. Tag für Tag melden die Behörden neue Ausbrüche. Die Karnevalsvereine des Landes blicken deshalb mit großer Sorge auf den Karneval. Kann der überhaupt stattfinden? Bis es so weit ist, fließt noch viel Wasser den Amazonas hinunter. Einerseits. Andererseits müssen die Feierlichkeiten lange im Voraus geplant und finanziert werden. Dieses Risiko ist einigen Sambaschulen zu groß. Sie wollen beim Karneval von Rio de Janeiro im Februar 2021 nicht auftreten. 

Deutschland wandert. Dieser Eindruck drängt sich angesichts der Rückmeldungen der Organisationen unter dem Dach des Deutschen Wanderverbandes (DWV) mit rund 600.000 Mitgliedern auf. In manchen Regionen stößt die Wanderinfrastruktur bereits an ihre Grenzen. Dr. Gerhard Ermischer, Präsident des Wanderverbandes Bayern: »Während der Corona-Krise ist die Situation in manchen Hauptwanderregionen eskaliert. Einige Bürgermeister im alpinen Raum lassen bereits die Zufahrten zu Wandergebieten sperren. Andererseits ist in den meisten Mittelgebirgen noch viel Platz zum Ausweichen vorhanden.« Eine Ursache des Andrangs sei, dass viele Menschen sich in diesem Jahr scheuen, ihren Urlaub im Ausland zu verbringen. Die Folge: Sie bleiben in Deutschland und wandern.

14. Juli: Details zur Maskenpflicht auf den Balearen, Kalifornien schließt wieder Bars, Zoos und Museen, Afrika: Wilderei statt Tourismus

Die Balearen-Inseln haben mit sofortiger Wirkung eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske eingeführt. Damit muss jeder, der sich in der Öffentlichkeit, also auch im Freien, bewegt, eine Maske tragen. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. Wer in der freien Natur außerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs ist, z.B. beim Wandern, muss keine tragen. Gleiches gilt, wer Sport treibt, sich am Strand aufhält oder einen Spaziergang an der Strandpromenade unternimmt. Und auch beim Essen, Trinken und Rauchen muss (selbstverständlich) keine getragen werden. Wer an allen anderen Orten keine Maske trägt, muss mit einem Bußgeld »von bis zu 100 Euro« rechnen, berichtet die Mallorca Zeitung. Beobachter interpretieren die Einführung der Maskenpflicht als Antwort auf die Partyexzesse auf Mallorca am vergangenen Wochenende. Hunderte Touristen feierten dort auf engem Raum ohne ausreichenden Abstand und Mund-Nasen-Schutz.

Kalifornien bekommt Corona nicht in den Griff: Wegen der abermals steigenden Zahl an Covid-19-Infizierten kündigte Gouverneur Gavin Newsom an, dass Bars, Zoos, Museen und Weingüter wieder schließen müssen. In besonders stark von Corona betroffenen Landkreisen müssen sogar Einkaufszentren, Friseure und Fitness-Studios wieder schließen.

In Florida eröffnete unterdessen der Freizeitpark Disneyland seine Pforten.

Viele Ökoprojekte in Afrika, die sich dem Schutz von Flora und Fauna verschrieben haben, stehen derzeit vor großen Problemen: Die Touristen bleiben weiterhin weg, ergo fehlen die Einnahmen der Wildtierreservate. Auf der anderen Seite leidet die Bevölkerung unter den fehlenden Touristen. In manchen Regionen sind sie die einzige Einkommensquelle der Menschen. Die zunehmende Not der außerhalb der Parks lebenden Menschen verstärkt den Anreiz, sich Wildtiere als Nahrung zu beschaffen. 

13. Juli: Scharfe Hotelier-Kritik auf Mallorca an Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, Flughafen Frankfurt weiter tief im Minus, Touristen-Einbruch in Island, Open-Air-Party in Nizza, Deutschland-Urlaub: mäßige Wetteraussichten für Corona-Sommer

In Spanien lodern aktuell immer wieder neue Corona-Infektionsfälle auf – glücklicherweise überwiegend nur in einzelnen Kommunen. Dennoch sind Politiker und Behörden beunruhigt. Daher beschlossen die Regierungen in Katalonien, Andalusien und auf den Balearen, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit zur Pflicht wird. Und zwar auch dann, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Scharfe Kritik daran äußerte der Unternehmerverband CAEB. Es sei kontraproduktiv, die Urlauber zu strengeren Maßnahmen zu zwingen, als sie es in ihren Heimatländern gewohnt seien, zitiert die Mallorca Zeitung den Verband. Auch die Hotelkette Meliá Hotels International äußerte sich kritisch. Zahlreiche Touristen hätten nach Bekanntgabe der Einführung der Maskenpflicht ihren Urlaub storniert.

Im Juni zählte der Flughafen Frankfurt 599.314 Passagiere, das ist ein Minus von 90,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die negative Entwicklung im Passagieraufkommen basierte weiterhin auf den Reisebeschränkungen und dem Nachfrageeinbruch infolge der Covid-19-Pandemie. Die Aufhebung der Reisewarnung für 31 europäische Länder Mitte Juni und das daraufhin erweiterte Flugangebot führten gegen Monatsende immerhin zu einer leichten Belebung des Passagierverkehrs in Frankfurt. Im Mai hatte der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat noch bei 95,6 Prozent gelegen.

Auch Island ächzt unter den Folgen der Corona-Krise. Sigrídur Dögg Gudmundsdóttir, Chefin der Tourismusbehörde Visit Iceland sagte, der Tourismus sei nahezu zum Erliegen gekommen. In der zweiten Jahreshälfte werde man nicht mehr die Verluste aus der ersten Jahreshälfte ausgleichen können. Nun richten sich alle Hoffnungen auf die Zukunft.

In Nizza haben am Wochenende auf der bekannten Promenade des Anglais rund 5.000 Menschen im Freien gefeiert und dabei augenscheinlich die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht eingehalten. Auf Bildern und Videos, die in den sozialen Netzwerken zu sehen sind, trugen die überwiegend jungen Franzosen keine Masken und hielten auch keinen Mindestabstand ein. Die Stadt Nizza verteidigte die Veranstaltung. Auf der sieben Kilometer langen Promenade habe es ausreichend Platz gegeben. Dennoch will Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi in Zukunft bei allen Großveranstaltungen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorschreiben.


Wer sich in diesem Sommer dazu entschieden hat, den Urlaub im eigenen Land zu verbringen, dürfte diese Nachricht womöglich nicht gefallen: Die Hoffnung auf einen heißen und sonnigen Sommer dürfte sich in diesem Juli eher nicht erfüllen. Darauf deuten einige Wettermodelle hin. Viel spricht offenbar dafür, dass das Auf und Ab der vergangenen Wochen weitergeht. So kommen Düsseldorf und Hamburg seit zwei Wochen nicht auf einen Tag, an dem die Temperatur auf 25 Grad gestiegen ist, berichtet das Portal wetter.de. Auch die Experten vom Portal wetteronline.de haben keine guten Nachrichten für Sonnenkinder im Gepäck: Der Sommer komme nicht so richtig in Schwung, schreiben sie. 

12. Juli: Party-Exzesse auf Mallorca, FAZ mit erster Sommerbilanz, Warten auf grünes Licht für den Türkei-Urlaub, Karnevalsvorbereitungen im Rheinland

Auf den Baleareninseln versucht man in diesem Sommer, den Touristen so weit wie möglich schöne Urlaubstage zu ermöglichen. Die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln erschweren dies natürlich. Von einem Normalbetrieb ist man weit entfernt. Das aber wollten anscheinend einige Partytouristen nicht aktzeptieren. Sie feierten in der Nacht auf Samstag ohne Mundschutz und Sicherheitsabstand in den bekannten Mallorca-Partyhochburgen an der Playa de Palma und in Magaluf.

Als sich im Mai abzeichnete, dass immer mehr Länder im Juni ihre Grenzen für Touristen wieder öffnen werden, machte sich mancherorts Optimismus breit. Vor allem Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland hofften darauf, dass sich dieser Corona-Sommer doch noch irgendwie retten lassen wird. Aber das scheint nicht zu funktionieren: Weniger Flüge ans Mittelmeer, Corona-bedingte Einreise-Bürokratie und die Angst vor einem neuerlichen Corona-Ausbruch halten viele Deutsche offenbar davon ab, in den Süden Europas zu fliegen. Stattdessen boomen die Urlaubsdestinationen an Deutschlands Küsten. »Im Sommer nach dem Corona-Stillstand erholt sich der Tourismus nur mancherorts«, resümiert die FAZ in einem ersten Fazit.

Dass überhaupt Touristen aus Deutschland kommen, davon kann die Türkei derzeit nur träumen. Denn die Bundesregierung hält an ihrer Reisewarnung für das Land fest. Anders die Briten: Sie erlauben ihren Bürgern wieder, in die Türkei zu fliegen. Deutschlands Reiseveranstalter scharren schon mit den Hufen. Sie hoffen, dass die Bundesregierung bald grünes Licht erteilt. 

In vier Monaten ist es so weit: Am 11.11. fällt der Startschuss für die Karnevalssaison 2020/2021. Aber wird das wirklich gefeiert werden können? NRW-Ministerpräsident Armin Laschet winkte schon ab: »Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge – das passt nicht in diese Zeit.« Da scheint er aber die Rechnung ohne die Karnevalsgesellschaften gemacht zu haben. Die zerbrechen sich gerade den Kopf darüber, wie in Zeiten von Corona doch noch gefeiert werden kann. Auch die NRW-Staatskanzlei mischt mit. Sie ist bereits in Gesprächen mit den Festkomitees. 

10. Juli: Dreiviertel weniger Gästeübernachtungen im Mai 2020, Aida-Comeback im August, Magaluf auf Mallorca: Warten auf die Briten, gähnende Leere in Italien, Politiker-Urlaub im Corona-Sommer

Die Zahlen des statistischen Bundesamts zeigen auch für den Monat Mai 2020 die dramatischen Auswirkungen der Coronakrise auf die deutschen Hotels, Pensionen und Campingplätze. Ein Minus von 74,8 % bei den Gästeübernachtungen gegenüber dem Vorjahresmonat erfasste das Statistische Bundesamt für den Mai 2020 – bei Übernachtungen aus dem Ausland verzeichnet Deutschland sogar ein Minus von 90,9 %. »Zwar ist das jetzt keine Überraschung mehr, es verdeutlicht aber die verheerenden Effekte, die die deutschen Destinationen, Gastgeber und touristischen Anbieter 2020 treffen«, sagte dazu Dirk Dunkelberg, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands (DTV).

Darauf haben AIDA-Kreuzfahrt-Liebhaber lange warten müssen: Die ersten Schiffe kehren nach der Corona-Zwangspause auf die Weltmeere zurück. Den Auftakt macht AIDAperla am 5. August 2020 in Hamburg. Danach startet die AIDAmar ab Rostock-Warnemünde und am 16. August 2020 die AIDAblu ab Kiel in die diesjährige Sommersaison. Alles wie früher also? Keineswegs. Die Schiffe werden maximal sieben Tage unterwegs sein, sie werden keine Häfen anlaufen, und die Zahl der Passagiere an Bord wird reduziert. Auch auf Abstand und Hygiene wird großen Wert gelegt. Die Maßnahmen reichen vom digitalen Gesundheitsfragebogen vor der Reise über die Temperaturmessung vor dem Check-in für Gäste und Crew, die Kontaktvermeidung durch Abstandsregeln und Wegeleitsysteme bei der An- und Abreise sowie an Bord bis hin zu angepassten Kapazitäten, z. B. für Restaurants, Bars, Theater, Sport- und Wellnessbereiche. Auch andere Reedereien starten bald wieder durch.

Neben den Deutschen lieben auch die Briten Mallorca. Während sich die Feierwütigen aus Deutschland vor allem am Ballermann niederlassen, zieht es die Partylöwen aus Großbritannien traditionell nach Magaluf. Aber dort herrscht noch tote Hose. Noch. Denn schon bald werden wieder mehr Touristen aus Großbritannien nach Mallorca kommen. Magaluf jedenfalls sieht sich gerüstet. Auch wenn einigen Einwohnern Magalufs nicht wohl bei dem Gedanken ist, dass schon bald wieder die Party-Briten das Zepter in dem Ort in der Hand haben. 

Kommen wir zu einem anderen Land, das traditionell bei Urlaubern aus Deutschland hoch im Kurs steht: Italien. Die Italiener hatten im Juni schon ihre Grenze für Touristen wieder geöffnet. Aber noch nach den ersten zwei Wochen zeichnete sich ab, dass kaum welche kommen. Daran hat sich bis heute nicht geändert: Im Corona-Sommer 2020 sind Italiens Städte und Strände leer. 

Auch unsere Politiker haben sich den Urlaub verdient. Gerade nach und in diesen verrückten Corona-Zeiten. Aber auch sie dürften sich die Frage stellen: wohin bloß? Kanzlerin Merkel, die in der Vergangenheit gern in Italien urlaubte, wird dieses Jahr in Deutschland die Ferien verbringen. Wo genau? Verrät sie natürlich nicht. Aber eins zeichnet sich schon ab: Fast alle Politiker machen in diesem Jahr Heimaturlaub.

9. Juli: E-Mail aus Gütersloh an Staatskanzleien in Kiel und Hannover, strenge Maskenpflicht in Katalonien, Schottland beendet Quarantäne-Regelung ab Freitag, Reisen nach Finnland ab 13. Juli, Umfrage im Corona-Sommer: Sankt Peter-Ording, Hamburg und Berchtesgaden familienfreundlichsten Reiseziele in Deutschland

Die vielen Coronavirus-Fälle im Kreis Gütersloh hatten viele Bundesländer dazu veranlasst, den Menschen aus dem Landkreis nur noch den Besuch zu erlauben, wenn sie ein aktuelles negatives Covid-19-Testergebnis vorlegen können. Mittlerweile sind die Fälle in dem Kreis aber stark gesunken. Schleswig-Holstein und Niedersachsen halten aber aktuell an den Einreisebeschränkungen für die Gütersloher fest. Ein Unding, findet Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer. Die Menschen aus dem Kreis Gütersloh hätten »die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt«, schrieb er an die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Dort scheint die E-Mail Eindruck hinterlassen zu haben: Niedersachsen lässt die Gütersloher wieder ab Samstag ohne Auflagen rein, Schleswig-Holstein prüft schon.

Während wir in Deutschland in den letzten Tagen über eine Abschaffung der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske diskutierten, geht die Regierung in Katalonien den umgekehrten Weg: Dort muss nun jeder, der in der Öffentlichkeit unterwegs ist, eine Maske tragen. Und zwar auch dann, wenn der Mindestabstand im Freien gewahrt ist. Einzig am Strand darf die Maske abgelegt werden. Kritiker befürchten, dass die Maßnahme Touristen abschrecken wird.

Internationale Passagiere aus 57 Ländern, die eine ähnliche wie oder geringere Coronavirus-Infektionsrate (COVID-19) aufweisen als Schottland, müssen sich künftig nicht mehr in Quarantäne begeben. Diese Gesundheitsmaßnahme wird am Freitag (10. Juli) für all diejenigen aufgehoben, die aus Ländern und Gebieten anreisen, in denen das Risiko des Imports von COVID-19 ausreichend gering ist – darunter sind 26 europäische Nationen. Zu ihnen gehören auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Passagiere, die aus diesen Ländern anreisen, müssen vor Reiseantritt weiterhin ein Online-Formular ausfüllen sowie Kontaktdaten, Reisedaten und die Adresse ihres endgültigen Aufenthaltsortes angeben. Alle Reisenden sind dazu aufgefordert, den Richtlinien der schottischen Gesundheitsbehörden Folge zu leisten. Dazu gehören das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen, die Vermeidung überfüllter Orte, das regelmäßige Waschen von Händen und Oberflächen sowie die Einhaltung des Abstandsgebots von zwei Metern zu Personen anderer Haushalte.

Nun auch Finnland: Das nordeuropäische Land hebt seine in der Coronavirus-Krise verfügten Einreisebeschränkungen für mehrere Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, auf. Ab kommenden Montag könnt ihr damit wieder nach Finnland reisen. Portugiesen, Spanier und Franzosen müssen dagegen weiter draußen bleiben.

FeWo-direkt, Spezialist für Familienurlaub im Ferienhaus, hat 3.000 Familien aus ganz Deutschland in einer Online-Abstimmung nach ihren liebsten Urlaubsorten in Deutschland befragt. Ergebnis: Das familienfreundlichste Reiseziel am Meer ist Sankt Peter-Ording an der Nordsee. Ein Viertel der Teilnehmer stimmte für den Badeort an der Nordsee. Den ersten Platz unter den städtischen Reisezielen belegt die Hansestadt Hamburg. Sie erhielt fast zwei Drittel aller Stimmen in der Kategorie und hängte ihre fünf Konkurrenten damit deutlich ab. In Kategorie »Reiseziele in den Bergen« konnte sich mit 26 Prozent der Stimmen Berchtesgaden in Oberbayern knapp gegen den Zweitplatzierten Oberstdorf im Allgäu durchsetzen.

8. Juli: Corona-Lockerungen in Bayern, lange Durststrecke für Flughäfen, Bali ab 11. September, Kosten für Rückholaktion steuerlich absetzbar, Geoplan mit Deutschland- und Europareisen

Bayern ist das Bundesland, das am vorsichtigsten bei den Corona-Lockerungen ist. Oder, wie Kritiker sagen, am ängstlichsten. Was in anderen Bundesländern schon längst erlaubt ist, gilt in Bayern noch lange nicht. Nun aber tastet sich Bayern weiter in Richtung Normalität. Gestern hat die Staatsregierung weitere Lockerungen beschlossen: Indoor-Attraktionen dürfen wieder öffnen, und auch Flusskreuzfahrten werden wieder erlaubt. Bars und Clubs bleiben wie anderswo in Deutschland auch geschlossen.

In den letzten Wochen haben viele Fluggesellschaften damit begonnen, ihr Streckennetz wieder zu erweitern. Insbesondere innerhalb Europas ist das aktuelle Angebot schon recht ordentlich. Von Normalität sind die Airlines aber noch weit entfernt. Das sieht man auch an den momentanen Passagierzahlen der Flughäfen. Sie sind noch meilenweit von den Werten des Vorjahres entfernt. »Das wird noch eine ganze Weile dauern. In Jahren ausgesprochen, rechnet man mit zwei bis drei, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird«, prophezeit Schuhart, Chef des Flughafens in Dresden.

Die Insel Bali in Indonesien wird vermutlich ab Mitte September wieder Gäste aus dem Ausland reinlassen. Der Zeitplan bis dahin: Ab morgen werden wieder Museen und Tempel geöffnet, Ende des Monats sollen indonesische Bürger wieder auf die Insel dürfen, ab dem 11. September dann Touristen aus dem Ausland.

In der vergangenen Woche hat das Auswärtige Amt damit begonnen, die ersten tausend Rechnungen für die beispielhafte und einmalige Rückholaktion aus dem Ausland zwischen dem 17. März und dem 24. April zu versenden. 67.000 Individualtouristen und Geschäftsreisende wurden mit 260 eigens dafür gecharterten Maschinen aufgrund der ausgebrochenen Corona-Pandemie aus 65 Ländern zurück nach Deutschland geholt. Nun forderte das Ministerium die damals gestrandeten Urlauber auf, sich an den Kosten des Rückflugs mit einer Pauschale zu beteiligen. Diese Kosten können als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden. Darauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. hin und erläutert, worauf es konkret ankommt. 

Der Reiseveranstalter Geoplan gilt als Spezialist für exklusive Fernreisen. Aber die Corona-Krise hat das Geschäftsmodell gehörig durcheinander gewirbelt. Denn Fernreisen sind ja gerade nicht möglich. Aufgrund der aktuellen Situation nimmt der Fernreise-Spezialist nun auch Deutschland- und Europareisen ins Programm. Dabei bündelt die Produktlinie »Drei perfekte Tage in …« ausgewählte Reisen in Städte, die während drei programmintensiver Tage vor Ort erkundet werden – von Kultur über Kulinarik bis Natur. Bei den neuen Städtetrips von Geoplan locken unter anderem Kulturmetropolen wie München, Dresden, Hamburg oder die Lutherstadt Wittenberg sowie Prag, Stockholm und die georgische Hauptstadt Tbilissi.

7. Juli: Reederei holt gestrandete Deutsche aus Marokko raus, Schweizer Veranstalter fliegt wieder nach Ägypten, Bareiß macht Türkei Hoffnungen, Qatar Airways: Mund-Nasen-Schutz plus Gesichtsschutz, Louvre in Paris wieder geöffnet

Man glaubt es kaum, aber Anfang Juli saßen wegen der Corona-Krise immer noch deutsche Staatsbürger in Marokko fest. Wochenlang wurde verhandelt, jetzt erst konnten sie das Land verlassen. Das berichtet die Reederei FRS. Ein Schiff der Reederei holte am vergangenen Freitag hauptsächlich deutsche Staatsbürger sowie Personen anderer nordeuropäischer Nationalitäten ab, welche sich nach der von Marokko im vergangenen März verfügten Schließung der Grenzen in dem Land aufhielten. Die Überfahrt erfolgte mit der FRS-Fähre Kattegat, die etwa 300 Passagiere und 180 Fahrzeuge vom Hafen Tanger Med nach Algeciras brachte. Nach der Ankunft in Algeciras konnten die von FRS beförderten Bürger ihre Reise durch Spanien in ihre Heimatländer fortsetzen. Die Organisation dieser Rückholaktion ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft in Rabat, teilte die Reederei mit. Im Mai organisierte FRS bereits eine Rückholaktion für britische Staatsbürger, 57 aus Gibraltar und 25 aus Großbritannien, die ebenfalls nach der Grenzschließung in Marokko gestrandet waren. FRS ist die einzige Reederei, die alle Routen der Straße von Gibraltar bedient.

Nach der coronabedingten Pause wird der Schweizer Reiseveranstalter ETI wieder Reisen nach Ägypten anbieten. ETI Schweiz startete am 4. Juli 2020 mit Edelweiss Air das Ferienprogramm nach Hurghada und Umgebung und wird ab sofort wieder Montag, Donnerstag und Samstag von Zürich nach Hurghada fliegen. Ebenfalls im Juli folgt dann die Aufnahme von Flügen nach Marsa Alam. Die Region Sharm El Sheikh wird aller Voraussicht nach erst ab September wieder in den Flugplan der Airline Chair aufgenommen.

Wird das noch was mit dem Sommerurlaub in der Türkei in diesem Corona-Sommer? Wir haben ja an dieser Stelle oft darüber berichtet. Der aktuelle Stand: Die Bundesregierung zaudert, die Türkei-Regierung motzt darüber. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache. Thomas Bareiß, der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, sieht gute Chancen für eine baldige Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei. »Wenn die Lage gut ist – und letzte Woche war die Lage gut – können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten«, sagte Bareiß gegenüber dem Sender RTL. 

Qatar Airways will seine Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen an Bord durch die Einführung einer neuen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für Kunden und Kabinenpersonal verstärken. Neben einem neuen Schutzanzug für das Kabinenpersonal müssen in Zukunft alle Passagiere neben einer Mund-Nasen-Maske auch noch einen Gesichtsschutz tragen. Der Gesichtsschutz werde in zwei Standardgrößen erhältlich sein, teilte Qatar mit – eine für Kinder und eine für Erwachsene. Passagiere, die vom Hamad International Airport (HIA) aus starten, bekommen den Gesichtsschutz an den Check-in-Schaltern ausgehändigt, während sie an anderen Zielorten an den Flugsteigen verteilt werden. An Bord erhalten alle Passagiere von Qatar Airways ein kostenloses Hygiene-Kit in einem wiederverschließbaren Beutel. Darin: eine chirurgische Einweg-Schutzmaske, puderfreie Einweg-Handschuhe und Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis. Kunden der Business Class wird außerdem 75 ml Desinfektionsmittel-Gel in einer Tube angeboten.

Darauf haben nicht nur die Franzosen lange gewartet: Der berühmte Pariser Louvre hat wieder seine Pforten geöffnet. Endlich. Aber so wie früher ist es natürlich noch nicht. Besucher müssen Masken tragen, und statt der bis zu 40.000 Gäste pro Tag sind derzeit maximal 7.000 Besucher zugelassen. Die ersten Gäste wurden von den Mitarbeitern mit Applaus empfangen. 

6. Juli: Kreuzfahrt in tiefer Krise, Party-Comebacks in London, Betrunkener aus Eurowings-Maschine geworfen, ADAC-Stauprognose für kommendes Wochenende, ZDF über Rüdesheim in Corona-Zeiten

Aufgrund der weltweiten Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ist der Tourismus in vielen Ländern der Welt komplett zum Erliegen gekommen. In einigen Ländern der Welt läuft er seit ein paar Wochen wieder an, vielerorts allerdings noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Davon kann die Kreuzfahrtbranche nur träumen. Fast alle Schiffe liegen weiter in Häfen. Dass sich das bald ändert, glaubt kaum einer. Wie groß sind dann die Chancen für ein Comeback, fragt der Stern in einem aktuellen Beitrag.

Seit Samstag dürfen in England die Pubs wieder öffnen. Da ließen sich besonders in London die Menschen nicht zweimal bitten. Im beliebten Partyviertel Soho füllten am Samstagabend sehr viele Menschen die Straßen. Es wurde gefeiert und getanzt, als gäbe es kein Morgen. Polizei und Politik waren trotzdem zufrieden. Die Mehrheit habe verantwortungsvoll gefeiert, heißt es. 

Vergangenen Freitag sollte eine Eurowings-Maschine um 18:55 Uhr vom Flughafen Köln/Bonn Richtung Palma de Mallorca fliegen. Sollte. Denn es gab ein kleines Problem an Bord: drei Männer, die schon ordentlich einen im Tee hatten. Einer der Männer fing kurz vor Abflug an zu randalieren, den Mund-Nasen-Schutz wollte er auch nicht mehr tragen. Der Pilot machte kurzen Prozess und ließ den Mann rauswerfen.

Obwohl die Staudimensionen der Vorjahre in diesem Sommer aufgrund der Corona-Pandemie nicht erreicht werden, rechnet der ADAC am kommenden Wochenende mit steigendem Urlauberverkehr auf Deutschlands Autobahnen. Etliche Fahrten auf dem Weg ans Meer oder in die Berge könnten störungsreicher verlaufen. Dabei geht der ADAC auch davon aus, dass sich volle Straßen eher auf dem untergeordneten Straßennetz und hier auf den Zufahrten der Erholungsgebiete zeigen. In Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und im Norden der Niederlande beginnt die zweite Ferienwoche. Schulschluss ist im Süden der Niederlande. Auch in vielen anderen europäischen Ländern laufen bereits die Ferien.

Wie wirkt sich die Coronakrise auf das Leben in Rüdesheim aus, der kleinen Weinstadt am Rhein, die in normalen Zeiten alljährlich mehr als drei Millionen Besucher zählt? Kommen in diesen etwas anderen Sommerferien besonders viele Touristen aus Deutschland ans Tor zum Mittelrheintal? Ab heute nimmt ein ZDF-Team vier Wochen lang am Leben in Rüdesheim teil. »ZDF in Rüdesheim« ist die zwölfte Auflage des ZDF-Bürgerprojekts. Zuletzt war ein ZDF-Team im Mai 2020 in Kulmbach und hatte dort miterlebt, wie erste Lockerungen in der Coronakrise erfolgen konnten. Wann die Folge zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

5. Juli: NRW-Urlaubsregionen verzeichnen höhere Nachfrage in diesem Sommer, ADAC-Tipps zum Campingplatz-Urlaub im Corona-Sommer, Florida Amerikas neuer Corona-Hotspot

Dass viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub im eigenen Land verbringen wollen, haben schon viele Meinungsumfragen gezeigt. Das ist die Chance für viele Urlaubsregionen, die sonst eher nicht im Fokus der Reisenden stehen. Einige davon liegen in NRW. Tourismusverbände im Sauerland, Teutoburger Wald, Ruhrgebiet und der Eifel verzeichnen ein größeres Interesse an ihren Urlaubsangeboten als im Vorjahr. Die Websites werden öfter aufgerufen und auch die Nachfrage an Infomaterial sei gestiegen, berichtet der WDR. Wer noch Interesse hat: Überall in NRW kann man noch seinen Urlaub im Sommer verbringen. Mit einer Ausnahme: Der Nationalpark Eifel ist voll.

Die Einschätzung des ADAC zum Campingplatz-Urlaub in diesem Corona-Sommer ist eindeutig: »Spontanität ist 2020 leider nicht möglich«, so der ADAC. Die Reservierung oder Vorab-Buchung auf einem Campingplatz sei in diesem Sommer obligatorisch. Auskünfte über die Ausstattung, Angebote und Preise könne man vorab detailliert im ADAC Campingführer nachlesen. Insgesamt 1155 deutsche Campingplätze werden hier bewertet. Spezielle Auszeichnungen nach unterschiedlichen Schwerpunkten wie Sanitärausstattung, Platzgelände, Versorgung und Freizeitangebote erlauben Campingfreunden die Vorauswahl des am besten geeigneten Platzes. Die ADAC Campingführer 2020 (Nord- und Südeuropa) kosten je 22,80 Euro und sind im Buchhandel, in den ADAC Geschäftsstellen und im Internet erhältlich.

Der US-Bundesstaat Florida, für viele Deutsche Sehnsuchtsort, wenn sie an einen Strandurlaub in den USA denken, hat sich zum neuen Corona-Hotspot der USA entwickelt. Für Beobachter nicht überraschend. So war etwa Miami Beach schon immer schon ein regelfreier Raum. »Und selten hielten sie sich hier an die Corona-Vorschriften«, berichtet der Spiegel ausführlich aus Miami. 

4. Juli. Spanien-Urlauber können sich bald nur noch online registrieren, Türkei wäre bereit für deutsche Urlauber, Touristen dürfen bald wieder auf England-Fähren, Taiwan bietet Fake-Reisen an

Wer nach Spanien reist, muss seit dem 1.Juli ein Formular zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. Das ist nur noch bis Ende Juli in Papierform möglich. Spätestens danach kann man sich nur noch online im Land anmelden. Das Formular erzeugt einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss.

Gestern haben wir noch über den traurigen türkischen Außenministers berichtet. Deutschland möchte die Warnung für Reisen in die Türkei noch nicht aufheben, verspricht aber, das schnell wieder prüfen zu wollen. Wohl auch deswegen lässt die Türkei heute nochmal ausrichten: Wir wären bereit. Hotels, die die strengen Hygiene- und Abstandsregeln umsetzen, sollen staatlich zertifiziert und damit klar erkennbar werden. Am Flughafen können PCR-Tests gemacht werden und sogar eine Covid 19-Versicherung wird seit dieser Woche verkauft. Für 15 bis 23 Euro sollen alle möglichen Gesundheitsausgaben von 3.000 bis 7.000 Euro abgedeckt werden.

Mit dem Schiff nach England? Ab dem 10.Juli ist das wieder möglich. Erstens, weil Großbritannien bei Besuchern unter anderem aus Deutschland und Frankreich auf die Quarantäne-Pflicht verzichtet. Zweitens, weil dann auch wieder Fähren für Touristen geöffnet sind.  Mit DFDS geht es zum Beispiel nach Dover und Newhaven. Auf den Schiffen gelten besondere Hygiene- und Abstandsregeln, für 15 Euro extra gibt es einen Platz in der Premium-Lounge – mit noch mehr Abstand zu anderen Reisenden. Alle online bei DFDS gebuchten Fahrten können bis Ende des Jahres kostenfrei storniert werden.

Reise-Feeling ohne auf Reisen gehen zu können? Am Flughafen von Taipeh haben sich 7000 Menschen für die 60 Plätze einer „Fake-Reise“ beworben. Sie durften diese Woche nun alles machen, was zum richtigen Reisen gehört: Einchecken, durchleuchten lassen, Pässe zeigen und in einen Airbus A330 steigen. Der hob nur leider nicht ab. Stattdessen gab es ein gemeinsames Essen im Flughafenrestaurant und für den Flughafen eine perfekte Trockenübung nach langer Pause.

3. Juli: Griechenland-Chaos zum Tourismusstart, England-Quarantäne vor dem Aus, Türkei-Sommerurlaub: Außenminister Cavusoglu in Berlin, Strandampel an Lübecker Bucht, massive Streichungen bei innerdeutschen Easyjet-Flügen

Am Mittwoch legte Griechenlands Tourismus ja wieder los (wir berichteten). Aber der Start hatte es in sich: Airlines und Passagiere ärgern sich über die neuen Corona-Reisebeschränkungen, die Griechenlands Regierung kurzfristig eingeführt hatte. Die Griechen verlangen von den Urlaubern vorab eine Online-Registrierung, woraufhin die Fluggäste einen QR-Code erhalten. Wer den nicht hat, darf nicht in den Flieger. Das führte zu reichlich Verwirrung. Am Mittwoch konnten zwei Aegean-Maschinen von Düsseldorf nur mit Verspätung aufbrechen, fast ein Dutzend Passagiere durfte nicht mitfliegen. Jetzt will Griechenlands Regierung nachbessern.

Gute Nachrichten für alle, die in den nächsten Wochen einen Städtetrip oder eine Wander- oder Radreise nach England unternehmen wollen: Die 14-tätige Quarantänepflicht soll schon bald der Vergangenheit angehören. Das gilt für Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien ab dem 10. Juli, teilte das Verkehrsministerium in London heute Morgen mit. Aber Achtung: Diese Regelung gilt nur für England, nicht für Wales, Nordirland und Schottland.

Der türkische Außenminister Cavusoglu war gestern zu Gast bei seinem Amtskollegen Heiko Maas in Berlin. Es ging, ihr ahnt es schon, um die weltweite Reisewarnung, von der die Türkei immer noch nicht befreit ist. Die Türkei will das so schnell wie möglich ändern lassen, aber Heiko Maas tritt weiter auf die Bremse. Erfolglos war Cavusoglus Reise aber nicht. Immerhin deutete Maas an, dass sich das bald ändern könnte.

So langsam wird es voll an Nord- und Ostsee, denn in immer mehr Bundesländern sind Sommerferien. Für die Orte an der Küste ein zweischneidiges Schwert. Einerseits freuen sie sich über die vielen Gäste, die in diesem Corona-Sommer Urlaub im eigenen Land machen. Andererseits könnte es vielerorts zu voll werden. Eine Strandampel an der Lübecker Bucht soll jetzt Abhilfe schaffen und die Zugänge zu den Stränden regulieren. 

Mit Easyjet konnte man bis zu Beginn der Corona-Krise auch innerdeutsch fliegen. Dann brach infolge der Corona-Pandemie – wie bei allen Airlines auch – das Geschäft bei Easyjet ein. So gut wie nichts ging mehr. Anfang September wollte Easyjet mit den innerdeutschen Flügen wieder voll durchstarten. Doch daraus wird nichts mehr. »Die Herausforderungen, die es bisher unmöglich gemacht haben, in Berlin profitabel zu sein, bestehen weiter und wurden durch Covid-19 verschärft«, zitiert der RBB eine auf Englisch verfasste interne Mitteilung der Airline. Ergebnis: Innerdeutsche Flüge sind nicht mehr buchbar. Lediglich die Flüge von Berlin nach Sylt sind an einzelnen Daten noch verfügbar.

2. Juli: Bundestag entscheidet über freiwillige Gutschein-Lösung bei Reisen, feierlicher Empfang auf Kreta für erste Touristen, Costa Rica ab 1. August offen, United Airlines wieder von Frankfurt nach Chicago und von München nach New York, Innenbereiche von Bars, Clubs und Restaurants in New York bleiben weiter geschlossen, Queen macht wie immer Urlaub in Schottland

Der Deutsche Bundestag wird heute Nachmittag abschließend über die Einführung einer freiwilligen Gutscheinlösung zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie für Pauschalreiseveranstalter beraten. Mit der Neuregelung können Reiseveranstalter den Reisenden damit statt der sofortigen Rückerstattung des Reisepreises einen Reisegutschein im Wert der erhaltenen Vorauszahlungen anbieten. Der Gutschein ist gegen eine etwaige Insolvenz des Reiseveranstalters staatlich abgesichert. Damit werden Verbraucher vor finanziellem Schaden geschützt. »Das auf Freiwilligkeit setzende Konzept ist ein fairer Kompromiss, der die Reisebranche unterstützt und gleichzeitig Verbraucher vor finanziellem Schaden bewahrt. Eine Win-win-Situation für beide Seiten – Kunden können frei entscheiden und Reisebüros stehen auch künftig als Partner bei der Planung der schönsten Zeit des Jahres bereit«, sagte der rechts- und verbraucherpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak.

Am Mittwoch startete auch Griechenlands Tourismus wieder voll durch: Alle Flughäfen des Landes sind seit gestern wieder geöffnet. Als der erste Ferienflieger aus Deutschland auf Kreta landete, ging es ausgesprochen feierlich zu: Musikanten spielten auf, und eine Runde des lokalen Schnaps Tsikoudiá wurde gereicht.

Costa Rica wird voraussichtlich ab dem 1. August wieder Touristen empfangen. Ab diesem Zeitpunkt soll eine schrittweise Öffnung für Länder erfolgen, die die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle haben und niedrige Infektionszahlen aufweisen können. Voraussichtlich werden die Länder Europas zu den ersten zählen, die Costa Rica wieder bereisen dürfen. Dazu gehören auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Vor der Reise muss ein Kontaktformular der costa-ricanischen Gesundheitsbehörden ausgefüllt werden, Temperaturmessungen erfolgen durch Wärmekameras vor Ort.

United Airlines wird im August 2020 das Flugaufkommen im Vergleich zum Juni dieses Jahres verdreifachen. Dazu werden fast 25.000 inneramerikanische und internationale Flüge zusätzlich durchgeführt, so dass die Fluggesellschaft etwa 40 Prozent das Volumens vom August 2019 erreicht. Damit reagiert United Airlines auf die allmählich wieder steigende Nachfrage. Dazu gehört die Wiederaufnahme der Flüge von Frankfurt und Brüssel nach Chicago sowie von München, Zürich und Brüssel nach New York/Newark.

Eigentlich sollte es im US-Bundesstaat New York wieder ein Stück normaler werden. So sollten Bars, Clubs und Restaurants wieder im Innenbereich Gäste bedienen können. Daraus wird erst einmal nichts. Grund sind die steigenden Corona-Infektionszahlen in vielen anderen Städten und Regionen der USA. Mit Blick auf die Infektionsorte sagte Bill de Blasio, Bürgermeister der Stadt New York: »Innen wird mehr und mehr zum Problem.«

The same procedure as every year: Queen Elizabeth II. wird auch in diesem Jahr mit ihrem Mann Prinz Philipp in dem schottischen Anwesen Balmoral den Sommerurlaub verbringen. Um den 1. August herum soll es so weit sein, berichten britische Medien.

1. Juli: Kanada-Verbot bis mindestens 31. Juli, Hamburg erlaubt Events mit mehr Teilnehmern, Urlaubspiraten: Deutsche verreisen mit dem Auto, Celestyal Cruises setzt Kreuzfahrten 2020 aus, hohe Nachfrage nach Nachtzug Prag-Rijeka, britische Museen kündigen Termine für Wiedereröffnungen an, Comeback des Amsterdamer Rotlichtviertels

Kanada-Reisefreunde müssen sich weiterhin gedulden: Die kanadische Regierung hat das Einreiseverbot für Touristen bis mindestens 31. Juli verlängert. Der Einreisestopp gilt bereits seit März. In den letzten Tagen wurden darüber spekuliert, ob Kanada den Einreisestopp für Touristen aus der EU aufheben würde, weil die EU ihrerseits Kanadiern die Einreise gestatten wird. Aber dazu wird es nun erst mal nicht kommen. Ob Kanada-Reisen ab August möglich sein werden, steht noch in den Sternen.

Wer in diesem Sommer ein Festival besuchen will, macht gerade eine harte Zeit durch – bekanntlich wurden alle Großveranstaltungen abgesagt. Aber kleinere Events sind hier und da möglich. So auch in Hamburg. Dort sind Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 1.000 Personen wieder erlaubt. Vorausgesetzt, es gibt Sitzplätze und die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln können eingehalten werden. In geschlossenen Räumen sind ab heute Veranstaltungen mit bis zu 650 Menschen erlaubt. Aber auch Veranstaltungen ohne Sitzplätze und mit Alkoholausschank werden – wenn auch in kleinerem Rahmen – wieder erlaubt.

Vorrangig mit dem eigenen Auto möchten deutsche Touristen in diesem Jahr das eigene Land oder nicht allzu weit entfernte Nachbarländer bereisen. Das hat das Reiseportal urlaubspiraten.de festgestellt. Länder wie die Niederlande, Österreich – hier wird ein Anstieg der Buchungszahlen von über 25% zum Vorjahr festgestellt – und Tschechien stünden besonders hoch im Kurs. »Die Nachfrage nach Ferienwohnungen und -häusern ist in diesem Jahr gestiegen. Doch auch Hotels werden weiter gebucht, mit dem Unterschied, dass Touristen den Fokus inzwischen auf die Eigenanreise legen. Auch für Bahnreisen erkennen wir langsam steigende Buchungszahlen. Vor allem der Kurzurlaub in der eigenen Region, das lange Zeit aus dem Fokus der Touristen gerückt war, gewinnt an Wichtigkeit«, so ein Sprecher des Unternehmens.

Die Reederei Celestyal Cruises, vorwiegend unterwegs zu den griechischen Inseln und ins östliche Mittelmeer, wird bis zum 6. März 2021 keine Kreuzfahrten mehr durchführen. Leslie Peden, Chief Commercial Officer bei Celestyal Cruises sagte zur Begründung: »Da das Kerngeschäft unserer Saison von Frühling bis Herbst reicht, waren wir optimistisch, unseren Kreuzfahrtbetrieb im Spätsommer wieder aufnehmen zu können. Angesichts der vorherrschenden Unsicherheit hinsichtlich der Reisebeschränkungen sowie anhaltenden Diskussionen über die verbesserten Gesundheitsprotokolle für die Kreuzfahrt in der EU haben wir uns zur Vorsicht entschieden und die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs auf den geplanten Beginn unserer normalen Frühjahrssaison 2021 verschoben.«

Damit dürfte die tschechische Bahngesellschaft Ceske drahy wohl nicht gerechnet haben: Die Tickets für die neue Nachtzugverbindung von Prag ins kroatische Rijeka verkaufen sich wie warme Semmeln. Schon mehr als 30.000 Fahrkarten wurden binnen weniger Tage verkauft, heißt es. Die Fahrt mit Stopp in Ljubljana dauert rund 14 Stunden, ab dem 11. Juli wird die Strecke täglich bedient.

Nach und nach eröffneten in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas wieder die Museen und anderen Sehenswürdigkeiten. Wegen der Schwere der Corona-Pandemie dauerte es in Großbritannien etwas länger. Jetzt sind aber auch die Briten am Zug. Nach fast vier Monaten Zwangsschließung wird die National Gallery am Trafalgar Square in London am 8. Juli wieder ihre Pforten öffnen. Die Royal Academy soll am 16. Juli folgen, während die Tate-Galerien erst Ende des Monats wieder öffnen werden.

Als eine der größten Touristenattraktionen Amsterdams gilt das Rotlichtviertel – populär ist es auch bei jenen Touristen, die wohl niemals einen Fuß in eines der Etablissements setzen würden. Der Grund: Die Damen posieren gleich neben der Gracht hinter riesigen Glasfenstern, angestrahlt durch Rotlicht. Als Mitte März die Corona-Pandemie um sich griff, musste das Rotlichtviertel schließen. Vier Monate lang waren die (Rot-) Lichter aus. Seit heute sind die Amsterdamer Wallen, wie das Viertel auch genannt wird, wieder geöffnet. Allerdings mit einigen Auflagen.

30. Juni: Ende Oktober Hälfte der Lufthansa-Flieger wieder in der Luft, TUI-Sommersaison auf den griechischen Inseln gestartet, Corona-Tests auch am Münchner Flughafen, Touristen-Boom in Rheinland-Pfalz

Weil anscheinend immer mehr Menschen Flüge buchen (wollen), wird die Lufthansa bereits Ende Oktober wieder über 380 Flugzeuge einsetzen. Damit wäre dann wieder die Hälfte der Flotte der Lufthansa Group in der Luft. Das sind 200 Flugzeuge mehr, als noch im Juni. Ende Oktober werden über 90 Prozent aller ursprünglich geplanten Kurz- und Mittelstreckenziele und über 70 Prozent der Langstreckendestinationen der Group wieder angeflogen. Die neuen Flüge sind seit gestern buchbar. Sämtliche Tarife von Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines bleiben weiter umbuchbar – beispielsweise auch der Economy Light-Tarif nur mit Handgepäck. Fluggäste, die das Reisedatum ihres bestehenden Flugs ändern möchten, können einmalig eine gebührenfreie Umbuchung für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse vornehmen. Die Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 31. August 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April 2021 haben.

Mit 170 deutschen Urlaubern startete gestern um 14 Uhr der TUI-fly-Flug X3 4364 von Hannover nach Kos. Die Boeing 737-800 war der erste europäische Ferienflieger, der zur Sommersaison 2020 wieder direkt eine griechische Insel ansteuerte. In der ersten Saisonwoche bis zum 5. Juli wird TUI fly die griechischen Inseln bereits mit 56 Flügen verbinden. Beliebtestes Ziel wird dann wieder die Insel Kreta sein, gefolgt von Kos, Rhodos, Korfu und Patras auf der Peloponnes. Gestartet wird in den ersten Tagen ab Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München, Köln/Bonn und Basel. »Wir haben die vergangenen Wochen genutzt, uns gut auf die Saison 2020 vorzubereiten. Die Abstimmung zwischen TUI, den Hotels vor Ort und den Behörden in Griechenland ist eng und gut«, sagte Sebastian Ebel, verantwortlicher Konzernvorstand für den Bereich Holiday Experiences. Es bleibt abzuwarten, ob der Griechenland-Boom anhalten wird. Gestern wurde bekannt, dass Griechenlands Regierung mit komplizierten Melde- und Genehmigungsverfahren im Internet überwachen will, wer ins Land kommt.

Am Frankfurter Flughafen könnt ihr ja ab sofort einen Corona-Schnelltest machen (wir berichteten gestern). Entsprechende Tests könnt ihr entweder am Vortag (59 Euro) oder vor Reiseantritt am Tag der Abreise in einem Eilverfahren (139 Euro) vornehmen lassen.

Gleiches gilt nun auch am Münchner Flughafen. Entsprechende kostenpflichtige Tests bietet die MediCare, eine Tochtergesellschaft der Flughafen München GmbH, im medizinischen Zentrum des Airports (Terminal 1, Bereich E) an. Wer an einem solchen Test interessiert ist, muss sich telefonisch über die Notfallambulanz des Airports unter der Rufnummer 089/975-63399 dafür anmelden. Die Testergebnisse liegen vier Stunden nach Durchführung der Abstriche vor.

Dass in diesem Sommer der Urlaub in Deutschland bei vielen hoch im Kurs stehen wird, dürfte keine große Überraschung sein. Aber: Es sind nicht nur klassische Urlaubsländer wie Bayern, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, die von der Corona-Pandemie »profitieren«. Auch die rheinland-pfälzischen Ferienregionen Rheinhessen, Pfalz, Eifel und Westerwald berichten von vielen neuen Gästen. »Wir entdecken eine völlig neue Klientel«, so eine Sprecherin gegenüber der Saarbrücker Zeitung.

29. Juni: Spekulation über Veröffentlichung Covid-19-sicherer Länder am Dienstag, Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen, Österreich hebt NRW-Reisewarnung wieder auf, Urlauber strömen an Ostsee

Die weltweite Reisewarnung ist ja bekanntlich für die meisten Länder Europas vom Tisch. Aber wie geht es nun weiter mit den anderen Ländern? Geht das nun Stück für Stück voran? Oder müssen wir warten, bis die Corona-Pandemie vorbei ist? Vieles spricht für die erste Variante. Die EU brütet wohl schon seit einiger Zeit über eine Liste von Ländern, in denen Reisen schon bald wieder möglich sein sollen. Das bestätigte Spaniens Außenministerin Arancha Gonzalez Laya. Angeblich gebe es eine Liste von 15 Ländern, in die wir schon bald wieder reisen können. Sie soll am Dienstag veröffentlicht werden, so die Spanierin.

Auch wenn wir in Zukunft wieder in deutlich mehr Länder reisen können: In manchen Ländern wird ein negativer Covid-19-Test bei der Einreise verlangt. Am Frankfurter Flughafen soll deshalb ein neuer Service entstehen: das Corona-Testzentrum. Was es damit auf sich hat, wird heute Vormittag am Frankfurter Flughafen vorgestellt.

Das war’s auch schon wieder: Österreich hat seine Reisewarnung für NRW wieder zurückgenommen. Das gilt für das gesamte Bundesland – mit einer Ausnahme: Der Kreis Gütersloh bleibt auf der Liste. Das sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger gegenüber der Internetsendung »Bild live«. Und: Wer aus dem Kreis Gütersloh in Österreich Urlaub machen will, braucht einen negativen Coronavirus-Test, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober im ORF-Fernsehen.

In sechs Bundesländern starteten am Wochenende die Sommerferien. Wie aus vielen Umfragen hervorging, bleiben in diesem Jahr viele Deutsche zu Hause oder verbringen den Urlaub im eigenen Land. Einen Vorgeschmack darauf gab es am Wochenende an der Ostsee: Urlauber, soweit das Auge reicht. In einigen Gemeinden an der Ostsee mussten schon am Samstagmittag die Zufahrtsstraßen zu den Stränden gesperrt werden.

28. Juni: Großbritannien schafft Quarantäne ab 7. Juli ab, Spanien verbietet Kreuzfahrten »bis Ende der Corona-Krise«, Boom im Sauerland

Jetzt auch die Briten: Medienberichten zufolge will Großbritannien ab dem 7. Juli Reisen ohne anschließende Quarantäne ermöglichen. Damit können die Briten ihren Sommerurlaub am Mittelmeer antreten und wir im Gegenzug unseren Städtetrip nach London, Manchester & Co. Allerdings werden nicht alle Länder von der Quarantänepflicht befreit. Portugal und Schweden beispielsweise müssen wohl noch warten.

Schock für Kreuzfahrtliebhaber: Spanien will es Kreuzfahrtschiffen weiterhin verbieten, in den Häfen des Landes einzulaufen. Die spanische Regierung veröffentlichte eine Verordnung, mit der das derzeitige Verbot »bis zum Ende der Coronavirus-Krise« verlängert wird.

Viele Deutsche wollen in diesem Sommer nicht in den Urlaub fliegen. Stattdessen ist Urlaub in Deutschland angesagt. Eine der Regionen, die davon profitiert, scheint das Sauerland zu sein. Eine neu aufgelegte Kampagne der Region komme bei den Menschen sehr gut an. »Unser Feedback zu dieser Kampagne ist bombastisch«, sagte Rouven Soyka, Sprecher des Touristik-Verbands, dem WDR.

27. Juni: Rückholaktion: Bundesregierung verschickt Rechnungen, Türkei-Knatsch geht in die nächste Runde, Norwegen-Urlaub ab 15. Juli, Hurtigruten-Kreuzfahrt im Corona-Sommer: nur gucken, nicht anfassen, Urlaub in Deutschland: Hotel nur mit Attest, wenn aus Corona-Hochburg

Erinnert ihr euch noch? Vor ein paar Wochen, auf dem Höhepunkt der Corona-Krise, waren mehr als 200.000 Urlauber aus Deutschland in vielen Ländern der Welt gestrandet. Sie kamen nicht mehr zurück nach Deutschland, weil viele Länder ihre Grenzen schlossen oder die Airlines die Flüge stornierten. Das Auswärtige Amt startete seinerzeit eine Rückholaktion und holte fast alle zurück in die Heimat. Eine Herkulesaufgabe, die auch ins Geld ging: 94 Millionen Euro kostete der Spaß. Damit der Steuerzahler nicht auf den Kosten sitzen bleibt, verschickt die Bundesregierung nun Rechnungen an die seinerzeit Gestrandeten. Die Rechnungshöhen sind gestaffelt. Für Flüge von den Kanarischen Inseln und aus Nordafrika müssen 200 Euro, aus der Karibik und dem südlichen Afrika 500 Euro auf den Tisch gelegt werden. Wer aus Südamerika und Asien zurückgeholt wurde, muss 600 Euro, aus Neuseeland und Australien 1000 Euro bezahlen.

Die Absicht, in diesem Sommer den Urlaub in der Türkei zu verbringen? Have fun! Spaß beiseite. Denn, das mit dem Sommerurlaub in der Türkei wird in diesem Corona-Sommer schwierig. Die Bundesregierung will nämlich nicht die weltweite Reisewarnung für die Türkei aufheben, obwohl sie deshalb von der türkischen Seite seit Wochen unter Beschuss genommen wird. Nun gibt es neue Wendungen: Wie der Spiegel unter Berufung auf »Eingeweihte« berichtet, erwarte die Bundesregierung, dass die Türkei anders mit Corona-Infizierten umgeht. Und darum geht es: Infizierte in der Türkei müssen sich umgehend in ein Krankenhaus zur Behandlung mit Hydroxychloroquin begeben. Das Malaria-Mittel ist in Deutschland hoch umstritten und nicht zur Therapie von Covid-19-Patienten zugelassen. Am Donnerstag geht es in die nächste Runde: Dann wollen Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy und Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu nach Berlin kommen.

Ab dem 15. Juli wird Norwegen seine Grenzen inklusive Häfen und Flughäfen wieder für Touristen öffnen. Diese Regelung gilt neben einigen anderen Ländern der EU auch für Urlauber aus Deutschland. Eine Quarantänepflicht bei der Ein- oder Rückreise besteht dann nicht mehr. Voraussetzung für die Öffnung der norwegischen Grenzen ist, dass die Anzahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerung 20 Fälle pro 100.000 Einwohner nicht übersteigt.

Die Corona-Pandemie versetzte der Kreuzfahrtindustrie einen mächtigen Stoß vor den Bug. Nichts ging mehr. Nun geht es ganz langsam wieder los. Ein Schiff der Reederei Hurtigruten legte in Hamburg ab. Es nahm Kurs auf Norwegen. Doch während der Kreuzfahrt ist einiges anders als früher. An Bord sind deutlich weniger Gäste, auf Landgänge wird verzichtet. Credo der Kreuzfahrt: nur gucken, nicht anfassen. 

Menschen aus Gebieten mit starkem einem Corona-Ausbruch waren in den letzten Tagen ganz schön ausgegrenzt: Einige Bundesländer verboten ihnen die Einreise, anderen wollten sie in Quarantäne stecken. Dass diese Form der Sippenhaft nicht in Ordnung ist, war schnell klar. Nun haben sich die Chefs von Bundeskanzleramt und Staats- und Senatskanzleien der Länder geeinigt: Wer aus einem Landkreis oder einer Stadt mit hohen Corona-Zahlen kommt, braucht einen negativen Covid-19-Test, um in Deutschland ohne Probleme Urlaub zu machen. 

26. Juni: ARD-Umfrage: Deutsche im Corona-Sommer Urlaubsmuffel, Strand-Ansturm in Großbritannien, Teile Lissabons wieder im Lockdown, Menschen in Kreisen Gütersloh und Warendorf sorgen sich um Sommerurlaub, Eiffelturm wieder geöffnet, Tunesien ab 27. Juni ohne Corona-Test offen, Studiosus startet Europa-Programm wieder

In den letzten Wochen präsentierten wir euch an dieser Stelle schon einige Umfragen, die sich mit den Sommerurlaubsplänen der Deutschen in diesem Jahr beschäftigten. Der Tenor all dieser Umfragen: Viele Befragte sind skeptisch und wollen zu Hause bleiben oder nur innerhalb Deutschlands verreisen. Nun gab es in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in den letzten drei Wochen weitere Lockerungen im öffentlichen Leben, unter anderem wurde die weltweite Reisewarnung für die meisten Länder Europas aufgehoben. Haben sich dadurch die Reisepläne der Deutschen geändert? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag der ARD nachgegangen. Die Antwort: eher nicht. Von denjenigen, die sich mit Blick auf den Sommerurlaub schon festgelegt haben, gibt mehr als die Hälfte (51 Prozent) an, zu Hause zu bleiben. Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) plant eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands. Nur 17 Prozent wollen im europäischen Ausland ihren Urlaub verbringen.

Strahlend blauer Himmel und 33 Grad: In Großbritannien war es gestern verdammt heiß. Da sagten sich die Briten: Dann mal ab ans Meer! Das ist auch wieder erlaubt in Großbritannien. Denn die Regierung hatte erst am Mittwoch viele Lockerungen nach den monatelangen Corona-Einschränkungen verkündet. Aber mit so einem Ansturm auf die Strände hatte dann noch niemand gerechnet. In Bournemouth klagten die Einsatzkräfte über eine nicht mehr beherrschbare Lage. Alkoholexzesse und Schlägereien verschlimmerten die Lage noch mehr. 

Wer seinen Urlaub in diesem Sommer in Lissabon verbringen möchte, sollte die Ohren spitzen: Weil die Infektionszahlen in der Hauptstadt seit Anfang Juni wieder steigen, hat die Regierung für weite Teile des Großraums Lissabons ab dem 1. Juli einen erneuten Lockdown angekündigt. Die Maßnahmen gelten allerdings nicht für das von vielen Touristen aufgesuchte Zentrum der Stadt. 

Viele Menschen in den NRW-Landkreisen Gütersloh und Warendorf wollten am Wochenende in den Urlaub fahren. Schließlich ist Sommerferien-Beginn in NRW. Aber daraus wird wohl nichts, selbst in vielen deutschen Bundesländer stehen die Bewohner der Kreise unter Generalverdacht. In Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein sogenanntes »Beherbergungsverbot«. Nicht viel besser sieht es In Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz aus. Dort ist eine zweiwöchige Quarantäne für Besucher aus den Kreisen vorgeschrieben.

Darauf haben viele Franzosen sehnsüchtig gewartet: Der Eiffelturm, das Symbol von Paris schlechthin, hat wieder geöffnet. Der Eiffelturm darf wieder bestiegen werden, ein Fahrstuhl fährt aber nicht. Der Turm kann zu Fuß und unter strengen Regeln genutzt werden. So ist das Ticketkontingent begrenzt, und die Besucher müssen die festgelegten Besuchszeiten beachten. 

Bereits am 14. Juni berichteten wir an dieser Stelle, dass Tunesien ab Samstag, 27. Juni wieder Touristen ins Land lassen will. Und genauso wird es kommen. Touristen aus Deutschland können von kommendem Samstag an wieder ohne Beschränkungen oder vorherige Corona-Tests in das Land reisen. Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für das Land aber noch nicht aufgehoben.

Der Reiseveranstalter Studiosus startet sein Europa-Programm wieder. Die erste Tour des Marktführers bei Studienreisen führt vom 8. bis 12. Juli nach Wien. In kurzen Abständen folgen Reisen nach Island, ins Baltikum, nach Polen, Frankreich und Griechenland. Ende August kommen dann Italien und Spanien hinzu. Zudem hat Studiosus sein Repertoire in Deutschland erweitert und sieben neue Reisen vom Bodensee bis an die Ostsee ins Programm genommen. Insgesamt hat Studiosus für den Sommer und Herbst über 300 Reisen im Angebot, auf denen Studiosus-Gäste Europa entdecken können.

25. Juni: Gerichtsurteil: Eurowings muss Ticketpreis zurückzahlen, Malediven öffnen am 15. Juli, Österreich lockert weiter, Ernüchterung in Griechenland, Wut und Verzweiflung in Gütersloh, DTV kritisiert Krisenmanagement, TV-Tipp: ZDF-Doku über den Brennerpass in Corona-Zeiten

In den letzten Wochen und Monaten häuften sich die Beschwerden über die Airlines, weil sie ihren Kunden nicht die Ticketkosten für die im Zuge der Corona-Krise ausgefallenen Flüge erstatteten. Mal reagierten die Airlines gar nicht, mal boten sie lediglich einen Gutschein an. Das Amtsgericht Nürtingen urteilte nun: So geht’s nicht. Der Fall: Ein Passagier wollte im April von Stuttgart nach Budapest fliegen; der Flug wurde aber storniert, dem Mann wurde ein Gutschein angeboten. Das lehnte er ab und verlangte stattdessen den Flugpreis zurück. Eurowings lehnte ab. Der Mann klagte schließlich gegen Eurowings mit Hilfe eines Flugrechtsportals – und gewann.

Und noch ein Urlaubsparadies öffnet bald wieder seine Grenzen für Touristen: die Malediven. Ab Mittwoch, 15. Juli können Urlauber wieder in das Land reisen, kündigte Ibrahim Mohamed Solih, Präsident des Inselstaates, gestern an.

Wer im Sommer seinen Urlaub in Österreich verbringt, muss immer weniger mit Corona-bedingten Einschränkungen rechnen. So werden ab dem 1. Juli alle Einschränkungen beim Mannschafts- und Kontaktsport entfallen. Fußballspielen sollte dann wieder ohne Probleme möglich sein. Auch in der Gastronomie ändert sich was: Kellner müssen dann nicht mehr Mund und Nase mit einer Maske bedecken. Last but least sollen ab September wieder Events und Veranstaltungen mit bis zu 10.000 Teilnehmern im Freien und bis zu 5.000 Teilnehmern drinnen erlaubt sein.

Das hatten sich die Griechen wohl anders vorgestellt: Als die weltweite Reisewarnung Mitte Juni aufgehoben wurde, rechneten sie mit vielen Touristen, auch aus Deutschland. In einigen Regionen kommen aber offenbar nur wenige Touristen, vielerorts klagen Hoteliers über die hohen Kosten, die die Abstands- und Hygienemaßnahmen verursachen. Vagkelis Katsaras, Präsident der Hoteliersvereinigung von Naxos und den Kleinen Kykladen, sagt: »Obwohl die Grenzen offen sind und wir gehofft haben, dass Bewegung in den Tourismus kommt, sehen wir einen täglichen Rückgang.«

Die Sommerferien in NRW stehen vor der Tür, am Wochenende fällt der Startschuss. Ganz NRW steht in den Startlöchern. Nicht so in dem vom Coronavirus besonders hart betroffenen Landkreis Gütersloh. Dort hängen die Einwohner erst mal fest: Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt auch Niedersachsen ein Beherbergungsverbot für Gäste aus der Region ausgesprochen. Bei den Menschen herrsche Wut und Verzweiflung, berichtet das ZDF. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) forderte Bund und Länder unterdessen dazu auf, umgehend für bundesweit einheitliche Verfahren, Prozesse und Zuständigkeiten zu sorgen. »Es kann doch nicht sein, dass jetzt der Vermieter einer Ferienwohnung in die Pflicht genommen wird, bei jedem seiner Gäste zu prüfen, ob er aus einem als Risikogebiet eingestuften Landkreis kommt. Noch schwieriger wird das, wenn es sich um Gäste aus dem EU-Ausland handelt«, sagt Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes.

Der Brenner ist der meistbefahrene Alpenpass und als Urlauberroute ein Nadelöhr Richtung Italien. Viele Wochen war die österreichisch-italienische Grenze aufgrund der Coronapandemie für den Pkw-Verkehr – mit wenigen Ausnahmen – geschlossen. Seit dem 16. Juni 2020 gibt es keine Kontrollen mehr. Die »ZDF.reportage« zeigt am Sonntag, 28. Juni 2020, 17.55 Uhr, in “Der Brenner – Freie Fahrt nach Süden”, wie sich die Öffnung der Grenzen auswirkt und wie die Situation vorher war. Der Film von Daniela Agostini steht ab Freitag, 26. Juni 2020, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

24. Juni: Laschet warnt vor Start der NRW-Sommerferien vor Stigmatisierungen, Reiseziel Deutschland klettert bei Wikinger Reisen auf Platz eins, Sommerurlaub ab Nürnberg: wieder Flüge zu 25 Zielen, Dänemark lockt mit Sommerangeboten, Robinson Clubs in Österreich, Italien, Spanien und Griechenland vor Wiedereröffnung

Wegen der massiven Ausbreitung des Coronavirus in einer Fleischfabrik wurde in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der sogenannte Lockdown verhängt. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dazu. Denn: Bisher seien die Infektionen in der Fleischfabrik kaum auf die restliche Bevölkerung übertragen worden. Das ist für die Bewohner aus den Kreisen freilich nur ein geringer Trost, denn immer Urlaubsregionen winken ab, wenn sie dort ihre Ferien verbringen möchten. So hat Schleswig-Holstein beschlossen, dass Reisende aus Corona-Hotspots 14 Tage lang in Quarantäne gehen müssen. Bayern nimmt keine mehr auf, und Mecklenburg-Vorpommern schickt sie auch wieder zurück. Das findet Laschet nicht in Ordnung. In den Tagesthemen gestern Abend sagte er: »Ich warne nur davor, jetzt die Bewohner dieses Kreises zu stigmatisieren.«

Der Veranstalter Wikinger Reisen ist eigenen Angaben zufolge Marktführer für Wanderurlaub in kleinen Gruppen oder individuell. Die Coronakrise hat das Unternehmen schwer getroffen. 22.000 Gästen musste der Urlaub bisher abgesagt werden und es werden noch viele folgen, da zahlreiche Länder weiterhin als Reiseziele ausfallen. Aber nun geht es aufwärts, wenn auch langsam. Eine vorsichtige Kursänderung kommt ab Juli in Sicht, dann starten wieder bei Wikinger wieder Wander- und Radgruppen. »Wir haben den Vorteil, dass unser typischer Reisestil Abstand halten leichter macht: Wir sind überwiegend draußen in freier Natur, wandern und radeln abseits der Hotspots, wohnen meist in kleinen, familiär geführten Hotels. Und die Gruppen sind nicht groß«, sagte Daniel Kraus, geschäftsführender Gesellschafter von Wikinger Reisen. Deutschland sei seit Jahren drittstärkstes Ziel bei Wikinger Reisen hinter Spanien und Italien. Nun werde es auf Rang eins klettern, so Kraus.

Von Nürnberg aus sind bald wieder 25 Ziele in zehn Ländern nonstop erreichbar. So nehmen Airlines wie Corendon, Turkish Airlines, Ryanair, TUI fly, Sun Express, Wizz Air und andere Fluggesellschaften sukzessive Verbindungen in beliebte Feriendestinationen und zu Städtezielen auf. Zur Auswahl stehen fünf Ziele in Griechenland, zwei in Italien, fünf in Spanien (mit Kanarischen Inseln und Mallorca), vier in der Türkei und drei in Rumänien. Außerdem geht es nach Frankreich und Portugal, in die Niederlande, nach Serbien und Bulgarien sowie innerdeutsch nach Hamburg.

Damit nach den Wochen des Lockdowns wieder möglichst viele Touristen nach Dänemark kommen, hat die Regierung des Landes einige Sonderangebote für Besucher aufgelegt. Deutsche Touristen können im Sommer gratis Fährtickets für Fußgänger und Radfahrer im dänischen Inselreich, 50 Prozent Rabatt auf Tickets für Kulturerlebnisse sowie ein vergünstigtes 8-Tage-Ticket für öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch nehmen. Beispiele gefällig? Im August und September werden innerdänische Fährüberfahrten zu den kleinen Inseln inklusive Fanø, Læsø, Ærø und Samsø sowie auf der Route Ystad-Rønne nach Bornholm preislich deutlich reduziert. Darüber hinaus gibt es in den dänischen Sommerferien vom 27. Juni bis zum 9. August Tickets für Kulturerlebnisse zum halben Preis – dies umfasst unter anderem Museen, Theater, Zoos und Konzerte. Für den Zeitraum der dänischen Sommerferien sind außerdem vergünstigte 8-Tage-Tickets für den öffentlichen Verkehr erhältlich. Die Tickets sind auf 50.000 Stück begrenzt und gelten landesweit für Züge der DSB und Arriva, Busse und Metro sowie Regional- und Straßenbahn. Das Ticket kostet für Erwachsene umgerechnet rund 40 Euro, für Kinder zwischen 12 und 15 Jahren umgerechnet rund 20 Euro.

Robinson, der Premium-Clubanbieter der TUI, öffnet seine Anlagen schrittweise wieder. Nach dem Robinson Club Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern, der bereits am 25. Mai wieder für seine Gäste eröffnet hat, folgten in der vergangenen Woche auch der Robinson Club Quinta da Ria in Portugal, der Robinson Club Cala Serena auf Mallorca sowie der Robinson Club Landskron und Robinson Club Amadé in Österreich. In den nächsten Wochen stehen weitere Wiedereröffnungen in Österreich, Italien, Spanien und Griechenland an. Der ganz neue Robinson Club Ierapetra auf Kreta wird am 15. Juli erstmals seine Pforten öffnen.

23. Juni: Usedom weist Touristen aus Gütersloh ab, gähnende Leere am Ballermann, Südtirol startet Corona-Tests, Eurowings fliegt ab 6. Juli an die Schwarzmeerküste Bulgariens, Emirates baut Streckennetz ab 7. Juli aus

In Mecklenburg-Vorpommern können wir ja seit einigen Wochen wieder Urlaub machen. Allerdings mit einer nicht ganz unwichtigen Einschränkung: Wer aus einem Landkreis oder einer Stadt kommt, wo in den letzten sieben Tagen vor Einreise die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner höher als 50 ist, muss leider draußen bleiben. Das trifft auf den Kreis Gütersloh zu, wo es zu einem heftigen Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik der Firma Tönnies kam. Nun traf es ein Ehepaar aus dem Kreis, das in Heringsdorf auf Usedom Urlaub machen wollte: Es wurde abgewiesen und musste den Heimweg antreten.

Wer dieser Tage nach Mallorca reisen möchte, um dort am Ballermann Party zu machen, sollte wissen: ist nicht. Der Bierkönig, Megapark und die vielen anderen Clubs haben derzeit immer noch geschlossen. Denn: Tanzlokale, Nachtclubs und ähnliche Einrichtungen dürfen nicht öffnen, wenn ihre Kapazität 300 Personen übersteigt. Ob sich daran in diesem Sommer etwas ändern wird, ist mehr als fraglich. Eine Gruppe junger Touristen aus Thüringen ist trotzdem hingereist – und schockiert über die Leere. Der Ballermann im Ausnahmezustand.

In Südtirols Gastbetrieben sollen Antikörper-Sars-CoV-2-Schnelltests die Sicherheit erhöhen. Das Vorhaben wurde gestern in Bozen vorgestellt. Insgesamt sind in ganz Südtirol 22.000 Tests für die Mitarbeitenden und Betriebsleiter vorgesehen. Die Tests werden vom Land mitfinanziert. Zusätzlich können die Betriebe auf eigene Kosten Urlaubsgäste testen. Das Testsystem umfasst die Betriebsinhaber und alle Mitarbeitenden der Beherbergungs-, Schank- und Speisebetriebe; auf freiwilliger Basis der Betreiber zudem auch die Hotelgäste. Das Ziel ist es, Infektionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren oder im Idealfall zu vermeiden. Das System sieht nicht nur Tests vor, sondern auch eine klare Vorgehensweise (Protokolle), was im Falle eines positiven Tests zu tun ist.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings baut ihr Strecken-Portfolio Richtung Südosteuropa aus und wird in wenigen Wochen erstmals in großem Stil die Schwarzmeerküste Bulgariens anfliegen. Die bulgarischen Ferienziele Warna und Burgas sind bereits unter eurowings.com oder über die Eurowings.-App buchbar. Sie werden ab 6. Juli gleich von sechs deutschen Flughäfen aus angeboten: Neben den großen Eurowings-Stationen Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart werden ab Juli auch die Flughäfen München, Hannover und Leipzig direkt mit der bulgarischen Küste verbunden. Das Eurowings Programm wird dann mehr als 20 wöchentliche Flüge nach Burgas und Warna bieten.

Die Einreise sowohl für Geschäfts- als auch Urlaubsreisende nach Dubai wird ab dem 7. Juli wieder möglich sein (wir berichteten gestern). Derzeit verbindet die Airline Emirates Dubai mit 40 Städten weltweit. In der Folge soll das Streckennetz ausgebaut und zusätzliche Destinationen angeboten werden. Diese werden in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Emirates hat nach eigenen Angaben bereits ein Konzept eingeführt, um die Sicherheit seiner Kunden und Mitarbeiter am Boden und in der Luft zu erhöhen. Dazu gehört die Verteilung kostenloser Hygienesets mit Masken, Handschuhen, Handdesinfektionsmitteln und antibakteriellen Tüchern an alle Passagiere. Hier gibt es weitere Informationen dazu und zu weiteren Maßnahmen.

22. Juni: Türkei macht weiter Druck, Dubai öffnet am 7. Juli Grenzen für Touristen, hohe Urlaubernachfrage in Mecklenburg-Vorpommern, Rügen: Touristen haben in diesem Sommer andere Prioritäten

Die Türkei lässt nicht locker: Die türkische Regierung möchte so schnell wie möglich wieder Touristen aus Deutschland in dem Land willkommen heißen. Dem steht derzeit noch die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung entgegen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy wollen bald sogar nach Berlin reisen, um die Bundesregierung von den Corona-Schutzmaßnahmen in den beliebten Urlaubsregionen in der Türkei zu überzeugen. Außerdem publizieren die Türken nun auch die Corona-Infektionszahlen für die Tourismus-Regionen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben sich bisher rund 45.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie sehr viele Länder der Welt schlossen auch die VAE ihre Grenzen. Seit fast drei Monaten ist das nun so. Nun die Wende, zumindest im Touristen-Hotspot Dubai: Dort sollen ab Dienstag, 7. Juli wieder Touristen ins Land dürfen. Ein Test auf Covid-19 ist aber Pflicht. Dieser kann bei der Einreise am Flughafen gemacht werden. Fällt das Ergebnis positiv aus, muss man 14 Tage in Quarantäne. Außerdem müssen sich Touristen eine spezielle Corona-App auf ihr Handy herunterladen.

Mit Beginn der Sommerferien in Deutschland rechnet Mecklenburg-Vorpommern mit einem hohen Besucheraufkommen. »Im Sommerferienzeitraum erwarten wir rund vier Millionen Gäste, die ihren Urlaub zwischen Ostseeküste und Seenplatte verbringen. Darunter werden sich viele Stammgäste, aber auch neue Gäste befinden, die sich im Zuge der Corona-Pandemie erstmals für den Nordosten entschieden haben«, sagte Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die erwartete durchschnittliche Auslastung in den Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen bewegt sich für die Monate Juli und August bei rund 80 Prozent; für September liegt sie etwas unter 70 Prozent. »Die Nachfrage ist erfreulich groß, aber es sind auch für die Sommerferien noch einige freie Quartiere zu finden«, so Hesse weiter.

Einer der beliebtesten Urlaubsorte in Mecklenburg-Vorpommern ist die Insel Rügen. Kai Gardeja, Kurdirektor in Binz, stellt fest: Die Struktur der Gäste hat sich seit Corona verändert. Es seien Gäste auf der Insel, die noch nie vorher da waren. Die neuen Gäste auf Rügen seien jünger, aktiver und unternehmungslustiger als die bisherige Stammkundschaft, berichtet der NDR.

21. Juni: Spanien legt los, Schweizer Urlauber in der Schweiz, Beschwerden über Bahn und Airlines reißen nicht ab

Heute nun ist es so weit: Spanien öffnet seine Grenzen wieder für Urlauber aus dem Schengen-Raum. Damit endet auch ein Pilotprojekt für einige Tausend deutsche Urlauber auf den Balearen, mit dem Spanien die Corona-Maßnahmen testete. Die Touristen, die auf Mallorca waren, genossen außergewöhnliche Ruhe, berichtet die ARD. Auch am Ballermann.

Die Schweiz ist ein Urlaubsland, das traditionell sehr beliebt bei Reisenden aus den USA ist. Seit einigen Jahren gesellten sich Touristen aus Asien hinzu. Wegen der Corona-Pandemie können sowohl die Amerikaner wie auch die Chinesen & Co. in diesem Sommer nicht anreisen. Was also tun, damit die Seilbahnen, Hotels und Restaurants in den Schweizer Urlaubsgebieten nicht leerbleiben? Nun soll die Schweizer Bevölkerung aufs Jungfraujoch fahren und in den Luzerner 4-Sterne-Häusern übernachten, berichtet die ZEIT.

Der Umgang vieler Airlines und der Bahn mit den eigenen Kunden in der Corona-Zeit verärgert zunehmend viele Menschen. Davon weiß auch die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (SÖP) ein Lied zu singen. Die Stelle erhalte aktuell zwei bis dreimal so viele Beschwerden wie in den Vorjahreszeiträumen, sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe dem »Handelsblatt«.

20. Juni: Eurowings-Flüge nach Mallorca nehmen wieder deutlich zu, Karlsruhe nimmt nach lange Corona-Pause wieder HopOn/HopOff-Rundfahrten auf, Mauritius macht sich locker, Polen entdecken versteckte Orte in der Heimat

Mit Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern fliegt Eurowings wieder deutlich häufiger auf die Ferieninsel Mallorca. Der Erstflug nach rund drei Monaten Flugpause findet am 27. Juni um 7.45 Uhr von Palma nach Hannover statt. Mit den zusätzlich auf der Baleareninsel stationierten Flugzeugen bedient Eurowings einen Flugplan, der zahlreiche Mallorca-Verbindungen an großen Eurowings-Standorten wie Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn um weitere Ziele in Deutschland und Österreich ergänzt. Vornehmlich werden von Mallorca aus Eurowings Flüge nach Berlin, Bremen, Dresden, Hannover, Leipzig, Karlsruhe/Baden-Baden, München, Münster-Osnabrück, Nürnberg und Saarbrücken bedient. In Österreich verbindet Eurowings Salzburg und Innsbruck mit Mallorca. Zur Ferien-Hochsaison ab Ende Juli steigt das Angebot auf 168 wöchentliche Mallorca-Flüge. Insgesamt 16 Flughäfen in Deutschland und Österreich sind dann wieder mit Eurowings an Mallorca angebunden.

Einige haben ihn schon im Stadtbild Karlsruhes vermisst: Den roten Doppeldeckerbus, der Gäste und Karlsruher zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt bringt. Gestern startete die City Tour Karlsruhe wieder zur HopOn/HopOff-Rundfahrt – vorerst mit einem reduzierten Fahrplan und strengen Sicherheitsauflagen. Susanne Wolf, Leiterin der Tourist-Information Karlsruhe sagte: »In Absprache mit dem Betreiber bieten wir für das Erste unsere Touren Freitag bis Sonntag um 10:00 ,12:45 und 15:30 Uhr an. Wir müssen abwarten, wie die Resonanz ausfällt, sollten wir feststellen, dass die Nachfrage da ist, werden wir unser Angebot entsprechend erweitern.« Neben den City Touren mit dem roten Doppeldeckerbus starten in Durlach wieder die Eat the World Touren. Getreu dem Motto »Support your locals« werden bei den kulinarisch-kulturellen Entdeckertouren kleine inhabergeführte Gastronomiebetriebe besucht und dort erlesene Köstlichkeiten abseits der üblichen Touristenwege gekostet.

Mauritius scheint die Corona-Pandamie glimpflich überstanden zu haben. Auf der Insel wurden nahezu alle Corona-Beschränkungen wiederaufgehoben. So seien die Strände und Lagunen ebenso wie Märkte, Casinos und Diskotheken wieder geöffnet. Das meldet die FAZ unter Berufung ihres langjährigen Korrespondenten in der Region. Die Außengrenzen seien aber weiter geschlossen.

Auch in Polen hat die Corona-Pandemie das Reiseverhalten der Einheimischen stark verändert. Die Nachfrage nach Urlaubsunterkünften in der Heimat sei um 400 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, so eine Reiseplattform. Besonders die Betreiber von ruhig gelegenen Resorts in der Natur profitieren davon, berichtet Reuters. Dort können die Abstands- und Hygienemaßnahmen besonders gut eingehalten werden.

19. Juni: Durch Wegfall der Reisewarnung steigt Angebot zu europäischen Urlaubszielen in Frankfurt deutlich an, Volksinitiative in Amsterdam gegen Touristen-Ansturm, Lufthansa-Rückholgarantie in der Kritik, Deutsche trotz Reisewarnung in der Türkei im Urlaub

Die Aufhebung der Reisewarnung für einen Großteil Europas ist auch am Flughafen Frankfurt (FRA) deutlich spürbar: In der zweiten Junihälfte nimmt das Angebot von Flügen in die klassischen Urlaubsregionen am Mittelmeer nämlich stark zu. Das teilte die Betreibergesellschaft Fraport heute mit. So steige die Zahl der wöchentlichen Verbindungen nach Mallorca von sechs auf 26. Auch die griechischen Inseln werden erstmals seit März wieder ab Frankfurt angeflogen. Nach Heraklion auf Kreta seien ab dem 29. Juni neun wöchentliche Flüge geplant. Insgesamt seien Ende Juni bereits wieder Verbindungen zu 175 Destinationen (davon etwa 50 interkontinental) geplant. Ein leicht erhöhtes Angebot sei auch für einige Fernziele in Fernost und Südamerika geplant. Hinzu kämen weitere Ziele in Nordamerika, die ab dem 29. Juni wieder bedient werden, so Fraport.

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hatten in Amsterdam für die Einwohner auch etwas Gutes: Ihr Leben war deutlich entschleunigter. Das lag vor allem daran, dass so gut wie keine Touristen mehr in der Innenstadt unterwegs waren. Wobei Touristen natürlich nicht per se schlecht sein müssen. Die in Amsterdam aber schon, jedenfalls in den Augen der Einwohner; sie beklagen sich regelmäßig über die lärmenden und kiffenden Partybesucher aus aller Welt. Nun sind die ersten wieder da – und die Amsterdamer wollen jetzt die Gunst der Stunde nutzen und dem Party- und Sex-Tourismus den Garaus machen. In einer Volksinitiaitve, die bereits 25.000 Bürger unterzeichnet haben, fordern sie eine drastische Beschränkung des Tourismus in der Stadt. Das Stadtparlament muss sich nun mit den Forderungen befassen.

Der Lufthansa-Konzern hatte ja für seine Passagiere eine grundsätzliche Rückfluggarantie auf allen europäischen Strecken angekündigt. Die Rückfluggarantie gelte unabhängig vom gebuchten Tarif für alle Kunden. Sie würden mit den Airlines der Lufthansa Group nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz zurückgebracht – notfalls auch per Sonderflug, so die Lufthansa. Aber so wie das nun geplant ist, gefällt das nicht allen. So fordert der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) eine Nachbesserung. Denn diese sei derzeit hauptsächlich über direkte Distributionskanäle verfügbar und schließe damit Kunden aus, die über andere Vertriebssysteme oder -Kanäle ihre Flugtickets buchten. »Es kann nicht angehen, dass sich der Lufthansa-Konzern einerseits damit brüstet, Kunden eine Rückfluggarantie zuzusichern, andererseits aber einen Großteil der Vertriebskanäle ihrer Kunden davon ausschließt«, kritisiert VIR-Vorstand Michael Buller. »Und dies vor dem Hintergrund, dass Reisebüros und Reiseveranstalter in den vergangenen Wochen aufgrund nicht geleisteter Refund-Zahlungen von Lufthansa selbst in große Liquiditätsprobleme getrieben wurden. Zugleich zwang man ihnen unglaubliche manuelle Prozesse auf, da die Refund-Funktion in den globalen Distributionssystemen (GDS) abgeschaltet wurde.«

Für die Türkei gilt bekanntlich weiterhin die Reisewarnung der Bundesregierung. Das Robert-Koch-Institut stuft das Land sogar als Risikogebiet ein (wir berichteten). Was bedeutet das nun, wenn ich trotzdem dort meinen Sommerurlaub verbringen möchte? Flüge gibt es zwar mittlerweile wieder, aber die Reiseveranstalter bieten wegen der Reisewarnung keine Reisen in die Türkei an. Man muss also individuell und auf eigenes Risiko dorthin reisen. Das haben auch ein paar Deutsche gemacht, die ARD-Tagesthemen berichteten über sie – und interviewten Mevlüt Cavusoglu, den Außenminister der Türkei.

18. Juni: Reisewarnung und Risikogebiet: Türkei gallig, TUI-Flüge nach Ibiza ab 27. Juni, Ryanair startet am 1. Juli in Deutschland, Meldeschein auf Papier in Hotels fällt weg, Lob für Berlin-Kampagne für Urlaub im Grünen

Rückschlag für das Urlaubsland Türkei: Die Bundesregierung scheint derzeit keine Anstalten zu machen, für die Türkei die Reisewarnung aufzuheben. Das fordern die Türken aber seit Wochen. Anfang der Woche legte Berlin sogar noch eins drauf: Seitdem stuft das Robert-Koch-Institut das Land als Corona-Risikogebiet ein. Das erzürnt zunehmend die Türken. »Eine solche Einstufung stimmt unseres Erachtens auf keinen Fall mit der objektiven Sachlage überein und die Türkei verdient nicht eine solche Klassifizierung«, erklärte ein Sprecher der türkischen Botschaft in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Gleiche gelte selbstverständlich für die Reisewarnung.

Nachdem die ersten TUI-Urlauber auf Mallorca gelandet sind, sind jetzt auch die kleinen Baleareninseln Ibiza und Formentera startklar und empfangen schon bald die ersten Gäste. Ab 27. Juni starten die ersten TUI fly-Flüge wieder nach Ibiza und eröffnen damit die Sommersaison 2020 auf den Inseln. Vorerst startet TUI fly immer samstags ab Hannover und immer montags ab Düsseldorf. Mit seinem Flugprogramm deckt TUI die Balearen nahezu flächendeckend ab und bringt das Gros der Urlauber. »Die Balearen setzen mit ihren hohen Gesundheitsstandards Maßstäbe im Tourismus. Das Feedback unserer ersten Gäste  auf Mallorca ist überwältigend und durchweg positiv”, sagt Stefan Baumert, touristischer Geschäftsführer TUI Deutschland.

Nun legt auch Ryanair bald wieder los: Ab dem 1. Juli will der irische Billigflieger wieder von und nach Deutschland fliegen. Die Rede ist von 200 Strecken von und nach Deutschland. Bei den Preisen soll sich angeblich nicht viel ändern. Trotz gesunkener Nachfrage und den Folgen der Corona-Krise wirbt Ryanair wieder mit Ticketpreisen um die 20 Euro.

Wer kennt es nicht? Ihr checkt im Hotel ein und dann wird euch ein Meldeschein zum Ausfüllen hingelegt. Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, beruflicher oder privater Grund des Besuchs. Oft nervig – und irgendwie ziemlich altbacken. Das Formular soll bald der Vergangenheit angehören. Ein elektronisches Identifizierungverfahren wird jetzt auf dem Weg gebracht, teilte Innenminister Horst Seehofer gestern mit. Die Corona-Krise und das Abstandsgebot haben das neue Verfahren wohl deutlich beschleunigt. Unnötiger Kontakt zwischen Rezeption und Gästen soll so vermieden werden. »Wir begrüßen, dass der Hotelmeldeschein mit der Unterschrift auf Papier nun durch ein elektronisches Identifizierungsverfahren mittels Personalausweis oder – für die Praxis wohl relevanter – mittels Kreditkarte ersetzt werden kann. Diese von uns seit vielen Jahren geforderten Änderungen kommen gerade noch rechtzeitig, um den Hotels in Zeiten der Corona-Pandemie beim Wiederhochfahren der Betriebe auch einen kontaktlosen, digitalen Check-in der Gäste rechtssicher zu ermöglichen«, sagte Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA).

Manchen Berlinern gefällt die Stadt gut im Moment. Keine Touristen, das bedeutet mehr Platz auf Straßen, Rad- und Gehwegen und freie Tische im Lieblingsrestaurant. Aber das Pandemie-bedingte Ausbleiben der Berlin-Besucher bedeutet eine Katastrophe für die Stadt. Tourismus, Gastronomie, Hotels und verwandte Dienstleistungen sind mit die wichtigste Branche der immer noch industriearmen Hauptstadt. Ohne Touristen stehen Zigtausende Jobs und Tausende Unternehmer-Existenzen auf dem Spiel. Visit Berlin, das Fremdenverkehrsbüro der Stadt, wirbt jetzt damit, die grünen Seiten der Stadt kennenzulernen. Nach Ansicht der Berliner Morgenpost der richtige Schritt: »Menschen nach Berlin einzuladen, wo sich auch ein eher anstrengender Stadturlaub mit Erholung im Grünen verbinden lässt, ist die richtige Strategie. Im Sinne der Beschäftigten und der künftigen Steuereinnahmen sollten alle Berliner den Bemühungen der Tourismus-Werber Erfolg wünschen. Auch wenn es dann wieder voller wird in Berlin«, heißt es in dem Kommentar.

17. Juni: Australien-Schock: Touristen sollen bis 2021 draußen bleiben, Flughafenverband wäre zufrieden mit 30 Prozent des Vorjahresniveaus am Ende des Sommers, Eurowings: Flight Guide stößt auf großes Interesse, weitere Lockerungen in Bayern

Diese Nachricht dürfte Australien-Liebhabern gar nicht schmecken: Das Land will »wahrscheinlich« bis Ende des Jahres keine Touristen ins Land lassen. Das sagte heute Australiens Handelsminister Simon Birmingham. Allerdings wolle die Regierung versuchen, die Einreisebestimmungen für Studenten und andere Langzeitbesucher zu lockern. Birmingham sagte, dass die Quarantäneregel für zurückkehrende Bürger auf internationale Studenten und andere Besucher angewendet werden könnte, die längere Zeit in Australien bleiben wollen.

Die am Montag aufgehobenen Reisewarnungen für 27 europäische Länder machen dem Flughafenverband ADV Mut für die bevorstehende Sommerferiensaison. Der Verband hat die Flugpläne der deutschen Airports zum Stichtag 15. Juni analysiert. »Nach Wochen des Lock-Downs füllen sich sukzessive wieder die Flugpläne und ermöglichen Fluggästen das Reisen. Seit dieser Woche sind 215 Zielorte von deutschen Flughäfen wieder erreichbar. Nach und nach kehrt das Leben wieder an die Flughäfen zurück«, so Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV. Er fügte hinzu: »Wenn wir am Ende des Sommers bei ca. 30 Prozent des Vorjahresniveaus liegen, müssen wir zufrieden sein. Noch liegt das Passagieraufkommen bei unter 10 Prozent des Vorjahresniveaus. Bis das Streckenangebot der deutschen Flughäfen von 600 Zielen, die im Direktflug vor der Corona Zeit erreichbar waren, wieder verfügbar sein wird, benötigt es noch sehr viel Zeit. Aktuell liegen wir mit 215 erreichbaren Zielen bei etwa einem Drittel der normalerweise von deutschen Flughäfen angebotenen Destinationen.«

Eine Viertelmillion Aufrufe soll er bereits in den ersten Tagen gehabt haben: Der neue digitale Reiseassistent »Eurowings Flight Guide« stößt nach Angaben der Airline vom Start weg auf großes Interesse – nicht nur bei Fluggästen, sondern auch bei Menschen, die im Zuge der Corona-Krise noch überlegen, ob und wann sie das nächste Mal fliegen. Die Unsicherheit sei kurz vor dem Start der Sommersaison in der gesamten Touristik noch überall spürbar, so Eurowings. Nach Aufhebung der Reisewarnung für 27 europäische Länder ändert sich die Lage in zahlreichen Feriendestinationen oft kurzfristig. Ob Einreisebestimmungen, Flugangebote oder Gesundheitsschutz-Regeln: Fluggäste suchen nach Klarheit, insbesondere bei der Frage: Wohin kann ich bereits fliegen – und wohin nicht? Eurowings hat dafür den digitalen Reiseassistenten entwickelt, der diese Fragen beantwortet. Kunden geben auf eurowings.com ihr gewünschtes Ziel ein und erhalten anschließend Informationen über aktuelle Einreisebestimmungen und Schutzmaßnahmen vor Ort: Was gilt für Hotels, Ferienhäuser und Gastronomie im Land? Wo ist das Tragen einer Maske notwendig, und was müssen Gäste bei Aktivitäten im Land berücksichtigen?

Die bayerische Staatsregierung hat gestern weitere Lockerungsmaßnahmen der Corona-Beschränkungen bekanntgegeben. Demnach können ab kommenden Montag, den 22. Juni in Gaststätten wieder Veranstaltungen wie Hochzeits- und andere Feiern stattfinden, mit bis zu 50 Personen in Innenräumen bzw. 100 Personen im Freien. Darüber hinaus dürfen Gaststätten und Biergärten bis 23 Uhr öffnen, eine Stunde länger als bisher. In der Hotellerie können Wellness- und Spa-Bereiche in Hotels für die Gäste geöffnet werden, ebenso sind Busreisen wieder erlaubt. Bereits ab Morgen dürfen sich allgemein wieder bis zu zehn Personen gleichzeitig im öffentlichen Raum treffen, unabhängig davon, aus welchem Haushalt sie kommen.

16. Juni: Erste Urlaubsflieger aus Deutschland auf Mallorca, DRV fordert Aufhebung der Reisewarnung für weitere Länder, EU-Kommission stellt Corona-Reise-Website online, Thalys fährt wieder nach Belgien und Frankreich, Reisen nach Kopenhagen wieder möglich

Mit 165 deutschen Urlaubern an Bord ist gestern um 8:30 Uhr der TUI fly Flug X3 2312 von Düsseldorf nach Palma de Mallorca gestartet. Die Boeing 737-800 war die erste Maschine, die im Rahmen des »Pilotprogramms zur Öffnung sicherer Touristenkorridore in der Autonomen Gemeinschaft der Balearen« den Son Sant Joan Flughafen wieder anfliegen durfte. Alle Fluggäste mussten und müssen in Zukunft eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Der Comeback-Flug auf Mallorca war von einem riesigen Medienrummel begleitet: Rund 200 Pressevertreter hatten sich bei der Flughafenverwaltung angemeldet. Als gegen 11:30 Uhr die ersten Passagiere aus der Schiebetür kamen, gab es kein Halten mehr, berichtet Oliver Neuroth, Spanien-Korrespondent der ARD.

»Mit der heutigen Aufhebung der Reisewarnung für zahlreiche europäische Reiseziele, steht der Sommerurlaub im wahrsten Sinne des Wortes in den Startlöchern« – mit diesen Worten kommentierte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) Norbert Fiebig den gestrigen Tag. Aber das reiche nicht aus: »Jetzt müssen zeitnah weitere Länder außerhalb Europas folgen«, fordert er. Dort wo die Corona-Infektionszahlen und die individuelle Situation des Gesundheitssystems es zulassen, müssten Reisen wieder ermöglicht werden.

Seit gestern könnt ihr euch auf der neuen Reise-Website »Re-open EU« über die Corona-Regeln in den Ländern der EU informieren. Sobald ihr euch für ein Land entschieden habt, werden euch eine Karte des Landes sowie Informationen über die Rubriken Reise, Dienstleistungen sowie Gesundheit und Sicherheit angezeigt. In der Rubrik Infos könnt ihr erfahren, ob es eine Maskenpflicht gibt oder wie der Mindestabstand beträgt. Auch Infos zu den Regeln in Restaurants und Geschäften sind verfügbar.

Seit gestern fährt der internationale Hochgeschwindigkeitszug Thalys wieder von Deutschland nach Belgien und Frankreich. Aufgrund internationaler Reisewarnungen hatte das Zugunternehmen seine Verbindungen von und nach Deutschland am 21. März 2020 eingestellt. Mit der Wiederaufnahme des Zugbetriebs hat Thalys auch seine Sicherheits- und Hygienemaßnahmen entsprechend der Vorgaben der Länder, in denen das Unternehmen aktiv ist, verschärft. Allerdings lässt es Thalys langsam angehen: Bis zum 11. Juli 2020 fährt lediglich ein Zug pro Tag auf der Strecke von Paris über Köln nach Dortmund und zurück. Danach wird die Frequenz schrittweise erhöht. Bis Ende August wird es zwei Züge pro Tag auf der deutschen Teilstrecke geben. Ab September sind drei Hin- und Rückfahrten pro Tag geplant. Das Tragen einer Schutzmaske und die Einhaltung der Abstandsregeln sind Pflicht.

Gestern öffnete Dänemark seine Grenzen für Urlauber aus Deutschland. Bei der Verkündung der Grenzöffnung vor zwei Wochen beschränkte die dänische Regierung den Urlaub noch auf Aufenthalte außerhalb Kopenhagens und der Gemeinde Frederiksberg. Diese Beschränkung hob die dänische Regierung nun auf und erlaubt damit auch touristische Übernachtungen in der Hauptstadt. Durch die Öffnung Kopenhagens für Übernachtungen sind jetzt nicht mehr nur städtische Tagesausflüge, sondern auch Kombinationen von Küsten- und Stadturlaub oder reine Stadturlaube in Dänemark möglich. Bestehen bleibt die Mindestdauer von sechs Übernachtungen als Bedingung für die Einreise. 

15. Juni: Bundesregierung verärgert über Airlines, Sommerurlaub in Spanien ab 22. Juni, Touristen meiden Italien, Knatsch in New York wegen Besuchermassen vor Bars und Partys auf der Straße, ADAC-Stauprognose für Corona-Sommer

Wem in den letzten Wochen und Monaten der Flug wegen der Corona-Pandemie gestrichen wurde, der hat in der Folge oft eine unschöne Erfahrung gemacht: Die Airlines zahlten das Geld nämlich in vielen Fällen nicht zurück. »In den letzten Wochen hat sich die Zahl der Schlichtungsanträge im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt bis verdreifacht«, bestätigte Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Auch die Verbraucherzentralen bestätigen eine hohe Zahl von Beschwerden gegen die Fluggesellschaften. Das ist mittlerweile auch der Bundesregierung zu Ohren gekommen. Sie will nicht länger dazu schweigen. »Was da passiert, ist eine Frechheit«, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), gegenüber der Bild-Zeitung. Ob und welche Maßnahmen die Regierung dagegen ergreifen wird oder ob sie es bei der öffentlichen Schelte belässt, ist nicht bekannt. Dass sich überdurchschnittlich viele Airlines bei der Rückzahlung der Gelder viel zu viel Zeit lassen, ist indes nicht neu. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie kritisierten Flugrechteportale und Verbraucherzentralen die Airlines harsch. reisen EXCLUSIV berichtete zuletzt im Januar dieses Jahres darüber.

Jetzt geht es also doch schneller als ursprünglich geplant: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte gestern an, die Grenzen bereits ab kommenden Sonntag (21. Juni) für Reisende aus den EU-Staaten des Schengen-Raums zu öffnen. Ursprünglich war der Beginn der Sommerurlaubssaison für Touristen aus dem europäischen Ausland für den 1. Juli geplant.

Das hatten sich die Italiener vermutlich anders vorgestellt: Am 1. Juni, vor zwei Wochen, hatten sie ihre Grenze für Touristen wieder geöffnet. Doch die Resonanz unter den Touristen fällt bisher mau aus: Nur wenige Urlauber haben sich in den vergangenen zwei Wochen nach Italien aufgemacht. Fazit: Urlaub in der Touristenhochburg Italien wird zu einem ziemlich exklusiven Erlebnis derzeit. Das kann sich freilich bald ändern, denn ab heute ist die weltweite Reisewarnung für viele europäische Länder, darunter Italien, vom Tisch.

Im US-Bundesstaat New York dürfen jetzt auch wieder Restaurants und Bars Essen und Getränke to-go anbieten. Hinsetzen darf man sich dort aber nicht. Auch dürfen sich nur bis zu 10 Personen in der Öffentlichkeit treffen. Wer eins und eins zusammenzählen kann, ahnt, was passiert ist: Es bildeten sich große Menschentrauben vor den Bars, die Partys wurden kurzerhand ins Freie verlagert. Besonders in Manhattan wurde das beobachtet. In der Folge gingen Tausende Beschwerden ein. New Yorks Gourverneur Andrew Cuomo war not amused über die Bilder und Videos, die ihn übers Wochenende erreichten …

In Mecklenburg-Vorpommern fällt am kommenden Wochenende der Startschuss zu den Sommerferien. Dann dürfte die erste Reisewelle losgehen. In Richtung Meer oder in den Süden unterwegs sind aber auch Autourlauber aus Skandinavien, wo die Schulen nun ebenfalls geschlossen sind sowie Reisende, die nicht an Ferientermine gebunden sind. Endloslange Blechlawinen erwartet der ADAC zum Saisonauftakt auf den Ferienautobahnen zwar noch nicht. Der Club geht aber davon aus, dass in dieser Saison als Folge der Corona-Krise deutlich mehr Deutsche Urlaub im eigenen Land oder in angrenzenden Nachbarländern und weniger Auslandsreisen per Flugzeug machen werden. Daher könnten die deutschen Straßen noch stärker belastet sein als in den Vorjahren. Aber auch im Ausland erwartet der ADAC Ungemach: Zu den Problemstrecken zählen Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, kroatischen und französischen Küsten.

14. Juni: Finnland: Warten auf den 14. Juli, Sommerurlaub: Tunesien verhandelt mit Deutschland, Griechenland verstärkt Medizinpersonal auf Inseln, Fluggesellschaften klagen gegen Quarantänepflicht in Großbritannien

Ab morgen können wir wieder in viele Länder Europas verreisen. Das Auswärtige Amt hatte ja vor einigen Wochen die Reisewarnungen für zahlreiche Länder Europas aufgehoben. Aber nicht alle EU-Länder sind dabei: Schweden nicht (wir berichteten gestern), Spanien nicht (erst ab dem 1. Juli) und – Überraschung – Finnland auch nicht. Das liegt aber nicht an uns, sondern an den Finnen. Denn die haben ihre Einreisesperre für Bürger aus den meisten Ländern Europas verlängert. Und zwar bis zum 14. Juli. Nur Bürger aus Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland und Litauen dürfen das Land schon besuchen.

Sommerurlaub in Tunesien? Geht da vielleicht noch was? Das nordafrikanische Land jedenfalls erklärt sich bereit. Ab dem 27. Juni sollen Reisende wieder in Tunesien ihren Urlaub verbringen dürfen. Aber das Auswärtige Amt hat dazu noch kein grünes Licht erteilt. Allerdings ist Bewegung in der Sache. Tourismusminister Mohamed Ali Toumi sagte, man sei unter anderem mit Deutschland darüber im Gespräch, ob und wann Touristen wieder in das Land reisen dürfen.

Sicher ist sicher: Griechenland will für den Fall der Fälle gewappnet sein. Aus diesem Grund werden Griechenlands Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer mit weiterem Medizinpersonal verstärkt. Das sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis gestern während eines medienwirksamen Auftritts auf der Insel Santorin. Geplant sind auch verbesserte Transporte mit Flugzeugen und Hubschraubern, falls ein Urlauber auf den Inseln krank werden sollte. Der Tourismus in Griechenland startet ab morgen durch. Laut einer Google-Suchanfragen-Auswertung des Portals vergleich.org steht Griechenland bei den Deutschen überraschend hoch im Kurs: Das Land interessiert jeden Monat 133.020 Google-Nutzer und ist damit hinter Spanien auf Platz 2.

Wer aus dem Ausland nach Großbritannien einreist, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die Regelung, die seit Montag gilt, bedeutet de facto, dass der Tourismus in Großbritannien tot ist. Sowohl für Touristen, die in England Urlaub machen wollen, als auch für die Briten, die ihren Sommerurlaub auf dem Kontinent verbringen wollen. Die Airlines sind stinksauer darüber – und ziehen vor Gericht. British Airways, Ryanair und Easyjet haben nun Klage gegen die Quarantänepflicht eingereicht.

13. Juni: Auswärtiges Amt verschickt Rechnungen für Rückholaktion, Flughafen Hannover startet wieder durch, Umfrage-Schock für Airlines, Degoha-Kritk an Bayerns strengen Corona-Vorschriften, wie Treueprogramme von Airlines, Hotelketten und Mietwagenfirmen mit Corona-Krise umgehen, Cafés und Restaurants in San Francisco dürfen wieder draußen Gäste bedienen

Bis in den Monat Mai hinein war das Auswärtige Amt damit beschäftigt, rund 250.000 gestrandete Deutsche in einer beispiellosen Rückholaktion aus dem Ausland zurückzufliegen. Das war eine Mammutaufgabe – und kostete eine Menge Geld. Aber wer muss dafür bezahlen? Die Steuerzahler? Die Gestrandeten? Außenminister Maas hielt sich mit einer Antwort zurück, bisher mussten die gestrandeten Touristen nichts zahlen. Damit ist es jetzt vorbei. Das Auswärtige Amt wird die zurückgeholten Urlauber bald zur Kasse bitten. Maas begründet dies mit dem Gleichheitsgrundsatz. Wie hoch die Kosten für die Betroffenen werden? Man weiß es noch nicht. Vermutlich wird dabei mit Pauschalen in dreistelliger Höhe gearbeitet, je nach Entfernung.

Wir haben an dieser Stelle häufig über die Corona-Entwicklung am Frankfurter Flughafen berichtet – ist ja auch der größte Airport in Deutschland. Dort gehen immer mehr Flieger wieder in die Luft. Aber auch anderenorts tut sich etwas. So zum Beispiel am Flughafen Hannover. Von dort fliegt die Lufthansa bereits nach München und Frankfurt. Die Frequenz wird ab Montag auf jeweils zwei tägliche Flüge erhöht. Auch andere Airlines fliegen ab Hannover bald wieder: Eurowings startet am 27. Juni mit den Zielen Palma de Mallorca und Wien. Auch nach Amsterdam können Passagiere wieder fliegen: Die KLM nimmt die tägliche Verbindung am 4. Juli auf. Mit Air France geht es dann auch zweimal wöchentlich nach Paris. Turkish Airlines und SunExpress fliegen noch im Juni zu einigen anatolischen Zielen. Ab Juli geht es dann mit Turkish Airlines auch wieder nach Istanbul. Die türkische Fluggesellschaft Corendon startet ab 27. Juni mit mehreren Flügen täglich in die Türkei, Griechenland, nach Mallorca und auf die Kanaren. Auch die TUI fly hat angekündigt, ab 18. Juni wieder Touristen nach Palma de Mallorca und in portugiesische Faro zu fliegen. Weitere Destinationen werden im Juli folgen. Für den Ferienflieger Condor geht es ab Ende Juni ebenfalls zu verschiedenen touristischen Zielen rund ums Mittelmeer.

Aber ob auch tatsächlich viele Leute in den Flieger steigen werden, ist fraglich. Der Spiegel hat gestern eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Magazins veröffentlicht. Und deren Ergebnisse sehen gar nicht gut aus für die Airlines. Nur 13,4 Prozent der Deutschen planen demnach, in den kommenden drei Monaten aus beruflichen oder privaten Gründen zu fliegen. Die große Mehrheit, 83,1 Prozent, hat nichts dergleichen vor. Der Grund: Viele haben offenbar Angst, sich an Bord mit dem Coronavirus anzustecken.

Bayern hat ja bekanntlich von Anfang an mit strengen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert. Daran hat sich bis heute im Vergleich zu den anderen Bundesländern, aber auch im Vergleich zu Österreich nichts geändert. In Bayern ist in vielen Bereichen weniger erlaubt als anderswo. Das ärgert zunehmend den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern. »Die einseitig strengen Auflagen ergeben bei offenen Grenzen keinen Sinn, wenn zeitgleich alle Länder rund um Bayern wesentlich geringere Schutzmaßnahmen verlangen. Der einzige Effekt ist, dass nicht nur Urlaubsgäste einen Bogen um Bayern machen, sondern mittlerweile auch Feiern und Feste sowie Veranstaltungen und Kongresse jenseits der Grenzen stattfinden«, kritisierte Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Verbandes. Jetzt sei es an der Zeit, Wellnessbereiche zu öffnen, Feiern und Veranstaltungen zuzulassen, Hochzeiten und Beerdigungen wieder einen würdigen Rahmen zu bieten, die Sperrzeitverkürzung aufzuheben sowie die Mindestabstandsregelung und das Maskengebot zumindest im Außenbereich zu überdenken, fordert Geppert.

Hilfe, mein Gold-Status geht mir flöten! Diese Sorge haben derzeit einige Sammler von Meilen bei den Treueprogrammen von Airlines, Hotelketten und Mietwagenfirmen. Denn: In den letzten Wochen und Monaten konnten sie kaum noch reisen und ergo keine Meilen sammeln. Der Verlust des Statuslevels drohte. Aber einige der Programme haben ihre Regeln wegen der Corona-Krise überarbeitet und kommen den Meilensammlern mit erleichterten Konditionen entgegen.

Darauf haben viele Menschen in San Francisco sehnsüchtig gewartet: Die Cafés und Restaurants in der bei vielen Touristen beliebten US-Westmetropole dürfen wieder draußen Gäste bedienen. Doch müssen sich Besucher weiter an Regeln halten. So ist die Anzahl der Gäste an einem Tisch limitiert, und Besucher müssen eine Maske tragen, bis sie ihren Sitzplatz eingenommen haben.

12. Juni: Sorgenkind Schweden, Türkei in der Warteschleife, Kuba: Touristen aus dem Ausland nur in All-inclusive-Resorts, Ägypten bereit ab 1. Juli, wieder deutlich mehr AirBnB-Buchungen, neue Zugverbindung von Köln nach Sylt

Außenminister Heiko Maas hat sich gestern via Videokonferenz mit einigen seiner EU-Kollegen unterhalten. Thema war der Sommerurlaub und wie der Coroan-Infektionsschutz und die Gesundheitsversorgung denn derzeit in den Ländern aussehen. Denn eins ist klar: Auch wenn grünes Licht für den Sommerurlaub in vielen Ländern Europas gegeben wird, die Gesundheit hat weiter Vorrang. Und da will man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Am 15. Juni nun soll es für uns möglich sein, in die meisten Länder Europas zu reisen. Ein paar Ausnahmen gibt es aber: Reisen nach Spanien sind erst ab dem 1. Juli möglich; eine Sonderrolle nehmen die Balearen ein, da geht es in einem Pilotprojekt bereits ab kommenden Montag los (wir berichteten gestern).

Ein Sorgenkind ist dagegen Schweden. Zu dem Land heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes: »Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen, bleibt die Reisewarnung bestehen oder wird wieder ausgesprochen. Dies gilt aktuell für Schweden.« Damit ist fraglich, ob und wann die weltweite Reisewarnung auch für Schweden aufgehoben wird.

Die Türkei muss dagegen weiter auf Urlauber aus Deutschland warten. Das Auswärtige Amt hob die weltweite Reisewarnung für das Land bisher nicht auf. Das sorgt weiter für Kritik aus der Türkei. Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist »enttäuscht« über die Nichtberücksichtigung und fordert die Aufhebung für die Türkei »zum frühestmöglichen Zeitpunkt«, berichtet der Spiegel. Das Magazin spekuliert darüber, dass Außenminister Maas den Covid-19-Infiziertenzahlen in der Türkei nicht traut.

Kuba will bald wieder Touristen empfangen. Das erklärte Staatspräsident Miguel Díaz-Canel am Donnerstag. Am Anfang werden ausländische Touristen aber nur in All-Inclusive-Resorts erlaubt sein, sagte er. Außerdem sollen Touristen bei der Einreise auf das Coronavirus getestet werden. Einen Termin nannte Díaz-Canel allerdings nicht. Karibik-Nachbar Puerto Rico nannte dagegen schon einen: Am 15. Juli sollen wieder Touristen ins Land dürfen.

Das bei vielen Deutschen beliebte Reiseland Ägypten möchte am 1. Juli wieder Touristen aus dem Ausland empfangen. Allerdings soll das nur für bestimmte Regionen des Landes gelten, unter anderem für die bei Touristen beliebten Urlaubsorte Hurghada und Scharm el Scheich. 

Auch AirBnB hat in den letzten Wochen eine harte Zeit durchgemacht. Nur noch wenige Menschen buchten auf der Plattform eine Unterkunft. Brian Chesky, der Chef von AirBnB, sprach von der grauenhaftesten Zeit in der Geschichte des Unternehmens. Jetzt aber geht es wieder aufwärts. Die Zahlen haben deutlich angezogen. Aber eines ist noch anders: Viele Touristen buchen Unterkünfte, die nicht weit von ihrem Zuhause sind. In Deutschlands buche die Mehrheit der Urlauber Unterkünfte, die bis zu 320 Kilometer entfernt sind.

Aus dem Rheinland und in diesem Corona-Sommer Lust auf Urlaub in der Heimat? Zum Beispiel an der Nordsee? Dann hätten wir eine interessante Neuigkeit: Das Kölner Reisezug-Unternehmen Train4you bietet ab 11. Juli samstags erstmals eine private Fernzug-Linie aus NRW nach Sylt an. Der »Urlaubs-Express« startet in Köln Hbf um 6.30 Uhr und erreicht nach Unterwegshalten in Düsseldorf, Essen, Dortmund, Hamm, Münster, Osnabrück,  Hamburg, Heide, Husum und Niebüll den Bahnhof Westerland um 14.04 Uhr. Die Rückfahrt beginnt um 15:09 Uhr und endet um 22.25 Uhr wieder in Köln.

11. Mai: Umfrage: 43 Prozent der Deutschen verzichten auf Sommerurlaub, Balearen-Start am Montag: Touristen dürfen zuerst nach Playa de Palma und Alcúdia auf Mallorca, Island-Einreise nur mit Corona-Test oder Quarantäne, Unmut in der Türkei über andauernde Reisewarnung, Düsseldorf statt Dublin: viele Urlauberanfragen in NRW, Boom bei Freizeitmobilen

Fahre ich dieses Jahr im Sommer in den Urlaub oder nicht? Diese Frage dürfte sich so manch einer schon gestellt haben. Jetzt zeigt eine neue Umfrage: Viele wollen nicht. 43 Prozent der Deutschen geben an, in diesem Jahr überhaupt keinen Sommerurlaub zu machen. Nur 9 Prozent sagen, dass ihr Urlaub genauso verlaufen wird, wie er auch ursprünglich geplant war. Bei 18 Prozent wird der Urlaub etwas anders verlaufen als ursprünglich geplant, und bei einem Viertel der Deutschen (25 Prozent) wird er sehr anders verlaufen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von YouGov in Zusammenarbeit mit Statista.

Am kommenden Montag ist es so weit: Die Balearen empfangen wieder ausländische Besucher. Den Anfang macht im Pilotversuch eine kleine Gruppe von deutschen Urlaubern, die mindestens fünf Nächte und höchstens 14 Tage bleiben. Insgesamt werden während dieses Pilotversuches maximal 10.900 Touristen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera erwartet, was 0,91 Prozent der Gesamtzahl der Besucher aus dem Juni 2019 ausmacht. Dabei wird die Ankunft der Flüge über mehrere Tage gestaffelt sein, um die Kontrolle der Touristen durch die Behörden zu erleichtern und Rückschläge zu vermeiden. Die Tests beginnen mit kleinen Gruppen auf Mallorca in zwei verschiedenen Gebieten (Playa de Palma und Alcúdia), wobei die Regierung die Gesamtkoordination übernimmt.

Ab dem kommenden Montag können wir wieder in viele Länder Europas reisen. Mit dabei: Island. Doch so unkompliziert wie in vielen anderen Ländern Europas wird es dort bei der Einreise nicht. Die Isländer wollen nämlich einen Corona-Schnelltest bei jedem Besucher machen. Für die Einreise ist ausschließlich der Schnelltest bei der Ankunft in Island gültig. Nachweise von Testergebnissen und Bescheinigungen aus dem Ausland werden nicht akzeptiert. Die Schnelltests werden für Fluggäste am internationalen Flughafen Keflavík und am Hafen in Seydisfjördur für Passagiere der Fähre angeboten. Einreisende, die in den Inlandsflughäfen in Reykjavík, Akureyri und Egilsstadir oder weiteren Häfen auf der Insel ankommen, können sich in den örtlichen Gesundheitszentren testen lassen. Zur Erleichterung des Testverfahrens vor Ort und um die Wartezeit auf das Testergebnis zu verkürzen, ist das Ausfüllen eines Anmeldeformulars von Passagieren vor ihrem Reiseantritt vorgesehen. Bis zum 30. Juni werden die Tests für Einreisende in Island kostenlos angeboten. Ab dem 1. Juli werden sie kostenpflichtig: 15.000 isländische Kronen werden dann fällig, das sind umgerechnet etwas weniger als 100 Euro. Wer den Test nicht machen will, muss sich 14 Tage in Quarantäne begeben.

Für viele Länder Europas ist die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ab kommenden Montag Geschichte. Für den Rest der Welt dagegen nicht. Die Bundesregierung hatte gestern die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb Europas bis zum 31. August 2020 verlängert. Damit ist klar: Die Türkei bleibt auf der Liste dieser 160 Länder. Hoteliers in der Türkei ärgern sich darüber. Sie hatten gehofft, dass ihr Hygienekonzept die Bundesregierung überzeugt. Jetzt heißt es abwarten.

Dass viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub im eigenen Land verbringen, dürfte nicht überraschen. Auch NRW profitiert davon. Das Bundesland bietet einige schöne Regionen: Im Süden die Eifel, im Norden das Münsterland, im Osten das Sauerland. Und mittendrin die Metropolregionen Rheinland und das Ruhrgebiet. Es gibt also eine Menge zu entdecken. Die dpa hat sich umgehört bei den Tourismusorganisationen in dem Land. Fazit: Camping, Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind besonders stark im Trend in diesem Sommer.

Urlaub mit Reisemobil und Caravan ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Corona-Krise und der damit einhergehende Wunsch nach Abstand scheint diesen Trend zu beschleunigen. Mit den Lockerungen der Kontakt- und Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stiegen die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen jedenfalls deutlich an. Im vergangenen Monat wurden insgesamt 14.073 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, berichtet der Caravaning Industrie Verband. Das seien 15,9 Prozent mehr als im Mai 2019 und ein neuer Rekordwert für den Monat.

10. Juni: Weltweite Reisewarnung soll bis Ende August verlängert werden, harsche Reisebüro-Kritik an Maas, Spanien bereitet sich auf Touristen vor, Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dürfen ab Montag wieder alle Betten belegen, Slowakei öffnet Grenze ab heute für Deutsche, Frankfurter Airport: so läuft’s beim Abflug, Transit am Flughafen Changi in Singapur wieder möglich

Damit war zu rechnen: Die Bundesregierung wird ihre weltweite Reisewarnung für die meisten Länder außerhalb Europas verlängern. Die Verlängerung für diese sogenannten Drittländer soll bis zum 31. August gelten, berichtet der Spiegel. Die Bundesregierung hat offenbar die Sorge, dass sich im Falle einer deutlichen Verschlechterung der Covid-19-Situation in einem Land plötzlich wieder Ausgangssperren verfügt werden und dann abermals Touristen aus Deutschland stranden. Unabhängig davon soll weiter geprüft werden, ob aufgrund des Infektionsgeschehens in einzelnen Ländern die Reisewarnung aufgehoben werden kann. Darauf drängen bei deutschen Touristen beliebte Länder wie etwa Ägypten, Tunesien und die Türkei.

Marija Linnhoff, Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbständiger Reisebüros e.V. (VUSR), hat heftige Kritik an jüngsten Äußerungen von Bundesaußenminister Heiko Maas geübt. Er hatte Urlauber in einem Interview mit der »Bild am Sonntag« davor gewarnt, sich auf neuerliche Rückholaktionen der Bundesregierung zu verlassen. »Mit einer solch wenig durchdachten und unqualifizierten Äußerung just zum Ende der allgemeinen Reisewarnungen sät Heiko Maas völlig unangebrachte Zweifel in den Köpfen von Urlaubswilligen«, beanstandet Marija Linnhoff. »Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem die über 100.000 Mitarbeiter den deutschen Reisebüros nahezu am Ende ihrer Kräfte sind, da sie über Wochen hinweg hinter geschlossenen Ladentüren ehrenamtlich das Vorort-Krisenmanagement der Veranstalter gestemmt haben.« Die Verbandsvorsitzende weiter: „Die Äußerung des Außenministers hat zudem keinerlei inhaltliche Relevanz, da sich im Rahmen der Pauschalreise immer der Veranstalter für die Beförderung der Reisegäste verantwortlich zeigt und dies auch entsprechend gesetzlich geregelt ist. Nur bei einzeln gebuchten Flügen könnte es zu eventuellen Unwegsamkeiten kommen, die allerdings die Fürsorgepflicht des Staates für seine Bürger nicht aushebelt.“ Ihr Appell an den Spitzenpolitiker: »Herr Maas sollte sich einfach zurückhaltender äußern.«

Nur noch wenige Wochen, dann geht’s wieder los: Ab dem 1. Juli ist Spanien bereit, wieder Touristen aus Deutschland und anderen Ländern Europas zu empfangen. Die Balearen dürfen ja schon früher loslegen, ab dem 15. Juni (wir berichteten). Und wie ist die Stimmung auf den Balearen und im restlichen Spaniens? Der Stern hat sich in dem Land umgehört.

Darauf haben die Hoteliers in Mecklenburg-Vorpommern lange gewartet: Ab kommenden Montag dürfen sie endlich wieder all ihre Hotelzimmer vermieten. Bisher durften sie nur 60 Prozent ihrer Hotelbetten vermieten. Auch Bars und Kneipen dürfen ab Montag bis 00 Uhr geöffnet haben. Clubs und Diskotheken bleiben aber weiter geschlossen. Auch Tagestouristen sind bis zum 30. Juni 2020 in Mecklenburg-Vorpommern unerwünscht.

Der Urlaub in der Slowakei rückt näher – bereits ab heute ist es Deutschen und Bürgern aus 15 anderen Ländern erlaubt, das Land wieder zu besuchen. Ein Expertenrat habe diese Länder als sicher für slowakische Staatsbürger eingestuft, sagte Ministerpräsident Igor Matovic. Hier haben wir Reise-Tipps für einen Urlaub in der Slowakei für euch. 

Fliegen in Zeiten von Corona: Wir haben an dieser Stelle und in einem Artikel bereits darüber berichtet. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Worauf muss ich mich am Frankfurter Flughafen, dem größten Airport in Deutschland, einstellen? Ein neues Video zeigt euch die Abläufe im Terminal bis zum Boarding. »Grundsätzlich hat sich da gar nicht viel verändert, und die einzelnen Hygienemaßnahmen sind auch vielfach bereits aus anderen Alltagssituationen – beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Supermarkt – bekannt«, sagt Thomas Kirner von der Passagierkommunikation des Airports.

Seit ein paar Tagen ist der Transit am internationalen Flughafen Singapurs, Changi Airport, wieder möglich. Die Erlaubnis ist Teil der Maßnahmen Singapurs, die bestehenden Corona-Beschränkungen zu lockern und den Flugverkehr schrittweise wieder zu ermöglichen. Transitpassagiere dürfen sich lediglich in ausgewiesenen Zonen im Transitbereich aufhalten, damit sie während ihres Aufenthalts nicht in Kontakt mit anderen Flughafengästen kommen. Kurzzeitbesuchern ist die Einreise nach Singapur aktuell nicht gestattet.

9. Juni: WHO: Corona noch lange nicht vorbei, Jamaika ab 15. Juni offen, Neuseeland Corona-frei, Balearen starten Pilotprojekt mit Touristen aus Deutschland am 15. Juni, Diskussion über Corona-Ansteckungsgefahr in Flugzeugen und der Bahn, karger Food & Beverage Service bei der Lufthansa-Kurzstrecke in Economy

Die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung am 15. Juni scheint auch bei jenen Touristen Begehrlichkeiten zu wecken, die in die weite Ferne reisen wollen. USA, Kanada, Thailand, Südafrika, Brasilien oder Neuseeland – plötzlich scheint vieles wieder möglich, die Airlines nehmen Stück für Stück den Betrieb wieder auf. Und, Außenminister Heiko Maas sagte es letzte Woche: Reisewarnungen seien schließlich keine keine Reiseverbote. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Angesichts der weltweiten (!) Entwicklung der Corona-Infiziertenzahlen eher nicht. Allein am Sonntag seien auf der ganzen Welt 136.000 bestätigte Fälle gemeldet worden. Das sind so viele wie noch nie zuvor an einem Tag, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestern.

Jamaikas Premierminister Andrew Holness hat die schrittweise Wiederöffnung der Landesgrenzen für internationale Reisende ab dem 15. Juni angekündigt. Allerdings gelten ab dann strikte Gesundheitsrichtlinien, die bereits am Flughafen beginnen. So muss jeder Reisende einen Temperaturscanner passieren, um erhöhte Körpertemperatur und somit mögliche Krankheitssymptome auszuschließen. Außerdem gilt im gesamten öffentlichen Raum des Landes eine Maskenpflicht – ausgenommen sind nur Aktivitäten im Wasser – sowie ein Abstandsgebot. Von Reisen nach Jamaika wird derzeit allerdings weiter dringend abgeraten. Die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung gilt bisher nur für die meisten Länder Europas.

Wer aufmerksam die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland verfolgt, stellt fest: Sie gehen immer weiter nach unten, rund 30 Prozent aller Landkreise vermelden keine Neuinfektionen mehr. Die Richtung stimmt also, aber wir sind noch weit davon entfernt, Corona-frei zu sein. Anders dagegen Neuseeland: Dort gibt es keinen einzigen Corona-Fall mehr. Die Folge: Alle Einschränkungen und Regeln wurden aber in der Nacht zu Dienstag aufgehoben. Bis auf eine, und die dürfte Neuseeland-Liebhabern gar nicht schmecken: Touristen müssen weiter draußen bleiben.

Auf diesen Tag haben viele Mallorca-Liebhaber gewartet: Ab kommenden Montag (15. Juni) dürfen die ersten Touristen aus Deutschland auf die Balearen reisen. 6.000 Touristen sollen im Rahmen eines Pilotprojektes daran teilnehmen dürfen. Und zwar nur Deutsche und auch nur auf die Balearen. Das Ganze dient als Probelauf für den Start der Tourismussaison in Spanien am 1. Juli. Von den 6.000 Touristen sollen allein 4.000 nach Mallorca reisen dürfen, der Rest verteilt sich auf Menorca, Ibiza und Formentara. Die Kanarischen Inseln dagegen dürfen noch nicht loslegen. Noch nicht.

Die Deutsche Bahn und viele Airlines werben damit, dass man mit ihnen auch in Coronazeiten unbedenklich unterwegs sein kann. Die Infektionsgefahr sei gering – und das, obwohl das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter häufig nicht eingehalten werden kann. Wie sicher ist also eine Reise mit Bahn und Flugzeug? Die WELT ist in dem Artikel »Ansteckung in Fliegern und Zügen? Das Märchen der sauberen Kabinenluft« dieser Frage nachgegangen.

Wer in den nächsten Wochen mit der Lufthansa auf der Kurzstrecke in der Economy Class unterwegs ist, sollte vorher mehr denn je ausreichend gegessen haben. Denn die Airline hat ihr Essensangebot ausgedünnt. Darauf hat das Portal travel-dealz.de jetzt hingewiesen. Bei Flugzeiten von bis zu 50 Minuten werde es gar keinen Service mehr geben, bei 50 bis 149 Minuten nur eine Flasche Wasser, bei 150 bis 180 Minuten einen regulären Getränkeservice und einen Snack und ab 180 Minuten Flugzeit einen Snack, Getränkeservice und ein vegetarisches Sandwich.

8. Juni: DRV-Kritik an Söder, Großbritannien-Quarantäne tritt in Kraft, auch Dertour wirbt mit Rückholgarantie, Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband fordert weitere Lockerungen, Drive-in-Galerie am Flughafen Köln-Bonn, Studenten-Party am Strand in Spanien aufgelöst

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder versuchte ja in den letzten Wochen mehrmals, den Deutschen den Urlaub im eigenen Land, vorzugsweise in Bayern, schmackhaft zu machen (wir berichteten an dieser Stelle). Nicht überall kommen diese Empfehlungen gut an. Einige Gemeinden in Bayern ächzen bereits über die vielen Tagestouristen. Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) ist zerknirscht. Dessen Präsident Norbert Fiebig sieht den Sommerurlaub im Ausland zu Unrecht stigmatisiert. »Die Zahl der aktuell Infizierten ist im Freistaat de facto höher als in den beliebten Urlaubsländern Griechenland, Kroatien und Österreich zusammengenommen. Nach Logik von Herrn Söder müsste dann auch für Bayern eine Reisewarnung gelten«, zitiert die Münchner Abendzeitung Fiebig aus einem Gespräch Fiebigs mit dem Magazin Focus.

Während in ganz Europa Stück für Stück die Grenzen in den letzten Tagen und Wochen geöffnet wurden und somit nach Ende der weltweiten Reisewarnung ein Urlaub in vielen Ländern Europas schon bald wieder möglich ist, sieht es in Großbritannien anders aus. Wer ab heute dorthin fliegt, muss sich anschließend zwingend in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe von 1.000 Pfund rechnen. Darauf wies nochmals die Regierung hin. Wie lange allerdings die Quarantäne-Pflicht bestehen bleibt, ist fraglich: Reiseveranstalter, Flughäfen und Airlines laufen Sturm dagegen.

Nach dem Rückholgarantie-Versprechen der Lufthansa folgt nun auch eines von Dertour: Wer mit dem Reiseveranstalter in den Urlaub fliegt, wird im Fall der Fälle zurückgeholt. Die wichtigste Botschaft des Veranstalters mit den Marken Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen: »Wer mit der DER Touristik in den Urlaub reist, der wird von der DER Touristik auch zurückgeholt. Das gilt selbstverständlich auch in Zeiten von Corona«, so Dr. Ingo Burmester, CEO der DER Touristik Central Europe. Das heißt: Auch im unwahrscheinlichen Falle einer erneuten Reisewarnung werden Flugpauschalreise zurückgeholt. »Hier zeigt sich erneut die Stärke der Veranstalterreise, wenn der Gast in Not gerät«, so Burmester.

In Bayern gab es zuletzt viele Corona-Lockerungen. Zwar meist später als im restlichen Deutschland, aber immerhin. Gebessert hat sich die Situation für Hotels und Gaststätten aber nicht besonders. Von großen Umsatzeinbrüchen ist die Rede. Darauf wies jetzt Angela Inselkammer, Präsidentin des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, in einem Interview mit dem BR hin. Gerade weil in Österreich schon viel mehr erlaubt sei als in Bayern fordert sie rasche Lockerungen. Das betreffe ganz besonders die Wellness-Einrichtungen in den Hotels.

Not macht erfinderisch: Klassische Veranstaltungen, Ausstellungen und Kunstmessen können derzeit nicht stattfinden. Da muss man sich also was einfallen lassen, um sein Publikum zu erreichen. Das dachten sich auch die Chefs einiger Galerien: Sie verwandelten ein Parkhaus am Airport Köln-Bonn kurzerhand in eine Drive-in-Galerie. Autos fuhren im Schritttempo durchs Parkhaus und bestaunten die rund 300 Exponate, darunter Gemälde, Fotografien und sogar Skulpturen.

Am Strand mit mehreren Leuten feiern – das ist in Coronazeiten gerade schwierig. Jedenfalls dann, wenn es zu viele sind. Das gilt auch und vor allem in Spanien. Doch nicht alle halten sich daran: Am Strand in der Nähe von A Coruña an der Atlantikküste in Nordspanien musste die Polizei am Samstag eingreifen. Dort hatten sich rund 40 Erasmus-Studenten aus vielen Ländern der Welt zum Feiern verabredet. Die Polizei löste die Party auf.

7. Juni: Rückholgarantie bei der Lufthansa, Schleswig-Holstein erwägt App zur Buchung von Plätzen am Strand, Run auf Campingplätze in Deutschland dauert an, neue Nonstop-ICE-Verbindung von Stuttgart nach Rügen, Schloss Versailles wieder geöffnet, Mitternachtsende in Schweizer Clubs

Mit einer Rückholgarantie will die Lufthansa für einen sicheren Urlaub in Corona-Zeiten sorgen. Konzernchef Carsten Spohr kündigte in einen Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine entsprechende Garantie an. Sie soll für alle Passagiere gelten, denen am Zielflughafen die Einreise verweigert werde oder die im Urlaubsland in Quarantäne müssten. Ob die Rückkholgarantie für alle Flüge gilt oder ob man diese hinzubuchen muss, ist noch nicht bekannt.

In Schleswig-Holstein fürchtet man offenbar, dass sich im Sommer zu viele Menschen am Strand aufhalten und sich dabei zu nahe kommen. Zwar lief das bisher recht reibungslos, die Polizei und Ordnungsämter kontrollierten entsprechend, aber man will gewappnet sein für die Zukunft. Nun brachte Ministerpräsident Daniel Günther eine neue Idee ins Spiel: In einigen Orten sollen Besucher sich über eine App einen Platz am Strand vorab sichern. So könne man Überfüllungen vermeiden. »Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung«, sagte Günther in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Pincamp, das Campingportal des ADAC, hat nach der Lockerung der Reisebeschränkungen eine starke Nachfrage nach freien Plätzen auf deutschen Campinganlagen registriert. Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH, Betreiber von PiNCAMP, sagte: »Deutsche Campingplätze haben nur noch sehr wenig freie Kapazitäten für den Sommer, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem.” Alternativen sind also gefragt. Frers empfiehlt einen Blick auf Kroatien. Das sei Traumziel vieler Camper ist ab sofort wieder geöffnet. Bei der Einreise nach Kroatien benötigt man eine Bescheinigung, wo und wie lange man in Kroatien Urlaub macht. Uwe Frers: »Wir empfehlen dringend, den Campingplatz im Voraus online zu buchen.«

Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern dürfte in diesem Corona-Sommer ja bei vielen Deutschen hoch im Kurs stehen. Und für alle, die bei der An- und Abreise auf Auto und Flugzeug verzichten wollen, gibt es eine gute Nachricht: Vom 31. Juli bis zum 20. September 2020 werden freitags und samstags die ICE-Züge der Bahn von Stuttgart über Würzburg, Kassel, Berlin und Stralsund bis Binz fahren. Die Rückfahrten starten jeweils am Sonnabend und Sonntag am späten Vormittag. »Der Start mitten in der Hauptreisezeit im Sommer ist ein Zugewinn für die Urlauber, die unser schönes Bundesland besuchen wollen und natürlich auch für unsere Gastgeber, die sie empfangen«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel dazu.

Fast drei Monate lang waren das Schloss und auch der riesige Schlosspark von Versailles für Besucher geschlossen. Nun ist das Schloss eine der ersten großen Touristenattraktionen in unserem Nachbarland, die nach dem Corona-Lockdown wieder geöffnet hat. Aber: nur mit Reservierung! Wie zu hören ist, hat man die drei Monate Zwangsschließung genutzt, um das Schloss auf Vordermann zu bringen: Es wurde geputzt, poliert und ein bisschen gehämmert. Fazit: Es strahlt so schon wie nie zuvor! Wer noch mehr Sehenswürdigkeiten im Raum Paris sehen will, muss sich noch ein bisschen gedulden: Das Centre Pompidou öffnet am 1. Juli, der Louvre erst am 6. Juli.

In der Schweiz dürfen die Clubs und Nachtlokale wieder öffnen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Sie müssen schon um Mitternacht wieder schließen. Der Gesundheitsminister des Landes versucht das Beste aus der Situation zu machen und sagte: »Es gibt auch Tagespartys.« Hmmm. Der Zürcher Club Supermarket ging das Wagnis ein und öffnete gestern von 16 Uhr bis Mitternacht. Viele andere Clubs machen da aber nicht mit. Sie bleiben weiter geschlossen.

6. Juni: Tunesien will ab Ende Juni Touristen wieder ins Land lassen, Airline SAS fliegt bald wieder nach Deutschland, TUIfly verlässt Köln, Bremen und Münster-Osnabrück, Aida streicht alle Kreuzfahrten in die USA und nach Kanada 2020, Ostfriesische Inseln wollen weiter keine Tagestouristen, Hessen will Naturtouristen, Zugspitze-Besuch in Corona-Zeiten, Corona-Aus für Hotel-Ikone: Norfolk-Hotel in Nairobi ist dicht

Seit Donnerstag sind in Tunesien wieder Cafés und Restaurants geöffnet. Das Land ist bisher relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen, die Infektionszahlen sind vergleichsweise gering. Das schürt Begehrlichkeiten, dass schon bald die Tourismussaison durchstarten kann. »Wir hoffen, dass die Touristen schon bald zurückkommen und wir noch eine gute Saison haben werden«, sagte Lobna Jeribi, Ministerin für Großprojekte. Ende Juni sollen die Grenzen wieder geöffnet werden; gern auch für Deutsche, vorausgesetzt, das Auswärtige Amt erteilt grünes Licht für Reisen in das Land. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als neun Millionen Touristen Tunesien.

Jetzt zwei Neuigkeiten aus der Welt der Airlines: Die skandinavische Fluglinie SAS will ab Mitte Juni wieder deutlich mehr Ziele in Deutschland anfliegen. Zunächst von Kopenhagen aus nach Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und München, ein paar Tage später (ab dem 20. Juni) dann auch nach Frankfurt. Flüge von und nach Oslo folgen später. TUIfly, die Tochter-Airline des Reisekonzerns TUI, wird dagegen schrumpfen. Bis zur Hälfte der Flieger sollen aussortiert werden. Betroffen davon werden u.a. die Flughäfen in Köln, Bremen und Münster-Osnabrück sein; die Airline wird dort dann nicht mehr hinfliegen. Ab wann, ist noch nicht bekannt.

Diese Nachricht dürften Aida-Kreuzfahrt-Liebhaber gar nicht gern gehört haben: Gestern gab Aida Cruises bekannt, dass infolge der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie »derzeit die Bedingungen für internationale Reisen mit Ziel USA und Kanada noch nicht gegeben sind«. In Kanada seien Kreuzfahrtanläufe bis Ende Oktober 2020 nicht möglich, in den USA gilt bis auf weiteres ein Einreisestopp für Europäer. Wer schon gebucht hat, dem erstattet Aida Cruises die bisher geleisteten Zahlungen in Form eines Reiseguthabens. On top gibt es einen Bonus in Höhe von 10 % auf die bereits geleistete Zahlung. Wer die Vorauszahlung zurückgezahlt bekommen möchte, der bekommt eine Erstattung.

Wir müssen weiter draußen bleiben: Tagestouristen sind auf den Ostfriesischen Inseln weiter nicht erlaubt. Die Landkreise hätten deshalb entsprechende Allgemeinverfügungen für Verbote in den Schubladen, bestätigte ein Sprecher des Landkreises Wittmund gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Das Verbot soll wohl bis zum 22. Juni in Kraft bleiben.

Die Themen Nachhaltigkeit, Natur und Umweltschutz sollen künftig mehr Touristen nach Hessen locken. Schon jetzt interessieren sich über die Hälfte aller potentiellen Hessen-Urlauber für einen Natururlaub. Das passt gut zu Hessen, denn knapp 50 Prozent der Gesamtfläche bestehen aus Nationalparkfläche, Naturparken oder Biosphärenreservaten. »Die Mittelgebirgslandschaften von Rhön, Spessart, Vogelsberg, Taunus, Westerwald und Odenwald, die Auenlandschaften von Rhein, Fulda, Eder und Lahn, die Weinberge des Rheingaus und der Bergstraße, die Seen des Waldecker Landes oder auch die GrimmHeimat in Nordhessen bieten Raum für Erholung, Genuss und Naturerlebnisse. Das sind perfekte Voraussetzungen für unseren Tourismus im ländlichen Raum«, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz bei der Vorstellung der Landestourismus-Strategie. 

Erst seit ein paar Tagen fahren die alte Zahnradbahn und die wohl beeindruckendste Gondel der Republik wieder hinauf auf den Berg der Berge, wie sie die Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen nennen. Doch in Corona-Zeiten ist auch hier vieles anders: Abstandshinweise überall, die Zahl der Besucher ist limitiert, wie unsere Kollegin Emily Neiswirth bei einem Besuch feststellte.

Es ist wohl das berühmteste Hotel Kenias: das Norfolk-Hotel in Nairobi. Die Ex-US-Präsidenten Theodore Roosevelt und Barack Obama stiegen hier ab, viele andere Prominente ebenso. Auch in dem Kultfilm »Jenseits von Afrika« mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer wurde in dem Hotel gedreht. Doch jetzt ist für das Fairmont The Norfolk Feierabend: Anfang Juni musste das Vorzeigehotel nach 110 Jahren schließen. Wegen Corona. Wie es weiter geht, ist unklar. Mittlerweile hat sich Kenias Regierung eingeschaltet.

5. Juni: Urlaubsstudie: 40 Prozent wollen in Deutschland bleiben, Touristen-Ärger in Venedig, Sommerurlaub in Bulgarien: Empfehlungen statt Pflichten, Tschechien-Öffnung heute Mittag, Mallorca macht Ballermann in Corona-Zeiten den Garaus

Die Hochschule Fresenius hat die Ergebnisse einer neuen Studie zum Reiseverhalten der Deutschen veröffentlicht. Demnach planen 57 Prozent der Befragten, eine Reise nach Lockerungen der Beschränkungen zu buchen. Eine Reise innerhalb Europas liegt mit 80 Prozent weit vor ferneren Zielen. Innerhalb Europas ist der »Urlaub daheim« mit 40 Prozent am beliebtesten, auf Platz 2 liegt mit 16 Prozent das Nachbarland Österreich. Außerdem: In diesem Urlaubsjahr sind für 80 Prozent der Befragten die politische Lage, die hygienischen Vorschriften sowie die medizinische Versorgung der Destination von großer Bedeutung.

Seit Mittwoch dürfen wir ja wieder ohne Einschränkung nach Italien reisen. Und eine Stadt hat die Touristen ganz besonders erwartet: Venedig. Viele nutzten die Gelegenheit bereits und besuchten die Stadt. Im Großen und Ganzen lief das ganz gut an. Wären da nicht zwei Touristen gewesen, vermutlich aus Deutschland, die gleich für Aufsehen und Ärger sorgten. 

Bulgarien macht sich locker: Ab dem 15. Juni werden die Corona-Regelungen in dem Urlaubsland deutlich liberalisiert. Von Pflichten ist dann kaum noch die Rede, vielmehr spricht man in dem Land dann nur noch von Corona-Empfehlungen. Starttermin für ausländische Urlaubsgäste ist der 1. Juli. Ab dann sind Touristen aus dem Ausland in Bulgarien wieder willkommen.

Eigentlich sollte die Grenze zu Tschechien erst am Montag, dem 15. Juni wieder für uns offen sein. Jetzt geht es aber schneller. Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn sollen bereits ab heute Mittag wieder in das Land einreisen dürfen, meldet die Website infranken.de. Erst gestern war noch von Samstag die Rede. 

Und wieder Neuigkeiten aus Mallorca. Dort soll es ja bald wieder mit dem Urlaub losgehen. Ob am 15. oder 21. Juni oder gar erst am 1. Juli, das weiß man immer noch nicht so genau. Wir blicken ehrlich gesagt auch nicht mehr so ganz genau durch. Was aber jetzt schon bekannt wurde: Am Ballermann ist erstmal weiter tote Hose. Die Balearen wollen nämlich die Wiedereröffnung von Nachtklubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinauszögern. Auch die Bild-Zeitung nimmt sich des Themas an …

4. Juni: Nun offiziell: weltweite Reisewarnung am 15. Juni vorbei, Mallorca-Regeln im Sommer, Tüv Nord und Tüv Süd prüfen Hygiene in Hotels in Ägypten und in der Türkei, Schweden: Hotel wird wegen Corona zu Pop-up-Restaurant, ZDF-Doku: »Robben, Schnaps und keine Gäste – Helgoland in der Krise«

Endlich ist die weltweite Reisewarnung vom Tisch: Ab dem 15. Juni 2020 können wir wieder in den meisten Ländern Europas unseren Urlaub verbringen. Das hat Außenminister Heiko Maas gestern mitgeteilt und dabei den bemerkenswerten Satz »Reisewarnungen sind keine Reiseverbote, und Reisehinweise sind keine Reiseeinladung« gesagt. Vorsicht und Eigenverantwortung sind also in diesem Sommer angesagt. Wir fassen den gestrigen Tag zusammen und wagen einen Ausblick auf die kommenden Wochen.

Die Kompetenz der Prüfer vom Tüv ist weltweit bekannt. Davon profitieren die Prüfer vom Technischen Überwachungsverein jetzt auch in der Corona-Zeit. Die sind nämlich in der Türkei und in Ägypten im Einsatz, um dort die Hygiene-Standards in den Hotels und Restaurants zu prüfen. Es wird eine ganze Menge geprüft und getestet, in den Küchen, Toiletten, am Pool und in den Hotelzimmern, schließlich möchten sowohl die Türkei als auch Ägypten bald wieder Urlaubsgäste empfangen. Während die Mitarbeiter vom Tüv Süd nur in der Türkei unterwegs sind, sind die vom Tüv Nord in der Türkei und in Ägypten am Start.

Weniger Liegen und Sonnenschirme am Strand, Orientierung für den Sicherheitsabstand, und erst einmal kein Shuttlebus-Service: Wer auf Mallorca seinen Urlaub in diesem Sommer verbringen möchte, muss sich auf einige Corona-bedingte Neuerungen gefasst machen. Was in den Gemeinden Santanyí, Andratx, Calvià, Alcúdia und Muro gilt, hat die Mallorca-Zeitung recherchiert.

Auch in Schweden hat die Corona-Krise viele Branchen hart getroffen –nicht zuletzt die Hotelbranche, denn auch in Schweden ist das private Reisen zurzeit nur eingeschränkt möglich. Gleichzeitig macht Not aber auch erfinderisch. Eine besonders kreative Lösung in Corona-Zeiten ist beispielsweise in der westschwedischen Stadt Lidköping entstanden: Das Hotel Stadshotellet hat seine insgesamt 67 Gästezimmer kurzerhand in 67 separate und individuelle Pop-up-Restaurants verwandelt, die viel Abstand zu anderen Gästen garantieren. Jedes dieser Pop-up-Restaurants kann für zwei bis zwölf Personen gebucht werden. Nach dem Check-in erwartet die Gäste in ihrem persönlichen Restaurant eine Speisekarte, und die Bestellung wird per Zimmertelefon aufgegeben, um möglichst viel Abstand zum Service-Personal zu halten.

Helgoland, der rote Felsen im Meer, ist ein Urlaubermagnet. In der Hochsaison fertigen die gut 1500 Helgoländer bis zu 4000 Tages- und 2000 Übernachtungsgäste ab. Doch aufgrund der Corona-Beschränkungen herrschte zuletzt ungewohnte Ruhe: Bis Ende Mai durften keine Gäste auf die Insel kommen. Am Sonntag, dem 7. Juni 2020 um 17.55 Uhr, blickt die »ZDF.reportage« auf »Robben, Schnaps und keine Gäste – Helgoland in der Krise«. Der Film von Torsten Mehltretter ist ab Freitag, 5. Juni 2020, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek zu sehen.

3. Juni: Bundesregierung berät Aufhebung der internationalen Reisewarnung, Mund-Nasen-Schutz wird zur Pflicht bei Lufthansa, Turkish Airlines fliegt ab 18. Juni häufiger von und nach Deutschland, Malta ab 1. Juli offen, Italien ab heute

Wir hatten vor einiger Zeit ja schon an dieser Stelle darüber berichtet, dass die Bunderegierung am 15. Juni die weltweite Reisewarnung aufheben möchte. Heute geht es in die Details. Das Kabinett berät dann darüber, wie die Reisen ab dem 15. Juni in viele Länder Europas wieder möglich sein sollen.

Seit dem 4. Mai baten die Airlines der Lufthansa Group ihre Fluggäste lediglich darum, eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord ihrer Flüge zu tragen. Ab dem 8. Juni wird dies zur Pflicht. Das teilte die Lufthansa gestern mit. »Zum Schutz der Gesundheit sämtlicher Personen an Bord sind Sie dazu verpflichtet, während des Boardings, des Fluges und beim Verlassen des Flugzeuges einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen«, so die Airline. Von der Verpflichtung ausgenommen sind Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren sowie Personen, denen das Tragen einer Maske gesundheitsbedingt oder aufgrund einer Behinderung nachweislich nicht möglich ist. Zum Verzehr von Getränken und Speisen an Bord kann sie natürlich abgenommen werden. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz gilt zunächst für Lufthansa, Eurowings und Lufthansa Cityline.

Ab morgen fährt Turkish Airlines den Flugbetrieb wieder langsam hoch. Zunächst gilt das für Inlandsflüge. Gestern teilte die Fluggesellschaft mit, dass ab dem 18. Juni auch das internationale Streckennetz wieder aufgenommen wird. Auch Deutschland profitiert davon.

Wer in diesem Sommer in Malta seinen Urlaub verbringen möchte, sollte sich den 1. Juli im Kalender vormerken. Ab dann nimmt der internationale Flughafen des Inselarchipels wieder seinen Betrieb auf und empfängt schrittweise Reisende aus dem Ausland. Dies teilten das Ministerium für Tourismus und Verbraucherschutz in Malta und die Malta Tourism Authority (MTA) gestern mit. Die erste Phase der Grenzöffnung ermöglicht zunächst die Einreise für Urlauber aus 19 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Gleichzeitig entfällt zum 1. Juli auch die 14-tägige Quarantäneregel sowie der COVID-19-Test für Einreisende der 19 Länder.

Das ging schneller als gedacht: Italien öffnet heute seine Grenzen für Touristen aus 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Zwei Probleme gibt es aber noch: Zum einen die immer noch bestehende weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Zum anderen die noch fehlenden Flüge. Viele Airlines fliegen noch nicht so häufig wie früher nach Italien.

2. Juni: Mallorca-Sommerurlaub-Start: Buch mit sieben Siegeln, Tschechien-Urlaub ab Mitte Juni, Lufthansa öffnet erste Lounges in Frankfurt und München, Mecklenburg-Vorpommern zufrieden mit Pfingsten, Alltag beim Campingurlaub in Zeiten von Corona, Techno-Demo auf dem Landwehrkanal in Berlin gerät aus dem Ruder

In Spanien geht es derzeit bei den Corona-Maßnahmen drunter und drüber. Ministerpräsident Pedro Sánchez will den Alarmzustand bis zum 21. Juni verlängern lassen. Ob ihm das gelingt? Fraglich. Zuletzt hatte er nur noch mit Ach und Krach eine Mehrheit für die Verlängerung des Alarmzustandes bekommen. Warum wir darüber berichten? Mit dem Ende des Alarmzustandes rückt der Starttermin für den Sommerurlaub in Spanien immer näher. Offiziell gilt Mittwoch, der 1. Juli, ab dann sollen Touristen wieder ins Land dürfen. Einen Sonderweg peilen allerdings die Balearen an. Sie wollen im Rahmen eines Pilotprojekts bereits ab dem 15. Juni wieder Touristen auf die Inseln lassen (wir berichteten über Pfingsten). Ob das die Balearen in Eigenregie entscheiden dürfen, ist aber immer noch unklar.

Jetzt auch Tschechien: Nachdem fast alle unsere Nachbarländer die Grenzen für Urlauber ab dem 15. Juni wieder öffnen werden, zieht auch Tschechien nach. Das beschloss das tschechische Kabinett gestern. Besucher aus Deutschland dürfen ohne Einschränkungen einreisen. Bereits seit vergangener Woche fahren wieder einzelne Eurocity-Züge zwischen Prag und Berlin, nachdem der Verkehr zuvor wochenlang eingestellt war.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatte die Lufthansa all ihre Airport-Lounges geschlossen. Seit heute haben je eine Lounge in den Flughäfen in Frankfurt und München wieder geöffnet. Hohe Erwartungen sollte man an einen Besuch nicht knüpfen: Das Angebot falle »spärlich und traurig« aus, zitiert das Portal travel-dealz.de einen Besucher.

Das lange Pfingstwochenende war der Startschuss für die Sommerurlaubssaison in Mecklenburg-Vorpommern. Nach den Corona-Beschränkungen der letzten Wochen blickten viele neugierig in den Nordosten der Republik. Ob sich viele Touristen auf den Weg machten? Oder ob noch die Corona-Angst überwiegt? Die Antwort fällt relativ klar aus: Man reist wieder an die Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte & Co.: Rund 300.000 Gäste reisten am Wochenende nach Mecklenburg-Vorpommern. Das sind zwar etwas weniger als in den Vorjahren, doch zeigte sich der Chef des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, in einem Radiointerview mit NDR 1 Radio MV zufrieden.

Sauerland statt Costa Brava: In Zeiten von Corona haben sich auch die Reiseziele der Campingurlauber geändert. Und, wie klappt das so im Alltag auf Deutschlands Campingplätzen? WDR 5 hat sich einmal umgehört. Fazit: Es ist doch einiges anders als sonst.

Es sollte eine Demonstration von rund 100 Teilnehmern in Booten auf dem Wasser werden, aber dann geriet die Lage völlig aus dem Ruder: Auf dem Landwehrkanal in Berlin haben gestern Nachmittag rund 3.000 Menschen bei einer Kundgebung unter dem Motto »Für die Kultur – Alle in einem Boot« gegen das Sterben der Nachtclubs demonstriert. Zwar hatten die Veranstalter im Vorfeld eindringlich auf die noch geltenden Abstands- und Hygieneregeln hingewiesen, aber kaum jemand hielt sich daran. Ab dem späten Nachmittag löste die Polizei die Demonstration auf. Anzeigen wurde nicht erstattet.

1. Juni: Pfingsten nur wenig los in Bayerns Ausflugsorten, dafür viele Deutsche an Hollands Küste, Strandparty mit rund 3.500 Gästen auf Sylt aufgelöst, noch keine Gruppenreisen bei Wikinger bis 29. Juni, Corona-Folgen: mehr Müll in Thüringens Wäldern

Rechtzeitig vor dem langen Pfingstwochenende hatten in allen deutschen Bundesländern Hotels, Pensionen & Co. wieder geöffnet. Damit stand dem traditionellen Pfingsturlaub in vielen deutschen Urlaubsregionen nichts mehr im Wege. Allerdings scheinen nicht sehr viele in diesem Jahr Lust darauf gehabt zu haben. Die Bahn sprach von einem ruhigen Pfingstwochenende, die Züge waren nicht stark ausgelastet. Auch auf den Autobahnen war der Verkehr normal. Deutlich weniger los als erwartet, war in Bayerns Urlaubsregionen, wie das ZDF berichtet. Einzig auf Rügen war der Ansturm größer.

Auch in Holland war deutlich mehr los. Das gilt vor allem für die Küstenregionen. Die Bild-Zeitung zitiert einen Hotelbesitzer, der von zahlreichen Urlaubern aus Deutschland berichtet. »Normalerweise kommen 50 Prozent der Gäste aus Holland und 35 aus Deutschland. Jetzt haben wir allerdings gerade 85 Prozent Gäste aus Deutschland«, ist zu hören.

Unterdessen musste die Polizei auf Sylt eingreifen: In Kampen versammelten sich bis zu 3.500 überwiegend junge Leute und feierten spontan eine Strandparty. Abstandsregeln wurden dabei augenscheinlich nicht eingehalten. Gegen die Partygäste wurden keine Bußgelder erhoben.

Kein Wander- und Radurlaub in kleinen Gruppen bis Ende Juni: Der Veranstalter Wikinger Reisen hat alle Termine bis einschließlich 29. Juni 2020 abgesagt – für Deutschland und ganz Europa. Grund ist die vor wenigen Tagen verkündete Verlängerung der Kontaktbeschränkung. »Schon bei Gruppen mit 10 oder 12 Teilnehmern überschreiten wir mit dem Reiseleiter die erlaubte Teilnehmergrenze. Von den Absagen sind fast 40 Wander- und Radgruppen betroffen, die bis zum 29. Juni abgereist wären«, so Moritz Mohs von Wikinger Reisen. Ab dem 30. Juni hofft der Veranstalter auf einen schrittweisen Re-Start des Aktivurlaubs.

Zu den Zeiten der Ausgangsbeschränkungen in Deutschland zog es viele Leute in den Wald. Dort konnte man ja prima das Abstandsgebot zu anderen einhalten. So war das auch in Thüringen. Dort gingen viele in den Wäldern spazieren. Manche haben dort offenbar auch ein Picknick gemacht. Ärgerlich dabei: Viele nahmen ihren Müll nicht mit. Von deutlich mehr Verpackungsmüll in den Wäldern ist die Rede.

31. Mai: Mecklenburg-Vorpommern startet Kampagne »Wir sind Urlaubsland«, Spekulationen über früheren Tourismusstart in Spanien, Kanada verbietet Kreuzfahrten bis Ende Oktober, Affen-Berührungsverbot auf Gibraltar, Weltreisender steckt in Hongkong fest

Vor einigen Wochen, als ein Besuchsverbot für Auswärtige galt, kam es zu unschönen Szenen in Mecklenburg-Vorpommern. Besuchern mit auswärtigen Kennzeichen wurden angefeindet, manchen wurde gar das Auto zerkratzt. Das war gar keine gute Werbung für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. »Auch wenn unfreundliche Gastgeber Ausnahmeerscheinungen waren, so haben sie doch die Wahrnehmung deutlich mitgeprägt und Vertrauen zerstört«, räumte das für den Tourismus zuständige Wirtschaftsministerium ein. Mit der Botschaft »Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind Urlaubsland« und der Ergänzung »Sei dabei. Zeig Herz.Auch deine Stimme bestimmt die Stimmung« startete Mecklenburg-Vorpommern zum Pfingstwochenende eine groß angelegte Binnenkampagne, die den Startschuss für ein nachhaltig gutes Tourismusklima im Land geben soll. Sie richtet sich an die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel sei es, das Vertrauen in den Tourismus zu stärken oder wiederherzustellen und auf dessen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen aufmerksam zu machen. Zudem soll sie Impulse für Akzeptanz und Sicherheit im schrittweise wiederbeginnenden Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern geben und das Bewusstsein für den Tourismus schärfen.

Erst in einem Monat, ab dem 1. Juli, sollen wir in Spanien wieder unseren Urlaub verbringen dürfen. Das geht einigen in Spanien nicht schnell genug. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das unter anderem für die Balearen und Kanaren, aber auch für Andalusien erprobt wird, sollen Touristen aus Deutschland, Frankreich und Skandinavien schon ab 22. Juni ins Land dürfen. Das Ganze ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Das dürfte es wohl gewesen sein für alle, die in diesem Sommer oder Herbst eine Kreuzfahrt rund um Kanada machen wollten: Das Land hat Kreuzfahrten mit mehr als 100 Personen bis zum 31. Oktober dieses Jahres verboten. »Unsere Regierung setzt sich für den Schutz der Kanadier ein, insbesondere in diesen schwierigen Zeiten«, sagte Marc Garneau, Kanadas Verkehrsminister, zur Begründung.

Sie sind der Grund, warum viele Touristen Gibraltar besuchen: die vielen frei lebende Affen, die bei und auf den Felsen Gibraltars leben. Die Makaken, so heißt die Affenart, sind aber im Zuge der Corona-Pandemie ins Visier der Behörden geraten. Fortan dürfen sie nämlich nicht mehr berührt werden. Der Grund liegt auf der Hand: Die Affen sollen sich nicht mit Covid-19 anstecken.

Thor Pedersen, ein Blogger und Weltenbummler aus Dänemark, startete vor sechseinhalb Jahren eine Weltreise. Eine ganz besondere: Er wollte alle Länder der Welt besuchen, ohne dabei ein Flugzeug zu benutzen. Doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Seit über 100 Tagen steckt er in Hongkong fest.

30. Mai: Grünes Licht für Sommerurlaub in Dänemark und Bulgarien, Griechenland sieht sich gut gerüstet für Urlauber, weitere Corona-Lockerungen in Österreich, Pfingsten tote Hose in Berlin, Petition #rettetdieJugendreisen schon mit über 11.000 Unterschriften, United Airlines: Mund-Nasen-Masken aus alten Uniformen

Die Auswahl der Länder in der EU, in denen ihr euren Sommerurlaub verbringen könnt, wird immer größer. Gestern gesellten sich Dänemark und Bulgarien hinzu. Beginnen wir mit Dänemark. Das Land öffnet die seit dem 13. März aufgrund der Corona-Krise geschlossene Grenze zum 15. Juni für Urlauber aus Deutschland. Allerdings gibt es zwei Einschränkungen: Zum einen ist die Einreise für deutsche Touristen an eine Übernachtungsbuchung geknüpft. Diese muss mindestens sechs Nächte umfassen. Zum anderen muss der Aufenthalt außerhalb der Hauptstadt Kopenhagen und der Gemeinde Frederiksberg stattfinden. In Dänemark gilt keine Maskenpflicht. Im öffentlichen Raum gilt ein Abstandsgebot von mindestens einem Meter.

Auch aus Bulgarien kommen positive Signale: Die Regierung gab gestern Abend bekannt, dass die bisher geltende Quarantänepflicht für Reisende u.a. aus Deutschland ab Pfingstmontag aufgehoben wird. Damit dürfte dem Sommerurlaub in Bulgarien ab dem 15. Juni nichts mehr im Wege stehen.

Am 22. Mai berichteten wir an dieser Stelle, dass ihr aller Voraussicht nach ab dem 15. Juni euren Sommerurlaub in Griechenland verbringen könnt. Und dabei bleibt es auch. Gestern wurde weitere Details bekannt. Tests auf das Coronavirus soll es allenfalls per Stichprobe an den Flughäfen geben, eine Quarantäne nach der Ankunft gibt es auch nicht. Griechenland sieht sich für alle Fälle gut gerüstet. Bislang habe Griechenland die Corona-Krise ja auch gut gemeistert, sagte Athens Bürgermeister Kostas Bakoyannis. 

Seit einigen Wochen werfen wir an dieser Stelle und in anderen Artikeln einen Blick auf die Möglichkeiten eines Sommerurlaubs in Österreich. Es gut sich einiges in unserem Nachbarland, die Tourismussaison ist gestern in Österreich gestartet. Gestern gab die Regierung außerdem bekannt, dass vom 15. Juni an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes entfällt. Auch die Gastronomie blickt dem Datum mit Freude entgegen, denn sie dürfen künftig bis 1 Uhr geöffnet haben (bisher 23 Uhr).

Eigentlich dürfen wir seit Montag wieder einen Städtetrip nach Berlin unternehmen. Wer jetzt aber denkt, dann ist es dieses verlängerte Pfingst-Wochenende in Berlin schon voll mit Touristen, der irrt sich gewaltig. Viele Hotels haben noch gar nicht geöffnet, und die, die bereits Gäste empfangen wollen, stehen leer, berichtet der Tagesspiegel.

Wenn eure Kinder schon mal an einer Klassenfahrt teilgenommen haben, dann wisst ihr es: Für die Organisation und Durchführung gibt es Spezialisten, die ihr Handwerk verstehen. Die Rede ist von Tausenden Jugendunterkünften, Programmanbietern und Busunternehmern. Für die bislang jährlich rund 60.000 bis 80.000 Klassenfahrten mit ihren bis zu 1,8 Millionen Teilnehmern sieht es aber derzeit besonders schlecht aus: Während in vielen touristischen Bereichen der Betrieb schrittweise wieder hochgefahren wird, stehen die Signale für die Kinder- und Jugendreiseszene immer noch auf Stopp. »Es ist sehr ernst«, sagt Carsten Herold vom Bundesverband der führenden Schulfahrtenveranstalter e.V., »die vorübergehende Beschränkung des Reiseverkehrs war absolut richtig – aber jetzt brauchen wir dringend Perspektiven.« Dazu wurde die Online-Petition #rettetdieJugendreisen ins Leben gerufen. Schon mehr als 11.000 Menschen haben unterzeichnet.

Not macht erfinderisch: Am San Francisco International Airport hat United Airlines Mitarbeitern, die im direkten Kontakt mit den Fluggästen stehen, ganz besondere Mund-Nasen-Masken zur Verfügung gestellt. Diese wurden nämlich aus rund 5,5 Tonnen ehemaliger Mitarbeiteruniformen hergestellt. Ursprünglich sollten die Stoffe der abgelegten Uniformen in Teppichpolster und Isolierfasern umgearbeitet werden.

29. Mai: Hotels und Pensionen in Österreich öffnen heute, Sommerurlaub in Frankreich ab 15. Juni, Kroatien lockert Urlaubsregelungen weiter, Söder zu Ballermann, Flughäfen drängen auf Wiederanlaufen, britische Verbraucherschutzorganisation Which! kritisiert Ryanair scharf, Alpen-Vereinshütten in Corona-Zeiten, Maybrit-Illner-Talk zum Sommerurlaub 2020

Darauf haben der Tourismus in Österreich und wir sehnsüchtig gewartet: Nach der elendig langen Corona-Zwangspause dürfen heute die Beherbergungsbetriebe in Österreich endlich wieder öffnen. Alle, die jetzt überlegen, ob man sich dann da groß einschränken muss: Nein, müsst ihr nicht. Büfetts werden erlaubt sein, Schwimmbäder und Saunen in den Hotels dürfen auch genutzt werden. Zur Feier des Tages haben wir ein paar feine Regionen in Österreich herausgesucht, die sich für einen Urlaub in unserem Nachbarland in diesem Corona-Sommer anbieten.

Dem Sommerurlaub in Frankreich dürfte in diesem Jahr nichts mehr entgegenstehen. Premierminister Edouard Philippe plädierte gestern dafür, ab dem 15. Juni die EU-Grenzen komplett zu öffnen. Hotels, Pensionen, Cafés, Bars und Strände dürfen ab kommenden Dienstag (2. Juni) in Frankreich wieder öffnen. Einzige Ausnahme ist die Region Île-de-France um die Hauptstadt Paris. Dort dürfen die Beherbergungsbetriebe erst ab dem 23. Juni wieder öffnen.

Nach Kroatien konntet ihr ja jetzt schon einreisen, um euren Urlaub dort zu verbringen – wenngleich natürlich weiterhin die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung besteht. Allerdings musstet ihr bis dato eine Buchungsbestätigung eurer Unterkunft in Kroatien vorlegen. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Ihr müsst in Zukunft nur noch an der Grenze mitteilen, wo ihr euch aufhalten werdet und wie ihr erreichbar seid. Wenn ihr das Einreise-Formular dazu schon vorher online ausfüllten wollt, dann könnt ihr das auf dieser Website tun.

Kaum ein anderer Ministerpräsident äußert sich so häufig zum Sommerurlaub wie Bayerns Regierungschef Markus Söder. Gestern schon wieder. Dieses Mal in einem Interview der FAZ. Da pries er aber nicht die Vorzüge des Urlaubslandes Bayern an, sondern richtete seinen Blick nach Spanien. Genauer gesagt auf die bei den Deutschen so beliebte Insel Mallorca. »Es ist schwer vorstellbar, wie man am Ballermann Hygiene- und Abstandsregeln richtig einhalten kann«, prophezeite Söder. Sein Appell: Vernunft und Lebensfreude in diesem Corona-Sommer in Einklang einbringen. Sonst droht der nächste Lockdown.

Nicht nur Reiseveranstalter, Reisebüros, Airlines und Hotels sind stark von der Coronakrise betroffen. Auch die Flughäfen leiden heftig. Darauf hat der Flughafenverband ADV abermals hingewiesen. In der letz­ten Woche zähl­ten die deut­schen Flug­hä­fen knapp 112.400 Pas­sa­giere, ein Rück­gang von 97,8 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum. Der ADV fordert jetzt die Locke­rung von Corona-Maßnahmen, wie Grenz­öff­nun­gen, Qua­ran­tä­ne­be­stim­mun­gen und Rei­se­war­nun­gen. Der Verband ist enttäuscht darüber, dass die Bundesregierung bisher nicht die weltweite Reisewarnung wieder aufgehoben hat.

Bleiben wir noch ein wenig beim Thema Fliegen. Einigen von euch ist vielleicht auch in letzter Zeit der Flug wegen der Corona-Pandemie storniert worden. Eigentlich gibt es in dem Fall das Geld zurück, sofern ihr nicht mit einem Gutschein einverstanden seid. Eigentlich. Die Klagen über die Airlines, die ihre Kunden hinhalten und das Geld nicht zurückzahlen, sind immens. Auch in Großbritannien. Dort hat die Verbraucherschutzorganisation Which! der Billig-Airline Ryanair ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. 84 Prozent der Befragten warten bis heute auf ihr Geld, so die Organisation.

Der Re-Start des Tourismus stellt die Betreiber von Almhütten vor eine besondere Herausforderung. Denn wer auf einer Almütte übernachtet, der weiß: Dort schläft man überwiegend mit vielen anderen Reisenden in einem Schlafsaal. Das geht aber aktuell nicht. Aber wie dann? Darüber zerbricht man sich gerade im bayerischen Gesundheitsministerium die Köpfe.

Gestern Abend versuchte sich die nächste Talkshow an einer Prognose für den Sommerurlaub 2020. Bei Maybrit Illner im ZDF diskutierten zum Thema »Reise ins Ungewisse – wie gefährlich wird der Urlaub?« die Politiker Armin Laschet, Katja Kipping, der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, Bergsteiger-Legende Reinhold Messner und Reisebüro-Chefin Marija Linnhoff.

28. Mai: Spiegel: CSU tritt beim Sommerurlaub im EU-Ausland auf die Bremse, Geld zurück trotz Gutschein-Annahme, Zypern-Urlaub ab 20. Juni, Schweden fühlen sich ausgegrenzt, Cuxhavens Appell an Tagesauflügler, Walt Disney World öffnet im Juli wieder

Vor ein paar Tagen berichten wir an dieser Stelle über den Plan der Bundesregierung, am 15. Juni die weltweite Reisewarnung aufzugeben. Der Plan dürfte so manch Urlaubsherz schneller schlagen lassen, schließlich wäre mit diesem Schritt zumindest wieder ein Sommerurlaub im EU-Ausland möglich, wenn auch unter Abstands- und Hygieneauflagen. Doch die Aufhebung scheint noch nicht unter Dach und Fach zu sein. In der Koalition jedenfalls gibt es Streit darüber. Die CSU will offenbar noch Änderungen an den bisherigen Plänen, die unter Federführung von Außenminister Heiko Maas erarbeitet wurden. Was ist da los? Der Spiegel mutmaßt, die CSU tritt auf die Bremse, weil sie es lieber sähe, wenn die Deutschen ihren Sommerurlaub 2020 in der Heimat verbringen würden. Natürlich gern in Bayern.

Wer in den letzten Wochen und Monaten einen Gutschein akzeptiert hat, weil seine Pauschalreise storniert werden musste, der soll bald die Möglichkeit bekommen, den Gutschein wieder zurückzugeben und sich stattdessen das Geld auszahlen zu lassen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Schon bald soll sich der Bundestag damit befassen.

Auch Zypern bereitet sich für den Sommerurlaub vor: Wenn es nach dem Willen der Regierung geht, könnt ihr dort ab dem 20. Juni euren Sommerurlaub verbringen. Wenn ihr aus Deutschland und Österreich seid, könnt ihr sogar ohne Coronavirus-Test einreisen. Dasselbe gilt für Reisende aus Malta, Griechenland, Israel, Bulgarien, Finnland, der Slowakei, Slowenien, Litauen, Norwegen, Dänemark und Ungarn. Wer aus der Schweiz kommt, muss dagegen vorher einen Test machen. Russen, Briten und Schweden dagegen dürfen erst mal nicht einreisen.

Apropos Schweden: Die fühlen sich gerade in Sachen Sommerurlaubsplanung im Ausland ganz schön auf den Schlips getreten. Mehrere klassische Urlaubsländer scheinen den Schweden nämlich nicht erlauben zu wollen, im Sommer einzureisen. Grund seien deren hohe Infektionszahlen. In Schweden versteht man die Welt nicht mehr.

Sylt tat es schon, die Niederlande auch: Einen Appell an die Touristen richten, doch bitte an bestimmen Tagen nicht zu ihnen zu kommen. In diese Riege reiht sich nun auch Cuxhaven ein. Konkret geht es um Tagesausflügler. Die möchte man Pfingsten nicht in Cuxhaven sehen. Uwe Santjer, Oberbürgermeister der Stadt, sagte: »All diejenigen, die es sich auch zu Hause schön machen können, mögen dies tun und ein bisschen Cuxhaven-Pause machen. Im Sommer können wir dann wieder gemeinsam feiern.«, sagte er der Nordsee-Zeitung.

Das Disney World Resort im US-Bundesstaat Florida wird in wenigen Wochen wieder öffnen. Anvisierter Termin ist der 11. Juli. Dann soll der Freizeitpark teilweisen und unter verschärften Sicherheits- und Hygieneregeln seine Pforten öffnen.

27. Mai: Reisen in USA bleiben für Touristen aus Europa weiter verboten, privat organisierter Rückholflug aus Panama, Südtirol wirbt mit Coronavirus-Gratis-Tests, Malta bereit für den Sommerurlaub 2020, Niederlande: Pfingsten-Urlaub bitte nur mit Buchung

Auf Entdeckungsreise durch New York, mit dem Auto entlang der Küste Kaliforniens oder entlang der Florida Keys: Für viele Urlauber ist eine Reise in die USA ein Erlebnis, das sie mindestens einmal in ihrem Leben unternehmen möchten. Wer mit dem Gedanken spielte, dies in diesem Sommer zu tun, für den haben wir weiterhin schlechte Nachrichten: US-Präsident Donald Trump hält an dem Einreiseverbot für Europäer vorläufig fest. Dass aber Bewegung in der Sache ist, lässt sich aus Trumps gestriger Äußerung deuten: »Wir werden im Laufe der Zeit Veröffentlichungen für bestimmte Länder machen, einschließlich der Länder Europas. Und wo sie Fortschritte machen, werden wir sie öffnen, aber nur dort, wo sie Fortschritte machen. Sie machen einige gute Fortschritte«, sagte der US-Präsident gestern.

Vor ein paar Wochen holte das Auswärtige Amt die letzten Touristen aus aller Welt heim nach Deutschland. Fast 250.000 Urlauber waren das. Die Rückholaktion der Bundesregierung war eine Herkulesaufgabe, Außenminister Maas will das auf keinen Fall ein zweites Mal machen müssen. Aber anscheinend kamen nicht alle zurück nach Deutschland: 49 Deutsche haben sich in Panama mit 180 Gestrandeten aus 26 Nationen ein Flugzeug in die Heimat organisiert, mit Hilfe eines Unternehmens, berichtet der Spiegel.

Dem Urlaub in Italien steht ja ab dem 3. Juni nichts mehr im Wege. An dem Tag, ein Mittwoch ist es, öffnet das Land wieder seine Grenzen für Touristen aus der EU. Ziemlich gut gerüstet für die Besucher sieht sich Südtirol; die Region erklärte als Erste in Italien vor ein paar Wochen, dass sie schon bald bereit sei, Urlauber zu empfangen (wir berichteten). Nun macht Südtirol wieder von sich reden: Landeshauptmann Arno Kompatscher möchte allen Touristen gratis einen Coronavirus-Test ermöglichen. Das soll das Sicherheitsgefühl der Touristen vor Ort erhöhen. Wer das nicht möchte, kann beruhigt sein: Der Test ist freiwillig. Interessant auch: Bei einer Pressekonferenz, die Kompatscher gestern abhielt, war auch Monika Nardo, die Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Italien, anwesend. Nardo äußerte sich unter anderem zu den Stornobedingungen für Urlauber in Italien. Wer im Sommer einen Trip nach Südtirol plant und sich auf Schusters Rappen durch die Region bewegen möchte, für den haben wir feine Wandertouren herausgesucht.

Auch Malta bereitet sich auf die Wiedereröffnung des Tourismus vor. Die Malta Tourism Authority hat in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium ein Covid-19-Sicherheitsprotokoll vorgestellt, das Reisenden in naher Zukunft einen sicheren Urlaub auf dem Mittelmeer-Archipel ermöglichen soll. Das neue Protokoll beinhaltet spezifische Richtlinien und Checklisten für unterschiedliche Tourismusbereiche. Dazu zählen unter anderem Beherbergungs- und Restaurantbetriebe sowie Strände und Strandeinrichtungen. So sollen Plexiglasabsperrungen im Hotel-Empfangsbereich in einer Höhe von mindestens zwei Metern über dem Boden installiert werden, das Poolwasser desinfiziert werden und die öffentlichen Toiletten am Strand von maximal vier Personen gleichzeitig benutzt werden dürfen. In den Restaurants gilt: kein Büfett, Ausweitung der Servicezeiten auf 23 Uhr, maximal sechs Personen an einem Tisch (Familien auch mehr), Einwegverpackungen auf den Tischen für Salz, Pfeffer, Essig, Öl und Zucker.

Wochenendtrips in die Niederlande stehen bei vielen Deutschen hoch im Kurs. Besonders bei Urlaubern aus NRW, ist ja nur einen Katzensprung entfernt. In den Niederlanden sind sie natürlich auch höchst willkommen. Normalerweise. In diesem Jahr ist bekanntlich alles anders. Ministerpräsident Mark Rutte warnte gestern Touristen davor, am langen Pfingstwochenende eine Reise in die Niederlande zu unternehmen. Es droht viel zu voll zu werden. In einer Videopressekonferenz sagte er: »Bitte verschieben Sie diesen einen Tagesausflug oder Kurzurlaub.« Nur wer eine Buchung habe, solle sich auf den Weg machen. Ein Einreiseverbot gibt es aber nicht. 

26. Mai: Weltweite Reisewarnung vor dem Ende, ratlose Hoteliers in der Türkei, Meyer Werft in Corona-Turbulenzen, Eurowings-Posse bei Flug nach Sardinien, Biergärten in Bayern bald bis 22 Uhr, Memorial Day Weekend in den USA in Zeiten von Corona

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung dürfte in der bisherigen Form bald Geschichte sein: Medienberichten zufolge soll die Reisewarnung zum 15. Juni für 31 Staaten aufgehoben werden. Dazu zählen neben sämtlichen EU-Ländern Großbritannien, Island, die Schweiz, Norwegen und Liechtenstein. Nicht dabei sind somit die bei deutschen Touristen beliebten Reiseziele Türkei und Ägypten. Auch von den Balkanstaaten Serbien, Montenegro und Albanien ist nicht die Rede.

Die Türkei will ab Mitte Juni wieder Touristen begrüßen, auch aus Deutschland (wir berichteten). Ob und in welcher Form die Bundesregierung für Reisen in das Nicht-EU-Mitglied Türkei grünes Licht erteilen wird, ist derzeit noch unklar. Unterdessen bereitet man sich in der Türkei auf die Touristen vor. Die Rede ist von einem Zertifizierungsprozess für die Hotels, bei dem der TÜV Süd mitmischen soll (wir berichteten). Hoteliers in der Türkei, über die die ARD berichtet, beklagen allerdings mangelnde Informationen und Vorgaben. Auch Zweifel am Zertifizierungsprozess werden geäußert.

Die Meyer Werft in Papenburg gehört zu den führenden Schiffsbauunternehmen der Welt. Großartige Kreuzfahrtschiffe wurden und werden hier gebaut. Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie ist die Kreuzfahrtindustrie allerdings in – gelinde gesagt – schwierigen Gewässern. Das hat bisher auch heftige Konsequenzen für die Meyer Werft. Nun ist die Werft wegen Corona abermals in den Schlagzeilen. Allerdings auf einer ganz anderen Baustelle: Am 15. Mai war die Personalchefin der Werft zu Gast in der Gaststätte »Alte Scheune« in der Gemeinde Moormerland in Ostfriesland. An dem Tag hatten sich offenbar mehrere Gäste mit dem Coronavirus infiziert, auch die Personalchefin. Jetzt sind Mitglieder der Geschäftsführung Meyer Werft und fast der gesamte Betriebsrat des Unternehmens in Quarantäne.

Die Corona-Pandemie schreibt zuweilen Geschichten, die kann man sich gar nicht ausdenken – wir haben an dieser Stelle schon häufig über so manch skurriles Vorkommnis in den vergangenen Wochen berichtet. Ein weiterer Kandidat im Skurrilitäten-Kabinett gesellte sich am vergangenen Samstag hinzu: Eurowings. Was war passiert? An dem Tag nahm ein Airbus A320 der Airline von Düsseldorf aus Kurs auf die Stadt Olbia auf Sardinien. Der Flieger musste unterwegs aber wieder umkehren. Das Problem: Der Flughafen Oblia ist bis zum 24. Juni für internationale Flüge gesperrt. Der Ärger an Bord – rein quantitativ jedenfalls – dürfte sich in Grenzen gehalten haben: Es saßen nur zwei Passagiere in dem Flieger.


Bei dem Wetter abends im Biergarten sitzen und ein Feierabend-Bierchen trinken, das hat was. Natürlich auch in Bayern. Dort lieben sie es, sich abends im Biergarten eine stattliche Maß zu gönnen. Die Sache hat in Corona-Zeiten nur einen kleinen Schönheitsfehler: In Bayern müssen die Biergärten aktuell um 20 Uhr schließen, mit der Folge, dass die Leute aus den Biergärten nach 20 Uhr in die Restaurants und Kneipen strömen. Denn die Wirtshäuser dürfen bis 22 Uhr geöffnet sein. Das ist doch »deppat«, motzen die Bayern. Womit sie auch nicht Unrecht haben, denn die Diskussion über die Gefährlichkeit von Aerosolen in Innenräumen gewann in den letzten Tagen ja mächtig an Fahrt. Immerhin, die Kritik kam an: Schon Pfingsten sollen Bayerns Biergärten wieder bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen.

Der Memorial Day ist in den USA ein Feiertag. An dem Tag, stets der letzte Montag im Mai, wird den im Krieg Gefallenen gedacht. Der Tag steht aber auch für den Beginn der Sommersaison in den USA. Man geht an dem Tag im Park picknicken, mit Freunden an den Strand, organisiert eine Party oder unternimmt einen Ausflug. Wie die Amerikaner den Memorial Day in Zeiten von Corona verbracht haben, hat CNN in einer tollen und sehenswerten Bildergalerie festgehalten. 

25. Mai: Lufthansa verschiebt Miles & More-Reform, Sommerurlaub 2020: Türkei will auch, Sylt-Fähre von Dänemark wieder für Deutsche erlaubt, Tschechien-Grenzöffnung vermutlich spätestens Mitte Juni, neue Hotel-Realität auf Usedom, QR-Code-Scannen in Restaurants und Clubs in Südkorea, Corona: Stimmung in der Karibik auf dem Tiefpunkt

Aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise hat sich die Lufthansa dazu entschieden, die Reform ihres Vielfliegerprogramm »Miles & More« um ein Jahr zu verschieben. Das bedeutet, dass die derzeitigen Regeln noch bis zum 31. Dezember 2021 gelten und das neue System dann am 1. Januar 2022 beginnt – und nicht, wie die Airline im November kommunizierte, bereits 2021. Weitere Informationen gibt es hier.

Vor ein paar Tagen berichteten wir an dieser Stelle von einer Unterredung zwischen Außenminister Heiko Maas und dessen türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. In dem Gespräch ging es darum, ab wann Touristen aus Deutschland wieder in der Türkei ihren Sommerurlaub verbringen dürfen. Geht es nach dem Willen der Türken, soll dies Mitte Juni der Fall sein, denn dann (14. Juni) endet die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, sagte, sein Land sei gut vorbereitet für die Touristen in Zeiten von Corona: »Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet.«

In 40 Minuten mit der Fähre von Dänemark nach Sylt – die Rømø-Sylt-Linie ist eine neun Seemeilen lange Fährverbindung zwischen Havneby auf der dänischen Insel Rømø und List auf der Sylt. Wegen Corona durften die Deutschen sie allerdings in den letzten Wochen nicht benutzen. Damit ist es jetzt vorbei, ab heute geht das wieder. Dies gilt natürlich auch für Sylter, die auf dem deutschen Festland Urlaub machen möchten. Als Sylt-Urlauber benötigt ihr für das Übertreten der dänischen Grenze eine Buchungsbestätigung eurer Unterkunft oder eures Campingplatzes sowie die Buchungsbestätigung der Syltfähre für die Überfahrt.

Ab heute dürfen in unserem Nachbarland Tschechien wieder Cafés, Restaurants und Kneipen öffnen. Gleiches gilt für Hotels und Pensionen. Wir müssen aber vorerst draußen bleiben, denn die Grenze zu Tschechien bleibt vorerst dicht. Vorerst. Aber wie bei der Türkei gilt Mitte Juni als magisches Datum: Denn voraussichtlich ab dem 15. Juni will auch Tschechien die Grenzen zu Deutschland öffnen. Vielleicht passiert das auch schon früher …

Heute nun geht es endlich richtig los in Mecklenburg-Vorpommern: Gäste aus ganz Deutschland sind wieder willkommen. Aber wie fühlt sich das an, wenn man in Corona-Zeiten seinen Urlaub dort im Hotel verbringen will? Die FAZ hat die Insel Usedom besucht: »Die Insel gibt einen ersten Ausblick auf die neue deutsche Urlaubsrealität«, so die Autorin.

Wer in Südkorea demnächst Orte wie Clubs, Bars oder Restaurants besucht, muss sich auf ein auf einem QR-Code basierendes Protokollierungssystem gefasst machen. Es soll die Kontaktverfolgung im Falle einer Coronavirus-Infektion unterstützen. An den Eingängen müssen die Gäste über eine App einen QR-Code scannen. Wer sich weigert, den QR-Code zu scannen oder kein Mobiltelefon besitzt, muss seine Identifikationsdaten beim Personal protokollieren. Die Regelung soll schon am 1. Juni in Kraft treten. 

Wie wohl kaum eine anderer Region auf der Welt lebt die Karibik von den Touristen: 31 Millionen Touristen besuchten die Region im vergangenen Jahr. Doch jetzt sind keine mehr da. Seit der zweiten Märzhälfte ist das nun so. Am 4. Juni nun wird der erste Flieger aus den USA erwartet, British Airways folgt wenig später. Doch die Stimmung ist extrem gedrückt auf vielen Inseln: »Es ist absolut deprimierend, hier zu sein«, berichtet ein Einheimischer gegenüber der BBC.

24. Mai: Sommerurlaub in Spanien und Dominikanischer Republik ab Juli, TUI scharrt mit den Hufen, Lufthansa steuert viele Urlaubsklassiker ab zweiter Juni-Hälfte an, Thüringen will Corona-Regeln abschaffen, Anchorages Flughafen schiebt sich auf Platz 1, Pfingsten-Ausflugstipp: die Loreley

Wochenlang gab es zum Teil widersprüchliche Meldungen aus spanischen Regionen darüber, wann denn nun in Spanien die Sommerurlaubssaison startet. Besonders auf den Balearen und den Kanaren, wo viele Menschen vom Tourismus leben, wollte man schon früh loslegen. Spaniens Zentralregierung trat aber immer wieder auf die Bremse. Angesichts der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in Spanien wollte man nicht zu früh wieder Touristen ins Land lassen. Nun aber gab Madrid grünes Licht: Ab Juli könnt ihr wieder nach Spanien in den Urlaub fliegen. 

Auch die Dominikanische Republik nimmt den Juli ins Visier. Dort will man Touristen ab dem 1. Juli wieder die Einreise ermöglichen: »Momentan sind wir bereits im Gespräch mit Airlines und Reiseveranstaltern, um eine Rückkehr der internationalen Gäste und insbesondere der Gäste aus dem deutschsprachigen Raum in die Dominikanische Republik zu ermöglichen. Wir streben eine frühestmögliche Wiederaufnahme an, sobald die internationalen Reisewarnungen aufgehoben werden«, sagte Petra Cruz, Europadirektorin des Tourist Board Dominikanische Republik. Auf seiner Homepage sowie den Social-Media-Kanälen informiert das Tourist Board Dominikanische Republik regelmäßig über Updates zur Covid-19-Situation.

Der Reiseveranstalter Tui will ab Ende Juni wieder nach Mallorca und zu anderen Zielen fliegen. Das sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer Zeitung »Rheinischen Post«. Der Deutschen liebste Insel wird wohl das erste Ziel: »Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien sind ebenfalls sehr gut vorbereitet. Die Hotel-Saison soll dort spätestens am 1. Juli starten. Wir sprechen wie das Auswärtige Amt auch mit der Türkei. Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.« Joussen rechnet mit günstigen Preisen: »Grundsätzlich haben alle Länder viel freie Kapazität 2020. Das sorgt für günstige Angebote. Aber einige Regionen wie Deutschland sind jetzt in den ersten Wochen besonders begehrt, da sieht es also umgekehrt aus.«

Wie wir an dieser Stelle bereits berichteten, wird die Lufthansa ab Juni wieder zahlreiche Destinationen anfliegen. Jetzt wurden weitere Details zu den Flugzielen in der zweiten Juni-Hälfte bekannt. Dann nämlich sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die »Bild am Sonntag«. Mit dabei sind Ferienklassiker wie Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Und natürlich Mallorca: Die Baleareninsel soll deutlich häufiger angeflogen werden.

Mindestabstände, Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Kontaktbeschränkungen: All das verbinden die wenigsten von euch wohl mit Urlaub. Einerseits. Anderseits könnte man argumentieren: Nur dort, wo Abstands- und Hygienemaßnahmen gelten, fühlen sich die Menschen sicher, um ihren Urlaub zu verbringen. Wer seinen Urlaub in Deutschland verbringen will, sollte – so oder so – ein besonders Augenmerk auf Thüringen richten: In dem Bundesland sollen die landesweiten Corona-Schutzvorschriften am 6. Juni außer Kraft treten. Ab dann soll vor Ort entschieden werden, welche Maßnahmen gelten.

Die Coronavirus-Pandamie sorgte ja in der Vergangenheit für manch skurrile News. So auch heute. Da meldete CNN, dass der Anchorage International Airport in Alaska der Flughafen mit den weltweit meisten Starts und Landungen ist. Nun ja. Zumindest an bestimmten Samstagen. Aber immerhin …

Pfingsten steht vor der Tür! Lust auf einen Ausflug in der Heimat? Nach aktuellem Stand steht uns dann entlang des Mittelrheins ein ziemlich sommerliches Wochenende bevor. Dann hätten wir eine Idee: auf zur sagenumwobenen Loreley!

23. Mai: Campingurlaub in Zeiten von Corona, Großbritannien-Urlaub hat sich erst mal erledigt, Frankfurts Jusitz zu Flightright-Klagen, Autovermieter Hertz in USA meldet Insolvenz an, Söder-Kurz-Scharmützel wegen Sommerurlaub 2020, Corona-Regelkatalog für Hotels in Ägypten, Flixbus fährt wieder, Köln sperrt Open-Air-Treffpunkte

Sommerzeit ist Campingzeit! Das ist schon seit Jahren so, in diesem Corona-Sommer aber ganz besonders. Schließlich kann man beim Camping prima Abstand zu anderen Urlaubern halten. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen: Campingplatz-Betreiber berichten von einer riesigen Nachfrage für die nächsten Wochen und Monate. Was Experten in dieser Situation empfehlen, erfahrt ihr in unserem Artikel über den Campingurlaub in diesem Sommer.

In der Sonne am Strand in Brighton liegen, in den schottischen Highlands wandern oder im Nachtleben von London verloren gehen: Gute Gründe für einen Urlaubstrip nach Großbritannien gibt es allemal. Daraus wird aber erst mal nichts. Denn während vielerorts in Europa die Grenzen wieder öffnen (werden), werden sie in Großbritannien de facto geschlossen. Denn ab dem 8. Juni müssen (!) sich alle Großbritannien-Einreisenden zwei Wochen lang in Quarantäne begeben. Die Maßnahme, die auch für britische Bürger gelten soll, dürfte auch das Ende der Urlaubspläne vieler Briten sein – denn auch die müssten sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in Quarantäne begeben.

Die Justiz in Frankfurt ist derzeit not amused. Der Grund: Man fürchtet eine enorme Klagewelle auf sich zurollen – und sieht sich als Inkassostelle missbraucht. Worum es geht: Weil viele Fluggesellschaften ihren Kunden die Ticketpreise für ausgefallene Flüge infolge der Corona-Krise nicht erstatten, hatte das Fluggastrechteportal Flightright angekündigt, vor Gericht zu ziehen, um das Recht der Passagiere durchzusetzen. Flightright hat nach eigenen Eingaben in den vergangenen Wochen rund 20.000 Fälle von Fluggästen erhalten, denen eine Erstattung der Ticketkosten zusteht. Flightright beklagt sich darüber, dass »Kunden hingehalten, verunsichert und sogar über ihre Rechte getäuscht« werden.

Jetzt hat es auch ein Schwergewicht der Reisebranche erwischt: Der Autovermieter Hertz in den USA hat Insolvenz angemeldet. Aufgrund des Rückgangs der Reisen seien Umsätze und Buchungen »plötzlich und dramatisch« eingebrochen, teilte das US-amerikanische Unternehmen mit. Der internationale Markt sei aber nicht betroffen, heißt es.

Gestern hielt die CSU ihren Parteitag ja erstmals virtuell ab. Mehr als 100 Delegierte verfolgten das Geschehen an ihrem PC, Notebook oder auf ihrem Smartphone. CSU-Chef Markus Söder war natürlich auch dabei, und zwischendurch klinkte sich als »Gastredner« sogar Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ein. Eines der Themen, über das geredet wurde, ihr ahnt es schon: der Sommerurlaub 2020. Beide Regierungschefs trommelten in den letzten Wochen dafür, dass man doch bitteschön seinen Urlaub in Bayern (Söder) oder in Österreich (Kurz) verbringen soll. Daraus entwickelte sich gestern ein Fernduell um die Urlaubsgäste in diesem Jahr. 

Über ein Urlaubsland der Deutschen war in den letzten Wochen ziemlich wenig zu hören: Ägypten. Auch dort steht wegen der Corona-Pandemie alles still. Im Tourismus sowieso. Aber nicht mehr lange. Welche Pläne Ägypten für die Hotels in diesem Corona-Sommer hat, erfahrt ihr hier.

Mehr als zwei Monate stand die Flixbus-Flotte still, am 28. Mai nun wird der ungewollte Frühlingsschlaf beendet: Ab kommenden Donnerstag rollen die grünen Flixbusse wieder durch Deutschland. Allerdings wird erst mal auf Sparflamme durch die Republik gefahren; lediglich 50 Halte sollen in einer ersten Phase bedient werden. Freie Sitzreihen wird es nicht geben, dafür müssen alle an Bord Mundschutz tragen.

Wer einen Städtetrip nach Köln unternimmt und abends ein wenig mediterranes Flair genießen möchte, für den gibt es einige feierfreudige Orte in der Stadt. Bei den Kölnern stehen der Brüsseler Platz in der Innenstadt und auch der Rheinboulevard mit Blick auf den Dom hoch im Kurs. An beiden Orten aber hat es an den letzten Abenden, besonders Christi Himmelfahrt, enorme Menschenaufläufe gegeben, mit der Folge, dass die Corona-bedingten Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. Jetzt hat die Stadt die Reißleine gezogen: Die populären Plätze werden abends gesperrt, zum Teil auch schon nachmittags.

22. Mai: TUI steht in den Startlöchern, häufige Corona-Tests für Mitarbeiter in Österreichs Hotels, EU-Behörden empfehlen freien Mittelsitz im Flieger, Run auf Strände in Großbritannien, Datenschutz-Ärger wegen Registrierungspflicht in Restaurants und Kneipen

Noch bis zum 14. Juni gilt die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Danach aber dürfte der Tourismus sofort wieder starten. Zumindest die Reisen in einige Länder der EU. TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak sagte der Bild: »Wir sind uns ganz sicher, dass wir in der zweiten Junihälfte nach und nach die Flüge nach Griechenland und auf die spanischen Inseln aufbauen werden.« Hoch im Kurs stehen bei den TUI-Kunden aktuell Reiseziele an die Norddeutsche Küste, ergänzte er.

In genau einer Woche, am 29. Mai, eröffnen wieder die Hotels in Österreich. Darüber hatten wir auf unserer Website bereits ausführlich Anfang des Monats berichtet. Was seinerzeit noch nicht geplant war: Corona-Tests für die Mitarbeiter der Hotels. Die sollen aber jetzt kommen. »Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmäßig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen«, kündigte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an.

Wie werden wir in Corona-Zeiten fliegen? Auch darüber hatten wir auf dieser Website bereits im April ausführlich berichtet. Dass alle eine Mund-Nasen-Maske im Flughafen und im Flugzeug tragen müssen, das steht mittlerweile fest. Gestritten wird nach wie vor über den freien Mittelsitz im Flieger – der soll vermeiden, dass sich Passagiere an Bord zu nahe kommen. Für die Airlines ist das aber ein rotes Tuch. Denn: Sind die Flieger nicht möglichst voll besetzt, machen sie keinen oder nur wenig Gewinn. Für die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (Easa) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) scheint das kein Argument zu sein: Sie wollen, dass ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug leer bleiben.

Riesen-Aufregung bei den Briten: Obwohl in Großbritannien wegen Corona noch strenge Distanz- und Hygienemaßnahmen beachtet werden müssen, stürmten gestern die Briten die Strände, als gäbe es kein Morgen.

Autos aus »aus dem ganzen Land« seien in Devon vorgefahren, teilte die Polizei mit. In Cornwall zog der Strand von Perranporth Hunderte von Menschen an. Auch in Merseyside besuchten Badegäste die Strände von Sefton trotz der Bitte, sich fernzuhalten. Mancherorts riet die Polizei via soziale Medien davon ab, sich auf den Weg zu machen.

Wer dieser Tage einen Ausflug macht und zwischendurch eine Rast in einem Restaurant einnimmt, dem dürfte das Procedere vertraut vorkommen: einmal bitte Namen und Telefonnummer hinterlassen, heißt es beim Betreten der Lokalität. Die Registrierungspflicht ist vielerorts gang und gäbe. Damit sollen die Gesundheitsämter später – im Falle eines Falles – nachverfolgen können, zu wem ein Corona-Infizierter Kontakt hatte. Oft kommt es in den Restaurants aber offenbar vor, dass statt einer separaten Liste den Gästen die komplette Gästeliste des Tages auf den Tisch gelegt wird – samt Namen und Telefonnummern der anderen Gäste. Ein Unding in Sachen Datenschutz, so Kritiker. Bald werden sich die ersten Gerichte damit beschäftigen, berichtet der WDR.

21. Mai: Sommerurlaub in der EU: Fortschritte, aber noch kein Ergebnis, Türkei bringt deutschen TÜV ins Spiel, Infratest-Dimap-Umfrage: nur 19 Prozent der Deutschen wollen Sommerurlaub im EU-Ausland, Ruhe vor dem Sturm in Mecklenburg-Vorpommern am langen Christi-Himmelfahrt-Wochenende, Tropical Islands öffnet am 15. Juni

Außenminister Heiko Maas hat sich in dieser Woche gleich zwei Mal mit seinen Amtskollegen aus Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen per Videokonferenz ausgetauscht. Dabei ging es darum, ob und wie sich der der Sommerurlaub in diesem Jahr in der EU umsetzen lässt. Dazu sollen einige Maßnahmen in Kraft treten. Konkret heißt das: Aufhebung der Grenzkontrollen, Wegfall der Quarantänemaßnahmen und Schutz der Urlauber vor Infektionen. Zwar sei man ein gutes Stück vorangekommen, Ergebnisse konnten Maas & Co.  allerdings noch nicht vorlegen. »Wir brauchen einheitliche Kriterien, aber keine Einheitslösung«, sagte Maas. 

Auch die Türkei macht Druck. Das Land will im Sommer ebenfalls wieder Urlauber aus Deutschland empfangen. Dazu machte Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, in einem Gespräch mit Heiko Maas einen ungewöhnlichen Vorschlag: Der deutsche TÜV soll das Corona-Hygienekonzept in den türkischen Hotels und Tourismusstätten zertifizieren. Bereits Mitte Juni, wenn die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ausläuft, sollen die Deutschen wieder in die Türkei reisen könne, so der Wunsch der Türken. Die Bild berichtete über das Gespräch. Nägel mit Köpfen macht derweil Nachbarland Griechenland. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis will am 15. Juni wieder Touristen ins Land lassen, dann sollen auch die Hotels im Land öffnen. 

Erst gestern berichteten wir an dieser Stelle über eine Umfrage, dass viele Deutsche in diesem Sommer entweder nur innerhalb Deutschlands oder gar nicht verreisen wollen. Jetzt bestätigt eine weitere Umfrage diesen Trend. Einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des »ARD Extra« von gestern Abend zufolge wollen von denen, die bereits wissen, ob und wohin sie verreisen wollen, 50 Prozent der Deutschen nach dem jetzigen Stand dieses Jahr wohl zu Hause bleiben und die Koffer gar nicht packen. 31 Prozent planen für den Sommer eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands, 19 Prozent wollen ins europäische Ausland. 3 Prozent denken trotz der bestehenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr gegenwärtig darüber nach, ihren Urlaub außerhalb Europas zu verbringen. Mit 84 Prozent gibt das Gros der Bürgerinnen und Bürger an, bereits zu wissen, ob und wohin sie diesen Sommer in den Urlaub verreisen werden. 15 Prozent sind sich noch unsicher.

Heute beginnt das erste lange Wochenende nach den Lockerungen der vielen Corona-Verbote. Während vielerorts schon Touristen innerhalb Deutschlands verreisen, ist es in Mecklenburg-Vorpommern noch ruhig. Das hat einen Grund: Das Bundesland ist immer noch für Touristen aus anderen Bundesländern gesperrt. Erst am Montag ändert sich das; dann startet der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern voll durch. Pfingsten dürfte es entsprechend voll werden an der Ostsee und der Mecklenburgischen Seenplatte.

Auch in Brandenburg tut sich was. Dort wird Europas größte tropische Urlaubswelt den Gästebetrieb in wenigen Wochen wieder aufnehmen: Der Vergnügungspark Tropical Islands wird am 15. Juni wieder eröffnen. »Unser Konzept sieht vor, die Kapazitäten zu halbieren, so dass für jeden Gast ausreichend Platz vorhanden ist, um die Abstandsregelungen zu wahren«, sagte General Manager Wouter Dekkers. Derzeit werden im Tropical Islands die letzten Vorkehrungen für die Wiedereröffnung getroffen und langsam alles zurück auf Betriebstemperatur gefahren. Tagestickets sind bis auf Weiteres nur online erhältlich.

20. Mai: Maas spricht abermals mit Länderkollegen, Touristen in Niederlande wieder willkommen, Frankreich plant Werbekampagne, Spanien verlängert Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen, Studie: Deutsche verhalten bei Urlaubsplanung, Köln will Karneval 2021, Hamburg startet durch

Zu einigen Nachbarländern sind die Grenzen wieder offen (Luxemburg, Niederlande), zu anderen werden sie es bald wieder sein (Österreich, Frankreich, Schweiz), zu wiederum anderen weiß man nicht, wann es so weit sein wird (Polen, Tschechien). Kurzum: ein ziemliches Durcheinander. Das soll nicht so bleiben. Darum berät sich Außenminister Heiko Maas heute abermals mit Amtskollegen aus neun Nachbarländern. Es geht vor allem um die Lockerung der Reisebeschränkungen. Ob man sich am Ende auf eine einheitliche Linie wird einigen können, steht in den Sternen. Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, äußert sich unterdessen kritisch zu Auslandsreisen in diesem Sommer.

Das Wochenende ab Christi Himmelfahrt ist das erste seit Ausbruch der Pandemie, an dem ein Kurzurlaub wieder bei unseren Nachbarn in den Niederlanden möglich ist. Zwar sei die Nachfrage groß, aber auch für Kurzentschlossene gibt es wohl noch Platz in den Hotels und Pensionen, berichtet der WDR heute Morgen.

Frankreich gibt nun Gas in Sachen Sommerurlaub. Nachdem sich in den letzten Tagen bereits abzeichnete, dass die Franzosen im Sommer wieder Urlauber begrüßen wollen, soll bald dazu auch eine Kampagne starten. Ab Juni 2020 wird unter der Federführung von Atout France die Werbekampagne »Cet été je pars en France« (Diesen Sommer fahre ich nach Frankreich) für den Neustart der Branche und der Bewerbung von Inlandsreisen in enger Abstimmung mit den Regionen und lokalen Tourismusbehörden lanciert. Mit der stufenweisen Wiedereröffnung der Grenzen soll diese Kampagne anschließend auch auf die Grenzländer und den Schengen-Raum ausgeweitet werden. Caroline Leboucher, Generaldirektorin von Atout France sagte: »Noch geben wir diese Saison aber nicht verloren, auch nicht für europäische Urlauber. Wir wollen gemeinsam mit unseren Freunden aus Deutschland anstoßen«.

Eigentlich hatte die spanische Regierung vor, den Ausnahmezustand um einen weiteren Monat zu verlängern. Daran gab es aber heftige Kritik, vor allem im Parlament. Jetzt der Teilrückzug: Die Regierung will im Parlament eine Verlängerung »nur noch« bis zum 7. Juni beantragen, heißt es nun aus Madrid. Ob damit auch der Tourismus in Spanien früher als ursprünglich geplant beginnen kann, ist unklar. Derzeit solltet ihr es aber tunlichst unterlassen, in den Flieger nach Spanien zu steigen, wenn ihr dort euren Urlaub verbringen wollt: Erst gestern wurden drei Deutsche am Flughafen auf Mallorca zurückgewiesen. Die beiden Männer und eine Frau kamen mit einem Flug aus Köln.

Doch die Mehrheit der Deutschen dürfte sich nicht blindlings ins neue Reiseabenteuer stürzen. Das zeigt der erste ReisePuls Deutschland, eine neue repräsentative Erhebung zum Reiseverhalten der Deutschen. Nur 17 % der Deutschen wollen sofort, bereits nach den ersten Lockerungen, reisen; 50 % jedoch erst, wenn fast alle Angebote am Reiseziel wieder zur Verfügung stehen. Und 22 % verschieben ihre nächste Reise auf die Zeit, zu der ein Impfstoff vorhanden und normales Reisen wieder möglich sein wird. Das zeigen die Ergebnisse des ersten ReisePuls Deutschland der Tourismus-Branchenplattform destinet.de. Dazu wurden 1.001 Deutsche repräsentativ nach Alter (18 bis 75 Jahre), Geschlecht und Bundesland befragt. Die unvermeidliche und bereits erlernte Maskenpflicht in frequentierten Räumen und Orten scheint viele Urlauber stärker zu stören als gemeinhin angenommen. Nur 55 % halten sie für akzeptabel. Urlaubsstimmung sieht offenbar anders aus. Hier könnte einer der Gründe dafür liegen, warum einige sich einen Urlaub in Corona-Zeiten gar nicht oder nur schwer vorstellen können und ihn auf später verschieben wollen.

Rock am Ring: abgesagt. Bayreuther Festspiele: abgesagt. Das Oktoberfest in München: abgesagt. Die Liste abgesagter Veranstaltungen in Deutschland aufgrund der Covid-19-Pandemie ließe sich beliebig fortsetzen. In Köln dagegen herrscht Optimismus – jedenfalls, wenn es um die nächste Karnevalssaison geht. In der Domstadt hat man sich schon festgelegt: Der Karneval soll stattfinden. »Dass es Karneval geben kann und muss, steht für uns aber außer Frage. Dafür ist dieses Fest zu wichtig in seiner sozialen Bedeutung und Strahlkraft für die Stadt und das ganze Rheinland«, sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn den Kölner Zeitungen. 

Nun heißt es auch in Norddeutschlands Metropole wieder: »Willkommen in Hamburg!«. Die Hamburger Hotels, Restaurants und Cafés sowie erste Freizeitbetriebe begrüßen wieder Gäste und starten vorsichtig in eine etwas andere Tourismussaison. Nachdem der Hamburger Senat in der letzten Woche erste Lockerungen für das Gast- und Freizeitgewerbe in der Stadt durchgeführt hat, haben in Hamburg viele Hotels und Attraktionen wieder geöffnet und das touristische Leben startet vor den langen Himmelfahrts- und Pfingstwochenenden langsam wieder. Etwas augenzwinkernd ist dies in einem Video der Hamburger Gastgeber zu sehen, das unter dem Motto »Wir stehen zusammen« in den sozialen Medien gestartet wurde.

19. Mai: Spanien bremst, Algarve bereit für Sommer, Lufthansa großzügiger bei Umbuchungen, Riesen-Ansturm auf Campingplätze in NRW, Kritik an 60-Prozent-Belegungsregel in Mecklenburg-Vorpommern, Söder: Geld für Urlaub daheim, Akropolis wieder geöffnet, Plasberg-Talk zum Sommerurlaub

Gefühlt halb Europa trommelte in den letzten Tagen dafür, dass Touristen in diesem Sommer wieder ihren Urlaub bei ihnen verbringen sollen. Darunter solche Schwerkaliber wie Italien, Kroatien und Österreich. Selbst aus Frankreich kamen solche Signale. Ein Land allerdings tut sich noch immer schwer: Spanien. »Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen« – mit diesen Worten umschreibt Spaniens Verkehrsminister José Luis Ábalos das aktuelle Dilemma des Landes. Erst Ende Juni sollen die Corona-Beschränkungen nach dem Willen der Regierung beendet werden. Die Balearen wollen ab dann Touristen auf die Inseln lassen, die aus den deutschen Regionen kommen, in denen es nur wenige Covid-19-Fälle gibt.

Schon seit Wochen bereitet man sich an Portugals Sonnenküste, der Algarve, auf den Wiedereinstieg in den Tourismus vor. Rund ein Drittel aller Hotels hat bereits wieder geöffnet, im Juni sollen es schon 75 Prozent sein und die restlichen sollen bis Juli folgen. Restaurants werden ab dem 18. Mai mit fünfzigprozentiger Kapazitätsbeschränkung wieder geöffnet. Die Golfplätze sind bereits in Betrieb, die Autovermietungen waren auch während des Lockdowns unter strengen Hygiene-Vorschriften aktiv. Ab Juni oder Juli erwarten auch die Vergnügungsparks wie Zoomarine oder Slide & Splash wieder Besucher. Derzeit werden noch Regeln für den Zugang zu den Stränden festgelegt.

Die Lufthansa-Group-Airlines Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti kommen euch bei Umbuchungen stärker entgegen. Wer in den nächsten Wochen einen Flug bucht, kann sein Reisedatum einmalig gebührenfrei umbuchen – für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse. Dabei kann die Reise auch in die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben werden. Das neue Reisedatum muss dabei vor dem 31. Dezember 2021 liegen. Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 30. Juni 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April 2021 haben. Die Umbuchung muss dabei vor dem ursprünglich geplanten Reiseantritt vorgenommen werden. Bisher galt, dass bei Umbuchung die neue Reise bis zum 30. April 2021 angetreten werden musste.

Ihr spielt mit dem Gedanken, mit dem Campingwagen in den Urlaub zu fahren? Dann habt ihr in NRW aktuell schlechte Karten. Die Plätze dort sind nämlich landesweit so gut wie ausgebucht. Der Ansturm sei der »Wahnsinn«, ist zu hören. Auf einigen Campingplätzen sei man schon nicht mehr in der Lage, die Anfragen zu beantworten. Für Professor Jürgen Schmude vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung in München ist die große Nachfrage keine Überraschung: »Der Campingurlaub steht deshalb hoch im Kurs, weil er in Zeiten von Corona es erlaubt, die Abstandsregelungen relativ einfach einzuhalten.« Ähnlich verhalte es sich bei den Ferienwohnungen, sagte er heute Morgen im WDR 5 Morgenecho.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Beherbergungsstätten derzeit nur zu 60 Prozent belegt werden. Manch Hotelier fragte sich da in den letzten Wochen schon: Lohnt sich das überhaupt? Die Antwort: nein. Gerecht sei das auch nicht, denn in Schleswig-Holstein dürfen die Hotels, Pensionen & Co. zu 100 Prozent belegt werden. Bald sollen die Gerichte entscheiden: Eine erste Klage gegen die Regel liege bereits dem Greifswalder Verwaltungsgericht vor, berichtet der Nordkurier.

Die Tourismusbranche in Deutschland ist – wen wundert es? – stark von der Coronakrise betroffen. Das gilt besonders für die Hotels im Lande. Nach dem Willen des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder soll Bundesbürgern, die wenig Geld haben, ein Urlaub in Deutschland ermöglicht werden. Denkbar sei etwa ein Urlaubsgutschein, sagte Söder gestern. Die Grünen in Bayern halten davon wenig. Sie glauben, dass die Hotels in Bayern sowieso rasch ausgebucht sein werden. Ihr Vorschlag: billige Bahntickets für die Sommerferien.

Zwei Monate lang waren sie geschlossen, gestern haben sie endlich wieder aufgemacht: Athens archäologische Stätten unter freiem Himmel. Dazu gehört auch die Akropolis. Griechenlands berühmteste Sehenswürdigkeit (fast drei Millionen Besucher 2019) wurde sogar von Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou feierlich wiedereröffnet. Die Museen des Landes sollen Mitte Juni wieder eröffnen.

Gestern Abend den Spätfrühling auf dem Balkon oder im Biergarten genossen? Das bot sich natürlich an. Vielerorts war es ja schon sommerlich warm. Dann aber habt ihr womöglich den sehenswerten ARD-Talk »Hart aber fair« verpasst. Dort ging es um das Thema »Sommer, Sonne, Sicherheitsabstand: Was bleibt vom Urlaub 2020?«. Wer in der Mittagspause oder nach Feierabend noch nichts vorhat: bitte sehr.

18. Juni: Weltweite Reisewarnung endet wohl am 14. Juni, Touristenattraktionen in Frankreich sollen in der zweiten Juni-Hälfte öffnen, Lufthansa schreibt Vielfliegern, keine Anzahlung bei FTI, Tourismus in NRW startet heute

Sie macht uns aktuell einen gehörigen Strich durch die Rechnung, wenn es um die Planung des Sommerurlaubs in diesem Jahr geht: die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung. Bis zum 14. Juni sollte man es tunlichst unterlassen, ins Ausland zu fliegen. Und was dann? Wird die Reisewarnung verlängert? Wer die Diskussionen in den letzten Wochen und vor allem Tagen – auch in diesem Ticker – verfolgt hat, weiß: wohl eher nicht. Zu viele Urlaubsländer in Europa signalisierten, dass sie in diesem Sommer wieder Touristen begrüßen wollen. Das hat natürlich auch das Auswärtige Amt mitbekommen. Deren Chef, Außenminister Heike Maas, sagte gestern Abend in der ARD, dass es ab dem 15. Juni keine weltweite Reisewarnung mehr geben werde. »Wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise«, so Maas. Heute berät Maas mit seinen Amtskollegen aus zahlreichen beliebten europäischen Ländern, wie Beschränkungen gelockert werden könnten.

Eines der Länder, das bisher nur sehr zögerliche Signale in Sachen Öffnung des Tourismus gesendet hat, ist Frankreich. Doch auch dort sich jetzt etwas. Jean-Baptiste Lemoyne, Frankreichs Staatssekretär für Tourismus, sprach sich in einem Interview des »Le Journal du Dimanche« dafür aus, dass bis zum 21. Juni dieses Jahres so viele Touristenattraktionen wie möglich wieder geöffnet haben sollen. Nägel mit Köpfen sollen am 25. Mai gemacht werden. An diesem Tag wolle man festzurren, ob und wann der Tourismus in Frankreich wieder hochgefahren werden könne.

Wer als Vielflieger bei der Lufthansa fleißig Meilen sammelt, um seinen Vielfliegerstatus zu behalten, guckte in den letzten zwei Monaten in die Röhre. Denn auch die Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partnerairlines haben ihr Flugangebot während der Coronakrise ziemlich ausgedünnt. Da gab es kaum noch Möglichkeiten, Meilen zu sammeln – der Verlust des wertvollen Status drohte. Für die Vielflieger hat die Lufthansa nun eine Kulanzregelung entwickelt, »um Sicherheit mit Blick auf den Statuserhalt zu bieten«. Die Lufthansa verlängert den aktuellen Status, sollte er im Februar 2021 auslaufen, um ein Jahr. Darüber hinaus werde die Gültigkeit der eVoucher mit Verfallsdatum 2020 bis Ende 2021 verlängert, kündigte Christina Foerster, Mitglied des Vorstandes, in einer E-Mail an die Vielflieger an. Kritik an der Regelung gibt es von den Betreibern der Website travel-dealz. Sie schreiben: »Sehr enttäuschend ist die Tatsache, dass nur Status verlängert werden, die Ende Februar 2021 ausgelaufen wären. Somit werden eben alle restlichen Statusmitglieder benachteiligt, die ihren Status 2020 ebenfalls nicht wirklich nutzen konnten.«

Bisher musste man bei der Buchung einer Reise bei einem Veranstalter sofort eine Anzahlung leisten und die Restzahlung dann 30 Tage vor Reiseantritt. Stornogebühren wurden dann auch sofort erhoben. Damit ist es jetzt bei FTI vorbei. Damit ihr als Reisegast jetzt mehr Sicherheit habt, wenn ihr euren Urlaub bucht, hat sich FTI dazu entschlossen, keine Anzahlung zu veranschlagen und die Zahlung auch erst 14 Tage vor Abreise einzufordern. Man kann auch bis 14 Tage vor Abreise kostenlos stornieren.

Ab heute dürfen Hotels, Gasthöfe und Pensionen in Nordrhein-Westfalen wieder Zimmer an Touristen vermieten. Die Freude hält sich allerdings in Grenzen, vor allem in den großen Städten, wo viele Hotels von den Gästen der Großfestivals und Messen leben. Kleinere Betriebe in den Ferienregionen in der Eifel und im Sauerland haben zumindest schon ein paar Buchungen erhalten, wie der WDR berichtet. Im Münsterland dagegen ist die Zahl dagegen noch sehr niedrig.

17. Mai: Airlines rüsten sich für Sommerurlaub, Thailand-Urlaub nicht vor Juli, Reisen in die Niederlande möglich, Niedersachsen in Corona-Zeiten, Sachsen-Anhalt startet Werbekampagne für Touristen

Wie wird es wohl sein, wenn wir demnächst in den Urlaubsflieger steigen? Schließlich werden auch dann noch Corona-Schutzmaßnahmen gelten. Die Prognose der FAZ fasst dies in wenige Worte so zusammen: Ohne freie Mittelsitze an Bord. Mit Maskenpflicht. Ohne Fiebermessung. Mit vielen Abstandsmarkierungen in Terminals. Den ganzen Bericht lest ihr hier.

Wer mit dem Gedanken spielt, in diesem Sommer in Thailand seinen Urlaub zu verbringen, der hat vorerst schlechte Karten. Die thailändische Regierung hat das Verbot für internationale Passagierflüge abermals verlängert, dieses Mal bis zum 30. Juni dieses Jahres.

Über ein Land haben wir in den vergangenen Wochen wenig berichtet, dabei ist es eines unserer Nachbarländer: die Niederlande. Das Land ist besonders bei Urlaubern aus NRW beliebt: Viele nutzen die Nähe für einen Wochenendausflug an den Strand. Das ist ab diesem Wochenende wieder möglich. Gänzlich unbeschwert ist es aber auch in den Niederlanden noch nicht. Noch immer gelten dort Corona-Schutzmaßnahmen. Was euch in Holland aktuell erwartet, erfahrt ihr hier.

In Niedersachsen verbringen aktuell bereits die ersten Touristen ihren Urlaub. Seit Montag sind in Niedersachsen Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen wieder erlaubt. Allerdings ist ein Mindestaufenthalt von einer Woche vorgeschrieben. Hotels sollen in Niedersachsen ab dem 25. Mai wieder öffnen dürfen. Wer mit dem Gedanken spielt, auf eine der nordfriesischen Inseln zu reisen, sollte sich rechtzeitig um ein Ticket mit der Fähre kümmern. Die Fähren dürfen nur mit maximal fünfzigprozentiger Auslastung fahren. Was ihr sonst noch bei eurem Urlaub in Niedersachsen in den nächsten Wochen beachten müsst, erfahrt ihr hier.

Auch in Sachsen-Anhalt läuft der Tourismus wieder an. Ab kommenden Freitag sind Hotels & Co. wieder geöffnet, allerdings zunächst nur für die Bewohner des Bundeslandes. Ab dem 28. Mai dann für alle Deutschen. Die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) Sachsen-Anhalts hat anlässlich des Neustarts des Tourismus eine Werbekampagne gestartet. Sie trägt den Namen »Echt schön. Sachsen-Anhalt«.

16. Mai: HRS: Deutschland-Urlaub-Buchungen gehen durch die Decke, Schleswig-Holstein will keine Ballermann-Urlauber, Italien will am 3. Juni loslegen, Slowenien bereit für Urlauber, Warten auf den Dänemark-Urlaub, Kaliforniens Strände wieder geöffnet, Flugzeug-Parkplätze auf der ganzen Welt, erste Jugendherbergen in Deutschland nehmen wieder Betrieb auf

Es kommt, wie es kommen musste: Viel mehr Deutsche als in den Vorjahren wollen ihren Sommerurlaub in der Heimat verbringen. In Zeiten von Corona, vielen geschlossenen Grenzen und der gleichzeitigen Öffnung des Tourismus in Deutschland erleben insbesondere die heimischen Ferienunterkünfte eine Hochkonjunktur – vor allem Ferienhäuser und -wohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensgruppe HRS, die eine umfangreiche Analyse für Buchungen in den anstehenden Sommermonaten vorgenommen hat. Das Buchungsvolumen stieg seit der Ankündigung von Öffnungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Die Folge: Wer an Deutschlands Küste will, dürfte schon bald in die Röhre gucken: Schon jetzt sind die Regionen an Ostsee- und Nordseeküste sowie die Inseln bereits gut ausgelastet. »Wir empfehlen Deutschland-Urlaubern daher einen genauen Blick auf weitere, sehr schöne Bereiche des Landes, die ihnen womöglich nicht unmittelbar in den Sinn kommen«, sagt Timo Beyer, Geschäftsführer der HRS-Tochter DS Destination Solutions. Für die Regionen Schwäbische Alb, Spessart, Spreewald, Sächsische Schweiz, Schwarzwald, Sauerland oder Rheinland sei die Auslastung zum Beispiel noch verhältnismäßig niedrig.

Wer gern eine Urlaubsreise mit partysüchtigen Freunden unternimmt und viel Sympathie für den Spruch »Viel Bier ab halb vier« hegt, für den ist der Ballermann auf Mallorca wohl erste Wahl. Aber der Urlaub dort steht bekanntlich in diesem Sommer auf der Kippe. Welche Alternative gäbe es denn da, dürfte sich daher so manch fidele Urlaubstruppe gerade fragen. In Kiel will man gegenüber dieser Spezies gewappnet sein. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther jedenfalls schickte schon mal eine Warnung an den Partyzirkus: »So etwas wie den Ballermann wird es in diesem Jahr weder in Schleswig-Holstein noch sonst irgendwo geben. Wir alle werden uns darauf einstellen müssen, dass die Abstands- und Hygieneregeln dauerhaft gelten«, so Günther in einem Interview mit der WELT. Er kündigte Kontrollen durch die Sicherheitsbehörden an.

Shopping in Mailand, Wanderungen in Südtirol, Sightseeing in Rom oder mit der Gondel durch Venedig – wer in den letzten Wochen nach Italien blickte, dürfte gedacht haben: All das wird in diesem Sommer nichts mehr. Pustekuchen. Auch Italien scheint in Sachen Coronavirus-Bekämpfung über den Berg zu sein und will deshalb schon bald wieder Touristen begrüßen. Interesse? Dann bitte den 3. Juni im Kalender vermerken. Italiens Regierung plant ab diesem Tag, die Grenzen für EU-Bürger zu öffnen. Auch für Touristen.

Deutlich schneller geht es in Slowenien. Wie im Nachbarland Kroatien sind dort Touristen wieder gern gesehene Gäste. Slowenien hatte gestern die Coranvirus-Beschränkungen an seinen Grenzen überraschend aufgehoben und die komplette Reisefreiheit für ankommende Bürger der EU in Kraft gesetzt. Auf der englischsprachigen Website von Visit Slovenia heißt es, ab dem 18. Mai können Restaurants, Hotels und Campingplätze wieder genutzt werden. Allerdings gibt es weiter Einschränkungen. Spas, Swimmingpools, Fitnessstudios und Clubs bleiben weiter geschlossen.

Gute Nachrichten also aus Italien, Kroatien und Slowenien. Und wie sind die Aussichten für Dänemark-Liebhaber? Wir würden sagen: verhalten optimistisch. Dänemarks Regierung scheint gewillt zu sein, im Sommer Touristen ins Land zu lassen. Aber ab wann, das steht noch in den Sternen. Das Problem aktuell: Dänemarks Regierung will eine einheitliche Lösung für alle Grenzen, auch für die nach Schweden.

Wochenlang war das Gros der Strände in Kalifornien wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen. Seit Mittwoch nun sind sie wieder geöffnet. Allerdings unter Auflagen. So darf man weder ein Bad in der Sonne nehmen noch ein Picknick machen. Spaziergänge sind nur mit Mundschutz erlaubt. Nicht allen Bürgern gefallen diese strengen Maßnahmen. 

Auch wenn viele Airlines angekündigt haben, in den nächsten Wochen ihren Flugbetrieb wieder aufzunehmen oder deutlich zu erweitern: Im Moment sind die Lufträume auf der ganzen Welt noch ziemlich leer. Die FAZ ist der Frage nachgegangen: Wo parken jetzt eigentlich all die Flugzeuge? Die Antwort ist überraschend: Auf der ganzen Welt, an Orten, von denen ihr vermutlich noch nie etwas gehört habt …

Und noch einmal ein Blick in die Heimat: Etwas weniger als ein Drittel der insgesamt 450 Jugendherbergen in Deutschland öffnet schon in der kommenden Woche wieder ihre Pforten. Welche genau das sein werden, ist allerdings noch unklar. Offenbar gibt es noch einige Fragen zu klären.

15. Mai: Lufthansa veröffentlicht Städteziele ab Juni, Balearen wollen im Juni durchstarten, Kroatien schon jetzt bereit für Touristen aus Deutschland, Reise-Umfrage in Zeiten von Corona: Mehrheit wartet ab, Knatsch um Kurz im Kleinwalsertal

Letzte Woche kündigte die Lufthansa ja an, dass sie in der ersten Juni-Hälfte wieder durchstarten will. Ein paar Namen von Städten teilte die Airline mit, aber eine komplette Übersicht fehlte. Gestern nun wurde der Nebelschleier gelüftet. Die zusätzlichen Lufthansa-Wiederaufnahmen in der ersten Juni-Hälfte in Deutschland und Europa sind ab Frankfurt: Hannover, Mallorca, Sofia, Prag, Billund, Nizza, Manchester, Budapest, Dublin, Riga, Krakau, Bukarest und Kiew. Ab München sind es Münster/Osnabrück, Sylt, Rostock, Wien, Zürich, Mallorca und Brüssel. Und sogar an die Langstrecke wagt sich die Lufthansa wieder heran. Insgesamt bieten die Airlines Lufthansa, SWISS und Eurowings bis Mitte Juni über 70 wöchentliche Frequenzen nach Übersee an, fast viermal so viele, wie noch im Mai. Für die zweite Juni-Hälfte sind weitere Wiederaufnahmen von Langstreckenflügen in Planung. Die Langstrecken-Wiederanflüge von Lufthansa ab Frankfurt im Detail (vorbehaltlich eventueller Reisebeschränkung): Toronto, Mexiko-Stadt, Abuja, Port Harcourt, Tel Aviv, Riad, Bahrain, Johannesburg, Dubai und Mumbai. Die Destinationen New York (Newark), Chicago, Sao Paulo, Tokio und Bangkok werden weiterhin angeboten.

Der Sommer rückt immer näher – und damit auch die Urlaubsreise vieler Deutscher. Traditionell hoch im Kurs bei den Reisenden steht Mallorca. Doch Spanien ist von der Coronakrise besonders heftig betroffen. Von heute an müssen alle nach Spanien Einreisenden zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das ist der Regionalregierung der Balearen ein Dorn im Auge. Sie hat auf den Inseln nur mit einer geringen Zahl von Coronavirus-Infizierten zu kämpfen und pocht darauf, in der zweiten Junihälfte wieder Touristen auf die Inseln zu lassen. Auch aus Deutschland. »Wir sind absolut in der Lage, uns europäischen Residenten und Urlaubern in sicherer Weise zu öffnen«, sagte am Donnerstag die balearische Regionalpräsidentin Francina Armengol in einer Videokonferenz unter anderem gegenüber der FAZ. Im Gespräch seien bilateriale Abkommen mit Deutschland. Ob die Regierung in Madrid den Alleingang der Balearen erlauben wird, ist derzeit unklar. Auch auf den Kanaren werden die Rufe nach baldiger Grenzöffnung lauter.

Das ging flott: Vor einigen Wochen bereits kündigten Kroatiens Tourismusverantwortliche an, dass Touristen aus dem Ausland in Kroatien ihren Sommerurlaub verbringen können (wir berichteten). Damit dachten wohl die meisten an die Monate Juni oder Juli. Jetzt die Überraschung: Seit Anfang der Woche sind dürfen EU-Staatsbürger ins Land, die eine Hotelbestätigung nachweisen können. Viele Hotels in dem Land haben bereits geöffnet. Die Botschaft aus Kroatien also: Man wartet auf die Deutschen.

Fassen wir mal zusammen: Die Lufthansa nimmt ab Juni wieder ordentlich Fahrt auf, die Balearen und die Kanaren wollen ebenso wie Kroatien schnell wieder Urlauber begrüßen. Fehlt nur noch eins: Der Wunsch der Deutschen, bald wieder in den Flieger zu steigen und in südlichen Gefilden den Urlaub zu verbringen. Das aber ist ein Problem. Eine deutschlandweit repräsentative Online-Befragung unter 1.011 Personen, die das Bayerische Zentrum für Tourismus in Zusammenarbeit mit der GfK im Mai durchgeführt hat, hat ergeben: Erst einmal abwarten wollen 45 Prozent und 29 Prozent haben dieses Jahr vor, überhaupt nicht zu verreisen. Die Aussicht auf Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregelungen passen bei 35 Prozent der Befragten, die noch nicht oder gar nicht reisen wollen, nicht zu deren Vorstellungen eines Urlaubs. Rund ein Drittel hat momentan keine Lust zu verreisen. Ein Viertel verweist auf die leere Reisekasse und jeder Fünfte hat Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Österrreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz besuchte gestern eines der von dem Coronavirus besonders gebeutelten Regionen unseres Nachbarlandes: das traditionell stark vom Tourismus abhängige Kleinwalsertal. Das war ein historisches Ereignis. Seit 1973 besuchte kein Bundeskanzler mehr die Region. Entsprechend groß war der Rummel. Die Menschen klatschten und jubelten, als Kurz aus seinem Wagen stieg. Der Kanzler ließ es sich nehmen, mit den Menschen zu reden und Fotos zu machen. Das Problem: Der gebotene Mindestabstand ging flöten, und Kurz trug keinen Mund-Nasen-Schutz. Dafür wurde Kurz im Netz und von der Opposition heftig kritisiert.

 

14. Mai: Weiterhin gähnende Leere am Frankfurter Flughafen, europaweites Reisezertifikat gefordert, TUI sieht sich gerüstet für Sommerurlaub, Reiseanwalt warnt Touristen, Sylt will keine Tagestouristen, Center Parks öffnen wieder bis Ende des Monats

Können wir bald wieder nach Österreich? Sogar nach Griechenland, in die Türkei oder gar auf die Balearen? Darüber wurde in den letzten Tagen oft diskutiert. Aber das ist aktuell noch Zukunftsmusik, im Moment herrscht in vielen Ferienorten immer noch tote Hose. Das merkt man ganz besonders, wenn man Deutschlands größten Flughafen, den in Frankfurt/Main, besucht. Im April zählte der Flughafen Frankfurt 188.078 Passagiere, das ist ein Rückgang von sage und schreibe 96,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Zahl gab der Betreiber Fraport heute Morgen (14. Mai) bekannt. Immerhin: Der Frankfurter Flughafen ist der Airport in Europa, wo noch am meisten los ist. Gemäß aktueller Daten der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol fanden in Frankfurt im April mit durchschnittlich 218 Starts und Landungen pro Tag mit Abstand die meisten Flugbewegungen von allen europäischen Flughäfen statt.

Sollen die Hotels und Restaurants in ganz Europa dieselben Hygienstandards beherzigen müssen? Man könnte sagen: Eher nicht, denn die Ausbreitung und damit das Maß der notwendigen Schutzmaßnahmen dürfte wohl in jedem Land Europas unterschiedlich sein. Manfred Weber, EVP-Fraktionschef im Europaparlament, sieht das anders. Um den Tourismus in Europa trotz der Krise wieder in Gang zu bringen, fordert der Politiker in einem Interview der Passauer Neuen Presse ein »europaweites Reisezertifikat«. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Der Reiseveranstalter TUI ist nach eigenem Bekunden startklar für den Sommerurlaub in Deutschland und Europa. Knapp zwei Monate nachdem nahezu alle Geschäftsbereiche aufgrund der weltweiten Reiseverbote stillgelegt werden mussten, werden die ersten Hotels der TUI auf Sylt und in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Tagen ihre Türen für Gäste öffnen. Auch in den europäischen Destinationen sind die Hotels und Clubs der TUI bereit, Urlauber zu empfangen. Weltweit wird in den Häusern des Konzerns aktuell ein 10-Punkte Katalog für erhöhte Hygiene- und Schutzmaßnahmen umgesetzt. Damit soll den Gästen eine »größtmögliche Sicherheit« geboten werden. »Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln«, sagte Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI Group.

Das Corona-Chaos treibt viele Urlauber samt Ferienpläne in den Wahnsinn. Was kann ich in diesem Sommer überhaupt machen? Welche rechtlichen Fallstricke muss ich in diesen Zeiten beachten? Darf mir das Hotel einfach so wegen Überbuchung wieder meinen Urlaub stornieren? Und: Kann ich trotz weltweiter Reisewarnung in den Urlaub fliegen? Wir haben einmal bei Rechtsanwalt Arndt Kempgens nachgefragt. Hier könnt ihr das ausführliche Interview mit ihm lesen.

Mal eben einen Tagesausflug auf die schöne Insel Sylt machen – das war in der Vergangenheit für viele Besucher eine Verlockung. Angesichts der formidablen Wetterprognose für die nächsten 14 Tage dürfte auch in diesem Jahr der eine oder andere mit diesem Gedanken spielen. Auf Sylt ist man darüber aber nicht erfreut. In einem Schreiben der Sylter Verantwortlichen an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen fordern sie, das Betretungsverbot der Insel für Tagestouristen bis Mitte Juni aufrechtzuerhalten. Grund des für eine Tourismusinsel ungewöhnlichen Anliegens ist die Befürchtung, dass besonders an Christi Himmelfahrt und Pfingsten wieder viele trink- und partyfreudige Tagestouristen auf die Insel kommen und die Corona-Abstandsregeln dann nicht eingehalten werden würden.

Nach den Parkschließungen im März öffnen bald wieder alle sechs deutschen Center Parks ihre Pforten. Ab dem 25. Mai sind Aufenthalte im Park Nordseeküste, Bispinger Heide und Park Hochsauerland möglich. Park Eifel, Park Bostalsee und Park Allgäu heißen ab dem 29. Mai wieder Gäste willkommen. Auch ein Großteil der Serviceleistungen soll den Urlaubern während ihres Aufenthalts wieder zur Verfügung stehen: Restaurants, Supermärkte, Geschäfte und diverse Indoor- und Outdoor-Unternehmungen wie die Kids Farm öffnen unter besonderen Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen. »Unsere Parks befinden sich in ländlichen und großräumigen Gebieten, die Urlauber einfach mit dem eigenen Auto erreichen können. In unseren voll ausgestatteten Ferienhäusern inmitten idyllischer Natur und mit privater Terrasse genießen Gäste zudem Privatsphäre, Behaglichkeit und ein Gefühl der Sicherheit wie in den eigenen vier Wänden«, sagte Frank Daemen, Geschäftsführer Center Parcs Deutschland.

13. Mai: EU-Wirtschafts­kommissar Paolo Gentiloni will Sommerurlaub retten, Grenze zu Österreich ab 15. Juni offen, Island-Urlaub im Sommer mit Auflagen, Ryanair-Comeback ab 1. Juli

Auch bei der EU in Brüssel macht man sich Gedanken darüber, ob und wie wir in diesem Sommer in den Urlaub fahren können. Dass mit Blick auf die Grenzschließungen jeder Staat sein eigenes Süppchen kocht, ist der EU dabei besonders ein Dorn im Auge. In Brüssel will man daher heute Vorschläge unterbreiten, wie die Grenzkontrollen und Reisebeschränkungen zwischen EU-Staaten bald aufgehoben werden können. EU-Wirtschafts­kommissar Paolo Gentiloni sagte in einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die Sommerurlaubssaison in diesem Jahr: »Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen«.

In Österreich wird derweil Nägel mit Köpfen gemacht. Am 15. Juni soll die Grenze zwischen Deutschland und Österreich wieder vollständig geöffnet sein. Das berichten mehrere österreichische Medien unter Berufung auf das Kanzleramt in Wien. Angeblich sollen bereits heute einzelne Grenzübergänge geöffnet werden, allerdings nur für Anrainer, Pendler und Landwirte. In Österreichs Hotellerie wurden in den letzten Wochen die Rufe nach Öffnung der Grenze zu Deutschland immer lauter.

Wer im Sommer seinen Urlaub in Island verbringen will, für den haben wir eine gute Nachricht: Das könnte ebenfalls ab dem 15. Juni klappen. Islands Regierung jedenfalls geht davon aus, dass die Reise-Beschränkungen für Gäste aus dem Ausland »spätestens am 15. Juni« aufgehoben werden. Allerdings kündigte die Regierung Auflagen für Touristen an. So müssen sich Reisende nach der Ankunft vermutlich zwischen einem Covid-19-Test und einer zweiwöchigen Quarantäne entscheiden. Auch sollen Ankömmlinge während ihres Aufenthalts die offizielle Rückverfolgungs-App verwenden müssen.

Knapp 14 Tage nach der anvisierten Öffnung der deutsch-österreichischen Grenze will auch Ryanair wieder durchstarten: Am 1. Juli soll mit rund 1.000 Flügen der Start in die Normalität beginnen. »Nach vier Monaten ist es an der Zeit, Europa wieder zum Fliegen zu bringen«, sagte Ryanair-Chef Eddie Wilson. Passagiere und Crews müssen dann eine Maske an Bord tragen. Ob der Neustart am 1. Juli tatsächlich gelingen wird, hängt natürlich davon ab, ob die vielen Grenzschließungen in Europa bis dahin wieder aufgehoben sein werden.

12. Mai: Mecklenburg-Vorpommern warnt Auswärtige vor verfrühter Anreise, Urlaub in Coronazeiten: TUI präsentiert Zehn-Punkte-Plan für Hotels, Bareiß will Frühbucher privilegieren, Mindestaufenthalt auf Nordseeinseln, Kroatien scharrt mit den Hufen, Scherbenhaufen in Malaysia

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern erinnert heute daran, dass Hotels, Campingplätze und Ferienunterkünfte in dem Bundesland erst ab dem 25. Mai wieder Besucher aus der gesamten Republik aufnehmen dürfen. Bereits eine Woche zuvor öffnen sie ihre Pforten für Gäste mit Erst- und Zweitwohnsitz im Bundesland. Bei aller Vorfreude sollten Reisefreudige aus anderen Teilen des Landes dieses wichtige Detail jetzt nicht übersehen, warnt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Hintergrund: Die Regelung für das kurze Zeitfenster zwischen den Stichtagen sei bei manchen Reiseportalen nicht klar genug ersichtlich, so dass Kunden sie leicht übersehen könnten.

Wie wird der Urlaub im Hotel in diesem Sommer aussehen? Darüber machen sich wohl auf der ganzen Welt Hoteliers und Gäste ihre Gedanken. Die TUI und auch RIU Hotels & Resorts haben jetzt  Maßnahmenkataloge präsentiert. Was genau geplant ist, erfahrt ihr ausführlich hier.

In vielen Bundesländern dürfen die Hotels und Pensionen bald wieder öffnen. Es gibt vielerorts allerdings eine Einschränkung: Wegen der umfangreichen Abstands- und Hygieneregeln dürfen sie nicht komplett ausgelastet sein. Gerade in Deutschland dürfte das im Sommer ein Problem werden, denn viele Deutsche werden in der Heimat ihren Urlaub verbringen. Die Nachfrage dürfte also steigen, während das Angebot an Hotelzimmern gesunken ist. Und wer darf dann kommen? Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß plädiert dafür, das Buchungsdatum bei möglichen Überbelegungen in Hotels zum Maßstab zu machen, sagte er im RTL/ntv »Frühstart«. Frei nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Wer Pfingsten einen Kurzurlaub auf den niedersächsischen Nordseeinseln plant, sollte seine Pläne vielleicht noch einmal überdenken. Seit gestern können dort Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze besucht werden. Die Hotels sollen am 25. Mai folgen. Was vielen aber nicht bekannt ist: Der Mindestaufenthalt in einem Beherbergungsbetrieb beträgt voraussichtlich eine Woche. Ein Besuch der Inseln »nur« fürs Pfingstwochenende ist somit nicht möglich. Entsprechende Hinweise finden sich auf den Websiten der Inseln, so zum Beispiel hier auf der von Wangerooge.

Kroatien hat die Sommersaison noch nicht abgeschrieben. Ganz im Gegenteil. In den nächsten Wochen soll der Tourismus in dem Land stufenweise wieder angeschoben werden. Vermutlich ähnlich wie in Deutschland zunächst für Zweitwohnbesitzer und Campingurlauber. Kroatiens Regierung will in den kommenden Tagen entscheiden, wann Touristen wieder ins Land dürfen.

Malaysia hatte sich für dieses Jahr eine Menge vorgenommen. Es sollte für die Tourismusbranche ein Aufbruch werden. Dazu wurde extra die Kampagne »Visit Malaysia 2020« kreiert. Das südostasiatische Land bereitete sich auf Millionen von Besuchern vor. Gekommen ist das Coronavirus. Was das für das Land bedeutet und wann Malaysia wieder in die Normalität zurückkehren will, könnt ihr hier nachlesen.

11. Mai: Stimmung in Österreichs Urlaubsregionen, Großbritannien-Besuchern droht Quarantäne, Türkei macht Hoffnung auf Urlaub ab Juni, TUI-Chef optimistisch mit Blick auf Sommerurlaub 2020, auch Nationalparks in Afrika leiden unter fehlenden Touristen

Österreichs Regierung kündigte Ende April ja an, dass ab dem 29. Mai die Hotels im Lande wieder öffnen dürfen. Schön und gut für die Hoteliers, aber solange die Gäste aus Deutschland nicht kommen dürfen, ist ihnen mit der Wiedereröffnung nur wenig geholfen. »Sie sind ganz entscheidend. Jeder zweite internationale Gast ist Deutscher. Betriebe mit großer Bettenzahl, und damit meine ich die über 200 Betten, werden keine Chance haben, diese mit Österreichern zu füllen«, prophezeit Ingrid Hochfilzer, Chefin des Hotel Hochfilzer in Ellmau am Wilden Kaiser in Tirol, in unserem aktuellen Artikel über die Stimmung in Österreichs Urlaubsregionen.

Wer mit dem Gedanken spielt, in den nächsten Wochen nach Großbritannien zu fliegen, muss sich vermutlich nach der Ankunft zwei Wochen in Quarantäne begeben. Das kündigte Regierungschef Boris Johnson gestern Abend im Fernsehen an. Das klingt alles andere als verlockend – und dürfte wohl sehr viele Reisende davon abhalten, in nächster Zeit nach London, Brighton & Co. zu reisen. Die Ankündigung der Maßnahme stößt bei den Betreibern des Londoner Großflughafens Heathrow auf denkbar wenig Gegenliebe.

Noch ein Kandidat, der in der Corona-Pandemie-Zeit sein Comeback ankündigt: die Türkei. Tourismusminister Mehmet Ersoy hatte am Sonntag im TV-Sender CNN Türk einen Auftritt. Dabei ging es unter anderem um den Sommertourismus in der Türkei. Ende des Monats soll der Inlandstourismus wieder starten, im Juni sollen peu à peu Urlauber aus dem Ausland wieder ins Land kommen dürfen. Deutschland könne zu den Ländern gehören, die in der ersten Phase der Wiedereröffnung Touristen in die türkischen Ferienorte entsenden. Die Touristen sollen bei der Einreise auf das Coronavirus getestet werden.

»Wann können wir endlich wieder nach Malle fliegen?« Mit dieser und anderen Fragen rund um den Sommerurlaub 2020 konfrontierte die Bild am Sonntag gestern TUI-Chef Friedrich Joussen. »Wir haben einen Gesundheitscheck für alle Urlaubsziele ausgearbeitet und werden Urlaub nur dort anbieten, wo er auch sicher ist«, sagte Joussen dem Blatt. Und wo wird das in diesem Sommer der Fall sein? Ganz oben auf der Prioritätenliste stünden Mallorca, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien, Österreich und Dänemark.

Für die Menschen in und um die Nationalparks in Afrika sind Touristen wichtig. Überlebenswichtig. So auch in der Massai Mara in Kenia. Normalerweise besuchen jährlich rund 140.000 Touristen aus aller Welt Kenias berühmtesten Nationalpark. Doch jetzt herrscht Totenstille. Der Tourismus liegt am Boden. Das trifft die Nationalparks und privaten Schutzgebiete hart. Aber auch alle, die für den Schutz der Wildtiere kämpfen, berichtet das ZDF.

10. Mai: Hotels auf Mallorca dürfen schon morgen wieder öffnen, Färöer-Inseln frei von Corona, Robotor kontrolliert Social Distancing in Park in Singapur

Das geht nun flott: Auf der Lieblingsinsel der Deutschen, auf Mallorca, dürfen die Hotels bereits morgen wieder öffnen. Allerdings wird dies kaum ein Hotel tatsächlich tun. »Warum sollen wir denn öffnen, wenn es keine Flüge gibt, mit denen unsere Gäste anreisen können?«, zitiert die Mallorca Zeitung Christoph Gräwert, Direktor des Großhotels »Samos«. Doch die fehlenden Flüge und somit Gäste seien nicht das einzige Problem. So sei derzeit noch unklar, unter welchen Hygienevorschriften die Hotels wieder eröffnen dürfen.

Auf den Färöer-Inseln gibt es keine Coronavirus-Infizierten mehr. Schon bald werde das Land so weit wie möglich zur Normalität zurückkehren können, teilte Ministerpräsident Bárður á Steig Nielsen mit. Die Färöer-Inseln punkten mit herzerwärmender Gastfreundschaft, einer intensiven Küche, beispiellosen Landschaften und einer tief verwurzelten Kultur. Neugierig geworden? Hier könnt ihr einen Fotospaziergang durch das grüne Inselreich unternehmen.

Verlockende Aussicht auf die technischen Möglichkeiten der Zukunft oder verstörendes Beispiel für Kontrollwahn in der Gegenwart? Seit Freitag marschiert im Bishan-Ang Mo Kio Park in Singapur ein vierbeiniger Roboter durch den Park. Seine Aufgabe ist es, die Social-Distancing-Regeln zu kontrollieren. Registriert der Roboter einen Verstoß, wird eine aufgezeichnete Sprachnachricht abgespielt, die die Parkbesucher daran erinnern soll, auf Distanz zu bleiben. Mehr Hintergründe dazu gibt es hier.

9. Mai: Südtirols Hotels öffnen Ende Mai, Lufthansa kehrt langsam zurück, Airline-Branchenverband hält freien Mittelsitz für überflüssig, Caravaning Industrie Verband begrüßt Neustart bis Ende Mai, Europa Park öffnet am 29. Mai, Öffnungstermin des Phantasialands unklar

Gestern verabschiedete der Südtiroler Landtag mit großer Mehrheit ein Landesgesetz zur Öffnung der Wirtschaft und des Alltags. Ab 9. Mai darf der Einzelhandel öffnen, ab 11. Mai Bars und Restaurants ebenso wie Museen sowie Friseure. Ab 25. Mai können Hotels, andere Beherbergungsbetriebe und Seilbahnen wieder öffnen. Auf den Gemeinschaftsflächen von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben wird die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig aufhalten dürfen, beschränkt. Grundsätzlich gilt es, einen Abstand von zwei Metern einzuhalten. Ausnahmen gibt es für Familien und Personen, die im selben Zimmer nächtigen. Freibäder dürfen öffnen, Hallenbäder und Saunen im Moment nicht – außer es handelt sich beim Betrieb um eine sogenannte »Covid-Protected-Area«, wo Mitarbeiter und Gäste auf Covid-19 getestet sein müssen.

Seit Wochen schon steht das Gros der Lufthansa-Flieger am Boden. Ab Juni nun scheint es so langsam wieder aufwärts zu gehen. Das Unternehmen kündigte gestern an, ab Juni wieder deutlich mehr Ziele in Deutschland und Europa anzufliegen. Mit dem »Juni-Flugplan« werden insgesamt 80 Flugzeuge reaktiviert. Dadurch können im kommenden Monat insgesamt 106 Ziele angeflogen werden. Ab dem 1. Juni sind bei den Passagierairlines der Gruppe somit 160 Flugzeuge im Einsatz. Die Airlines der Lufthansa Group reagieren damit auf das wachsende Interesse der Kunden nach Flugreisen, nachdem schrittweise Restriktionen und Beschränkungen in den Bundesländern und Einreiseregeln anderer Länder in Europa gelockert werden. So werden u.a. Mallorca, Sylt und Kreta wieder im Programm sein.

Der europäische Branchenverband Airlines for Europe (A4E) hält Forderungen nach einem freien Mittelsitz wegen Corona für Mumpitz. Es gebe »ein sehr geringes Riskio der Virusübertragung an Bord«, erklärte der Verband am Freitag.

Die letzten Wochen waren hart für die Caravaningbranche. Wegen der Corona-Pandemie standen die Bänder in den Werken der Reisemobil- und Caravanhersteller still, der Fachhandel durfte keine Freizeitfahrzeuge mehr verkaufen oder vermieten und durch das Verbot von touristischen Reisen herrschte auf den Camping- und Reisemobilstellplätzen gähnende Leere. »Nachdem die Produktion von Reisemobilen und Caravans wieder läuft und der Handel und die Vermieter wieder eine steigende Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen spüren, wird es Zeit, dass auch die Camping- und Stellplätze bundesweit wieder öffnen dürfen«, fordert Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD). Dass Camping- und Reisemobilstellplätze im Mai wieder Camper begrüßen dürfen, ist für die Branche essentiell, da bereits der Start der Camping-Saison an Ostern dem Corona-Virus zum Opfer fiel. Umso wichtiger sei, dass nicht auch noch das wichtige Pfingst-Geschäft verloren gehe.

Einer der populärsten Freizeitparks Deutschland wird am 29. Mai – und damit zwei Monate später als geplant – wieder seine Pforten öffnen. Das kündigte die Geschäftsführung des Europa Parks in Rust bei Freiburg gestern an. Bereits am ab dem 18. Mai wird es eine schrittweise Wiedereröffnung der Hotelgastronomie geben. Zu den Sicherheits- und Hygienemaßnahmen des Parks gehören u.a. die Begrenzung der Besucherzahlen mit Hilfe von tagesbasiertem Online-Ticketing. Das Phantasialand in Brühl bei Köln dagegen könnte schon ab kommenden Montag öffnen. Tut es aber nicht. Offenbar fehlen weiterhin die konkreten Vorgaben für die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen durch die Behörden.

8. Mai: Bundesländer nennen Termine für Hoteleröffnungen: NRW und Schleswig-Holstein zuerst, Bayern zuletzt, Knatsch um geschlossene Grenzen, A-Rosa will Pfingsten wieder loslegen, Mallorcas Hoteliers erwarten Gäste Anfang Juli

Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass man um Pfingsten herum überall in Deutschland wieder einen Urlaub im Hotel verbringen kann. Das ist mittlerweile Makulatur. Denn: Es geht schon früher los. Beginnen wir im hohen Norden. Dort setzt Schleswig-Holstein das Einreiseverbot für Touristen ab dem 18. Mai aus. Schon seit Montag dürfen Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder nach Schleswig-Holstein reisen. Auch NRW peilt den 18. Mai für den Start des Tourismus an. Ab dem 30. Mai sollen in NRW sogar Tourismus-Führungen und kleine Gruppen- und Busreisen erlaubt werden.

Eine Woche später folgt Mecklenburg-Vorpommern. Dort sollen ab dem 25. Mai wieder Touristen ihren Urlaub verbringen dürfen. Aber: Urlaubshungrige aus deutschen Hochrisiko-Gebieten für Covid-19-Erkrankungen dürfen auch dann nicht nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Etwas mehr Zeit nimmt man sich auch in Deutschlands Städtereiseziel Nummer eins, Berlin. In der Hauptstadt dürfen Hotels ab dem 25. Mai für touristische Übernachtungen wieder öffnen. Ab dem dem gleichen Datum sind auch Ausflugs- und Stadtrundfahrten sowie Stadtführungen unter bestimmten Bedingungen wieder möglich.

Last but not least der Urlaubshotspot im Süden der Republik: Bayern. Wer statt an Nord- oder Ostsee lieber an Bergen, Seen oder in Städten wie München urlauben will, kann seinen Sommerurlaub ab dem 30. Mai im Hotel in Bayern verbringen.

Trotz zahlreicher Lockerungen der vergangenen Tage bleiben die Grenzen zu vielen unserer Nachbarländer dicht, u.a. zu Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Das sorgt mittlerweile für reichlich Verdruss. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten zwölf CDU-Bundestags- und Europaabgeordnete Innenminister Horst Seehofer dafür. Sie wollen nach über sieben Wochen, dass die Zeit der »Gitterzäune und Schlagbäume im Herzen Europas« beendet wird. Aber Seehofer bleibt bei seiner Linie. Bis zum 15. Mai soll sich nichts ändern.

Auf Basis der Meldungen deutscher Bundesländer sowie von Österreich zur Lockerung der herrschenden Beschränkungen, die u.a. die Öffnung von Hotels, Gastronomie, Flusskreuzfahrten und Ausflugsschifffahrt für Touristen bis spätestens Ende Mai vorsehen, plant der Flusskreuzfahrtanbieter A-ROSA, seine Reisen auf Rhein und Donau bis Pfingsten zu starten. Auch für Frankreich und Portugal werden in den nächsten Tagen neue Informationen erwartet.

Nun also doch Sommerurlaub auf Mallorca? Die Chancen scheinen jedenfalls zu steigen, glaubt man einer Nachricht, die das Mallorca Magazin verkündet. Wie das Portal berichtet, rechnen die Hoteliers auf der Insel fest damit, dass bereits Anfang Juli die ersten ausländischen Touristen kommen. Angeblich seien bereits entsprechende Verträge mit großen Reiseveranstaltern abgeschlossen worden.

7. Mai: Termine für Hotelöffnungen in vielen Bundesländern, Covid-Immunitätsausweis für Reisen ins EU-Ausland in der Diskussion, Griechenlands Tourismusminister kündigt Plan für Sommerulaub an, Riesenfrust auf »Mein Schiff 3«

Gestern tagte Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten via Videokonferenz – und was dabei beschlossen wurde, hat es in sich: Die Bundesländer dürfen fortan in Eigenregie entscheiden, wann und welche im Zuge der in der Coronakrise beschlossenen Maßnahmen liberalisiert werden dürfen. Das betrifft auch die Wiedereröffnung von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen. Mal kurz zusammengefasst in einer guten Nachricht: Schon bald, vermutlich um Pfingsten herum, könnt ihr innerhalb Deutschlands wieder in den Urlaub fahren. Die schlechte Nachricht: In jedem Bundesland ist dafür ein anderes Datum angesetzt. Ein ziemliches Kuddelmuddel also. Allzu lang solltet ihr mit der Buchung eures Sommerurlaubs aber nicht warten. Experten gehen nämlich davon aus, dass es auf Deutschlands Urlaubsregionen einen ziemlichen Ansturm geben wird.

In den letzten Tagen wurde ja in Deutschland über das Für und Wider eines Immunitätsausweises diskutiert. Damit soll der Inhaber nachweisen, dass er bereits eine Covid-19-Infektion hinter sich hat und damit immun gegen das Virus ist. Doch es gibt hier ein Problem: Es gibt bislang keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man sich nach einer Corona-Erkrankung nicht doch wieder mit dem Virus anstecken kann. Das hält aber einige Tourismusminister in der EU nicht von der Überlegung ab, einen solchen Immunitätsausweis als »Eintrittskarte« für einen Sommerurlaub in ihren Urlaubsländern einzuführen. Die Kritik an solchen Überlegungen ist aber stark.

Auch in Griechenland sorgt man sich darum, dass die Sommerurlaubssaison ins Wasser fallen könnte. Darum macht man dort jetzt Tempo. Im Tourismusministerium in Athen ist man gerade dabei, mit Medizinexperten ein Papier auf den Weg zu bringen, das klären soll, unter welchen Vorgaben die Hotels am 1. Juli wieder Gäste empfangen dürfen. Das Ergebnis soll in wenigen Tagen vorliegen, sagte Tourismusminister Haris Theocharis in einem Interview der FAZ. Die Bild-Zeitung will schon die Details wissen.

Auf dem TUI-Kreuzfahrtschiff »Mein Schiff 3« in Cuxhaven sind derzeit rund 2.900 Besatzungsmitglieder untergebracht. Sie wurden dort auf das Covid-19-Virus getestet. Die Besatzung soll nun bald in viele Länder der Welt nach Hause geflogen werden. An Bord aber liegen mittlerweile die Nerven blank. Nach NDR-Informationen musste die Polizei aufs Schiff, weil Mobiliar zerschlagen wurde. Die Besatzung spricht von »knastähnlichen Zuständen« an Bord.

6. Mai: Bareiß hält Sommerurlaub am Mittelmeer doch für möglich, Bayern zieht nach, Österreich erhöht den Druck, Stimmung auf den Nordfriesischen Inseln, Reise-Plattform mit Umfrage zu Airline-Reaktionen infolge der Flugausfälle, Petition fordert rasche Öffnung der Camping- und Wohnmobilstellplätze

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, schließt es nun doch nicht mehr aus, dass die Deutschen im Sommer ihren Urlaub in Spanien oder Griechenland verbringen können. Wenn die Entwicklung bei Covid-19 so weitergehe, wird der Sommerurlaub in Deutschland stattfinden können und auch in den europäischen Nachbarländern, in denen sich die Infektionszahlen ebenfalls günstig entwickeln, sagte er im Tagesspiegel. Mit Blick auf die Länder am Mittelmeer fügte er hinzu: »Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln

Wochenlang war Bayern Meister in Sachen strenge Coronaregeln, jetzt aber haben sich die Zeiten geändert. Nachdem Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vorgestern bekanntgaben, Hotels und andere Herbergungsstätten schon bald wieder zu öffnen, zog Bayern gestern nach. Am 30. Mai dürfen in dem Bundesland wieder die Hotels öffnen. Die Gastronomie ist noch früher dran: Dort dürfen ab dem 18. Mai draußen und ab dem 25. Mai drinnen wieder Gäste bedient werden.

Weiter südlich wächst die Ungeduld: Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger will schon bald erreichen, dass die Grenze zu Deutschland wieder geöffnet wird. Der Bild-Zeitung sagte sie: »„Ich werde in dieser Frage nicht locker lassen. Österreich schafft alle Voraussetzungen für einen sicheren und schönen Urlaub.«

Derweil macht man sich auf Sylt, Amrum und Föhr Gedanken darüber, wann die Touristen wieder auf ihren Inseln Urlaub machen werden. Denn nur weil es den Nordfriesischen Inseln wieder erlaubt ist, Gäste zu empfangen, heißt dies noch lange nicht, dass die alten Zeiten wieder anbrechen werden. Touristen werden sich fragen, ob sie Lust haben, sich im Urlaub an strenge Abstands- und Hygienemaßnahmen zu halten. Wie soll es also auf den Inseln weitergehen? Der NDR hat sich einer Reportage auf den Inseln umgehört.

Mit Blick auf die Kundenfreundlichkeit haben viele Airlines in den letzten Wochen keine sonderlich gute Figur abgegeben. Nachdem etliche Flüge infolge der Corona-Pandemie gestrichen werden mussten, wandten sich viele Kunden an die Airlines und verlangten ihr Geld zurück – oder zumindest eine Gutschrift. Doch das war offenbar nicht so einfach. Die Reise-Plattform BoardingArea.DE hatte deshalb dazu eine Online-Befragung gemacht. Ergebnis: Obwohl die EU-Kommission Anfang April nochmals die Passagierrechte gestärkt und eine Gutscheinlösung für stornierte Flüge zurückgewiesen hat, bot nur ein Viertel der Airlines ihren Kunden eine vollständige Erstattung des Ticketpreises an. Besonders vorbildlich aus Kundensicht handelten hierbei Air China, Finnair und American Airlines. Besonders schlecht kommen hier die Airlines der Lufthansa Group weg. Knapp die Hälfte der befragten Lufthansa-Group-Passagiere gab an, für ihre Anfrage keine kundenfreundliche Lösung erhalten zu haben. Dabei wurden 27 Prozent der Kunden auf einen späteren Zeitpunkt der Bearbeitung vertröstet, ein Viertel (22 Prozent) erhielt sogar überhaupt keine Antwort. Eine vollständige Erstattung ihres Ticketpreises erhielten lediglich 14 Prozent der befragten Passagiere.

Die Betreiber der Campingplattform Camping.Info fordern die stufenweise Öffnung der Campingplätze. Gemeinsam mit dem Ausstatter von Freizeitfahrzeugen Truma hat das Unternehmen eine Online-Petition dazu gestartet. »Im Campingurlaub kann das Social Distancing wie bei keiner anderen Urlaubsform gewährleistet werden. Urlauber, die mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen unterwegs sind, können kontaktarm und damit gefahrlos reisen. Camper schlafen und wohnen in ihren eigenen vier Wänden und zudem verfügen die meisten Freizeitfahrzeuge auch über eine entsprechende sanitäre Ausstattung. Auch für Abstand ist auf den Camping- und Wohnmobilstellplätzen ausreichend gesorgt«, sagte Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info.

5. Mai: Sommerurlaub 2020: Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen drücken aufs Tempo, Grenzkontrollen bis 15. Mai, Visit Berlin rechnet 2020 mit nur wenigen Gästen aus dem Ausland, EU: Zwangsgutscheine für entgangene Flugreisen vom Tisch, Reederei Carnival Cruise Line will ab August wieder loslegen, Landesgartenschau in NRW ab heute geöffnet

Das geht nun ziemlich schnell: Die nördlichen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wollen deutlich früher als erwartet wieder Touristen empfangen. Bereits vor Pfingsten (31.5.-1.6.) sollen auswärtige Besucher wieder an die Ostsee ihren Urlaub verbringen dürfen. Darauf einigte sich gestern Abend die Task Force Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach dürfen bereits am kommenden Samstag Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wieder öffnen. Am 25. Mai soll dann das seit mehr als zwei Monaten geltende Einreiseverbot für Auswärtige aufgehoben werden. Bedingung: Die Hotels dürfen maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten vermieten.

In Niedersachsen sieht es so aus: Ab Montag, den 11. Mai an sollen Ferienhäuser und -wohnungen sowie Campingplätze wieder öffnen dürfen. Allerdings dürfen die Übernachtungsherbergen zunächst nur maximal 50 Prozent der möglichen Gäste aufnehmen. Hotels folgen am 25. Mai – ebenfalls mit der 50-Prozent-Regel.

Wer darauf spekuliert, schon bald seine Koffer für eine Reise gen Ausland zu packen, muss sich dagegen noch gedulden. Die Grenzkontrollen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark werden bis 15. Mai verlängert.

Was wird eigentlich mit den Städtereisen in diesem Jahr? Auch in Berlin macht man sich darüber natürlich viele Gedanken. Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker sagte in einem Interview der Berliner Morgenpost, er rechne in diesem Jahr nur mit wenigen Gästen aus dem Ausland. »Ich denke, dass insbesondere aus dem deutschsprachigen Ausland und aus den Kernmärkten, die nicht so stark gebeutelt sind, Gäste kommen werden«, sagte er. Kieker sieht seine Stadt gut gerüstet in Zeiten der Coronakrise: »Berlin ist eine entspannte, auseinandergezogene Großstadt mit mehreren Zentren. Und wir sind vor allen Dingen eine Stadt mit viel Grün und viel Wasser.«

Die EU-Kommission hat entschieden: Kein Urlauber muss einen Gutschein annehmen, wenn sein Flug in der Corona-Krise ausfällt. Stattdessen empfiehlt die EU »Gutscheine für Verbraucher wirtschaftlich interessant zu machen und diese gegen Insolvenz abzusichern«. In den letzten Wochen hatten sich die Fluggesellschaften für Gutscheine statt Erstattungen ausgesprochen. Die Bundesregierung schloss sich dieser Meinung an, während Verbraucherschützer darauf pochten, dass so etwas nur freiwillig geschehen könne.

Auch in der Kreuzfahrtbranche tut sich etwas: Die US-amerikanische Reederei Carnival Cruise Line will ab August wieder Schiffe auf die Weltmeere schicken. Der Kreuzfahrtbetrieb soll mit insgesamt acht Schiffen von amerikanischen Häfen aus wieder starten, teilte das Unternehmen gestern mit.

Coronakrise zum Trotz: Heute öffnet die NRW-Landesgartenschau in Kamp-Lintfort ihre Pforten. Ein Besuch ist allerdings nur mit Sicherheits- und Abstandsregeln möglich.

4. Mai: Deutscher Tourismusverband: Urlaub auf dem Land in diesem Jahr angesagt, Flughafen Wien bietet Corona-Schnell-Tests direkt nach Ankunft, Urlaub in Frankreich unwahrscheinlich

Den Sommerurlaub im eigenen Land verbringen – das raten angesichts der Coronavirus-Krise viele Politiker und Experten den Deutschen in diesem Jahr. Aber wo? An den Hotspots von Nord- oder Ostsee? In Bayern? Womöglich keine gute Idee. Denn dort könnte es ziemlich voll werden. Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, spricht sich für eine Entzerrung der Urlauberströme aus: »Generell wird der ländliche Raum in diesem Jahr beim Sommerurlaub eine besondere Rolle spielen. Denn der Tourismus muss sich ein bisschen besser verteilen«, sagte Kunz.

Passagiere, die derzeit am Flughafen Wien ankommen, müssen gemäß der geltenden behördlichen Regelungen bei der Einreise entweder ein Gesundheitszeugnis mit einem negativen Covid-19-Befund (nicht älter als 4 Tage) vorweisen oder eine 14-tägige Quarantäne antreten. Viele dürften weder das eine haben noch das andere wollen. Der Flughafen will nun für Abhilfe sorgen. Ab heute können ankommende Passagiere im Rahmen eines sogenannten PCR-Tests direkt am Flughafen Wien einen Befund erhalten. Das Ergebnis soll innerhalb von 2 bis 3 Stunden vorliegen. Bei negativem Befund ist keine 14-tägige Quarantäne im Inland notwendig. Allerdings muss dafür tief in die Tasche gegriffen werden: 190 Euro soll der Spaß kosten.

Frankreich ist besonders stark von dem Coronavirus betroffen. Wie in Italien und Spanien herrschten dort über Wochen besonders starke Ausgangsbeschränkungen. Und so schnell werden diese so schnell nicht gelockert werden. Der Ausnahmezustand soll sogar bis zum 24. Juli dieses Jahres verlängert werden. Die Strände in Frankreich sollen für Besucher und Sportler bis mindestens 1. Juni geschlossen bleiben. Gesundheitsminister Olivier Véran sagte der Zeitung »Le Parisien«, er wisse nicht, ob die Strände wieder öffnen könnten. Damit dürfte ein Sommerurlaub in Frankreich für viele Interessierte wohl ins Wasser fallen. Vorerst.

3. Mai: Seehofer und Maas weiter zurückhaltend mit Blick auf Sommerurlaub im Ausland, Zwangs-Quarantäne für Einreisende in Frankreich, Eurostar führt Maskenpflicht ein, Tschechien erwägt Grenzöffnung im Juli

Bundesinnenminister Horst Seehofer äußert sich zurückhaltend zu den Forderungen aus Österreich, die Grenze bald wieder zu öffnen. »Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken – so verständlich der Wunsch für die Menschen und die Tourismusbranche auch ist«, sagte Seehofer der Bild am Sonntag. Auch Außenminister Heiko Maas bremst: »Es darf dabei aber keine Schnellschüsse geben. Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen«, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Sommerurlaub in Frankreich dürfte wohl ausfallen. Wer ab dem 11. Mai in unser Nachbarland einreisen will, soll sich nämlich künftig in eine vierzehntägige Quarantäne begeben – und zwar auch dann, wenn keine Coronavirus-Symptome vorliegen.

Passagiere des Hochgeschwindigkeitszuges Eurostar müssen ab morgen ihr Gesicht mit einer Mund-Nasen-Maske bedecken. Das Unternehmen teilte mit, die neue Regel decke sich mit den Richtlinien der französischen und belgischen Regierung. Jede Art von Gesichtsbedeckung sei erlaubt, »solange sie effektiv Nase und Mund bedeckt«, heißt es in einer Erklärung. Eurostar hat im Zuge der Coronakrise den Fahrplan stark ausgedünnt. Laut auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Fahrplänen verkehren täglich nur vier Züge zwischen London und Paris sowie zwischen London und Brüssel.

Tschechien will nun doch im Sommer bereits die Grenzen öffnen. Das sagte Außenminister Tomas Petricek am Samstagabend. »Ich würde im Juli gerne die Grenzen zu Deutschland, Österreich, Polen und der Slowakei öffnen«, so der Politiker.

2. Mai: Tourismusexperte aus Mecklenburg-Vorpommern nennt Details zu Abstands- und Hygienemaßnahmen im Sommerurlaub, Tausende Menschen in Kalifornien protestieren gegen Strandschließungen, Honeymoon-Paar auf Hawaii wegen Quarantäneverstoß festgenommen

Mecklenburg-Vorpommerns Pläne für den Sommerurlaub in dem Bundesland nehmen immer stärker Konturen an. Das bestätigte Matthias Gründling, Intensivmediziner und Mitglied der Task-Force »Sicherer Tourismus« in Mecklenburg-Vorpommern. In einem Gespräch mit der FAZ sagte er, er sei sich sicher, dass die Menschen bereit seien, »im Urlaub ein paar neue Regeln« zu akzeptieren. Dazu gehören Mund-Nasenschutz in öffentlichen Bereichen, bargeldlose Zahlungen und besondere Hygienemaßnahmen in den Hotels. Kinder unter acht Jahren sollten besser nicht mit in den Hotelurlaub fahren.

Tausende Menschen versammelten sich am Freitag in Huntington Beach in Kalifornien. Sie protestierten gegen die Anweisung des Gouverneurs, alle Strände in Orange County zu schließen. Laut Robert Handy, Polizeichef von Huntington Beach, nahmen zwischen 2.500 und 3.000 Menschen an der Demonstration teil. Unterdessen haben zwei Gemeinden in Südkalifornien beschlossen, eine einstweilige Verfügung gegen die Anordnung des Gouverneurs einzureichen.

Wer dieser Tage seinen Urlaub auf Hawaii verbringen möchte, hat schlechte Karten: Jeder, der seit dem 26. März auf der Insel ankommt, muss sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das interessierte ein junges Honeymoon-Ehepaar (26 und 20 Jahre) aus Kalifornien aber wenig. Das Paar checkte am vergangenen Mittwoch in einem Hotel in Honolulu ein. Als ein Mitarbeiter der Rezeption die beiden auf die Quarantänevorschrift hinwies, kam es zum Streit. Das Ehepaar teilte dem Manager mit, dass das Flughafenpersonal ihnen andere Informationen zu den Vorschriften mitgeteilt habe und sie insofern nicht gedenken, sich in Quarantäne zu begeben. Sie verließen das Hotel und kehrten nach Mitternacht zurück. Dort kam es abermals zum Streit; das Paar weigerte sich abermals, sich in Quarantäne zu begeben. Am Donnerstagmorgen schließlich wurden die beiden Kalifornier festgenommen. 

1. Mai: Tourismus-Experte warnt vor zu wenig Hotelbetten in Deutschland, TUI baut Deutschland-Angebote aus und plant für Mittelmeer im Spätsommer, Montenegro will ab 18. Mai wieder Touristen empfangen, Umfrage: ein Drittel der Deutschen hofft auf Sommerurlaub

Wenn alle oder zumindest ein großer Teil der Deutschen aufgrund der weltweiten Reisewarnung den Sommerurlaub in Deutschland verbringen sollte, könnte es hierzulande ganz schön eng werden. Torsten Kirstges, Studiengangsleiter für Tourismuswirtschaft an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, geht in einem Interview des Spiegel davon aus, dass dann die Übernachtungskapazitäten »niemals ausreichen«. Er hoffe, dass zumindest die Reisewarnung für die Länder des Schengenraums bald aufgehoben werden.

Auch beim Reiseveranstalter TUI geht man davon aus, dass viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub in der Heimat verbringen werden. Der Tourismuskonzern hat bereits in den vergangenen Monaten das Programm für innerdeutsche Reisen auf über 2.300 Hotels und Unterkünfte ausgebaut. Den Urlaub am Mittelmeer hat die TUI aber noch nicht abgeschrieben. Der Konzern geht von einer schrittweisen Öffnung der Urlaubsregionen aus, da die Länder und Regionen Europas unterschiedlich von Einschränkungen betroffen sind. Dazu finde aktuell ein enger Austausch zwischen dem Tourismuskonzern und Ländern wie Griechenland, Zypern, Portugal, den Balearen und Kanaren sowie Bulgarien statt.

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ist eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Coronavirus-Situation in den jeweiligen Ländern. Ob Italien, Spanien, Griechenland oder die Türkei im Sommer Touristen wieder willkommen heißen, steht derzeit in den Sternen. Montenegro aber schreitet schon jetzt mutig voran; das Land fährt seine Tourismus-Betriebe wieder hoch. Ab dem 18. Mai sollen alle nötigen Einrichtungen wieder geöffnet sein, berichtet die Bild.

Planen die Deutschen in diesen ungewissen Zeiten, im Sommer zu verreisen? Im Auftrag von ROLAND Rechtsschutz hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov eine repräsentative Befragung durchgeführt. Eines der Ergebnisse: Die Hälfte aller Befragten richtet sich auf einen Urlaub daheim ein. Immerhin jeder Dritte hofft, dass es mit dem Sommerurlaub doch noch klappt: 21 Prozent der Befragten möchten in diesem Jahr innerhalb Deutschlands verreisen, 13 Prozent planen sogar im Ausland zu urlauben. Weitere 19 Prozent sind sich noch nicht sicher.

30. April: Lufthansa führt Maskenpflicht ein und schafft freien Mittelsitz wieder ab, Drei-Stufen-Plan aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, rege Diskussionen in Spanien und Italien über Sommerurlaub, Hoteleröffnungen in Polen am 4. Mai

Der Schritt war erwartet worden: Die Airlines der Lufthansa Group bitten ab Montag, 4. Mai alle Fluggäste darum, eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord ihrer Flüge zu tragen. Zudem empfiehlt das Unternehmen, diese während der gesamten Reise, das heißt auch vor oder nach dem Flug am Flughafen zu tragen, »wann immer der gebotene Mindestabstand nicht uneingeschränkt gewähr­leistet werden kann«. Die Tragepflicht gilt zunächst bis zum 31.08.2020. Die derzeitige Regelung der Lufthansa, den Nachbarsitz in der Eco­nomy und Premium Economy Class freizuhalten, entfällt dagegen. Branchenexperten haben mit diesem Schritt gerechnet.

Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben einen Plan erarbeitet, um den Tourismus in ihren Ländern wieder zu ermöglichen. Der Drei-Phasen-Plan der drei Länder sieht vor, dass zunächst Outdoor-Angebote wieder eröffnet werden können. Dazu zählen etwa Zoos, Freizeitparks und Klettergärten. In Phase zwei sollen Restaurants und – mit Einschränkungen – Ferienwohnungen und Hotels.  In der zweiten Phase sollen Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen und Hotels folgen. Später soll dann der Übernachtungstourismus ohne Restriktionen wieder möglich sein. Zu welchem Datum die einzelnen Phasen beginnen, sollen die Länder in Abstimmung mit dem Bund in Eigenverantwortung bestimmen. Für Urlauber bedeuten die aktuellen Vorschläge der drei Bundesländer Aussicht auf Entspannung. »Auch wenn es so aussieht, dass im ersten Schritt nur tagestouristische Aktivitäten möglich sind – in NRW sind alle Tourismusakteure und Regionen in der Lage, Gästen Auszeiten von ihrem jetzigen Alltag anzubieten und es sind genug Angebote da, damit diese auch unter den Auflagen der Kontaktbeschränkungen genossen werden können«, sagte Achim Schloemer, Vorstandsvorsitzender des Tourismus NRW. Sobald die Politik die Vorschläge der drei Bundesländer insgesamt aufgenommen habe, werde Tourismus NRW Informationen und Hinweise für erste tagestouristische Trips bereitstellen.

In Spanien und Italien, den beiden populärsten Urlaubsländern der Deutschen am Mittelmeer, diskutiert man derzeit rege darüber, ob und wann man wieder Touristen ins Land lassen kann. Während Gabriel Escarrer, Vorstandschef des Hotelkonzerns Meliá, damit rechnet, im Juli wieder loszulegen, kommen aus der Politik zurückhaltendere Töne.

Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass Polen im Sommer wieder den Tourismus im Land ermöglichen will. Jetzt aber geht es deutlich schneller. Nun sollen bereits am kommenden Montag Hotels und Pensionen wieder eröffnen. Wann das Einreiseverbot nach Polen aufgehoben wird, ist noch unbekannt.

29. April: Weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni, Hoteleröffnungen in Österreich, Polen und Israel angekündigt, Spekulationen über Tourismus-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern in der zweiten Mai-Hälfte, Wizz Air fliegt wieder ab 1. Mai

Beobachter der politischen Diskussion der vergangenen Tage dürfte es wenig überraschen: Die Bundesregierung wird die weltweite Reisewarnung verlängern. Wie der Spiegel heute berichtet, wird die Reisewarnung bis mindestens 14. Juni 2020 verlängert werden. Die Tür zum Auslandsurlaub in den Sommerferien ist damit noch nicht geschlossen: Über den Zeitraum ab Mitte Juni wird später entschieden.

In Österreich können Hoteliers aufatmen: Am 29. Mai dürfen sie wieder ihre Herbergen eröffnen, die Gastronomie gar schon am 15. Mai. Wann Touristen aus dem Ausland wieder nach Österreich reisen können, ist dagegen noch unklar. In Hallstatt im Salzkammergut dürfte man darüber sehr erleichtert sein: Der Spiegel hat sich dort dieser Tage umgesehen.

Auch in Polen sollen im Sommer die Hotel wieder geöffnet sein. Das sagte Regierungssprecher Piotr Muller gestern im Radio. Aber nicht nur in Europa nimmt der Tourismus wieder langsam Fahrt auf: Ab dem 3. Mai 2020 dürfen in Israel wieder Hotels und Unterkünfte mit Gästezimmern im Erdgeschoss wie so genannte »Zimmers« und Bed ‘n‘ Breakfasts ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Die Maßnahme gilt zunächst nur für den Inlandstourismus.

Wird Mecklenburg-Vopommern das erste Bundesland sein, in dem Gastronomiebetriebe und Hotels wieder öffnen werden? Ein entscheidender Termin werde der 5. Mai sein, wenn es um eine neue Corona-Verordnung in Mecklenburg-Vorpommern gehe, sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. Wie in Österreich soll zunächst die Gastronomie von den Lockerungen profitieren.

Die Low Cost Airline Wizz Air wird laut eigenen Angaben ihren Flugbetrieb langsam wieder aufnehmen. So soll ab Freitag, den 1. Mai 2020, von Wien aus das Angebot zu 20 Destinationen sukzessive hochgefahren werden. Im Flugplan stehen Thessaloniki, Dortmund, Lissabon, Oslo und Eindhoven zuoberst auf der Wunschliste von Wizz Air. Weitere Ziele wie Rom, Mailand, Teneriffa, und Valencia sollen ebenfalls ab Mai wieder angeflogen werden.

28. April: Praxis-Vorschläge für Sommerurlaub in Deutschland werden konkreter, Ärger in Hamburg über Einreiseverbot in Schleswig-Holstein, Kaliforniens Gourverneur kritisiert Strandbesucher, Alpakas via Video-Live-Konferenz

In den letzten Tagen berichteten wir ja fast täglich darüber, wie sich Politiker den Kopf darüber zerbrechen, ob und wo in diesem Jahr der Sommerurlaub stattfinden kann. Mittlerweile scheint klar: außerhalb Europas nicht, innerhalb Europas vielleicht. In Deutschland dagegen schon. Nun ist die Diskussion an dem Punkt angelangt, an dem es darum geht, wie denn der Urlaub in Deutschland in diesem Sommer aussehen könnte. Dass sich nicht jeder Deutsche ein einsames Ferienhaus im Wald oder an der Küste wird mieten können, scheint klar. Also müssen klare Abstands- und Hygieneregeln her. Tourismus NRW erklärte gegenüber dem WDR, dass Mundschutz für Kellner, Informationsstände mit Schutzscheiben, die namentliche Erfassung von Besuchern und die Begrenzung ihrer Zahl (etwa in Museen) mögliche Ansatzpunkte für Schutzmaßnahmen im Tourismus seien.

Auch in Schleswig-Holstein macht man sich darüber Gedanken. Um den Gästeverkehr noch mehr zu entzerren, prüft man in der Ferienregion Ostseefjord Schlei (OfS) derzeit ein System von »Schleichwegen« abseits des Radwegenetzes. »Entlang der Schleichwege kann es mal etwas holperig werden, aber dafür wird man mit traumhaften Ausblicken inmitten der einzigartigen Naturlandschaft an Schlei und Ostsee belohnt«, sagt Infrastrukturmanagerin Jana Blaas. Das Team der OfS arbeitet momentan an konkreten Routen. Eine Ausschilderung soll es nicht geben, dafür eine digitale Aufbereitung, die ab Mai auf der Navigations-App »komoot« eingestellt werden wird.

Bleiben wir in Schleswig-Holstein. Dort dürfen Touristen ja immer noch nicht hinreisen. Das sorgt für Kritik in Hamburg. »Das Einreiseverbot ist willkürlich, unverhältnismäßig und sehr wahrscheinlich nicht verfassungskonform«, sagte Henneke Lütgerath, Landesvorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats in Hamburg.

Gestern berichteten wir, dass in Kalifornien am Wochenende die ersten Strände wieder geöffnet hatten. Und prompt gibt es deswegen Knatsch. Kaliforniens Gourverneur Gavin Newsom kritisierte die Bilder, die sich ihm am Wochenende von den Stränden boten. Es war zu voll, und die Leute hielten nicht ausreichend Abstand. Newsom rügte das Verhalten der Strandbesucher und erinnerte daran, dass das Coronavirus »nicht nach Hause geht, weil es ein wunderschöner sonniger Tag an unseren Küsten ist«.

Die Tierfarm »Kisselmühle« im hessischen Rheingau bietet Besuchern großartige Attraktionen: Lamas, Alpakas und Kamele. Normalerweise. Aber in Zeiten der Coronakrise ist der Betrieb derzeit noch geschlossen. Inhaber Frank Messing bietet derweil Videokonferenzen mit Interessierten an. Ab 40 Euro kann man daran teilnehmen. Wie das in der Praxis aussieht, seht ihr hier.

27. April: Österreich will behutsam vorgehen, erste Strände in Kalifornien wieder geöffnet, ARD-Reportage über Zwangsrückeise eines Kreuzfahrtschiffes, Italien singt »Bella Ciao«

Wer angesichts der fortlaufenden Diskussion über den Sommerurlaub und die vielversprechenden Äußerungen aus Österreich in den vergangenen Tagen glaubt, dass man schon bald seine Koffer packen kann, der wird sich weiter in Geduld üben müssen. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg sagte der Bild-Zeitung, grenzüberschreitender Tourismus werde »nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein«. Österreich werde keine Alleingänge unternehmen, sondern sich auf europäischer Ebene abstimmen.

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Strände wieder geöffnet worden – allerdings nicht überall, mancherorts bleiben sie weiter geschlossen. Dort, wo sie geöffnet wurden, müssen Sicherheitsabstände und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. So gilt u.a. eine Pflicht zum Tragen einer Mundschutzmaske.

Über durch die Coronakrise verursachte Zwangs-Heimfahrt des Kreuzfahrtschiffes MS Amera von Brasilien nach Deutschland berichtet heute Abend die ARD in einer Reportage. 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder saßen 18 Tage lang auf dem Schiff fest. Wie hat die Crew das organisiert? Wie ging es den Passagieren an Bord? Das könnt ihr euch heute um 22:45 Uhr im Ersten ansehen.

Und zum Schluss ein schönes Video aus Italien. Dort herrscht seit Wochen eine der strengsten Ausgangssperren Europas. Das hielt viele Italiener aber nicht davon ab, am Tag der Befreiung »Bella Ciao« von Fenstern und Balkonen zu singen.

 

26. April: Maas will gemeinsame Kriterien für Sommerurlaub in Europa, Klöckner wirbt für Urlaub auf dem Land, Niedersachen macht Druck, Kroatien will Sommerurlaub ermöglichen

Das Tohuwabohu in der Diskussion über den Sommerurlaub geht munter weiter. Heute wieder an der Reihe: Außenminister Heiko Maas. Eigentlich ist die hohe Kunst der Diplomatie sein Steckenpferd, aber mittlerweile schlüpft der 54-Jährige immer stärker in die Rolle des heimlichen Tourismusministers. Seit Wochen erklärt er, warum ein Sommerurlaub im Ausland in diesem Jahr vermutlich nicht möglich sein wird. Heute legt er in einem Interview der »Bild am Sonntag« nach. Dieses Mal geht es um das Ansinnen Österreichs, die Grenzen für Urlauber aus Deutschland bald zu öffnen. »Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken«, sagte Maas. Er strebe stattdessen eine Lösung auf europäischer Ebene an. Ein Datum nannte er nicht.

Eine Politikerin, die bisher in der Diskussion über den Sommerurlaub in diesem Jahr schwieg, meldet sich nun auch zu Wort: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. »Im ländlichen Raum gibt es viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich«, sagte Klöckner in einem Gespräch mit der WAZ. Mit Blick auf mögliche Ausflugsziele nannte sie auch Landgasthöfe mit großem Außenbereich; hier sei es denkbar, dass sie unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln »Teil unserer Urlaubsplanungen« sein könnten.

Ebenso wie Mecklenburg-Vorpommern will auch Niedersachsen im Sommer Touristen begrüßen. Der Tourismusverband Niedersachsen hat dazu einen Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet. Demnach sollen Touristen die Ostfriesischen Inseln und die Nordseeküste im Sommer wieder besuchen könnten. Auf den Inseln Wangerooge, Langeoog und Norderney werden die Pläne unterstützt.

Derweil hat auch Kroatien den Sommerurlaub noch nicht abgeschrieben. Romeo Draghicchio, Chef der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, sagte der Bild: »Wir rechnen damit, dass im Sommer, also in der Hochsaison, noch immer eine Tourismussaison möglich ist, da es in Kroatien viele Unterkunftsmöglichkeiten gibt, wo die Einhaltung der Abstände zwischen den Gästen praktizierbar ist.« Eine Entscheidung darüber, ob und wie ein Urlaub in Kroatien in diesem Jahr möglich sein wird, soll Ende Mai gefällt werden.

25. April: Bareiß erwartet »ganz seltsames« Urlaubsjahr 2020, Mecklenburg-Vorpommern stellt Fünf-Phasen-Modell für Tourismus-Comeback vor, TUI pausiert bis zum 15. Mai, keine Kreuzfahrten bei Norwegian bis Ende Juni

In vielen Regionen in Deutschlands denken die Tourismus-Verantwortlichen noch darüber nach, wann und wie sie Urlauber in diesem Sommer begrüßen können. Konkret wurde man vielerorts noch nicht. Anders in Mecklenburg-Vorpommern. Dort ist man schon einen Schritt weiter. »Wir wollen mit einem Fünf-Phasen-Modell den Tourismus wieder hochfahren«, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gestern Nachmittag in einem Statement. Wie diese aussehen, erfahrt ihr hier.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, kann sich Reisen in diesem Sommer trotz Corona-Pandemie vorstellen. »Das Reisejahr 2020 wird ein ganz, ganz seltsames sein«, sagte Bareiß. Er hoffe, dass viele Menschen dieses Jahr in Deutschland Urlaub machen und neue Ziele in der Heimat ausprobieren können. Allerdings werde auch hierzulande der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Dazu sei man derzeit in Gesprächen mit der Tourismusbranche. Konkret gehe es darum, dass Abstand eingehalten wird, Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen und dass Menschen sich vor Ort auf das Coronavirus testen lassen können.

Nach DER Touristik und Schauinslandreisen wird auch TUI Deutschland bis zum 15. Mai keine Reisen anbieten. »Zwar ist heute noch nicht klar, wann Reisen wieder beginnen können, allerdings haben wir schon heute die Gewissheit, dass die Deutschen wieder reisen wollen, sobald dies möglich ist«, sagte Hubert Kluske, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland. Für Kluske ist denkbar, erst einmal wieder Reisen innerhalb Deutschlands anzubieten. »Wir stehen bereits in engem Austausch mit den Regierungen in unserem Heimatmarkt und den Urlaubsländern. Sobald einzelne Länder grünes Licht geben, sind wir in der Lage, Reisen dorthin anzubieten. Wir gehen davon aus, dass wir im Hochsommer wieder Gäste in verschiedene Urlaubsziele fliegen werden«, so Kluske.

Der Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line, eines der führenden Kreuzfahrtunternehmen weltweit, das die Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises betreibt, gab gestern die Verlängerung der bereits früher angekündigten freiwilligen Aussetzung aller Kreuzfahrten bekannt. Diese betrifft Reisen aller drei Kreuzfahrtmarken zwischen dem 11. Mai und dem 30. Juni 2020.

24. April: Allianz pro Schiene fordert einheitliche Maskenpflicht, Ryanair will Mittelsitz nicht freilassen, Knatsch um Corona-Schließung von Berlin-Tegel, letzter Rückflug der Corona-Luftbrücke, Optimismus bei Schauinsland Reisen, Kieler Woche 2020 soll stattfinden

In der Allianz pro Schiene organisierte Gewerkschaften und Fahrgastverbände haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten aufgefordert, bei ihrer nächsten Konferenz am 30. April bundesweit einheitliche Regeln für das Tragen von Masken im Öffentlichen Verkehr festzulegen. Beispielsweise sei unklar, in welchen Bundesländern die Maskenpflicht nur für Bus und Straßenbahn gelte und wo sie den gesamten Schienenverkehr erfasse. »Öffentliche Personenverkehrsmittel machen genau wie das Corona-Virus nicht an Bundeslandgrenzen halt«, so die Verbände. Ein Flickenteppich sei für Fahrgäste und Beschäftigte unzumutbar und gesundheitspolitisch nicht zu rechtfertigen.

Wie die Airlines mit der Corona-Krise umgehen werden, wenn die Nachfrage wieder anzieht, das steht derzeit noch in den Sternen. Von Entzerrung in den Flughäfen, einer Maskenpflicht und weiteren Hygienemaßnahmen ist derzeit die Rede. Ebenfalls in aller Munde ist der freie Sitzplatz in der Mitte, um gebührend Abstand zu anderen Passagieren zu halten. Das hält Ryanair-Chef Michael O’Leary allerdings für Mumpitz. Das sei eine »idiotische Idee«, die ohnehin nichts bringe. Ryanair könne kein Geld verdienen, wenn ein Drittel der Plätze im Flugzeug leer bleiben müsse. Sollte die Regelung dennoch verpflichtend werden, werde Ryanair nicht fliegen, berichtet die britische Boulevardzeitung »The Sun«.

Berlin-Besucher, die mit dem Flugzeug reisen, lieben den Flughafen Tegel: Er ist relativ klein, übersichtlich und man ist schnell mit dem Auto oder Bus in der Stadt. Aber auch der Flughafen Berlin-Tegel leidet unter der Corona-Krise, es herrscht kaum noch Flugbetrieb. Gerade einmal neun Flieger sollen heute den Airport verlassen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will den Flughafen deshalb ab Mai für zwei Monate schließen. Alle Flüge sollen dann über Berlin-Schönefeld abgewickelt werden. Die Lufthansa ist strikt dagegen.

In den letzten Wochen sind mehr als 240.000 gestrandete Deutsche aus dem Ausland zurückgeholt worden. Im Rahmen der sogenannten Corona-Luftbrücke ist in Kapstadt am Donnerstagabend nun die letzte Chartermaschine gestartet. An Bord waren rund 300 Deutsche.

Trotz der aktuellen Ausnahmesituation blickt der Reiseveranstalter Schauinslandreisen »voller Zuversicht« in die Zukunft. Die Vorarbeiten für das Winterprogramm 2020/2021 sind weitestgehend abgeschlossen. Die Kataloge werden Ende Mai erscheinen, buchbar ist bereits jetzt vieles. »Die ersten und somit sehr frühen Buchungseingänge für die kommende Wintersaison zeigen uns, dass die Menschen reisen möchten und dass viele urlaubsreif sind«, sagte Gerald Kassner, Geschäftsführer des Unternehmens.

Überall in Deutschland wurden in den letzten Wochen Groß-Veranstaltungen abgesagt. Zuletzt das Oktoberfest in München. Ist damit der Festivalsommer in Deutschland mausetot? Nicht ganz. Einige Veranstalter versuchen zu retten, was zu retten ist. So auch die der Kieler Woche. Die Organisatoren der Kieler-Woche-Regatten wollen trotz Corona-Pandemie hochkarätige Segelwettbewerbe auf die Beine stellen. Das auf den 5. bis 13. September 2020 verschobene Event soll aber zusammengekürzt werden.

23. April: Maas dämpft Hoffnungen auf Sommerurlaub im Ausland, Kurz spricht über Comeback des Tourismus in Österreich für Deutsche, DER Touristik sagt Reisen bis zum 15. Mai ab, Frankfurt auf dem Sofa entdecken

In den letzten Tagen wurde ja landauf, landab viel über den Sommerurlaub diskutiert. Einer, der dabei immer wieder auf die Bremse trat, war Außenminister Heiko Maas. Jetzt hat er noch einmal nachgelegt. »Wir haben alle eine Reisewarnung – weltweit – in die Welt gesetzt, und irgendwann werden wir uns damit auseinandersetzen müssen, wann man diese Reisewarnung zurücknehmen kann. Es gibt allerdings im Moment keinen einzigen Hinweis, der darauf hindeutet, dass man das tun könnte in absehbarer Zeit«, sagte er gestern Abend in einem ARD Extra zur Corona-Krise.

In unserem Nachbarland Österreich sieht das nicht anders aus. Auch dort wird darüber diskutiert, wie der Sommerurlaub aussehen könnte – allerdings unter anderen Vorzeichen. Denn die Österreicher spekulieren darauf, dass Besucher aus Deutschland im Sommer bei ihnen den Urlaub verbringen können. Gestern Abend meldete sich Regierungschef Sebastian Kurz zu Wort. »Natürlich ist es das Ziel, dass wir die Grenzen wieder runterfahren«, sagte der Kanzler in der ARD-Talkshow «Maischberger«. Schließlich seien sowohl Deutschland als auch Österreich bei der Eindämmung des Coronavirus auf einem guten Weg. Dies sei die Voraussetzung für eine Wiederbelebung des Tourismus. Wann das so weit sein wird, sagte Kurz nicht. Ab Mitte Mai dürfen in Österreich wieder Lokale und Restaurants öffnen. 

Beim Reiseveranstalter DER Touristik Deutschland wird es weiterhin keine Reisen geben – der Zeitraum wurde nun abermals verlängert. »Aufgrund der aktuellen Information der Bundesregierung zur Urlaubsplanung und der geltenden weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sagt die DER Touristik Deutschland alle Reisen mit Reisezeitraum bis einschließlich 15. Mai 2020 vorsorglich ab«, teilte das Unternehmen mit. Bis gestern waren Reisen »nur« bis Ende April abgesagt.

»Gugge & Gudes tun« – unter diesem Credo könnt ihr derzeit Frankfurt zu Hause gemütlich auf dem Sofa entdecken. Die Macher der Frankfurter Stadtevents haben die letzten zwei Wochen dazu genutzt, mit einigen ihrer Guides Stadtführungen zu drehen. Präsentiert werden u.a. die Neue Altstadt, das Bahnhofsviertel und die ehemaligen Weltkriegsbunker im Stadtteil Griesheim. Die virtuellen Führungen (15 bis 25 Minuten lang) sind kostenlos. Wer etwas spenden möchte, kann dies gerne tun. Die Einnahmen gehen zu einem Drittel an die Guides, zu einem Drittel an die Macher des Frankfurter Stadtevents und zu einem weiteren Drittel an das Obdachlosenprojekt »Straßenblick«.

22. April: Entwicklungsminister Müller hält Auslandsreisen im Sommer für möglich, Tirol nun Quarantäne-frei, Canada Reise Dienst CRD International insolvent, Berlins Museen öffnen im Mai

Wird das noch was mit dem Sommerurlaub oder nicht? Diese Frage wird seit Tagen in der Politik und der Branche heiß diskutiert. Während Außenminister Heiko Maas auf die Bremse tritt, hält Entwicklungsminister Gerd Müller einen Sommerurlaub auch außerhalb Deutschlands für möglich. »Urlaub in Deutschland kann in diesem Sommer wieder möglich sein. Ich glaube auch, dass es in der Mittelmeer-Region eine Chance dazu gibt – einschließlich in Nordafrika«, sagte der Minister der Funke-Mediengruppe.

Aufatmen in Tirol: Ab Donnerstag wird in dem österreichischen Bundesland keine Region mehr unter Quarantäne stehen. In Abstimmung mit Experten und den Behörden habe man sich aufgrund der Coronavirus-Entwicklungen entschieden, die Quarantäne in den Gebieten Sölden, St. Anton und Paznaun von Mittwoch auf Donnerstag aufzuheben, sagte Landeshauptmann Günther Platter. Die Quarantäne-Regeln sollten eigentlich bis zum 26. April andauern. Ob Deutsche im Sommer in Tirol wieder ihren Urlaub verbringen können, ist noch unklar. Derweil müssen wir uns mit schönen Bildern wie diesem begnügen.

Wer sich in der Vergangenheit für Reisen nach Kanada oder in die USA interessierte, dürfte das ein oder andere Angebot des Veranstalters CRD gesehen haben. Seit 45 Jahren bietet CRD International Individualreisen in die USA und nach Kanada an. Damit ist es nun vorbei: Mit Beschluss vom 17.04.2020 hat das Amtsgericht Hamburg ein Insolvenzverfahren für die Canada Reise Dienst CRD International GmbH angeordnet.

Wer in den nächsten Wochen einen Städtetrip nach Berlin plant, muss weiterhin auf Restaurants, Bars und Clubs verzichten. Aber, und das ist die gute Nachricht, die Museen werden bald wieder ihre Pforten öffnen. Die seit Mitte März geschlossenen Einrichtungen werden vermutlich am 11. Mai wiederöffnen. Die Schritte sollen unter dem Vorbehalt stehen, dass die Museen die hygienischen Voraussetzungen und Distanzregeln erfüllen.

21. April: Münchener Oktoberfest abgesagt, South African Airways am Ende, Knatsch wegen Erstattung von Airline-Ticketkosten

Damit war zu rechnen: Das Oktoberfest 2020 fällt aus. Zu viele Menschen auf zu engem Raum, Mundschutzmasken undenkbar – das konnte einfach nicht funktionieren. »Wir leben in anderen Zeiten. Mit Corona zu leben, heißt vorsichtig zu leben«, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Dass einige Fluggesellschaften die Coronakrise nicht überleben werden, zeichnete sich in den letzten Tagen und Wochen immer mehr ab. Allerdings dachte man dabei wohl eher an kleinere, weniger »bedeutende« Airlines. Dass es auch die Schwergewichte treffen würde, galt als eher unwahrscheinlich – sie konnten bisher darauf hoffen, dass ihnen die Regierungen ihrer Heimatländer unter die Arme greifen werden. Davon profitierten bisher die US-Fluggesellschaften United Airlines, American Airlines und Delta, aber auch hierzulande die Lufthansa. Dieses Glück hatte South African Airways nicht. Die südafrikanische Traditions-Airline steht vor dem Aus. Südafrikas Regierung will ihr kein Geld geben.

Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR), hat keinerlei Verständnis für die Haltung der Airlines in Sachen Erstattung von Ticketkosten: »Die Fluggesellschaften lassen ihre Vertriebspartner und damit auch die Kunden derzeit im Regen stehen«. Sein Vorwurf: Durch das bewusste und absichtliche Erschweren des Rückerstattungs-Prozesses wird es Marktteilnehmern im Ticketvertrieb (vor allem Reisebüros, die Red.) gezielt erschwert, Gelder für die Kunden zurück zu überweisen. »Nur wenige Airlines gestatten derzeit noch einen Refund auf normalem Wege im GDS und damit verbunden auch eine volle Erstattung bei Flugstreichung«, sagt Buller. »Es ist eine Unverschämtheit, dass Tools, die den Refund-Prozess erleichtern, von Marktteilnehmern gezielt abgeschaltet wurden.«

20. April: Sonnenbad am Strand hinter Plexiglas, Gäste der Costa Deliziosa können Schiff verlassen, Hotels in Las Vegas fordern Wiedereröffnungen spätestens Ende Mai, Vogelgezwitscher statt Fluglärm

Immer häufiger wird darüber diskutiert, ob und wie in den nächsten Monaten unser Urlaub aussehen könnte. In der italienischen Touristenhochburg Rimini wurde am Wochenende eine besonders schräge Idee diskutiert: Eine Firma hat dort durchsichtige Plexiglas-Kästen entworfen, die man am Strand aufbauen könnte. Die Kästen sind 4,5 Meter breit und bieten einen 1,5 Meter breiten Eingang. Sie sollen auch in Restaurants oder Fitness-Studios eingesetzt werden können.

Als eines der letzten Kreuzfahrtschiffe, das noch mit Passagieren unterwegs ist, wird die Costa Deliziosa heute in Barcelona anlegen. Über 1800 Gäste und fast 900 Besatzungsmitglieder sind an Bord. In Barcelona sollen nun alle Spanier das Schiff verlassen dürfen, dann steuert die Costa Deliziosa Genua an, wo die restlichen Passagiere von Bord gehen dürfen.

Auch in Las Vegas steht das öffentliche Leben derzeit nahezu still. Nevadas Gouverneur Steve Sisolak ließ alle Casinos und anderen nicht wesentlichen Geschäfte des Staates am 18. März für 30 Tage schließen. Er verlängerte die Schließung bis zum 30. April. Letzte Woche teilte er mit, er wisse noch nicht, wann die Maßnahmen gelockert werden können. Das reicht Matt Maddox, Chef der Wynn Resorts in Las Vegas nicht. Er forderte den Gouverneur von Nevada am Sonntag auf, Mitte bis Ende Mai den Las Vegas Strip wiederzueröffnen. Maddox stellte dabei einen Sicherheitskonzept vor. So sollen die Hotels nur eine bestimmte Zahl von Zimmern vermieten dürfen. Auch sollen die Maßnahmen zum Social Distancing in den Häusern überwacht werden.

Die Menschen im Frankfurter Süden sind von dem Lärm der Flugzeuge, die den Frankfurter Flughafen ansteuern, besonders geplagt. Doch in Zeiten der Coronakrise hat sich auch das geändert: Statt Fluglärm ist nun Vogelgezwitscher zu hören.

19. April: Sommerurlaub in Österreich?, Ideen für Ferien in Mecklenburg-Vorpommern, Cookinseln frei von Corona , Strände in Nord-Florida öffnen wieder

In unserem Nachbarland Österreich denkt man darüber nach, im Sommer Touristen aus Deutschland ins Land zu lassen. »Die Einschränkung der Reisefreiheit wird uns in den nächsten Monaten noch erhalten bleiben. Wenn Länder aber auch auf einem sehr guten und positiven Weg sind, wie beispielsweise Deutschland, dann gibt es durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt«, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. in einem Interview der »Presse am Sonntag«. Wann es so weit sein wird, wollte die Ministerin noch nicht sagen.

»Restaurants und Hotels mit weniger Belegung, keine Großveranstaltungen« – so könnte es vielleicht doch noch klappen mit dem Sommerurlaub in Mecklenburg-Vorpommern. An Ideen mangelt es in dem Bundesland derzeit jedenfalls nicht. Tobias Woitendorf, Tourismuschef in Mecklenburg-Vorpommern, kündigte an, dass es nächste Woche Gespräche zwischen der Landesregierung und Tourismusvertretern geben werde. Dabei soll soll sondiert werden, ob und wie Touristen in den nächsten Wochen ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringen können.

Nur sehr wenige Länder auf der Welt haben keine Coronavirus-Infizierten. Ein besonders bei Touristen beliebtes Traumziel gehört dazu: die Cookinseln. Die Inseln im Südpazifik haben sich nun offiziell zu einem coronafreien Gebiet erklärt. Alle Coronavirus-Tests auf den Cookinseln seien negativ ausgefallen, sagte Premierminister Henry Puna. Die Inseln wollen nun langsam zum Alltag zurückkehren.

Aufatmen in Jacksonville im Norden Floridas: Dort sind wieder die Strände geöffnet. Zwischen 6 bis 11 Uhr und von 17 bis 20 Uhr darf man sich an den Stränden aufhalten. Die Strandbesucher sind angehalten, einen Sicherheitsabstand einzuhalten.

18. April: Termin für Aufhebung der weltweiten Reisewarnung unklar, Schleswig-Holstein will sich für Sommerurlaub rüsten, Schloss Neuschwanstein bleibt dicht, »Ruby Princess«-Ermittlungen in Australien gehen weiter, Löwen im Krüger-Nationalpark chillen auf Straße

Wann werden wir wieder unbeschwert in den Flieger steigen können, um im Ausland unseren Urlaub zu verbringen? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Menschen, die aktuell über den Sommerurlaub sinnieren, sondern auch die Politik. Denn die muss dazu erst einmal die weltweite Reisewarnung für Touristen aufheben. Doch das kann dauern: »Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird«, sagte Außenminister Heiko Maas. Die Warnung gilt aktuell noch bis zum 3. Mai. Sie wird wahrscheinlich verlängert, denn wer will schon in ein Land fliegen, indem eine Ausgangssperre gilt oder jederzeit wieder eingeführt wird?

Womit wir bei der nächsten Frage wären: Und jetzt? Urlaub auf Balkonien oder geht vielleicht doch noch etwas, zumindest in Deutschland? Da sieht es schon besser aus. In Schleswig-Holstein denken die Verantwortlichen darüber nach, wie Touristen im Sommer dort ihren Urlaub verbringen können. So erwägt die Regierung in Kiel, ab Mai den Tourismus schrittweise zu öffnen. Zuerst sollen Besitzer von Zweitwohnungen kommen, dann Ferienwohnungen und Hotels ihre Pforten öffnen dürfen.

Viele Bundesländer lassen Schritt für Schritt ab der nächsten Woche ihre Sehenswürdigkeiten wieder öffnen – dazu gehören unter anderem Zoos, Tierparks und Museen. Auf die Highlights in Bayern muss aber noch gewartet werden. So bleiben alle Objekte der Bayerischen Schlösserverwaltung aufgrund der Corona-Pandemie bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Dies betrifft unter anderem eines der populärsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands: Schloss Neuschwanstein. Ebenfalls dicht bleiben Schloss Nymphenburg, Schloss Linderhof und die Münchener Residenz. Wem es genügt, nur von außen zu gucken statt reinzugehen: Die Park- und Gartenanlagen der Schlösserverwaltung sind weiterhin für einen Spaziergang geöffnet.

In Australien haben die Gesundheitsbehörden und die Justiz einen Hals auf die Betreiber des Kreuzfahrtschiffes «Ruby Princess». Das Mega-Schiff mit 2.700 Passagieren an Bord war nach 11 Tagen auf See im März in Sydney eingelaufen, anschließend durften die Menschen das Schiff verlassen, obwohl sehr viele von ihnen Grippe-ähnliche Symptome zeigten. In der Folgezeit schossen die Corona-Infizierten-Zahlen in Australien in die Höhe. Die Justiz hat daher den Verdacht, dass Informationen über die Gesundheitssituation an Bord vertuscht werden sollten. Tausenden Passagieren wurden nun per E-Mail Fragebögen zugeschickt – sie sollen berichten, was sich an Bord zugetragen hat.

Oh, wie süß! Im Kruger-Nationalpark im Südafrika geht wegen der Coronavirus-Pandemie momentan nichts mehr: keine Touristen, keine Safaris. Für die Könige des Parks, die Löwen, keine schlechte Situation: Für sie ist jetzt noch mehr Platz – und Ruhe. Sie nutzen die Straße zum Chillen, seht selbst:

17. April: Politik diskutiert über Sommerurlaub, Söder hält Hotel-Wiedereröffnungen Anfang Juni für möglich, Umfrage: 28 Prozent der Deutschen halten an Sommerurlaub fest, Lufthansa streicht Montreal komplett, CSD Köln auf Oktober verschoben

Je mehr Verbote im Zuge der Coronavirus-Krise aufgehoben werden, desto mehr Menschen fragen sich: Wie sieht es aus mit dem Urlaub im Sommer in diesem Jahr? Auch die Politik diskutiert darüber. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans plädiert für Zurückhaltung. Er sagte gegenüber dem TV-Sender RTL: »Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren.«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird konkreter, er appelliert an die Menschen, sich damit anzufreunden, den Sommerurlaub in Deutschland zu verbringen. »Meine Einschätzung ist, wenn man das Infektionsgeschehen anderer Länder anschaut, ist der Urlaub wohl besser in Deutschland zu machen«, sagte er in »Bild Live«. Es gebe »wundervolle Ziele«. Gleichzeig machte er Hotelliers und Gastronomen Hoffnungen, dass sie »ab Anfang Juni« ihre Betriebe wieder öffnen könnten.

Unterdessen schminkt sich mehr als ein Drittel der Deutschen ihren Sommerulaub ab: 35 Prozent der Wahlberechtigten haben wegen Corona den geplanten Sommerurlaub bereits storniert (14 Prozent) oder angedachte Buchungen verschoben (21 Prozent). Das ergab eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends. An ihren Urlaubsplänen festhalten wollen demnach 28 Prozent, wohingegen 31 Prozent überhaupt nicht vorhatten, in den Urlaub zu fahren.

Die Lufthansa wird ihr Langstrecken-Flugangebot »angesichts der geringen Nachfrage« weiter reduzieren. Das betrifft vor allem eine Stadt: Montreal (Kanada). Dorthin flog die Lufthansa bisher noch dreimal die Woche; diese Verbindung wird nun gestrichen. Damit bleiben noch 15 Langstreckenverbindungen pro Woche übrig: jeweils dreimal wöchentlich von Frankfurt nach Newark und Chicago (beide USA), Sao Paulo (Brasilien), Bangkok (Thailand) und Tokio (Japan). Und sonst? Pro Woche bietet die Lufthansa ab Frankfurt noch 36 Flüge innerhalb Deutschlands und Europa. Ab München werden ab dem 4. Mai nur noch sechs tägliche Verbindungen zu innerdeutschen Städten angeboten.

Der CSD in Köln, Deutschlands größtes LGBT-Festival, das traditionell am ersten Juli-Wochenende gefeiert wird und zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland anzieht, soll nun vom 9. bis 11. Oktober 2020 über die Bühne gehen. Das teilten die Veranstalter gestern Abend auf Facebook mit. Das Berlin Pendant dagegen soll nur online stattfinden. Dagegen regt sich Kritik.

16. April: Sommer ohne Festivals, Oktoberfest auf der Kippe, United Airlines kürzt Flüge um 90 Prozent, Ryanair glaubt an Sommerurlaub 2020, Matterhorn erstrahlt in Deutschland-Flagge-Farben

Es ist die wohl weltweit bekannteste Veranstaltung in Deutschland, die viele Touristen aus dem Ausland anlockt: das Oktoberfest. Dass es in diesem Jahr aber stattfinden wird, wird immer unwahrscheinlicher. Zwar haben Bund und Länder gestern beschlossen, dass Großveranstaltungen »nur« bis zum 31. August verboten bleiben, das es danach aber unbeschwert weiter geht, gilt als ausgeschlossen. Das bestätigt auch Bayerns Ministerpräsident Söder gestern Abend im Bayrischen Rundfunk: »Ich bin sehr, sehr skeptisch und kann mir aus jetziger Sicht kaum vorstellen, dass eine solch große Veranstaltung überhaupt möglich ist zu dem Zeitpunk«, so Söder. Gestern sagte bereits der Veranstalter FKP Scorpio die Festivals Hurricane, Southside, Deichbrand, Elbjazz, Limestone, Highfield und M’era Luna ab.

Auch die Fluggesellschaften in den USA sind von der Coronavirus-Pandamie schwer gebeutelt. Bei United Airlines werden im nächsten Monat nur noch 10 Prozent der sonst üblichen Flugverbindungen bedient werden. Das teilten Geschäftsführer Oscar Munoz und Präsident Scott Kirby in einer Nachricht an ihre Mitarbeiter mit. Unterdessen geht Ryanair-Chef Michael O’Leary davon aus, dass schon ab Juni wieder viele Menschen in den Urlaub fliegen werden. Einen Schritt weiter geht bereits Malaysia Airlines. Die Fluggesellschaft erweitert derzeit sukzessive das internationale Streckennetz für die Monate April und Mai. So wurden insbesondere die Frequenzen nach Australien und Neuseeland, u.a. nach Sydney, Melbourne oder Auckland hochgefahren.

Die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz ist derzeit geschlossen. Auf dem Matterhorn in der Schweiz hat man nun aus Zeichen der Solidarität den Berg in Deutschland-Farben angestrahlt.

15. April: Rückholprogramm fast abgeschlosssen, TUI erhöht Gutschrift für Umbucher, Frankfurter Flughafen: 96,8 Prozent Minus, Amsterdam: leere Grachten, leere Kasssen

Das Rückholprogramm der Bundesregierung für gestrandete Urlauber steht kurz vor dem Abschluss. Rund 225.000 Deutsche sind zurückgeholt worden. Probleme gibt es weiter in Ländern wie Peru, Südafrika, Argentinien und Pakistan und der Türkei. In einigen Ländern wird sich kritisch über das Auswärtige Amt und die Arbeit der Botschaften geäußert.

Der Reiseveranstalter TUI belohnt Reisende, deren Urlaub bis zum 30. April 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, mit einer zusätzlichen Gutschrift. Als Dankeschön für eine Umbuchung erhöht TUI das Reiseguthaben um bis zu 150 Euro pro Buchung. »Unsere Gäste wollen weiterhin reisen und wir möchten alle Urlauber von abgesagten Buchungen belohnen, wenn sie sich mit ihrem Reiseguthaben für einen neuen Termin entscheiden und TUI damit verbunden bleiben«, sagte Hubert Kluske,Geschäftsführer Vertrieb und Marketing TUI Deutschland.

Deutschlands größter Flughafen wird immer menschenleerer: Am Frankfurter Flughafen betrug in der 15. Kalenderwoche (6. bis 12. April) das Minus 96,8 Prozent im Vergleich zur gleichen Kalenderwoche des Vorjahres. Das Passagieraufkommen war bereits in der ersten Aprilwoche (30. März bis 5. April) im Vergleich zur gleichen Kalenderwoche des Vorjahres um 95,2 Prozent zurückgegangen, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit.

In den letzten Jahren beklagte sich Amsterdam über den »Overtourism«: Viel zu viele Touristen tummelten sich im Zentrum der holländischen Hauptstadt. Doch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie hat sich das dramatisch geändert: Die Grachten sind leer, die Kassen der Gastronomen auch, wie die DW in einer Fotogalerie zeigt.

14. April: Urlaub auf Mallorca frühestens ab August, Ansturm auf Nationalpark in China, Paar aus Berlin fährt trotz Coronaverbot nach Mecklenburg-Vorpommern und bleibt am Strand im Sand stecken

Wird es in diesem Jahr möglich sein, auf Mallorca Urlaub zu machen? Diese Frage dürften sich einige Menschen in Deutschland stellen, schließlich gilt Mallorca als Lieblingsinsel der Deutschen. Iago Negueruela, Tourismusminister der Balearen, tritt auf die Bremse. Er geht davon aus, dass man erst im August an einer »behutsamen Rückkehr« zur Normalität denken könne. Für die Monate Mai und Juni hat er keine Hoffnungen.

Oje! Das ging erst mal in die Hose! In China sind nach der monatelangen Ausgangssperre rund 20.000 Chinesen in den Huangshan-Nationalpark im Osten des Landes gestürmt. Der Eintritt war frei. Dicht an dicht liefen sie über die Wanderwege, der Mindestabstand konnte nicht eingehalten werden.

Derzeit sind Urlaubsreisen nach Mecklenburg-Vorpommern verboten. Ein junges Urlaubspaar aus Berlin hielt davon aber wenig und machte sich am Osterwochenende mit dem Auto auf dem Weg zur Ostsee. In Warnemünde angekommen, steuerten sie mit dem Auto den Strand an – und blieben dort im Sand stecken. Ein Abschleppunternehmen musste helfen, was sich aber als schwieriges Unterfangen herausstellte. Die Polizei bekam natürlich Wind von der Sache und leitete Ordnungswidrigksverfahren gegen das Paar ein.

13. April: Justizministerin will Gutscheinlösung zügig umsetzen, US-Gesundheitsbehörde verlängert Kreuzfahrtverbot, ungewöhnliche Strafe für Touristen in Indien, Nicaragua feiert weiter

Wer bereits seine Pauschalreise oder auch nur seinen Flug für den Sommerurlaub gebucht hat, der kann sich immer noch nicht sicher sein, ob er sein Geld zurückerhalten wird oder einen Gutschein akzeptieren muss. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht plädiert für eine Gutscheinlösung. Bevor diese aber in Deutschland gilt, muss die EU-Kommission zustimmen. Das scheint aber fraglich, erst gestern (siehe News vom 12.4. weiter unten) äußerte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen skeptisch zur verpflichtenden Annahme der Gutscheine. Lambrecht sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), niemanden sei gedient, wenn alle betroffenen Reisenden ihre bisher geleisteten Zahlungen zurückfordern und Fluggesellschaften deswegen pleitegingen. Sollte die EU-Kommission den Plänen der Bundesregierung zustimmen, wolle man schnell einen Gesetzentwurf im Bundestag einbringen.

In den USA wird es in den nächsten Monaten keine Kreuzfahrten mehr geben. Grund dafür ist eine Entscheidung des »Centers for Disease Control and Prevention (CDC)«, der US-Gesundheitsbehörde. Sie hat nun die Einschränkungen für Kreuzfahrten bis zum 19. Juli verlängert. In dieser Zeit dürfen Kreuzfahrtschiffe niemanden von Bord lassen. Die sogenannte No Sail Order galt zunächst bis zum 14. April. Sie wurde jetzt um 100 Tage verlängert.

Auch in Indien gelten derzeit strenge Ausgangsbeschränkungen. Zehn Urlauber aus dem Ausland haben dagegen in der Region Tapovan verstoßen. Zur Strafe musste jeder von ihnen fünfhundert Mal den Satz »I did not follow the rules of lockdown so I am so sorry« schreiben. Ausführlichere Informationen und ein Foto der Strafaktion seht ihr hier.

Nicaragua gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, das trotz Coronavirus-Pandemie das öffentliche Leben so gut wie nicht einschränkt. Am Osterwochenende fand sogar das »Summer Music Fest 2020« in El Trapiche statt – organisiert vom nicaraguanischen Tourismusinstitut (Intur). Wie viele Menschen an dem Festival teilnahmen, ist nicht bekannt.

12. April: von der Leyen rät von Sommerurlaub-Buchung ab, Copacabana Palace erstmals in fast 100-jähriger Geschichte geschlossen, Versuchslabor Mallorca?

Kann ich dieses Jahr in den Sommerurlaub fahren? Oder fällt der wegen des Coronavirus komplett ins Wasser? Diese Frage stellen sich viele Menschen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rät dazu, zunächst keine Entscheidung zu treffen. »Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen«, sagte von der Leyen in einem Interview der Bild am Sonntag. Zur angestrebten Gutscheinlösung für Reiseveranstalter äußerte sie sich skeptisch. Rechtlich gesehen hätten die Verbraucher die Wahl zwischen Geldrückzahlung und einem Gutschein. Sie appelliert aber an die Solidarität derjenigen, die bereits eine Vorauszahlung geleistet hätten; wer das Geld nicht dringend benötige, solle die Reiseveranstalter unterstützen und einen Gutschein akzeptieren.

Das Copacabana Palace in Rio de Janeiro ist eine Hotellegende. Es beherbergte in der Vergangenheit zahlreiche Hollywoodstars und Rockgruppen wie die Rolling Stones und U2. Seit Karfreitag nun hat das Luxushotel zum ersten Mal in seiner fast 100 Jahre alten Geschichte wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen – so wie rund 60 andere Hotels in Rio de Janeiro auch. Laut Andrea Natal, Direktorin der brasilianischen Hotelkette Belmond, die das Copacabana Palace betreibt, wurde die Entscheidung zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste getroffen. Das Hotel beschäftigt rund 550 Mitarbeiter. Ende Mai soll das Hotel wieder eröffnet werden.

Auf den Balearen haben sich – im Vergleich zum restlichen Spanien – nur sehr wenige Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Auf Mallorca werden deshalb die Forderungen lauter, die Insel als Erstes wieder für Touristen freizugeben. Von einem »Versuchslabor« für ganz Spanien ist die Rede.

11. April: Zahlreiche Passagiere der »Greg Mortimer« durften Schiff verlassen, Luxus-Reisende in Privatjet am Flughafen Marseille abgewiesen

Das Kreuzfahrtschiff »Greg Mortimer« ist vergangene Nacht (MEZ) in den Hafen der uruguayischen Hauptstadt Montevideo eingelaufen. Zwar befanden sich »nur« 217 Menschen an Bord, davon sollen sich aber rund 60 Prozent mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Gros der Passagiere kommt aus Australien und Neuseeland, es sind aber auch US-Amerikaner, Briten und Bürger anderer europäischer Staaten an Bord. Mehr als 120 Neuseeländer und Australier durften bereits das Schiff verlassen. Sie wurden in mehreren Reisebussen und von der Polizei eskortiert zum Aeropuerto Internacional de Carrasco transportiert. Von dort sollen noch heute die Passagiere nach Melbourne geflogen werden.

Posse am Flughafen in Marseille: Trotz Coronavirus-bedingter Ausgangssperren in Frankreich landete in Marseille ein Privatjet mit Luxus-Urlaubern. An Bord waren sieben Männer zwischen 40 und 50 Jahren und drei Frauen in den Zwanzigern. Am Flughafen warteten bereits drei gecharterte Hubschrauber, die die Luxus-Reisenden in eine Villa nach Cannes fliegen sollten. Dazu kam es allerdings nicht: Unmittelbar nach der Landung wurden die Reisenden wieder nach Großbritannien zurückgeschickt, wie britische Medien berichten.

10. April: Gestrandete Rucksacktouristen in Cusco, Happiness in Christchurch, Condor jetzt mit Erntehelfer-Flügen, Schauinsland zahlt Gelder zurück

Kein Rauskommen: In der peruanischen Stadt Cusco sitzen Rucksacktouristen aus aller Welt in einem Hostel fest. Die Rückholung der Touristen aus Peru zieht sich bereits seit Wochen hin. Es tauchen immer neue bürokratische Hürden auf, berichten die Gestrandeten. Ein Ende des Zwangsaufenthalts sei derzeit nicht in Sicht.

In keinem anderen Land der Welt saßen bis zuletzt so viele Touristen aus Deutschland fest wie in Neuseeland: rund 12.000 gestrandete Urlauber nämlich. Die Hälfte ist mittlerweile ausgeflogen worden. Zunächst ab Auckland, seit dieser Woche auch ab Christchurch. Die Lufthansa flog – als Dankeschön dafür, dass sich die Neuseeländer so fürsorglich um die gestrandeten Deutschen kümmerten – eine Extrarunde über Christchurch. Mehr zu der Rückholaktion vor Ort und den Reaktionen darauf könnt ihr hier nachlesen.

Condor hat in den letzten Wochen über 75.000 Reisende aus aller Welt nach Hause zurückgeholt. Jetzt geht es weiter mit den Sonderflügen. Allerdings nicht wegen weiterer gestrandeter Urlauber. Vielmehr hilft die Airline deutschen Landwirten mit einer eigenen Initiative, Helfer für die anstehenden Ernten in alle Teile Deutschlands zu bringen. Landwirte können ihre Helfer direkt auf der Condor-Webseite einbuchen und erhalten im »Erntehelfer-Paket« nicht nur 30 Kilogramm Freigepäck und den obligatorischen Gesundheitscheck. Sie stellen, so Condor in einer Mitteilung, »durch den Flug mit Condor auch sicher, dass die geltenden Abstandsregeln für ihre Helfer zum Schutz der eigenen Betriebe eingehalten werden, weil auf allen Erntehelfer-Flügen von Condor der Mittelsitz jeder Reihe freibleibt«.

Der Reiseveranstalter Schauinsland arbeitet nach eigenen Angaben »derzeit mit Hochdruck daran die Rückerstattungen von weit über 100.000 Gästen zu bearbeiten«. Die Auszahlung an die Kunden erfolge dabei sukzessive. Die ersten umfangreichen Summen seien bereits erstattet worden. Darüber hinaus werde Schauinsland auch weiterhin alle stornierten Reisen mit dem Abreisedatum bis zum 30. April 2020 voll erstatten. »Wenngleich eine staatliche und abgesicherte Gutscheinlösung von Regierungsseite geplant ist, haben wir uns dazu entschieden, dass wir die Geduld und das Verständnis unserer Kunden nicht länger auf die Probe stellen können. Insbesondere da wir auch um die finanziellen Nöte und Ängste vieler unserer Kunden in Folge von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wissen«, sagte Gerald Kassner, Geschäftsführer von Schauinsland.

9. April: Oberverwaltungsgericht Greifswald kassiert Ausflugsverbote, trotz Verbots Urlauber auf Sylt, AIDA Cruises sagt Reisen bis Ende Mai ab, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern will Sommerferien auf August und September verschieben, Existenzangst auf Spitzbergen

Mecklenburg-Vorpommern geht besonders streng in der Coronakrise vor. Die Landesregierung untersagte es ihren Bürgern unter anderem, zu Ostern Ausflüge im eigenen Bundesland zu unternehmen. Dagegen reichten mehrere Bürger Klagen im Eilverfahren ein. Das Gericht gab den Klägern heute recht.

Zur Zeit ist es für Touristen wegen der Coronakrise auch verboten, die nordfriesischen Inseln zu besuchen. Das scheinen nicht alle Urlauber akzeptieren zu wollen; sie wollen trotzdem über Ostern auf eine der Inseln. Auf Sylt sind nun Wohnungsvermieter aufgefallen, die Urlaubsgäste in ihren Privat-Fahrzeugen in Niebüll abholten und auf die Insel transportierten. Einige Sylter sollen sogar fingierte Arbeitsverträge für Touristen ausgestellt haben, damit Urlauber unter dem Vorwand, auf Sylt zu arbeiten, auf die Insel kommen können.

AIDA Cruises hat alle Reisen bis einschließlich 31. Mai 2020 abgesagt. Alle Gäste, die in diesem Zeitraum eine Reise mit AIDA geplant haben, können den bereits gezahlten Reisepreis in Form eines Reiseguthabens zurückerhalten. »Für das Vertrauen der Gäste bedankt sich AIDA zusätzlich mit einem Bonus in Höhe von 10 Prozent auf die bereits geleistete Zahlung«, teilte der Kreuzfahrtanbieter mit. Wer möchte, kann sich den Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung aber auch erstatten lassen.

Wie könnte der Sommerurlaub 2020 aussehen? Diese Frage umtreibt viele Menschen, vor allem die, die schon eine Reise gebucht haben. Aber auch unter den Tourismusverbänden überlegt man, wie man die Krise am besten bewältigen kann. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern kommt mit der Idee um die Ecke, die Sommerferien wegen der Corona-Krise auf den Spätsommer zu verlegen. In ganz Deutschland sollten die Ferien auf August und September gelegt werden. Der Verband geht davon aus, dass im Spätsommer »die meisten Räume für die Ferien- und Freizeitgestaltung wieder freigegeben sind«. Im Bildungsministerium hält man nichts von dem Vorschlag.

Auf der ganzen Welt steht der Tourismus derzeit still. Auch an so abgelegenen Orten wie Spitzbergen – obwohl es dort bisher keinen einzigen bestätigten Coronafall gibt. Aber auch dort sind die Buchungen binnen »zwei, drei Tagen eingebrochen«. Viele Menschen auf Spitzbergen fürchten nun um ihre Existenz, berichtet die Tagesschau.

8. April: Lufthansa beschließt Aus für Germanwings, NRW-Ministerpräsident Laschet: Urlauber in den Niederlanden derzeit unerwünscht, Singapore-Airlines-Flugbegleiterinnen als »Care Ambassadors«

Der durch die Coronakrise schwer gebeutelte Lufthansa-Konzern zieht bei der Tochter Germanwings die Notbremse: Der Flugbetrieb der Airline wird komplett eingestellt – bisher waren 30 Flugzeuge für Germanwings im Einsatz. Außerdem wird der Konzern sowohl bei der Lufthansa als auch bei Eurowings zahlreiche Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen. Bis zu 80 Flugzeuge sollen wegfallen. Anders als beispielsweise nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geht die Lufthansa nicht von einer schnellen Erholung der Luftfahrt aus. Es werde »Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht«, teilte der Konzern mit.

Die Osterfeiertage sind für viele Bürger in Nordrhein-Westfalen traditionell ein willkommener Anlass, einen Kurztrip nach Holland zu unternehmen. Das soll in diesem Jahr allerdings unterbleiben. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appelliert an die Bürger, in diesem Jahr darauf zu verzichten. »Sie sind da derzeit unerwünscht. Als gute Nachbarn sollten wir einen solchen Wunsch der Niederländer akzeptieren«, sagte Laschet.

Normalerweise bedienen die Flugbegleiterinnen von Singapore Airlines Gäste an Bord. Da aber derzeit der größte Teil der Flugzeugflotte von Singapore Airlines am Boden bleiben muss, arbeitet das Kabinenpersonal auf andere Weise – im Krankenhaus. Am Dienstag leisteten die ersten Flugbegleiter als »Pflegebotschafter« im Krankenhaus Khoo Teck Puat in Singapur ihren Dienst. Laut einer Pressemitteilung des Krankenhauses wird die Flugbesatzung von Singapore Airlines überlasteten Krankenhausteams Hilfe leisten. Die Flugbegleiterinnen werden risikoarmen Stationen zugewiesen und sollen in den nächsten Wochen Krankenhauspflegeteams bei einfachen Tätigkeiten unterstützen.

7. April: 14 Tage Quarantäne für Deutschland-Heimkehrer, Kreuzfahrtschiff Greg Mortimer vor Uruguays Küste, Wanderreisespezialist Wikinger sagt Reisen bis Ende Mai ab, alltours zahlt Geld zurück

Wer ab dem 10. April aus dem Urlaub im Ausland nach Deutschland zurückkehrt, der muss sich 14 Tage lang in häusliche Quarantäne begeben. Die Regelung gilt nicht für Berufspendler. Da ohnehin bis Ende des Monats eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die gesamte Welt gilt und bis zum 10. April die meisten Urlauber zurückgeholt worden sein werden, dürfte die Regelung wohl nur für sehr wenige Menschen gelten.

Auf vielen Kreuzfahrtschiffen haben sich in den vergangenen Wochen Passagiere und Crewmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten Schiffe sind mittlerweile in Häfen zurückgekehrt. Nicht so das Kreuzfahrtschiff Greg Mortimer, das derzeit vor der Küste Uruguays angedockt ist. An Bord des Schiffes sind mindestens 81 Passagier und Bordmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Das uruguayische Außenministerium teilte mit, dass die Passagiere das Schiff nicht verlassen können, solange nicht klar ist, wie die Abreise organisiert wird. Das gilt nicht nur Schwererkrankte; sie wurden in Krankenhäuser gebracht.

Wikinger Reisen sagt alle Flugreisen bis Ende Mai ab. Betroffen davon sind mittlerweile über 10.000 Gäste. Den von Reiseabsagen betroffenen Gästen bietet der Veranstalter Alternativen an. Ein großer Teil bucht auf Sommer- oder Herbsttermine um. »Wir sind dabei so kulant wie möglich und versuchen für die meisten eine kostenfreie Umbuchung zu realisieren«, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Daniel Kraus. Allerdings haben Urlauber weiterhin die Wahl: die Reise verschieben oder Geld zurückzahlen lassen. Trotz der Zustimmung der Bundesregierung werde der Veranstalter den Reisegutschein nicht verpflichtend einführen.

Wer bereits für seine Urlaubsreise im April in Vorkasse getreten ist, fürchtet womöglich die Diskussion mit dem Reisebüro oder Veranstalter darüber, ob das Geld auch zurückgezahlt werden wird. Alltours-Kunden können dagegen aufatmen: Für alle von alltours flugreisen stornierten Reisen aus dem Pauschal- und Individualprogramm mit Abreisen zwischen dem 17. März 2020 und 30. April 2020, werden die geleisteten Zahlungen an die Kunden ab sofort zurückerstattet, teilte der Veranstalter mir.

6. April: Österreich will Coronavirus-bedingte Verbote lockern, Flughafen Stuttgart ab heute geschlossen, Andocken des Kreuzfahrtschiffes Ruby Princess am 19. März in Sydney hat ein Nachspiel, Indien: Bahnwaggons werden Isolierstationen

Österreich will langsam zurück zur Normalität kehren. Einige Geschäfte und Baumärkte dürfen nach Ostern (14. April) wieder öffnen. Auch die Tourismusbranche darf sich Hoffnungen machen. So sollen Restaurants und Hotels ab Mitte Mai wieder öffnen dürfen.

Von heute an bis zum 22. April wird der Flughafen Stuttgart geschlossen. Grund ist die Teilerneuerung der Runway. Es wird ein Abschnitt der Betondecke erneuert. In dieser Phase wird es keinen Flugbetrieb geben. Flüge wie z.B. Frachtflüge mit medizinischen Gütern oder Rettungsflüge werden in dieser Phase umgeleitet. Danach schließen sich die regulären Bauarbeiten an. Diese dauern von Donnerstag, 23.04.2020 bis einschließlich Mittwoch, 17.06.2020. In dieser Zeit kann der Flugbetrieb parallel zu den Bauarbeiten weiterlaufen.

Die Polizei in New South Wales in Australien wird die Umstände untersuchen, unter denen am 19. März das Kreuzfahrtschiff Ruby Princess angedockt ist und Passagiere von Bord gehen durften. Grund sind die vielen Passagiere und Bordmitglieder, die in den Tagen danach positiv auf Covid-19 getestet wurden – zum Zeitpunkt des Andockens des Schiffes wurden aber keine Covid-19-Fälle identifiziert. Es wird erwartet, dass  Tausenden Zeugen befragt werden, darunter der Schiffskapitän, Ärzte, Besatzungsmitglieder und Passagiere sowie Beamte der Bundes- und Landesregierung.

In Indien fahren seit dem 26. März keine Personenzüge mehr. Indian Railways, die Bahngesellschaft des Landes, setzte den Betrieb an dem Tag aus. Nun teilte das Unternehmen mit, bis zu 20.000 alte Eisenbahnwaggons in Isolierstationen für Patienten umzuwandeln. Indian Railways, das der viertgrößte Bahnbetreiber der Welt und Indiens größter Arbeitgeber ist, betreibt bereits 125 Krankenhäuser im ganzen Land und verfügt daher über das nötige Know-how, um solche Isolierstationen aufzubauen und zu betreiben, so der US-Sender CNN.

5. April: Coral Princess in Miami angekommen, »Hilfssheriffs« in Mecklenburg-Vorpommern, Tourismus-Professor: »Interkontinental reisen können wir bestenfalls wieder 2021«

Das Kreuzfahrtschiff Coral Princess der US-amerikanischen Reederei Princess Cruises hat gestern den Hafen von Miami erreicht. Unklar ist derzeit, wann alle der über 1.000 Passagiere und 878 Besatzungsmitglieder von Bord gehen dürfen. Zuerst werden die schwer Erkrankten in örtliche Krankenhäuser gebracht, sagte Bürgermeister Carlos Gimenez. Die Reederei hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass 12 Personen an Bord – sieben Gäste und fünf Besatzungsmitglieder – positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Zwei Gäste starben während der Kreuzfahrt an Bord.

Mecklenburg-Vorpommern hat es Touristen untersagt, das Land derzeit zu besuchen. Wer dagegen verstößt, dem drohen Bußgelder. Die Einhaltung der scharfen Bestimmungen und die Angst vor dem Coronavirus ermutigt offenbar Bewohner des Bundeslandes dazu, in die Rolle des »Hilfssheriffs« zu schlüpfen. Fahrer von Autos mit auswärtigem Kennzeichen berichten von rüpelhaftem Ausfällen der Ortsansässigen. Die negativen Folgen der Coronakrise für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern an Ostern könnt ihr hier nachlesen.

Christian Laesser, Touristik-Professor an der Universität St. Gallen, rechnet damit, dass erst 2021 wieder interkontinentale Reisen möglich sein werden. Er gehe nicht davon aus, dass alle Beschränkungen auf einmal wieder aufgehoben werden: »Wahrscheinlich tritt zuerst im Inland eine Lockerung ein, wodurch es mehr Inlandsreisen gäbe. In einer weiteren Phase ist eine europäische beziehungsweise eine kontinentale Lockerung denkbar«, so Laessers Einschätzung. Erst in einer letzten Phase, wenn wirklich alle Restriktionen aufgehoben seien, werde der Tourismus wieder zwischen den Kontinenten stattfinden, sagte Laesser in einem Interview der Neue Zürcher Zeitung.

4. April: Kritik an Einreisebeschränkungen innerhalb Deutschlands, Australiens Einwanderungsminister droht Touristen mit Strafen, USA: Spring-Break-Urlauber infiziert

Spätestens ab morgen heißt es in ganz Deutschland: Hallo, Frühling! Sonne satt und Temperaturen von bis zu 25 Grad erwarten die Metereologen für die komplette nächste Woche. Mit Blick auf die Tagesausflügler bereitet dies den Behörden Sorgen: Sie sorgen sich darum, dass sich an populären Touristen-Hotspots zu viele Ausflügler drängeln könnten. Verschiedene Bundesländer und Landkreise wollen daher schon ab heute ihre populären Ausflugsziele abriegeln oder sie durch Ordnungsamt und Polizei kontrollieren. Das wird von Politikern der Linken und der Grünen kritisiert.

Australien hat Touristen damit gedroht, sie rauszuschmeißen, wenn sie die Distanz-Regeln des Landes nicht einhalten. Während einer Pressekonferenz hatte Einwanderungsminister Alan Tudge eine klare Botschaft an Reisende, die negativ auffallen: Dann würden nicht nur Geldstrafen fällig. Man werde sie auch außer Landes befördern und ihnen in Zukunft verbieten, wieder nach Australien einzureisen. Unabhängig davon appelliert er an internationale Touristen, das Land zu verlassen. Die meisten von ihnen sind Briten. »Allein nächste Woche gibt es 150 Flüge nach London – also gibt es Möglichkeiten für Leute, nach Hause zu kommen. Und wir bitten sie, davon Gebrauch zu machen.« Auch Premierminister Scott Morrison schloss sich dem Appell an.

Die Spring Breaks haben in den USA eine lange Traditionen. Studenten nutzen die Ferien zwischen Winter- und Sommersemester, um gemeinsam in den Urlaub zu fahren und ausgiebig zu feiern. Besonders Mexiko und Florida stehen bei den US-Studenten hoch im Kurs. 211 Studenten der University of Texas in Austin flogen vom 14. bis zum 19. März nach Cabo San Lucas in Mexiko, obwohl die US-Behörden zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ansammlungen von mehr als 10 Personen warnten. Nun teilte die Universität in Austin mit: Mehrere Dutzend der 211 Studenten wurden positiv auf das Coronavirus getestet. 

3. April: Heimflüge aus Neuseeland gestartet, Frankfurter Flughafen nutzt Stille zur Erneuerung der Piste, Bundesregierung: Gutscheine statt Rückzahlung, Tourismusminister der Türkei hofft auf Sommersaisonbeginn Ende Mai, ADAC warnt vor Osterausflügen, Ahrtal appelliert: Bitte keine Ausflüge

Nun ist auch Neuseeland an der Reihe: Die dort gestrandeten Touristen aus Deutschland und anderen Ländern der EU werden an diesem Wochenende endlich ausgeflogen.

Die südliche Start- und Landebahn am Flughafen Frankfurt wird ab kommenden Montag vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Zeit der Stilllegung nutzt der Flughafenbetreiber für eine anstehende Instandsetzungsmaßnahme der Piste. Kurz vor Ostern sollen Asphaltfräsen auf die Südbahn rollen. Die Bahn erhält dann eine neue Deckschicht. Die Arbeiten finden ausschließlich tagsüber über einen Zeitraum von rund drei Wochen statt.

Bekomme ich mein Geld für eine gebuchte Urlaubsreise zurück oder muss ich mich mit einem Gutschein zufrieden geben? Diese Frage umtreibt aktuell viele Menschen, die bereits ihren Urlaub gebucht haben. reisen EXCLUSIV berichtete ausführlich darüber; die Gutscheinlösung ist höchst umstritten, vor allem Verbraucherschützer lehnen sie ab. Die Bundesregierung will nun offenbar die Gutscheinlösung durchsetzen, allerdings muss die Europäische Kommission noch zustimmen.

Mehmet Nuri Ersoy, Kultur- und Tourismusminister der Türkei, hofft, dass der Tourismus in dem Land zum Ende des Ramadan-Festes wieder aufgenommen werden kann. Das Fest endet am 23. Mai. Man wolle zunächst mit dem Inlandstourismus beginnen, so der Minister.

Der ADAC rät – auch in Bundesländern ohne strenge Ausgangsbeschränkungen – nach Möglichkeiten Fahrten über Ostern zu unterlassen und am besten zu Hause zu bleiben. Zu bedenken sei auch, dass an Ausflugszielen der Mindestabstand möglicherweise nicht eingehalten werden könne. Von Ausflügen an beliebte Orte werde daher abgeraten. Es könne außerdem zu regionalen Ausflugsverboten und Sperrungen von Parkplätzen bekannter Ausflugsziele kommen. So hat die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern bereits ausdrücklich Ausflüge an die Ostsee und die Mecklenburgische Seenplatte verboten.

Das Ahrtal ist ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz. Vor allem am Wochenende. In der Coronakrise ist das allerdings problematisch. Cornelia Weigand, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Ahrtal, blickt daher mit Sorge auf das Wochenende, wenn im Rheinland Sonne und Temperaturen von bis zu 22 Grad erwartet werden.

2. April: Wohin die Lufthansa noch fliegt, Terminal 2 am Frankfurter Flughafen schließt, Neuseeland erlaubt Ausreise Tausender Touristen, Grand-Canyon-Nationalpark komplett geschlossen, deutscher Botschafter in Katar dankt Qatar Airways für Flüge

Die Lufthansa bietet aktuell nur noch eine »dringend notwendige Grundversorgung« an, teilte die Airline heute mit. Insgesamt 18 wöchentliche Langstreckenverbindungen stehen auf dem Flugplan: jeweils dreimal wöchentlich von Frankfurt nach den US-Städten New York-Newark und Chicago, Montreal (Kanada), Sao Paulo (Brasilien), Bangkok (Thailand) und Tokio (Japan). Darüber hinaus bietet die Airline aus ihren Drehkreuzen Frankfurt und München noch rund 50 tägliche Verbindungen zu den wichtigsten Städten in Deutschland und Europa an.

Aufgrund des geringen Passagieraufkommens infolge der Coronakrise hat sich die Fraport AG dazu entschlossen, Terminal 2 des Frankfurter Flughafens zu schließen. Ab dem 7. April wird das derzeit nur noch im Bereich E betriebene Terminal 2 bis auf Weiteres nicht mehr für die Passagierabfertigung genutzt. Alle Check-ins werden ab dem 7. April in Halle B und C im Terminal 1 gemacht, das Boarding an den Flugsteigen A und B.

Das hat lang gedauert, aber nun gab Neuseelands Regierung grünes Licht: Tausende gestrandete Urlauber, darunter rund 12.000 Deutsche, dürfen Neuseeland in den nächsten Tagen verlassen. Vize-Premierminister Wilson Peters sagte, man habe die Ausreise sorgfältig organisieren müssen. Unter den vielen Touristen aus Deutschland sollen auch viele sein, die in den vergangenen Tagen von Südseeinseln zusammengezogen worden seien.

Auch wenn die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie in den USA den Eindruck vermittelt, im ganzen Land stünde das Leben still: Dem ist nicht so. In vielen US-Bundesstaaten haben einige Attraktionen noch geöffnet. Aber es werden immer weniger. Jetzt hat auch der Grand-Canyon-Nationalpark seine Pforten komplett geschlossen. In den letzten Tagen und Wochen hatte der Park als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie den Betrieb kontinuierlich eingestellt, einschließlich der Nichterhebung von Eintrittsgeldern an den Stationen Desert View und South Entrance, der Schließung von Campingplätzen, einigen Wanderwegen, Hotels und Lodges, Touren, Besucherzentren und Museen. 

Akbar Al Baker, Chef von Qatar Airways, traf sich mit Hans-Udo Muzel, dem deutschen Botschafter in Katar. Dieser sprach der Airline seinen Dank dafür aus, dass sie in dieser schwierigen Zeit Tausende von Deutschen aus ganz Asien nach Deutschland geflogen hat, trotz großer Herausforderungen angesichts der weltweiten Pandemie, Flugausfälle und Flughafensperrungen. Auch wenn die Einreise nach Deutschland seit dem 18. März 2020 eingeschränkt ist, hält Qatar Airways weiterhin folgende Verbindungen für deutsche Staatsbürger, ihre Familienangehörigen sowie andere in Deutschland ansässige Personen offen: bis zu drei tägliche Flüge nach Frankfurt, einen täglichen Flug nach München und vier wöchentliche Flüge nach Berlin-Tegel.

1. April: Drama um MS Zandaam und MS Rotterdam geht weiter, letzte Rettungsflüge aus Thailand vor Flughafenschließung, Mallorca droht Verlust von 1,4 Milliarden Euro

Nur noch sehr wenige Kreuzfahrtschiffe sind derzeit auf den Weltmeeren unterwegs. Die MS Zandaam und die MS Rotterdam der Reederei Holland America Line gehören dazu. Beide Schiffe sind auf dem Weg nach Fort Lauderdale, nachdem mehrere Staaten in Lateinamerika es ihnen untersagten, in ihren Häfen einzulaufen. Nun gibt es auch Probleme in Fort Lauderdale. Floridas Gouverneur Ron DeSantis will vor allem die MS Zandamm, auf der sich vermutlich einige Passagiere mit dem Coronavirus infiziert haben, nicht in Florida anlegen lassen. DeSantis sagte, es wäre »ein Fehler«, die Passagiere des Luxusliners zur Behandlung an Land zu bringen, da Süd-Florida bereits eine hohe Anzahl neuer Coronavirus-Infektionen aufweise und diese Rate steige.


In Thailand sind besonders viele Touristen aus Deutschland im Zuge der Coronakrise gestrandet. Viele von ihnen sitzen noch immer fest. Zwischen dem 2. und 7. April sollen die letzten Individualreisenden aus Bangkok und Phuket ausgeflogen werden. Alle Rückholflüge werden durch die Condor durchgeführt. Spätestens bis zum 10. April sollten alle Urlauber aus Phuket ausgeflogen sein, denn dann soll der Flughafen dort schließen. Die Fluggesellschaft Bangkok Airways stellt den Flugbetrieb in Thailand vom 7. bis 30. April komplett ein.

Wie nahezu überall in Europa, ist der Tourismus auch auf Mallorca zum Erliegen gekommen. Die Insel ist besonders hart getroffen, da sie sehr stark vom Tourismus lebt. Ein Ökonom rechnet damit, dass Mallorca 1,4 Milliarden Euro durch die Krise verliert.

31. März: Trump erwägt Verlängerung des Einreisestopps für Europäer, AirBnB entschädigt Vermieter, 91 Prozent weniger Passagiere am Frankfurter Flughafen

Seit dem 12. März dürfen Europäer nicht mehr in die USA reisen. Die US-Regierung hatte an dem Tag einen Einreisestopp für Europäer verfügt. Er sollte bis Mitte April gelten. Doch der Termin dürfte mittlerweile Makulatur sein. US-Präsident Donald Trump sagte gestern während einer Pressekonferenz im Garten des Weißen Hauses, er erwäge eine Verlängerung der Einreiserestriktionen bis Ende April. Auch könnten weitere Länder hinzukommen. Details sollen vermutlich heute oder morgen bekanntgegeben werden.

Auch Vermieter von AirBnB-Unterkünften leider aktuell unter der Coronakrise: Kaum jemand verreist noch, die Zimmer und Wohnungen bleiben leer. Immerhin gibt es jetzt eine gute Nachricht für jene Vermieter, die von Stornierungen von Wohnungs- und Zimmerbuchungen für den Zeitraum zwischen dem 14. März und dem 31. Mai 2020 betroffen sind. Sie sollen 25 Prozent ihres Mietpreises von AirBnB erstattet bekommen, teilte das Unternehmen auf seiner Website mit.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Frankfurter Flughafen sind dramatisch. Deutschlands größter Airport verzeichnete in der 13. Kalenderwoche (23.-29. März 2020) einen Rückgang von 91 Prozent aller Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so der Flughafenbetreiber Fraport.