Seit dem 15. Juni 2020 ist die weltweite Reisewarnung für viele Länder Europas vorbei. Dennoch gilt es, einige Corona-Updates zu beachten. Wir bieten euch hier den täglichen Überblick.

3. November: Teil-Lockdown bis 10. Januar, Österreich öffnet Heiligabend Skigebiete, Laschet fordert Reiseverzicht für Dezember, Bahn setzt Weihnachten mehr Züge ein

Damit war gerechnet worden: Bund und Länder haben gestern beschlossen, den Teil-Lockdown mindestens bis zum 10. Januar zu verlängern. Damit bleiben Beherbergungsbetriebe weiterhin geschlossen. Mecklenburg-Vorpommern behält sich allerdings das Recht vor, früher auszusteigen. Wie in Schleswig-Holstein ist dort die Situation dank der niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz deutlich besser als im übrigen Bundesgebiet.

Trotz gegenteiliger Bitten europäischer Regierungschef wird Österreich am 24. Dezember die Skigebiete öffnen. Allerdings hat die Öffnung für Skifahrer aus Deutschland einen Haken. Oder besser gesagt zwei: Zum einen bleiben die Hotels und Pensionen im Dezember geschlossen, zum anderen müssen Besucher aus Risikogebieten, das Deutschland derzeit ist, für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Unterdessen hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Bürger dazu aufgerufen, auf Reisen im Dezember zu verzichten. »Zu diesem Weihnachten und zum Jahreswechsel passen keine Skiferien«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Volle Züge mit eng aneinander sitzenden Fahrgästen – das will die Bahn Weihnachten vermeiden. Aus diesem Grund setzt sie zwischen dem 18. und 27. Dezember rund 100 zusätzliche Züge ein. Bereits jetzt können Fahrgäste nur noch einen Sitzplatz pro Doppelsitz buchen.

2. Dezember: Dehoga Sachsen: Weihnachts-Hotelöffnungen lohnen sich nicht, Schweiz glaubt nicht an zweites Ischgl, wieder mehr Besucher in Machu Picchu erlaubt, Easyjet mit neuen Handgepäck-Regeln

Auch Sachsen will es Weihnachten den Hotels erlauben, für einige Tage zu öffnen. Die Begeisterung darüber hält sich aber beim sächsischen Hotel- und Gaststättenverband in Grenzen. Das abgespeckte Weihnachtsgeschäft werden sich für die wenigsten Hoteliers lohnen, so Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen. Man rechne nur mit wenigen Gästen.

In der Schweiz wird darüber diskutiert, ob und wie die Ski-Saison in diesem Winter stattfinden kann. Über allem schwebt die Erfahrung aus dem Tiroler Ischgl, wo sich im vergangenen Spätwinter viele Menschen mit Corona infizierten. Das dürfen sich nirgends wiederholen, so der Tenor. Martin Nydegger, Direktor der Marketing-Organisation Schweiz Tourismus, sagt: »Bei uns wird ja mehr gelounget und deshalb können wir eine angenehme Wintersaison garantieren«.

Gute Nachrichten aus Südamerika: In der Inkastätte Machu Picchu darf fortan täglich mehr als 1.100 Menschen Einlass gewährt werden. Das teilte das peruanische Kulturministerium mit. Grund seien die positiven Erfahrungen mit den Hygiene- und Abstandsmaßnahmen, die seit Wiedereröffnung der Inkastätte vor rund einem Monat gelten. Der Eintritt bleibt laut Kulturministerium bis zum 31. Dezember 2020 frei.

Im Windschatten der Corona-Krise haben in den vergangenen Wochen Ryanair und Easyjet ihre Regelungen zur Gepäckmitnahme an Bord geändert. Wie das aussieht? Das lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Der Bord-Trolley muss in Zukunft kleiner sein. Wer weiterhin mit seinem konventionellen Bord-Koffer in die Kabine will, muss mehr zahlen.

1. Dezember: Merkel will Weihnachten keine Hotelöffnungen, Mehrheit der Deutschen gegen Ski-Opening, Kanada verlängert Einreisestopp für Touristen, Corona-Trübsal in Kenia, Scandic Hotel mit Monatspackages für Studenten

Nachdem sie letzte Woche wissen ließ, dass sie von der baldigen Öffnung der Skigebiete nichts hält, äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nun abermals zu einer Tourismus-Angelegenheit: Dieses Mal geht es um die Hotelöffnungen während der Weihnachtsfeiertage, die einige Bundesländer wie etwa NRW, Hessen oder Berlin planen. Das lehnt Merkel ab. Es habe ihr die Phantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert, berichtet die WELT.

Über die Frage, ob schon bald alle Skigebiete in Europa wieder öffnen können, entzündete sich vergangene Woche ein Streit zwischen Deutschland und Österreich. Die Bundesregierung in Berlin ist dagegen, die in Wien dafür. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der »Augsburger Allgemeinen« halten es 73,8 Prozent der Befragten für richtig, dass die Skigebiete europaweit weiter geschlossen bleiben.

Wer bald nach Kanada in den Urlaub fliegen will, muss sich weiter in Geduld üben. Kanadas Regierung kündigte an, das Einreiseverbot für Touristen zu verlängern. In einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung kündigten der Minister für öffentliche Sicherheit Bill Blair und Gesundheitsministerin Patty Hajdu an, die Beschränkungen für Reisende bis zum 21. Januar 2021 auszudehnen.

Viele Hotels in Kenia stehen weiter leer. Trotz sehr günstiger Angebote für Urlauber und ausgefeilten Hygienekonzepten reisen nur sehr wenige Touristen nach Kenia. Das ist verheerend für die Bevölkerung. Rund 2,5 Millionen Kenianer haben durch die wegen Corona ausgelöste Krise ihren Job verloren. In einer Reportage berichtet der Spiegel aus dem Land und schildert, wie Betroffene versuchen, sich über Wasser zu halten.

Scandic Hotel lockt derzeit Studenten mit einem Sonderangebot. In den Häusern in Berlin, Hamburg und Frankfurt können Studenten ein Zimmer zum Preis ab 690 Euro pro Monat mieten. Eine aktuelle Studienbescheinigung muss vorgelegt werden. Das Frühstück ist nicht inklusive. W-Lan schon.

30. November: Unions-Kritik an Merkel und Söder wegen Ski-Verbote, NRW prüft Weihnachts-Ski-Stopp im Sauerland, Mecklenburg-Vorpommern öffnet Hotels an Weihnachten, Island lockt Besserverdienende

Die harte Linie von Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder gegenüber dem Ski-Urlaub stößt auch in den eigenen Reihen auf Kritik. So sagt Wolfgang Steiger (56), Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU, gegenüber der Bild-Zeitung: »Die Skiurlauber sind alle an der frischen Luft und können in den Übernachtungsbetrieben auf Distanz gehalten werden.« NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist auf Merkel-Linie. Er lässt derzeit prüfen, den Ski-Tourismus im Sauerland in den Weihnachtsferien auszusetzen.

Auch Mecklenburg-Vorpommern will Hotelaufenthalte für Festtagsbesuche erlauben. Drei Übernachtungen seien erlaubt, teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe am Wochenende mit. Demnach sollen die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern vom 23. Dezember bis zum 1. Januar geöffnet sein dürfen.

Wer ein paar Wochen oder Monate nach Island reisen will, hat dazu ab jetzt die Gelegenheit. Bis zu sechs Monate will es Island ausländischen Staatsbürgern erlauben, auf der Insel zu bleiben. Voraussetzung ist, dass man sein Homeoffice auf die Insel verlegt. Allerdings ist die Hürde hoch: Das Visum wird nur erteilt, wenn man ein Einkommen in Höhe von einer Million isländischen Kronen im Monat nachweisen kann. Das sind mehr als 6.000 Euro im Monat.

28. November: Schwarzwald will am Ski-Opening festhalten, weiter Diskussion über Hotelöffnungen an Weihnachten

Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland formiert sich Widerstand gegen die Pläne von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Skisaison in der EU zu verschieben. »Ich halte es für unrealistisch, dass europaweit die Lifte abgestellt werden«, sagte Adrian Probst, Bürgermeister in St. Blasiens am Feldberg, im SWR. Sollten die Lifte erst am 10. Januar geöffnet werden, befürchte er Chaos im Schwarzwald. Unterstützung erhielt er vom Verband Deutscher Seilbahnen.

Nach Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin wollen nun auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen es den Hotels erlauben, über die Weihnachtstage Gäste aufzunehmen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßt das, Regierungssprecher Steffen Seibert dagegen nicht. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges fordert eine bundesweit einheitliche Regelung. Unterdessen ergab eine Umfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, an der rund 350 Unternehmen – darunter Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen und Campingplätze – teilgenommen haben, dass eine zeitweise Wiedereröffnung des Tourismus über die Feiertage bis zum Jahresende für mehr als 80 Prozent der Unternehmen nicht wirtschaftlich sei.

27. November: Merkel: Ski-Clinch mit Österreich, Sonnenklar TV plant Corona-Impfkampagne, Hessen, NRW und Berlin erlauben Weihnachten Hotelübernachtungen, Delta Air Lines mit Mehrfach-Corona-Tests, Corona-Desaster in Kapverden, Singapur launcht internationale Tourismuskampagne »SingapoReimagine«

Dass Politiker sehr besorgt sein können, wenn es um den Urlaub geht, haben wir in diesem Jahr schon oft erlebt. Mal ging es um das Beherbergunsverbot, mal um die Reise ins Nachbarland, aber meist ging es ums Reisen generell. Das, so der Tenor einiger Politiker, ist in Corona-Zeiten nicht gut. Und schon gar nicht in Zeiten hoher Infektionszahlen. Also jetzt.

Nun ist es aber so, dass dieser Tage die Skisaison in den Alpen beginnt. Oder besser gesagt beginnen sollte. Frankreich mag aber nicht die Pisten öffnen, Italien auch nicht. Das hört Bundeskanzlerin Angela Merkel gern, denn auch sie hält nichts davon, dass sich Urlauber schon bald wieder auf den Skipisten tummeln. Aber ein Ski-Verbot in Deutschland reicht ihr nicht. »Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten. Es sieht leider nicht so aus, wenn man die österreichischen Verlautbarungen hört, dass uns das so einfach gelingen könnte, aber wir werden es noch einmal versuchen«, sagte Merkel gestern im Bundestag. Unser südlicher Nachbar Österreich ist über das Vorpreschen Merkels, zurückhaltend ausgedrückt, wenig angetan. »Diesem Vorstoß kann ich nichts abgewinnen. Das liegt auch nicht in der europäischen Zuständigkeit. Ich wüsste nicht, auf welcher Rechtsgrundlage die EU die Schließung von Skigebieten verordnen sollte«, ließ Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger gestern über den Spiegel wissen. Die Schweiz hält sich aus der Diskussion heraus – und könnte am Ende der lachende Dritte sein. Dort haben einige Skigebiete den Betrieb bereits aufgenommen.

Die Diskussion über die Notwendigkeit einer Corona-Impfung für Reisende nimmt Fahrt auf. Nachdem Mitte der Woche die australische Fluggesellschaft Qantas ankündigte, bald nur noch Passagiere zu befördern, die gegen Corona geimpft sind, will der Reiseveranstalter Sonnenklar TV eine Deutschland-Kampagne unter dem Motto »Erst impfen, dann reisen!« ins Leben rufen. Andreas Lambeck, Geschäftsführer von Sonnenklar.TV, sagte, obwohl man um die Kontroverse des Themas Impfen wisse, rufe man ganz klar als Reise-Sender dazu auf, sich impfen zu lassen. Das Reisen, so Lambeck, solle wieder selbstverständlich werden und das scheine die einzige Garantie momentan. »Denn ich bin mir sicher, dass neben Airlines wie Qantas auch Länder auf die Idee kommen, dass eine Einreise nur mit einer Impfung möglich ist. Wir haben zwar keinen Einfluss darauf, was und wie die jeweiligen Regierungen weltweit entscheiden, setzen aber ein klares Signal mit unserer Aussage. Wir glauben, eine Impfung ist der einzige richtige Weg, um Reisen für den Gast wieder in vollem Umfang und mit höchster Sicherheit möglich zu machen«, sagte Lambeck. Der WDR hatte zuerst darüber berichtet.

Wer über die Weihnachtstage Verwandte besuchen möchte, aber bei ihnen nicht übernachten kann, steht vor einem Problem. Schließlich sind Hotelübernachtungen nur aus geschäftlichen Gründen erlaubt. Was also tun? NRW, Hessen und Berlin wollen über Weihnachten eine Ausnahme machen und für solche Fälle Übernachtungen erlauben. »Wer eine Verwandtenreise macht, muss irgendwo übernachten können«, so Hessen Ministerpräsident Volker Bouffier. Kanzleramtsminister Helge Braun ist damit nicht einverstanden.

Die Airlines werden immer kreativer, um das Beste aus der aktuell für sie miserablen Situation zu machen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Die US-amerikanische Airline Delta kommt nun mit einem neuen Vorschlag um die Ecke: Auf dem Flug von Atlanta nach Rom sollen Passagiere gleich mehrfach auf das Coronavirus getestet werden. Ab dem 19. Dezember müssen Fluggäste vor dem Abflug einen höchstens drei Tage alten Corona-Test mit negativem Ergebnis vorlegen. So weit, so bekannt. Nun die Neuerung: Vor dem Abflug in Atlanta werden sie dann nochmals per Schnelltest gecheckt – und dann noch einmal bei der Ankunft in Rom. Damit soll die Quarantänepflicht aufgehoben werden. »Sorgfältig ausgearbeitete Covid-19-Testprotokolle sind der beste Weg, um internationale Reisen sicher und ohne Quarantäne wieder aufzunehmen, bis die Impfungen weit verbreitet sind«, sagte Steve Sear von Delta.

Die Kapverdischen Inseln sind ein Urlaubsparadies im Westen der westafrikanischen Küste vor Senegal. Zwar ist Massentourismus hier Fehlanzeige, viele Menschen leben aber vom Tourismus. Die Corona-Krise hat das Archipel wie so viele andere exotische Urlaubsregionen auf der Welt mit voller Wucht erwischt. Auf der Insel Boa Vista, die stark auf den Tourismus fokussiert ist, sei die Stimmung katastrophal, berichtet der Korrespondent der Deutschen Welle.

Das Singapore Tourism Board launcht offiziell seine neue internationale Kampagne »SingapoReimagine«. Ziel sei es, »das Reisen in Singapur und weltweit gemeinsam mit seinen Partnern neu zu denken«. So solle ein neuer Standard für das Reisen geschaffen werden. Um was geht es konkret? So wurde zum Beispiel das Hygienesiegel »SG Clean« ins Leben gerufen. Um dieses Gütesiegel zu erhalten, müssen Tourismusunternehmen strenge Sauberkeits- und Sicherheitsstandards sowie die sogenannten »Safe Management Measures« (SMMs) einhalten. Auch Technologie spielt eine wichtige Rolle. Zu nennen sind hier die Einführung von kontaktloser Technologie und Reinigungsrobotern bis hin zur TraceTogether-App und dem TraceTogether-Token. Last but not least verfolgt Singapur das Ziel, in Zukunft das nachhaltigste urbane Reiseziel der Welt zu sein. Der südostasiatische Stadtstaat sieht sich bereits auf einem guten Weg, diese Vision umzusetzen, beispielsweise durch Naturkonzepte an beliebten Orten wie dem Jewel Changi Airport und den Gardens by the Bay. Auch die Entwicklung des neuen Jurong Lake District sei ein gutes Beispiel hierfür: Das neue Viertel werde eine »erstklassige Lifestyle-Destination sein«, die die Themen Nachhaltigkeit, Innovation, Natur und Wissenschaft miteinander verbinde.

26. November: US-Einreiseverbot für Europäer vor dem Aus?, Zoff um Ski-Opening geht weiter, Luftfahrtexperte rechnet mit höheren Flugticketpreisen

Schon seit März dürfen Europäer nicht mehr in die USA einreisen. US-Präsident Donald Trump hatte den Einreisestopp seinerzeit wegen der Corona-Pandemie verfügt. Nun aber verdichten sich die Hinweise, dass das Einreiseverbot aufgehoben werden wird. Konkret geht es um Bürger aus Großbritannien, Irland und 26 weiteren europäischen Ländern des sogenannten Schengen-Raums, darunter also auch Deutschland. Allerdings steht die Lockerung noch auf tönernen Füßen. Ob und wann sie tatsächlich umgesetzt wird, ist ungewiss.

Mit seiner Forderung, Zurückhaltung beim Öffnen der Skigebiete walten zu lassen, hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder keine Freunde gemacht. Sein Koalitionspartner, Tourismusvertreter und auch die Regierung in Österreich halten davon nämlich herzlich wenig. Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte gestern den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, Winterurlaub in Österreich werde sicher sein: »Unsere Betriebe haben bereits umfassende Sicherheitskonzepte für den Skiurlaub.« Die Signale aus Wien wiederum kommen in Italien gar nicht gut an. Dort erwägt man die Schließung der Grenze, sollten die Österreicher tatsächlich die Wintersportorte für Touristen öffnen.

Dass die Corona-Krise nicht spurlos an den Airlines vorbeigehen wird, das scheint sicher. Aber wie schlimm wird es kommen? Und welche Folgen hat das für Urlaubsreisende? Luftfahrtexperte Roland Conrady glaubt: »Wir werden sicherlich weltweit Pleiten von Airlines erleben. Nicht alle Airlines können überleben«, sagte er in einem Interview mit dem WDR. Eine Folge: steigende Ticketpreise. Er rechne damit und glaubt, »dass die Kunden das mitmachen werden«. Die Corona-Zeit habe dazu geführt, dass die Menschen vermutlich »dem Produkt Reise eine höhere Wertschätzung gegenüber bringen«.

25. November: Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Touristen in Mecklenburg-Vorpommern, Alpen-Ski-Regionen uneins über Saisonstart

Laut der Corona-Landesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern sind touristische Aufenthalte in dem Bundesland derzeit nicht erlaubt. Das hält aber einige Zeitgenossen nicht davon ab, ihr Glück trotzdem zu versuchen. So auch in den vergangenen Tagen. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne die Behörden des Landes gemacht – und wurden ertappt. Von gleich mehreren Fällen berichtet die lokale Presse. Gegen alle unerwünschten Touristen wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Snowboard- oder Skifahren in diesem Corona-Winter – ob das noch was wird? Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte jedenfalls machte gestern alle Hoffnungen derjenigen zunichte, die in den nächsten Wochen über die Pisten jagen möchten. Vor dem 10. Januar werde das nichts in Italien, ließ er verlauten. Er strebt mit Frankreich und Deutschland ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Ski-Opening an. Österreich dagegen hält nichts davon. Offenbar will die Regierung in Wien Mitte Dezember grünes Licht für die Skigebiete geben. 

24. November: Qantas will Nachweis über Corona-Impfung verlangen, Azoren: Zwangs-Quarantäne deutscher Touristen war rechtswidrig, Bayern zieht Weihnachtsferien vor, Bareiß: Skiurlaub möglich

Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern, jetzt prescht die erste Airline vor: Qantas, Australiens nationale Fluggesellschaft, will von allen Passagieren auf Interkontinentalflügen einen Nachweis über eine Impfung gegen das Coronavirus verlangen. Das sagte Alan Joyce, Chef der Airline, gegenüber dem australischen Sender Nine News. »Wir versuchen, unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen für internationale Reisende zu ändern. Wir werden die Menschen bitten, sich impfen zu lassen, bevor sie in das Flugzeug einsteigen können«, sagte er. Ob die Impfpflicht auch für inneraustralische Reisende gelten wird, ließ er offen.

Wer während des Urlaubs im Ausland auf Corona getestet wird und anschließend ein positives Ergebnis erhält, dem droht Quarantäne. Dieses Schicksal ereilte eine vierköpfige Touristengruppe aus Deutschland, die im August auf den Azoren Urlaub machte. Einer der vier Urlauber wurde positiv getestet, die anderen drei negativ. Daraufhin mussten gemäß einer Aufforderung des örtlichen Gesundheitsamtes alle vier Urlauber 16 Tage lang (!) in Quarantäne. Die Justiz stoppte die Quarantäne, das Berufungsgericht in Lissabon bestätigte das Urteil: Die Quarantäne-Maßnahmen waren rechtswidrig.

NRW preschte bereits vor einigen Wochen vor, jetzt zieht auch Bayern nach: Auch dort sollen die Weihnachtsferien vorgezogen werden. Statt am 23. wird am 21. Dezember Beginn der Weihnachtsferien sein. Damit wird Freitag, der 18. Dezember der letzte Schultag sein. In den anderen Bundesländern beginnen die Weihnachtsferien auch schon am 21. Dezember.

Wird das noch was mit dem Skiurlaub in diesem Winter? Angesichts der Verlängerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland, aber auch in Österreich, haben viele Ski- und Snowboardurlauber Zweifel. Thomas Bareiß, Tourismusbeauftrager der Bundesregierung, macht aber Hoffnung. »Ich bin sicher, dass Skifahren möglich sein wird. Nur unter anderen Bedingungen, mit mehr Abstand beispielsweise«, sagte er in einem Interview der Heilbronner Stimme.

23. November: Terminal 5 am BER vor Schließung, tiefstes Tauchbecken der Welt eröffnet

Wie in anderen Flughäfen der Welt auch, sieht es derzeit auch am brandneuen BER-Airport in Berlin mies aus. Gerade einmal ein paar Dutzend Flieger verlassen täglich den Flughafen. Istanbul, London und Stuttgart werden am meisten angeflogen, heißt es. Aber das reicht nicht. Nun soll gespart werden. Im Gespräch ist, den früheren Flughafen Schönefeld, heute Terminal 5 des BER, zu schließen. Ab März 2021 soll er ein Jahr lang dichtgemacht werden.

In Corona-Zeiten gibt es nicht nur schlechte und traurige Nachrichten. Einige Menschen nutzen die Zeit – wenn auch zwangsweise – damit, ihr Unternehmen auf Vordermann zu bringen: Hotels bekommen eine neue Inneneinrichtung verpasst, Restaurants eine neue Wandfarbe oder einen neuen Fußboden. In Polen geht man sogar einen Schritt weiter. Mitten in der Corona-Krise wurde in der Nähe von Warschau das 45,5 Meter tiefe Tauchbecken des »Deepspot« eingeweiht. Wegen Corona ist das Tauchbecken zwar noch für Otto Normalverbraucher geschlossen, ein paar Tauchlehrer durften aber schon abtauchen – seht selbst:

21. November: NRW: Aus für Quarantänepflicht für Reiserückkehrer, Corona-Schnelltests bei der Lufthansa, Reisebüro-Mitarbeiterinnen helfen Gesundheitsamt

Die Quarantäneregeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten – sie sind eine Neverending-Story. Kritiker haben sie schon immer für einen ziemlichen Humbug gehalten, denn, so ihr Argument: Reisen an sich sei nicht gefährlich, es komme vielmehr darauf an, dass man auch auf Reisen die Abstands- und Hygieneregeln einhalte. Das hielt die Befürworter aber nicht davon ab, an den Quarantäneregeln für Reiserückkehrer festzuhalten. So auch die Politik. Mit den in Deutschland steigenden Corona-Infektionszahlen kam es aber zu einer ziemlich absurden Situation: Wer beispielsweise von Köln nach Mallorca in den Urlaub fuhr, reiste von Risikogebiet zu Risikogebiet – und musste nach der Rückkehr in Quarantäne. Wer aber, um bei dem Beispiel zu bleiben, die ganze Zeit im Risikogebiet Köln blieb, der musste nicht in Quarantäne. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat diesem Spuk nun ein Ende bereitet. Es entschied: Das Land NRW habe nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Sie gaben dem Kläger damit recht. Konkret ging es in dem Fall um einen Bielefelder, der zur Zeit in Spanien ist und morgen (22. November) zurückfliegen will. Er wehrte sich dagegen, dass er danach in Quarantäne hätte gehen müssen. Aufgrund der Gerichtsentscheidung hat das NRW-Gesundheitsministerium die Corona-Einreiseverordnung des Landes nun außer Kraft gesetzt.

Nun erfolgt der Test in der Praxis: Die Lufthansa testet auf der Strecke München-Hamburg (und zurück) derzeit die Corona-Schnelltests. Und, wie läuft’s so, wird sich manch einer vielleicht fragen? Die Süddeutsche ist zum Flughafen München gefahren, hat sich das Procedere angeschaut und mit Passagieren gesprochen. Ihre Beobachtung: Nicht alle Passagiere sind einverstanden, doch andere buchen die Verbindung gerade deswegen.

Das Lufthansa City Center Reisebüro Schlagheck ist eine Instiution in Coesfeld. Schon in dritter Generation wird es erfolgreich geführt. Aber die Corona-Pandemie hat auch das Reisebüro hart getroffen. Statt Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken oder sie gar zu entlassen, hatte Chefin Laura Brokamp eine Idee: Sie bot dem Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung ihre Hilfe an. Das war einverstanden. Nach einer kurzen Schulung sind die Mitarbeiter des Reisebüros nun für das Kontaktmanagement der auf Corona positiv Getesteten im Kreis Coesfeld zuständig.

20. November: Corona-Fazit: Deutschland 2020, Flughafen München schließt Terminal 1, Klassenzimmer in Jugendherbergen?

Auch wenn viele Deutsche in diesem Jahr ihren Urlaub in der Heimat verbracht haben: Für viele Tourismusregionen in Deutschland lief das Geschäft im zu Ende gehenden Jahr schlecht. Zwischen Januar bis August 2020 sank die Zahl der Gäste um rund 45 Prozent auf 70,4 Millionen. Alle Bundesländer litten in der Zeit unter einen heftigen Gästerückgang. In fast allen Bundesländern betrug der Verlust mehr als 40 Prozent, in manchen gar 50 Prozent. Einzige Ausnahme: Mecklenburg-Vorpommern. Hier betrug der Gästerückgang »nur« rund 29 Prozent. Besser sieht es bei den Campingplatz-Betreibern aus. Trotz der Zugewinne im Sommer sank die Zahl der Gäste aber immer noch um rund 11 Prozent.

Eine Ahnung, wie viele Fluggäste der Münchner Flughafen aktuell noch abfertigt? Na? Rund 10.000! Im Vergleich dazu: Im November 2019 waren es täglich noch 120.000. Das ist natürlich viel zu wenig, um den Airport noch wirtschaftlich zu betreiben. Aber keine Sorge, dichtgemacht wird Deutschlands zweitgrößer Flughafen nun nicht. Dennoch zieht man jetzt in Terminal 1 den Stecker. Die Passagierabfertigung in dem Terminal wird vorläufig eingestellt.

Wenn in den nächsten Wochen oder Monaten, wer weiß das schon, die Corona-Maßnahmen mit Blick aufs Reisen wieder gelockert werden, könnte es sein, dass Jugendherbergen weiter für Übernachtungsgäste geschlossen bleiben. Der Grund: Das Deutsche Jugendherbergswerk spielt mit dem Gedanken, die bundesweit 450 Häuser für den Schulunterricht zu öffnen. Ob Politiker auf dieses Angebot eingehen werden, ist indes noch offen.

19. November: Malediven-Luxusresort lockt 2021 mit Jahrespaket, Einreiseerleichterung für Paare, Lufthansa streicht Gratis-Verpflegung auf Europaflügen

Das Anantara Veli Maldives Resorts liegt auf der Privatinsel Veliganduhuraa auf den Malediven. Das Luxusresort ist, wie so viele andere Hotels auf der ganzen Welt, von der Corona-Pandemie gebeutelt: Nur noch wenige Gäste verlieren sich in dem Resort. Nun will das Anantara Veli Maldives Resorts mit einer ungewöhnlichen Angebot 2021 Gäste ins Resort locken: Für einen Festpreis von 30.000 US-Dollar (umgerechnet ca. 25.300 Euro) können Insel-Urlauber einen Überwasser-Bungalow für zwei Personen anmieten. Für das Geld dürfen sie bis zum 23. Dezember den Bungalow nutzen – egal, wie oft sie an- oder abreisen.

Paare, von denen ein Partner im Nicht-EU-Ausland wohnt, hatten es bisher schwer, sich zu treffen. Grund waren die strikten Einreisebestimmungen in Zeiten der Corona-Pandemie. Seit gestern nun sind die Einreisebestimmungen gelockert worden. Notwendig ist jetzt eine Einladung des Partners, in der versichert werden muss, dass man sich auch wirklich kennt.

Auch die Airlines sind wegen der Corona-Pandemie mächtig unter Druck. Sie müssen an allen Ecken und Enden Kosten sparen. Der Lufthansa-Konzern, zu dem u.a. SWISS und Austrian gehören, will ab dem Frühjahr keine kostenlose Verpflegung mehr auf den Kurz- und Mittelstrecken anbieten. Das Glas Cola und der Sandwich sollen dann der Vergangenheit angehören.

18. November: Thailand lockert Einreise, Diskussion über Schnelltests an Airports

Reisen nach Thailand sind ja nun wieder möglich. Seit dem 9. November erlaubt die Regierung des Landes Touristen wieder die Einreise. Allerdings muss man sich dazu ein sogenanntes Certificate of Entry (COE) besorgen. Um das zu erhalten, ist ein Touristenvisum notwendig. Und um das zu bekommen, muss man einige Anforderungen erfüllen. Eine der Anforderungen: der Nachweis eines Kontostands in Höhe von 15.000 Euro in den letzten sechs Monaten. Dieses Kriterium aber sorgte in den sozialen Netzwerken für Kritik und Spott. Nun zieht die Regierung des Landes die Reißleine: Diese Anforderung soll nun gestrichen werden. Alle anderen Bedingungen (u.a. Corona-Test und Krankenversicherung) bleiben bestehen.

Die Airline ächzen derzeit ganz schön unter der Corona-Pandemie: Kaum einer fliegt noch. Neben der womöglich herrschenden Angst, sich während der Reise anzustecken, ist ein weiterer Aspekt für die Reisezurückhaltung verantwortlich: die Quarantänepflicht nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet. Das, so die Beobachtung der Airlines, wirke wie ein Lockdown für die Luftfahrtindustrie. Deshalb sympathisieren viele Airlines mit Corona-Schnelltest. Sie sollen das Geschäft wieder in Schwung bringen. Aber die Politik spielt da nicht mit: Viele EU-Länder lehnen eine gemeinsame Regelung für Schnelltests ab, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

17. November: ADAC: Wohin man derzeit noch reisen kann, kein »kleiner Grenzverkehr« mehr von Sachsen in Nachbarländer, Knatsch im Schwarzwald wegen ausbleibender Corona-Hilfen

Die weltweite Corona-Pandemie hält viele, viele Reisende derzeit davon ab, die Koffer zu packen und sich in den Flieger zu setzen – entweder, weil für viele Reiseziele eine Reisewarnung gilt oder weil Länder, die ungefährlich sind, keine Touristen ins Land lassen. Geht also gar nichts mehr? Doch. Der ADAC listet auf, wo derzeit »mit vertretbaren Einschränkungen« Urlaub gemacht werden kann.

Wer in Sachsen wohnt und beim Einkaufen oder Tanken ein paar Euro sparen will, kann problemlos nach Polen oder Tschechien fahren. Aber ist das derzeit eine gute Idee? Sachsens Regierung meint: auf keinen Fall! Es hat gestern Abend den sogenannten kleinen Grenzverkehr verboten. Nun gilt: Nur wer einen triftigen Grund habe, darf ohne Quarantänepflicht und nur noch für maximal zwölf Stunden im Nachbarland aufhalten. Einkaufen und tanken fallen nicht in diese Kategorie.

Viele Hoteliers und andere Betreiber von Beherbergungsstätten wie etwa Ferienhaus-Besitzer stehen derzeit mit dem Rücken zur Wand. So auch im Schwarzwald. Sie haben nicht nur finanzielle Probleme, sie sind auch sauer auf die Politik. Denn die hatte ihnen für die Ausfälle im November Hilfen zugesagt. Doch die lässt auf sich warten. Bei der Dachorganisation Schwarzwald Tourismus GmbH wächst das Unverständnis über die Politik.

16. November: Landurlaub-Boom in Mecklenburg-Vorpommern, Seadream I bricht Karibik-Kreuzfahrt ab, Österreich-Winterurlaub in der Warteschleife

Derzeit steht der Tourismus in Deutschland ja still. Wegen des Teil-Lockdowns sind u.a. touristische Übernachtungen verboten. Aber wie schon vor dem Teil-Lockdown sieht es für ein Segment auch in der Vorschau für 2021 gut aus: den Landurlaub. Das teilte der Verband Landurlaub Mecklenburg-Vorpommern mit. Die Buchungen für das kommende Jahr lägen schon jetzt auf Rekordniveau, heißt es.

Das Kreuzfahrtschiff SeaDream I ist derzeit in der Karibik unterwegs. Weil aber Gäste des Schiffes positiv auf Corona getestet wurden, kehrte das Schiff zurück nach Barbados. Das medizinische Personal des Schiffes hat zudem alle Besatzungsmitglieder getestet. Alle Tests sind dabei negativ ausgefallen. SeaDream testet derzeit alle Gäste erneut. »Wir arbeiten eng mit den örtlichen Gesundheits- und Regierungsbehörden zusammen, um diese Situation bestmöglich zu lösen. Unsere Hauptpriorität ist die Gesundheit und Sicherheit unserer Crew, Gäste und der Gemeinden, die wir besuchen«, erklärte Andreas Brynestad, Vize-Chef von SeaDream Yacht Club.

Wer mit dem Gedanken spielt, in den nächsten Wochen zum Skifahren nach Österreich zu fahren, muss sich weiter in Geduld üben. Denn: In unserem Nachbarland werden die Maßnahmen gegen Corona massiv verschärft. Viele Skigebiete wie Ischgl, Ski Arlberg und Serfaus-Fiss-Ladis hatten ihren Saisonstart aufgrund der unsicheren Lage bereits auf den 17. und 18. Dezember verlegt.

14. November: Schweden und Kanada neue Risikogebiete laut RKI, PCR-Tests und Antigen-Tests: Zoff zwischen Madrid und Kanaren

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat gestern eine Neueinstufung der Corona-Risikogebiete vorgenommen. Demnach gelten ganz Schweden und Kanada nun als Risikogebiete. Betroffen sind außerdem Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland und Estland. In Finnland dagegen existiert nun kein Risikogebiet mehr – das Land ist somit das einzige in Europa ohne Riskogebietsregionen.

Gestern haben wir an dieser Stelle darüber berichtet: Ab dem 23. November muss jeder Urlauber aus einem Risikogebiet, der nach Spanien einreist, zuvor einen PCR-Test gemacht haben. Das Ergebnis muss negativ sein, und der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Auf den Kanaren ist man damit nicht einverstanden. Dort müssen Gäste, die in einem Hotel oder kommerziellen Apartment-Betrieb übernachten, beim Einchecken zwar auch einen Test vorweisen. Dies kann neben einem PCR-Test aber auch ein Antigen-Schnelltest sein. Und der letztgenannte kann auch nach der Ankunft auf den Kanaren gemacht werden. Dort werden die Gäste noch am Flughafen zur Teststelle gebracht, bevor es dann nach rund 30 Minuten mit dem Ergebnis in der Tasche ins gebuchte Hotel geht. Diese Regelung wollen die Kanaren beibehalten. Sie verhandeln derzeit mit der Regierung in Madrid darüber. Ausgang ungewiss.

13. November: Coronatests für Einreise nach Spanien, Malta und Griechenland, Reisen nach Südafrika wieder möglich – aber auch nur mit Test

Immer mehr Länder, in denen viele Deutsche ihren Urlaub verbringen, verlangen bei der Einreise einen negativen Corona-Test. Konkret geht es aktuell um Spanien, Malta und Griechenland.

Beginnen wir mit der Iberischen Halbinsel: »Ab dem 23. November ist ein diagnostischer Test für alle internationalen Passagiere erforderlich, die aus einem Risikoland oder -gebiet kommen, deren Endziel ein Hafen oder Flughafen in Spanien ist, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrem Wohnort«, teilte das spanische Fremdenverkehrsamt gestern mit. Der PCR-Test muss innerhalb von 72 Stunden vor der Ankunft in Spanien durchgeführt werden. Passagiere, die aus Risikoländern wie etwa Deutschland kommen, erhalten beim Ausfüllen des Gesundheitskontrollformulars einen QR-Code des spanischen Reisegesundheitssystem SpTH. Die Fluggesellschaften und Reedereien prüfen vor dem Boarding, ob sie über den QR-Code verfügen. Ausnahmsweise kann das Papierformular jedoch beim Boarding vorgelegt werden, wenn das Dokument den negativen Nachweis erbringt.

Für eine Reise nach Malta benötigt man ab heute »bei der Einreise einen negativen COVID-19-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Falls kein Negativ-Test vorgelegt werden kann, müssen Reisende einen Test bei Einreise am Flughafen durchführen oder sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben«, teilt das Auswärtige Amt mit.
Eine ähnliche Regelung hat Griechenland seit dem 11. November eingeführt. Wie bei Reisen nach Spanien müssen auch Griechenland-Reisende vor der Abreise ein Online-Formular ausfüllen, auch hier bekommt man dann einen QR-Code zugesandt. Wichtig: Das Formular muss spätestens 24 Stunden vor der Abreise ausgefüllt werden.

Am 1. Oktober hatte Südafrika wieder seine Grenze für Urlauber aus Deutschland geöffnet. Nur etwas weniger als drei Wochen später wurde der Schritt wieder zurückgezogen, nachdem in Deutschland die Zahl der positiv auf Corona Getesteten stark stieg. Nun folgte die nächste Kursänderung: Deutsche dürfen seit gestern wieder einreisen. Aber es gibt einige Auflagen. So muss ein negatives Corona-Testergebnis vorgelegt werden, das zum Zeitpunkt des Abflugs nicht älter als 72 Stunden ist. Außerdem müssen sich Reisende die App »COVID Alert South Africa« auf ihr Handy laden.

12. November: Lufthansa testet Schnelltests, NRW startet früher in die Weihnachtsferien, Drive-In-Weihnachtsmarkt am Niederrhein

Die Passagiere kurz vor Abflug auf Corona testen lassen – das könnte die Rettung für viele Airlines sein. Die Lufthansa hat deshalb heute damit begonnen, diese Tests probeweise zu testen. Alle Passagiere, die heute morgen von München nach Hamburg fliegen, wurde getestet. Die sogenannten Antigen-Schnelltests ähneln den Schwangerschaftstest, sind aber nicht so genau wie die konventionellen Corona-Tests.

Wegen der Corona-Pandemie sollen die Schüler in NRW früher in die Weihnachtsferien starten. Den Familien soll so ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest ermöglichet werden, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer gestern. Damit wird Freitag, der 18. Dezember, der letzte Schultag in diesem Jahr sein.

Vielerorts wurden die Weihnachtsmärkte bereits abgesagt – ob kurzfristig überhaupt einer stattfinden kann, wird sich wohl erst Anfang Dezember zeigen. Viel hängt von der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen ab. Ein Freizeitpark am Niederrhein plant derweil einen Drive-In-Weihnachtsmarkt.

11. November: Harsche Verbraucherschützer-Kritik an Airlines, mehr Hotel-Kontrollen notwendig?, Club-Med-Eröffnungen trotz Corona

Die Airlines und die Zurückzahlung der Gelder für Flüge, die wegen der Corona-Pandemie storniert werden mussten – eine nicht enden wollende Story. Es gab in den letzten Wochen immer wieder Kritik an den Airlines, weil sie sich ewig lang Zeit für die Zurückzahlung ließen und immer noch lassen. Wir berichteten an dieser Stelle häufig darüber. Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), legte jetzt noch einmal nach und sagte in einem Gespräch mit der Rheinischen Post, das Verhalten der Airlines sei »peinlich und skandalös«. Als Konsequenz fordert er, dass in Zukunft Tickets erst wenige Tage vor Flugantritt bezahlt werden müssen.

Der Fall in einem Kölner Hotel, in dem trotz Verbots zahlreiche Touristen übernachteten, lenkt den Blick auf die womöglich zu laschen Kontrollen in Beherbergungsbetrieben. Die Mitarbeiter der Ordnungsämter seien vor allem damit beschäftigt, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in Fußgängerzonen zu kontrollieren, zitiert der WDR eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes Aachen. Hotels seien bisher »keine Kontrollschwerpunkte«.

Der Cluburlaub-Anbieter Club Med will trotz der anhaltenden Corona-Pandemie Renovierungen und Neueröffnungen seiner Resorts weltweit fortsetzen. So können mit der Buchungseröffnung für den Sommer 2021 ab dem 17. November 2020 das neue Eco-Chic Resort auf den Seychellen, das neu renovierte La Palmyre Atlantique an der französischen Atlantikküste und das ab Dezember 2020 neu eröffnende Winterresort La Rosière in den französischen Alpen gebucht werden, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus verfolge Club Med für 2021 weitere Expansionpläne in Marroko mit Renovierungsarbeiten und dem Bau des neuen Resorts Essaouira.

10. November: Fast 14 Prozent weniger Übernachtungen im September, Verschärfte Quarantäne-Pflicht in Tunesien, viele Touristen in Kölner Hotel trotz Übernachtungsverbot

Die Corona-Krise macht den Beherbergungsbetrieben in Deutschland weiter schwer zu schaffen. Im September zählte das Statistische Bundesamt 13,7 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat. Vor allem das Ausbleiben der Touristen aus dem Ausland drückt die Quote der Übernachtungen weiter nach unten.

Wer derzeit mit dem Gedanken spielt, seinen Urlaub in Tunesien zu verbringen, muss mit Ungemach rechnen: Seit gestern nämlich müssen alle Einreisenden einen negativen Corona-Test vorlegen, der bei Abreise aus Deutschland nicht älter als 72 Stunden und bei Ankunft in Tunesien nicht älter als 120 Stunden sein darf. Außerdem müssen sich Reisende anschließend in eine siebentägige Quarantäne begeben bis ein weiterer Corona-Test negativ ausfällt. Das gelte auch für Pauschaltouristen, so das Auswärtige Amt.

Die für Hotels aktuell geltenden Bestimmungen in der Corona-Schutzverordnung NRW sind eindeutig: Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind verboten. Das scherte den Betreiber eines Drei-Sterne-Hotels in Köln aber wenig. Er ließ in seinem Hotel weiter Touristen übernachten. Aufgeflogen war der Verstoß durch einen Mann, der eine unschöne Begegnung mit einer Prostituierten in dem Hotel hatte und anschließend bei der Polizei Anzeige wegen Betrugs stellte. Als die Beamten anrückten, wunderten sie sich über den regen Gäste-Betrieb in dem Hotel und verständigten das Ordnungsamt. Dem Hotelbetreiber droht nun eine Geldstrafe.

9. November: Neue Regeln für Reiserückkehrer, Tourismus-Comeback in Valadero, Scharmützel zwischen Italien und San Marino wegen Corona-Sperrstunden

Ab gestern gelten neue Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Dabei geht es vor allem um die Zeit, in der man sich in Quarantäne begeben muss. Bisher musste man sich 14 Tage nach der Rückkehr in Quarantäne begeben. Der Zeitraum wird nun verkürzt auf 10 Tage. Zudem hat man die Möglichkeit, die Quarantäne nach fünf Tagen durch einen negativen Corona-Test zu verkürzen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen von der Quarantänepflicht.

Sechs Monate lang stand der internationale Tourismus in Kuba still. Wegen Corona ließ der Karibik-Inselstaat keine Touristen aus dem Ausland mehr ins Land. Doch damit ist es seit rund drei Wochen vorbei. Die ersten Besucher sind bereits angekommen und werden in den 4- und 5-Sterne-Hotels von einem Ärzteteam betreut. Mit der Wiedereröffnung des Tourismus in Kubas haben sich Tourismus- und Gesundheitsverantwortliche bewusst Zeit gelassen, berichtet die taz.

In Italien gelten aktuell wieder massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Bereits um 18 Uhr müssen die Restaurants schließen, um 22 Uhr tritt eine Ausgangssperre in Kraft. Anders in dem bei Rimini gelegenen Zwergstaat San Marino: Dort haben die Restaurants bis 22 Uhr geöffnet. Die Folge: Viele Italiener setzen sich abends ins Auto und fahren nach San Marino, um sich dort in den Restaurants zu vergnügen. Das wiederum ärgert den Bürgermeister Riminis und weitere Stadtoberhäupter der Region. In San Marino ist man über die Einmischung »not amused«.

7. November: RKI aktualisiert Risikogebiete, Diskussionen über Quarantäne-Zeit im Hotel und Zahl der Flughäfen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat gestern wieder die Liste der Risikogebiete im Ausland aktualisiert. Kurz zusammengefasst: ganz Italien ist nun dabei, ebenso sehr große Teile Schwedens und Dänemarks, außerdem die Algarve in Portugal.

Wer in Quarantäne muss, bleibt zu Hause. Gut, wenn man in einem solchen Fall allein wohnt. Wer aber mit weiteren Personen in einem Haushalt lebt, kann sich nicht komplett isolieren. Vor allem, wenn etwa Küche oder Bad gemeinsam genutzt werden. In solchen Fällen ist die Gefahr groß, dass sich auch Angehörige mit Corona infizieren. Deswegen regt die Ärztegewerkschaft Marburger Bund eine Isolation positiv Getesteter im Hotel an. Das habe schließlich gleich mehrere Vorteile, so die Gewerkschaft.

An vielen Flughäfen in Deutschland ist derzeit nur noch wenig los. Wir haben an dieser Stelle schon unzählige Male über die stark gesunkenen Passagierzahlen in der Corona-Zeit berichtet. Dass sich Flughäfen wie die in Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln, Hamburg oder Berlin nach der Corona-Zeit wieder berappeln werden, steht wohl außer Frage. Aber was ist mit den kleinen Flughäfen? Werden sie dauerhaft überleben? Thomas Jarzombek (CDU), Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, ist sich da nicht so sicher: »In der Menge, wie die Flugplätze heute aufgestellt sind, glaube ich, sind es tatsächlich zu viele«, sagte er dem WDR. Konkret nannte er keinen Flughafen, der seiner Ansicht nach geschlossen werden sollte. Er fügte aber hinzu: »Ein Flughafen wie Kassel-Calden, der vor der Pandemie einmal pro Tag angeflogen wurde, aufrechtzuerhalten, war schon vor der Corona-Zeit ein ausgesprochen sportliches Vorgehen.«

6. November: Thailand ab 9. November für Touristen offen – mit hohen Hürden, BDL: 87 Prozent Passagierrückgang im Oktober, DTV-Untersuchung: Berlin großer Verlierer, OVG in Schleswig-Holstein lehnt Klage ab

Gute Nachrichten für alle, die im Winter in Thailand ihren Urlaub verbringen wollen: Ab kommenden Montag (9. November) ist das möglich. Allerdings ist die Reise nach Thailand mit heftigen Unannehmlichkeiten verbunden. Zum einen benötigt man ein Touristenvisum. Das ist aber keineswegs eine formale Angelegenheit. Vielmehr muss man die Buchung eines staatlichen Quarantäne-Hotels nachweisen, in dem man 14 Tage nach Einreise bleiben muss. Außerdem muss man Kontoauszüge der letzten sechs Monate vorlegen – und einen ziemlich hohen Mindestkontostand nachweisen.

Die Passagierzahlen an Flughäfen in Deutschland sind erneut eingebrochen. Das zeigten Zahlen zur Entwicklung der deutschen Luftverkehrswirtschaft in den ersten drei Quartalen des Jahres, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft gestern mit. Seit Oktober verschärfe sich diese Tendenz weiter. Seit der Ankündigung von Bund und Ländern, das Testen an den Flughäfen zugunsten einer Quarantäneregelung aufzugeben, seien die Passagierzahlen wieder stark rückläufig. Mitte Oktober lag der Passagierrückgang an den deutschen Flughäfen bereits bei 87 Prozent. In den kommenden Wochen werden sich die Passagierzahlen aller Voraussicht nach weiter verschlechtern, so der Verband.

Und weitere Zahlen, dieses Mal aus den Großstädten in Deutschland, die das Ausmaß der Corona-Krise für den Tourismus deutlich machen: Während Wandern und Radreisen an Bedeutung gewannen, haben Touristen in diesem Jahr Städte mit ihren Fußgängerzonen und kulturellen Angeboten gemieden, so das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr (DWIF) im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Besonders Berlin sei stark davon betroffen, heißt es weiter.

Der neuerliche Corona-Teil-Lockdown ärgert viele Menschen. Vor allem jene, die unmittelbar von den Folgen betroffen sind. So auch ein Ehepaar aus Österreich, das derzeit seinen Urlaub auf Sylt verbringt und bald abreisen soll. Das will das Paar aber nicht. Es klagte vor dem schleswig-holsteinischen Oberverwaltungsgericht gegen die drohende Zwangsabreise. Das aber lehnte den Antrag des Ehepaars als unbegründet ab.

5. November: Luftfahrt-Bundesamt verhängt Bußgelder, Mein-Schiff-1-Kreuzfahrten abgesagt, Motel-One-Stornierungen wegen Querdenker-Demo in Leipzig

In den vergangenen Monaten lieferten viele Airlines ein trauriges, gar ein erschütterterndes Bild ab: Trotz klarer Rechtslage erstatteten viele von ihnen die Ticketkosten für coronabedingte Stornierungen nicht oder viel zu spät zurück. Das ist natürlich auch dem Luftfahrt-Bundesamt nicht entgangen. Es zog jetzt die Reißleine und verdonnerte in 21 Fällen gegen Fluggesellschaften Bußgelder.

Eigentlich wollte TUI Cruises mit dem Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 1 bald wieder in See stechen. Doch daraus wird nichts. Die Reederei darf von deutschen Häfen aus nicht ablegen. »Das Verbot bedauern wir sehr, insbesondere da es sich um internationale Kreuzfahrten und nicht um Inlandsreisen handelt und wir mit einem strengen Hygienekonzept inklusive verpflichtendem COVID-19-Test fahren«, schreibt TUI Cruises auf seiner Website.

Am kommenden Samstag wollen in Leipzig Gegner der Corona-Einschränkungen demonstrieren. Die Demonstration hat das Motto »Gemeinsam Geschichte schreiben. Friedliche Evolution« und wurde von der Querdenker-Initiative angemeldet. Es wird damit gerechnet, dass die Demonstranten aus vielen Orten Deutschlands anreisen werden. Einige von ihnen wollen vor oder nach der Demonstration in Leipzig übernachten, unter anderem in den Hotels von Motel One. Die Hotelgruppe aber will die Corona-Demonstranten nicht beherbergen. In einem Twitter-Tweet vom 2. November teilte Motel One zunächst mit, dass die Teilnahme an einer Demonstration kein »geschäftlicher Reisegrund« sei. Einen Tag später dann eine andere Begründung:

Rechtlich spräche nichts gegen die Übernachtungen. Laut dem MDR Sachsen teilte das Sächsische Sozialministerium mit, dass die Teilnahme an einer angemeldeten, genehmigten Versammlung nicht zu »touristischen Zwecken« zähle. Personen, die in einem Hotel übernachten wollten, um an einer solchen Versammlung teilzunehmen, dürften damit auch beherbergt werden.

4. November: Zahl der Touristen in Spanien 2020 stark gesunken, Reiseverzicht-Appell der Niederlande und NRW, Dortmunder Weihnachtsbaum wird wieder abgebaut

Wegen der Corona-Pandemie sind bisher in diesem Jahr deutlich weniger Touristen nach Spanien als gereist als 2019. Zwischen Januar und September betrug der Rückgang rund 75 Prozent. Das gab die spanische Statistikbehörde INE gestern bekannt. In Touristenzahlen heißt das: Statt 67 Millionen kamen nur noch 16,8 Millionen Urlauber nach Spanien.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und der niederländische Minister für Justiz und Sicherheit, Ferd Grapperhaus, haben die Menschen in ihren Ländern dazu aufgerufen, unnötige Reisen in das jeweilige Nachbarland zu vermeiden. »Dies ist einfach nicht die Zeit für Geselligkeit, Freundschaftspflege und Shoppingtouren. Niederländer und Deutsche sollten jetzt Abstand halten. Das hilft beiden Ländern im Kampf gegen Corona und rettet Leben«, sagte Reul. Grapperhaus sagte: »Ein Ausflug oder Einkaufstouren im Nachbarland verstärken nur die weitere Verbreitung des Virus auf beiden Seiten der Grenze.« Die Grenze zwischen Deutschland und Holland bleibe aber offen.

Im Advent ist Dortmund normalerweise für viele Menschen ein beliebtes Tagesausflugsziel. Das liegt unter anderem an dem Weihnachtsmarkt – und dem riesigen Weihnachtsbaum am Hansaplatz. Er gilt als »größter Weihnachtsbaum der Welt«. Sage und schreibe 17.000 Fichten machen ihn aus. Aber wegen der coronabedingten Absage des Weihnachtsmarktes wird nun auch der Weihnachtsbaum nicht weiter aufgebaut.

3. November: Ruhiger Fährbetrieb von Ostfriesischen Inseln, Corona-Fälle auf Fluss-Kreuzfahrtschiff in Potsdam, Machu Picchu wieder geöffnet, Air Malta mit garantiertem Mindestflugplan im Winter

Seit gestern ist in Deutschland das Übernachtungsverbot für Touristen in Kraft. Glück haben die Touristen, die sich aktuell in Niedersachsen aufhalten. Denn sie dürfen ihren Urlaub wie geplant zu Ende bringen – auch, wenn der noch etwas andauert. Und das scheinen auch viele zu machen, denn die Fährbetriebe an der ostfriesischen Nordseeküste melden aktuell, dass sie nicht mehr Reisende von den Inseln befördern als sonst.

Auf einem Fluss-Kreuzfahrtschiff in Potsdam sind mehrere Crew-Mitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Rede ist von insgesamt zehn Personen. Sie müssen nun in Quarantäne. Die 26 Passagiere durften das Schiff verlassen.

Eine erfreuliche Nachricht aus Peru: Dort ist die weltberühmte Inka-Stätte Machu Picchu nach monatelangem Lockdown wieder geöffnet. Sie war seit März wegen Corona geschlossen. Ganz so wie früher wird die Inbetriebnahme aber nicht ablaufen: Nur 675 Menschen pro Tag dürfen die Inka-Stätte besuchen. Das sind etwa 30 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.

Air Malta hat jüngst den Winterflugplan 2020/21 vorgestellt, der 21 Ziele mit 156 Flügen pro Woche abdeckt. Die Airline sagt zu, mindestens 50 Prozent dieses Flugplans durchzuführen. Zudem verzichtet die Air Malta weiterhin auf Umbuchungsgebühren. Außerdem kündigte Air Malta einen garantierten Mindestflugplan für mindestens 15 Ziele mit 82 wöchentlichen Flügen an: Mit dem “Business Guaranteed”-Flugplan will der Nationalcarrier seinen Kunden “Planungssicherheit und Verlässlichkeit in den derzeit unsicheren Zeiten” bieten. Der garantierte Flugplan wurde so angepasst, dass Destinationen für Geschäftsreisende regelmäßig angeflogen werden; für Urlaubsziele wurde darauf geachtet, dass kurze Reisen am Wochenende und in der Wochenmitte möglich sind.

2. November: Abreisetage für Touristen in Deutschland, Flughafen Düsseldorf schließt Flugsteig, Landgasthof-Sterben in Niedersachsen befürchtet

Nachdem sich Bund und Länder dazu entschossen hatten, Urlaubsübernachtungen in Deutschland zu verbieten, müssen viele Touristen heute abreisen. So zum Beispiel in Bayern. Anderenorts, sprich in anderen Bundesländern, haben Urlauber noch ein paar Tage Zeit. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Touristen spätestens bis zum 5. November abreisen. Ein ziemliches Durcheinander also. RTL listet auf, wo welcher Abreisetermin aktuell gilt.

Auch am Flughafen Düsseldorf herrscht derzeit Flaute. Das Passagieraufkommen bewegt sich derzeit bei rund einem Fünftel des für diese Jahreszeit üblichen Volumens. In den kommenden Wochen rechnet der größte Airport Nordrhein-Westfalens mit insgesamt 100 bis 150 Starts und Landungen pro Tag. An normalen Tagen sind es täglich rund 600 Flugbewegungen. Daraus zieht der Airport nun Konsequenzen: Ab morgen (3. November) wird Flugsteig B vorübergehend nicht mehr genutzt. Die Abfertigung der Passagiere erfolgt künftig nur noch über die Flugsteige A und C. Die Hugo-Junkers- sowie die Open-Sky-Lounge bleiben geschlossen.

Weil von heute an bundesweit u.a. Restaurants und Landgasthöfe schließen müssen, befürchten Branchenvertreter verheerende Folgen. Der Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Niedersachsen rechnet damit, dass in naher Zukunft 7.000 Betriebe in dem Bundesland werden schließen müssen, davon viele Landgasthöfe. Es gebe bereits die ersten Insolvenzen.

31. Oktober: Neue Risikogebiete in Europa, Bundesländer setzen Abreisefristen, Flixbus stellt Betrieb ein, Kanaren in Corona-Zeiten

Das Robert-Koch-Institut hat gestern weitere Länder und Regionen in Europa zu Risikogebieten erklärt. Betroffen sind mehr als ein Dutzend Destinationen. Dazu gehören u.a. ganz Zypern, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Kroatien. Auf der anderen Seite wurde nur ein einziges Land vom Manko des Risikogebiets befreit: Estland.

Wer derzeit in Deutschland Urlaub macht, sollte die Stunden genießen. Denn: Wegen des ab Montag in Kraft tretenden Urlaubsverbots in Deutschland haben viele Bundesländer Urlaubern Abreisefristen gesetzt. So zum Beispiel Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg: Touristen, die sich aktuell in einem der Bundesländer aufhalten, müssen im Laufe der kommenden Woche abreisen. Anders dagegen Niedersachsen: Urlauber, die vor dem 2. November anreisen, dürfen in ihren Unterkünften bleiben.

Flixbus und Flixtrain werden ihren Betrieb im November einstellen. Das kündigte André Schwämmlein, Geschäftsführer von FlixMobility, an. Das Reiseunternehmen beuge sich damit der Bitte der Politik, nicht mehr zu verreisen, sagte Schwämmlein. Er deutete an, dass Flixtrain womöglich länger pausieren werde als Flixbus.

Der November ist auf den Kanarischen Inseln traditionell der Monat, in dem die Hauptsaison startet. Dem steht auch in diesem Jahr nichts entgegen – trotz Corona. Denn die Inseln sind kein Risikogebiet mehr. Damit das so bleibt, sind Coronatests bei der Einreise nun verpflichtend. Derzeit hat aber nur ein Bruchteil der Hotels geöffnet, berichtet die ARD in einer Reportage.

30. Oktober: Dänemark: Schleswig-Holsteiner sollen auch draußen bleiben, Gäste in Niedersachsen dürfen Urlaub zu Ende bringen, Ischgl: Staat weist Verantwortung von sich

Dänemark macht jetzt auch für Besucher aus Schleswig-Holstein die Schotten dicht. Ab morgen (Samstag, 31. Oktober) müssen die Einwohner unseres nördlichsten Bundeslandes einen trifftigen Einreisegrund nennen oder aber einen nicht als 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen. Die neue Maßnahme wurde gestern in den Einreisebestimmungen des dänischen Außenministeriums veröffentlicht. Für die Dänen ist somit ganz Deutschland ein Quarantäneland.

Das vorgestern von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten beschlossene Urlaubsverbot hat zu großen Unsicherheiten geführt. Manch einer fragte sich: Was ist denn jetzt mit meinem Urlaub, den ich schon angefangen habe, aber noch über Montag hinaus geht? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beruhigt: »Die Gäste, die da sind, die können ihren Aufenthalt auch zu Ende haben«, sagte er im Radiosender ffn.

Die österreichischen Behörden ermitteln ja derzeit, wie es zu dem schlimmen Corona-Ausbruch im Spätwinter dieses Jahres in Iscghl kommen konnte (wir berichteten). Die Staatsanwaltschaft in Innsbruck ermittelt mittlerweile gegen vier Verdächtige. Ihnen wird vorgeworfen, mindestens fahrlässig Menschen gefährdet zu haben. Gestern nun hat sich der Staat verteidigt – mit Argumenten, die den Verbraucherschutzverein (VSV), der die Opfer vertritt, entsetzt.

29. Oktober: Touristen-Übernachtungsverbot in Deutschland, Reisewarnung für die Türkei, Costa Rica wieder offen, Robinson umgarnt Home-Office-Arbeitende

Es kam, wie es viele Hoteliers und Reisende in Deutschland befürchtet haben: Bund und Länder haben gestern in einer Videokonferenz weitgehende Maßnahmen gegen die Corona-Maßnahmen beschlossen und dabei touristische Übernachtungen im Inland untersagt. Das Verbot soll am kommenden Montag in Kraft treten und gilt für zunächst vier Wochen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen die Maßnahmen. Das erklärten Verbandsvertreter noch gestern Abend.

Bisher gilt für die türkischen Touristenregionen am Mittelmeer Aydin, Izmir, Mugla und Antalya keine Reisewarnung. Das wird sich am 8. November ändern; ab dann wird eine Reisewarnung für die gesamte Türkei gelten.

Für die Einreise nach Costa Rica ist ab sofort kein Corona-Test mehr nötig. Das hat die Regierung des mittelamerikanischen Landes beschlossen. Die neue Regelung ist seit dem 26. Oktober in Kraft. Sie besagt, dass inländische und ausländische Passagiere, die auf dem Luftweg nach Costa Rica einreisen, kein negatives PCR-Testergebnis mehr vorlegen müssen. Unabhängig davon müssen Einreisende jedoch zusätzlich zu den Anforderungen für Migrationsvisa im Rahmen der Pandemie weiterhin das epidemiologische digitale Gesundheitsformular ausfüllen. Ebenso sind sie dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung mit entsprechenden Corona-Anforderungen abzuschließen.

Viele Menschen haben ihren Arbeitsmittelpunkt während der Coronakrise in die eigenen vier Wände verlegt. Doch nicht immer entsprechen diese auch den tatsächlichen Bedürfnissen. Der Club-Anbieter Robinson bietet deshalb Hotelzimmer als Homeoffice an und will mit Worksation@Robinson eine neue Arbeitsphilosophie ins Leben ausrufen – die Kombination aus Urlaub und Job. Start dieses besonderen Projektes ist im Robinson Club Quinta da Ria in Portugal. Weitere Clubanlagen, wie etwa die Clubs Jandia Playa (Fuerteventura), Nobilis (Türkei) oder Cala Serena (Mallorca), sollen folgen. Das Angebot richtet sich vor allem an berufstätige Langzeitgäste, die mobil arbeiten und gleichzeitig die Vorzüge der Urlaubsatmosphäre nutzen möchten, so Robinson. Preise beginnen bei 67 € p. P. pro Nacht im DZ, Einzelleistungen können gegen Gebühr hinzugebucht werden.

28. Oktober: Bundesregierung will Übernachtungsverbote in Deutschland, scharfe BTW-Kritik an Maßnahmen, Oberverwaltungsgericht Magdeburg stoppt Beherbergungsverbot, Einreise auf Kanaren nur mit negativem Corona-Test

Heute wird sich Bundeskanzlerin Merkel mit den Länderchefs abermals in einer Videokonferenz austauschen. Es geht wieder einmal um verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Und es droht Ungemach für Hotels und Gaststätten. Denn wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen Restaurants, Bars und Kneipen schließen müssen. Auch für die Hotels kommt des knüppeldick. Sie sollen zwar geöffnet bleiben dürfen, aber: Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen verboten werden. Die Verschärfungen sollen nächste Woche in Kraft treten (4. November) und bis Ende des Monats gelten. Ob es wirklich so kommt, ist ungewiss, denn die Länderchefs müssen dem zustimmen.

Mit Blick auf die Pläne spricht Michael Rabe, Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), von der »nächsten Katastrophe für den Tourismus«. Belastbare Zahlen, dass die Betriebe zu den Pandemietreibern gehörten, habe bislang niemand vorgelegt bzw. sind zumindest öffentlich nicht verfügbar, so Rabe. Und doch habe ein Großteil der Coronamaßnahmen – seien es Beherbergungsverbote oder Zwangsquarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, Sperrzeiten oder das schlichte wiederholte Abraten vom Reisen – die Branche und Kunden im Visier. »Wir fordern die Politik auf, von diesen nicht nachvollziehbaren Maßnahmen auf dem Rücken der Tourismuswirtschaft abzusehen«, so Rabe.

Auch Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, warnt vor einer Stigmatisierung der Tourismusbranche. »Wir haben die letzten Monate viel dazu gelernt und wissen, mit pauschalen Maßnahmen kommen wir nicht weiter«, sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe).

Da ist es nur noch einer: Nachdem gestern das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg das Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt für Gäste aus Corona-Risikogebieten gestoppt hat, gilt nur noch in Hamburg ein Beherbergungsverbot. Geklagt hatte in Sachsen-Anhalt ein Vermieter von Ferienwohnungen.

Die Kanarischen Inseln wollen in Kürze eine neue Verordnung mit dem Inhalt verabschieden, dass ankommende Urlaubsgäste einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Dieser dürfe nicht älter als 72 Stunden sein, heißt es in dem aktuellen Entwurf. Auch die Nutzung der spanischen Corona-Warn-App soll verpflichtend werden.

27. Oktober: Kanaren locken Airlines, Flughäfen: Herbstferien waren »schlimmer als befürchtet«, Warten auf Studie zu Infektionsgefahr in Zügen und Flugzeugen

Die Kanarischen Inseln nehmen viel Geld in die Hand, um Airlines dazu zu veranlassen, im November und Dezember wieder verstärkt auf die Inseln zu fliegen. Wie die spanische Zeitung El Mundo berichtet, stellt das kanarische Ministerium für Tourismus, Industrie und Handel dafür 979.699 Euro als Werbeanreize zur Verfügung. Laut Tourismusministerin Yaiza Castilla soll das Geld ein Anreiz dafür sein, den Flugplan, den sie vor der Krise zu den Inseln hatten, wiederherzustellen.

Die nicht enden wollende Corona-Krise spitzt die Lage an den deutschen Verkehrsflughäfen zu. Bei einem anhaltenden Passagierrückgang von über 80 Prozent sei eine Trendwende nicht in Sicht, teilte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) mit. Selbst die Herbstferien hätten diese negative Entwicklung nicht verändert. Im Gegenteil – es sei schlimmer als befürchtet: Das Passagieraufkommen an den deutschen Flughäfen habe lediglich bei 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gelegen, so die ADV.

Wer mit der Bahn fährt, den beschleicht womöglich ein mulmiges Gefühl: Besonders in vollen Zügen kann man oft einen Sicherheitsabstand zu anderen Fahrgästen nicht einhalten. Die Frage, die sich daher viele stellen: Ist Bahnfahren in Zeiten von Corona gefährlich? Dieser Frage geht derzeit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach. Dort wird seit Monaten die Infektionsgefahr in Zügen und Flugzeugen untersucht. Doch obwohl schon im Mai erste Ergebnisse innerhalb weniger Wochen versprochen worden waren, sind sie noch immer unveröffentlicht, berichtet die Welt. 

26. Oktober: Lufthansa streicht wieder Flüge im Winter, Merkel hadert weiter mit Urlaubsreisen, Helgoland verschärft Regeln, Ostfriesland mit Herbstferien-Fazit, Aida mit erstem Resümee nach Kreuzfahrt-Comeback

Die Lufthansa streicht wieder Flüge: Weil offenbar wieder deutlich weniger Menschen Flüge buchen, werden die Lufthansa und ihre Schwestergesellschaften Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines deshalb 125 Flugzeuge, die im Winter abheben sollten, erneut stilllegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betrachtet Reisen derzeit offenbar als eine große Gefahr mit Blick auf die Corona-Pandemie. Vor rund zehn Tagen appellierte sie an die Bürger: »Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort.« Gestern legte sie noch einmal nach. Da sprach die Kanzlerin in einer Schalte mit den Unionsfraktionschefs aus den Ländern. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung gab sie insbesondere den Urlaubern die Schuld am Anstieg der Infizierten-Zahlen: »Es ist passiert durch die Urlaubsreisen.«

Wer ein paar Tage Urlaub auf Helgoland verbringen möchte, muss ab heute ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Das teilte der zuständige Kreis Pinneberg gestern mit.

Durchwachsen fällt die Bilanz der Touristiker auf der Ostfriesischen Halbinsel für die Herbstferien aus. Dies hat eine Stimmungsumfrage in den Ferienorten durch die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) ergeben. Insgesamt beobachteten die Touristiker eine weitere Zunahme an kurzfristigen Buchungen – auch die Aufenthaltsdauer fiel oftmals länger als üblich aus. »Die Situation musste teilweise jeden Tag neu bewertet werden. Vor diesem Hintergrund haben die Gäste die Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie abgewartet und dann spontan gebucht. Da auch die nächsten Monate von vielen Unsicherheit geprägt sein werden, haben offenbar viele Leute ihren Urlaub so lange wie möglich ausgedehnt,« vermutet Imke Wemken, Geschäftsführerin der Ostfriesland Tourismus GmbH.

Die Reederei Aida Cruises feierte letzte Woche ihr Kreuzfahrt-Comeback. Das Schiff Aidablu war entlang der italienischen Westküste unterwegs. Eine Woche ging die Kreuzfahrt, rund 1.000 Urlauber waren an Bord. Nach der Rückkehr des Schiffes zog Aida eine positive Bilanz. Die durchgeführte Kreuzfahrt soll im November mehrmals wiederholt werden. Anfang Dezember geht dann auch das Schiff Aidamar rund um die Kanarischen Inseln an den Start.

24. Oktober: Endgültiges Aus für Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein, Stimmung in Berchtesgaden

Nun hat es auch das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein getroffen: Das Oberverwaltungsgericht des Landes hat das Verbot für Touristen aus inländischen Corona-Hotspots verworfen. Mit Blick auf die gekippten Beherbergungsvebobte in anderen Bundesländern führte das Gericht aus, dass das im Grundgesetz verankerte Gebot der Gleichbehandlung verletzt würde. Für die Hotels und andere Beherbergungsbetriebe hatte das Verbot verheerende Folgen. Der Gerichtsentscheid ist unanfechtbar. Jeder, der jetzt nach Schleswig-Holstein will, kann sich darauf berufen.

Im Berchtesgadener Land ist das Leben weitgehend runtergefahren worden. Das trifft besonders hart alle, die in dem Kreis vom Tourismus leben: Hotels, Restaurants, Museen, Souvenirhändler. »Die Branche ist nicht der Verursacher, für sie ist das jetzt ein Schlag in die Magengrube«, sagte Brigitte Schlögl, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH dem Spiegel.

23. Oktober: Kanaren wieder offen, Dänemark wieder dicht, Robert-Koch-Institut mit vielen neuen Risikogebieten in Europa, Bundesverfassungsgericht zu Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein

Gute Nachricht für alle, die in den nächsten Wochen auf den Kanarischen Inseln ihren Urlaub verbringen wollen: Ab morgen (Samstag, 24.10.) sind die Inseln kein Risikogebiet mehr, die Reisewarnung wird dann wieder aufgehoben werden.

Unser nördlicher Nachbar Dänemark ist dagegen wieder tabu: Die Regierung in Kopenhagen erklärte ihrerseits Deutschland zu einem Risikogebiet und belegt uns mit einer Einreisesperre. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen. Familienbesuche bleiben erlaubt. Ebenso darf ins Land, wer dort ein Ferienhaus besitzt.

Das Robert-Koch-Institut hat nicht nur die Kanarischen Inseln von der Risikogebietsliste gestrichen. Im Gegenzug wurden nämlich viele weitere Regionen in Europa zu Risikogebieten erklärt. Dazu zählen Polen, die Schweiz, Großbritannien, Irland, Liechtenstein , fast alle Bundesländer Österreichs (Kärnten nicht) sowie viele Regionen Italiens. Wer sich jetzt noch fragt, wo er jetzt überhaupt noch ohne Reisewarnung hinreisen kann, hier noch mal in aller Kürze beliebte Reisespots, wo noch was geht: Griechenland, Zypern, Kärnten und Kanarische Inseln.

Schleswig-Holstein ist eines der letzten Bundesländer, das sich (noch) nicht so recht vom Beherbergungsverbot für Reisende aus deutschen Risikogebieten verabschieden mag. Fast alle Bundesländer haben es mittlerweile abgeschafft. Darüber ärgerten sich Reisende aus Tübingen, die nächste Woche ein paar Tage Urlaub auf Sylt machen wollten. Sie zogen vors Bundesverfassungsgericht und klagten deshalb dagegen im Eilverfahren. Das Gericht gab dem Antrag allerdings nicht statt. Es erklärte für den konkreten Fall, dass »die erforderlichen Darlegungen fehlen«. Damit hat das Gericht aber keine inhaltliche Grundsatz-Entscheidung über das Beherbergungsverbot gefällt.

22. Oktober: Reisen nach Japan nicht vor Frühling 2021, Skitourismus-Orte in Österreich blicken Winter mit Sorge entgegen

Wer nach Japan in den Urlaub fliegen will, muss sich weiter gedulden: Medienberichten zufolge will die Regierung in Tokio Touristen nicht vor dem Frühling kommenden Jahres ins Land lassen. Als Termin wird der April genannt. Der Monat gilt in Japan traditionell als Start in die neue Tourismussaison. Die Öffnung des Landes für Touristen soll mit Blick auf die Corona-Pandemie durch verschiedene Sicherheitsmaßnahmen flankiert werden. So werde darüber nachgedacht, eine Corona-App für Touristen einzuführen, ebenso seien Corona-Beratungszentren für Touristen aus dem Ausland in der Diskussion. Auch sollen Touristen eine verbindliche Auslandsreisekrankenversicherung vorzeigen müssen. Tokio ist im Sommer (23.7.-8.8.21) Gastgeber der Olympischen Spiele.

Nur noch wenige Wochen, dann fällt in vielen Skiorten Österreichs der Startschuss in die Wintersaison. Angesichts der hohen Zahl an Corona-Infektionen in Europa blickt die Branche allerdings mit Sorge auf den kommenden Winter. Vielerorts wird die Hoffnung gehegt, dass die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes in Berlin für die Wintersport-Regionen in Österreich bis Dezember aufgehoben werden. Kritik wird aber auch an der Bundesregierung in Wien geübt.

21. Oktober: Touristen aus Berchtesgadener Land abgereist, Gericht schiebt Corona-Auflagen für Touristen in Mecklenburg-Vorpommern endgültig einen Riegel vor, Umfrage: Österreich top, Spanien flop, Tipp: Corona-Einreisehinweise der International Air Transport Association (IATA)

Das war vorauszusehen: Alle Touristen, die sich noch am Dienstagmorgen in Berchtesgadener Land aufhielten, wurden aufgefordert, die Region unverzüglich zu verlassen. Nach Schätzung der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH machten rund 2.500 Menschen Urlaub in der Region. Sie wurden vor ihrer Abreise nicht auf das Coronavirus getestet. Bayerns Staatsregierung appellierte an die Abreisenden, sich auch »durchaus sicherheitshalber selber testen zu lassen«. Hoteliers und Gastgeber fürchten für die Zukunft einen Imageschaden für die Region.

Noch vor einer Woche war Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland, das die strengsten Einreisebeschränkungen für Besucher aus Risikogebieten hatte. Am Sonntagabend dann der Kurswechsel der Landesregierung: Die bundesweit einzigartige Quarantänepflicht für anreisende Touristen war plötzlich vom Tisch, es sollte ein negativer Coronatest genügen. Gestern dann der nächste Paukenschlag: Das Oberverwaltungsgericht Greifswald urteilte, Feriengäste aus deutschen Hotspots müssen nun gar keinen Corona-Test mehr vorlegen und auch nicht in Quarantäne. Nun steht offenbar auch das Einreiseverbot für Tagestouristen auf der Kippe.

In Zeiten wieder steigender Corona-Infektionszahlen ändern sich auch die Reisegewohnheiten vieler Deutscher. Manche reisen gar nicht mehr, andere würden lieber dorthin reisen, wohin sie normalerweise nicht reisen würden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Wirtschaftswoche, die gemeinsam mit dem Umfrageinstitut YouGov den DestinationIndex ins Leben rief. Das Ergebnis: Abgesehen von Deutschland würden die Deutschen momentan am liebsten nach Österreich reisen (Befragungszeitraum: 15.09. bis 14.10.2020). Spanien, Frankreich und Großbrittanien sind derzeit weniger gefragt.

Wer mit dem Gedanken spielt, trotz Reisewarnungen eine Reise ins Ausland zu unternehmen, steht vor der Frage: Darf ich als Deutscher oder als jemand, der in Deutschland lebt, überhaupt einreisen? Viele Länder untersagen das, die USA zum Beispiel. Andere dagegen haben moderate Einreisebeschränkungen oder sogar keine. Wer keine Lust hat, sich auf den Botschafts-Webseiten der jeweiligen Länder zu informieren, erfährt mit einem Klick auf der Covid-19 Travel Regulations Map der International Air Transport Association (IATA) die aktuellen Einreisebestimmungen.

20. Oktober: Schnelltests am Flughafen London-Heathrow, Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land, Blablabus stellt Betrieb vorläufig ein, 35 Mitarbeiter in Timmendorfer Hotel positiv auf Corona getestet

Am größten Flughafen Europas, dem Airport London-Heathrow, können sich jetzt Passagiere vor Abflug binnen einer Stunde auf Corona testen lassen. Durch das neue Angebot sollen Reisende in Länder einreisen können, in denen ein negatives Covid-19-Test-Ergebnis erforderlich ist, um eine Quarantäne zu vermeiden. Die Tests werden zunächst für Reisende nach Hongkong und Italien verfügbar sein. Sie müssen im Voraus gebucht werden, 80 britische Pfund werden dafür fällig.

Der Berchtesgadener Land ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen Bayerns. Brauchtum, klassische Kunst und Naturschönheiten machen den Reiz des Kreises im südöstlichsten Zipfel Deutschlands aus. Aber eine Reise dorthin hat sich erst einmal erledigt: Im gesamten Kreis gelten ab heute 14 Uhr strenge Ausgangsbeschränkungen. Außerdem müssen Freizeiteinrichtungen und Restaurants schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Grund die hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen in dem Landkreis.

Wer kein Auto hat und die Fahrt mit der Bahn zu teuer findet, kann innerdeutsch – zumindest zwischen den Großstädten – auch mit dem Bus verreisen. Platzhirsch ist Flixbus, aber daneben gibt es andere Anbieter, unter anderem Blablabus. Wegen Corona setzt Blablabus nun den Betrieb ab kommenden Montag (26. Oktober) aus. Wer eine Fahrt bei dem Unternehmen für den Zeitraum nach dem 26. Oktober gebucht hat, soll sein Geld automatisch zurückerstattet bekommen. Der Betrieb der Mitfahrzentrale Blablacar geht weiter.

Wir berichteten am Wochenende schon: Das Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand wurde wegen eines Corona-Ausbruchs unter Mitarbeitern geschlossen. Mittlerweile sind 35 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden – am Wochenende waren es erst drei.

19. Oktober: Tourismus in Berlin steht nahezu still, erstes Aida-Kreuzfahrtschiff wieder unterwegs, ADAC: Staus fallen am kommenden Wochenende wohl aus

Die enorme Berichterstattung über die gestiegene Zahl an positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen, insbesondere im Hotspot Berlin, hat den Tourismus in der Hauptstadt nahezu zum Erliegen gebracht. Derzeit liege die Auslastung der Unterkünfte geschätzt bei nur noch 10 bis 15 Prozent, sagte Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Berlin Tourismus, im Inforadio.

Sieben Monate lang war Aida mit seinen Kreuzfahrtschiffen nicht mehr unterwegs – jetzt ist die Ruhephase vorbei. Am Samstagabend legte das Schiff »Aidablu« in Civitavecchia (Italien) ab. Es wird sieben Tage lang entlang der Westküste bis Sizilien und zurück unterwegs sein. Sogar Landgänge sind vorgesehen, unter anderem in Neapel, Palermo und Rom. Wegen Corona ist das Schiff allerdings nur zur Hälfte mit Passagieren belegt.

Trotz andauernder Herbstferien in Teilen Deutschlands dürften die Staus am kommenden Wochenende überschaubar bleiben. Die Unsicherheiten der Corona-Pandemie schreckten viele potenzielle Herbsturlauber ab, so der ADAC in seiner Prognose. In Baden-Württemberg beginnen einwöchige Herbstferien, in Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und dem Saarland enden sie. Dasselbe trifft auf die südlichen und mittleren Landesteile der Niederlande zu.

18. Oktober: Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern nun auch Geschichte, Hotel in Schleswig-Holstein wegen Corona geräumt

Aufatmen für alle, die aus einem Risikogebiet kommen und ab Mitte nächster Woche in Mecklenburg-Vorpommern ihren Urlaub verbringen wollen: Die Auflage, in mehrtägige Quarantäne zu gehen, ist vom Tisch. Mecklenburg Vorpommerns Landesregierung und Vertreter der Tourismusbranche einigten sich gestern darauf, dass ab Mittwoch ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Nun gibt es nur drei Bundesländer, in denen auch noch Beschränkungen für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten gelten: Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Drei Mitarbeiter des Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin entschloss sich das Gesundheitsamt, das Hotel zu schließen. Die 200 Gäste wurden aufgefordert, das Hotel zu verlassen. Im Gegensatz zu den 100 Mitarbeitern des Hotels müssen sie aber nicht in Quarantäne.

17. Oktober: Beherbergungsverbot: in Hamburg bestätigt, in Brandenburg gekippt; Übersicht: wohin man in Europa überhaupt noch reisen kann

Das Beherbergungsverbot in den Bundesländern ist auch heute noch in den Schlagzeilen. Grund sind abermals zwei Gerichtsentscheidungen dazu: In Brandenburg hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das Verbot vorläufig aufgehoben. Geklagt hatten ein Hotelbetrieb im Landkreis Dahme-Spree und eine Ferienwohnungs-Vermieterin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In Hamburg urteilten die Richter dagegen so wie im benachbarten Schleswig-Holstein diese Woche: Das Verwaltungsgericht Hamburg bestätigte hier das Verbot. Geklagt hatte ein Ehepaar aus Köln. Allerdings muss man in Hamburg kein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen. Es reicht, zu erklären, dass man in den letzten 14 Tagen in keinem Risikogebiet war. Wer in einem Risikogebiet wohnt, muss eine ärztliche Bescheinigung vorlegen mit dem Inhalt, dass man keine Corona-Symptome habe.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa und den damit oft einhergehenden Reisewarnungen fragt sich manch einer: Wohin kann man jetzt eigentlich noch in Europa verreisen? Nur drei Länder Europas sind derzeit überwiegend unproblematisch: Norwegen, Finnland und Griechenland. In weiteren fünf Staaten ist die Situation (noch) moderat: Italien, Zypern, Estland, Litauen und Lettland. 

16. Oktober: Neue Risikogebiete, Beherbergungsverbote weiter in der Diskussion, noch weniger Flüge bei Ryanair im Winter, TUI bietet trotz Reisewarnung wieder Malediven an

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infizierten in Europa hat das Robert-Koch-Institut weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt. Dazu zählen u.a. ganz Frankreich, die Niederlande, Malta und die Slowakei. Aber auch Regionen in Italien und Polen sind ab Samstag dabei.

Immer mehr Bundesländer verabschieden sich vom Beherbergungsverbot. Gestern haben wir darüber in einem ausführlichen Artikel berichtet. Seitdem hat sich wieder etwas getan: Während in Schleswig-Holstein ein Gericht das Verbot bestätigt hat, kündigte Bayerns Ministerpräsident Söder an, das Beherbergungsverbot werde fallen. Die Einschränkungen seien im Kampf gegen die Seuche »in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen«, sagte er gestern Abend in der ZDF-Sendung »Markus Lanz«.

Reisewarnung hin, Reisewarnung her: Nach den Kanaren und Balearen bietet TUI ab 27. Oktober wieder Reisen auf die Malediven an. »Die Malediven sind gerade in den Wintermonaten eines der beliebtesten Fernstreckenziele. Nicht nur online, sondern auch aus den Reisebüros erreichen uns viele Anfragen zu Malediven-Reisen. Die deutschen Urlauber möchten wieder zum Indischen Ozean reisen. Die weitläufigen Resorts bieten mit freistehenden Bungalows viel Privatsphäre und die Möglichkeit Abstandsregeln einzuhalten. Deswegen haben wir uns entschieden trotz Reisewarnung die Malediven gemeinsam mit Lufthansa wieder anzubieten«, sagt Marek Andryszak, Vorsitzender der TUI Deutschland Geschäftsführung. TUI-Kunden hätten deshalb ab sofort die Wahl: Sie können ihre gebuchte Malediven-Reise antreten, auf ein anderes Ziel umbuchen oder kostenfrei stornieren, heißt es weiter.

Die Corona-Pandemie macht der Billigfluggesellschaft Ryanair weiter schwer zu schaffen. Die Flugangebote werden auf 40 Prozent des Vorjahres sinken, teilte Ryanair gestern mit. Zuletzt hatte Ryanair für den Winter noch mit 60 Prozent des Vorjahresniveaus geplant. Airline-Chef Michael O’Leary machte die Regierungen Europas mit für die Krise verantwortlich.

15. Oktober: Beherbergungsverbot bleibt unverändert, Neues Corona-Konzept für Kanaren und Balearen, El Al fliegt wieder nach Frankfurt, Mittelfinger-Kampagne gegen Maskenmuffel in Berlin wird eingestellt

Gestern traf sich Bundeskanzlerin Merkel mit den Länderchefs im Kanzleramt. Es ging um eine Verschärfung der Corona-Regeln. Auch sollte das von den Ländern unterschiedlich gehandhabte Beherbergungsverbot, das in den letzten Tagen Unverständnis hervorrief, auf den Prüfstand gestellt werden. Aber daraus wurde nichts. Jedes Bundesland wird weiterhin seine eigenen Beherbergungsregeln haben – zu unterschiedlich waren die Einschätzungen dazu. Bis zum 8. November will man noch einmal darüber reden. Hier eine aktuelle Übersicht von uns. 

Spaniens Regierung will dem Tourismus auf den Balearen und den Kanaren wieder auf die Beine helfen. Wie das Spanische Fremdenverkehrsamt gestern mitteilte, sollen auf den Inseln demnach neue Corona-Regelungen eingeführt werden. Die Maßnahmeb sehen vor, dass Einreisende bei der Ankunft auf einem internationalen Flughafen der Kanarischen oder Balearischen Inseln keiner Testung unterzogen werden müssen, wenn sie aus einem Gebiet einreisen mit einer akkumulierten Inzidenz (AI) von 50 Neuinfizierten oder weniger pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen. Personen, die aus Gebieten mit einer Inzidenz über 50 kommen, müssen einen höchstens 48 Stunden vor dem Flug erfolgten negativen Test auf SARS-CoV-2 vorweisen. Beim Verlassen der Inseln müssen sich die Reisenden 48 Stunden vor dem Rückflug einem Test unterziehen. Diese Tests werden in von den zuständigen Gesundheitsbehörden zugewiesenen Räumlichkeiten durchgeführt und sind für die Touristen kostenlos. Ein positives Testergebnis führt dann dazu, dass die betroffene Person nicht fliegen darf und sich vor Ort in Quarantäne begeben muss.

Israels Fluggesellschaft El Al wird ab dem 18. Oktober 2020 Tel Aviv wieder mit den Flughäfen in Los Angeles, Miami, Frankfurt am Main, Amsterdam, Sofia und Kiew verbinden. Damit erweitert EL AL sein Flugangebot zu den bereits bestehenden Destinationen New York, London, Paris und Athen. Die Flüge nach Frankfurt werden als Erstes wieder aufgenommen, am kommenden Sonntag nämlich (18. Oktober). Allerdings ist aktuell die Einreise nach Israel nur für Inhaber eines israelischen Reisepasses erlaubt.

In Berliner Verkehrsbetrieben sind immer noch viele ohne Mund-Nasenschutz unterwegs. Das ärgert den Berliner Senat. Darum entschloss er sich dazu, gemeinsam mit der Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin eine Corona-Kampagne zu starten. Auf den Bildern der Kampagne war eine ältere Dame mit einer Mund-Nasen-Maske abgebildet. Daneben stand der Text: «Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.« Die Frau hielt allerdings nicht den Zeigefinger, sondern den Mittelfinger in die Kamera. Viele Bürger und Politiker empörten sich über das Motiv. Die Kampagne soll nun eingestellt werden.

14. Oktober: Beherbergungsverbot vor dem Aus?, Vorschlag zur Verlängerung der Winterferien findet keine Freunde, Umfrage: Reiselust der Best Ager trotz Corona ungebrochen

Heute trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt mit den 16 Ministerpräsidenten. Ein Thema u.a.: das umstrittene Beherbergungsverbot. Nach der massiven Kritik daran in den vergangenen Tagen halten es Beobachter für gut möglich, dass das Beherbergungsverbot gekippt wird. Sogar Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist nicht abgeneigt, es möglicherweise zurückzunehmen. Besonders die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin sowie NRW wollen das Beherbergungsverbot beerdigen. Auch das Robert-Koch-Institut hat sich gestern in einem Strategiepapier zum Reise-Risiko geäußert: »Hierbei ist es wesentlich zu betonen: erhöhte Mobilität (berufliche oder private Reisetätigkeit) bedeutet erweitertes Risiko; jedoch ist dieses Risiko nicht primär an den Ort der Reise oder ein spezifisches Gebiet gebunden, sondern hängt wesentlich von dem Verhalten des Einzelnen in einem Gebiet mit Virusübertragungen ab.«

Der Vorschlag zweier Unionspolitiker, wegen Corona die kommenden Winterferien zu verlängern, scheint schon wieder vom Tisch zu sein: Kaum jemand unterstützt die Idee. Die Linke finden den Vorschlag »beschämend«, aus der FDP heißt es »Unsinn«. Auch im Stadtstaat Berlin wird der Vorschlag abgelehnt. 

Trotz der Corona-Pandemie will die Generation der Best Ager weiter verreisen: 61 Prozent der Befragten plant im kommenden Jahr eine Urlaubsreise. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Markforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag von trendtours Touristik unter 1.632 Personen durchgeführt wurde. 54 Prozent der Befragten im Alter zwischen 50 und 70+, die im kommenden Jahr verreisen möchten, halten an ihren Reiseplänen für 2021 fest. 12 Prozent wollen nicht nur den verpassten Urlaub von diesem Jahr nachholen, sondern zusätzlich eine weitere Reise machen.

13. Oktober: Mecklenburg-Vorpommern will bei Beherbergungsverbot hart bleiben, Debatte über Winterferien-Verlängerung, Campingverband fordert einheitliche Regelungen, Südafrika eine Woche nach Tourismus-Öffnung, wieder internationale Flüge zum Airport Panama-Stadt, erster Tourist in Machu Picchu nach sieben Monaten

Trotz anhaltender Kritik will Mecklenburg-Vorpommmern am Beherbergungsverbot für Bürger aus Risikogebieten festhalten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte heute im ARD-Morgenmagahin, ihr Bundesland habe mit strengen Regeln großen Erfolg erzielt: »Wir wollen als Land nicht Risikogebiet werden«, ergänzte sie.

Können Familien in Deutschland damit rechnen, dass die kommenden Winterferien viel länger sein werden als sonst? Das jedenfalls wird derzeit von Unionspolitikern diskutiert. »Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen«, schlägt der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß in der Bild-Zeitung vor. Auch ein Politiker der CSU stimmt in den Chor ein.

Der Bundesverband der Deutschen Campingwirtschaft e.V. (BVCD) lehnt den Flickenteppich von innerdeutschen Reiseverboten ab und fordert bundesweit einheitliche und praktikablere Regelungen. »Regeln und Verbote sollten vor allem dort verschärft bzw. angewandt werden, wo die eigentlichen Hotspots liegen und diese sind nachweislich nicht auf den Camping- und Wohnmobilstellplätzen in Deutschland!«, so Christian Günther Geschäftsführer vom BVCD. Dem Epidemiologischen Bulletin 38/2020 des Robert-Koch-Institutes seien keine Fälle auf Campingplätzen zu entnehmen, sagte er. Laut Günther zeige sich, dass »Camping momentan eine der sichersten Urlaubsformen ist und die hiesigen Unternehmen die an sie gestellten Herausforderungen vorbildlich meistern«.

Südafrika hat seit dem 1. Oktober wieder seine Grenzen für Touristen aus dem Ausland geöffnet. Die Erwartungen an die Öffnung der Grenzen seien hochgesteckt, berichtet die FAZ aus Südafrika. Einige Unterkünfte strichen nach der Ankündigung die zuvor gewährten Rabatte. Aber Urlauber aus vielen für den Tourismus wichtigen Ländern dürfen immer noch nicht einreisen. Deutsche aber schon.

Der Tocumen International Airport in Panama-Stadt erlaubt seit gestern wieder Flüge aus dem Ausland. Seit gestern (12. Oktober) sind Staatsangehörige, Einwohner und Ausländer, die nach Panama einreisen, von der Quarantäne befreit, wenn sie einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Wer ohne einen solchen Test einreist, ist verpflichtet, am Flughafen einen Schnelltest zu machen. Das Ergebnis soll innerhalb von 30 Minuten vorliegen. Wenn der Test negativ ausfällt, muss man sich nicht in Quarantäne begeben. Laut der lokalen Zeitung La Prensa sollten am ersten Tag bereits wieder 80 internationale Flüge durchgeführt werden. Etwa 85 Prozent der Geschäfte im Terminal haben ebenfalls wieder geöffnet.

Seit Monaten hängt der Japaner Jesse Katayama wegen der Corona-Pandemie in Cusco fest. Ganz schön langweilig, sofern er nicht gerade sein Home Office in die Anden verlegt hat. Gestern aber durfte er einen Ausflug unternehmen, den er wohl nicht erwartet hatte: nach Machu Picchu nämlich. Die Inkastadt ist seit sieben Monaten für Touristen gesperrt, aber die Tourismusbehörde in Cusco erteilte ihm eine Sondergenehmigung zum Besuch. In den sozialen Medien wurde sein Besuch entsprechend vermarktet.

12. Oktober: Kritik an Beherbergungsverbot immer lauter, Unmut in Mecklenburg-Vorpommern

Wird das Beherbergungsverbot bald zu den Akten gelegt? Die Stimmen, die sich gegen das Verbot aussprechen, werden jedenfalls immer lauter. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, auch Präsident des Deutschen Städtetages, sagte der Funke Mediengruppe, das Verbot sei »nicht durchdacht, da wird man noch mal rangehen müssen«. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will das Verbot zügig abgeschafft wissen. »Beherbergungsverbote zum Beispiel zwischen Berlin und Brandenburg machen doch gar keinen Sinn«, sagte Müller am Sonntagabend in der ZDF-Sendung »Berlin direkt«. Den Grund für die Ablehnung liefert der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach: »Keine Studie zeigt, dass das Reisen innerhalb Deutschlands ein Pandemietreiber ist.« Kanzleramtsminister Helge Braun verteidigte das Beherbergungsverbot dagegen in der ARD.

Leidtragende des Beherberungsverbots sind u.a. die Hoteliers in Mecklenburg-Vorpommern. Übers Wochenende hagelte es bereits Stornierungen. Von einem Chaos ist die Rede: Die Regelungen seien überstürzt eingeführt worden, viele Menschen – Gastgeber wie Gäste – wissen nicht, was Sache ist. Auch wächst die Sorge, dass Touristen von Einheimischen aufgrund ihres Autokennzeichens wieder angeschwärzt werden.

11. Oktober: Hoffnungen auf Reisewarnungsende für Kanaren, Kretschmann rät von Urlaubsreisen ab, Kurz: Winterurlaub in Österreich ist sicher, NRW: Gratis-Tests für Urlauber aus Corona-Hotspots

Die Kanarischen Inseln gelten seit seit einigen Wochen als Risikogebiet. Somit gilt auch eine Reisewarnung für die Inseln. Damit könnte es bald vorbei sein. Eine Entscheidung darüber könne »nah sein, wenn die Situation so bleibt«, zitiert das Portal Teneriffa News einen Diplomaten aus der deutschen Botschaft in Madrid, der sich per Videokonferenz mit Kanaren-Tourismusministerin Yaiza Castilla über die aktuellen Reisebeschränkungen austauschte.

Jetzt mischt sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in die Diskussion darüber ein, ob wir in diesem Jahr in den Herbstferien verreisen sollen. Seine Meinung: Nein. »Vielleicht sollten die Bürger in den Herbstferien nicht groß in der Gegend herumreisen. Weder im Inland, noch im Ausland – und schon gar nicht in Risikogebiete«, sagte er in einem Interview mit der »Heilbronner Stimme«, dem »Mannheimer Morgen und dem »Südkurier«.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat an Reisende appelliert, nicht aus Angst vor dem Coronavirus auf den Winterurlaub in Österreich zu verzichten. »Der Wintertourismus in Österreich wird so organisiert sein, dass er sicher stattfindet«, sagte der Politiker der Bild-Zeitung.

Seit gestern gelten sieben Städte und Kreise in NRW als Risikogebiet, unter anderem die Millionenstadt Köln. Wer in diesen Städten oder Kreisen wohnt und eine Reise unternehmen möchte, benötigt in einigen Bundesländern (u.a. in Bayern) ein negatives Corona-Test-Ergebnis. Für diese Menschen bietet NRW in den Herbstferien kostenlose Testmöglichkeiten, in Köln ist das u.a. am Flughafen und am Hauptbahnhof möglich. Wer sich testen lassen will, muss die bereits gebuchte innerdeutsche Reise nachweisen können – und die Krankenkassen-Karte mitbringen.

10. Oktober: Corona-Ampel der EU kommt, Dehoga fordert bundesweit einheitliche Regelungen, Kassenärztliche Bundesvereinigung: Reisebeschränkungen überflüssig, Söder und Kurz: Grenze bleibt offen, Lufthansa schließt vier Lounges in Deutschland für immer, Ballermann-Comeback am 15. Oktober möglich

In Europa herrscht bekanntlich ein großes Durcheinander, was die Risikogebiets-Einstufung angeht. Für einige Länder ist die Region XY ein Risikogebiet, für die anderen nicht. Das soll sich in Zukunft ändern. Die europäische Infektionsschutzbehörde ECDC wird dann wöchentlich Ampel-Farben für die Regionen in der EU ausweisen. Daran sollen sich alle Länder orientieren. Nicht einigen konnte sich die EU dagegen auf die Konsequenzen, wenn Personen aus Risikogebieten einreisen wollen. Einreiseverbot, Quarantäne, negativer Corona-Test? Das bleibt weiterhin die Entscheidung der einzelnen Länder.

Das innerdeutsche Beherbergungsverbot für Reisende aus Städten, in denen die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde, hat zu einer massiven Verunsicherung geführt. Auch bei Hotelliers. Ingrid Hartges, Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, kritisiert die jetzige Situation: »Es ist völlig unbefriedigend, dass wir keine bundeseinheitlichen Regelwerke haben. Die Gäste wie auch die Hoteliers haben unzählige Fragen und wissen nicht, was jetzt im Detail gilt. Daher muss dringend mehr Einheitlichkeit her«, sagte Hartges in einem Gespräch mit der Passauer Neuen Presse.

Noch einen Schritt weiter in der Kritik an den beschlossenen Maßnahmen geht Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er, innerdeutsche Reisen seien lediglich eine »Pseudo-Gefahr«. Das Problem liege vielmehr bei traditionellen Großhochzeiten oder unkontrollierten Feiern.

Gestern trafen sich Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Es ging um die gemeinsame Bewältigung der Corona-Krise. Einig waren sich die beiden darin, dass die Grenze zwischen Österreich und Deutschland nicht wieder geschlossen werden soll. Uneinig waren sich die beiden Politiker dagegen in der Frage, ob es sinnvoll ist, dass Touristen aus Deutschland ihren Winterurlaub in Österreich verbringen.

Schock für Viel- und Business-Class-Flieger: Die Lufthansa wird ihre Lounges in den Flughäfen Dresden, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Nürnberg für immer schließen. »Um langfristig die gewohnt hohe Qualität des Lounge-Angebotes aufrechtzuerhalten, werden einige der wenig besuchten Lounges nicht wieder eröffnet«, heißt es in einem Schreiben an die Kunden. Unklar sei noch, ob Kunden in der Eurowings Biz Class sowie Senatoren und HONs im SMART-Tarife Zugang zu externen Lounges haben werden.

Auf Mallorca dürfen ab dem 15. Oktober die Kneipen und Bars auf der Schinkenstraße und der Bierstraße wieder öffnen. Das gab die Balearen-Regierung gestern auf einer Pressekonferenz bekannt. Angesichts des Endes der Urlaubssaison, zu einem Zeitpunkt also, an dem sich nur noch sehr wenige Touristen auf der Insel aufhalten, haben einige Wirte allerdings nur noch Spott für die Wiedereröffnungserlaubnis übrig, berichtet die Mallorca Zeitung. 

9. Oktober: Berliner Herbstferien-Reisedilemma, Stornierungswelle in Bayerns Hotels, schlechte Chancen für Urlauber auf Corona-Tests, deutlich weniger Abflüge an NRW-Flughäfen vor Herbstferien-Start, Kreuzfahrt-Brandbrief an Bundesregierung, ADAC-Auswertung zum Sommerurlaub: Kroatien gut, Spanien schlecht

Wer aus bestimmten Berliner Bezirken kommt und in den Herbstferien verreisen will, hat ein Problem: Viele Bundesländer haben wegen der vielen Corona-Infizierten in Berlin mittlerweile ein Beherbergungsverbot für die betroffenen Hauptstädter ausgesprochen. Auch das benachbarte Brandenburg. Dort drohen den Hotelliers deshalb leerstehende Hotelzimmer; das Gros der Gäste kommt traditionell aus Berlin. Glück dagegen haben Berliner, die bei Verwandten in Brandenburg übernachten können oder ein eigenes Ferienhaus haben: Dann dürfen sie in Brandenburg ihre Herbstferien verbringen.

Ein Bundesland, in dem betroffene Berliner derzeit ebenfalls nicht übernachten dürften, ist Bayern. Obwohl: So ganz stimmt diese Aussage nicht. Denn: Das Beherberungsverbot für Berliner gilt in Bayern nur in Hotels. Wer privat übernachtet, darf nach Bayern. Bayerische Hotelliers berichteten unterdessen von vielen Stornierungen. Kritik wird auch geäußert: Die neue Regelung sei überstürzt eingeführt worden. Auch wird von Hotelliers berichtet, die damit überfordert seien, festzustellen, aus welchen Berliner Bezirken die Gäste denn nun kommen.

Und noch mal Berlin: Da das gesamte Bundesland Berlin mittlerweile 52,8 Neuinfektionen im Sieben-Tage-Schnitt verzeichnet, müssen sich womöglich schon am Wochenende alle Berliner mit den neuen Reisebeschränkungen auseinandersetzen. Oder doch nicht? Derzeit scheint unklar, wie die Bundesländer mit den Zahlen aus Berlin umgehen. Sollen die Berliner Bezirke wie Landkreise behandelt werden? Oder die Stadt Berlin als Ganzes? Die Verwirrung ist groß. Berliner, die verreisen und sich sicherheitshalber vorher testen lassen wollen, stehen allerdings vor einem weiteren Problem: Die Chancen, als Berliner überhaupt einen Test zu bekommen, stünden denkbar schlecht, berichtet der Tagesspiegel. 

In NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, beginnen die Herbstferien. Zwei Wochen lang sind sie, am 26. Oktober geht die Schule wieder los. Normalerweise ist zum Ferienstart viel los an den Flughäfen des Landes. Dieses Jahr aber nicht. Vom Aiport Weeze starten heute nur 14 Flieger, vom Flughafen Düsseldorf nur 220. Das sei nur ein Viertel des sonst üblichen Verkehrsaufkommens, heißt es von den beiden Flughäfen. 

Die Reedereien sind weiterhin in großer Sorge: Wann endlich können sie wieder unbeschwerter in See stechen? Michael Thamm, Chef des Kreuzfahrt-Unternehmens Costa Crociere, hat in einem Brandbrief an Minister der Bundesregierung Alarm geschlagen. In dem Brief schlägt er vor, dass die Kreuzfahrten langsam wieder loslegen sollen. Auch ein Corona-Schutzkonzept schlägt er in dem Schreiben vor. 

Der ADAC hat die Routenanfragen seiner Mitglieder ausgewertet und sie mit den Vorjahren verglichen. Wegen der Corona-Beschränkungen wurde in diesem Jahr insbesondere der Reisezeitraum zwischen Mai und September 2020 betrachtet. Die Beschränkungen in diesem Zeitraum haben sich beim Reiseverhalten deutlich bemerkbar gemacht, so der ADAC. Mit 345.547 Routenanfragen wurden zum einen deutlich weniger Anfragen als in den vergangenen Jahren registriert. Das wenig überraschende Ergebnis bei den Reisezielen: Viele haben sich für Urlaub im eigenen Land entschieden. Auf Platz eins der beliebtesten Urlaubsländer landet wie in den vergangenen Jahren Deutschland, legt mit 33,3 Prozent aber im Vergleich zum Vorjahr (29,9 Prozent) zu. Dahinter folgt Italien mit 14,9 Prozent, allerdings mit großen Verlusten. Kroatien verzeichnet die größten Zuwächse und landet mit 14,3 Prozent auf Platz drei. Spanien schafft es nicht mehr in die Top 10. Letztes Jahr lag es noch auf Platz sieben.

8. Oktober: Beherbergungsverbot entzweit Bundesländer, scharfe Kritik an Sperrstunde in Frankfurt und Berlin, Maskenkontrollen bei der Bahn, alltours bietet wieder Kuba an

Gestern sprachen Vertreter von Bund und Ländern wieder über die Corona-Krise. In dem Gespräch ging es unter anderem um Reisende aus inländischen Risikogebieten. Diese bereiten einigen Politikern Sorge. Darum wurden in einigen Bundesländern die Regeln für solche Reisende verschärft. Sie dürfen entweder gar nicht mehr in dem Bundesland übernachten oder nur noch mit einem negativem Corona-Test-Ergebnis, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Wenn also zum Beispiel ein Reisender aus Berlin-Neukölln in Würzburg ein paar Tage Urlaub machen will, hat er ein Problem. Doch nicht alle Bundesländer machen da mit: Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen. Niedersachsen überlegt noch. In NRW ist die Lage etwas komplizierter: Die Landesregierung appelliert an die Menschen, von nicht notwendigen Reisen abzusehen.

In Frankfurt wird eine Sperrstunde eingeführt. Die Stadt kündigte an, dass Bars, Kneipen und Restaraurants ab Freitag nur noch bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen. Dagegen formiert sich massiver Widerstand. Madjid Djamegari, Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt und Mitglied im Vorstand der hessischen Dehoga, kündigte Widerstand dagegen an. Von willkürlichen Maßnahmen ist die Rede, die nicht nachvollziehbar seien. Gastronomen, die gegen die drohenden neuen Vorgaben klagen wollen, werde man unterstützen. Auch in Berlin wird die Sperrstunden-Regelung scharf kritisiert.

Die Deutsche Bahn will mit Unterstützung der Bundespolizei weitere Präventions- und Kontrollaktionen zur Einhaltung der Maskenpflicht in Zügen und Bahnhöfen durchführen. Das kündigte das Unternehmen gestern an. Den ersten Schwerpunkt bilde Norddeutschland. Den Auftakt habe vorgestern Mecklenburg-Vorpommern gemacht, gestern fanden Kontrollen in Fern- und Regionalverkehrszügen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen statt. Mit dabei seien auf ausgewählten Bahnhöfen auch Vertreter der zuständigen regionalen Gesundheits- und Ordnungsämter. Die Bundespolizei unterstütze die zuständigen Behörden zur Durchsetzung der Maskenpflicht im Bahnverkehr. Bis Dezember sollen zahlreiche Aktionen in allen Bundesländern stattfinden, so die Bahn.

Beim Reiseveranstalter alltours können ab sofort wieder Reisen nach Kuba gebucht werden. Nach Beendigung der Reisewarnung bietet der Reiseveranstalter wieder ab dem 31. Oktober auf die Karibikinsel an, teilte das Unternehmen gestern mit. Condor fliegt je drei Mal wöchentlich von Düsseldorf und Frankfurt nonstop zum Badeort Varadero auf der Halbinsel Hicacos.

7. Oktober: DTV fordert Bundes-Task-Force Tourismus, verunsicherte Inlandsreisende

Das Quarantäne-Chaos der Bundesländer verärgert nicht nur Politiker, sondern auch Tourismusvertreter. Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), fordert deshalb einheitliche und verständliche Regeln: »Reisende und Tourismusakteure brauchen für den nächsten Wochen Klarheit, was unter Corona-Bedingungen möglich ist und was nicht. Die unterschiedlichen Quarantäneregeln der Bundesländer sind nicht hilfreich und führen zu starker Verunsicherung. Wir fordern eine bundesweite Task Force Tourismus, bei der Politik, Branchen- und Medizinexperten bestmögliche und vor allem praktikable Lösungen für die anstehenden Wochen und Monate vorbereiten«, sagte er.

Wer von Berlin aus nach Thüringen reist, kann dort problemlos übernachten. Will man als Berliner nach Dresden oder Leipzig, wird man abgewiesen, denn in Sachsen gilt ein Beherbergungsverbot für Berliner. Und in Schleswig-Holstein wird man als Berliner für 14 Tage in Quarantäne geschickt – bis zur Vorlage eines negativen Corona-Tests. Ganz schönes Durcheinander, nicht? Trotz Politiker- und Branchenvertreter-Kritik ist noch keine einheitliche Regelung in Sicht.

6. Oktober: Kritik an inndeutschen Quarantäne-Vorschriften, Berlin stoppt Werbe-Kampagnen, NRW: keine Quarantäne nach Belgien-Kurztrip, Bayern: Optimismus vor Wintersaison, Emirates-Comeback in Hamburg und Düsseldorf, ADAC-Prognose zum kommenden Wochenende

Mit Blick auf innerdeutsche Reiserückkehrer kocht jedes Bundesland mittlerweile sein eigenes Quarantäne-Süppchen. Besonders die Quarantäne-Regelungen in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz erregen aktuell die Gemüter. Dort muss zunächst jeder in Quarantäne, der aus Corona-Hotspots wie etwa Berlin-Mitte oder Berlin-Neukölln zurückkehrt. In anderen Bundesländern aber wird Berlin als Ganzes betrachtet, was zur Folge hat, dass die Hauptstadt nicht als Risikogebiet gilt. Politiker verschiedener Parteien fordern ein Ende des Quarantäne-Wirrwarrs. Eine bundesweit einheitliche Regelung solle Klarheit schaffen, so der Tenor.

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen will Berlin derzeit keine neue Touristen ansprechen. Die Hauptstadt habe deshalb am Samstag alle Werbekampagnen gestoppt, sagte der Geschäftsführer von Visit Berlin, Burkhardt Kieker, gestern dem rbb. 

Belgien und der größte Teil der Niederlande sind derzeit nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts Corona-Risikogebiete. Wer dorthin reist, muss nach der Rückkehr eigentlich in Quarantäne. Wer aber aus NRW kommt und für weniger als 24 Stunden nach Belgien will, muss nicht in Quarantäne. Allerdings muss man sich beim heimischen Gesundheitsamt melden.

Wie wird der Skiurlaub in diesem Corona-Winter wohl werden? Darüber zerbrechen sich derzeit nicht nur viele Skifahrer den Kopf, sondern vor allem die Menschen in den Orten, die von den Winterurlaubern leben. In Tirol ist die Stimmung mies; das österreichische Bundesland gilt immer noch als Risikogebiet. Profitieren könnten davon die Skigebiete in Bayern. Wie der BR berichtet, entscheiden sich nun immer mehr Deutsche für einen Winterurlaub in Bayern. 

Emirates nimmt ab dem 1. November 2020 den Linienflugverkehr ab Düsseldorf und Hamburg wieder auf. Beide Städte werden zweimal wöchentlich, jeweils freitags und sonntags, bedient. Das teilte die Airline gestern mit. Frankfurt und München werden bereits von Emirates wieder angeflogen. Alle Emirates-Flüge von Deutschland aus werden mit Jets des Typs Boeing 777-300ER durchgeführt.

Herbsturlauber und Wochenendausflügler dürften am kommenden Wochenende reichlich Verkehr auf Deutschlands Straßen verursachen. Davon geht der ADAC aus. In elf Bundesländern sind Herbstferien oder gehen zu Ende. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland starten Autofahrer in den Herbsturlaub, in Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern treten sie bereits die Rückreise an. Etliche Urlauber und – bei schönem Wetter – auch Tagesausflügler steuern die Wandergebiete der Alpen und Mittelgebirge sowie die Küsten an. Ins Ausland reisen wegen der Corona-Pandemie nur wenige Menschen.

5. Oktober: Sylter haben genug von Touristen-Run, Müritz-Probleme mit Touristen, Brandenburg: hohe Nachfrage für Herbst

Wegen Corona war es im März und April sehr ruhig auf Sylt. Doch nach Ende der Reisebeschränkungen ging es los: Im Sommer wurde die Insel von Touristen förmlich überrannt. Auch scheint Sylt ein beliebtes Ziel für Immobilien-Suchende zu sein: »Ich muss einmal die Woche Nein sagen zu einer Million Euro«, zitiert die Süddeutsche Zeitung eine Bewohnerin über die ständigen Schreiben mit der Frage, ob sie ihr Haus verkaufen wolle. Nun gibt es Bestrebungen, den Ansturm in geordnete Bahnen zu lenken.

Die Mecklenburgische Seenplatte gilt als Wasser- und Naturparadies. Normalerweise. In diesem Corona-Jahr mischt sich unter die ruhesuchenden Touristen aber offenbar eine Klientel, die anderes im Sinn hat: Party und Action. Davon berichten Nationalpark-Ranger, die Wasserschutzpolizei und Einheimische rund um die Müritz. Die Rede ist von einer »Mallorca-Fraktion«, die der Idee vom sanften Tourismus in der Seenplatte  entgegenstehe. Der Landestourismusverband teilt die Kritik nicht. Er spricht von einem »Fehlverhalten Einzelner«.

Wohin nur in den Herbstferien? Einige Deutsche, aber auch Touristen aus den Nachbarländern, scheinen Gefallen an einem Herbsturlaub in Brandenburg gefunden zu haben. Das jedenfalls berichtet Birgit Kunkel von der Tourismus-Marketing Gesellschaft Brandenburg (TMB). Die Nachfrage nach einem Urlaub in den Regionen Lausitzer Seenland, Spreewald, Seenland Oder-Spree und Dahmer Dahme-Seenland sei unverändert hoch, heißt es. Unternehmungen im Freien wie etwa Fahrradtouren seien besonders stark nachgefragt.

3. Oktober: Schottland auf Risikogebietsliste, Vorarlberg: keine Reisewarnung mehr für Kleinwalsertal, innerdeutsches Quarantäne-Chaos in den Ländern, Ferienorte in Mecklenburg-Vorpommern erwarten Touristen-Ansturm am Einheitswochenende und Herbstferien

Gestern, am späten Nachmittag, aktualisierte das Robert-Koch-Institut, seine Reisewarnungsliste. Kurz zusammengefasst: Gut für zwei Orte in Österreich, schlecht für Holland, England und Schottland. Aber der Reihe nach. In den Niederlanden sind nun fast alle Provinzen zu Riskogebieten erklärt worden. Einzige Ausnahmen sind noch Zeeland und Limburg. In Großbritannien sind folgende Gebiete neu auf der Liste: Schottland und die Regionen North West, North East, Yorkshire and the Humbers in England.

Das Kleinwalsertal in Österreich, ganz in der Nähe zur Grenze nach Deutschland, ist laut Robert-Koch-Institut dagegen kein Risikogebiet mehr. Touristiker aus dem Kleinwalsertal hatten zuvor eine Online-Petition gestartet, um einer Sonderregelung für die Risikoeinstufung zu erreichen: »Wir fordern einen Sonderstatus für das Kleinwalsertal im Umgang mit der Corona-Pandemie zu den Regularien des Bundeslandes Bayern!«, heißt es in der Petition. In dem Ort gibt es aktuell keinen Corona-Fall. Auch der grenznahe Ort Jungholz in Tirol ist nun kein Risikogebiet mehr.

Schleswig-Holstein hat den Berliner Bezirk Mitte gestern als »Risikogebiet im Inland« eingestuft. Wer dort war, muss eigentlich in Quarantäne. Eigentlich. Denn es gibt Ausnahmen. Berlin-Besucher aus Kiel, Lübeck oder Flensburg müssen keine Angst haben, wenn sie mit der U- oder S-Bahn in Berlin-Mitte aussteigen, um sich dort eine Sehenswürdigkeit anzusehen. Denn: Man muss sich mehr als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Für einen Drei-Tage-Städtetrip nach Berlin heißt das für die Schleswig-Holsteiner allerdings: Augen auf beim Standort der Unterkunft! Für die Berliner dagegen gelten ab diesem Wochenende neue Regeln. Wer aus einem innerdeutschen Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko nach Berlin kommt, muss nicht mehr in Quarantäne. Auch in Rheinland-Pfalz gelten ab heute neue Quarantäne-Regeln.

Mal schnell weg für einen Kurzurlaub: Das bietet sich an diesem Wochenende natürlich besonders gut an. Ziel vieler Reisender ist Mecklenburg-Vorpommern. Die Touristiker in dem Bundesland seien mit den Buchungen sehr zufrieden, berichtet der NDR. Hinzu kommt: In Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein beginnen bereits die Herbstferien. Viele Besucher dürften deshalb noch etwas länger in Mecklenburg-Vorpommern bleiben.

2. Oktober: Österreichs Furcht vor ausbleibenden Gästen aus Deutschland, Städte in Holland wollen keine Feiertagsbesucher aus Deutschland, Umfrage: 20 Prozent wollen im Herbst oder Winter verreisen, Verbraucherzentrale NRW: »Verbraucherrechte im Lockdown«, Hapag-Lloyd Cruises bietet wieder ausgewählte Landgänge an, Guggenheim Museum in New York öffnet wieder, Rosenmontagszug in Düsseldorf soll ins Fußballstadion

Die Ski-Saison in Österreich steht vor der Tür – aber Skifahren in diesem Corona-Winter wird dann doch etwas anders sein als sonst. Wir widmeten uns Anfang der Woche bereits in einem ausführlichen Beitrag diesem Thema. Klar jedenfalls ist: Bevor die Skisaison in Österreich überhaupt richtig starten kann, müssen die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für Tirol und Vorarlberg vom Tisch sein. Mit Argusaugen dürften viele Ski-Urlauber auf Ischgl blicken. »Natürlich wird die ganze Welt auf uns schauen, jetzt zu Saisonbeginn«, sagt Andreas Steibl, langjähriger Geschäftsführer des Tourismusverbands Paznaun-Ischgl.

Feiertage in Deutschland erfreuen normalerweise die Herzen und – noch viel mehr – die Kassen der Geschäftsleute in den Niederlanden. Denn traditionell ist es so, dass viele Deutsche, vor allem aus NRW, den freien Tag für einen Shopping-Ausflug nach Holland nutzen. Morgen nun steht der Tag der deutschen Einheit an. Doch Shopping-Freunden droht dannUngemach: Kommunen in den Niederlanden haben an die Deutschen appelliert, auf einen Besuch am Samstag zu verzichten. Sie fürchten Gedränge in ihren Innenstädten. Nicht gut in Corona-Zeiten.

Da ist noch Luft nach oben: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur will nur jeder Fünfte im Herbst oder Winter verreisen. Acht Prozent wollen ins Ausland, zwölf Prozent im Inland eine Reise unternehmen.

Die Verbraucherzentrale NRW übt harsche Kritik an den Airlines. Mit Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen habe man die Deutsche Lufthansa AG, Eurowings sowie Ryanair wieder auf den Boden der Vorgaben aus der EU-Fluggastrechteverordnung geholt, heißt es in einer Erklärung. »Wenn der Reisende bei annullierten Flügen die Flugscheinkosten erstattet bekommen will, muss die Airline binnen sieben Tagen den kompletten Preis zurückzahlen. Undurchsichtige Erstattungswege und -zuständigkeiten, ein Zahlungsziel am Ende der Corona-Pandemie oder der Verweis auf Reisevermittler können jetzt keinen Auftrieb mehr geben, um diese Verbraucherrechte auszubremsen«, bilanziert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski den nach seiner Ansicht erfolgreichen Einsatz, um bei den Airlines auf die Einhaltung der Erstattungsregelungen gemäß der EU-Verordnung zu pochen.

Land in Sicht: Nach dem Neustart mit reinen Seereisen können die Gäste auf Reisen mit den Hapag-Lloyd-Cruises-Schiffen wieder vermehrt in- und ausländischen Boden betreten. Dabei steuern die Schiffe ausgewählte Häfen an, darunter Bremen und Stockholm. Der Fokus bei den Ausflügen liege auf Halbtagesausflügen mit kleinen Gruppen von maximal 20 Personen, teilte das Unternehmen mit. Desinfektions- und Hygieneprotokolle würden sicherstellen, dass alle Regularien eingehalten werden: So dürfe z.B. in Bussen nur jede zweite Reihe belegt werden. Jeder Gast habe für die Dauer eines Ausfluges einen festen Sitzplatz.

Darauf haben Museumsbesucher sehr lange warten müssen: Am Wochenende wird das weltberühmte Guggenheim Museum in New York wieder öffnen. Es war seit März geschlossen. Anlässlich des Comebacks zeigt das Museum abstrakt-expressionistische Werke und eine Ausstellung über ein Wandbild des US-amerikanischen Künstlers Jackson Pollock. Wer ins Museum will, muss vorab ein Ticket mit Zeitfenster buchen.


Kein Karnevalsscherz: Der Rosenmontagszug in Düsseldorf soll in dieser Session statt durch die Innenstadt durchs Fußballstadion ziehen. Die Rede ist von bis zu 70 Festwagen, die durch die Merkur Spiel-Arena ihre Runden drehen sollen. Entsprechende Überlegungen gibt es beim Comitee Düsseldorfer Carneval. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben aber noch nicht. Stadt und Land müssen erst noch überzeugt werden.

1. Oktober: Ende der pauschalen Reisewarnung, keine Lohnfortzahlung mehr für Rückkehrer aus Risikogebieten bei Quarantäne, Innsbrucker Staatsanwaltschaft zu Ischgl, digitaler Pilgerausweis für Jakobsweg, ZDF-Doku zu Chancen für Tourismus durch Corona-Krise

Ab heute ist die pauschale Reisewarnung des Auswärtigen Amtes Geschichte – jedes Land der Welt wird fortan wieder individuell eingestuft. Um die Reiseplanung und die Orientierung zu erleichtern, führt das Auswärtige Amt ein dreistufiges Ampelsystem ein: Rot für Reisewarnung, Gelb für Reisewarnung light und Grün für Reisen auf eigene Gefahr. Um es gleich vorwegzunehmen: Wahnsinnig viel wird sich nicht ändern. Außerhalb Europas gibt es nur zwei Länder, für die die Ampel auf Grün steht: Georgien und Tunesien.

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kehrt, muss erst mal in Quarantäne. So weit, so gut. Oder so schlecht, kommt ganz auf die Perspektive an. Aber wie sieht es eigentlich als Arbeitnehmer in dieser Zeit mit der Lohnfortzahlung aus? Die Bundesregierung hat jetzt klargestellt: Ab Mitte Oktober gibt es keine Lohnfortzahlung mehr. Wichtig in dem Fall: Die Einstufung als Risikogebiet muss bereits bei Reiseantritt feststehen. Erfolgt die Einstufung erst während des Urlaubs, dürfte man Glück gehabt haben.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft hatte in den vergangenen sechs Monaten alle Hände voll zu tun: Sie musste rund 10.000 Seiten Beweismaterial rund um den Corona-Ausbruch in Ischgl sichten und bewerten. Die maßgeblichen Fragen: Was lief schief in Ischgl und wer ist dafür verantwortlich? Jetzt wurde bekannt, dass gegen vier Personen ermittelt wird. 

Corona macht’s möglich: Pilger auf dem Jakobsweg können ab 2021 ihren Weg auch über einen digitalen Pilgerausweis nachweisen. Das gilt auch für die Pilgerstempel; auch sie können virtuell eingeholt werden. Das Ganze soll über eine App abgewickelt werden. Die Macher der App hoffen, dass sich dadurch die Abstands- und Hygieneregeln besser einhalten lassen.

Während das Coronavirus dazu führt, dass die Reisebranche leidet, hat die Natur an vielen Orten Zeit, sich vom Massentourismus zu erholen. Liegt demnach in der Tourismus-Krise auch eine Chance? Die Autoren Andreas Ewels und Nera Smiljanic recherchieren vor Ort an Europas Tourismus-Hotspots und fragen nach bei Politikern, Aktivisten, Naturschützern und Reise-Influencerinnen, wo für die Umwelt positive Effekte sichtbar werden. Ihre Dokumentation »Reiselust, Reisefrust – Tourismus nach Corona« ist am Sonntag, 4. Oktober 2020 um 16.30 Uhr im ZDF zu sehen.

30. September: Merkel zu Herbsturlaub, besorgte Österreich-Kurzurlauber in Bayern, Corona-Fehlalarm an Bord der Mein Schiff 6, schlechte Nachricht für angehende Piloten in Lufthansa-Flugschule, Skigebiete in Alpen bereiten sich auf Winter-Saison vor

Gestern sprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten via Videoschalte miteinander. Es ging darum, weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verabreden. In der anschließend Pressekonferenz wurde die Kanzlerin gefragt, wohin man eigentlich im Herbst noch in den Urlaub fahren kann. Merkel antwortete, es gebe »sehr sehr viele Riskiogebiete« in Europa. Es sei nicht angezeigt, dorthin zu reisen. Man könne Urlaub in Deutschland machen, aber auch in Italien seien die Zahlen niedrig.

In einigen Kommunen Bayerns laufen die Telefone heiß. Grund sie die Fragen vieler Bürger, die einen Kurztrip nach Tirol oder Vorarlberg unternahmen oder unternehmen wollen. Da beide Bundesländer in Österreich vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen sind, möchten die Kurzurlauber wissen, ob sie nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Laut Bayerischer Einreise-Quarantäneverordnung ist das aber nicht der Fall, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

TUI Cruises bietet als erste deutsche Reederei seit dem 13. September Kreuzfahrten in Griechenland an. Eines der Schiffe ist Mein Schiff 6. Es ist aktuell mit 922 Gästen und 666 Crewmitgliedern in Griechenland unterwegs. Die Reise startete am vergangenen Sonntag in Heraklion auf Kreta. Doch schon am Montag gab es Anlass zur Corona-Sorge: Bei 12 Seeleuten wurde nach einem Corona-Test zunächst ein positives Ergebnis festgestellt. Dann die Erleichterung: falscher Alarm. Drei weitere Tests, darunter zwei PCR-Tests und ein Antigen-Test, bestätigten: Es gibt keine Fälle von Covid-19 an Bord der Mein Schiff 6. Dies bestätigten gestern Nachmittag auch die griechischen Behörden. Die Kreuzfahrt wird heute mit Landausflügen in Piräus fortgesetzt.

Rund 700 Piloten-Anwärter machen derzeit in der Lufthansa-Flugschule in Bremen ihre Ausbildung. Gestern bekamen sie per Videokonferenz von der Flugschule zu hören, dass sie ihre Ausbildung abbrechen sollten, weil es auf Jahre hinaus bei Lufthansa und den Tochtergesellschaften keinen Bedarf an neuen Piloten geben werde. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. 

Abstand, Hygiene, Mund-Nasenschutz ja, Après-Ski-Partys nein: So lässt sich das Credo der Wintersportorte in den Alpen für die anstehende Skisaison 2020/2021 zusammenfassen. Christoph Eisinger, Geschäftsführer von Ski amadé, sagt, man gehe »zuversichtlich, aber auch mit der nötigen Vorsicht in die kommende Wintersaison«. Wir haben uns dort sowie in Oberstaufen, Sölden und im Grödental in Südtirol umgehört.

29. September: EU will künftig Grenzschließungen wegen Corona vermeiden, TUI nimmt Kanarische Inseln trotz Reisewarnung ab 3. Oktober wieder ins Programm, Schnelltests für Einreisende in Sizilien

Als im März viele Länder Europas die Grenzen zu ihren Nachbarn schlossen, waren viele Menschen irritiert. Schließlich mache das Virus an den Landesgrenzen nicht halt und im vereinten Europa habe so etwas doch nun wirklich nichts mehr zu suchen, wenn jedes Land eigenmächtig vorgehe, hieß es vielerorts. Diese Botschaft scheint auch in der EU angekommen zu sein. Sie will dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung zufolge Grenzschließungen in der Coronavirus-Krise künftig vermeiden. Auch sollen Reisewarnungen, Corona-Tests und Quarantänevorschriften künftig miteinander abgesprochen und nach Möglichkeit einheitlich ausgesprochen werden.

Reisewarnungen haben bei Urlaubern eine abschreckende Wirkung: Kaum jemand will noch seinen Urlaub in der betroffenen Stadt, Region oder dem betroffenen Land verbringen. Auch Spanien und somit die Kanarischen Inseln sind derzeit betroffen – was bisher zur Folge hatte, dass Reiseveranstalter keine Pauschalreisen mehr dorthin anboten. Bisher. Die TUI widersetzt sich nun diesem ungeschriebenen Gesetz und will ab 3. Oktober wieder Reisen auf die Kanarischen Inseln anbieten. »Durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, glaube ich schon, dass viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden«, sagte Marek Andryszak, Deutschlandchef des Tourismuskonzerns, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sizilien will nur noch Reisende aus dem Ausland auf die Insel lassen, wenn sie einen Corona-Schnelltest machen. Das soll u.a. am Flughafen ermöglicht werden. Nicht nur das: Wer auf die Insel will, muss sich auf einer Website der Region vorher anmelden. Die beiden neuen Vorschriften sind zunächst bis zum 30. Oktober dieses Jahres befristet.

28. September: Lufthansa bietet gegen Gebühr garantiert freien Nebenplatz an, Umweltschützer kritisieren Rundflüge ins Nirgendwo, Bergretter wegen unerfahrener Neulinge im Dauereinsatz, Erfahrungsbericht: 14 Tage lang in Singapur in Hotel-Quarantäne

Jetzt auch die Lufthansa: Nachdem bereits mehrere Airlines ihren Kunden anboten, gegen Aufpreis einen freien Nebenplatz zu buchen, zieht jetzt auch die Lufthansa nach. Wie das Portal travel-dealz.de berichtet, lässt sich ein garantiert freier Nebenplatz ab 35 Euro reservieren. Wie es weiter heißt, müsse die Buchung telefonisch über das Lufthansa Service Center erfolgen. Ob sich der Nebensitz tatsächlich buchen lasse, hänge von der Buchungslage ab.

In der Corona-Krise sind die Airlines gezwungenermaßen ziemlich kreativ, wenn es darum geht, das Geschäft wieder anzukurbeln. Die australische Fluggesellschaft Qantas zum Beispiel hat ein neues Flugangebot kreiert: Rundflüge (wir berichteten an dieser Stelle). Siebeneinhalb Stunden geht es über Australien. Für weniger als umgerechnet 500 Euro ist man in der Economy Class dabei. Die Flüge sind anscheinend ein Verkaufsschlager, die Nachfrage ist riesig. Umweltschützer dagegen sind entsetzt.

Wegen Corona zog es in diesem Sommer viele Touristen in die Natur. Radfahren und Wandern standen besonders hoch im Kurs. In den Alpen wird dagegen traditionell viel geklettert. An sich nicht weiter berichtenswert, aber in diesem Corona-Sommer waren viele Laien unterwegs. Unbedarfte Touristen, die zuvor noch nie in den Bergen gewandert oder geklettert sind. Das fiel besonders den Bergrettern auf. Sie konnten sich in den letzten Monaten vor Einsätzen kaum retten.

Wer derzeit in den Urlaub fliegen will, muss sich erst einmal gründlich informieren: Was sagt das Robert-Koch-Institut in Sachen Risikogebiete? Was das Auswärtige Amt in Sachen Reisewarnungen? Und, ganz wichtig: Wie sind die Einreisebestimmungen des Ziellandes? Denn viele Länder auf der Welt verlangen, dass man sich nach der Einreise in Hotel-Quarantäne begibt. In Singapur sind das aktuell 14 Tage. Wie fühlt sich das an, 14 Tage in Singapur in Hotel-Quarantäne zu sein? Hier könnt ihr einen Erfahrungsbericht nachlesen.

26. September: Tschechien, Tirol und Luxemburg auf Risikogebietsliste, CDU-Politiker mahnt zur Vorsicht bei Reisen in Risikogebiete, DRV nennt Risikogebietseinteilungen “absurd”, Camping-Rekord im Juli

Jetzt trifft es auch Tschechien, Tirol und Luxemburg: Sie alle sind vom Robert-Koch-Institut gestern Abend zu Risikogebieten erklärt worden. Grund seien die zu hohen Corona-Infektionszahlen in den Ländern und Regionen, so das Institut. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach am Freitagabend von einem »schweren Schlag für unseren Wirtschaftsstandort«.

Angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Risikogebieten in der EU fragen sich viele, die derzeit eine Urlaubsreise planen: Soll ich oder soll ich nicht? Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, mahnt Reisewillige zur Vorsicht: »Jeder sollte überlegen, ob er den Urlaub in Risikogebieten antreten will«, sagte er im WDR-Radio. 

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), geht weiter hart mit der Bundesregierung ins Gericht. Grund sind abermals die aus Fiebigs Sicht überflüssigen Risikogebietseinteilungen. Als Beispiel nannte er Inseln in Spanien. Lanzarote, Formentera und Menorca seien als Risikogebiete geführt, obwohl es dort keinen einzigen Corona-Hotspot gebe. »Das ist absurd«, kritisierte Fiebig. Unterstützung erhielt Fiebig von der FDP. Derern Tourismuspolitiker Marcel Klinge war der Regierung vor, »mit Kanonen auf Spatzen« zu schießen. 

Der Bundesverband der Deutschen Campingwirtschaft e.V. (BVCD) kann für den Monat Juli 2020 einen neuen Rekord von 8,57 Millionen Übernachtungen auf deutschen Camping- und Wohnmobilstellplätzen vermelden. Die leichte Steigerung von 0,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat sei mit Hinblick auf einen Gesamtrückgang von 22,6 % im deutschen Beherbergungswesen bemerkenswert und zeige, dass Camping eine verlässliche Urlaubsform in Pandemiezeiten darstelle, teilte der Verband mit.

25. September: Lufthansa will Corona-Schnelltests einführen, wieder Flüge aus dem Iran, Bali holt 4.400 Influencer auf die Insel, Karneval in Rio verschoben

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Interkontinentalverkehr für die Airlines derzeit ein hartes Geschäft: nur wenige Passagiere buchen Langstreckenflüge. Nun suchen die Airlines nach Wegen aus der Krise. Die Lufthansa kommt jetzt mit einem neuen Vorschlag um die Ecke: Schon im Oktober soll es verbindliche Corona-Schnelltests vor dem Abflug geben. Das Ergebnis soll binnen 15 Minuten vorliegen. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben aber noch nicht; einige Punkte sind noch ungeklärt.

Seit dem Frühjahr dürfen Flugzeuge aus dem Iran nicht mehr in Deutschland landen. Das soll sich ab kommenden Sonntag ändern. Nach Informationen des Spiegels habe die Bundesregierung das Landeverbot »still und heimlich« für alle Flüge aus dem Corona-Risikogebiet aufgehoben.

Auf der indonesischen Insel Bali bereitet man sich offenbar auf die Rückkehr von Touristen 2021 vor. Im Oktober und November sollen 4.400 Influencer auf die Insel eingeladen werden und über die sozialen Netzwerke wie Instagram, Facebook & Co. über ihren Aufenthalt berichten. Die Einladung des Fremdenverkehrsamtes der Insel ist Teil der Kampagne »We love Bali«. Wer anschließend Lust auf Bali bekommen hat, muss sich allerdings noch gedulden: Bis Ende des Jahres dürfen keine Touristen auf die Insel einreisen.

Angesichts der hohen Zahl an Corona-Infizierten in Brasilien kommt diese Nachricht nicht überraschend: Der Karneval in Rio de Janeiro ist verschoben worden. Der Präsident des Sambaverbandes sagte mit Blick auf die Finanzen und die Organisation, man sehe sich derzeit nicht in der Lage, das Mega-Event stattfinden zu lassen. Ob der Karneval in Rio 2021 nur verschoben oder komplett ausfallen wird, ließ er offen.

24. September: Weitere EU-Regionen und -Städte zu Risikogebieten erklärt, Urlaubsorte buhlen um Home-Office-Arbeitende, Spanien: fast zwei Drittel weniger Hotelgäste, Kaiserslauterner Weihnachtsmarkt über ganze Stadt verteilt

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen steigt seit Wochen in vielen Ländern und Regionen der EU an. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das Robert-Koch-Institut hat gestern Abend viele weitere EU-Regionen zu Risikogebieten erklärt. Dabei sind viele bei Deutschen beliebte Urlaubsregionen und Städtereiseziele, unter anderem Kopenhagen, Lissabon, Dublin und das österreichische Bundesland Vorarlberg.

Notebook einpacken, ins Urlaubsparadies fliegen und das Home Office kurzerhand in die Karibik verlegen: Klingt verlockend, oder? Aber auch realistisch? Wenn es nach dem Willen einiger Urlaubsdestinationen geht, absolut. Die buhlen nämlich mit Spezial-Visen um Menschen, die mobil arbeiten wollen. Auch ein Luxushotel auf den Malediven ist mit von der Partie.

Auch Spanien spürt die Folgen der Corona-Pandemie deutlich: Im August ist die Zahl der Hotelbuchungen um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Auf den Balearen betrug das Minus gar 86 Prozent. Besonders die Touristen aus Großbritannien und Deutschland bleiben weg.
In vielen Städten und Gemeinden zerbrechen sich derzeit Politiker, Beamte und Veranstalter darüber den Kopf, ob und wie die Weihnachtsmärkte im Advent organisiert werden können. In Kaiserslautern kommt man mit einer ungewöhnlichen Idee um die Ecke: Der Weihnachtsmarkt soll sich über die ganze Stadt verteilen. »Es wird ein Weihnachtsmarkt sein, wie wir ihn noch nicht gekannt haben«, sagt Oberbürgermeister Klaus Weichel. Auch in anderen Städten in Rheinland-Pfalz zeichnet sich ein Trend ab: Die Märkte finden statt, aber viele Details müssen noch geklärt werden.

23.9. Übernachtungsverbot für Münchner in vielen Bundesländern, Flughafen Paderborn meldet Insolvenz an, Ischgl: Klagen gegen Republik Österreich und Land Tirol, DRV: Gutschein-Lösung wird nur von wenigen Urlaubern genutzt, TUI reduziert Winter-Angebote

Wer in München wohnt, sollte besser nicht in den nächsten Tagen verreisen und dort übernachten – jedenfalls nicht in bestimmten Bundesländern. Viele Länder haben nämlich Beherbergungsverbote für Menschen aus München erlassen, etwa Baden-Württemberg. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Münchner aktuell erst gar nicht einreisen. Grund ist die hohe Zahl an Corona-Infizierten. Gibt es mehr als 50 neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einer Region, dürfen Menschen die dort wohnen, in vielen Bundesländern nicht übernachten.

Unter der Corona-Pandemie leiden auch die Flughäfen in Deutschland: kaum noch Passagiere, nur wenige Flieger heben ab. Für Flughäfen, die schon vor Corona nicht besonders viele Fluggäste hatten, ist das eine besonders schwierige Situation. So auch am Flughafen Paderborn-Lippstadt. Dort sind die Passagierzahlen drastisch eingebrochen. Die Folge: Der Flughafen ist wirtschaftlich so schwer in der Bredouille, dass man sich am Montag dazu entschied, eine Insolvenz in Eigenverwaltung anzumelden.

Ischgl in Tirol ist bekannt als einer der Ski- und Snowboard-Hotspots in den Alpen. Legendär ist in Ischgl die Après-Ski-Szene. Im Winter war Ischgl aber in den Negativschlagzeilen, denn es infizierten sich zahlreiche Urlauber in dem Ort mit dem Coronavirus. Das hätte verhindert werden können, hätten die Behörden entschlossen und früh auf die ersten Warnsignale, unter anderem aus Island, gehört, kritisierten anschließend Politiker, Journalisten und Verbraucherschützer. Letztgenannte werden nun Klage gegen die Republik Österreich und das Land Tirol einreichen. Es geht um Schadensersatzansprüche von infizierten Urlaubern, unter anderem aus Deutschland.

Wer wegen Corona seine Pauschalreise stornieren muss, hat die Wahl: Geld zurückzahlen lassen oder einen Gutschein akzeptieren. Die Reiseveranstalter appellierten in der Vergangenheit an die Solidarität der Kunden, dass sie doch bitte einen Gutschein annehmen sollten. Das aber tat bisher nur eine Minderheit. Bislang hätten weniger als 20 Prozent der Urlauber einen Gutschein akzeptiert, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, dem Handelsblatt. 

Deutschlands größter Tourismuskonzern TUI muss wegen der Corona-Pandemie sein Winterangebot zusammenstreichen. Das Angebot wurde auf 40 Prozent der ursprünglichen Kapazitäten reduziert, teilte der Konzern mit. Grund sei die geringere Nachfrage nach Reisen. Angesichts der zahlreichen Reisewarnungen und -hinweise zögern viele Menschen, eine Reise für einen längeren Zeitraum im Voraus zu buchen. Mit Blick auf den Sommer 2021 ist TUI dagegen optimistischer.

22. September: Spahn rät von Auslandsreisen ab, Lufthansa mustert A380 aus, Holiday Check mit neuem Buchungstarif, Tourismus im Fünfseenland im Corona-Sommer läuft »gut und lange«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in Interviews davon abgeraten, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Monate sagte er in der ARD: »Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub – Stichwort Ischgl – und jetzt noch mal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen.« Ähnlich äußerte sich Spahn in der Rheinischen Post.

Das Geschäft der Lufthansa kommt weiter nicht in Schwung: viel zu viele Menschen zögern noch, eine Flugreise zu unternehmen. Nachdem im Sommer die Buchungszahlen wieder leicht anzogen, sieht es in diesem Monat wieder schlechter aus. Viele Kosten laufen aber weiter. Nun zieht die Airline abermals die Notbremse. Statt 100 sollen 150 Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. Auch der A380 soll stillgelegt werden. 

Durch die Corona-Pandemie sind flexible Stornobedingungen so wichtig wie nie: Für viele Urlauber sind sie mittlerweile das wichtigste Entscheidungskriterium bei einer Reisebuchung. Der Grund liegt in der unsicheren Corona-Lage in den Zielgebieten. Zudem haben sich viele Urlauber in den letzten Monaten über ungünstige Regelungen, nicht erstattbare Anzahlungen oder Gutscheine für nicht angetretene Reisen geärgert. Das Buchungs- und Bewertungsportal Holidaycheck bietet deshalb nun einen neuen Tarif an: Holiday Check Flex. Bei der Buchung einer Reise mit dem Tarif des hauseigenen Veranstalters von HolidayCheck können Verbraucher bis zu sechs Tage vor Abreise kostenfrei stornieren. Gründe für eine Stornierung muss der Kunde nicht anführen. Die sonst übliche Anzahlung entfällt komplett.

Im Alpenvorland liegt das sogenannte Fünfseenland: Das ist die Region zwischen Ammersee und Starnberger See, wo auch noch der Wörthsee, der Pilsensee und der Weßlinger See zu finden sind. Bereits im Mai zeichnete sich ab, dass die beliebte Urlaubsregion in diesem Corona-Sommer viele Urlauber anziehen wird. Und genauso kam es. Ungewöhnlich groß sei weiterhin die Nachfrage in Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen, heißt es.

21. September: Nachfrage nach Reiserechts-Beratung steigt, Tipps für richtige Maske im Flugzeug und Zug, Politiker für Weihnachtsmärkte unter Auflagen

Das Auswärtige Amt nimmt im Oktober Abschied von der weltweiten Reisewarnung. Stattdessen wird es viele Reisehinweise für Länder und Regionen geben. Das wird nicht einfach werden für alle, die in den Urlaub fahren wollen, sagt Wiebke Cornelius, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale fragen immer mehr Menschen danach, wie sie sich im Falle einer Stornierung verhalten sollen und welche Rechte sie haben, heißt es.

Mehrere Stunden lang im Flugzeug oder Zug eine Maske zu tragen, ist kein Vergnügen. Aber Maske ist nicht gleich Maske. Immer wieder gibt es Passagiere, die sogenannte FFP2-Masken mit Ventil tragen. Die aber sind oft nicht zulässig, so bei der Lufthansa. Welche Maske soll es denn uns ein? Ein Reisemediziner rät: eine Stoffmaske oder Papiermaske ist ausreichend. 

Dass die Weihnachtsmarktsaison in diesem Advent ausfällt, wird immer unwahrscheinlicher. Mehrere Politiker haben sich am Wochenende dafür ausgesprochen, dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden sollen. Aber, man ahnt es schon, anders als bisher. Ein dichtes Gedränge soll vermieden und der Alkoholausschank limitiert werden. Auch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist im Gespräch.

19. September: AirBnB-Weg aus der Krise, Ryanair streicht weitere Flüge, NRW sagt Karnevalssaison ab, Wien die Ballsaison

AirBnB gehörte im Frühjahr – wie so viele, viele andere Tourismusunternehmen in der Branche auch – zu jenen, die besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen waren. Gründer und Chef Brian Chesky sprach im Juni von den härtesten Wochen der AirBnB-Unternehmensgeschichte. Mittlerweile hat sich das Blatt wieder gedreht. Die Buchungen auf der Unterkunfts-Plattform zogen wieder an. Grund dafür sind aber nicht die traditionell starken Buchungen für Unterkünfte in den Metropolen, sondern die enorm gestiegene Nachfrage nach Apartments auf dem Land. Besonders in Deutschlands Süden, in Bayern, erholte sich AirBnB: Demnach stieg die Zahl der Buchungen hierzulande bereits im Mai kräftig an und lag schon wieder über dem Vorjahresniveau, berichtet das Handelsblatt.

Die neuesten Corona-Infektionszahlen in vielen Städten und Regionen Europas und die daraus resultierenden Reisebeschränkungen haben nun auch einen immer stärkeren Einfluss auf Ryanair. Der Billigflieger kündigte gestern an, im nächsten Monat vermutlich nur rund 40 Prozent so viele Sitzplätze anbieten wie im Vorjahreszeitraum. Das sind dann noch mal 10 Prozent weniger als ursprünglich geplant: Zuvor war noch von 50 Prozent der Sitzplätze die Rede gewesen.

Für traditionell populäre Winter-Veranstaltungen sieht es in der kommenden Saison gar nicht gut aus. In NRW wären das die unzähligen Karnevalsveranstaltungen. Karnevalsumzüge, Prunksitzungen und Straßenkarneval-Partys in vielen Städten Nordrhein-Westfalens sollen abgesagt werden. Das ist das Ergebnis einer Unterredung der Chefs der Karnevalshochburgen mit der Staatskanzlei in Düsseldorf. Auch in Österreichs Hauptstadt sieht es schlecht aus: Dort soll die Wiener Ballsaison 2020/21 ausfallen. Unklar ist einzig noch, ob der Wiener Opernball auch gestrichen werden muss.

18. September: Reisewarnung für Wien eine “Katastrophe”, doch kein Corona-Test vor Urlaub auf Sardinien, Kreuzfahrtschiffe für Flüchtlinge?, grünes Licht für Weihnachtsmarkt in Kiel

Dass die Bundesregierung sich dazu entschlossen hat, Wien als Risikogebiet einzustufen und eine Reisewarnung auszusprechen, hat in Österreichs Hauptstadt Bestürzung ausgelöst. »Das ist eine super Katastrophe«, sagte Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner. Denn: Keine anderen Gäste sind für die Wiener so wichtig wie die Deutschen.

Was für ein Hin und Her: Wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass alle Urlauber vor Einreise auf die Insel Sardinien ein negatives Coronatest-Ergebnis vorliegen müssen, heißt es nun: Alles zurück auf Anfang. Das Verwaltungsgericht Cagliari urteilte gestern: Kommt gar nicht in Frage. Geklagt hatte die italienische Regierung. Sie sah in Sardiniens Alleingang eine Einschränkung der Reisefreiheit.

Wegen der Corona-Pandemie werden viele Kreuzfahrtschiffe derzeit nicht genutzt. Politiker von SPD und Grünen fordern deshalb, Schiffe für die Flüchtlinge und Migranten auf der griechischen Insel Moria bereitzustellen. Der Kreuzfahrtanbieter »Phoenix Reisen« aus Bonn wäre zu sofortiger Hilfe bereit.

Weihnachtsmarktfreunde hoch oben im Norden Deutschlands können sich freuen: Der Kieler Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr stattfinden. Allerdings sei damit zu rechnen, dass eine Maske zu tragen sei. Ob Alkohol ausgeschenkt werden darf, sei noch offen. Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass es weniger Stände geben wird, die Gänge breiter sein werden und weniger Fläche überdacht sein wird. Über die anderen Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, allerdings sind die Planungen dafür weiter im Gange.

17. September: Reisewarnungskarussell dreht sich immer weiter, vorsichtige Grenzöffnung in Südafrika, Qantas-Rundflüge über Australien, AIDA Cruises legt für Herbst neue Kreuzfahrten ab Rom und La Spezia auf, Tourismus-Flaute an der Algarve

Als sich die Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts vorgestern und gestern über die Corona-Infektionszahlen im Ausland beugten, dürfen sie wohl einen ziemlichen Schrecken bekommen haben. Denn: In vielen Ländern und Regionen der Welt gab es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Das ist in den Augen der Regierung und des Instituts eine kritische Marke. Wird sie überschritten, wird die Region oder das Land als Risikogebiet eingestuft, unmittelbar danach folgt die Reisewarnung. Gestern nun hat es eine ganze Menge Reiseziele getroffen, u.a. Wien, Budapest, in Holland die Provinzen Noord-Holland und Südholland Zuid-Holland, in Frankreich die Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion. Und das sind längst nicht alle …

Seit März ist die Grenze für Touristen dicht, nun naht das Ende: Südafrika will ab Oktober wieder Urlauber ins Land lassen. In seiner Rede an die Nation sagte Präsident Cyril Ramaphosa, es werde eine vorsichtige Öffnung geben. Personen aus Ländern mit hohen Infektionsraten werden weiterhin nicht ins Land gelassen. Welche Länder er damit meint, ist unklar. In Kürze soll eine Liste mit Ländern veröffentlicht werden, aus denen Touristen nach Südafrika einreisen dürfen.

Australiens Airline Qantas macht schwere Zeiten durch. Während die Airlines anderenorts auf der Welt zumindest wieder ein paar Flugziele bedienen, geht in Australien so gut wie nichts. Grund ist, dass Australiens Regierung beschloss, die Grenze de facto mindestens bis zum 17. Dezember geschlossen zu halten. Damit wenigstens ein bisschen Geld in die Qantas-Kasse gespült wird, bietet die Airline nun mit einer Boeing 787 Rundflüge über Australien an. 

AIDA Cruises hat neue Kreuzfahrten ab Rom und La Spezia aufgelegt. Los geht es am 17. Oktober 2020 mit AIDAblu. Die neuen Italien-Kreuzfahrten werden wöchentlich bis Ende November 2020 angeboten und sind ab 899 Euro pro Person zum AIDA-Pauschal-all-Inclusive-Preis buchbar: Damit sind Flug, das AIDA-Getränkepaket und eine Social-Media- Flatrate über die gesamte Reisedauer bereits im Reisepreis enthalten. Für die Herbstferien wird es es zudem attraktive Angebote für Familien geben: Kinder reisen zum Festpreis von 249 Euro inklusive Flug und All-inclusive-Paket in der Kabine der Eltern.

Portugal kam ja bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie. Deshalb gehörte das Land im Juni zu den ersten Ländern, die wieder Touristen empfingen. Neben Lissabon gehört die Algarve zu den Touristen-Hotspots des Landes. Dort machte man sich Anfang des Sommers Hoffnungen, dass viele Urlauber im Sommer die Region aufsuchen werden. Das aber war nicht der Fall. Normalerweise besuchen um die 20 Millionen Urlauber im Jahr die Region, jetzt sind die Zahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

16. September: Thailands hasenfüßiger Tourismus-Neustart, gemischte Corona-Sommerbilanz in Polen, Deutscher Ferienhausverband: flexibile Stornobedingungen das A und O, Geister-Kreuzfahrtschiffe als Touristenattraktion

Seit März sind Thailands Grenzen für Touristen dicht. Die Regierung hatte die Sorge, dass Touristenströme die Corona-Bekämpfung erschweren würden. Nun will Thailand wieder Urlauber ins Land lassen. Allerdings hat die Sache zwei Haken: Erstens muss man ein Langzeit-Visum für 90 Tage beantragen, zweitens muss man zwei Wochen nach Einreise in Quarantäne.

Trotz des vergleichsweise geringen Infektionsgeschehens in Polen fällt die Bilanz der Branche für den Sommer eher durchwachsen aus. Während es die meisten polnischen Gäste in die Ferienzentren an der Ostsee und in den Bergregionen zog, blieb es in den großen Städten eher ruhig. So kamen mit knapp 1,3 Millionen Besuchern nur unwesentlich weniger Touristen als in den Vorjahren in Polens einziges Hochgebirge, die Tatra. Die Bieszczady konnten sogar ein sattes Plus verzeichnen. Rund 370.000 Wanderlustige besuchten das sehr dünn besiedelte Mittelgebirge im äußersten Südosten des Landes. Das waren 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Steigerung gab es auch im nahe der deutschen Grenze gelegenen Riesengebirge. Die dortige Nationalparkverwaltung zählte allein im Juli etwa 300.000 Besucher, gut 60.000 mehr als 2019.

Urlaub im eigenen Land ist für viele Reisende in diesem Jahr die bevorzugte Alternative. Unterkunftsformen wie Ferienhäuser und Ferienwohnungen stehen dabei hoch im Kurs. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown haben allerdings auch die Ferienhausbranche hart getroffen, wie eine aktuelle Online-Umfrage des Deutschen Ferienhausverbands e. V. unter seinen Mitgliedern zeigt. Die Krise habe das Buchungsverhalten der Urlaubsgäste gravierend verändert, heißt es. Ferienhausgäste wünschen sich allen voran flexible Stornobedingungen. Viele fühlten sich verunsichert, weil sie nicht genau wissen, ob und unter welchen Bedingungen sie anreisen dürfen. Bevorzugt werde ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung im eigenen Land. Dennoch beobachten die Anbieter eine gewisse Zurückhaltung. Viele Urlaubsgäste warten ab, wie sich die Corona-Situation entwickelt, buchen und stornieren eher kurzfristig.

Viele Kreuzfahrtschiffe sind derzeit auf der ganzen Welt stillgelegt. Eine ganze Menge von ihnen sind derzeit im Ärmelkanal geparkt. Wie Geisterschiffe liegen sie vor der britischen Küste vor Anker. Der Grund dafür, dass sie auf dem Meer geparkt werden: Die Reedereien sparen damit Geld, denn würden sie die Schiffe in den Häfen parken, fallen Gebühren an. Die vielen Schiffe haben Fährentouranbieter auf eine Geschäftsidee gebracht: Sie bieten Sightseeing-Touren zu den geparkten Giganten der Meere an. 

15. September: Offene Rechnungen bei Corona-Gestrandeten, Corona-Abgabe in Berliner Hotels in der Diskussion, Nationalpark Eifel stöhnt über Touristen, MDR zeigt Doku über Tourismus in Thüringen in Corona-Zeiten

Vor einem halben Jahr organisierte die Bundesregierung in einer beispiellosen Aktion den Rücktransport zahlreicher gestrandeter Urlauber aus der ganzen Welt. Fast 250.000 Deutsche, aber auch EU-Bürger, wurden im Frühling zurückgeholt. Das ging ins Geld. Fast 100 Millionen Euro kostete die Aktion. Einen Teil der Gelder holt sich die Bundesregierung von den Betroffenen derzeit zurück. Die Rechnungen wurden schon längst versandt. Jetzt wurde bekannt: Viele haben noch nicht gezahlt. Allerdings ist die Zahlungsfrist bei sehr vielen noch nicht abgelaufen.

Der Hotellerie in Berlin geht es schlecht. Kein Wunder, in Corona-Zeiten sind Städtetrips bei vielen Reisenden nicht angesagt. Nun soll den Hotels in Berlin ein Kredit in Höhe von 700 Millionen Euro vom Land gewährt werden – so jedenfalls der Vorschlag von Hotelmanager Michael Zehden. Der Kredit soll binnen zehn Jahren zurückgezahlt werden, unter anderem finanziert durch die Gäste. Sie sollen auf alle Leistungen drei Prozent mehr bezahlen. Der Berliner Senat reagiert bisher zurückhaltend auf den Vorschlag. 

Die Ranger im Nationalpark Eifel haben in diesem Sommer viel zu tun. Der Grund liegt auf der Hand: Die Touristen stürmen in diesem Jahr den Park. Das ist einerseits erfreulich, andererseits ärgerlich. Denn: Viel zu viele Touristen halten sich nicht an die Regeln. Sie treten die Flora und Fauna mit Füßen. 

Durch den Corona-Lockdown brachen im Frühjahr die Gästezahlen in Thüringen komplett ein. Im Sommer aber kamen so viele Camper und Radtouristen wie noch nie. Der MDR zeigt morgen Abend um 20:45 Uhr in dem Film »Jetzt oder nie«, ob und wie Campingplatzbesitzern, Hotelliers und Tourismusverantwortlichen das Agieren in der Krise gelingt. Er begleitet Touristen wie zum Beispiel ein Ehepaar aus Hannover, das eigentlich nach Mallorca fliegen wollte und dann wegen der Corona-Pandemie Thüringen entdeckt. Fühlen sich die Zufallsgäste in Thüringen wohl? Welche Erfahrungen machen sie? Werden sie wiederkommen?

14. September: DRV kritisiert Quarantäne-Regelungen für Heimkehrer, Sommer 2021: Veranstalter optimistisch, TUI Cruises will spätestens im Frühjahr 2021 durchstarten, Coronazahl-Übertragungspanne auf Mallorca, Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test, deutlich mehr Pilger auf Jakobsweg

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat massive Kritik an den Quarantäne-Regelungen für Reiseheimkehrer geübt. Verbandspräsident Norbert Fiebig sagte der »Bild am Sonntag«, aufgrund der Quarantäne-Regeln gäbe für den Winter derzeit fast nichts, was verkauft werden könne. Damit sei die Reisewirtschaft eine Händlerin ohne Ware. Ins Gericht ging Fiebig auch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der den Deutschen empfahl, im Herbst und Winter den Urlaub in Deutschland zu verbringen.

Wie billig oder teuer wird eigentlich der Urlaub im Sommer 2021? Darüber kann man wohl derzeit nur spekulieren. Einige Veranstalter wagen sich aber schon mal aus dem Fenster und prognostizieren, dass einige Urlaubsziele für weniger Geld zu haben sein werden. »Reisen an sich wird 2021 günstig sein“, sagt zum Beispiel Ingo Burmester, Zentraleuropa-Chef von DER Touristik. Auch TUI, Schauinsland-Reisen und FTI rechnen damit, dass es einige Schnäppchen geben werde.

Die Reedereien leiden derzeit besonders stark unter der Corona-Pandemie: Die Schiffe liegen in den Häfen, ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht zu sehen. Oder doch? Bei TUI Cruises jedenfalls ist man optimistisch, dass man in ein paar Monaten wieder durchstarten kann. »Wir hoffen, spätestens im Frühjahr 2021 wieder mit allen sieben Schiffen unterwegs zu sein, mit etwas weniger Auslastung und den passenden Gesundheitskonzepten«, sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier der »Welt am Sonntag«.

Mit Blick auf die Corona-Infiziertenzahlen vergangene Woche machte sich auf Mallorca eine große Erleichterung breit: Die Zahl der Infizierten war stark gesunken. So lag auf den Balearen die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen unter der Marke von 50. Das nährte die Hoffnung, dass schon bald wieder Touristen aus dem Ausland kommen können. Aber Pustekuchen. Die Zahlen waren falsch, ein »Informatikfehler bei der Datenübertragung« sei der Grund für die niedrige Zahl gewesen. In Wahrheit liege die Zahl deutlich höher, berichtet die Mallorca Zeitung.

Wer in den nächsten Tagen oder Wochen auf die italienische Insel Sardinien will, muss ein negatives Coronatest-Ergebnis vorzeigen. Das Ergebnis des Tests darf nicht älter als 48 Stunden sein. Wer es nicht schafft, vor Abreise einen Test zu machen, muss aber nicht verzagen. Der Test kann auf der Insel nachgeholt werden. Das kann aber bis zu 48 Stunden dauern. In dieser Zeit muss man in Quarantäne gehen. Die neue Regelung gilt ab heute (14. September).

In den vergangenen Wochen berichteten wir noch an dieser Stelle, dass die Zahl der Pilgerer auf dem spanischen Jakobsweg stark zurückgegangen war: nur 9.752 Ankömmlinge zählte man im Juli. Im August ging es aber deutlich aufwärts. Mehr als doppelt so viele, nämlich 19.812 seien im letzten Monat unterwegs gewesen, teilte das Pilgerbüro von Santiago de Compostela am Wochenende mit. Auch der September laufe erstaunlich gut.

12. September: Finnland lässt Deutsche wieder ins Land, Grünes Licht für Karneval und Weihnachtsmärkte, United Airlines fliegt wieder von München nach San Francisco

Es ist ein ziemliches Hin und Her, was die Planung für einen Urlaub in Finnland nicht gerade erleichtert: Die Regierung in Helsinki gab gestern bekannt, dass Urlauber aus Deutschland nun doch wieder ins Land einreisen dürfen. Die neue Regelung tritt am Samstag, dem 19. September in Kraft. 

Die Weihnachtsmarkt- und Karnevalssaisons gehören in vielen Städten Deutschlands zu den Event-Highlights im Winter. Ob das allerdings in diesem Winter noch etwas werden wird, ist wegen Corona vielerorts fraglich. Mancherorts wurden bereits Weihnachtsmärkte und Karnevalsveranstaltungen abgesagt, anderenorts wird noch diskutiert. Einen Schritt weiter ist man in Rheinland-Pfalz und in Münster. In dem Bundesland soll am 11.11. Karneval gefeiert werden dürfen, und in Münster hat man beschlossen: Die Weihnachtsmärkte finden statt.

Ab sofort verbindet United Airlines München wieder mit San Francisco. Dreimal wöchentlich fliegt die Airline die Metropole an der Westküste der Vereinigten Staaten mit einem Boeing 787-9 Dreamliner an: Jeden Donnerstag, Samstag und Sonntag startet United-Flug UA195 um 12:30 Uhr in der bayerischen Landeshauptstadt und landet um 15:05 Uhr Ortszeit in San Francisco.

11. September: MDR: Stornierungsprobleme bei LMX Touristik, Licht und Schatten in der Sommerbilanz von Tourismus Oberbayern München, Ethiopian Airlines startet wieder nach Namibia, Flughafen Frankfurt: »nur noch« 78 Prozent weniger Fluggäste

Eigentlich sollte klar sein: Wer eine Reise gebucht hat in ein Land, für das plötzlich eine Reisewarnung ausgesprochen wird, der darf die Reise kostenlos stornieren. Beim Reiseveranstalter LMX Touristik scheint dies nicht immer der Fall zu sein. Der MDR berichtet über eine E-Mail des Veranstalters an einen Kunden, in der es heißt: »Um ein kostenfreies Storno zu erlangen, beachten Sie bitte, dass die Corona-Pandemie nun schon seit Januar die Welt beschäftigt und somit zum allgemeinen Lebensrisiko zu zählen ist.« Die Stornierungsprobleme seien kein Einzelfall, berichtet der MDR weiter.

Auch der Regionalverband Tourismus Oberbayern München e.V. hat seine Sommerbilanz vorgelegt. Fazit: geht so. Die Seenregionen im Voralpenland waren sehr gut besucht,hoch war auch die Nachfrage nach Campingplätzen, Ferienwohnungen oder Urlaub auf dem Bauernhof. Richtig schlecht sah und sieht es dagegen in München aus.

Ethiopian Airlines fliegt die namibische Hauptstadt Windhoek ab sofort wieder drei Mal die Woche, dienstags, donnerstags und samstags, aus Frankfurt an. Alle drei Verbindungen von Frankfurt machen einen Zwischenstopp im äthiopischen Addis Abeba. Wer nach Namibia reist, sollte wissen: Man braucht einen Corona-Test. Der Nachweis über ein negatives Covid-19-Testergebnis, das bei Boarding des Fluges nicht älter als 72 Stunden sein darf, muss bei der Einreise vorliegen. Ihr könnt dann im Rahmen einer im Voraus festgelegten Route samt entsprechend registrierter Unterkünfte frei durch das Land reisen; ohne zunächst in Quarantäne gehen zu müssen. Am fünften Tag müsst ihr für einen weiteren Test zur Verfügung stehen.

Im August zählte der Flughafen Frankfurt gut 1,5 Millionen Passagiere. Das ist ein Minus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Rückgang betrug damit erstmals seit März weniger als 80 Prozent. Kumuliert über die ersten acht Monate des Jahres ging das Fluggastaufkommen um 68,4 Prozent zurück. Diese Entwicklung basiere unverändert auf den weiterhin geltenden Reisebeschränkungen und dem hieraus resultierenden Nachfrageeinbruch infolge der Covid-19-Pandemie, teilte der Airport mit. Im Juli betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat noch 80,9 Prozent.

10. September: Pauschale Reisewarnung fällt am 1. Oktober weg, Corona-Studie der Bahn, Umfrage von Allianz Partners zum Reiseverhalten, Berghain wird zur Ausstellungshalle

Die seit März geltende weltweite Reisewarnung wird am 1. Oktober Geschichte sein. Dann soll die pauschale Warnung durch individuelle, länderspezifische Reisehinweise ersetzt werden. Das teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes gestern mit. Was heißt das konkret, fragt sich da so manch einer. Kann dann wieder munter gereist werden? Wohl nicht. Für viele Länder der Welt wird es weiterhin Reisewarnungen geben, womöglich kommen – je nach Infektionsgeschehen – in den nächsten Wochen Länder Europas hinzu. Einerseits. Andererseits könnte nun für Urlaubsreisen in ferne Länder, die bisher kaum von Corona betroffen waren, grünes Licht erteilt werden. Veranstalter und der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßten die Ankündigung der Bundesregierung als Schritt in die richtige Richtung. Sie fordern aber weiterhin, dass es nicht nur länder-, sondern auch regionsspezifische Hinweise für einzelne Staaten geben soll. 

Wer in Corona-Zeiten mit der Bahn fahren muss, verspürt womöglich einen Widerwillen. Die einen nervt der Mund-Nasen-Schutz, der getragen werden muss, die anderen haben Angst, sich mit Corona zu infizieren. Für die Letztgenannten gibt es nun eine gute Nachricht: Rund 1.100 Bahnmitarbeiter sind zwischen dem 29. Juni und 3. Juli auf das Coronavirus und auf Antikörper untersucht worden, teilte die Bahn gestern mit. Ergebnis der Studie: Nur sehr wenige Bahnmitarbeiter seien positiv gestestet worden.

Das Reiseverhalten der Deutschen hat sich mit Ausbruch der Corona-Pandemie massiv verändert. Waren vor Covid-19 Zeit und Geld die maßgeblichen Faktoren bei der Urlaubsplanung, sind es heute vor allem die internationalen Reisebeschränkungen und -warnungen, die unter anderem von der Bundesregierung ausgesprochen werden. Dabei empfinden laut der repräsentativen Studie »Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19« von Allianz Partners 93,2 Prozent der Deutschen die aktuellen Reisebeschränkungen für sinnvoll bzw. teilweise sinnvoll. Gleichzeitig nehme die Sicherheit am Urlaubsort einen deutlich wichtigeren Stellenwert ein als vor der Pandemie, so das Ergebnis der Studie.

Berlins bekanntester Club ist das Berghain. Die in der Nähe des Ostbahnhofs gelegene Party-Location ist ein Anziehungspunkt für House- und Technofreunde aus aller Welt – so sie es denn an den strengen Türstehern vorbeischaffen. Aber wie so viele andere Clubs hat das Berghain derzeit wegen der Corona-Verbote geschlossen. Jetzt wurde bekannt: Das Berghain wird vorübergehend zu einer Ausstellungshalle umfunktioniert. Gezeigt werden Fotografien, Skulpturen, Malereien, Videos und Installationen. Die Ausstellung ist nur samstags und sonntags zu sehen.

9. September: Versicherungsfond gegen Insolvenzen in der Diskussion, Airlines fürchten Herbst, Bayern im Juli mit 26 Prozent weniger Gästen

Die Bundesregierung will Verbraucher stärker vor einer Insolvenz der Reiseveranstalter schützen. Der Plan: Für jeden Pauschalurlauber sollen die Reiseunternehmen in Zukunft einen bestimmten Betrag in einen Fonds einzahlen. Eigentlich eine gute Idee, wenn man nicht möchte, dass der Steuerzahler für künftige Insolvenzen aufkommen soll. Die Sache hat aber einen Haken: Die Kosten für den Fonds dürften an die Verbraucher weitergegeben werden, Reisen also teuer werden. Nicht jeder ist von der Idee begeistert. 

Bei den Airlines blickt man mit Spannung auf die kommende Woche, denn die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung gilt nur noch bis nächsten Montag. Was macht die Bundesregierung dann? Verlängert sie die Reisewarnung? Oder tut sie das, was viele Vertreter der Tourismusbranche fordern, nämlich eine Reisewarnung nur für die Regionen aussprechen, die auch tatsächlich stark von der Corona-Pandamie betroffen sind? Darauf setzt die Luftverkehrsbranche, denn die aktuelle Quarantäneregelung lindert ihre Sorgen ganz gewiss nicht. 

Immer mehr Tourismusregionen und Statistikämter in Deutschland legen dieser Tage ihre Sommerbilanz vor. Neugierig blicken Beobachter auf die Zahlen, verbunden mit der Frage: Wie schlimm war’s denn? Für Bayern lässt sich sagen: Geht so. Zwar konnte der Einbruch des Frühjahres wieder aufgeholt werden, im Juli gab es aber immer noch im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von rund 26 Prozent in Bayern.

8. September: Bali will unabhängiger vom Tourismus werden, Run auf Campingplätze in der Schweiz, Innenarchitektin kreiert Corona-Einrichtungen im Hotel, Fischbrötchen in Corona-Zeiten online erleben

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Letztes Jahr besuchten sechs Millionen Touristen die Insel Bali, in diesem Jahr dann der Sturzflug. Gerade einmal 32 (!) Touristen zähle die indonesische Insel im Juni. Die Corona-Pandemie hat Bali zur Strecke gebracht. Und jetzt? Viele Menschen auf der Insel leiden unter Arbeitslosigkeit und Geldnot. Die Rufe, dass sich Bali unabhängiger vom Tourismus machen müsse, werden auf der Insel lauter. 

Dass dieser Sommer für viele Campingplatzbetreiber in Deutschland ein ziemlich erfolgreicher war, darüber haben wir an dieser Stelle schon häufig berichtet. Aber auch in unserem Nachbarland, der Schweiz, war der Ansturm groß. Vor allem im Hochsommer war eine deutliche Steigerung auszumachen. Per Ende August lag die Übernachtungszahl bei 606.000. Das ist eine Zunahme von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. »Die Nachfrage in den Sommerferien war um ein Vielfaches höher, als wir annehmen konnten«, sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS, dem größten Campingplatzbetreiber der Schweiz. Auch die Buchungszahlen für den Herbst seien hoch, heißt es weiter. Beim TCS habe man bereits auf die gesteigerte Nachfrage reagiert und die Saison um zwei Wochen verlängert.

Das Reisen in Corona-Zeiten stellt auch viele Hoteliers vor eine Herkulesaufgabe. Hotelgäste sollen mit möglichst viel Abstand und unter Einhaltung der Hygieneregeln Urlaub machen können. Aber wie genau kann das umgesetzt werden? Eine Innenarchitektin hat sich in einem Hotel im Sauerland an die Corona-Einrichtungen gewagt und einige Ideen umsetzen können – vom Check-in, übers Frühstücksbuffet bis hin zur Saunalandschaft.

Wer aktuell nicht an Deutschlands Küste unterwegs ist, muss ab sofort trotzdem nicht auf ein knackiges Fischbrötchen verzichten – jedenfalls nicht auf die virtuelle Variante. Die Ostsee Schleswig-Holstein »liefert« ab sofort unter dem Hashtag #aufgefiSHT kurze Filme, die sich um den Küstensnack und alles, was dazu gehört, dreht. Dabei begeben sich die »Fischköppe« Simone und Ali, beides originale Küstenbewohner, auf eine kulinarische Rundreise zwischen Glücksburg und Travemünde sowie in die Holsteinische Schweiz. Sie besuchen Fischbrötchenbuden und sprechen mit den Besitzern über ihre persönlichen Geschichten, lernen den Alltag eines Fischers und den Weg der Ware auf den Teller kennen oder entdecken neue Kreationen des beliebten Klassikers. Erste Videos sind bereits online, jeden Mittwoch erscheint eine weitere Folge.

7. September: Spahn plädiert für Herbst- und Winterurlaub in Deutschland, Franzosen erklären Korsika und La Réunion zu Risikogebieten, Einsatz von Hubschraubern an Stränden auf Mallorca

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in die Diskussion über Reisen in Coronazeiten eingebracht. Konkret geht es um den Urlaub im Herbst und Winter. Den sollen die Deutschen nach Spahns Wunsch in der Heimat verbringen. Zur Begründung sagte er, bestimmte Arten von Reisen und Urlaub bringe Risiken mit sich.

In Frankreich steigt die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wieder deutlich an. Aus diesem Grund hat die französische Regierung nun sieben Départments zu Risikogebieten erklärt, darunter die bei Touristen beliebte Mittelmeerinsel Korsika und das Übersee-Département auf der Insel La Réunion. Beide Regionen sind aber vom Robert-Koch-Institut noch nicht zu Risikogebieten erklärt worden.

Die Regierung auf Mallorca hat sich im Kampf gegen Corona dazu entschlossen, den Menschen den Besuch von Stränden zwischen 21 und 7 Uhr zu verbieten. Das Aufenthaltsverbot wird nun mit einer ungewöhnlichen Maßnahme durchgesetzt: Die Guardia Civil fliegt mit einem Hubschrauber über die Strände und fordert die Besucher auf, sie zu verlassen.

 

5. September: Lufthansa-Gruppe erstattete bisher 2,6 Milliarden Euro, 50 Prozent weniger Gäste in Sachsen, Südtirol-Werbekampagne soll Touristen für Urlaub im Herbst begeistern

Die Airlines der Lufthansa Group haben nach eigenen Angaben im laufenden Jahr bislang rund 2,6 Milliarden Euro an insgesamt sechs Millionen Kunden erstattet. Offen seien lediglich noch kompliziertere Fälle, die einer intensiveren Bearbeitung bedürfen. Auch diese würden zeitnah abgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Die Zahl der noch offenen Ticketerstattungen sank auf 1,1 Millionen Vorgänge. Dabei sei zu beachten, dass fortlaufend immer neue Erstattungsansprüche entstünden, weil Flüge gestrichen werden müssen oder Gäste aufgrund von Reisewarnungen stornieren. Derzeit erreichen Lufthansa dreimal so viele Anträge wie noch vor der Pandemie.

In Sachsen ist die Zahl der Gäste und Übernachtungen in diesem Jahr um 50 Prozent eingebrochen. Das teilte gestern der Landestourismusverband Sachsen mit. Der Verband fordert nun für drei Jahre einen »Stabilisierungspaket Tourismus«.

Im August haben offenbar viele Touristen ihren Urlaub in Südtirol verbracht. »Gerade der August ist in allen Landesteilen sehr zufriedenstellend verlaufen«, sagte Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor der IDM Südtirol – eine Organistation, die das Urlaubsland Südtirol in elf europäischen Märkten bewirbt. Nun sollen auch viele Menschen im Herbst ihren Urlaub in Südtirol verbringen. Dafür soll in diesen Tagen und Wochen eine massive Werbekampagne in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien sorgen. 

4. September: Kritik an Kanaren-Reisewarnung, Eurowings reduziert Verbindungen nach Spanien und Kroatien, Norwegen-Kreuzfahrten eingeschränkt, Tagestouristen wieder in Mecklenburg-Vorpommern, saftige Strafen für Reisebus-Passagiere ohne Maske

Der Deutsche Reiseverband hat Kritik an der Reisewarnung für die Kanarischen Inseln geübt. Es sei nicht verhältnismäßig, die gesamten Kanaren unter die Reisewarnung zu stellen, obwohl sich die Infektionszahlen nur auf einige wenige Gebiete beschränkten, so der DRV. So seien nur die Städte auf Gran Canaria und Teneriffa betroffen. Risikogebiete sollten möglichst zielgenau und differenziert ausgewiesen werden – ähnlich wie dies in Deutschland bereits auf Landkreisebene geschieht. So kann dem Infektionsgeschehen zielgenauer begegnet werden. Pauschale Warnungen würden den Realitäten in den Ländern nicht gerecht. Statt politisch sauber zu differenzieren, würden Urlauber, Geschäftsreisende und die ganze Reisewirtschaft pauschal zur Verantwortung gezogen. Auch Reiseveranstalter kritisierten die Entscheidung der Bundesregierung.

Die aktualisierten Reisewarnungen für Spanien und Teile Kroatiens bleiben nicht ohne Folgen für die Flugangebote der Airline Eurowings. Vorstandschef Jens Bischof sagte, man zwei gezwungen, wieder Flüge aus dem System zu nehmen. Das werde aber keine Hauruck-Aktion. Vielmehr plane man ausreichend Vorlauf ein, damit Kunden rechtzeitig umbuchen oder stornieren könnten.

Wer in den nächsten Wochen eine Kreuzfahrt in norwegischen Gewässern unternehmen möchte, muss sich auf Ungemach einstellen. Gestern gab Norwegens Regierung bekannt, dass auf Spitzbergen Seetouristen ab jetzt nicht mehr an Land gehen dürfen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 1. November.

Darauf haben Hoteliers, Gastronomen und Betreiber anderer Freizeitunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern lange gewartet: Ab heute dürfen Tagestouristen aus anderen Bundesländern wieder in das Land reisen. Es sei richtig, Tagestouristen wieder zuzulassen und nicht den Sonderweg, den Mecklenburg-Vorpommern gegangen sei, weiter zu führen, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Tagestouristen seien nicht der Grund für steigende Infektionen, so Woitendorf.

Gestern kontrollierten Polizisten auf einem Parkplatz auf der Raststätte Mitterteich an der A93 einen Reisebus. Dabei fiel auf, dass alle 14 Passagiere an Bord keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Nun erwartet das Busunternehmen und die Passagiere eine saftige Strafe: 5.000 Euro für das Busunternehmen und 250 Euro für die Passagiere. 

3. September: Reisewarnung nun für ganz Spanien und die Gespanschaft Zadar in Kroatien, negatives Corona-Testergebnis Voraussetzung für Einreise auf die Malediven, 30 Prozent weniger Deutsche im Österreich-Urlaub

Beobachter hatten es schon geahnt, jetzt hat die Bundesregierung Nägel mit Köpfen gemacht: Auch die Kanarischen Inseln sind jetzt zu Corona-Riskogebieten erklärt worden. Grund ist die hohe Zahl an Corona-Infizierten auf den Inseln. Somit ist nun ganz Spanien ein Risikogebiet. Für den Tourismus auf den Kanarischen Inseln gleicht das einer Katastrophe.

Auch ein Urlaub in Kroatien wird problematischer: Das Robert-Koch-Institut hat gestern die Gespanschaft Zadar in Dalmatien nun auch zum Corona-Risikogebiet erklärt. Die Region umfasst den nördlichsten Teil Dalmatiens rund um die Stadt Zadar. Dazu gehören aber auch die vorgelagerten Inseln sowie das Hinterland von der Adria bis zur Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Bereits zuvor waren die Gespannschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien zu Risikogebieten erklärt worden. Wer dort trotzdem Urlaub macht, muss sich nach seiner Rückkehr in Quarantäne begeben.

Wer auf die Malediven reisen will, muss spätestens ab dem 10. September einen negativen Corona-Test vorlegen. Das sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums der Malediven. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden bei Abreise sein.

Der Tourismus in Österreich leidet weiter unter der Corona-Pandemie. Das sieht man vor allem an der Zahl der Übernachtungen. Zwar konnte der Abwärtstrend im Juli leicht abgefedert werden, das Minus betrug aber immer noch 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Laut vorläufigen Daten von Statistik Austria sind für das Minus vor allem die ausbleibenden Gäste aus dem Ausland verantwortlich. Allein aus Deutschland und der Schweiz verzeichnen die Statistiker ein Minus von rund 30 Prozent.

2. September: Hoffen und Bangen auf den Kanaren, TUI-Chef: Wille zum Reisen ungebrochen, IATA-Kritik an Regierungen

Die Kanarischen Inseln sind derzeit die einzige Region in Spanien, für die das Auswärtige Amt aktuell keine Reisewarnung ausgesprochen hat. Dennoch ist auch dort die Corona-Situation alles andere als rosig. Beobachter gehen davon aus, dass angesichts der Corona-Infiziertenzahl die Bundesregierung durchaus auch für die Kanaren eine Reisewarnung aussprechen könnte. Entsprechend ist die Stimmung auf den Inseln: Viele Touristen bleiben dieses Jahr zuhause – »aus Angst«, vermutet Ángel Víctor Torres, der Regionalpräsident der Kanaren. 

In Corona-Zeiten zu verreisen – ist das eine gute Idee? Kommt drauf an, dürften wohl viele denken. In viele Länder Europas ist das ja derzeit möglich. Wer das Land nicht verlassen will, kann auch prima in Deutschland seinen Urlaub verbringen. Aber das tun längst nicht alle. Fritz Joussen, Vorstandschef von TUI, jedenfalls ist überrascht darüber, dass in Corona-Zeiten so viele Menschen verreisen. TUI hat im Juli fast 600.000 Kunden in den Urlaub gebracht. Für 2022 rechnet Joussen sogar mit »hohen Wachstumsraten«. 

Die International Air Transport Association (IATA) hat Regierungen weltweit dafür kritisiert, wie sie aktuell mit der Corona-Pandemie umgehen. Staatliche Maßnahmen wie geschlossene Grenzen, Reisebeschränkungen und Quarantänen machen die Nachfrage nach Reisen weiterhin zunichte, kritisiert die Organistaion. Dies spiegele sich in den enttäuschenden Zahlen zu Beginn der Sommersaison wider, in der sich von Mai bis Juni nur minimale Verbesserungen zeigten. »Der Schutz ihrer Bürger muss die oberste Priorität der Regierungen sein. Aber zu viele Regierungen bekämpfen isoliert eine globale Pandemie mit der Ansicht, dass das Schließen von Grenzen die einzige Lösung ist. Es ist Zeit für die Regierungen, zusammenzuarbeiten«, sagte Alexandre de Juniac, Generaldirektor und CEO der IATA.

1. September: Verbraucherzentrale: Reisevorauszahlungen abschaffen, Airline nach Corona-Ignoranz an Bord in der Kritik, Übernachtungen am Bodensee auf Niveau des Vorjahres

Wer eine Pauschalurlaubsreise bucht, muss in der Regel eine Vorauszahlung leisten. Das ist schon seit Jahrzehnten so. In Coronazeiten hat sich aber gezeigt: Das kann für Verbraucher ganz schön teuer oder nervig werden – dann nämlich, wenn der Reiseveranstalter oder die Airline in Zahlungsschwierigkeiten gerät und bei einer abgesagten Reise das im Voraus überwiesene Geld nicht oder viel zu spät zurückzahlt. Über dieses Problem hat sich auch die Verbraucherzentrale Bundesverband Gedanken gemacht. Deren Chef Klaus Müller sagt nun: »Ich halte die Vorkassezahlungen für antiquiert, für nicht mehr verantwortbar im Flug- und Reisebereich.« 

Vor genau einer Woche, am 25. August, war ein TUI-Ferienflieger von der griechischen Insel Zakynthos nach Cardiff in Wales unterwegs. An Bord waren rund 200 Menschen, davon einige Corona-Infizierte. Und dann das: Viele an Bord trugen während des Fluges keinen Mund-Nasen-Schutz, die Crew schien das nicht wirklich zu interessieren. Nun müssen alle, die in dem Flieger saßen, für zwei Wochen in Quarantäne. 

Wie sehr haben die deutschen Urlaubsregionen eigentlich von der Corona-Pandemie »profitiert«? Nach allem, was man hört: höchst unterschiedlich. Während einige Regionen, wie jene an der Nord- und Ostsee, von vielen Touristen berichten, sieht es in den Städten schlecht aus. Andere Regionen wiederum konnten das Niveau vom Vorjahr zumindest halten. So auch die Region rund um den Bodensee. Dort sei die Anzahl der Übernachtungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, heißt es von der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH. 

 

Mehr Corona-Reise-News gibt es in unseren Monatsrückblicken März 2020, April 2020, Mai 2020, Juni 2020, Juli 2020 und August 2020.