Phantastische Golfplätze, luxuriöse Resorts, traumhafte Strände und eine unberührte üppige Natur – Bintan Island im indonesischen Riau-Archipel ist ein unentdecktes Paradies, das nach Höherem strebt. Text: Ulrike Klaas

Mit Geschwistern ist das manchmal so eine Sache. Der Ältere behauptet, er habe dem Jüngeren den Weg geebnet, sodass dieser nie habe kämpfen müssen. Der Jüngere wiederum beschwert sich, er stehe im Schatten des Älteren. Mit Bali und Bintan Island ist das ähnlich wie unter Geschwistern.

Die »Ältere« hat Indonesien als Urlaubsdestination bekannt gemacht, die »Jüngere« versucht nun nachzuziehen und möchte ein Stück vom Kuchen abhaben, aber der Schatten der »großen Schwester« ist zu übermächtig. Worum es bei diesem Streit geht? Um Touristen natürlich! Nur dass Bali wahrscheinlich Bintan keineswegs als Kon­trahent sieht, denn damit Bintan sich mit der großen Schwester messen kann, werden wohl noch einige Jahrzehnte ins Land ziehen – wenn es denn überhaupt gelingt.

Bitan Island ist ein beliebtes Luxusreiseziel für die Singapurer

Bintan Island? Wo liegt das denn? Das Inselchen, das auf den meisten Weltkarten höchstens als weißer Fleck existiert, liegt vor den Toren Singapurs. Und dort ist das indonesische Eiland im Riau-Archipel für alle ein Begriff. Denn für die Singapurer ist Bintan das, was für die Deutschen Sylt ist: ein beliebtes Kurzreiseziel. Mit der Fähre erreicht man die Insel innerhalb von einer Dreiviertelstunde. Ganz schöner Luxus. Und den gibt es auch auf Bintan. Gleich drei Fünf-Sterne-Resorts haben sich im Norden der Insel niedergelassen: eines für Honeymooner, eines für Golfer und eines für Familien.

Club Med ist die Familienvariante und dabei in eine wahre Traumkulisse eingebettet. Kräftig grüne Palmen sowie eine üppige Vegetation bilden einen beeindruckenden Kontrast zu dem weißen Pulverstrand. Unterschiedlich große, dicke Steine an beiden Enden der Bucht geben dem Traumstrand den letzten Schliff. Man meint, ewig lang in das klare Blau waten zu können, bis das Wasser den Bauch erreicht.

Strand auf Bitan Island

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Im Club trifft man auf Menschen wie Brian Evans. Der Australier lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen seit einigen Jahren in Singapur. »Wir fahren öfters übers Wochenende nach Bintan«, erklärt er. Für sie sei es hier perfekt: Er spiele Golf, seine Frau entspanne am Strand, und die Kinder vergnügten sich bei den zahlreichen Clubangeboten mit Gleichaltrigen. Sein Lieblingsplatz ist der 18-Loch-Championship-Platz des Bintan Lagoon Resorts. »Dort gibt es nur dich, den Dschungel und ein paar Affen«, sagt er. Nirgendwo könne er sich so gut von den Strapazen des Alltags erholen. Weiterer Vorteil: Es kann auf Bintan vier Stunden schütten wie aus Eimern, und nach 15 Minuten ist der Platz wieder bespielbar.

Noch abgelegener und friedvoller ist es nur im Dschungel. Am Flussufer tollen Kinder in den Wellen herum, sobald eines der wenigen Fischerboote leise vorbeibrummt. Immer weiter geht es mit dem Boot in die Mangroven, bis sie so dicht sind, dass die Schlangen, die umschlungen wie Bretzeln an den Ästen hängen, fast die Köpfe der Insassen streifen.

Nach der Mangroventour bis nach Tanjungpinang

»Diese Touren würden wir gerne fest in die Ausflugsprogramme der Hotels integrieren«, erklärt Sapril Sembiring, Manager des Tourist Board. Und deshalb führt er auch des Öfteren selbst die Urlauber über «seine« Insel. Nach der Mangroventour geht es in die Hauptstadt Tanjungpinang.

Mangrovenwald auf Bitan Island

Mangroven-Dschungel auf Bitan Island

Vom Norden aus ist sie in ungefähr einer Stunde erreichbar. »You see, here is a lot of traffic. It’s rush hour«, erklärt der gebürtige Chinese Sapril. Auf der vierspurigen Straße fährt ein Auto vor dem Club-Med-Bus und eines dahinter, während zwei andere dem Bus entgegenkommen. Feierabendverkehr auf Bintan ist eben anders. Auch wenn die Straßen des Eilandes gut ausgebaut sind, fehlt es noch am Entscheidenden: Den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es sei aber in Arbeit, lautet Saprils prompter Kommentar.

»Unser Ziel sind eine Million Besucher«, meint der Manager des Tourist Boards. An der Bettenkapazität wird es nicht hapern. Allein in den drei Fünf-Sterne-Hotels können bis zu 8600 Urlauber nächtigen. »Drink more water please«, fordert Sapril die Urlauber heute sicher zum zehnten Mal auf. Erst später erklärte er verschmitzt: »Bei uns heißt es: Wer Wasser von Bintan trinkt, der kommt zurück!« Na dann, Prost!

Hinfliegen, übernachten, informieren

Anreise. Air France fliegt einmal täglich über Paris-Charles de Gaulle nach Singapur. Anschlussflüge nach Paris sind von elf deutschen Flughäfen möglich. Ein Flug kostet ab € 512 Euro inklusive Steuern und Gebühren. Von Singapur aus weiter mit der Fähre nach Bintan Island. Die Überfahrt kostet ca. € 25

Club Med auf Bintan Island. Eine Nacht kostet ab € 130 Euro p. P (inkl. Vollpension, Sportkurse, Kinderbetreuung ab 4 Jahre), Kinder unter 4 Jahre sind frei, Kinder bis zu zwölf Jahre bezahlen € 52 pro Tag und zwölf bis achtzehnjährige € 104. Eine siebentägige Pauschalreise kostet mit Flug und Transfer ab € 1799 für Erwachsene.

Infos. Informationen über Bintan Island erteilt das Bintan Tourism Board  oder das indonesische Fremdenverkehrsamt.