Eine neue Welle der Esskultur schwappt um die Welt, die alle Sinne anspricht. Gewagte Konzepte, ausgefallene Orte und eine nachhaltige, hyperlokale Küche formen sich zu beispiellosen kulinarischen Erfahrungen in Restaurants, Cafés und Bars auf der ganzen Welt. Platz nehmen und Sinne verwöhnen lassen.

Ryù, Montreal, Kanada

Wabi Sabi? Klingt wie eine japanische Sushi-Spezialität? Geografisch liegen wir da schonmal richtig. Wabi Sabi nämlich beschreibt ein japanisches Einrichtungskonzept, das auf der Schönheit des Unperfekten basiert. Ähnlich wie beim Minimalismus bedeutet Wabi Sabi, sich auf das Wesentliche zurückzubesinnen und sanfte Farben und natürliche Materialien zu verwenden.

Ein Konzept, das in den Ryù Restaurants in Montreal wunderbar aufgeht. Lichtdurchflutete Räumlichkeiten, hellbraunes Holz kombiniert mit mausgrauem Stein sowie schwarzen Farbakzenten schaffen eine ganz eigene hippe Atmosphäre. In der offenen Küche werden Sushi-Kreationen aus den besten Zutaten gezaubert, die so schön aussehen, dass man einfach die Handykamera draufhalten muss.

Ihr wollt mehr über Montreal erfahren? Dann hier entlang.

Ryù Restaurant in Montreal, Kanada

David Dworkind, Delicious Places, gestalten 2019

Tacofino Oasis, Vancouver, Kanada

Von Japan nach Mexiko, beziehungsweise von Montreal nach Vancouver. Denn auch in dieser kanadischen Stadt blüht die Foodszene. Dort bringt das Tacofino Oasis Farbenfreude in das sonst betonierte Finanzviertel der Stadt. Nicht nur die zickzack-förmige Bar, die sich durch die gesamten Räumlichkeiten schlängelt, ist ein optisches Highlight. Rosa, Orange, Koralle, Rot, Rattanmöbel und Kakteen – Designer Shiloh Sukkau hat wahrlich eine Oase geschaffen, die man eher in einem Surferort an der Westküste der USA vermuten könnte. Dazu werden Tacos, Nachos und Burritos serviert, die einen auch geschmacklich gen Sonne verzaubern.

Restaurant im mexikanischen Stil in Vancouver, Kanada

Foto Vishal Marapon, Delicious Places, gestalten 2019

Big Mamma, Paris, Frankreich

Aber zurück zur Handykamera. Die Restaurants der Big Mamma Group in Paris, London und Lille dürften keine Schwierigkeiten haben, in die Liste der most instagrammable Restaurants aufgenommen zu werden. 2015 haben die Restaurantbesitzer Tigrane Seydoux und Victor Lugger den ersten Laden in Paris eröffnet, mittlerweile sind es acht an der Zahl. Acht gemütliche Trattorien, in denen sich die Gäste wohlfühlen, stundenlang essen, trinken und sich unterhalten.

Auf der Speisekarte stehen klassische italienische Gerichte wie Pizza und Pasta, aber auch viele weitere typische Gerichte aus unterschiedlichen Regionen Italiens. Dabei wechselt das Menü monatlich. Optisch gesehen, zieht sich ein gewisser roter Faden durch die Inneneinrichtung der acht Restaurants. Nicht nur die handbemalte bunte Keramik, die ebenso typisch für Italien ist wie seine leckere Pizza, auch die Mischung aus urbanen und botanischen Einflüssen taucht in jedem der Trattorien auf. Und doch bewahrt jedes Ladenlokal seinen ganz eigenen Charakter.

Botanisches Interior im Big Mamma in Paris

Jérôme Galland, Delicious Places, gestalten 2019

Babel Restaurant, Paarl, Südafrika

Schon mal was von der Farm-to-Fork Philosophie gehört? Die meisten werden es wohl unter der Bezeichnung »Farm-to-Table« kennen. Immer mehr Restaurants servieren lokale Gerichte, deren Zutaten aus der direkten Nachbarschaft bezogen werden – ohne Zwischenstopps in der Lebensmittelindustrie. So auch im Babel Restaurant auf der Babylonstoren Farm im südafrikanischen Paarl, eingebettet inmitten von Weinbergen.

Auf dem Anwesen, zwischen Schotterwegen, Wasserstellen und Lauben, gedeihen Beeren, Gemüse und Pflanzen aller Art. Außerdem tummeln sich Hühner, Kühe, Enten und Bienen auf der Farm – Mozzarella, Ricotta und Feta werden selbst hergestellt. Auch das Brot wird vor Ort frisch gebacken. Neben dem Babel Restaurant gehört noch ein weiteres Restaurant,  The Bakery, zur Babylonstoren Farm, wo tagsüber frische Backwaren und abends italienische Speisen serviert werden. Wer mag, kann hier sogar nächtigen und dabei zwischen Hotel, Farmhouse oder Cottage wählen.

Farm-to-fork-Prinzip in Paarl, Südafrika

Courtesy of Babylonstoren, Delicious Places, gestalten 2019

Mil Centro, Moray, Peru

Man nehme einen jungen Sternekoch, eine tief verankerte Inka-Kultur und eine der fruchtbarsten Erden der Welt: Willkommen im Mil Centro im peruanischen Andenhochland. Der peruanische Sternekoch Virgilio Martínez zählt zu den besten Köchen der Welt. Und dabei punktet er mit Nachhaltigkeit, Lokalität und Tradition. Pacha Mama, also Mutter Natur, bestimmt seine Speisekarte. Produkte importieren? Das kommt für ihn nicht in Frage. Gekocht wird, was die peruanische Erde birgt. Und in einem Land, in dem über 3.000 Kartoffelsorten gedeihen, ist das einiges.

Sternekoch Virgilio Martínez wählt seine Lebensmittel im peruanischen Andenhochland aus

Gustavo Vivanco, Delicious Places, gestalten 2019

Viele weitere einzigartige Restaurants, Cafés und Bars findet ihr in dem Buch »Delicious Places«. Lasst euch inspirieren und vor allem: Lasst es euch schmecken!


Buchcover von Delicious PlacesDelicious Places im gestalten Verlag, 256 Seiten, ISBN: 978-3-89955-969-9, €38,00, erhältlich unter gestalten.com

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