Schon als Kind war ich völlig fasziniert, wenn mein Papa mir von seinem London vorschwärmte: An diesem bunten Ort laufen Anzugträger, Hippies und Modejunkies Schulter an Schulter die Straße entlang. Bis heute überrascht London mit seiner unwahrscheinlichen Vielfalt. In jedem Viertel tut sich eine neue Welt auf. Zu Besuch in Londons Vierteln. Text: Susanne Jung

Family and Friends – Wembley

In den letzten zehn bis 20 Jahren hat sich wohl kein Ort in London so grundlegend verändert wie Wembley – so sehr, dass ich eigentlich bei jedem Besuch etwas Neues erwarte. Anstoß dafür war wahrscheinlich der Abriss und Neubau des ikonischen Wembley Stadions. Nach und nach hat sich das Viertel angepasst und eine coole, junge Nachbarschaft ist entstanden: außergewöhnlich schicke Studentenwohnungen neben modernen Penthäusern mit Dachgärten.

Wembley hat sich in den letzten Jahren unglaublich gewandelt – und lohnt einen Besuch!

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Vom Bahnhof aus geht es auf einer breiten Straße in Richtung Stadion und Arena. Dabei kommt man am hippen Boxpark vorbei, einer Street Food-Halle mit Essen aus aller Welt. Ab und zu finden hier Events statt, wie Bollywood-Kino-Nächte, Vintage-Märkte oder Partys mit Live-Musik.

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Etwas schicker geht es in der Rooftop-Bar im Wembley-Hilton zu. Probiert die Espresso-Martinis und genießt die geniale Aussicht. Shopaholics können ihr Geld in der Wembley Outlet Mall lassen. Obwohl sie nicht Londons größte Mall ist, ist sie definitiv eine der schönsten. Wer mit Kindern unterwegs ist, gönnt sich danach eine Pause auf dem coolen Wembley Stadium Playground. Der hölzerne Kletter- und Abenteuer-Spielplatz liegt mitten in der Fußgängerzone und ist einzigartig in London. Am besten kombiniert man den Wembley-Aufenthalt natürlich mit einem Fußballspiel, einem Konzertbesuch oder vielleicht Disney on Ice.

Die Espresso Martinis in der Rooftop Bar des Hilton in Wembley sind eine Verführung.

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Hip, Hipper – Hackney

Hackney besteht aus den beliebten Hipster-Vierteln Shoreditch, Hoxton und Dalston. Wenn man an der Shoreditch Highstreet aus der Tube steigt, wird man von Eindrücken überwältigt. Abrissreife Häuser und Hinterhöfe sind die Leinwände für lokale Street Art-Künstler, während sich im Hintergrund die Skyline der Londoner »City« abzeichnet.

Mehr Hipster als in Shoreditch geht kaum.

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Junge Damen in knalligen Kunstpelzjacken schließen ihre Vintage-Stores auf und die Ureinwohner Shoreditchs, die Bengalen, tätigen ihre Einkäufe. Auf der Brick Lane finden sich die Stores junger britischer Designer und natürlich jede Menge Secondhand-Kleider, versteckt in Kellern und Markthallen.

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Aber auch die Kulinarik wird in Hackney zelebriert. Im Cereal Killer Cafe auf der Shoreditch Highstreet wird einem die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht: Cornflakes Sorten aus aller Welt kombiniert mit der Milch deiner Wahl. Direkt an der Old Street Station liegt das Shoreditch Grind, ein Café, das einer übergroßen, schwarzen Keksdose ähnelt. Zum Dirty Chai gibt es den obligatorischen Egg und Avocado Toast. Mittags probiert man sich am besten durch das vielfältige Street-Food-Angebot oder macht es sich in einem indischen Restaurant am Ende der Brick Lane gemütlich. Dann lässt man den Tag bei einem kleinen Bar-Crawl im Boxpark Shoreditch oder bei einem Sterneessen im edlen Grillrestaurant »Brat« ausklingen.

Streetfood findet sich in Londons In-Viertel Shoreditch zur Genüge.

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Leben wie die Queen – Westminster/Mayfair

Zentraler als Westminster geht es eigentlich nicht mehr. Von hier aus sind die bekanntesten Wahrzeichen Londons fußläufig zu erreichen. Stattet dem Premierminister einen Besuch in der Downing Street 10 ab oder besichtigt den Buckingham Palace. Wenn die britische Flagge weht, ist die Queen übrigens nicht daheim, sondern auf einem ihrer Landsitze. Besichtigen darf man den Palast im Sommer, übernachten leider nicht. Dafür kann man allerdings im altehrwürdigen Claridge´s absteigen. Das glamouröse Hotel im Art-déco-Stil hat in über 200 Jahren Hotelgeschichte Filmdiven, Royals und den ganzen Rest der High Society beherbergt.

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Auch sonst wird es nicht weniger royal! In der Nachbarschaft findet man neben Fortnum & Mason, dem Lebensmittelhändler der Queen, auch den königlichen Winzer Berry Bros & Rudd. Alternativ kann man aber auch über die Oxford- und Bond Street bummeln und die Modeläden unsicher machen.

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Danach geht es ins Ritz, um den legendärsten Afternoon Tea der Stadt zu genießen. Zwischen Gold und Stuck verkosten die Londoner Ladys leckere Fingersandwiches, Scones und Törtchen. Ganz wichtig: Denkt an eure Fascinator!

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Do it for the Gram: Chelsea und Belgravia

Hier ist zu Hause, wer Rang und Namen hat. In Belgravia und Chelsea wohnt Londons High Society. Im Schatten des Buckingham Palace entführen Adressen wie Eaton Place und Sloane Square uns in längst vergangene Zeiten. Hier stolzierten einst die viktorianischen Damen auf begrünten Plätzen mit feudalen Brunnen und präsentierten die neueste Mode.

Bis heute hat sich nicht viel geändert. Wer gesehen werden will, muss nach Chelsea. Auf der Sloane Street findet man große Name von Chanel bis Versace und die King Street birgt das ein oder andere kulinarische Highlight. Der absolute In-Place ist die Patisserie Peggy Porschen Cakes. Der Eingang des quietschrosaen Cafés ist mit Blumen umrankt und im Schaufenster türmen sich allerlei Leckereien. Kein Wunder, dass es sich um einen von Londons beliebtesten Instagram-Spots handelt.

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Auch Lunch im The Ivy ist Pflicht. Das Blumenmeer an der Hausfassade lässt es schon erahnen: Hinter der Eingangstür tut sich eine fast magische Welt auf – ein verträumter Wintergarten mit Palmen, Farnen und Kissen im Vintage-Stil und ein plätschernder Steinbrunnen. Vorbei an den pastellfarbenen Stadthäusern, für die Chelsea so berühmt ist, geht es zum Ausruhen ins Egerton House. In den Hotelzimmern mit floralen Brokatvorhängen und Himmelbetten fühlt man sich wie die Queen höchstpersönlich!

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Rock ’n’ Roll Lifestyle – Camden/ Primrose Hill

In Zeiten von Amy Winehouse war Camden der coolste Ort der Stadt. Der punkige Markt mit seinen extravaganten Häuserfassaden ist zwar immer noch einen Abstecher wert, aber tagsüber meist zu überfüllt.

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Am Abend ist Camden dafür der ideale Ort zum Feiern. Am besten beginnt man mit einem Snack am Kanal oder mit brasilianischen Tapas und Cocktails bei Made in Brasil in der Inverness Street.

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Auf den Spuren britischer Rockstars geht es danach zum Good Mixer gegenüber oder ins Hawley Arms. In den typisch englischen Pubs tummeln sich Musiker und Künstler in extravaganten Outfits. Bekannte Bands trifft man eher im Electric Ballroom oder im Keller von The Underworld an.

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Nach nur ein paar Minuten zu Fuß bekommt man in Primrose Hill das absolute Kontrastprogramm. Hier wohnen und wohnten Promis wie Kate Moss, Sienna Miller, Gwyneth Paltrow und Jude Law in pastellfarbenen, viktorianischen Stadtvillen.

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Sonntags ist The Queens die perfekte Adresse für einen klassischen »Sunday Roast« in entspannter Atmosphäre. Wer es schicker mag, sollte Michael Nadras neues Restaurant am Regents Kanal besuchen. Genießt französische Küche in einem alten Backstein-tunnel oder probiert die »Martini Bar« aus. Eins ist sicher: Der Abend sollte grundsätzlich auf dem Primrose Hill enden. Besonders im Sommer trifft man hier jede Menge Londoner an, die auf Picknickdecken das abendliche Lichtermeer der Stadt bewundern.

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Weitere Infos?

Londons Viertel sind so vielfältig wie die Musikgeschichte der Stadt. Mehr dazu lest ihr hier. Und wenn ihr auf den Spuren von James Bond in London wandeln möchtet, einmal hier entlang. Sehenswürdigkeiten Off-the-beaten-Path verraten wir hier.

Falls ihr im Sommer in der Stadt sein solltet. gibt’s hier Erfrischung. Und einen Übernachtungstipp verraten wir euch hier. Und wie ihr am besten vom Flughafen in die City kommt, haben wir Euch hier zusammengestellt.

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