Der Mai war in Sachen Wetter ja bislang ziemlich mau. Regen, Wolken, maximal 15 Grad. Der Samstag aber lockt in einigen Regionen Deutschlands mit Sonnenschein und über 20 Grad. Also, nichts wie raus. Unsere Tipps für einen Wochenendausflug in Deutschland. Text: Frank Störbrauck

Mit der MS Ol Büsum zur großen Seehundsbank

Seehunde an der Nordsee bestaunen. Das geht prima von Büsum aus. Hier steuert Kapitän Petersen das Schiff aus dem großen Priel, vorsichtig schleicht anschließend die »MS Ol Büsum« auf die Sandbank zu. Tiefenradar, Sonar und die Erfahrung des Kapitäns manövrieren das Schiff sicher in eine Bucht. Die Sandbank liegt sichelförmig in der Nordsee. An ihrer Westseite rollt die See heran; hier in der Bucht – geschützt durch die Sandbank – ist das Wasser ruhig. Bald taucht die erste vorwitzige Schnauze aus dem Wasser auf. Nun sind auch schon ohne Fernglas die ersten dunklen Tiere auf der Sandbank zu erkennen; dicht an dicht, doch jedes auf seinen Platz bedacht. Kapitän Petersen hält das Schiff mit sachtem Zug am Gas sorgsam auf Abstand – nicht nur um ein Auflaufen zu verhindern, sondern vor allem um die Tiere nicht zu stören. Mehr Infos zur Fahrt gibt es hier.

Tanja Weinekoetter, nordseetourismus.de

Stechlinseeradweg in Brandenburg: Der See ist das Ziel

Beim Wochenendausflug eine kleine Radtour gefällig? Von der kleinen Stadt Gransee aus geht es auf gemütlichen 26 Kilometern quer durch den Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land.  Ziel ist der Stechlinsee. Startpunkt des Stechlinseeradwegs ist der Bahnhof Gransee, den man zum Beispiel vom Berliner Hauptbahnhof aus stündlich mit der Regionalbahn RE 5 in 50 Minuten erreicht. In Gransee führt die Strecke am Schinkelplatz mit dem Denkmal für die beliebte preußische Königing Luise vorbei. Gransee ist noch heute von einer fast vollständigen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert umgeben.

Von Gransee aus geht es abseits der Straße durch die von Wäldern gesäumte Landschaft Nordbrandenburgs. Ganz eben ist die Strecke und perfekt zu radeln. Nach rund 16 Kilometern erreicht man Menz, einen Ortsteil der Gemeinde Stechlin. Hier lohnt ein Besuch im NaturParkHaus Stechlin, das mit seiner Erlebnisausstellung sowie dem Sinnesgarten einen guten Einblick in die Besonderheiten dieses Naturraumes gibt. Von Menz aus sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Neuglobsow, das direkt am Ufer des Stechlinsees liegt.

Falk Herrmann/Shutterstock.com

Der Weg zum See führt am traditionellen Landgasthof „Fontanehaus“ vorbei, wo Theodor Fontane bereits unter Lindenbäumen gesessen hat. Guten Appetit! Mehr Infos gibt es hier.

Klettern mit den Kleinen im Harz

Urlaub muss vor allem eins sein: erholsam – und spannend, abwechslungsreich, abenteuerlich und, und, und … Eltern können ein Lied davon singen, wie es ist, den Erlebnishunger von Kindern zu stillen. Bad Harzburg könnte da Abhilfe schaffen. Eingebettet zwischen Naturpark Harz und dem Nationalpark Harz bietet es die Möglichkeit für Eltern und Kinder, bei einem Wochenendausflug gemeinsam die Natur zu entdecken. Auf dem Baumwipfelpfad HARZ können große und kleine Naturerforscher wie ein Eichhörnchen auf bis zu 26 Metern Höhe durch die Baumkronen im Kalten Tal flitzen. An den 50 Erlebnisstationen des 1.000 Meter langen Pfades erhalten sie dabei Einblicke in Waldleben, Umwelt und Naturgeschichte. Vom Urknall über die Entstehung des Menschen führt der Weg die Besucher durch die Baumwipfel in die heutige Flora und Fauna des Harzes.

Baumwipfelpfad Harz

Mit dem Schlauchboot auf Schlössertour in Sachsen

Ob thronend auf der steinernen Mauer einer mittelalterlichen Burg oder rastend auf einer Decke am Ufer der Mulde – auf 100 Flusskilometern bietet das Tal der Schlösser und Burgen Zeit zum Chillen. Wo einst Mühlen klapperten, erfüllt heute das Sirren von Speichen die Luft, schwirren Wortfetzen vorbei und hört man schon von weitem Fahrrad-Geklingel. Auf der Mulde selbst gehören Schlauchboote und Kajaks zum Anblick.

Milosz_G/Shutterstock.com

Radfahrern und Wanderern gehören die Dübener und die Dahlener Heide, der Wermsdorfer Wald und die Flussauen der Mulde. Interessant sind auch die alten Schlösser und Burgen, die man bei einem Wochenendausflug entdecken kann: Gnandstein, Mildenstein und Kriebstein, Basilika Wechselburg und Rochsburg, Schloss Rochlitz und Schloss Colditz, Kloster Nimbschen und Kloster Buch. Ein sehenswertes Städtchen ist Grimma an der Mulde, einstiger Sommersitz von Georg Joachim Göschen, Verleger von Lessing-, Goethe- und Schiller-Werken. Wem das zu lahm ist, sollte einen Blick auf das am 7. Mai startetende »Neiße-Adventure-Race« werfen; das härteste und östlichste Spaßrennen Deutschlands. Bereits zum achten Mal gehen Teams in den Disziplinen Run, Bike Parcour, Ski und Boat entlang der Neiße an den Start, Kinder-Mannschaften können den Parcour an Hüpfburgen bewältigen. www.neisse-adventure-race.de

Mit dem Motorrad durch die Eifel düsen

Mit dem Motorrad durch die Eifel? Wer bisher bei der Eifel nur ans Wandern gedacht hat, wird überrascht sein, denn die Region hat auch für Motorradfahrer etwas zu bieten. Kurvenreiche Strecken versprechen Fahrspaß pur, dazu die Aussichten während der Touren: Die Eifel verändert sich von Kilometer zu Kilometer. Wer gerne alleine unterwegs ist, kann sich easy treiben lassen und selbst passende Routen zusammenstellen. Oder man schließt sich einem der Tour-Guides an, die ganz unterschiedliche Thementouren anbieten. So erkundet man gemeinsam zum Beispiel die Maare und Geologie der Vulkaneifel, römische Straßen, Wasserleitungen und Bauwerke oder die urzeitlichen Felsgebilde der Südeifel. Das gemütliche Fahren und Erleben der Landschaften steht dabei im Vordergrund. Die motorradfreundlichen Gastgeber haben sich im Routenteam »Eifel-Motorrad« zusammengeschlossen und bieten in Hotels und Ferienwohnungen sowie auf Campingplätzen passende Unterkünfte für den Wochenendausflug.

Durch altes Keltenland marschieren

Das Wandern ist des Müllers Lust. Hört man zumindest immer wieder in der Rhön. Dort kann man unter anderem prima über die zwei nördlichsten Basaltkuppen auf dem Keltenpfad wandern.

Karl-Georg Müller

Er berührt an vielen Stellen die etwa 2500 Jahre alten Überreste keltischer Befestigungsanlagen. Auf Infotafeln kann man viel Interessantes über keltische Funde und das Leben der Kelten in der Region erfahren. Die sanften Hügel mit den Buchenwäldern erinnern an das alte »Buchonia«, wie das Gebiet der Rhön früher hieß. Der Panoramablick vom Gipfel des Öchsenbergs gehört zu den Höhepunkten der Tour. Der Welt der Kelten begegnet man auch auf der Extratour Milseburg. Ein archäologischer Lehrpfad erklärt, wie die keltischen Bewohner hier einst siedelten. Vorbei an Basaltfelsen führt der Weg auf den Gipfel der Milse-burg mit der markanten Kreuzigungsgruppe und der Gangolfskapelle. Tipp: Urig ist die Atmosphäre in der Milseburghütte mit Bewirtung.

Schluchsee und Titisee: Chillen mit Schwarzwald-Panorama

Mitten im Hochschwarzwald, nicht weit voneinander entfernt, liegen der Schluchsee und der Titisee. Der Schluchsee ist nicht nur der größte See im Schwarzwald, er zählt auch zu den höchstgelegenen Stauseen in Deutschland.

Schluchsee

Simon Dannhauer/Shutterstock.com

Der ehemalige Gletschersee hat sich zu einem Wassersportzentrum im Schwarzwald entwickelt. Neben Angeln, Surfen, Tauchen oder Segeln können sich Wasserratten bei warmen Temperaturen in einem der saubersten Badeseen Deutschlands auch einfach nur abkühlen. Im Titisee badet man mit Blick auf den Feldberg. Der Bergsee ist nicht nur ein cooles Ausflugsziel für einen Wochenendausflug, sondern eignet sich zum Schwimmen, Planschen und Baden. Schönstes Schwarzwald-Panorama inklusive.

Mannheim: Stadt als Galerie entdecken

Mannheims kreative Szene hat sich in den letzten Jahren mit trendigen Szenevierteln interessant weiterentwickelt. Eines davon ist die Open Urban Art Gallery »Stadt.Wand.Kunst«. Sie funktionierte Mannheims graue Mauern in ein begehbares Museum um. Seit 2013 verwandeln jeden Sommer internationale Streetart-Künstler den Stadtraum in ein Experimentierfeld für Fassadenkunst. An verschiedenen Standorten werden ganze Hausfassaden dauerhaft in urbane Kunstwerke verwandelt; vom Kulturzentrum bis zum Hochhaus. Auch 2017 sind wieder bis zu vier neue Murals geplant, wie die großformatigen Wandgemälde genannt werden. Graue Hauswände dürften in Mannheim damit schon bald der Vergangenheit angehören.

Alexander Krziwanie

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