Wir haben einen heißen Anwärter auf die Nachfolge des skandinavischen Hygge-Trends gefunden. Er kommt aus Kroatien und nennt sich Fiaka: eine entspannte Stimmung vollkommener Zufriedenheit. Dieses Gefühl erreicht man, wenn man eine der fünf unbekannten Inseln in Kroatien besucht, die wir hier vorstellen – oder am besten von Insel zu Insel hüpft. Also nichts wie los. Text: Claudia Kickel

Dugi Otok – die lange Insel

Sowohl die Römer als auch die heutigen Touristenströme haben diese schöne Insel weitgehend übersehen, und das kommt ihr bis heute zugute. Dugi Otok bietet Platz und Ruhe – sogar im Hochsommer. Übersetzt bedeutet Dugi Otok »lange Insel«. Sie misst 45 Kilometer Länge, dagegen nur vier Kilometer an ihrer breitesten Stelle. Malerische Bergdörfer wie Dragove und kleine Fischerdörfer wie Sali und Bozava durchziehen die Landschaft und lassen sie wie ein Gemälde wirken.

Fenster in einem Haus in Kroatien

Frederik Frydendal/Pixabay

Im südlich gelegenen Telascica-Naturpark wartet ein wunderschönes Panorama über die Adria sowie der traumhaft weiße Kieselstrand von Sakarun. Was du dort gänzlich vermissen wirst? Verkehr, Menschenmassen und Lärm. Wer in der Nähe von Zadar Urlaub macht, kann Dugi Otok auch mit der Fähre oder dem Katamaran erreichen und ganz einfach einen Tagestripp daraus machen.

Telascica Nationalpark in Kroatien

Ilija Ascic/Shutterstock.com

Vis – ganz schön abgelegen

Vis, die abgelegenste kroatische Insel, ist bekannt für ihre Vielzahl an fantastischen Fischrestaurants. Segler, die hier anlegen, lassen sich in der »Villa Kaliopa«, im Restaurant »Pojoda« oder im »Roki’s« im Landesinneren herrlich frischen Fisch und Meeresfrüchte schmecken. Schließlich ist besonders dalmatinisches Peka ein kulinarisches Highlight der Insel. Bei diesem Gericht wird der Tintenfisch (oder auch jegliche Fleischsorte) in einem gusseisernen Topf in der Glut einer Feuerstelle langsam gegart.

Fisch liegt auf einem Tisch

Ratapan Anantawat

Die alten Griechen besiedelten Vis im vierten Jahrhundert v. Chr., angezogen von fruchtbarem Land und geschützten Buchten. Unter jugoslawischer Herrschaft war die Insel ein militärischer Marinestützpunkt, der für Ausländer gesperrt war.

Insel Vis in Kroatien

Xbrchx/Shutterstock.com

Dank der abgeschiedenen Lage blieb Vis vom Massentourismus weitestgehend verschont, und das spiegelt sich heute auch in der Restaurantkultur wider: Die vielen kleinen Familienrestaurants der Insel bieten überwiegend biologische Produkte an.

Mljet – eines der letzten Paradiese

In seiner Odyssee schwärmt Homer von dieser mit Aleppokiefern und Steineichen bewachsenen Insel, genauso wie der World Wide Fund for Nature, der sie zu einem der letzten Paradiese im Mittelmeer ernannt hat. Das nördliche Drittel von Mljet umfasst den Mljet-Nationalpark, in dem zwei miteinander verbundene türkisfarbene Salzwasserseen inmitten dichter Wälder liegen.

Vogelperspektive auf Insel Mljet in Kroatien

Novak.elcic/Shutterstock.com

Pomena, der Eingang zum Park, ist nur 80 Minuten mit dem Katamaran von Dubrovnik entfernt. Vom Montokuc aus hat man einen wunderschönen Blick auf die duftenden Kiefern und die silberblaue Adria. Der Veliko Jezero See lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden. In der Mitte des Sees erhebt sich eine winzige Insel, auf der ein Benediktinerkloster aus dem zwölften Jahrhundert steht. Es kann ganz einfach mit dem Boot besucht werden.

Kornati-Inseln – so viele Inseln zur Wahl

Der Kornati-Nationalpark umfasst 89 größtenteils unbewohnte Inseln und Riffe und ist benannt nach Kornat, der größten Insel der Gruppe. Entsprechend fühlt man sich auf einer Segeltour durch den Nationalpark dem Paradies ganz nah.

Luftaufnahme Kornati-Inseln Kroatien

Mrljafoto/Shutterstock.com

Viele Yachten werfen in einer der zahlreichen Buchten ihre Anker zum Sonnenbaden, Schlummern und Schnorcheln. Dabei sind sieumgeben von den herrlichen Blautönen des Meeres und des Himmels. In einigen Buchten gibt es kleine Lokale, zum Beispiel das Fischrestaurant Konoba Darko Striznja, das von Fischer Darko Simat geführt wird. Wer vorher anfragt, kann ihn sogar auf einen seiner frühmorgendlichen Angelausflüge begleiten.

Korčula – wie im Mittelalter

Die Altstadt von Korčula liegt auf einer kleinen Halbinsel in Süddalmatien, umgeben von mittelalterlichen Stadtmauern. Mit ihren Steintreppen, edlen Palazzi und der Markuskathedrale im Gotik-Renaissance-Stil sieht diese historische Hafenstadt so aus, als hätte sie sich kaum verändert, seit Marco Polo zu seinen Reisen in den Orient aufbrach. Man sagt, er sei hier geboren – jedoch ist das bis heute nicht bestätigt.

Moreska, eine spezielle Art des Schwerttanzes, der einen Kampf symbolisiert, wird hier seit dem 15. Jahrhundert aufgeführt.

Schwerttanz Kroatien

Stjepan Tafra/Shutterstock.com

Außerhalb der Stadt, vorbei an Pinienwäldern, Weinbergen und Olivenhainen gibt es zwei schöne, rustikale Agrotourismus-Lokale. Im Konoba Maha und Konoba Mate werden aus einheimischen Produkten hergestellte Inselspezialitäten angeboten. Wer dagegen den lokalen Weißwein Posip probieren möchte, besucht am besten das familiengeführte Weingut Toreta Winery in Smokvica.