An der Playa Blanca auf Lanzarote lässt es sich in Europas erstem Unterwassermuseum prima tauchen. Hier erwartet den »Kunstinteressierten« eine riesige Sandfläche in 12 bis 15 Metern Tiefe, auf der dreihundert lebensgroße Skulpturen stehen. Text: Gerald Nowak

Ein Museum für Taucher und Schnorchler

Am Meeresgrund in der Bucht Las Coloradas vor der Playa Blanca im Süden Lanzarotes hat der Unterwasser-Skulpturenkünstler Jason DeCaires Taylor einen weiteren Skulpturenpark erschaffen. Es ist bereits sein drittes Projekt. Bekannt sind die Werke des britischen Visionärs aus Granada (2006) und Yukatan (2009).

Jason DeCaires Taylor

Gerald Nowak

Wer sie hautnah erleben möchte, sollte ein Tauchgerät anlegen. Schnorchler können jedoch auch einen Blick von oben darauf werfen. Aber nur bei exzellenter Sicht, denn die Kunst befindet sich in 15 Metern Tiefe. Ein leichter Sturm reicht und die feinen Sedimente des Sandgrundes verschleiern den Blick.

Jason DeCaires entwarf die Figuren mit seinem Team und hat bereits mehr als 300 Skulpturen versenkt. Darunter auch ein Mahnmal: »refudee boat«. Skulpturen von Flüchtlingen, die sehnsüchtig in die Ferne schauen, übermüdet und verzweifelt nach Rettung Ausschau halten.

Skulpturen unter Wasser

Gerald Nowak

Kunst im Meer an der Playa Blanca auf Lanzarote

»Ich wollte für diejenigen ein Denkmal setzen, die die Flucht nicht geschafft haben. Deren Träume und Hoffnungen am Boden des Meeres endeten«, sagt der britische Künstler und nennt seine Skulpturensammlung »Balsa de Lampedusa«. »Die Verteidigung des Ozeans« ist das Thema seiner Ausstellung. Es sollen bis zu 400 Skulpturen werden, die an die schrecklichen Leiden der Flüchtlinge weltweit erinnern werden. Nicht weit von der provokativen Flüchtlingsboot-Skulptur wird beispielsweise ein Paar zu sehen sein, das ein Unterwasser-Selfie aufnimmt. Das Areal ist nach Fertigstellung zirka 2.500 Quadratmeter groß.

Skulpturengarten Lanzarote

Gerald Nowak

Die Skulpturen werden in seinem Atelier direkt an der Bucht von Las Coloradas auf einer riesigen Terrasse gefertigt. Dazu formt er mit Silikon die Körper von echten Menschen ab und gießt diese Formen mit einer Spezialmischung aus meerwasserbeständigem, PH-neutralem Beton aus. Teilweise wird der Beton mit geschredderten Plastikteilen angereichert. Dadurch entsteht eine sehr raue Oberfläche an den Skulpturen, die von den Meereslebewesen gerne angenommen wird.

Bereits nach wenigen Tagen sind die Artefakte mit Algen, Würmern und anderen Meeresbewohnern überzogen. An Metallketten werden die Kunstwerke vom Boot ins Wasser abgelassen und auf dem Grund verankert. Der Künstler will dabei auch einen Bezug zu Lanzarote herstellen. Viele der gezeigten Menschen sind den Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln nachempfunden.

Infos zur Anreise, zum Übernachten und zum Unterwassermuseum

Bis zu 400 Skulpturen auf 2.500 Quadratmeter in der Bucht von Las Cloradas im Süden Lanzarotes in einer Tiefe von 12-15 Metern Sandgrund. Mehr Infos gibt es auf der Website und auf Facebook.

Skulpturen unter Wasser auf Lanzarote

Gerald Nowak

Hinfliegen. Ab Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es viele Direktflüge nach Lanzarote. Mit Condor (20 kg Tauchgepäck für 54,99 Euro pro Strecke). Mehr Beinfreiheit in der Premium Economy Class bietet eine angenehme Anreise und mehr Freigepäck (10 kg Handgepäck, 25 kg aufgegebenes Gepäck).

Übernachten. Club La Santa, im Westen der Insel. Ein Club weit ab der Zentren, jedoch sind alle Orte der Insel mit dem Mietauto in weniger als 40 Minuten zu erreichen. Club La Santa Reisen GmbH, Tel: 040/551 00 34. Generell gilt: Ob man lieber in Puerto del Carmen oder Playa Blanca wohnen möchte, kommt darauf an, was man sonst noch von der Insel sehen möchte. Playa Blanca ist näher zum Museo Atlantico, Puerto del Carmen ideal für alles andere auf der Insel. Unterkünfte gibt es von sehr einfach bis luxuriös. Idealerweise bucht man über die ausgewählte Tauchbasis, denn die kennen die besten Unterkünfte.

Eingetaucht: Um am Unterwassermuseum tauchen zu können, muss man sich eine der vielen Tauchbasen aussuchen, die es Vorort gibt. Hier ein paar Beispiele:

 

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