Neben dem Vulkanismus, der die Kanareninsel maßgeblich prägte, trug der Künstler César Manrique zum heutigen Erscheinungsbild Lanzarotes bei. So war er stets darauf bedacht, Kunst und Natur harmonisch zu vereinen. Welche Sehenswürdigkeiten und Plätze besonders lohnenswert und gut auf eigene Faust zu erkunden sind, zeigen unsere acht Tipps – was man auf Lanzarote erlebt haben muss.

Tipp 1: Spaziergang in die Inselhauptstadt

An Lanzarotes Kreuzfahrthafen »Muelle de los Mármoles« angelandet, bietet sich ein Abstecher ins Zentrum von Arrecife an – entweder zu Fuß (rund 30 Gehminuten) oder mit dem kostenlosen Shuttlebus. Arrecife hat rund 50.000 Einwohner. Sie ist damit eine der größten Städte der Kanaren. Die Hafenstadt wurde einst als Fischerdorf gegründet, noch heute erinnern zahlreiche Orte daran.

In der Fußgängerzone Calle León y Castillo finden sich zahlreiche Bars, Boutiquen und Restaurants. Besonders sehenswert ist die angrenzende Lagune Charco de San Ginés mit ihren bunten Fischerbooten. Daneben dominieren zwei Festungen das Stadtbild. Das Castillo de San Gabriel diente einst als Verteidigungsposten gegen Piratenangriffe und beherbergt heute das Stadtmuseum. Im Castillo de San José weiter nördlich ist das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht. Dauer: etwa 4 Stunden.

Kirche in Arrecife auf Lanzarote

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Tipp 2: Auf Spuren César Manriques wandeln

Mit 62 Kilometer Länge und 20 Kilometer Breite lässt sich Lanzarote gut an einem Tag entdecken. Auf die Spuren von Künstler César Manrique begeben sich Urlauber bei einer Tour durch den Inselnorden. Die erste Etappe führt zum Jardín de Cactus mit seinen mehr als 450 verschiedenen Kakteenarten.

Frau steht in der Cesar Manrique Foundation auf Lanzarote und blickt auf die Kakteenlandschaft

Ferran Feixas

Anschließend geht’s zu den Vulkanhöhlen Cueva de Los Verdes und Jameos del Agua. In letzteren legte Manrique unter anderem eine künstliche Lagune mit Südsee-Kulisse an. Der Höhepunkt erwartet Besucher am Mirador del Río im Famara-Massiv: Von der Aussichtsplattform reicht der Blick bis zum Nachbar-Eiland La Graciosa. Dauer: etwa 4 bis 6 Stunden.

Tipp 3: Tour durch die Vulkanlandschaft

Als Insel der Vulkane hat sich Lanzarote weit über die Grenzen Spaniens hinaus einen Namen gemacht. Die Südroute verläuft zunächst durch das Weinbaugebiet La Geria zum Nationalpark Timanfaya. Über die kilometerweite Lavalandschaft erstrecken sich bizarre Felsformationen, gewaltige Kraterlöcher und mehr als 30 Vulkankegel.

Lanzarote Tipps: Der Nationalpark Timanyafa

Thibault Mokuenko

Danach folgen Ausflügler dem Westufer. Vorbei an der grünen Lagune El Golfo erreichen sie die zerklüftete Küste von Los Hervideros, wo meterhohe Wasserfontänen durch die Felsspalten emporschießen. Dauer: etwa 5 Stunden.

Tipp 4: Bike- oder Wanderausflug

Alternativ erkunden Tagesgäste Lanzarote zu Fuß oder per Bike. Inzwischen gibt es ein rund 385 Kilometer großes Radnetz auf der Insel – von der gemütlichen Anfängerstrecke bis zum anspruchsvollen Ironman-Bergtrail. Ein zwölf Kilometer langer Weg führt beispielsweise von Arrecife immer am Meer entlang bis zum Ferienort Puerto del Carmen. Bikes können ab 15 Euro pro Tag ausgeliehen werden, begleitete Wanderungen sollten Entdecker im Voraus buchen, Dauer: etwa 2 Stunden.

Einer der populärsten Trails auf der Insel ist die Ruta de Guinate. Sie startet im Ortsteil Ye in dem Städtchen Haría. Es handelt sich um einen Rundweg, der den Vulkan La Corona und das Höhlensystem der Jameos del Agua durchquert. Alternativ können auch nur einzelne Abschnitte der Route begangen werden. Dauer für die gesamte Route: bis zu acht Stunden.

Wandern auf Lanzarote

Turismo Lanzarote

Tipp 5: Kurzurlaub am Strand

Wer lieber entspannen möchte, hat die Wahl zwischen ungefähr 70 Stränden – die meisten davon mit hellem Sand. Als besonders schön gelten die Playas de Papagayo nahe Playa Blanca im Inselsüden. Insgesamt sieben windgeschützte Buchten, durch Lavafelsen voneinander getrennt, reihen sich entlang des Küstenstreifens aneinander. Allesamt unter Naturschutz stehend, haben sie ihren ursprünglichen Charakter bis heute beibehalten – Hotels oder Pensionen sind dort nicht zu finden. Zudem ist das Wasser glasklar. Dauer: beliebig.

Feiner Muschelstrand und türkisfarbenes Wasser auf der Kanareninsel La Graciosa

Turismo Lanzarote

Tipp 6: Abstecher zum Charco de los Clicos

Auf Lanzarote befindet sich einer der spektakulärsten Naturschätze der Kanaren – der Charco de los Clicos, zu Deutsch meist Grüne Lagune genannt. Der smaragdgrüne Felsenpool ist in einen Vulkankrater an der Westküste der Insel eingebettet und wird an allen Seiten von beeindruckenden Klippen umrahmt. Die intensive grüne Farbe der Lagune entsteht durch Algen, die sich am Boden sammeln. Der Kontrast zwischen dem grünen Wasser, dem schwarzen Sand und dem hellblauen Himmel schafft ein einzigartiges Fotomotiv. Dauer: rund 2 Stunden.

Charco de los Clicos auf Lanzarote

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Tipp 7: Durch das Dorf Yaiza flanieren

Das Dorf Yaiza, das sich im Süden der Insel befindet, besticht durch seinen einzigartigen Charakter und außergewöhnlichen Zustand. Die Bewohner des Dorfes legen nämlich großen Wert darauf, dass es hier sehr gepflegt aussieht. Der Ort hat nicht umsonst schon viele Auszeichnungen für seine Schönheit erhalten. Die Weißtöne der Häuser kontrastieren deutlich mit den Ocker- und Schwarztönen der vulkanischen Landschaft. Nicht nur das: Die Straßen sind vielerorts mit Blumen verziert, und zwischendrin befinden sich wunderschöne Gärten. Besucher finden während eines Spaziergangs durch die Gassen Erholung und Entschleunigung. Manch einer sagt gar, wer einmal in Yaiza war, kann sich von dem Ort nur schwer wieder lösen. Dauer: rund zwei Stunden. Wer etwas essen mag, schaut im Restaurant La Era vorbei. Es befindet sich in einem über 300 Jahre alten Landsitz und wurde von César Manrique gestaltet.

Straße und Häuser in Yaiza, Lanzarote

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Tipp 8: Lanzarotes Wein probieren

Die Vulkanerde von Lanzarote braucht eine ganz spezielle Anbaumethode. Im Weinbaugebiet La Geria im Inneren der Insel wachsen einzelne Reben in Mulden schwarzer, fruchtbarer Lavaasche, so weit das Auge reicht. Dadurch wird selbst der geringste Wassertropfen gespeichert. Nicht nur das: Halbrunde Steinmauern um jeden Minikrater bieten Schutz vor Wind. Das Museum of Modern Art in New York City hat diese Landschaft in den 1960er-Jahren sogar zum Gesamtkunstwerk erklärt, da sie so surreal wirkt. Am besten kann man das Gebiet entlang der Weinroute erkunden. Dort gibt es mehrere Weingüter, die zu einer Degustation einladen. 

Vulkanlandschaft

Andreas Dauerer

Weitere Informationen über die Orte auf der Insel, die man gesehen haben muss, hält die Website des Tourismusamtes von Lanzarote bereit.