Utah ist ein echtes Paradies für Outdoor-Fans – und der beste Weg, um im Sommer den Staat zu entdecken, ist ganz simpel zu Fuß. Das sind die schönsten Trails zum Wandern in Utah. Text: Verena Wolff

Egal, ob in den weltberühmten Nationalparks, in der Wüste oder in den Bergen, Wanderwege gibt es überall. Einige von ihnen sind für echte Hiking-Experten, sie dauern mehrere Tage und brauchen gute Ausrüstung sowie Erfahrung beim Wandern im Gelände. Andere wiederum sind ausgedehnte Spaziergänge in traumhaftem Terrain. Neugierig geworden? Wir stellen die schönsten Wege zum Wandern in Utah vor!

Die Landschaft reicht von grasigen Hügeln nahe Salt Lake City über gigantische Slot-Canyons, hügelige Plateauebenen mit uneingeschränktem Weitblick auf pittoreske Landschaften bis zu anspruchsvollen Klettersteigen. An eines sollte man, vor allem als Flachländer, immer denken: Der Staat liegt insgesamt recht hoch. Schon die Hauptstadt liegt auf knapp 1300 Metern Höhe, in den Bergen geht es mitunter auf mehr als 4000 Meter. Akklimatisierung ist also notwendig – und selbst dann ist man manchmal kurzatmig unterwegs.

Wandern im Antelope Island State Park

Schon im Antelope Island State Park, der mitten im Großen Salzsee und nur knapp 80 Kilometer von Salt Lake City entfernt liegt, hat man die Qual der Wahl. Bereits die Fahrt mit dem Auto ist spektakulär, denn die Kulisse besteht aus dem See und den Wasatch- und Oquirrh-Gebirgsketten im Hintergrund. Es gibt ganz kurze Wanderungen im Park, etwa die zum Buffalo Point.

Wandern in Utah: Begegnung mit einem Buffalo

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Nur einen guten Kilometer lang ist der breite Weg, von dem aus man nicht nur den See bestens sehen kann, sondern normalerweise auch ein paar grasende Büffel vor die Kamera laufen.

Knapp fünf Kilometer lang ist die Wanderung zum Dooley Knob, der insgesamt höher liegt als der Buffalo Point. Auch dieser Weg ist so einfach, dass man gut Kinder mitnehmen kann – und auch hier ist es nicht selten, dass man Büffel, Antilopen, Schafe und Hirsche zu Gesicht bekommt. Schwieriger ist schon der knapp zehn Kilometer lange Weg zum Frary Peak, dem höchsten Berg auf Antelope Island. Vor allem der letzte Anstieg ist steil. Zum Gipfel führen Treppenstufen, die in die Berge geschlagen wurden. Belohnt werden Wanderer für ihre Strapazen mit einem einzigartigen Ausblick.

Cottonwood Canyons

Im Winter sind in den Cottonwood Canyons Richtung Park City zahlreiche Skigebiete von Weltruf, darunter Alta, Solitude und Snowbird. Vom späten Frühling bis in den Herbst hinein ist hier aber Wandern angesagt: Der White Pine Lake Trail ist ein felsiger Pfad mit einer wunderschönen Aussicht auf den Little Cottonwood Canyon.

Wandern in Utah: Blick auf die Natur im Cottonwood Canyon

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Mitten in der Berglandschaft befindet sich ein grün-blauer Gletschersee, der jeden Schnappschuss gleich nochmal so schön macht. Eine anspruchsvolle Wanderroute verläuft über den Guardsman’s Pass durch Espenwälder, Kiefergruppen und Bergwiesen. Mehr Infos hier.

Natural Bridge Monument

Das Natural Bridge Monument im Südosten des Bundesstaats war Utahs erstes »Nationales Monument« und befindet sich in einem Gebiet, in dem heute noch Spuren der Ureinwohner Nordamerikas zu finden sind. Drei Naturbrücken haben Wasser und Wind aus den Steinen geformt, die Landschaft kann man auf den verschiedensten Wanderwegen erkunden.

Wandern in Utah: Natural Bridge Monument

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Der Natural Loop Trail etwa schlängelt sich am Fuß der White und Armstrong Canyons entlang und verbindet auf einer Strecke von knapp 14 Kilometern alle drei Brücken. Auf dem Weg kann man mythischen Felsenzeichnungen und Ruinen der früheren Unterkünfte der Anasazi-Indianer sehen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Capitol Reef Nationalpark

Nicht weit entfernt ist der Capitol Reef Nationalpark – der ist zwar im Allgemeinen weniger in Sachen Wandern in Utah bekannt, aber ebenso spektakulär wie viele andere Parks in dem Mormonenstaat.

Capitol Reef National Park

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Der Vorteil: Die Gegend rund um die Waterpocket Fold, eine geologische Falte in der Erdoberfläche, ist noch vergleichsweise unberührt, auch wenn viele Touristen unterwegs sind. Beliebt, weil recht einfach ist die rund 3,5 Kilometer lange, einfach Wanderung zur Hickmann Bridge. Beeindruckend ist der Hike zum steinernen Cassidy Arch, wo man viel von der abwechslungsreichen Landschaft sieht. Ein tolles Motiv für ein Instagram-Post.

Grand Staircase Escalante National Monument

Ebenfalls nicht allzu bekannt ist Coyote Gulch im Escalante Grand-Staircase National Monument. Dieser Weg ist von verschiedenen Startpunkten aus zugänglich und führt an wunderschönen Wasserfällen, Steinbögen und Wandmalereien der amerikanischen Ureinwohner vorbei.

Lower Calf Creek Falls, Grand Staircase Escalante National Monument, Utah

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Besonders schön leuchten die Navajo-Sandsteine im weichen Licht zu Tagesbeginn und zum Sonnenuntergang. Den Trail kann man mit verschiedenen Wegen kombinieren und entweder eine Tages- oder eine mehrtägige Wanderung unternehmen.

Flusswandern in den Narrows

Kein Geheimtipp, aber dennoch eine Wanderung wert ist der Trail »The Narrows« im Zion Nationalpark. Hier wandert man mehrere Kilometer durch das Flussbett des Virgin Rivers durch den imposanten Canyon. Die Eindrücke in dieser einzigartigen Landschaft werden immer unwirklicher, je tiefer man in den Canyon vordringt.

Zion Canyon, with the virgin river, from above and Angels Landing, USA

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Übrigens: In Utah gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man geführte Tages- oder Mehrtagestouren inklusive Ausrüstung buchen kann. Und: Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält: Es gibt kein Alkoholverbot in dem Mormonenstaat. Man kann nach einer abwechslungsreichen Wanderung nicht nur ein kühles Bier genießen, sondern auch bei einer der zahlreichen Brauereien vorbeischauen und die Erzeugnisse dort probieren.

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