Kaum ein Ort auf der dieser Welt wirft so viele Vorstellungen vom Paradies in die Waagschale wie die Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik. Allen voran Antigua. Es locken türkisfarbenes Wasser, von Palmen umsäumte Puderzuckerstrände, Highend-Luxushotels, ein Segelparadies und – Überraschung – einige historische Sehenswürdigkeiten. Unser Reise-Guide für die Karibikinsel Antigua.

Zuallererst: Auch in Guatemala gibt es eine Stadt mit dem Namen Antigua, die wegen ihrer grandiosen kolonialen Architektur Weltkulturerbe und beliebtes Touristenziel ist. Bei der Recherche und Buchung von zum Beispiel Unterkünften solltet ihr also immer darauf achten, dass mit Antigua auch wirklich die Karibikinsel gemeint ist!

Anreise. Condor fliegt zwischen November und April einmal wöchentlich (montags) nonstop nach Antigua. Die Flugzeit beträgt offiziell 9 Stunden und 40 Minuten. Für den Hin- und Rückflug ist man ab 460 Euro dabei.

Deutlich umständlicher wird es zwischen Mai und Oktober. Zwar fliegen auch andere europäische Airlines nach Antigua, allerdings müsst ihr dann in Paris (mit Air France) oder Amsterdam (mit KLM) und (!) in St. Martin umsteigen. Wenn ihr mit British Airways fliegt – immerhin auch nonstop von Europa nach Antigua –, solltet ihr unbedingt beachten, dass die Flüge ab London am Flughafen Gatwick starten – von Deutschland aus fliegt British Airways allerdings nur nach London-Heathrow und London-City. Ihr müsst dann innerhalb Londons den Flughafen wechseln. Ein Ticket für den Hin- und Rückflug ist bei British Airways ab ca. 600 Euro zu haben.

Condor-Flugzeug auf dem Anflug auf die Insel Antigua

Einreise. Ihr benötigt einen Reisepass, der mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein muss. Ein Visum ist nicht notwendig, sofern ihr euch nicht länger als 90 Tage auf der Insel aufhalten werdet.

Konsulat. In Antigua gibt es keine deutsche Botschaft, wohl aber einen Honorarkonsul. Die Adresse lautet: Monk’s Hill 13, St. Paul’s English Harbour, die Mobilfunktelefonnummer ist +1 268 7205452.

Flughafen. Es gibt nur einen Flughafen auf der Insel, den VC Bird International Airport. Er liegt rund sechs Kilometer nordöstlich der Hauptstadt St. John’s. Im Flugzeug wird euch in der Regel ein Zollformular ausgehändigt, das ihr bei der Einreise ausgefüllt vorzeigen müsst.

Tipp: Übernachten im Sandals Grande Antigua Resort & Spa

Unterkunft. Das Sandals Grande Antigua Resort & Spa gehört zu den führenden Hotels auf der Insel. Die Fünf-Sterne-Unterkunft bietet eine ausgezeichnete All-inclusive-Verpflegung – allerdings ausschließlich für Paare!

Sandals-Resort-Anlage in Antigua

Frank Störbrauck

Die Anlage befindet sich im Nordwesten der Insel, gelegen an der Dickenson Bay. Bis zum VC Bird International Airport sind es 12 Kilometer, die Zeit für den (für Gäste kostenlosen) Transfer beträgt je nach Verkehr rund 20 Minuten.

Die Hotelanlage ist ziemlich groß, die 373 Zimmer verteilen sich auf zwei Bereiche: den »Caribbean Grove« und das »Mediterranean Village«. Kulinarisch stehen euch elf Restaurants und sieben Bars & Cocktail-Lounges zur Verfügung.

Vor dem Sandals Resort auf Antigua erstreckt sich ein Traumstrand der Superlative.

Sandals Resorts International (SRI)

Von den Restaurants bietet nur eins am Abend ein Buffet. Außerdem im Angebot: sechs Pools, Hobbie Cats, Paddle Board, Kayak, Schnorcheln, Tauchen, Windsurfen, Fitness Center, Tennis, Beach Volleyball, Tischtennis und Billard. Bei den World Travel Awards 2018 wurde das Resort zum vierten Mal in Folge zum romantischsten Resort der Karibik ausgezeichnet. Die Einstiegszimmerkategorie ist ab 218 Euro pro Nacht buchbar.

Im Sandals Resort auf der Karibikinsel Antigua geht es romantisch zu – das Resort ist exklusiv für Paare.

Sandals Resorts International (SRI)

Das ganze Jahr über tropische Temperaturen

Reisezeit. In Antigua herrscht zwischen Weihnachten und Ostern Hochsaison. Dann ist das Hotelpreisniveau recht hoch. Die geringste Regenmenge fällt im März und April, am häufigsten schüttet es zwischen September und November. Warm, besser gesagt heiß, ist es das ganze Jahr über. Die Temperaturen bewegen sich durchschnittlich zwischen 28 und 32 Grad Celsius. Wer sich vor Tropenstürmen fürchtet, sollte sich vorher gut informieren.

Strand vor dem Sandals Resort in Antigua

Frank Störbrauck

Zeitverschiebung. Wenn es bei uns im Winter 18 Uhr am Abend ist, ist es in Antigua erst 13 Uhr am Mittag – der Unterschied beträgt also minus 5 Stunden zur MEZ. Während unserer Sommerzeit beträgt der Unterschied minus 6 Stunden.

Sprache. Mit Englisch kommt ihr ohne Probleme auf der Insel zurecht. Allerdings sprechen die Einheimischen einen speziellen Dialekt, weshalb man zumindest anfangs konzentriert hinhören muss.

Männer in Antigua spielen Domino

Antigua and Barbuda Tourism Authority

Währung. In Antigua wird mit dem ostkaribischen Dollar bezahlt. Ein Dollar sind aktuell 0,32 Euro – also am besten alles durch drei dividieren. Fast überall auf der Insel könnt ihr aber auch mit US-Dollar bezahlen. Auch die Zahlung mit Kreditkarte ist auf der Insel problemlos möglich.

Steckdosen. Nehmt unbedingt einen USA- oder Universal-Adapter mit nach Antigua. Eure deutschen Stecker passen nicht.

Antigua versprüht Karibik-Flair pur.

Lux Blue/Shutterstock.com

Achtung, Linksverkehr!

Straßenverkehr. In Antigua herrscht Linksverkehr. Das Straßennetz ist ordentlich bis gut ausgebaut. Auf den zweispurigen Hauptverkehrsstraßen kommt ihr gut zurecht, sobald es auf die Nebenstraßen geht, dürft ihr euch auch mit Schlaglöchern vertraut machen. Auch Schotterpisten sind dann möglich.

Wollt ihr euch ein Auto mieten, um auf eigene Faust die Insel zu erkunden, müsst ihr vor Ort bei der Mietwagenfirma oder der Polizei einen sogenannten Urlaubsführerschein beantragen. Dieser kostet rund 50 ostkaribische Dollar. Nehmt dazu unbedingt euren deutschen Führerschein mit.

Landstraße in Antigua

Antigua and Barbuda Tourism Authority

Ausflüge. Es gibt verschiedene Ausflugsanbieter auf der Insel, mit denen ihr geführte Tagesausflüge unternehmen könnt. Einer von ihnen ist Island Routes. Die »Antigua SUV Highlight Tour« entlang der Westküste kostet 125 US-Dollar pro Person.

Sehenswürdigkeiten. Erstes Ausflugsziel für viele Besucher der Insel ist die Hauptstadt St. John’s, offiziell City of Saint John’s. Rund 25.000 Menschen leben hier, ergo ist es recht überschaubar.

Hafen in St. John's in Antigua

Sean Pavone/Shutterstock.com

Mehr als einen halben Tag braucht ihr nicht für einen Besuch der Stadt einzuplanen. Sehenswert sind die Bauten aus der Kolonialzeit, der zentrale Markt am südlichen Ende der Market Street und die St. John’s Kathedrale – ein für karibische Verhältnisse recht opulenter Sakralbau im georgianischen Stil. Wer mehr über die Geschichte der Insel erfahren möchte, nimmt Kurs auf das Museum of Antigua and Barbuda sowie das Museum of Marine and Living Art. Shoppingfreunde sollten die Einkaufs-Center Heritage Quay (Achtung, zuweilen irre viele Kreuzfahrt-Tagestouristen) und Redcliffe Quay besuchen.

Morbider Charme mit feinem Meeresblick: Fort James

Wenn ihr einen Fahrer oder einen eigenen Mietwagen habt, düst von St. John’s aus noch kurz zum drei Kilometer westlich gelegenen Fort James. Von der morbiden Festungsanlage, zehn aufpolierte Kanonen stehen hier noch herum, habt ihr eine schöne Aussicht aufs Meer. Einen noch schöneren Ausblick aufs Meer habt ihr gegenüber der Deep Bay, bei den Ruinen des Forts Barrington.

Kanonen im Fort James in Antigua

Frank Störbrauck

Rund 17 Kilometer südöstlich von Fort James befindet sich eine der bedeutendsten historischen Touristenattraktion der Insel: Betty’s Hope! Dabei handelt es sich um eine ehemalige Zuckerplantage aus dem Jahre 1650. In dem heute zum Anwesen gehörenden Museum könnt ihr euch mit der Geschichte des Ortes vertraut machen, insbesondere über die Sklavenzeit. Tipp für Instagramer: Recht fotogen sind die beiden Mühlen auf dem Anwesen.

Windmühle Betty's Hope Antigua

Frank Störbrauck

Fahrt ihr rund acht Kilometer weiter gen Nordosten, seid ihr bei der »Brücke des Teufels«, der Devil’s Bridge. Dabei handelt es sich um eine natürliche Felsenbrücke, die von den Wellen des Atlantiks herausgebrochen wurde. Der Name erinnert leider an die tragische Geschichte der Insel: Viele Sklaven sollen dort aus Verzweiflung den Freitod gesucht haben, indem sie sich von den Felsen ins Meer gestürzt haben – daher der Name »Devil’s Bridge«.

Straße zum Verlieben: Fig Tree Drive

Solltet ihr bis dato von Antigua landschaftlich noch nicht so recht überzeugt sein, solltet ihr Kurs auf die wohl schönste Straße der Insel nehmen: den Fig Tree Drive. Auf dieser hügeligen Straße geht es rauf und runter, die üppige Regenwaldvegetation rechts und links des Weges ist eine Augenweide. Zwischendurch lohnt ein Stopp an den sehenswerten Kirchen St. Mary’s Church und Church of Our Lady of Perpetual Help.

Regenwald in Antigua

Frank Störbrauck

Last but not least empfiehlt sich ein Besuch im Nationalpark English Harbour – allen voran des Hafens Nelson’s Dock Yard. Hier stehen Dutzende Luxusyachten in Reih und Glied. An keinem anderen Ort der Insel dürfte euch so sehr bewusst werden, wie viele Reiche (sehr, sehr Reiche!) Menschen in Antigua leben – oder zumindest hier ihren Urlaub verbringen. Von diesem natürlichen Seehafen starten unzählige Seegelregatten, allen voran die Antigua Sailing Week.

Luxusyachten in Nelson’s Dock Yard in Antigua

Frank Störbrauck

Aber auch der Hafen selbst ist sehenswert. Der frühere Kriegshafen und Marinestützpunkt ist heute für die Touristen schön restauriert und das Areal um den Yachthafen gilt als eine Art Freilichtmuseum. Es locken einige Boutiquen, Souvenirshops, Cafés, Restaurants und die historischen Kolonialgebäude. Auch werden Führungen über das Gelände und den Hafen angeboten.

Bester Ausblick der Insel: Shirley Heights

Auch wenn ihr jetzt vielleicht schon ganz schön geschlaucht seid, einen Ort solltet ihr unbedingt noch besuchen: Shirley Heights. Das Plateau oberhalb der English Harbour bietet euch den mit Abstand besten Ausblick. Von der Aussichtsterrasse habt ihr die gesamte Bucht zu Füßen – ein Postkartenmotiv par excellence!

Aussichtsplattform Shirley Heights in Antigua

Frank Störbrauck

Ein schönes Tagesausflugsziel ist auch der Besuch der Nachbarinsel Barbuda. Die 40 Kilometer nördlich von Antigua gelegene Insel ist ein Paradies für alle, die Robinson-Crusoe-Feeling lieben. Seit der Hurrikan Imre 2017 die Insel fast völlig zerstört hat, leben hier nur noch wenige Menschen, dafür gibt es aber sehr viele einsame, menschenleere Strände. Die Fähre »Lady Caroline« fährt täglich von Antigua nach Barbuda. Start ab Antigua ist um 8 Uhr morgens, zurück von Barbuda geht es um 18 Uhr. Die Fahrt kostet hin und zurück aktuell 75 US-Dollar.

Mitbringsel. In Antigua werden einzigartige aus Holz geschnitzte Masken verkauft – ein tolles Geschenk für alle, deren Flur- oder Wohnzimmerwand karibisches Flair gut vertragen könnte!

Oder wie wäre es mit einem hübschen Kerzenständer oder Teller aus Keramik? Die Keramik der Insel wird aus natürlichem Ton hergestellt und mit kräftigen Farben bemalt. Du findest Schüsseln, Lampen, Teller und Kerzenhalter in vielen Größen.

Souvenirs aus Antigua

Antigua and Barbuda Tourism Authority

Wenn ihr ein Freund der karibischen Küche seid, solltet ihr euch im Supermarkt mit leckeren und teils sehr scharfen Chili- und Pfeffersoßen eindecken. Ein, zwei Gläser sollten noch Platz im Koffer finden, oder?

Finger weg von Drogen!

Bloß nicht …

… Drogen konsumieren oder mit ihnen handeln! Auch nicht in geringen Mengen. Das wird streng strafrechtlich verfolgt, als Ausländer genießt man bei der Strafverfolgung keinen Rabatt!

… loszufliegen, ohne vorher eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen zu haben. Diese sollte unbedingt auch den Rücktransport im Notfall beinhalten. Das gilt natürlich für alle Reisen in ferne Länder.

… nackt oder als Frau »oben ohne« am Strand sonnen. Nacktbaden ist auf Antigua nur an dem FKK-Strand am Hotel Hawksbill by Rex Resorts im Westen erlaubt.

… vergessen, Getränke, Parfüms oder typisch karibische Soßen im Gepäckkoffer zu verstauen. Klar, weiß man ja! Wer die Flüssigkeiten beim Security-Check bei sich führt, hat Pech gehabt – die Mitbringsel werden einem abgenommen und landen im Mülleimer. Und bitte nicht darauf spekulieren, dass man es in der Karibik doch recht locker sieht. Ganz im Gegenteil. Unsere Erfahrung bei der Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen Antigua war: Hier wird sehr gründlich kontrolliert!

jgorzynik/Shutterstock.com

Infos. Solltet ihr vor Ort Informationen oder Beratung zu den touristischen Highlights oder Hotel- und Restauranttipps benötigen, könnt ihr auch das Antigua and Barbuda Department of Tourism (Government Complex, Queen Elizabeth Highway in St. John’s) besuchen. Deren E-Mail lautet deptourism@antigua.gov.ag, und die Telefonnummer ist 268-462-0480.

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