Vulkane, Geysire und uriger Lebensstil nah am Polarkreis: Island gilt als besonderes und ideales Reiseziel für Naturliebhaber und Abenteurer. Daneben lockt die Hauptstadt Reyjkavik mit einer bunten und quirligen Szene. In unserem Reise-Guide Island haben wir die wichtigsten Infos für sie zusammengetragen.

Visum: Island gehört zum Schengener Raum – es reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass.

Währung: Währung ist die Isländische Krone (ISK). Geld erst auf Island tauschen (wesentlich günstiger). EC- und Kreditkarte werden überall akzeptiert. Die Isländer zahlen sogar Kleinstbeträge für ein Eis usw. mit Plastik. 1 Euro = 164,23 ISK.

Anreise: Am besten nonstop ab München, Frankfurt/Main, Hamburg, Berlin, Düsseldorf mit Icelandair, günstige Wochenendtarife für Kurztrips, Flug mit drei Übernachtungen/Frühstück 349 Euro. Seit dem 1. Februar 2018 bietet der Tourenanbieter GrayLine einen verbesserten Service für den Flughafen-Transfer an: Der Check-in für die Airport-Express-Busse wird dank neuer Technik vereinfacht. Die Gäste müssen damit nicht mehr im Terminal am Schalter anstehen, sondern können direkt zum Bus durchgehen. Vom 25. März bis zum 27. Oktober 2018 gibt es einen Busfahrplan mit regelmäßigen Fahrten ab/bis Flughafen Keflavík.

Unterkunft: Eine Art »Ferien auf dem Bauernhof« gibt es bei den unzähligen Farmhotels überall auf der Insel, im Winter und fernab der Städte häufig die einzige Übernachtungsmöglichkeit.

Reise-Guide Island: Haus auf dem Land

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In Reykjavik gibt es Hotels aller Klassen. Tipp: Hotel Marina, Myrargata 2, 101 Reykjavik, E-Mail: marina@icehotels.is, tolle Ausstellung mit Kunstwerken aus Abfallhölzern der isländischen Künstlerin Adalheidur S. Eysteinsdottir. Hotel Borg, Posthusstraeti 11, 101 Reykjavik, E-Mail: hotelborg@hotelborg.is, zentrales, altehrwürdiges, illustres Haus, hier logieren Staatschefs und VIPs.

Neues Luxushotel an der Blauen Lagune

Im April 2018 eröffnet das neue Luxushotel »The Retreat« an der Blauen Lagune. Eingebettet in eine 800 Jahre alte moosbedeckte Lavalandschaft, liegt das außergewöhnliche Hotel mit insgesamt 62 Suiten im eleganten Stil inmitten der isländischen Natur und umflossen vom mineralreichen Wasser der Blauen Lagune. Die Gäste können in Ruhe entspannen: Sie genießen einen Rundum-Service und haben direkten Zugang zum Spa und zur Lagune des Hotels sowie zur berühmten Blauen Lagune selbst. Das exklusive Hotel bietet seinen Gästen außerdem eine Auszeit vom Alltag, so dass sie sprichwörtlich mal den Stecker ziehen können: Es gibt keine Fernseher.

Sprache: Englisch, die Isländer sprechen sehr gut englisch, alleine schon deswegen, weil die meisten Spielfilme immer im Original gezeigt werden.

Klima: Im Winter kann es empfindlich kalt und stürmisch werden. Die Wetterlage kann stündlich wechseln. Aufgrund der Warmwasserströmung im Süden hält sich die Schneemenge an der Küste meist in Grenzen.

Reisezeit: Im Sommer von Juni bis Ende August, dann ist es fast rund um die Uhr hell. Im Winter nicht vor Februar/März, sonst bleibt es fast durchgängig düster … es sei denn der Schwerpunkt liegt auf Partys in Reykjavik, dafür eignen sich auch die ganz dunklen Monate.

Restaurant-Tipps für Feinschmecker

Restaurants: Slippbarinn, Myrargata 2, 101 Reykjavik, Tel.: +354 560 8080, Fax.: +354 560 8001, E-Mail: slippbarinn@icehotels.is, angesagte Bar mit Toprestaurant. Für Feinschmecker: Restaurant Perlan, auf einem Heißwasserspeicher hoch über Reykjavik thront das drehbare Panoramarestaurant, edel und teuer.

Das Restaurant »Dill« in Reykjavík schmückt sich mit einem Guide-Michelin-Stern. Das Team um Chefkoch Ragnar Eiríksson ist damit das erste in Island, das einen der begehrten Sterne erkocht hat. Für seine Vorreiterstellung als führendes Restaurant der New Nordic Cuisine wurde das »Dill« bereits mehrfach ausgezeichnet. Der White Guide Nordic zum Beispiel listete das neu gekürte Sterne-Restaurant schon 2015 als bestes isländisches Restaurant. Das minimalistisch gestaltete Restaurant »Dill« bietet Platz für 20 bis 30 Gäste. Die Inneneinrichtung entwarf der Filmset-Designer Hílfdan Perdersen. In intimer Atmosphäre genießen Feinschmecker kulinarische Kompositionen aus rein isländischen Zutaten.

Im Osten der isländischen Hauptstadt Reykjavík gibt es mit Hlemmur Mathöll die erste Food Hall des Landes. Inspiriert von den traditionellen Markthallen Europas befinden sich seit Herbst 2017 Lebensmittelgeschäfte und Restaurants in den Gebäuden des ehemaligen Busbahnhofs gleichen Namens. Bisher war dieser Teil der Stadt vor allem als Treffpunkt der Punkbewegung in den 1980er Jahren bekannt. Von landestypischer Küche mit regionalen Zutaten über Kaffeespezialitäten und Eiscreme, die mit flüssigem Stickstoff hergestellt wird, bis hin zum berühmten Sauerteig-Brot einer Bio-Bäckerei: In Hlemmur Mathöll gibt es Speisen der unterschiedlichsten Geschmackrichtungen und Zubereitungsweisen, von traditionell bis experimentell. Die Food Hall Hlemmur Mathöll in Reykjavík ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

Foodhall in Reykjavik

Hlemmur Mathöll

Events in Island: Lichtkunst, Design, Skirennen

Events. Vier Monate lang liegt das ostisländische Seydisfjordur im Schatten. Erst Mitte Februar klettern wieder die ersten Sonnenstrahlen über die Hügel des Fjordstädtchens. Dann zelebrieren die Einwohner die Rückkehr des Lichts mit einer außergewöhnlichen Kunstaktion: Das internationale Lichtkunstfestival »Art in Light« findet erst zum dritten Mal statt und steht am 16. und 17. Februar 2018 ganz im Zeichen von »Licht und Landschaft«. Erstmals wird es von einem internationalen Kinofestival begleitet.  Zwei Tage und zwei Nächte lang verwandeln sich Straßen, Plätze und Gebäude des 650-Einwohner-Orts in einen faszinierenden Kunstraum, werden Besucher bei interaktiven Aktionen zum Teil des Geschehens. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht werden alle Lichter in der Stadt gelöscht, sodass die beleuchteten Kunstwerke in den Mittelpunkt rücken – lediglich der Sternenhimmel präsentiert dann mit seinen Polarlichtern sein eigenes Lichtschauspiel.

Art in Light in Island

Hrefna Bjorg Gylfadottir

Tanzen gegen die arktische Kälte: Am 16. und 17. März 2018 findet zum sechsten Mal das Sónar Festival im Konzerthaus Harpa in Reykjavík statt. Mehr als 50 Künstler und DJs aus der internationalen und lokalen Musikszene Reykjavíks spielen auf vier verschiedenen Bühnen elektronische und experimentelle Musik. Während des Festivals verwandelt sich ein Teil des Parkhauses von Harpa in einen Untergrund-Club und bietet genügend Raum zum Tanzen.

Neueste und innovative Designartikel aus den Rubriken Möbel, Kleidung und Architektur zeigt der »DesignMarch« in Reykjavík. Über das gesamte Stadtgebiet stellen lokale Designer ihre Stücke aus und zeigen den Besuchern Trends und Wegweiser der isländischen Designszene. Neben Ausstellungen finden bei insgesamt über 100 Events auch Seminare, Workshops und Partys statt, die jährlich rund 30.000 Besucher anlocken.

Das Fossavatnsgangan in Ísafjörður ist das älteste Skirennen in Island. Erstmalig starteten Ski-Langläufer den Wettbewerb im Jahr 1935. Seit 1956 wird der Wettbewerb jährlich zum Familien-Erlebnis: Teilnehmer wählen zwischen Streckenlängen von 50, 25 oder 12,5 Kilometern. Kinder zeigen ihr Können auf einer Fünf- oder Ein-Kilometer-Strecke. Am Abend des 50-Kilometer-Rennens, feiern Teilnehmer und Zuschauer die Fossavatnsparty mit einem köstlichen Fisch- und Meeresfrüchte-Buffet sowie Livemusik. Das Event findet in der Regel Ende April statt.

Naturbäder und Cave People

Ausflüge. Im November 2017 hat das Krauma Naturbad in Reykholt in Westisland, eröffnet. Der neue Komplex mit fünf natürlichen Geothermalbädern, Kaltbad und Ruheraum verspricht wahre isländische Erholung. Das Wasser in den Pools aus natürlichen Baumaterialien ist frei von Chemikalien. Für die perfekte Badetemperatur im Krauma sorgt die richtige Mischung aus dem 100 Grad heißen Wasser aus der Quelle Deildartunguhver mit dem eiskalten Wasser aus Rauðsgil im Ok, dem Schildvulkan westlich von Langjökull im isländischen Hochland. Zusätzlich gibt es zwei Dampfbäder, jedes davon mit einem anderen aromatischen Thema. Der Ruheraum ist ausgestattet mit beruhigender Musik und einem wärmenden Feuer.

Im südisländischen Laugarvatn reisen Besucher zurück in eine Zeit vor über 100 Jahren: Während einer Tour durch den Nachbau einer kleinen Wohnhöhle veranschaulicht ein geschichtsgetreu gekleideter Guide den Gästen das außergewöhnliche Leben der sogenannten »Cave People«. Ausgedehnte grüne Weideflächen und schroffe Berggipfel bilden die malerische Kulisse.

The Cave People in Island

The Cave People

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis ins Jahr 1922 hinein, lebten nacheinander zwei junge isländische Familien in der aus erkalteter Lava geformten und wohnlich ausgebauten Höhle. Sie hielten Kühe, Schafe und Pferde, bauten Kartoffeln an, jagten Schneehühner und sammelten wilde Beeren im Umland. Reisende auf dem Weg in die isländische Hauptstadt Reykjavik versorgten die „Cave People“ mit Wegproviant. Führungen werden bis Mitte Oktober angeboten. Vorangemeldete Gruppen können die Höhle auch während des gesamten Winters besuchen.

Bier-Spa, Perlan Museum und Lava Centre

Im Norden Islands eröffnete am 1. Juni 2017 das erste Bier-Spa der nordatlantischen Insel: In sieben Warmwasserbecken entspannen Gäste in einem wohltuenden Mix aus Bier, Wasser, Hopfen und Hefe. Da das Badewasser nicht trinkbar ist, können auch die kleinen Gäste den Badespaß genießen. Nach einigen Minuten im warmen Bier-Gemisch verbringen die Besucher des Spas erholsame Stunden im Ruheraum oder im Außenbereich mit Blick auf die Insel Hrísey und die Berge der Umgebung. Denn erst nach einigen Stunden auf der Haut entfaltet der Bier-Mix seine volle Wirkung. So verspricht ein Bad in Bier die Haut zu reinigen und sich positiv auf die Gesundheit auszuwirken. Im Innenbereich finden zwei Gäste in jeder Wanne Platz, im Außenbereich baden bis zu 20 Personen in zwei größeren mit Biergemisch gefüllten Warmwasserbecken. Das angrenzende Restaurant mit Speisen rund ums Bier bietet bis zu 80 Gästen Platz.

Im Sommer 2017 eröffnet das Perlan Museum in Reykjavík: Auf den zwei Stockwerken eines alten Wassertanks breitet sich dort ein künstlicher Gletscher aus. In der naturgetreuen Nachbildung einer Eishöhle entdecken Besucher die Geschichte sowie die Zukunft der Gletscher, ihre Gefahren und Geheimnisse. Erklimmen die Gäste das zweite Stockwerk des Tanks, erleben sie einen 360-Grad-Ausblick von der Spitze des nachgebildeten Vatnajökull-Gletschers. Die Aussichtplattform des Museums ist bereits für Besucher geöffnet und bietet den besten Blick über ganz Reykjavík. Für 2018 sind weitere Neuerungen im Perlan Museum geplant: Die Eröffnung des ersten Planetarium Islands sowie eine Ausstellung über Vulkane und Erdbeben, Ozeane und die isländische Vegetation.

Im LAVA Volcano & Earthquake Centre in Hvolsvöllur erfahren Besucher alles über die elementaren Kräfte der Natur, die Island geformt haben. Als eine der »jüngsten« Inseln des Planeten ist Island mit seiner Welt aus Feuer und Eis in vielerlei Hinsicht einzigartig. Das neue Informationszentrum im Süden widmet sich den örtlichen Vulkanen wie dem Eyjafjallajökull, der durch seinen Ausbruch 2010 weltweite Bekanntheit erlangte und an dessen Fuß LAVA liegt.

Mit dem Schneemobil durch die weiße Weite

Mountaineers of Iceland, der Spezialist für Supertruck- und Schneemobil-Touren, bietet im ersten Teil seiner »The Pearl«-Tour Fahrten in einem Supertruck durch den Nationalpark Þingvellir. Hier erleben die Teilnehmer Naturschauspiele wie Geysire und heiße Quellen sowie den Gullfoss-Wasserfall. Höhepunkt der Tour ist eine rasante Fahrt auf Schneemobilen durch die weiße Landschaft am Langjökull Gletscher. Die Tagestour wird an 365 Tagen im Jahr angeboten.

Schneemobiltour in Island

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Bootsfahrten auf dem Breiðafjörður im Westen Islands bedeuten das Eintauchen in ein einzigartiges Naturgebiet: Inseln aus Basalt, Wikingergeschichten und tausende von Vögeln wie Papageientaucher, Seeadler und Kormorane. Auf den Touren kosten Teilnehmer den Geschmack von frischen Kammmuscheln. Mit der Fähre Baldur erreichen Gäste die Westfjorde und machen Halt an der Insel Flatey. In nur 40 Minuten bringt die Fähre Herjólfur Besucher zu den Westmännerinseln im Süden Islands. Die Touren kann man bei diesen Veranstaltern buchen: www.seatours.is, www.herjolfur.is

Einkaufen: Island-Pulli und Outdoor-Kleidung

Trinkgeld: Service-Charge ist fast immer inkludiert, weitere Trinkgelder sind unüblich. Ausnahme: Reiseleiter.

Souvenirs: Der Island-Pulli aus Schafwolle muss nicht unbedingt schlabbrig daherkommen, es gibt mittlerweile schicke Strickjacken und Pullover für sie und ihn. Mitbringsel für Kinder: Wikingerhelm und Schwert aus Plastik oder die süßen Papageientaucher aus Plüsch für die ganz Kleinen.

Shopping-Tipps: North 66, eine Outdoormarke aus Island, produziert schlechtwettertaugliche und modische Funktionskleidung, die auch in Deutschland noch gut aussieht. Flagship-Store in der
Bankastræti 5, 101 Reykjavík, direkt im Zentrum.

Persönlicher Tipp: Ein verlängertes Wochenende mit dem Icelandair-Special. Kleine Rundtour auf dem »Goldenen Zirkel«: Gullfoss, der goldene Wasserfall, Geysir – der Pate aller Heißwasserfontänen, Thingvellir – der Geburtsort der Demokratie. Eine Art »best of«- Island an einem Tag. Abends ordentlich Party und relaxen in der Blauen Lagune.

Móðir Jörð – wörtlich übersetzt Mutter Erde – ist die Marke der Bio-Farm Vallanes zwischen Egilsstadir und Hallormsstadur in Ostisland. Für die biologische Herstellung ihrer Produkte wurde die Farm bereits mehrfach ausgezeichnet. Seit Sommer 2017 bietet die Bio-Farm des Ehepaars Eymundur Magnússon und Eygló Björk Ólafsdóttir im neu eröffneten Hofladen und im Café »The Aspen House« vegetarisches Frühstück und Mittagessen sowie eine Auswahl an gesunden Spezialitäten aus frischen und saisonalen Zutaten direkt aus eigenem Anbau an. Die Besonderheit von »The Aspen House« liegt auch in der Verwendung des natürlichen Baumaterials aus isländischem Holz von Espen und Lärche.

Gammelhai – nichts für Feingeister

Besser nicht: Eine wahre Geschmacksexplosion bietet der Gammelhai »Hákarl«. Der eigentlich giftige Grönlandhai wird monatelang verbuddelt, bis das Gift entweicht und der Fisch fermentiert. Dieser Reifeprozess erzeugt ein geruchsintensives Gourmeterlebnis … ähnlich wie Gurgeln mit Toilettensteinen. Nichts für schwache Mägen, und wenn doch, dann nur mit viel Schnaps.

Reiseführer: Willhardt/Sadler, Island, Michael Müller Verlag, 22,90 Euro, sehr nützlich.

Veranstalter: Der Reiseveranstalter Contrast Travel bietet in seinem Programm eine achttägige Rundreise durch Island. Auf der Reise vom Westen bis in den Südosten des Landes lernen Reisende auch die kulturellen Seiten Islands kennen und kommen mit den Traditionen des Landes in Berührung. Die Reise kostet € 935 (ohne Flug). Mehr Informationen und Buchung auf.

Infos: Anlaufstelle für Reise-Interessierte ist die Website www.inspiredbyiceland.comInfo-Material kann über die Website digital heruntergeladen werden.

 

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