Mexiko-Stadt hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer wirklich hippen Destination verwandelt. Neben der bewegten Geschichte – von Azteken über Spanien bis hin zur Kaiser- und Neuzeit – kann man aber auch Abstecher zum Shoppen machen und, ganz wichtig, es gibt so viele kulinarische Perlen, die erobert werden wollen. Text: Andreas Dauerer

Einreise. Deutsche Staatsbürger benötigen bei der Einreise einen gültigen Reisepass und eine ausgefüllte Touristenkarten (FMM). Die gibt es entweder bereits an Bord des Flugzeuges oder direkt vor der Grenzkontrolle.

Anreise. Die Lufthansa fliegt täglich etwa von Frankfurt oder München aus nach Mexiko-Stadt. Aber auch alle anderen großen Fluggesellschaften unterhalten tägliche Verbindungen in die mexikanische Metropole, dann eben mit Umsteigeverbindungen am jeweiligen Drehkreuz.

Reiseanbieter. Der Lateinamerika-Spezialist Tourismus Schiegg bietet Rundreisen und Reisebausteine in Mexiko an. Sowohl geführte (Kleingruppen-) Reisen als auch individuelle Mietwagentouren, z.B. 14 Tage »Autoreise: Mexico City bis Cancun«  für 1.152 Euro zzgl. Langstreckenflug mit der Fluglinie Ihrer Wahl. Kontakt: Kreuzweg 26, 87645 Schwangau, Tel. +49 (0)8362 9301 0. Mehr Infos zur Reise finden Sie hier.  Weitere Infos über Reisen in Mexiko gibt es hier.

Unterkunft. Die Bandbreite an Unterkünften in Mexiko-Stadt ist allein schon der Größe wegen riesig und für jedes Budget lässt sich etwas finden. Mondän mit Blick auf den Zócalo (oder Innenhof) geht es im Gran Hotel Ciudad de México zu. Mit insgesamt 60  Zimmern und Suiten ist es vergleichsweise überschaubar und von der Dachterrasse hat man nicht nur beim Dinner einen hervorragenden Blick über das historische Zentrum. Die Juniorsuite gibt es ab 222 US Dollar, die Master Suite ist ab 333 US Dollar zu haben.

Mexico City

Andreas Dauerer

Übernachtungstripp: das Designhotel Historico Central

Eine weitere gute Möglichkeit ist das Hotel Histórico Central, zwei Blocks vom Zócalo entfernt. Das kleine Designhotel besticht nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch seine modernen, komfortablen Zimmer im alten Palast aus dem 18. Jahrhundert und seinem durchweg freundliche Personal. Preise für ein Doppelzimmer ab ca. 100 US Dollar, ein Deluxe Zimmer mit Balkon zur Straße ab ca. 150 US Dollar.

Sprache. Die Amtssprache Mexikos ist Spanisch. Neben knapp 70 indigenen Sprachen des Landes, dürfte Nahuatl die im Tal von Mexiko am weitesten verbreitete sein. Aber keine Sorge, in der Stadt kommt man auch mit Englisch inzwischen sehr weit.

Klima. Mexiko-Stadt liegt auf über 2.100 Metern über dem Meeresspiegel und ist mit vergleichsweise gemäßigten Temperaturen gesegnet. Das heißt, im Durchschnitt schwankt die Temperatur tagsüber zwischen 18 und 26 Grad, nachts kühlt es auf 6 bis 14 Grad herab. Aufgrund der Höhenlage kann es nach der Landung schon einmal zu einer Kurzatmigkeit kommen. Generell sollte man hier auch stets um Flüssigkeitsaufnahme bemüht sein.

Am besten im Frühling nach Mexiko-Stadt

Reisezeit. Je nach Geschmack kann Mexiko-Stadt ganzjährig besucht werden. Als beste Reisezeit werden in der Regel die Frühlingsmonate von März bis Mai empfohlen. Dann herrschen tagsüber Temperaturen von angenehmen 22 bis 26 Grad und die Nächste sind mit um die zehn Grad angenehm kühl, um gut zu schlafen. Ab Juni beginnt dann die Regenzeit, die bis September andauert. Hier sollte man sich auf meist nachmittägliche Regengüsse und Gewitter einstellen. Die kältesten Monate sind wiederum Dezember und Januar mit Durchschnittstemperaturen um die 12 bis 13 Grad.

Fortbewegung. In Mexiko-Stadt – und insbesondere im historischen Zentrum – kann man das meiste zu Fuß erledigen. Taxifahren ist günstig, wobei man darauf achten sollte, die offiziellen (inzwischen meist) pinken Taxis an den offiziellen Ständen (Sitios) zu nehmen. Dazu ist es ratsam, auf das spezielle weiße Nummernschild zu achten, das mit einem Großbuchstaben und fünf Zahlen bestückt ist. Und auch die offizielle Fahrerlizenz muss im Inneren gut sichtbar angebracht sein. Die Fahrpreise variieren, in der Regel beginnt das Taxameter bei 9 bzw. 13 Pesos (ca. 50 Cent), und der Kilometer kostet dann weitere 6 Pesos.

Eine Fahrt vom Flughafen ins Zentrum von Mexiko-Stadt schlägt mit ca. 180 Pesos zu buche, also um die neun Euro. Daneben gibt es natürlich auch die Metro mit ihren 12 Linien (5 Pesos pro Fahrt) oder den Metrobus. Hier sollte man zumindest ein bisschen Spanisch sprechen, um sich die entsprechenden Fahrkarten kaufen zu können.

Umrechnen leicht gemacht: 100 Pesos sind fast 5 Euro

Geld. In Mexiko bezahlt man mit Pesos (MXN) und Das Zeichen für den mexikanischen Peso ist das gleiche wie für den Dollar. 100 MXN sind ca. 4,75 Euro. (Stand: August 2017)

Essen. Die Auswahl in der Metropole an gutem Essen ist gewaltig. Dabei kann man, je nach Gusto und starkem Magen, auch die unzähligen Straßenkioske ausprobieren, die es wirklich an jeder Ecke gibt. Ein paar Empfehlungen für Restaurants mit guter mexikanischer Küche.

Limosneros, Calle Allende 3. Hier gibt es lokale und regionale Küche mit internationalem Touch. Hervorragende Fisch- und Fleischgerichte.

Insektenessen in Mexico City

Andreas Dauerer

Wer mag, kann hier unter anderem Cocopaches (Käfer) oder Escamoles (Ameiseneier) probieren. Telefon: +52 (55) 5521 5576.

Azul Histórico, Calle Isabel la Católica 30. Wunderbares Restaurant mit regionaler mexikanischer Küche von Ricardo Muñoz Zurita. Man sitzt im Innenhof unter Bäumen an schweren Holztischen.

Enchiladas - Speizialiäten - Essen in Mexico City

Andreas Dauerer

Unbedingt probieren: Enchiladas de mole negro. Drei gerollte Enchiladas gefüllt mit Käse oder Hühnchen in der berühmten Schokoladensoße aus Oaxaca. Telefon: +52 (55) 5510 1316.

Restauranttipps: das Comedor Jacinta und das Lorea

Comedor Jacinta, Calle Virgilio 40. Der Chef des berühmten Sud777 in der Nähe des Aztekenstadions, Edgar Núñez Magaña, hat nun auch einen kleineren Ableger in Polanco eröffnet. Man speist in rustikalem Ambiente oder auf der kleinen Terrasse vor dem Restaurant. Die Karte ist angenehm klein, die Qualität hoch. Das Barbacoa vom Rind ist ein Gedicht, das Tunfisch-Steak ebenso. Und der Rest irgendwie auch.

Koch in einem Restaurant in Mexiko-Stadt

Andreas Dauerer

Lorea, Calle Sinaloa 141. Jetzt hat Oswaldo Oliva sein eigenes Restaurant eröffnet. Nach Stationen in Europa u.a. im Mugaritz, bietet er in seinem modernen Lorea seit Februar 2017 herausragende Gerichte an. Die sind meist mexikanisch, aber mit einem sehr extravaganten Touch. Was es korrekt gibt? Überraschung. Oswaldo uns sein Team entscheidet das gerne etwas spontaner und heimlicher. Deshalb hat der Gast die Wahl zwischen einem 9- und 14-Gang-Menü und kann dabei zuschauen, wie es in der offenen Küche zubereitet wird.  Telefon: +52 (55) 9130 7786.

Sehenswürdigkeiten. Strenggenommen sind es zu viele, die man hier aufzählen müsste. Die Gegend um den Zócalo im Herzen von Mexiko-Stadt sollte man in jedem Falle etwas gründlicher besichtigen.

Must-see: Templo Mayor und Casa de Azulejos

Der Templo Mayor mit seinem Museum ist ein Muss, um in die Kultur der Azteken einzutauchen. Der Palacio Nacional und das Bildungsministerium (SEP Palacio) vor allem wegen den Wandbildern von Diego Rivera. Geht man dann noch die Fußgängerzone Francisco I. Madero entlang, kommt man am imposanten Herrenhaus Palacio de Iturbide aus dem 18. Jahrhundert vorbei. Neuer Eigentümer ist jetzt eine mexikanische Bank, innen jedoch kann man neben der einzigartigen Architektur auch viel alte und zeitgenössische Kunst besichtigen.

Gegenüber des kleinen Kirchenkonvents San Francisco, strahlt die Casa de Azulejos, ein ehemaliger Palast, zu großem Teil mit Kacheln an der Fassade.

Casa de los Azulejos in Mexiko-Stadt

Diego Grandi/Shutterstock.com

Drinnen kann man in einem opulenten Innenhof essen, ehe man den Hinterausgang nimmt und den Palacio Postal einen Besuch abstattet. Das Postgebäude gehört sicherlich zu den schönsten seiner Art weltweit, 1907 vom italienischen Architekten Adamo Boardi fertiggestellt. Weitere Wandmalereien von den drei mexikanischen Künstler-Schwergewichten Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und José Clemente Orozco gibt es dann direkt im Palast der Schönen Künste auf der Straße gegenüber zu besichtigen. Hochkultur kann man hier auch in diversen klassischen Konzert-, Ballet- und Theateraufführungen erleben.

Süße Verführung: Schokolade in der Fundación Herdez

Natürlich darf auch ein Abstecher nach Coyacán nicht fehlen, um Frida Kahlos Haus zu besuchen und ihren Lebensweg anschaulich nachzuvollziehen.

Frida Kahlo

Andreas Dauerer

Tipp: Reservieren Sie online einen Termin für Ihren Besuch, dann halten sich auch die Wartezeiten in Grenzen.

Persönlicher Tipp. Schokoladen-Tasting in der Fundación Herdez, Prolongación Seminario 18. Das alte Herrschaftshaus liegt an der Ecke des Zócalo mit Blick auf die Kathedrale. Herdez, eigentlich Hersteller von Konserven und Elektrogeräten für die Küche, hat den marodierenden Palast gekauft und wieder hergerichtet. Darin befindet sich heute die umfangreichste Bibliothek zum Thema lokale Küche und Kulinarik, darunter auch ein Kochbuch aus dem Jahre 1831, das schon Frida Kahlo studiert hat. Im zweiten Stock des Museums kann man dann auch das Gold der Azteken probieren.

Gold der Azteken - Schokolade, mexico City

Andreas Dauerer

Was wenige wissen: Schokolade war damals nur dem Adel vorbehalten. Der Begriff setzt sich aus »xócoc« für bitter und »atl« für Wasser zusammen. Hier kann man verschiedene Schokoladengetränke, aber auch verschiedene Schokoladenstücke probieren. Es ist bemerkenswert, wie unterschiedlich die Kakaobohnen verarbeitet werden können.

Trinkgeld. Auch hier gilt, vor allem, wenn man mit dem Service zufrieden ist, dass man Trinkgeld da lässt. Zwischen fünf und zehn Prozent ist üblich.

Chili und Mole als Mitbringsel

Souvenirs. Lebensmittel sind tatsächlich ein gutes Mitbringsel. Insbesondere Chili und Mole. Letzterer ist der Begriff für Soße und ist quasi die mexikanische Art des Brühwürfels, wird aber in feiner Handarbeit und in großen Mengen vorbereitet.

Spezialitäten in Mexico City

Andreas Dauerer

So gelingt auch zu Hause die typische Mole für Fleischgerichte. Chili ist selbsterklärend, man kann ihn auch wunderbar in bereits abgepackten Fläschchen mit verschiedensten Ingredienzien erstehen. Weil es in Mexiko selbst über 60 Sorten gibt, entfällt hier der explizite Rat auf eine bestimmte Sorte. Der Mercado Medellín im Viertel Roma Norte ist für dieses Vorhaben empfehlenswert.

Besser nicht. Mit Wasser aus dem Wasserhahn wäscht man sich, trinken sollte man es nicht. Da greift man besser zur Plastikflasche aus dem Supermarkt.

Reiseführer. Ein guter Begleiter für den City-Trip (und den Rest des Landes) ist das Dumont Reise-Handbuch Mexiko. Auf über 450 Seiten erfährt man alles Wissenswerte über Land und Leute, Geschichte und Kultur. Dumont Reiseverlag, 24,99 Euro.

Noch umfangreicher und mit vielen Hintergrundinformationen versorgt der Baedeker-Reiseführer »Mexiko«. 660 Seiten, zusätzliches Kartenmaterial, viele Tipps. Baedeker Verlag, 27,99 Euro.

Ihr habt Lust auf mehr Mexiko? Yucatan oder eine Kulinarik-Tour durch Mexiko gefällig? Unseren Reise-Guide zu Puerto Vallarta findet ihr hier. Für mehr Infos zum Süden Mexikos und wie es Redakteurin Ulrike Klaas auf ihrem Roadtrip dort erging, erfahrt ihr hier.

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