Du warst noch niemals in Wien? Oder schon länger nicht mehr? Dann wird es Zeit, denn von Deutschland aus ist es in die Hauptstadt Österreichs nur einen Katzensprung. Also nix wie hin in die königliche und kaiserliche Donaustadt. reisen EXCLUSIV weiß, wo es lang geht! Hier sind unsere Wien-Tipps! Text: Simone Sever

Anreise. Unsere Wien-Tipps beginnen mit der perfekten Anreise. Ob mit dem Flugzeug, der Bahn, dem Bus oder mir dem eigenen Auto … alle Wege führen – je nach deutschem Startort – relativ günstig in Österreichs Metropole. Aus Hamburg etwa fliegen mehrere Fluggesellschaften mehrfach täglich. Das beste Wienfeeling hat’s aber definitiv bei der Landung mit Austrian Airlines, wenn schon mal der Donauwalzer im Flieger erklingt.

Unterwegs in Wien. Easy going, besonders, beim ersten Mal, wenn die Sehenswürdigkeiten rund um die Wiener Staatsoper im Ersten Bezirk, der Inneren Stadt zu finden sind. Zu Fuß ist alles einfach erreichbar. Wer Bim, also Straßenbahn fahren möchte, holt sich eine Vienna City Card und hat sogleich auch noch vergünstigten Eintritt in diverse Museen. Mit den Apps Qando und Wiener Linien kann nichts mehr schief gehen, denn so weiss der Wienreisende immer, wie er von A nach B kommt. Vorteil bei den digitalen Karten wie Vienna City Card und Wiener Linien Ticket: Ihr müsst die Fahrkarten in Bus und Bahnen nicht entwerten!

Wien Westbahnhof

Franz Spitaler

Wien-Tipps: Reisezeit und Unterkünfte

Reisezeit. Wien ist immer eine Reise wert. Im Frühjahr ist Wien perfekt, weil nicht zu heiß und nicht zu kalt. Im Sommer ist Wien perfekt, weil bei über 30 Grad zahlreiche Schwimmbäder – wie etwa das Gänsehäufel für kleines Geld an und in die alte Donau locken. Und auch im Herbst ist Wien perfekt, weil dann die Blätter fallen und die Stadt ihrem morbiden Charme gerecht wird. Dann sitzt es sich außerdem noch gemütlicher als sonst im Kaffeehaus. Im Winter ist Wien natürlich auch perfekt, denn da locken die wundervollen Winter- und Weihnachtsmärkte.

Sprache. Es gibt Momente, da ist das Wienerische schon eine Fremdsprache, dann nämlich wenn aus Mütze Haube wird, aus Tüte Sackerl, aus Brötchen Semmel und Kleidung als Fetz’n daherkommt.

Holzkiste mit Aufschrift "Kunst Haus Wien" auf Fahrrad-Gepäckträger

Petr Slováček

Unterkunft. Wonach steht der Sinn? Darf es feudal und hochherrschaftlich sein? Dann könntest du im Palais Hansen Kempinski an der Ringstraße richtig liegen. Moderner und stylischer ist Das Triest im hippen Freihausviertel, einige der insgesamt 120 Zimmer und Suiten wurden von Sir Terence Conran individuell designt. 49 der Räumlichkeiten wurden erst kürzlich von Wehdorn Architekten neu gestaltet und akzentuieren mit Farben und Materialien moderne Gemütlichkeit. Überall Kunst findet sich im 7. Bezirk im angesagten Boboville am Spittelberg.

Das Boutiquehotel Altstadt Vienna hat in einem Patrizierhaus Position bezogen. 49 Zimmer und Suiten mit zeitgenössischen Kunstsammlung verleihen dem Familiengeführten Haus eine ganz besondere Atmosphäre. Ebenfalls atmosphärisch, wenn auch in einer anderen Buchungsklasse liegt nur wenige Schritte vom Herzen der Stadt, die Wiener Staatsoper das Motel One Wiener Staatsoper, die Zimmer teils klein und schlicht, dennoch in gradlinigem Design der Motel Ones und unverkennbar mit türkisenen Akzenten.

Motel One Wien

Simone Sever

Eingangsbereich mit Lobby und Bar sind in diesem Haus opulent durchdesignt zum Thema Ballett: Neonschriftzüge, Tütüleuchten und schauen Sie mal genau hin, die Stühle haben Spitzenschuhe an.

Kunst in Wiens Museen

Sehenswürdigkeiten und Museen. Wien ist nicht umsonst zum zehnten Mal in Folge zur »Lebenswertesten Stadt der Welt« erkoren; kein Wunder, so gibt es einige soziale Vergünstigungen wie etwa: Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr haben zumeist freien Eintritt in die staatlichen Museen. Kostenlose Großereignisse machen die Sommer nochmal so schön. Der Eintritt für Schwimmbäder ist mehr als bezahlbar, und Erwachsene zahlen mit einer Jahreskarte für die Öffis, die Öffentlichen Verkehrsmittel gerade mal 365 Euro jährlich, also einen Euro pro Tag.

Und dann gibt es ja auch so wahnsinnig viel zu sehen: Prachtbauten an fast jeder Ecke, Skulpturen und Parks und den Mozart trifft man gern mal in der Bim, der Straßenbahn. Natürlich ist nicht alles zu schaffen, für Wien braucht es Zeit, darum hier die »Top Five Things to do when in Vienna«.

Simon Matzinger

Auf zum Mystery Hunt im Kunsthistorisches Museum. Wer keinen Bock auf eine ermüdende Tour durch das Kunsthistorische Museum hat, für den ist die »Da Vinci Code inspirierte Schatzsuche« (ab 15 Jahren) eventuell goldrichtig. Die Rätseljagd findet in der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums statt und kann in einer Gruppe von mindestens vier Personen gelöst werden.

Tipps: Haus der Musik, Museumsquartier Wien und Kunsthalle

Keine Lust auf Kunst? Lieber Kanalisation? Dann los, dem dem Klassiker der Kinoleinwand und Harry Lime auf der Spur: Der Dritte Mann lässt grüßen. Hier spielt die Musik: Das Haus der Musik. Hast du schon mal Namen als originale Mozartinterpretation angehört oder wolltest du nicht schon immer mal die Wiener Philharmoniker dirigieren? Das Haus der Musik macht all das und noch so viele Melodien möglich. Völlig entspannt liegt es sich inmitten von Kunst im Museumsquartier Wien, wo neben dem Leopold Museum, der Kunsthalle, dem mumok außerdem das Zoom Kindermuseum und andere Häuser und Hallen für Musik, Theater, Jugend und vielem mehr zu finden sind.

Museumsplatz in Wien

Giga Khurtsilava

Die Farbe der Enzis, dieser Bausteinartigen Sitz und Klettermöbel wird übrigens Jahr für Jahr per Online-Abstimmung festgelegt. Wer Wien aber nicht auf eigene Faust dafür lieber mit einem echten Wiener erleben möchte, dem sei geraten, sich bei den Vienna Greeters online anzumelden. Wer nach Poldi fragt, bekommt ein echtes Wiener Urgestein an die Hand, der Mann kennt sich aus in Wien und weiss so manche Anekdote zu erzählen. Besser kann man die Donaumetropole kaum kennenlernen.

Wiener Staatsoper und Volksoper

Kunst & Kultur. Ob Aida oder Giselle, ob Sylvia oder Tosca, Oper oder Ballett … die Eintrittskarten für die Wiener Staatsoper sind meist schnell vergriffen. Wer sich spontan während eines Besuches der Stadt dazu entscheidet, eine Vorstellung sehen zu wollen, hat kaum eine Chance. Naja nicht ganz. 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn werden allabendlich 567 Stehplätze ab 2,50 bis 10 Euro angeboten. Frühes Kommen und Warten sichert die Karten. Allerdings wird pro Person nur ein Ticket herausgegeben. Einfacher ist es an die Karten für das zweitgrößte Opernhaus der Stadt, die Volksoper  zu gelangen. Auch hier werden Opern und Ballette aufgeführt.

Naschen am Naschmarkt

Food. Wien schmeckt und macht Appetit. Ein herrlicher Spaziergang entlang des Naschmarkts sollte bei keinem Wienbesuch fehlen. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Blumen, Kräuter … das Angebot ist vielfältig. Ob morgens, mittags oder am Abend … verhungern muss hier niemand. Besonders köstlich das Shakshouka Frühstück bei Neni am Naschmarkt.

Naschmarkt in Wien

Aneta Pawlik

Ein kleinerer, aber nicht weniger atmosphärischer Markt ist mit der Straßenbahn Linie 40 oder auch 41 bis Kutschkermarkt erreichbar. Direkt am Markt bietet das Café Himmelblau selbstgemacht Kuchen an, der einfach himmlisch schmeckt.

In der Vollpension, einem Generationenkaffeehaus im 4. Bezirk, backen Omas Torten und Kuchen nach alten Rezepten, die Pensionistinnen verdienen sich so ein paar Euro zu ihren Pensionen dazu. Der Kaffee kommt aus Haferln, die Einrichtung erinnert an Großmutters gute Stube. Eine echte Zeitreise.

Cafe Vollpension in Wien

Simone Sever

Cool und szenig hingegen lädt das Motto in der Rüdigergasse gern auch die Wiener Prominenz an Tisch und Tresen. Das Beef Tartar ist legendär, die Schinkenfleckerl ebenso und wer das Schoko-Chili-Steak noch nicht probiert hat, der sollte schleunigst einen Tisch buchen. Je später der Abend, desto bunter, lauter und ausgelassener die Stimmung. Szenenwechsel. Gegenüber dem 1. Tor des Wiener Zentralfriedhofs begrüßt eine übergroße Jesusfigur, ein Überbleibsel des k.u.k Hofsteinmetzunternehmens Sommer & Weniger, der sich auf die Herstellung monumentaler Steinfiguren spezialisiert hatte, hungrige Besucher. Freue dich schon jetzt auf Riesenschnitzel, die im Concordia Schlössl auf silbernen Tabletts serviert werden.

Lifestyle entlang des Donaukanals

Coole Drinks und Sand zwischen den Zehen garantiert die Strandbar Hermann. Manchmal finden Silent-Parties statt. Das Badeschiff  hat außerdem eine Kegelbahn an Bord und wer mag, meldet sich zur Massage an, die erstmals in der Saison 2019 in Kooperation mit dem Massage-Fachinstitut Lois-Braille-Haus angeboten werden. Im Motto am Fluss direkt am Schwedenplatz frühstückt es sich ausgezeichnet im Café auf der Terrasse, bestens im Blick: die auslaufenden Twin City Liner, die in nur 75 Minuten die slowakische Hauptstadt Bratislava erreichen.

Regenbogen-Zebrastreifen und Sachertorte

Besonderheiten & Fun Facts. Seit der Pride Week im Juni 2019 leuchtet vor dem Burgtheater und vis-à-vis dem Wiener Rathaus ein Regenbogen-Zebrastreifen.

Regenbogen-Zebrastreifen in Wien

Simone Sever

Unbedingt auf die Ampelpärchen achten … auch hier ist Wien Gendervorreiter. Love ist Love. Und wer kennt den Beatles Song »The ballad of John & Yoko«? Genau! Die Sachertorte begeisterte schon John Lennon und Yoko Ono »Made a lightenin’ trip to Vienna, eating choc’late cake in a bag«.

Souvenirs. Das nussigste Kürbiskernöl findest Sie beim Gegenbauer am Naschmarkt. Kaufe dir daheim Vanilleeis, träufele etwas von dem guten Kürbiskernöl drauf, nicht zu wenig! Diese ungewöhnliche Eisspeise ist zwar keine Wiener Spezialität, schmeckt dennoch köstlich. Kitschig glitzernde Postkarten finden sich im Shop der Spanischen Hofreitschule und den allertollsten nachempfundenen Dürerhasen von Ottmar Hörl, der groß und auffallend in Pink an der linken Seite der Wiener Staatsoper sitzt, gibt es in allerlei kunterbunten Farben im Museumsshop der Albertina. Apropos Albertina, die Außentreppe hinauf zum Museum ist immer wieder Rahmen für eines der Werke aus den Ausstellungen. Gucke genau hin!

Bloß nicht – was man in Wien nicht tun sollte!

… die falsche Sachertorte kaufen, die schmeckt nämlich fad und trocken. Achte also ganz genau auf das Holzkästchen mit dem richtigen Siegel.

… als Nicht-Wiener beim Würstelstand: »A Eitrige mit an Krokodü« bestellen. Übersetzt bedeutet das übrigens eine Käsekrainer mit Gewürzgurke.

auch ist extremes Nachmachen des Wiener Dialekts eher albern.

… schwarzfahren in Wien solltest du unbedingt unterlassen, denn wer ohne gültigen Farschein angetroffen wird, zahlt 105 Euro Strafe.

Sie möchten noch mehr nützliche Infos über Wien sammeln? Auf der Tourismusseite der Stadt finden Sie viele weitere und vertiefende Informationen für Wien-Reisende.

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