Sie suchen das unentdeckte Afrika? Wollen abseits der Touristenströme auf Safari gehen? Dann sollten Sie einmal eine Reise in den Süden Tansanias in Erwägung ziehen. Der Landstrich mit dem Naturreservat und Unesco-Weltnaturerbe Selous Game Reserve ist ein Traum für Naturfreunde. Unser Reiseführer für das südliche Tansania. Text: Alexandra Johnen

Info und Lage. Das Wildreservat Selous Game Reserve liegt im Süden Tansanias, etwa 220 Kilometer von der Metropole Daressalam entfernt. Mit einer Fläche von fast 50 000 Quadratkilometern ist der Selous Park etwa 1,5-mal so groß wie Nordrhein-Westfalen und eines der größten geschützten Naturgebiete Afrikas. Hier sind große Populationen u. a. von Elefanten, Schwarzen Rhinozeros, Giraffen, Flusspferden, Krokodilen und Löwen beheimatet.

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Auch die Flora mit ihrer ausgedehnten Miombo-Waldsavanne, offenem Grasland, Flusslandschaften und Sümpfen ist einzigartig. Seit 1982 ist das Selous Game Reserve Unesco-Weltnaturerbe.

Anreise. Mit verschiedenen Airlines ab Frankfurt/Main nach Daressalam, z. B. Qatar Airways, Turkish Airlines oder KLM, ab ca. 530 Euro. Der Flug dauert ca. 13 Stunden, inkl. mindestens einer Zwischenlandung. Von Daressalam aus kann man mit einem Mietwagen in den Selous fahren, doch erfordert die eigene Anreise fahrerisches Können auf den Sandpisten (Achtung: Linksverkehr!). Die meisten Lodges in dem Park bieten den Transfer im Paket an (mit Auto oder Flugzeug). Man kann auch separat Flüge buchen, dies ist allerdings vergleichsweise teuer (z. B. mit Coastal Aviation ca. US-Dollar 165 one way).

Tropisches Klima, viel Regen von Mitte März bis Ende Mai

Klima. In ganz Tansania herrscht wechselfeuchtes tropisches Klima mit ausgeprägten Trocken- und Regenzeiten. An der Küste betragen die Temperaturen je nach Jahreszeit ca. 25 bis 35 Grad Celsius; im Landesinneren (im Selous) kann es in den Nächten kühl werden. Die Regenzeit dauert etwa von Mitte März bis Ende Mai, die Trockenzeit von Juni bis Ende Februar.

Beste Reisezeit. In der Trockenzeit von Juni bis Ende Februar; insbesondere von Juli bis Oktober wegen einer hohen Konzentration von Wildtieren an den Wasserstellen. In der Regenzeit sind viele Straßen im Selous Game Reserve nicht befahrbar, die meisten Lodges haben geschlossen.

Gesundheit. Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z. B. Nachbarländer Tansanias) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr für das Festland und Sansibar erforderlich. Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de). Darüber hinaus wird eine Malaria-Prophylaxe dringend empfohlen.

Viele Unterkünfte entlang des Flusses Rufiji

Visum. Für die Einreise nach Tansania ist ein Visum erforderlich. Ein normales Visum ist drei Monate gültig und kostet € 50. Nähere Informationen bei der Tansanischen Botschaft in Berlin: www.tanzania-gov.de/

Unterkunft. Trotz der dünnen Besiedlung und der Abgeschiedenheit des Selous Game Reserve ist die touristische Infrastruktur inzwischen gut. Insbesondere entlang des Flusses Rufiji haben sich Unterkünfte unterschiedlichster Preiskategorien angesiedelt – vom einfachen Camp bis zur noblen Lodge. Besonders empfehlenswert ist die Jimbiza Lodge im Selous Wildreservat, direkt oberhalb des Flusses gelegen und mit wunderschönen Ausblicken. Hier sind drei unterschiedliche Unterkünfte buchbar: „Bandas”, kleine Hütten mit eigenem Bad/Dusche, Großraumzelte mit Betten und ebenfalls eigenem Bad/Dusche sowie die „Treetops” ‒ Hütten, die auf Stelzen gebaut sind und sich etwas abgeschiedener im Busch befinden. Die gepflegte Anlage verfügt über einen Pool sowie ein Restaurant/eine Bar. Pauschalpakete kosten US-Dollar 800 pro Person, inkl. Flug von Daressalam, zwei Übernachtungen, Verpflegung, zwei Safaris und Parkgebühren. www.jimbizaselous.com.

Tipp fürs Übernachten in Daressalam: das Trinity Hotel

Um von Deutschland aus in den Selous Park zu gelangen, muss man mindestens eine Übernachtung in Daressalam einplanen.

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Der Regierungssitz Tansanias hat Unterkünfte verschiedenster Preiskategorien zu bieten. Besonders empfehlenswert, weil ursprünglich und doch äußerst gepflegt, ist das Trinity Hotel auf der Halbinsel Msasani, wo sich auch die meisten Botschaftsresidenzen befinden. Die von einem tansanisch-niederländischen Ehepaar im Jahre 2000 eröffnete und nun von deren Töchtern weitergeführte Herberge mit tropischem Garten verfügt über zwölf typisch tansanisch eingerichtete Räume mit Dusche und WC, teilweise in Hütten mit eigener kleiner Terrasse. Abends finden auf dem Gelände mit beliebter Open-Air-Bar oft Livekonzerte statt – aber keine Sorge: man achtet auf die Nachtruhe der Hotelgäste. Ein Doppelzimmer kostet inklusive Frühstück ab US-Dollar 75. www.triniti.co.tz/

Restaurants. Im Selous Game Reserve essen die Gäste ausschließlich in ihren Lodges, die den Aufenthalt als Vollpension anbieten. In Daressalam gibt es selbstverständlich eine Fülle von Restaurants – wie es einer Metropole angemessen ist. Sehr empfehlenswert ist das älteste äthiopische Restaurant der Stadt, das „Adis in Dar”: hier isst man auf der idyllischen Dachterrasse authentische äthiopische Speisen (traditionell mit den Fingern) und kann sogar an einer landestypischen Kaffeezeremonie teilnehmen. www.addisindar.com. Exzellenten Fisch serviert das Restaurant Cape Town Fish Market mit Blick auf den Indischen Ozean. Wen es in tropischen Gefilden nach Sushi gelüstet, der bekommt den rohen Fisch hier in 1A-Qualität aufgetischt. www.ctfm.co.tz/home/

Safaris, Safaris, Safaris!

Unternehmngen. Safari: Wer in die Selous Game Reserve fährt, geht auf Safari. Die Lodges bieten die unterschiedlichen Safaris im Paket an. Flusssafari: unter der Leitung eines erfahrenen Einheimischen fährt man mit einfachen, aber sicheren Booten auf dem Fluss Rufiji. Zu sehen sind u. a. Flusspferde, Krokodile, Affen und Vögel wie etwa der Kingfisher. Die Touren dauern in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden und kosten ca. US-Dollar 40, wenn separat gebucht. Klassische Fotosafari: diese dauert in der Regel einen halben oder einen ganzen Tag; im Preis beinhaltet sind die Parkgebühren, die Fahrt in Jeeps und Mahlzeiten. Zu sehen sind u. a. Elefanten, Giraffen, Zebras, Löwen, Affen und mitunter auch seltene Wildhunde.

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Ab US-Dollar 80 pro Person für den ganzen Tag, ab US-Dollar 45 pro Person für den halben Tag. Fusssafari: mit einem (bewaffneten) Guide wandert man durch den Selous Park und bekommt bei der Wanderung Flora und Fauna erklärt. Pro Person ab US-Dollar 50.

Persönlicher Tipp. Wer mit dem geländetauglichen Mietwagen in die Selous Game Reserve reist, kann noch ein paar Tage an der touristisch noch unerschlossenen Küste im Süden Tansanias mit traumhaften Stränden dranhängen.

Auf dem Weg nach Mtwara kommt man beispielsweise am Unesco-Welterbe Kilwa vorbei, wo sich die Ruinen der ehemaligen Hafenstadt befinden. Vom 13. bis 16. Jahrhundert war Kilwa wegen der Lage einer der bedeutendsten Handelsplätze an der Ostküste in Afrika. 2014 wurde Kilwa mit u. a. den Ruinen eines Palastes und einer Moschee wieder von der Liste der gefährdeten Unesco-Weltkulturerbestätten genommen, weil man sich in den Jahren zuvor wieder besser um den Erhalt der historischen Anlagen gekümmert hatte. Übernachtungstipp: The Old Boma, hübsches Hotel mit Pool im alten deutschen Fort direkt am Indischen Ozean, www.mikindani.com

Weitere Informationen: Tourismusbüro: www.tanzaniatouristboard.com

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