Palm Springs ist ein kleines Städtchen in der kalifornischen Wüste. Bekannt wurde es als Wochenend-Refugium der Hollywood-Stars – Los Angeles ist schließlich nur zwei Autostunden entfernt. Die Stars und Sternchen haben Palm Springs nicht nur berühmt, sondern auch ziemlich wohlhabend gemacht. Wir verraten, was man in Palm Springs gesehen haben muss.

Der Flughafen im Freien

Klar, du kannst von Deutschland direkt nach San Diego oder Los Angeles fliegen, dir dort einen Mietwagen schnappen und anschließend auf vier Rädern nach Palm Springs düsen. Dann verpasst du aber diesen schnuckeligen Flughafen – für den Autor dieses Textes einer der schönsten der USA. Warum? Er ist so wunderbar klein, man ist sehr schnell im Zentrum (drei Kilometer Entfernung) und das Allerbeste: weite Teile des Flughafens sind im Freien. Zwischen Security-Check und dem Gate kannst du dich draußen in der Sonne aalen, frische Luft schnappen oder eine Zigarette rauchen.

About to head off into the sunrise…

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Tipp: Wer Palm Springs als Endstation seiner Kalifornien-Rundreise wählt, kann von Palm Springs nach San Francisco fliegen und von dort aus nonstop nach Frankfurt.

Übernachtung: Gönn‘ dir!

Einen großen Fehler solltest du während deines Aufenthaltes in Palm Springs nicht begehen: dir einen Aufenthalt in einem Billig-Hotel ohne Extras mieten. Das kann eine ziemlich trostlose Angelegenheit werden. Besser: dich in eines der großartigen Luxus-Resorts einbuchen. Viele von ihnen bieten dir ein Zimmer mit Balkon oder Terrasse. Oft öffnest du auch einfach nur die Tür deines Zimmers und du stehst quasi direkt vor dem Swimmingpool. Das Adults-only-Boutique-Hotel Amin Casa für nur maximal 14 Gäste gehört zu den luxuriösesten Unterkünften in Palm Springs. Das Anwesen aus den 1920-er Jahren war einst Wohnsitz der Hollywood-Schauspielerin Gloria Swanson und verfügt über vier private Bungalows mit jeweils einem Schlafzimmer und Kitchenette sowie zwei Studio-Suiten. Auf Wunsch ist ein Chauffeur-Service mit dem hoteleigenen Bentley Mulsanne buchbar.

Auch schön: Das im lokaltypischen Stil des Mid-Century-Modernism eingerichtete Dive Palms. Das Anwesen in Privatbesitz verfügt über nur elf helle, großzügige Zimmer und Suiten. Seine Gründer mit einer Vorliebe für das Frankreich der 1960er Jahre, Abdi Manavi und Dale Fox, kuratierten das Hotel individuell, von der Einrichtung bis hin zur Playlist. Diese umfasst vorwiegend Musik von Serge Gainsbourg und Jane Birkin, Brigitte Bardot und dem zeitgemäßen Elektropop-Duo Air und sorgt für lässige Sommervibes.

Auch die Innenarchitektin Vanessa Schreiber ließ sich bei der Einrichtung vom Europa des 20. Jahrhunderts inspirieren und verknüpft das zeitgemäße Design augenzwinkernd mit witzigen historischen Akzenten: So nächtigt mancher Gast in einem Pariser Aufzug im Stil der Belle Epoque, der zu einem Queensize Bett umgebaut wurde. Entspannung findet man im restaurierten Maurice-Libbot-Swimmingpool, in Gärten mit Obstbäumen oder am Meditationsteich mit Koi-Karpfen. Wer mag, kann die Stadt vom Hotel am zentral gelegenen Palm Canyon Drive aus mit dem Fahrrad erkunden, die das Hotel kostenlos zur Verfügung stellt.

Pool-Area im Dive Palms Springs

Dive Palms Springs

Mit dem kostenlosen Shuttlebus durch die Stadt tuckern

Von donnerstags bis sonntags heißt es in der Stadt »Driving optional«. Der kostenlose Shuttlebus »Palm Springs BUZZ« bietet die Möglichkeit, sich ganz ohne Auto durch die Stadt zu bewegen. Nach dem Prinzip »Hop on, hop off« kannst du bequem Palm Springs erkunden, zum Shopping fahren sowie Restaurants, Bars, Hotels und Pool-Partys besuchen. Die Route führt in einer Schleife von der Via Escuela bis zur Smoketree Lane und zurück und verbindet so die Hotels in den nördlich und südlich gelegenen Stadtteilen miteinander und mit dem Zentrum von Palm Springs. Der »Palm Springs BUZZ« hält an insgesamt 30 Stationen; vier Busse sind im Einsatz. Sie fahren im 15-Minuten-Takt, was kurze Wartezeiten garantiert. Der Shuttlebus ist donnerstags bis sonntags von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachts im Einsatz.

Palm Springs Buzz

City of Palm Springs

So viele Prominente!

Einem breiten Publikum wurde Palm Springs bereits in den 30er Jahren als Refugium ruhebedürftiger Hollywood-Stars bekannt. Die Klatsch- und Tratschspalten der sensationslüsternden Gazetten des Landes waren voll mit Storys über die Celebreties und ihre Aufenthalte in Palm Springs. Die Hochzeit der Prominenten-Invasion währte über vierzig Jahre. Greta Garbo, Cary Grant, Steve McQueen, Cher, Kirk Douglas, Elvis Presley, Frank Sinatra und Dean Martin – sie alle bedachten Palm Springs mit ihrer ständigen – oder jedenfalls vorübergehenden – Anwesenheit. Viele Straßen, Boulevards und Stadtgebäude tragen noch heute die Namen von berühmten Einwohnern; wie zum Beispiel der Frank-Sinatra- und Dinah Shore-Weg, der Gene Autry-Pfad oder das Bob Hope-Kulturzentrum. Nicht wenige meinen, die Stadt zehre noch heute enorm von ihrer ruhmreichen Promi-Vergangenheit.

Haus in Palm Springs

2M media/shutterstock.com

Auf den Spuren von Frank Sinatra und Elvis Presley

Wie wäre es mit einem Ausflug zum Twin Palms Estate? Das ist das Haus, in dem Frank Sinatra mit Ava Gardner gelebt hat. Weiter führt der Weg zum The Ingleside Inn; hier können Gäste in der Ecke Platz nehmen, in der Ol’ Blue Eyes immer gesessen hat. Besitzer Mel Haber erzählt viele Geschichten über ihn. Im The Purple Room hat Sinatra seiner vierten Frau, Barbara Marx, einen Heiratsantrag gemacht. Das Restaurant serviert das im Südwesten der USA berühmte Gericht Steak and Peppers.

Für Elvis-Fans ist das Elvis Honeymoon Hideaway, wo er nach der Hochzeit ein Jahr lang mit Priscilla gelebt hat, ein Muss. Auch das weniger bekannte Haus des King of Rock’n Roll Graceland West ist einen Besuch wert. Im Hotel Caliente Tropics können Gäste Elvis‘ Vorliebe für die hawaiianische Tiki-Kultur teilen. Ein besonderes Highlight des Hotels ist der ehemals geheime Weinkeller.

Ab in den Canyon

Felsenkunst, Bewässerungsgräben, alte Mörser und Getreidemühlen – diese Spuren indianischer Geschichte lassen sich im Tahquitz Canyon und den Indian Canyons entdecken. Die Cahuilla-Indianer hatten vor über 2.000 Jahren als erste Sieder der südkalifornischen Wüste diese fruchtbaren Schluchten als Lebensraum entdeckt. Die Canyons, die nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt liegen, zählen auch heute noch zum Reservat des ortsansässigen Agua-Caliente-Stammes der Cahuilla-Indianer. Die Schluchten lassen sich am besten zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Die Wanderwege umfassen insgesamt 60 Meilen und zeichnen sich durch unterschiedliche Schwierigkeitsstufen aus. Die Parkverwaltung bietet geführte Wanderungen an. Reitausflüge und Jeep-Touren sind über verschiedene Anbieter buchbar.

Indian Canyons in Palm Springs

Palm Springs Bureau of Tourism

Shopping in den Outlet-Malls

Wie wäre es mit Shopping? In der Innenstadt von Palm Springs findest du einige außergewöhnliche Boutiquen. Ein Hingucker ist das Modegeschäft »Wil Stiles« mit farbenfroher Retro-Kleidung, die von den 50-ern, 60-ern und 70-ern inspiriert ist. Hier findet man das passende Outfit zum Vintage-Vibe von Palm Springs. Ob feiner Maßanzug, wie ihn Männer in den Fifties getragen haben, Sechzigerjahre-Chic oder Seventies-Glamour a la Studio 54: Mode-Fans finden bei Wil Farbenfrohes, um dem eigenen Kleiderschrank einen Hauch Mid-Mod zu verleihen. Seit 2019 entwirft der Laden sogar eigene Hemd-Linie, die exklusiv in dem Laden in Palm Springs zu kaufen ist.

Wil Stiles Shop Palm Springs

Wil Stiles

Wer das nötige Kleingeld hat, kann auch durch den El Paseo Shopping District in der Nähe von Indian Wells stöbern. Rund 250 Shops gibt’s hier, darunter Edel-Brands wie Gucci & Co.

Die Sparfüchse unter euch steuern dagegen die riesigen Shopping-Malls Desert Hills Premium Outlets und Cabazon Outlets an. Sie liegen praktischerweise gleich nebeneinander. Von Palm Springs aus fährst du rund 20 Minuten mit dem Auto in nordwestliche Richtung. Tipp: Nehmt euch eventuell eine Jacke mit. Auch wenn es in Palm Springs sengend warm ist. Die Temperaturunterschiede sind enorm. Wenn ihr nach eurem Palm-Springs-Besuch nach Los Angeles fahren solltet, könnt ihr unterwegs auch einen Stopp einlegen. Die Outlet Malls liegen unübersehbar auf dem Weg.

Restaurants-Tipps während des Urlaubs in Palm Springs

Das Bar-Restaurant Grand Central ist konzipiert im Sinne des Social Dining als »Community Table«, als kulinarischer Treffpunkt für Bewohner und Besucher. Kulinarisch bietet das Grand Central Frühstück wie Mandelpfannkuchen oder Avocado-Toasts und leichte Mittagsgerichte wie Kurkuma-Hühnchen mit Quinoa-Salat. Ein Besuch lohnt sich auch über den Restaurantbetrieb am Mittag bis 14 Uhr hinaus, denn das Design ist sehenswert: Architektonisch verbindet Grand Central die Vormoderne mit dem Stil des 21. Jahrhunderts.

Das Tac/Quila in der Innenstadt von Palm Springs ist serviert authentische mexikanische Gerichte. Von Klassikern wie Tacos und Fajitas bis hin zu Steak und Hummer serviert das Team des Tac/Quila das Beste der mexikanischen Küche, zubereitet mit ausgesuchten, frischen Zutaten. Unterschiedliche Sorten Tequila und Mezcal gehören für die Besitzer Mark und Liz selbstverständlich zur Bar: »Essen gehört zu unserem Leben – aber auch Reisen, Geschichte und natürlich Tequila«, so ihr Motto.

Restaurant TacQuila in Palm Springs

Visit Palm Springs

 

Mit dem Tommy Bahama Marlin Bar & Grill in Downtown Palm Springs verfügt die Bekleidungsmarke Tommy Bahama über ihren ersten Standort in Kalifornien. Das zwanglose Restaurant mit 180 Plätzen und einer weitläufigen Außenterrasse ist an den Laden der Marke angeschlossen, der in den USA für seine legeren Aloha-Shirts bekannt ist: Für den, der es mag, gibt es hier die zur Wüstenoase passende Mode. Auf der Karte der Marlin Bar stehen exotische Köstlichkeiten wie Kokosgarnelen, Hühnchen-Mangosalat, Ahi und Mahi Bowls. Nitrococktails und Bio-Softeis von The Strauss Family Creamery, einem familiengeführten Milchbauernhof in Kalifornien, werden ebenfalls serviert.

Ahi Tuna Bowl

Tommy Bahama

Mit Meeresfrüchten im Cajun-Stil erweiterte das Snow and Crab 2018 das kulinarische Repertoire von Palm Springs. Auf der Karte tummeln sich Venusmuscheln, gebratener Seewolf, Blaukrabben, Hummer und Langusten in unterschiedlichen Zubereitungsarten; die Portionen sind üppig. Gäste werden mit einem Latz und dünnen Plastikhandschuhen ausgestattet, damit sie sich nach Herzenslust ihrem Essen widmen können.