»If you’re going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair«, sang einst Scott McKenzie. Ganz so hippielastig ist es in der kalifornischen Großstadt zwar heute nicht mehr. Von seinem alternativen Charme hat San Francisco aber nichts verloren. Unser Reise-Guide für San Francisco. Text: Frank Störbrauck

Anreise. United Airlines fliegt im Winter täglich ab Frankfurt/Main nonstop nach San Francisco (Abflug 13:55 Uhr in Frankfurt, Ankunft um 16:30 Uhr in San Francisco). Vom 20. April bis Ende Oktober 2018 bedient die Fluggesellschaft die Strecke sogar zweimal täglich (dann auch um 17:25 Uhr ab Frankfurt/Main, Ankunft um 19:45 Uhr in San Francisco). Ein Hin- und Rückflug in der »United Polaris Business Class« auf der genannten Strecke ist ab 3.560 Euro buchbar. Weitere Informationen gibt es hier.

A nighttime view of San Francisco International Airport's International Terminal. The complex opened in December 2000.

San Francisco Travel

Einreise. Ein gültiger Reisepass ist unabdingar, der Pass muss mindestens bis zum Tag der Ausreise gültig sein. Deutsche Staatsangehörige, die sich maximal drei Monate in den USA aufhalten werden, können am Visa Waiver Program teilnehmen. Dazu muss spätestens 72 Stunden vor dem Abflug online eine Genehmigung über Esta beantragt werden. Diese kostet 14 US-Dollar. In der Regel erhält man die Genehmigung wenige Minuten später per E-Mail. Anschießend steht einer Reise nach San Francisco nichts mehr im Wege.

Klima und Reisezeit. In San Francisco dominiert ein relativ mediterranes Klima. Richtig kalt wird es nie. Richtig heiß aber auch nicht. Das ganze Jahr über pendeln die Temperaturen zwischen 14 und 24 Grad. Selbst im Dezember kann es vorkommen, dass die Sonne scheint und es bis zu 17 Grad warm wird. Die Sommermonate Juni bis September sind obendrein nahezu niederschlagsfrei. In den Wintermonaten kann es abends und nachts sehr frisch werden.

Zentrale Unterkunft in San Francisco: das Marriott Marquis

Unterkunft. San Francisco Marriott Marquis, 780 Mission Street, San Francisco, Kalifornien 94103. Wer gut und zentral in San Francisco übernachten möchte, sollte einen Blick auf das 4-Sterne-Hotel Marriott Marquis werfen. Es befindet sich nur 300 Meter vom zentralen Union Square – also mitten in der Stadt – und ist ein ziemlich großer Bunker: Das 133 Meter in den Himmel ragende Hotel hat 1.500 Zimmer im Angebot. Wer Sport machen möchte, kann sich in dem sehr großen Fitness-Studio des Hotels austoben (leider keine Sauna). Morgens lockt ein opulentes Frühstücksbuffet, das man nach Möglichkeit gleich mitbuchen sollte – ansonsten müssen dafür happige 32 US-Dollar bezahlt werden.

Frühstück im Marriott Marquise in San Francisco

Frank Störbrauck

Sensationell gut ist die Aussicht von der View Lounge im obersten Stockwerk.

Top-Restaurants für Kulinariker

Restaurants. George Chen, Inhaber und Chefkoch des ehemals legendären Betelnut im Marina District, zählt zur Koch-Prominenz in San Francisco. Mit Eight Tables wagte er jüngst etwas Neues und kreierte einen Esstempel im Stil der chinesischen Haute-Cuisine »shifan tsui«. An den acht Tischen werden ausschließlich exquisite Luxusmenüs serviert. Die Atmosphäre erinnert an einen privaten Elite-Club. Entsprechend tief muss man in die Tasche greifen: das acht-Gänge Menü kostet 225 US-Dollar pro Person. Die passenden Weine gibt es für 125 US-Dollar dazu.

Im True Laurel steht hingegen die Bar im Mittelpunkt, wo Kreationen wie »Prata-Tat«, »Golden Child« und »Lightning in a Bottle« serviert werden – dekoriert mit frischen Bio-Zutaten wie Rhabarber, Sellerie und Co versteht sich. Dazu gibt es ein Tasting-Menü aus passenden Speisen – allesamt verspielte Versionen von Comfort Food-Klassikern wie Ramen, Baked Potatoe und Dungeness Crab. Die kleine Cocktail-Bar mit Restaurant liegt in San Franciscos hippen Mission District und ist seit Ende Dezember 2017 geöffnet. Was das Design angeht, so orientiert sich der Laden am Industrial-Trend und lockt die Gäste mit einer Mischung aus Beton, knalligen Blau- und Gelb-Tönen sowie grobem Holz. Inhaber David Barzelay und Bar-Chef Nicolas Torres sind durch ihr erstes Projekt Lazy Bear bereits bestens bekannte Gesichter der Gastro-Szene San Franciscos.

Mit Big Bus Tours zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt

Sehenswürdigkeiten. Big Bus Tours ist einer der großen Anbieter von Busrundfahrten durch die City. Die Touren werden im Hop-on-Hop-off-Modus angeboten. Das heißt, man kann ein- und aussteigen, wo man möchte. Wer sein Hotel in der Innenstadt hat, kann z.B. zum Hilton Hotel oder zum Union Square South gehen und dort ein Ticket kaufen. Die Busfahrt führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, u.a. am Alamo Square, dem Golden Gate Park, der Golden Gate Bridge, Chinatown, dem Cruise Terminal, Fisherman’s Wharf und vielen mehr. Online gibt es Tickets ab 46,80 US-Dollar.

Die Fahrt mit dem Big Bus Tours ist eine gute Möglichkeit, viel der Stadt zu sehen. An vielen Haltestellen kann man sitzen bleiben und vom Bus aus Staunen. Am Aussichtspunkt an der Golden Gate Bridge allerdings nicht. Das ist ein Muss für jeden Besucher der Stadt – ein besseres Foto von San Francisco dürfte einem kaum gelingen. Auf dem Parkplatz am North Vista Point trudeln im Minutentakt die Touristenbusse ein, um die Besucher ein- und auszuladen. Der Platz eignet sich hervorragend, um Fotos zu schießen und ein Picknick einzulegen.

Blick auf die Golden Gate Bridge vom North Vista Point in San Francisco

Frank Störbrauck

Wer möglichst viele Attraktionen erleben will, sollte sich den San Francisco CityPASS besorgen. Der aktuelle Pass (Normalpreis 89 US-Dollar für Erwachsene) inkludiert u.a. eine 3-Tages-Nutzung der Cable Cars sowie Gratis-Eintritt in der California Academy of Sciences, des Aquarium of the Bay, eine Schiffsfahrt mit Blue & Gold Fleet Bay Cruise Adventure sowie ein freier Eintritt im Exploratorium oder im Young Museum and Legion of Honor.

Mit der Fähre zur ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz

Ein Muss für jeden San-Francisco-Besucher ist die ehemalige Gefängnisinsel Alacatraz. Als Alcatraz 1907 von der Armee offiziell als Festung aufgegeben wurde, dauerte es fast 30 Jahre, bis Alcatraz als Bundesstrafanstalt wiedereröffnet wurde (1934). Von den mehr als 1.500 Insassen, die auf der Insel ihre Strafe abbüßten, waren nur wenige berüchtigte Namen, u.a. Al »Scarface« Capone.

Die Kosten für die Unterhaltung des Gefängnisses stiegen im Laufe der Jahre dermaßen in die Höhe, dass sich US-Generalstaatsanwalt Robert F. Kennedy 1963 entschloss, Alcatraz zu schließen. Heute gehört die Insel zu den Nationalparks am Golden Gate. Rund ein Dutzend Mal am Tag düsen die Ausflugsschiffe von Alcatraz Cruises Richtung Insel. Dort kann man allein die Insel erkunden oder sich einem der Guides anschließen. Los geht’s am Pier 33, die erste Tour startet um 8:45 Uhr morgens. Das einfache Ticket kostet 37,25 US-Dollar. Es gibt Ermäßigungen für Familien und Senioren.

Passagier an Bord von Alcatraz Cruises

Frank Störbrauck

Ein Besuch in Chinatown gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Das riesige Viertel, indem rund 100.000 Chinesen wohnen, erstreckt sich über 18 Häuserblöcke. Es locken viele Geschäfte, in denen man typisch chinesische Gewürze, Arzneimittel, Porzellan, Antiquitäten und Souvenirschnickschnack kaufen kann. Einen Einblick in die religiöse Kultur bietet der einzigartige Ma-Tsu Temple in der Beckett Street. Außerdem empfehlenswert: ein Besuch der Golden Gate Fortune Cookie Factory, in der man dabei zusehen kann, wie die typisch chinesischen Glückkekse produziert werden.

Frische Brise und Rummel am Fisherman’s Wharf

Wer einfach nur spazieren gehen und das besondere Flair der Stadt genießen möchte, sollte Kurs auf den San Francisco Bay nehmen. Das Hafenviertel, auch Fisherman’s Wharf genannt, erstreckt sich von der Van Ness Avenue im Westen bis zur Kearny Street im Osten. Die meisten Touristen zieht es zum Pier 39, ein fast schon disneyhaftes Potpourri aus Restaurants, Souvenirläden und Kirmes-Attraktionen.

Was wäre ein San-Francisco-Besuch ohne die Fahrt mit den berühmten Cable Cars? Nicht viel. Allerdings sollte man nicht dem Irrtum erliegen, dass man mit den Straßenbahnen die ganze Stadt durchqueren kann. Es gibt nur noch drei Linien, die heute noch fahren: die Powell-Mason (59), die Powell-Hyde (60) und die California Street (61). Wie man sich denken kann, sind die Cable Cars bei Touristen sehr beliebt, weshalb es zuweilen zu längeren Wartezeiten an den jeweiligen Haltestellen kommen kann.

Cable Cars am Union Square in San Francisco

Frank Störbrauck

Weitere Attraktionen, auf die man einen Blick werfen sollte: AC Sailing SF, zweieinhalbstündige Segeltour auf einer Racing Yacht; Fahrradleih bei Bay City Bike Rentals & Tours, eine von sieben Segway-Touren bei Electric Tour Company mitmachen; eine von sieben verschiedenen Sightseeing-Touren bei Extranomical Tours erleben, eine Kulinarik-Tour bei Local Taste of the City buchen; bei Madame Tussaud vorbeischauen; Action im San Francisco Dungeon erleben; das Contemporary Jewish Museum besuchen; die Blumen- und Pflanzenpracht im Botanical Garden bestaunen; sich bei der Ghost Hunt Walking Tour gruseln; Kabarett und Casino-Flair im The- Speakeasy-Theater genießen.

Unterwegs im Schwulenviertel Castro

Persönlicher Tipp. San Francisco hat eines der größten und verrücktesten Schwulenviertel der Welt: Castro. Epizentrum ist die Gegend an der Kreuzung 18th Street und Castro Street. Wer keine Lust hat, nachts die Gegend unsicher zu machen, kann auch ohne Probleme tagsüber durchs Viertel schlendern. Dabei laufen einem garantiert einige bunte Paradiesvögel über den Weg. Ein guter Ort, um das Geschehen zu beobachten, ist z.B. das Café Flore.

Beine eines CSD-Teilnehmer in San Francisco

Nader Khouri

Mitbringsel. So verrückt die Stadt ist, so verrückt sind auch die Mitbringsel. Wie wäre es zum Beispiel mit einem ausgestopften und kostümierten Eichhörnchen oder einer Mumien-Maus aus dem Shop Gaxton Gate? Neben kuriosen Tierpräparaten gibt es hier auch Kinderbücher, Deko-Artikel, Seifen und mehr. Auch in Chinatown lässt es sich prima Jagd auf Souvenirs machen.

Oder wie wäre es mit einer Perücke für Onkel Alfred? Die gibt es bei Cliffs Variety im Castro District, zusammen mit Kostümen, Tiaras, Strümpfen, Spielkonsolen und Heimwerkerartikeln. Das 80 Jahre alte Traditionsgeschäft ist ein Sammelsurium an allem was man braucht und nicht braucht. Und schließlich für Mama vielleicht der Duft San Franciscos als Kerze? Die gibt es bei Scents of San Francisco mit verschiedenen Duftnoten je nach Stadtteil.

Was man in San Francisco unterlassen sollte

Besser nicht …

… auf billige Übernachtungspreise hoffen. Die Hotelpreise sind ziemlich gesalzen in San Francisco. Selbst auf der Lombard Street, wo sich Dutzende Hotels im 2- und 3-Sterne-Segment befinden, bekommt man selten ein DZ für unter 90 Euro.

… bei einer Fahrt mit dem Cable Cars wild herumturnen. Manche Fahrer und Kontrolleure sind zwar recht nachsichtig, aus eigenem Interesse sollte man sich aber tunlichst vorsichtig an Bord bewegen.

… qualmen, wo es einem gefällt. Die Nichtraucherschutzgesetze in Kalifornien sind streng. So muss man sich meist 20 Feet (sechs Meter) von Gebäudeeingängen entfernen, um zu rauchen. In den Parks von San Francisco ist Rauchen auch verboten, ebenso auf Straßenfesten.

Infos. Das offizielle Fremdenverkehrsamt der Stadt bietet viele Infos und Tipps für einen Aufenthalt in der Stadt.

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