Pompeji und Herculaneum: Wie der Vesuv zwei Städte für die Ewigkeit konservierte
Die erste Station in Sachen geheimnisvolle Städte liegt in Italien. Im Jahre 79 nach Christus befand sich Plinius der Ältere auf einem Segelboot an der Küste Neapels und beobachtete, wie die Städte Pompeij und Herculaneum unter riesigen Aschewolken versanken. Der Versuv war ausgebrochen und begrub alles, was ihm im Weg war mit einer dicken Schicht aus Lava und glühend heißer Asche. Was als eine der größten Naturkatastrophen überhaupt gilt, ist für Liebhaber der Antike ein wahrer Segen.
Noch heute ist Pompeij gut erhalten und Besucher können Wandmalereien mit ägyptischem Einschlag und floralen Mustern bestaunen. Die meisten Villen haben wunderschöne Innenhöfe mit kunstvollen Brunnen und aufwändigen Mosaikböden. Auch das Amphitheater der Stadt ist nahezu unversehrt! Noch spannender ist nur das nahe gelegene Herculaneum. Hier wurden Menschen von der Lava konserviert, die sich zum Schutz duckten oder versuchten, vor der Aschewolke zu fliehen.
Beide Städte sind leicht von Neapel aus zu erreichen. Wer in der Gegend ist, kann die Besichtigung wunderbar mit einem Strandurlaub auf Capri oder an der Amalfiküste kombinieren!

Foto: Grisha Bruev / Shutterstock.com
Petra: Die Felsenstadt der Nabatäer ist heute ein Instagram-Liebling
Durch schmale Felsschluchten geht es in Richtung der traumhaften Felsenstadt Petra. Palastartige Häuser schmiegen sich in den orange-roten Felsen, und hoch über der Stadt thront ein Heiligtum, das nur über eine steile Treppe zu erreichen ist. Petra war die Hauptstadt der Nabatäer, einer nomadischen Gruppe, die den Handel für sich entdeckte. Gegründet im 4. Jahrhundert vor Christus, erreichte die Stadt ihre Blüte unter römischer Herrschaft. Mit dem Aufkommen des Seehandels verlor Petra langsam an Wichtigkeit und ein starkes Erbeben besiegelte dann ihr Schicksal.
Mit dem Bus dauert es nur drei Stunden, um von der Hauptstadt Amman nach Petra zu kommen. Wer Touristenmassen umgehen möchte, sollte am frühen Morgen anreisen! Einst vergessen, hat die Stadt in Südjordanien sich mittlerweile zu einem wahren Instagram-Liebling entwickelt.
Wie so eine Jordanien-Reise aussehen kann, berichtet Redakteurin Jasmin.

Die Schatzkammer in Petra | Foto: Jasmin Faust
Ciudad Perdida: Fünf Tage durch den Dschungel bis zur verbotenen Stadt
Ganze fünf Tage dauert es, bis die »verbotene Stadt« im kolumbianischen Dschungel ins Blickfeld rückt. Ungefähr 200 runde Steinplateaus ziehen sich über die grünen Hügel, auf denen einst Häuser standen. Verbunden werden sie durch schmale Wege und steile Treppen. Die ungewöhnliche Dschungelstadt fand ihren Untergang mit der Ankunft der Spanier. Obwohl sie Ciudad Perdida nie betraten, breiteten sich die mitgeschleppten Krankheiten der Europäer wie ein Lauffeuer aus. Die Population der Stadt wurde stark minimiert und schließlich flüchteten die letzten Einwohner zurück in die Wälder. Hier leben bis heute die indigenen Völker der Kogi und Wiwa.
Natürlich empfiehlt es sich, die mühsame Wanderung nur mit einem lokalen Trekking-Guide anzutreten. Das geht unter anderem mit einem Wiwa-Guide, hier geht’s zur Website.

Foto: Oscar Garces / Shutterstock.com
Knossos: Palast oder das Labyrinth des Minotaurus? Entscheide selbst
Bereits Homer schwärmte von dem ehrwürdigen Palast auf Kreta, dessen Wurzeln bis in das Bronze-Zeithalter zurück gehen. Archäologe Arthur Evans begann 1900 mit der Freilegung des Palastes und war sich sicher: Hierbei kann es sich nur um das Labyrinth des Minotaurus handeln. Minotaurus ist eine mythologische Figur, halb Mensch, halb Stier, die aus der eher ungewöhnlichen Liaison einer kretischen Prinzessin entstand. Das Fabelwesen wurde darauf in ein Labyrinth gesperrt.
Viel eher handelt es sich bei den Ruinen aber natürlich um einen der drei großen Paläste Kretas. Für die Geschichte spricht nur eine Wandmalerei im Ostflügel des Palastes, die einen großen Stier vor drei Vasen zeigt. Ob es sich um einen Palast oder doch um ein mythologisches Wunder handelt, das muss jeder Besucher für sich selbst entscheiden…

Foto: Georgios Krisotakis / Shutterstock.com
Caracol: Die Maya-Metropole mit dem höchsten Gebäude von ganz Belize
Pyramiden gibt es nur in Ägypten, oder? Falsch gedacht. Hier im Dschungel von Belize steht eine unvorstellbare Maya-Metropole, die die heutige Landeshauptstadt bei Weitem in den Schatten stellt. Der pyramidenartige Tempel Canaa ist mit 40 Metern sogar das höchste Gebäude des Landes. Die reiche Stadt verlor langsam an Wichtigkeit und wurde im 11. Jahrhundert schließlich zurückgelassen – wahrscheinlich auch aufgrund fehlenden Wassers. Ebenfalls in der Nähe ist das Königreich »Tika«, der ehemalige Erzfeind Caracols. Die unzähligen Kriege gehören zwar der Vergangenheit, an, aber wenn es um Touristen geht, rivalisieren die Städte heute noch. Während Tika völlig überlaufen ist, ist Caracol noch ein richtiger Geheimtipp.
Von Georgeville oder Santa Elena aus können Touristen mit einem Guide nach Caracol wandern. Wer am frühen Morgen losläuft, hat die Stadt vielleicht sogar für sich allein! Alternativ ist der Weg auch mit dem Auto möglich.

Foto: sl-photography / Shutterstock.com
Machu Picchu: Warum der Inka-Palast schon nach 100 Jahren verlassen wurde
Für die Inca galten die Berge der Anden als heilig. Kein Wunder also, dass König Pachacuti sie für seinen Palast auswählte. Von der Spitze des Huayana Picchu aus haben Reisende noch heute eine atemberaubende Aussicht auf die Ruinen, vor der Kulisse dunkelgrüner Bergspitzen. Hier lebten ungefähr 750 Menschen, die hauptsächlich dem König dienten oder von Landarbeit lebten. Die Felder ähneln übrigens eher unseren Weinbergen. Für den König und seinen Nachfolger Túpac war es allerdings nur eine kurze Zeit auf dem Berg, wohl verursacht durch die Spanier. Der Bau Machu Picchus begann um 1450 und ungefähr 100 Jahre später wurde es schon wieder verlassen.
Von Cusco aus lässt sich eine viertägige Wanderung auf dem Inca-Trail buchen oder aber einfach der Zug nehmen.
Andreas Dauerer war für uns im Norden Perus unterwegs.

Foto: Darragh Furey
Ubar: Erst 1992 wurde die Wüstenstadt per Satellit wiederentdeckt
Böse Zungen behaupten, in den Emiraten gäbe es nur künstliche Inseln und modernen Nonsens. Tatsächlich liegt aber mitten in der Wüste des Omans die uralte Stadt Ubar. Vor langer Zeit, als die arabischen Händler noch mit Kamelen durch die Wüste zogen, gab es hier Handelszentren, in denen gefeilscht und getauscht wurde. Als der Seehandel an Bedeutung gewann, wurden die Wüstenstädte vom Sand verschluckt. 1992 schließlich wurde anhand von Satellitenbildern die Handelsstadt Ubar wiederentdeckt. Auch wenn sie noch nicht vollständig freigelegt ist, kann man jetzt schon Gebäude und Stadtbefestigungen besichtigen.
Von der Küstenstadt Salalah aus müssen Hobby-Archäologen zwei Stunden lang in Richtung Inland fahren, um sie zu entdecken.

Foto: cl-medien / Shutterstock.com
Xanadu: Der Sommersitz von Kublai Khan mit einem Relief im Fels
Ganze fünf Stunden entfernt von Beijing liegt die verlorene Stadt Xanadu. Der Sommer-Sitz des mongolischen Herrschers und späteren chinesischen Kaisers Kublai Khan war ein kulturelles Zentrum – hier trafen Han, Mongolen und Reisende aller Welt aufeinander. Aufwändige Paläste und paradiesische Gärten sorgten für Erholung. Heute sind nur noch Ruinen der Stadt übrig: Tempel, Grabsteine und Wohnhäuser. Besonders imposant ist ein gigantisches Denkmal des Kublai Khan, das in den Felsen gemeißelt ist! Ganz in der Nähe befindet sich das Xanadu Museum, in dem die Geschichte der Stadt erzählt wird.
Von Duolun oder Zhenglanqi County aus ist die Sehenswürdigkeit mit dem Auto erreichbar. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nicht.

Foto: Yavuz Sariylidiz / Shutterstock.com
El Mirador: Eine der größten Pyramiden der Welt steht unerforscht im Urwald
In Guatemala befindet sich nicht nur der größte Urwald nördlich des Amazonas, sondern auch das wohl best-gehütete Geheimnis der Maya. Noch heute ist El Mirador nahezu unberührt und ebenso unerforscht. Im Zentrum der Stadt steht die Pyramide La Danta, die mit 70 Metern Höhe zu den größten der Welt gehört! Im Jaguar’s Claw Temple sind beeindruckende Masken ausgestellt, die bis zu drei Meter hoch sind. Besonders spannend sind die Überreste des aufwändigen Kanalsystems, die in der Nähe der Akropolis zu finden ist.
Nur die Anreise gestaltet sich etwas schwierig. Wer keine Geduld für eine siebentägige Wanderung hat, muss wohl oder übel einen Helikopter chartern.

Foto: Andreas Wolchow / Shutterstock
Troja: Wo Heinrich Schliemann die Stadt aus Homers Epos ausgrub
Wer kennt nicht die dramatische Liebesgeschichte, die sich vor langer Zeit in Troja abgespielt hat? Paris, der Sohn des trojanischen Königs, entführte Helena, die Frau des Menelaos und löste damit einen Krieg aus. Zehn lange Jahre belagerten die Griechen Troja, bis sie schließlich die großartige Idee hatten, ein hölzernes Pferd als vermeintliches Geschenk vor die Tore zu stellen. Darin versteckten sich die tapfersten Krieger, die schließlich die Trojaner übermannten. Was so abenteuerlich klingt, war die Schatzkarte für den deutschen und heute nicht unumstrittenen Archäologen Heinrich Schliemann, der die Stadt 1870 endlich entdeckte. Noch heute befinden sich die antiken Paläste und Häuser der Stadt hinter dicken Mauern. Neben den Ausgrabungen empfiehlt sich auch ein Besuch im Troja-Museum, in dem einige der gefundenen Schätze ausgestellt sind.
Von Istanbul aus lässt sich Troja im Rahmen eines Tagesausflug mit dem Bus gut bewältigen.

Foto: frantic00 / Shutterstock.com


