Kanada, Neuseeland, Argentinien, USA:  Wasserfälle sind überall laut, wild und einfach wow! Unsere Auswahl zeigt, wo die Natur am eindrucksvollsten donnert. Und hierhin solltest Du wirklich mal reisen.

1. Iguazú-Wasserfälle in Argentinien und Brasilien

Sie zählen zu den bekanntesten Wasserfällen der Welt – und das mit gutem Grund. An der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien stürzt sich das Wasser des Iguazú-Flusses über rund 270 Kaskaden in die Tiefe, begleitet vom ewigen Donnern und einem feinen Nebel, der wie Zauber in der Luft liegt. Kein Wunder also, dass sich hier Legenden ranken. Eine der bekanntesten erzählt von einem zornigen Gott, der verhindern wollte, dass seine Geliebte mit einem sterblichen Mann davonlief. In seiner Wut spaltete er den Fluss, ließ die Erde aufreißen und schuf so die gewaltigen Iguazú-Fälle – ein Naturwunder, das bis heute so kraftvoll und dramatisch wirkt wie die Sage selbst.

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Schönsten Wasserfälle der Welt: Iguazú-Wasserfälle

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2. Dettifoss Waterfall in Island

Im Nordosten Islands donnert der mächtigste Wasserfall Europas: der Dettifoss. Sein graubraunes Wasser stammt aus einem Gletscherfluss, der direkt vom Vatnajökull, dem größten Gletscher des Landes, gespeist wird.  Mit einer durchschnittlichen Leistung von rund 85 Megawatt stürzen die Fluten 45 Meter tief in eine enge, steile Schlucht. Wer am Rand des Canyons steht, spürt den feinen Sprühregen auf der Haut und versteht sofort, warum der Dettifoss oft als »Kraftwerk der Natur« bezeichnet wird.

Hier stellen wir euch weitere Schätze in der Natur von Island vor.

Dettifoss Waterfall Island

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3. Fiordland in Neuseeland

Im tiefen Süden Neuseelands liegt Fiordland – eine Landschaft, die so dramatisch wirkt, als hätte die Natur hier all ihre Lieblingskulissen vereint. Gewaltige Granitwände ragen steil aus dem Wasser, Nebelschwaden ziehen durch uralte Regenwälder, und dazwischen stürzen Wasserfälle in schimmernde Fjorde. Einige von ihnen, wie die mächtigen Stirling Falls oder die eleganten Bowen Falls, rauschen aus Hunderten Metern Höhe direkt ins Meer. Das Schauspiel wirkt aus nächster Nähe besonders eindrucksvoll: Wer mit dem Boot durch den berühmten Milford Sound oder den abgelegeneren Doubtful Sound gleitet, hört das Donnern der Wassermassen, sieht den Sprühnebel im Sonnenlicht glitzern und spürt, warum Fiordland als einer der magischsten Orte des Landes gilt.

Hier zeigen wir euch eine unserer liebsten Wanderungen in Neuseeland.

Fjordland in Neuseeland

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4. Havasu Falls im US-Bundesstaat Arizona

Tief im Herzen des Grand Canyon versteckt sich einer der abgelegensten und zugleich spektakulärsten Wasserfälle der Welt: die Havasu Falls. Um dorthin zu gelangen, braucht es wahrlich Durchhaltevermögen  und gute Wanderschuhe. Rund 17 Kilometer führen durch staubige Canyons, vorbei an roten Felswänden und trockenen Bachbetten, bis sich plötzlich ein türkisblaues Paradies auftut. Der Wasserfall stürzt rund 30 Meter in ein natürliches Becken, das so leuchtet, als hätte jemand die Farben in Photoshop nachbearbeitet. Unten angekommen, wartet das kleine Dorf  Supai, Heimat der Havasupai, die hier seit Jahrhunderten lebt. Wer Glück hat, darf bleiben: Es gibt einen einfachen Campingplatz, auf dem Wanderer zwischen Felsen und Palmen die Nacht verbringen können. Dabei wird das sanfte Rauschen das Havasu Falls zum Schlaflied. Der Rückweg am nächsten Tag? Eine kleine Herausforderung, aber jede Blase wert.

Das sind Arizonas grüne Oasen.

Havasu Falls im Grand Canyon

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5. Kaieteur Wasserfall in Guyana

Mit einem freien Fall von rund 250 Metern rauscht der Kaieteur-Wasserfall vom Hochland Guyanas in die Tiefe  und zählt damit zu den beeindruckendsten Wasserfällen der Welt. Umgeben von dichtem Regenwald, der in satten Grüntönen leuchtet, wirkt dieser Ort wie aus der Zeit gefallen. Kein Großaufgebot an Touristen, keine Aussichtsterrassen mit Geländern, nur das Donnern des Wassers und der feine Nebel, der sich auf die Haut legt. Hier, im Kaieteur-Nationalpark, leben seltene Tierarten, darunter Kolibris, Brüllaffen und die winzigen goldenen Frösche, die zwischen den Blättern der Bromelien ihr Zuhause haben. Wer sich auf den Weg hierher wagt, erlebt eines der letzten großen Naturwunder Südamerikas – wild, ungezähmt und spektakulär einsam.

Hier findet ihr mehr Infos zu Guyana, einem absoluten Geheimtipp!

Kaieteur Falls Guyana

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6. Krimmler Wasserfälle in Österreich

Im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern tost eines der beeindruckendsten Naturschauspiele Europas: die Krimmler Wasserfälle. Über drei Fallstufen stürzt das Wasser der Krimmler Ache fast 400 Meter in die Tiefe.  Damit sind sie die höchsten Wasserfälle Österreichs. Ein gut ausgebauter Wasserfallweg führt dicht an die Gischt und das Donnern der Wassermassen heran. Je höher man steigt, desto spektakulärer wird der Blick auf das grün glitzernde Tal und die schäumenden Kaskaden, die sich durch das Felsmassiv winden. Wer oben ankommt, spürt nicht nur das kühle Sprühwasser auf der Haut, sondern auch, warum dieser Ort seit Jahrhunderten Reisende, Maler und Naturliebhaber begeistert.

Hier findet ihr weitere tolle Orte in der Natur in Österreich.

Krimmler Wasserfälle

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7. Niagara-Fälle in Kanada und den USA

Kaum ein Wasserfall ist so berühmt wie die Niagara-Fälle. Und das völlig zu Recht. An der Grenze zwischen Kanada und den USA stürzen gewaltige Wassermassen mit donnerndem Getöse in die Tiefe und hüllen alles in feinen Sprühnebel. Besucher können das Spektakel aus jeder Perspektive erleben: bei einer Bootstour mitten hinein ins Gischtmeer, aus gläsernen Tunneln hinter dem Wasser oder aus der Luft, wo Hubschrauberflüge den besten Blick auf die ikonische Hufeisenform der Fälle bieten. Ob bei Tageslicht, im Regenbogennebel oder nachts, wenn bunte Scheinwerfer das Wasser in Farbe tauchen  die Niagara-Fälle sind ein Naturschauspiel, das niemals an Faszination verliert.

Niagara-Wasserfälle

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8. Angel Falls in Venezuela

Kaum jemand kennt seinen Namen, dabei ist er ein echter Rekordhalter: der Angel Falls im Herzen Venezuelas. Mit einer Fallhöhe von rund 979 Metern ist er der höchste Wasserfall der Welt – fast viermal so hoch wie die Niagara-Fälle. Sein Wasser stürzt vom Tafelberg Auyán-Tepui in die Tiefe, umgeben von dichtem Regenwald, Nebelschwaden und der geheimnisvollen Stille des Canaima-Nationalparks. Ein Besuch ist kein spontaner Ausflug: Wer den Angel Falls sehen will, muss sich auf ein echtes Abenteuer einlassen – mit einer mehrtägigen Bootstour über den Río Carrao und den Río Churún oder per Kleinflugzeug über die unendlichen Weiten des Dschungels. Doch wer das Donnern des Wassers schließlich hört und den Schleier aus Nebel über den Felsen tanzen sieht, versteht, warum dieser Ort für viele zu den magischsten Naturwundern der Erde zählt.

Salto Angel Wasserfälle in Venezuela

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9. Victoria-Fälle in Sambia und Simbabwe

Zwischen Sambia und Simbabwe donnert eines der größten Naturschauspiele der Erde: die Victoriafälle. Über eine Breite von mehr als 1.700 Metern stürzt der mächtige Sambesi-Fluss in eine enge Schlucht, umhüllt von feinem Sprühnebel, der hunderte Meter in die Höhe steigt. Schon von Weitem kündigt sich das Spektakel durch ein tiefes Grollen an – kein Wunder, dass die Einheimischen den Ort „Mosi-oa-Tunya“, den „donnernden Rauch“, nennen. Wenn die Sonne auf die Wasserfontänen trifft, entsteht fast immer ein Regenbogen, manchmal sogar ein schimmernder Mondbogen bei Nacht.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich das Naturwunder am Ende der Regenzeit, im Februar und März, wenn Millionen Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe rauschen. Wer die Fälle aus nächster Nähe erleben will, wagt sich zur Livingstone Island auf sambischer Seite – und mit etwas Mut in den legendären Devil’s Pool. Dieses natürliche Felsenbecken liegt direkt am Rand des Abgrunds und ist nur in der Trockenzeit zugänglich, wenn das Wasser ruhig genug ist. Dann schwimmen Wagemutige buchstäblich am Rand der Welt – mit Blick in die donnernde Tiefe und dem Gefühl, für einen Moment über dem Sambesi zu schweben.

Wir haben ein wunderschönes Glamping-Resort in Simbabwe besucht – lest und staunt selbst.

Victoria-Wasserfälle in Sambia

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10. Yosemite Fall im US-Bundesstaat Kalifornien

Der Yosemite National Park ist ein Paradies für Wasserfall-Fans – und jeder hat hier seinen eigenen Auftritt. Im Frühling donnern die Wassermassen lautstark durch die Täler, im Winter verwandeln sie sich in Eis und Schnee. Besonders spektakulär sind die Yosemite Falls, mit rund 739 Metern einer der höchsten Wasserfälle Nordamerikas. In der kalten Jahreszeit gefriert das Wasser teilweise auf halber Strecke, um unten als glitzernde Eisschicht anzukommen – ein Schauspiel in Weiß und Blau.

Einmal im Jahr steht jedoch ein anderer Wasserfall im Rampenlicht: die Horsetail Falls. Für nur wenige Tage im Februar, meist kurz vor Sonnenuntergang, fällt das Licht der tiefstehenden Sonne in einem perfekten Winkel auf die Felsen. Dann glüht der Wasserfall in intensiven Rot- und Orangetönen, als würde flüssiges Feuer über den Granit fließen – das berühmte Naturphänomen »Firefall«. Es dauert nur wenige Minuten, zieht aber jedes Jahr Fotografen, Romantiker und Glückspilze aus aller Welt in seinen Bann.

Diese weiteren Wintererlebnisse warten im Yosemite National Park auf euch.

Firefall in Yosemite

Foto:RDM Margaux

Na, habt ihr jetzt auch einen Ohrwurm? Don’t go chasing waterfalls – sangen TLC einst mahnend. Wir sagen: Doch, doch! Unbedingt. Denn wer einmal das Donnern, Rauschen und Glitzern dieser Naturspektakel erlebt hat, will sie alle sehen. Wasserfällte von Island bis Argentinien, von Kanada bis Neuseeland. Also los: Chase those waterfalls!