Die Ägäis Griechenlands ist ein riesiges Inselreich: Hunderte Eilande sind im nordöstlichen Mittelmeer verstreut wie aufgereihte Perlen. Berühmte Namen wie Lesbos, Mykonos oder Samos sind längst vertraut – doch wie sieht es mit Amorgos, Astypalea, Folegandros oder Sifnos aus? Wohl eher nicht. Genau deshalb entführen wir dich auf eine Entdeckungsreise zu diesen vier geheimen griechischen Inseln der Ägäis und zeigen, was sie so besonders macht.
Amorgos: Urige Fischerdörfer treffen auf einladende Lagunen
Wer keine Lust auf Touristenmassen hat, ist auf den geheimen griechischen Inseln genau richtig. So etwa auf der Kykladen-Insel Amorgos. Hier geht es ruhig, ursprünglich und fast meditativ zu. Gerade einmal rund 1.400 Menschen leben auf der Insel, Besucher verlieren sich eher zufällig hierher. Natur- und Stilleliebhaber kommen voll auf ihre Kosten: Unberührte Landschaften, kleine Fischerdörfer mit weiß-blauen Tavernen und alte Windmühlen prägen das Bild. Das Ganze wirkt fast wie aus einer anderen Zeit. Wer sich darauf einlässt, spürt hier auch etwas von der tiefen Spiritualität der Einheimischen.
Internationale Bekanntheit erlangte Amorgos 1988, als Regisseur Luc Besson hier große Teile seines Kultfilms »Im Rausch der Tiefe« drehte. Eine berühmte Filmkulisse ist das Wrack der »Olympia«, eines Frachters, der 1980 an der Südwestküste strandete. Es liegt noch heute in einer abgelegenen Bucht, ein faszinierendes Fotomotiv, besonders bei Sonnenuntergang.

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Ein Highlight der Insel ist das spektakulär in die Steilwand gebaute Kloster Panagia Hozoviotissa aus dem 11. Jahrhundert. Rund 300 schmale Stufen führen hinauf zur Eingangstür. Der anstrengende Aufstieg wird mit einem atemberaubenden Blick über die tiefblaue Ägäis belohnt – einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der Kykladen.
Auch Wanderfreunde lieben Amorgos: Alte Maultierpfade verbinden die Dörfer und führen durch Schluchten, über Hügel und zu einsamen Stränden wie Agia Anna oder Mouros Beach.

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Tipp: Unbedingt den süffigen Honig-Raki probieren! Den grappaähnlichen Schnaps findet man in vielen Tavernen – meist hausgemacht und überraschend mild. Prost!
Astypalea: Schön und geformt wie ein Schmetterling
Dürfen wir vorstellen: Astypalea, auch bekannt als der »Schmetterling der Ägäis«. Diesen Spitznamen verdankt die Insel ihrer außergewöhnlichen Form: Zwei Landmassen – Mesa Nisi im Osten und Exo Nisi im Westen – sind durch einen schmalen Isthmus verbunden. Von oben sieht das Ganze tatsächlich wie ein Schmetterling aus.
Astypalea ist ideal für alle, die Badeurlaub mit Entdeckungslust verbinden möchten. Strände wie Livadi oder Kaminakia bieten goldgelben Sand und klares Wasser. Das ist perfekt für entspannte Badetage. Die flachen Lagunen sind außerdem ideal zum Schnorcheln, denn hier tummeln sich viele bunte Fische und Meeresbewohner.

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Über der Inselhauptstadt Chora thront ein beeindruckendes venezianisches Kastell aus dem 15. Jahrhundert. Von hier oben habt ihr einen großartigen Blick über die weißen Häuser, den Hafen und das tiefblaue Meer. Das ist besonders romantisch bei Sonnenuntergang.
Astypalea gilt außerdem als eine der ersten »grünen Inseln« Griechenlands: E-Autos, Solarenergie und nachhaltiger Tourismus werden hier gezielt gefördert.

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Tipp: Kletterfans kommen voll auf ihre Kosten. Rund 20 Kletterrouten führen durch helle Kalksteinfelsen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Perfekt für Anfänger und Fortgeschrittene.
Sifnos: Mekka für Kunstliebhaber und Klippenspringer
Die Kykladen-Insel Sifnos ist etwas lebendiger, aber immer noch ein echter Geheimtipp für alle, die die Ägäis in entspannter Atmosphäre erleben möchten. Die etwa 15 Kilometer lange Insel verbindet Kunst, Natur und Genuss auf ganz besondere Weise.

Foto: Verina Hotel Sifnos
Schon seit der Antike ist Sifnos für seine Handwerkskunst bekannt. Früher machten Gold- und Silberminen die Insel reich – heute ist sie vor allem für ihre Töpferkunst berühmt. In Orten wie Vathi und Kamares reihen sich kleine Werkstätten aneinander, in denen hochwertige Keramik noch traditionell hergestellt wird.
Auch kulinarisch ist Sifnos eine Ausnahmeerscheinung: Die Insel gilt als eine der Gourmet-Inseln Griechenlands. Spezialitäten wie Revithada (Kichererbseneintopf) oder Mastelo (Lamm aus dem Tontopf) solltet ihr unbedingt probieren.
Für Strandliebhaber gibt es reichlich Auswahl:
- Kamares – lebhaft und gut erschlossen
- Platys Gialos & Vathy – perfekt zum Tauchen
- Fykiada – ruhig, wild und naturbelassen
Ein Highlight ist die felsige Halbinsel Panagia Chryssopigi mit ihrem berühmten Kloster. Die steilen Klippen sind ein Magnet für Klippenspringer. Wer es ruhiger mag, findet am Strand von Fykiada mit seinen hellen Dünen und ruhigem Wasser ein perfektes Rückzugsgebiet.

Foto: Gaetano Cessati
Tipp: Das Dorf Artemonas gilt als eines der schönsten der Insel: weiße Herrenhäuser, blühende Bougainvillea und gepflegte Gärten verleihen ihm einen fast aristokratischen Charme.
Folegandros: Wo die Kykladen dramatisch werden
Folegandros ist eine dieser Inseln, die man nicht zufällig entdeckt – sondern bewusst sucht. Klein, rau und spektakulär schön erhebt sie sich aus der Ägäis und wirkt wie eine Mischung aus Postkartenmotiv und Geheimtipp. Wer hierherkommt, will vor allem eins: Ruhe, Weite und Wow-Momente.
Das Herz der Insel schlägt in der Chora, einer der schönsten Hauptstädte der Kykladen. Sie thront auf einer rund 200 Meter hohen Steilklippe über dem Meer. Enge Gassen, weiße Häuser, blühende Bougainvillea und kleine Tavernen schmiegen sich aneinander. Autos sind hier tabu. Abends versammeln sich Einheimische und Reisende auf den kleinen Dorfplätzen, trinken Wein, essen Mezedes und genießen das langsamste Tempo der Ägäis.

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Ein kurzer Spaziergang führt von der Chora hinauf zur Kirche Panagia, die hoch über der Insel wacht. Der Weg ist ein kleines Ritual: Je höher man steigt, desto größer wird der Blick über das tiefblaue Meer. Oben angekommen bietet sich eines der spektakulärsten Panoramen der Kykladen, besonders bei Sonnenuntergang, wenn Himmel und Wasser in Rosa- und Goldtönen leuchten.
Auch Badefreunde kommen auf ihre Kosten, müssen sich ihre Paradiese aber verdienen: Viele der schönsten Strände wie Katergo, Agali oder Livadi erreicht man nur zu Fuß oder per Boot. Dafür warten dort kristallklares Wasser, helle Kiesstrände und eine Stille, die man sonst nur noch selten findet.

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Tipp: Unbedingt den Küstenwanderweg zwischen Chora und Agali laufen. Die Ausblicke über die Klippen gehören zu den eindrucksvollsten der gesamten Ägäis. Unterwegs findet ihr immer wieder kleine Buchten zum Abkühlen.
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Weitere Informationen über Griechenland gibt es auf der Website von Visit Greece.
