Nach Brasilien der Kunst wegen – aus europäischer Sicht erscheint dies vielleicht zunächst abwegig. Doch wer sich mit den Museen und Künstlern Brasiliens auseinandersetzt, findet schnell heraus, dass sich eine solche Reise durchaus lohnen könnte. Das lateinamerikanische Land ist Heimat und Wirkungsstätte vieler renommierter Künstler und an vielen Orten lässt sich Kunst erleben.

Museum Inhotim – Kunst unter freiem Himmel

Im Bundesstaat Minas Gerais, in der Stadt Brumadinho, befindet sich das Freilichtmuseum Inhotim. Im Südosten Brasiliens im Dschungel gelegenen, befindet sich ein 140 Hektar großer Kunstpark, der die Arbeiten von 85 Künstlern aus 26 Nationen in einer eindrucksvollen Kulisse präsentiert. Das Inhotim Museum mit seinen Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Fotos und Videos steht für eine besondere Kunst-Erfahrung.

Die Exponate sind sowohl unter freiem Himmel im botanischen Garten, der etwa 5000 Pflanzenarten beherbergt, als auch in Pavillons ausgestellt. Der Betrachter kann, während er durch die Gärten, Wanderwege und Waldlandschaften spaziert, Kunst aktiv im Raum erleben. Es finden sich Werke von Doug Aitken, Chris Burden, Matthew Barney, Paul McCarthy, Olafur Eliasson oder Dan Graham sowie von brasilianischen Künstlern wie Cildo Meirelles, Tunga, Hélio Oiticica, Miguel Rio Branco oder Adriana Varejao.

Die Sammlung wird beständig erweitert und die Kuratoren laden immer wieder Künstler ein, vor Ort zu arbeiten und neue Werke zu schaffen. Seit der Eröffnung 2006 haben mehr als zwei Millionen Besucher die Gelegenheit genutzt, zeitgenössische Kunst in Verbindung mit Natur in Inhotim zu erleben.

Imperial Museum – historisches Flair im europäischen Gewand

Einst verbrachte die royale Familie hier ihre Sommerferien. Heute befindet sich in dem Palast in Petrópolis im Bundesstaat Rio de Janeiro das Imperial Museum. Hier können Besucher tief in die Geschichte Brasiliens eintauchen und Relikte aus dem Zweiten Kaiserreich (1840-1889) besichtigen. Unter ihnen die Kaiserkrone von Dom Pedro II und der goldene Füllfederhalter, mit dem einst Prinzessin Isabel 1888 die Abschaffung der Sklaverei in dem berühmten goldenen Gesetz »Lei Áurea« unterzeichnete.

Insgesamt finden sich in dem neoklassizistischen Gebäude über 300.000 Ausstellungsstücke, die die Herzen von historisch interessierten Besuchern und Geschichtsforschern höher schlagen lassen. Darüber hinaus beherbergt das Museum Imperial eines der wichtigsten Archive Brasiliens mit ca. 200.000 Dokumenten, Bildern, Karten und Fotos.

Auch ein Ausflug in die Umgebung des Museums lohnt sich. Petrópolis bietet europäisches Flair mit malerischen Parks, historischer Architektur, Vintage-Straßenlaternen und Kutschen. Es gibt viele hübsche Pousadas, eine lokale Brauerei, charmante Restaurants und Geschäfte sowie gut markierte Wanderwege, die in die benachbarten Berge oder in den »Serra dos Órgãos« Nationalpark führen.

Museu de Arte de São Paulo

São Paulo im gleichnamigen Bundesstaat hat sich bereits mit der internationalen Etablierung der Kunstmesse »São Paulo Biennale« im Bereich der zeitgenössischen Kunst einen Namen gemacht. Aber auch, wenn die Kunstmesse gerade nicht stattfindet, lohnt sich für Kunstinteressierte ein Besuch in der Metropole.

Das Museu de Arte de São Paulo (MASP), in der eindrucksvollen Avenida Paulista gelegen, versammelt über 8.000 Exponate unter einem Dach. Das weite, lichtdurchflutete Gebäude beherbergt Werke von vielen zeitgenössischen europäischen Künstlern. Einzelne Werke datieren auf das vierte Jahrhundert vor Christi, es finden sich aber auch Werke von Picasso, Monet und Van Gogh im MASP.

Das Museum ist eine Non-Profit-Organisation und gilt als Vorreiter für kulturelle Zentren, Kunsterziehung und Museumskunde. Die in Brasilien lebende italienische Architektin Lina Bo Bardi entwarf 1968 das »schwebende« Kunstzentrum. Die Architektin verabschiedete sich von der klassischen Ausstellung an Wänden und entwarf Kristallstaffeleien, die die Exponate in den Raum holten. Aktuell widmet sich eine der Ausstellungen der Visionen Lina Bo Bardis.

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