Wer von einem Urlaub auf Ponza erzählt, erntet hierzulande oft fragende Blicke. Ja, wo ist das denn? Im Tyrrhenischen Meer, zwischen Rom und Neapel! Besonders im Spätsommer und Herbst lohnt ein Besuch, denn dann verwandelt sich die Insel zu einem Ort der Ursprünglichkeit und des Müßiggangs.

Bei der Ankunft mit der Fähre am kleinen Hafen der elf Kilometer langen Insel Ponza hat man das Gefühl, dass aus einem der kleinen pastellfarbenen Häuschen gleich die junge Sophia Loren herunterwinkt. Die bunten Häuser am pittoresken Porto ziehen sich wie Legohäuschen die Inselhügel hinauf und bilden eine Art buntes Amphitheater, das einer Filmkulisse aus den 50er Jahren gleicht.

Häuser auf Ponza

Harald G. Koch

Hier an der Flaniermeile des Hauptortes, dem Corso Pisacane, herrscht auch im September noch reges Treiben. Einige der insgesamt 3.000 Inselbewohner plauschen mit Freunden bei einem Kaffee, sonnengebräunte Fischer holen ihren Tagesfang ein und die wenigen verbleibenden Urlauber, darunter Segler, Taucher und der eine oder andere VIP, genießen das Inselflair weitab von der Hektik unserer Zeit.

Paradiesisches Meer und einsame Buchten

Wie wunderbar das Meer rund um Ponza ist, sieht man bereits am Aussichtspunkt über der Bucht von Chiaia di Luna. Klares, in türkis und azurblau schimmerndes Wasser, soweit das Auge reicht.

Chiaia di Luna Strand

Jack Aiello/Shutterstock.com

 

Mittendrin zum Greifen nah die meist unbewohnte Nachbarinsel Palmarola. Am Nachmittag kommen von dort die Ausflugsboote der Cooperativa Barcaioli zurück.

Ausflugsschiff vor Ponza

Harald G. Koch

Sie fahren andere Inselchen wie Ventotene oder Zannone und ihre kleinen Traumbuchten an. Palmarola bietet neben dem charmanten kleinen Strandrestaurant O’Francese inklusive B&B vor allem unzählige Grotten, die sich in die Felsküste graben. Dank des klaren Wassers ist sie ein beliebtes Ziel für Taucher und Schnorchler.

Kreative Meeresküche und Inselweine

Während die einen das Inselhopping genießen, relaxen die anderen am feinen Sandstrand von Cala Feola. Er ist  per Boot über eine Felsentreppe zu erreichen. Die Mühe lohnt sich nicht nur wegen des herrlichen langgezogenen Strandes. Auch die regionaltypische Fischküche des Ristorante La Marina lässt das Urlauberherz höher schlagen. Am besten lässt sie sich mit einem Glas Biancolella, dem würzigen Weißwein der Insel, genießen. Urlauber, die nicht nur faulenzen wollen, lassen sich am besten vom Hafen mit dem Shuttleboot zur Bucht von Frontone bringen. Vom Strand führt hier ein Weg hinauf zum ethnografischen Museum. Hier sind in einer Grotte viele typische Utensilien des traditionellen Lebens der Bauern und Fischer ausgestellt.

Sterne, Spezialitäten und Silverio

Hat man schließlich Sonne satt genossen, trifft man sich am frühen Abend zum Aperitif wieder am Hafen, der gut mit den kleinen Bussen der Insel oder mit einem Leihscooter zu erreichen ist.

Hafen Ponza

Harald G. Koch

Und wenn man hier so sitzt, kommt man womöglich mit Silverio ins Gespräch. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, sind doch gefühlte 80 Prozent der männlichen Bewohner nach dem Inselpatron benannt. Diesem Schutzherrn zu Ehren findet jedes Jahr am 20. Juni eine prächtige Meeresprozession statt.

Zum Abendessen hat man nun die Qual der Wahl: ländliche Inselküche mit gefüllten Tintenfischen, Fischklößchen und Hülsenfrüchten oder die kreative und nicht minder feine Kochkunst des Gourmetrestaurants Acquapazza im Hafenbecken. Eine wunderbare Terrasse mit Meeresblick haben beide zu bieten – kulinarische Genüsse ebenfalls. Da bleibt nur, ein paar Tage zu verlängern, um alles auszuprobieren, was dieses kleine Inseljuwel zu bieten hat. Am Ende wird es dann für viele heißen »Ciao Silverio!«. Danke, dass wir diesen Naturschatz kennenlernen durften, den die Ponzesi als die »schönste Insel der Welt« bezeichnen. Ganz Unrecht haben sie nicht. Ach, wenn doch nur Sophia Loren zum Abschied vom Fenster winken würde.

Frau am Hafen von Ponza mit Fahrrad

WineDonuts/Shutterstock.com

Tipps zur Anreise, zum Übernachten und fürs Abendessen

Ihr kommt über Rom und Neapel nach Ponza. Fähren und Schnellboote nach Ponza legen von Anzio, San Felice Circeo, Terracina und Formia ab. Als Fährunternehmen bieten sich Laziomar und Vetor an. Transfers ab den Flughäfen über die Agentur Musella Viaggi.

Die Agentur Turistcasa vermittelt unzählige Ferienwohnungen und -häuser sowie charmante B&B-Zimmer.

Folgende Restaurants und Lokale können wir empfehlen:

Acquapazza, Sternelokal im Hafenbecken von Ponza mit Panoramaterrasse; Piazza Pisacane 10; Tel. +39 0771 80 643.

A Casa di Assunta, traditionelle Hausmannskost von Wirtin Assunta Scarpati, Via Giancos 1; Tel. +39 0771 82 00 86.

Ristorante La Marina, Cala Feola, Tel. +39 338 648 6110.

Bar-Konditorei Gildo, Via Carlo Pisacane 13, Spezialität: Aragostelle-Gebäck mit Konditorcreme.

Antiche Cantine Migliaccio, das Traditionsweingut produziert die typischen Inselweine Fieno di Ponza (als weiße, rote und Rosé-Cuvée) und Biancolella.

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