Lanzarote ist eine Insel der Gegensätze, auch was den Sand angeht – schwarze Strände gibt es und goldene. Die östlichste der Kanareninseln hat eine Gesamtfläche von 862 Quadratkilometern, 62 Kilometer fährt man von Nord nach Süd, 20 Kilometer an der breitesten von West nach Ost. 1993 hat die Unesco die gesamte Insel zum Biosphärenreservat erklärt. Rund 1000 Kilometer sind es zur iberischen Halbinsel – aber nur 130 bis zur afrikanischen Küste. Text: Verena Wolff

Visa. Für eine Reise nach Spanien braucht man kein Visum. Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise lediglich einen Personalausweis.

Anreise. Der Flughafen Guacimeta liegt sechs Kilometer von der Hauptstadt entfernt, zwischen Arrecife und Puerto del Carmen. Direktflüge ab Deutschland bieten unter anderem airberlin, Condor, Germania und TUIfly an. Wer auf einer der anderen Kanareninseln ist, kann mit der Fähre zum Hafen Puerto de los Marmoles in Arrecife fahren. Nur das Schiff aus Fuerteventura legt an der Südspitze der Insel, an der Playa Blanca, an.

Sprache. In den Touristenzentren Costa Teguise, Puerto del Carmen, Playa Blanca sprechen viele Einheimische zumindest ein paar Brocken Deutsch und Englisch. Es gibt zudem zahlreiche Deutsche und Briten, die auf der Insel arbeiten. Wenn man ins Hinterland geht, sind ein paar Worte Spanisch sinnvoll – notfalls kann man sich aber auch mit Händen und Füßen verständigen.

Typisch Kanaren: ganzjährig angenehme Temperaturen

Klima. Die Temperaturen sind fast das ganze Jahr über stabil. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 22 Grad Celsius, die Sonne scheint an rund 300 Tagen im Jahr, dabei weht meist ein angenehmer Wind. Selbst im tiefsten deutschen Winter sind die Temperaturen angenehm, ein beheizter Pool ist dann allerdings dem Atlantik vorzuziehen. Im Sommer sucht Calima manchmal die Inseln heim: der Sturm treibt trockene, heiße Luft aus der Wüste über die Kanaren.

Reisezeit. Da die Temperaturen so konstant sind, gibt es keine touristenfreie Zeit auf der Insel. In der Wintersaison kommen vor allem die Sportler, die unter freiem Himmel Radfahren, Laufen und Schwimmen können, während in Deutschland Schnee fällt. In den Ferien ist Lanzarote beliebtes Ziel für Familien. Auch Wanderbegeisterte können sich auf Lanzarote austoben – nicht nur in den Vulkanbergen gibt es ausgewiesene Wanderwege. Bei sommerlichen Temperaturen bieten sich alle Arten von Wassersport an: Segeln, Tauchen, Fischen, Jet-Ski, Katamaranfahren, Windsurfen, Wellenreiten, Schwimmen.

Kettenhotels dominieren die Unterkunftsauswahl

Unterkunft. Zahlreiche Hotels, vor allem in den Touristenzentren, gehören internationalen Ketten. Zu den größten Hotels auf der Insel gehört das Seaside Jameos Playa mit 530 Zimmern. Das Vier-Sterne-Hotel der Seaside Gruppe mit deutscher Direktorin liegt direkt am feinsandigen Strand Playa de los Pocillos, unweit der Flaniermeile von Puerto del Carmen. Schüler von César Manrique haben die 56 000 Quadratmeter große Anlage in der Form eines ausgebrochenen Vulkans geplant, von dem die Lava Richtung Strand läuft.

Für Familien mit Kindern ist das H10 Suites Lanzarote Gardens ein ideales Hotel – die Suiten sind recht frisch renoviert, für Kinder gibt es ein Piratenschiff mit fünf Rutschen und im Restaurant einen Familienbereich mit Kinderbuffet.

Für das »Melia Hotel Salinas« in Costa Teguise hat Manrique den Urwaldgarten und den Lagunenpool entworfen. Der einstige Jetset-Treff ist allerdings ein bisschen in die Jahre gekommen.

Stylisch in die Natur integriert sind auch diese beiden Unterkünfte: Buenavista Lanzarote Country Suite in Tías  und das Boutiquehotel La Isla y el Mar in Puerto del Carmen, das vom Architekten José María Pérez mit Insel-Materialien wie Vulkanstein konstruiert wurde.

César Manrique hat seine Spuren auf der Insel hinterlassen

Sehenswürdigkeiten. Die einzigartige Vulkanlandschaft ist eine der größten Sehenswürdigkeiten Lanzarotes. Viele Orte, die die Natur geschaffen hat, sind von César Manrique in Szene gesetzt worden. Von Nord nach Süd – und im Überblick hier.

Timanfaya auf Lanzarote

alexilena-shutterstock.com

Mirador del Río. Der Aussichtspunkt befindet sich im äußersten Norden Lanzarotes und bietet einen grandiosen Ausblick auf die Nachbarinsel La Graciosa.

Cueva de los Verdes. 
Das Höhlensystem entstand infolge eines Vulkanausbruchs des Volcán de la Corona. Besonders beeindruckend ist eine optische Täuschung auf halbem Weg durch die unterirdischen Gänge. Für Menschen mit Platzangst könnte es hier schwierig werden.

Jameos del Agua. 
In unterirdischen Hohlräumen, die sich durch Einstürze gebildet hatten, leben seltene Albino-Krebse.

Kakteen und Museen

Jardín de cactus. Den Kaktusgarten »Jardín de Cactus« in Guatiza hat Manrique terrassenförmig angelegt – so, wie früher Gemüse angebaut wurde. Über das Projekt hat er schon in den 1970er Jahren nachgedacht, fertiggestellt wurde es erst gut 20 Jahre später.

Kaktusgarten Jardín de Cactus Lanzarote

Verena Wolff

Fundación Cesar Manrique. Die Stiftung des Inselkünstlers ist in seinem früheren Wohnhaus unter fünf Lavablasen untergebracht. Auch seine letzte Wohnstätte ist nun ein Museum.

Casa-Museo del Campesino. Das Museum zeigt das Kunsthandwerk und die traditionelle Insel-Architektur.

MIAC – Castillo de San José. Das Museum für zeitgenössische Kunst befindet sich in einer alten Militärfestung, der Burg San José.

Montañas del Fuego. Die Feuerberge liegen im Nationalpark Timanfaya. Am Islote de Hilario befindet sich der Startpunkt für Busfahrten durch die Vulkanlandschaft, dort sind auch das Restaurant El Diabolo und die Feuer-Vorführungen.

Museo Atlántico. Das Unterwassermuseum ist seit Januar 2017 geöffnet. Auf 2500 Quadratmetern erwarten Taucher zwölf Installationen, die Künstler Jason de Caires Taylor aus gut 300 lebensgroßen Plastiken fertigte.

Essen vom Vulkangrill

Restaurants. Auch wenn viele Hotels Halbpension oder All-inclusive-Verpflegung anbieten, lohnt es sich, die kulinarische Landschaft Lanzarotes zu erkunden – auch einige Restaurants  hat César Manrique entworfen. Im Nationalpark Timanfaya herrschen in nur sechs Metern Tiefe Temperaturen von 400 Grad. Diese Hitze macht sich das Restaurant »El Diablo« zunutze, wo auf einem Vulkangrill Kartoffeln, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte brutzeln.

Auch in den Vulkanhöhlen Jameos del Agua im Norden der Insel ist das Ambiente einzigartig und das Essen sehr gut. Im Casa Omar Sharif in Nazaret, das Manrique einst für den Hollywood-Star baute, gibt es eine Bar und ein Restaurant. Zu den Spitzenrestaurants der Insel zählt das La Tegala in Mácher.

Trinkgeld. Wie in Deutschland werden kleinere Beträge aufgerundet, bei größeren sind etwa zehn Prozent Trinkgeld angemessen

Souvenirs. Aloe Vera in allen Variationen. Gewachsen ist die Aloe schon immer auf der Insel, seit ein paar Jahren wird sie professionell angebaut und vermarktet. Kann schon beim Sonnenbrand im Urlaub helfen, ist aber allemal ein gutes Mitbringsel.

Mit den Twizys die Insel erkunden

Persönlicher Tipp. César Manrique war schon ein Umweltschützer, als die noch eher als verschrobene Typen galten. Twizys heißt heute die umweltfreundliste Möglichkeit, die Insel zu erkunden. Kleine Elektromobile für zwei Leute, an den Seiten offen – Höchstgeschwindigkeit irgendwo bei 80 Stundenkilometern.

Andreas Winkler mit einem seiner Twizys auf Lanzarote

Verena Wolff

»Das ist fast wie Go-Kart-Fahren«, sagt Andreas Winkler, der mit seiner Firma »E.go Excursions« die Touren anbietet. „Man lernt die Insel aus einem anderen Blickwinkel, aus einer anderen Perspektive kennen.“ Und man kommt näher ran, vor allem im Nationalpark. Auch der Chef und seine Guides sind wahre Quellen der Information: Winkler lebt bereits seit fast 30 Jahren auf Lanzarote und kennt alle Geheimnisse der Insel.

Besser nicht …

… denen Glauben schenken, die den Wein von der Insel ganz schrecklich finden. Wer nach La Géria fährt, kann an den zahlreichen Bodegas anhalten, für ein paar Euro die Erzeugnisse der Winzer probieren und sich selbst ein Bild machen. Und selbst wenn der Wein nicht dem eigenen Geschmack entspricht, ist die Fahrt durch dieses ganz spezielle Anbaugebiet auf jeden Fall die Tour wert.

Märkte: eher nicht, Kamelritte: eher doch

… die Märkte auf der Insel werden zwar überall angepriesen – ob man sich allerdings mit Hunderten anderen Touristen durch die Gassen schieben möchte, um das Produkte „made in China“ anzuschauen und deutsche Bratwürste zu essen, ist Geschmackssache.

…  auf einen Kamelritt verzichten. Die Dromedare, die Touristen etwa im Timanfaya Nationalpark durch die Gegend schaukeln, sind Lastentiere. Sie schaffen locker mehr als zwei mitteleuropäische Touristen. Das Erlebnis ist jedenfalls einmalig.

Kamele im Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote

Verena Wolff

… versuchen, große Lavasteine mit oder ohne Olivin mit nach Hause zu nehmen. Das ist nämlich verboten.

Veranstalter: Alle bekannten Veranstalter haben Lanzarote im Programm – manchmal auch mit einem Schwerpunkt auf sportlichen Aktivitäten, Wanderungen oder Golf.

Infos: Die Webseite des Fremdenverkehrsamts ist gut sortiert und bietet zahlreiche Informationen – auch auf Deutsch. Auskünfte gibt es auch beim spanischen Fremdenverkehrsamt.

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