Wer morgens mit Blick auf einen stillen See aufwachen, stundenlang keinem Menschen begegnen und abends nur das Knacken des Lagerfeuers hören will, ist in Schweden genau richtig. Zwischen dichten Wäldern, tausenden Seen und einer scheinbar endlosen Küstenlandschaft finden sich Rückzugsorte, an denen Ruhe kein Luxusversprechen ist, sondern Alltag. Hier sind unsere Tipps für einen Natururlaub in Schweden.
Gerade in einer Zeit permanenter Erreichbarkeit wird die Sehnsucht nach Stille immer größer. Schweden bietet dafür den perfekten Rahmen: abgelegene Cabins, einsame Inseln, versteckte Plätze mitten im Wald und Unterkünfte, die Natur und Exklusivität miteinander verbinden. Wir stellen einige der schönsten Orte des Landes vor – von Südschweden bis weit hinauf in den Norden.

Foto: Agnieszka Boeske
Im hohen Norden Schwedens beginnt die Wildnis
Nordschweden fühlt sich an wie das Ende der Welt – nur komfortabler. Tagsüber geht es mit dem Hundeschlitten durch verschneite Wälder, abends sitzt man mit einem samischen Guide am Lagerfeuer und probiert Souvas, eine traditionelle Spezialität aus dem Norden des Landes. Über einem tanzen die Nordlichter durch den klaren Himmel.

Foto: Ted Logardt/www.swedishlapland.de
Rund um Kiruna und Luleå beginnt nur wenige Minuten hinter den letzten Straßenlampen eine Landschaft aus Wäldern, Bergen und endloser Weite. Im Winter ist die Aurora Sky Station (Website hier) einer der besten Orte, um Polarlichter zu beobachten. Im Sommer sorgen Mitternachtssonne, Fliegenfischen und Wanderungen auf dem berühmten Kungsleden für traumhafte Naturerlebnisse.
Wer Lappland wirklich kennenlernen möchte, sollte Zeit mitbringen. Viele Orte erreicht man nur zu Fuß, mit dem Kanu oder per Schneemobil. Genau das macht den besonderen Reiz der Region aus: die Ruhe, die Abgeschiedenheit und das Gefühl, mitten in der Wildnis unterwegs zu sein. Für besonders abgelegene Abenteuer lassen sich sogar Helikopterflüge tief hinein in die nordschwedische Natur organisieren.

Foto: Tomas Utsi/imagebank.sweden.se
Lappland gehört darüber hinaus zu den letzten großen Wildnisregionen Europas und ist ein idealer Ort für Tierbeobachtungen in freier Natur. Mit etwas Geduld lassen sich hier Rentiere, Elche, Polarfüchse und zahlreiche Vogelarten entdecken. Besonders in den frühen Morgenstunden oder während der langen Sommerabende stehen die Chancen gut, Tiere am Waldrand oder an den stillen Seen zu beobachten.
Sommernächte ohne Dunkelheit in Nordschweden
Ab Ende Mai geht die Sonne in Teilen Nordschwedens wochenlang kaum noch unter. In Västerbotten und Lappland entstehen dadurch endlose Sommertage, die perfekt sind für lange Wanderungen, Kanutouren und Nächte am Lagerfeuer.
Besonders reizvoll ist dabei das schwedische Jedermannsrecht: Wer respektvoll mit der Natur umgeht, darf fast überall sein Zelt aufschlagen und die Abgeschiedenheit der nordischen Landschaft genießen.
Auch geführte Outdoor-Erlebnisse gehören zum Sommer in Lappland. Anbieter wie Lappland Emotions organisieren Wanderungen mit Huskys durch Wälder und entlang einsamer Seen. Wer es komfortabler mag, findet in Wildniscamps rund um Västerbotten urige Holzhütten mit Sauna mitten in der Natur. Sind sind oft weit entfernt von Straßen, Städten und Alltag.

Foto: Anna Öhlund/ imagebank.sweden.se
Wildnis und Panorama im Sarek-Nationalpark
Der Sarek-Nationalpark gehört zu den abgelegensten Regionen Schwedens. Straßen gibt es hier keine, viele Bereiche sind nur nach langen Wanderungen erreichbar. Statt Aussichtspunkten und Besucherzentren prägen Gletscherflüsse, weite Täler und schroffe Bergmassive die Landschaft.

Foto: Anders Ekholm/Folio/ imagebank.sweden.se
Gerade diese Ursprünglichkeit macht Sarek so besonders. Wer mehrere Tage durch die Wildnis unterwegs ist, begegnet oft stundenlang keinem anderen Menschen. Nur das Rauschen der Flüsse, das wechselnde Licht über den Bergen und die enorme Weite bestimmen das Erlebnis.
Der Nationalpark gilt deshalb bis heute als eine der letzten wirklich unberührten Landschaften Europas und als einer der eindrucksvollsten Orte für erfahrene Wanderer in Skandinavien. Weitere Informationen über den Sarek-Nationalpark gibt es auf dieser Website.
Höga Kusten: Schwedens wilde Küstenlandschaft
Zwischen Härnösand und Örnsköldsvik liegt mit der Höga Kusten eines der spektakulärsten Naturgebiete Schwedens. Die Unesco-geschützte Region ist geprägt von steilen Küsten, bewaldeten Bergen, kleinen Inseln und tief eingeschnittenen Buchten.
Besonders eindrucksvoll ist die Landschaft durch die starke Landhebung entstanden, die hier seit der letzten Eiszeit bis heute sichtbar ist. Dadurch treffen hohe Klippen und Meer ungewöhnlich nah aufeinander. Das ist ein Panorama, das man so kaum irgendwo sonst in Skandinavien findet.
Mitten durch die Region verläuft der rund 130 Kilometer lange Höga-Kustenleden, einer der schönsten Fernwanderwege Schwedens. Wer die Küste vom Wasser aus erleben möchte, erreicht mit dem Kajak zahlreiche kleine, unbewohnte Inseln vor der Küste.

Foto: Friluftsbyn Höga Kusten/imagebank.sweden.se
Besonders beeindruckend ist der Skuleskogen-Nationalpark, das Herzstück der Region. Hier treffen dichte Wälder auf dramatische Felslandschaften und steile Küstenabschnitte. Zu den bekanntesten Naturphänomenen gehört die Slåttdalsskrevan. Das ist eine tiefe Felsspalte, die sich wie ein gewaltiger Schnitt durch den Felsen zieht.

Foto: Anders Liljegren/Shutterstock.com
Wer nach der Wanderung entspannen möchte, findet an Orten wie Rotsidan traumhafte Felsen direkt am Meer. Noch abgeschiedener wird es auf der kleinen Insel Högbonden, wo Besucher in einem alten Leuchtturm über den Klippen übernachten können.
Entlang des Wanderwegs entstanden in den vergangenen Jahren außerdem mehrere architektonisch außergewöhnliche Schutzhütten aus Holz, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen und inzwischen selbst zu kleinen Sehenswürdigkeiten geworden sind.

Foto: Martin Edström/imagebank.sweden.se
Värmland zwischen Seen, Wäldern und Wildnis
Värmland zählt zu den abwechslungsreichsten Naturregionen Schwedens. Im Süden prägen die Schären des Vänernsees die Landschaft, im Norden wird es hügelig und waldreich. Dazwischen liegen tausende Seen, der Fluss Klarälven und endlose Wälder.
Bekannt wurde die Region auch durch Selma Lagerlöfs Erzählungen rund um Nils Holgersson. Noch heute wirkt Värmland wie eine Landschaft, die direkt aus einem skandinavischen Abenteuerroman stammt.

Foto: Anders Tedeholm/imagebank.sweden.se
Besonders gut lässt sich die Region zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Der Fernwanderweg Fryksdalsleden führt durch Wälder, kleine Dörfer und offene Kulturlandschaften bis hinauf nach Torsby. Unterwegs erinnern historische Wege und traditionelle Höfe an die lange Geschichte der Region.
Wer noch tiefer in die Wildnis eintauchen möchte, findet rund um den langgestreckten See Stora Le ideale Bedingungen zum Kanufahren, Angeln und Campen zwischen kleinen Inseln und stillen Buchten nahe der norwegischen Grenze.

Foto: Gabriele mAs Salamone/Shutterstock.com
Herbstlicht und Fernwanderwege im Sälenfjäll
Das Sälenfjäll in Mittelschweden gehört zu den Regionen, in denen der Herbst besonders lange spürbar bleibt. Klare Luft, weiches Licht und vergleichsweise milde Temperaturen machen die Berglandschaft rund um Sälen bis weit in den November hinein attraktiv für Wanderer und Outdoor-Fans.

Foto: Tobbe Nilsson/Visit Dalarna
Bekannt ist die Region vor allem als Ausgangspunkt des Södra Kungsleden, des südlichen Königswegs. Der Fernwanderweg führt durch offene Fjälllandschaften, lichte Wälder und weite Täler bis hinauf nach Storlien.
Anders als viele alpine Regionen wirken die Berge hier weniger schroff, dafür weitläufig und ruhig. Genau das macht das Sälenfjäll ideal für längere Wanderungen und Touren mit dem Mountainbike. Wer die Natur lieber etwas aktiver erlebt, findet rund um Sälen außerdem zahlreiche Trails und Outdoor-Angebote inmitten der schwedischen Bergwelt.
Zwischen Wald, See und Stille übernachten
Mittelschweden bietet zahlreiche Unterkünfte, die Naturerlebnis und Komfort miteinander verbinden. Besonders rund um Dalarna und Värmland entstehen immer mehr Rückzugsorte für Reisende, die bewusst entschleunigen möchten. Im kleinen Dorf Korså in Dalarna laden beispielsweise stilvolle Glamping-Zelte direkt am See Hinsen dazu ein, mitten in der Natur zu übernachten, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Holzplattformen, Hängematten zwischen hohen Kiefern und stille Morgen am Wasser prägen das Erlebnis.

Foto: Photo_Jakob_Wallin
Noch abgeschiedener wirkt das Naturbyn am See Eldan. Versteckt zwischen Wald und Wasser stehen handgebaute Holzhütten, einige direkt am Ufer, andere zwischen den Baumwipfeln. Elektrizität und WLAN spielen hier bewusst keine Rolle. Stattdessen bestimmen Lagerfeuer, Sauna, Kanutouren und die Ruhe der Natur den Tagesrhythmus.

Foto: Staffan Svantesson
Besonders außergewöhnlich sind auch die Glass Cabins in Dalsland. Die kleinen Glashütten liegen mitten im Wald und ermöglichen freie Sicht in die Landschaft. Dazu kommen regionale Bio-Küche, Ruhe und viel Abstand zum Alltag.

Anna-Lena Lundqvist/imagebank.sweden.se
Warum Sauna in Schweden zur Natur gehört
In Schweden ist Sauna weit mehr als Wellness. Besonders in den Naturregionen des Landes gehört sie ganz selbstverständlich zum Alltag. Nach einer Wanderung durch Wälder oder einer Kajaktour auf stillen Seen endet der Tag oft in einer holzbeheizten Sauna direkt am Wasser.

Foto: TravelGirl1981/Shutterstock.com
Gerade in Mittelschweden und entlang der Küstenregionen entstehen immer mehr kleine Sauna-Häuser mitten in der Natur. Viele stehen abgelegen an Seen oder auf Schäreninseln. Dazu gehört fast immer auch das kalte Bad im Wasser, selbst außerhalb des Sommers.
Die Kombination aus Stille, Wärme und Natur macht diese Momente für viele Reisende zu einem der schönsten Schweden-Erlebnisse überhaupt.
Westschwedens wilde Küstenlandschaften
Westschweden gehört zu den schönsten Sommerregionen des Landes. Vor der Küste von Bohuslän liegen tausende kleine Granitinseln, dazwischen schmale Buchten, Fischerdörfer und ruhige Badeplätze mit Blick aufs Meer.

Foto: Ulf Svane/Westsweden.com
Besonders rund um Marstrand und Bohus-Malmön zeigt sich die schwedische Westküste von ihrer schönsten Seite. Glatt geschliffene Felsen, versteckte Strände und kleine Wanderwege prägen die Landschaft. Viele Inseln lassen sich per Kajak oder Boot erkunden.
Gleichzeitig ist die Region bekannt für ihre maritime Küche. In den klaren Gewässern von Skagerrak und Kattegat wachsen Austern, Muscheln und Hummer, die in den kleinen Küstenorten direkt aus dem Meer auf den Teller kommen. Natur und Kulinarik sind in Westschweden eng miteinander verbunden.

Foto: Henrik Trygg/imagebank.sweden.se
Die schönsten Badefelsen Westschwedens
Kaum etwas gehört so sehr zum schwedischen Sommer wie glatte Granitfelsen am Meer. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Westküste im Naturreservat Ramsvikslandet in Bohuslän. Hier treffen helle Badefelsen, kleine Buchten und kristallklares Wasser aufeinander.
Die weitläufige Küstenlandschaft eignet sich ideal zum Wandern, Kajakfahren oder einfach für lange Sommertage am Wasser. Durch Wind und Meer über Jahrtausende glatt geschliffen, wirken die Felsen beinahe wie natürliche Terrassen direkt am Skagerrak.
Wer die Region aktiv entdecken möchte, findet rund um Göteborg außerdem mehrere Fernwanderwege wie den Gotaleden, der Stadt, Wälder und Seenlandschaften miteinander verbindet.

Foto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se
Südschweden: Zwischen Sandstränden und Buchenwäldern
Südschweden gehört zu den ruhigeren und zugleich vielseitigsten Naturregionen des Landes. Milde Sommertemperaturen, lange Küstenlinien und vergleichsweise wenige Besucher machen Skåne und Halland besonders attraktiv für Wanderer, Radfahrer und alle, die die schwedische Landschaft entspannt erleben möchten.
Vor allem in Skåne wechseln sich Sandstrände, kleine Fischerdörfer, sanfte Hügel und dichte Buchenwälder ab. Der Skåneleden führt durch einige der schönsten Landschaften der Region, darunter die Küste rund um den Kullaberg und den Nationalpark Söderåsen mit seinen tiefen Wäldern und markanten Felsformationen.

Foto: Mickael Tannus
Weiter nördlich prägt Halland die Westküste mit langen Stränden, Badeorten und ruhigen Wanderwegen entlang des Kattegat. Gerade die Nähe zum Meer verleiht Südschweden seinen besonderen Charakter: Natur, Wasser und offene Landschaften gehen hier beinahe nahtlos ineinander über.
Mit dem Fahrrad durch Smålands Seenlandschaft
Rund um den See Åsnen im südlichen Småland zeigt sich Schweden von seiner ruhigen und ursprünglichen Seite. Kleine Inseln, stille Buchten, Wälder und rote Holzhäuser prägen die Landschaft rund um den erst vor wenigen Jahren eröffneten Nationalpark Åsnen.
Besonders gut lässt sich die Region mit dem Fahrrad erkunden. Mehrere Radwege führen direkt am Wasser entlang und verbinden Natur, kleine Orte und Badeplätze miteinander. Der ausgeschilderte Rundweg »Åsnen runt« gehört zu den schönsten Strecken der Region.

Foto: Visit Sweden
Viele Besucher starten ihre Tour im nahegelegenen Växjö, einer der grünsten Städte Schwedens. Von dort aus beginnt schon nach kurzer Zeit die typische Småland-Landschaft mit Seen, Wäldern und ruhigen Nebenstraßen, die ideal für entspannte Fahrradtouren und Entdeckungen zu Fuß sind.

Foto: Apelöga/imagebank.sweden.se
Die ruhigere Alternative zu Stockholms Schären
Wer die schwedische Schärenlandschaft erleben möchte, aber den Trubel rund um Stockholm vermeiden will, findet in Östergötland eine deutlich ruhigere Alternative. Südlich von Norrköping erstreckt sich mit dem St. Anna Archipel eine Inselwelt aus kleinen Schären, stillen Buchten und geschützten Naturgebieten.

Foto: Skargardskompaniet
Besonders im Sommer entfaltet die Region ihren typischen schwedischen Charme. Baden im Meer, Saunaabende am Wasser, Kajaktouren zwischen den Inseln und lange Tage unter freiem Himmel prägen das Lebensgefühl in den Östgötaschären.
Viele Inseln lassen sich bequem mit kleinen Fähren erreichen. Zu den schönsten zählt Harstena, eine traditionsreiche Schäreninsel mit roten Holzhäusern, kleiner Bäckerei und viel Ruhe. Von hier aus starten Bootstouren durch die äußeren Schärenlandschaften, vorbei an glatten Felsen, kleinen Inseln und oft auch an Seehunden auf den Klippen.

Foto: Peter Gerdehag/Folio/imagebank.sweden.se
Tipp: Wer einen Städtetrip nach Stockholm unternimmt und einen Ausflug in die Natur unternehmen möchte, für den haben wir hier einige Tagesausflug-Tipps zusammengestellt.
Buchtipp: Wild Guide Skandinavien
Weitere Inspiration für Naturreisen in Schweden und Skandinavien bietet das Reisebuch »Wild Guide Skandinavien« von Ben Love, erschienen bei Haffmans & Tolkemitt. Der Guide versammelt besondere Orte zum Wandern, Wildcampen, Schwimmen und Kanufahren in Schweden, Norwegen, Dänemark und Island. Ergänzt wird das Buch durch stimmungsvolle Fotografien, regionale Tipps und außergewöhnliche Übernachtungsorte mitten in der Natur.
»Wild Guide Skandinavien«, 272 Seiten, ISBN: 978-3-942048-74-3. Preis je nach Ausgabe und Händler ab ca. 24,95 Euro.
Mehr Infos zu Natururlaub in Schweden
Häufige Fragen
Was gehört auf die Packliste für einen Schwedenurlaub in der Natur?
Das Wetter in Schweden kann selbst im Sommer wechselhaft sein, weshalb Kleidung im Zwiebelprinzip empfehlenswert ist: wärmende Schichten für kühle Abende, eine wasserdichte Jacke und feste Wanderschuhe. Unverzichtbar ist ein guter Mückenschutz, da Mücken vor allem im Norden und in Seenähe von Juni bis August sehr präsent sind. Wer wildcampt, braucht ein stabiles Zelt, einen Schlafsack für Temperaturen bis mindestens null Grad sowie einen Wasserfilter oder Wasserreinigungstabletten. Karte und Kompass oder ein GPS-Gerät ergänzen die Ausrüstung für abgelegene Regionen, in denen Mobilempfang Lücken aufweist. Sonnenbrille und Sonnenschutz sollten trotz nördlicher Lage nicht fehlen, besonders bei langen Wandertagen im Hochsommer.
Wann ist die beste Reisezeit – und was erwartet einen in welchem Monat?
Juni: Lange Tage, Mitternachtssonne im Norden, Wälder erwachen. Noch wenige Touristen, Mücken beginnen aktiv zu werden.
Juli: Hochsaison. Warmste Temperaturen (15–25 °C im Süden), alle Wege zugänglich, Hütten gut belegt. Mückenhochsaison im Norden.
August: Etwas ruhiger als Juli, Beeren- und Pilzsaison beginnt. Tage werden kürzer, Abende kühler. Gute Wanderbedingungen.
September: Goldener Herbst (»Höst«), wenige Besucher, Laubfärbung besonders im Norden spektakulär. Kühl, teils regnerisch, Hütten schließen.
Februar/März: Schneesicher im Norden. Ideal für Skitouren, Hundeschlittenfahrten und Nordlichter. Ausrüstung für Minustemperaturen nötig.
Für wen eignet sich welche Region?
Lappland und Nordschweden (Abisko, Kebnekaise): Für erfahrene Wanderer und Abenteuerreisende. Anspruchsvolle Fernwanderwege wie der Kungsleden, Nordlichter im Winter, Mitternachtssonne im Sommer. Abgelegene Infrastruktur, gute Vorbereitung nötig.
Dalarna und Jämtland: Für Familien und Aktivurlauber. Gut ausgebaute Wege, Hütten und Ferienhäuser, Kanutouren auf ruhigen Seen. Weniger extrem als der hohe Norden.
Småland und die Glasregion: Für Kulturinteressierte und Genussreisende. Weite Wälder, Seen, Fahrradrouten und traditionelles Kunsthandwerk. Entspanntes Tempo, gut mit dem Auto zu erkunden.
Schärenküste bei Stockholm und Göteborg: Für Wassersportler und Inselhüpfer. Kajak, Segeln, Radfahren zwischen Hunderten kleiner Inseln. Gut erreichbar, auch für kürzere Reisen geeignet.
Kann man in Schweden wild campen?
Ja. Das schwedische Jedermannsrecht (Allemansrätten) erlaubt es, überall in der Natur zu zelten, auch auf Privatgelände, solange ein Mindestabstand von etwa 70 Metern zu Häusern eingehalten wird und der Aufenthalt nicht länger als ein bis zwei Nächte dauert. Feuer dürfen nur bei geeigneten Bedingungen und nicht auf nacktem Fels entfacht werden. Abfälle sind vollständig wieder mitzunehmen, Pflanzen dürfen nicht beschädigt werden. Das Recht gilt für Fußgänger, Radfahrer und Paddelboote, nicht jedoch für Motorfahrzeuge abseits von Wegen. In einigen Nationalparks und Naturschutzgebieten gelten zusätzliche Einschränkungen, die vor Ort ausgeschildert sind.
Was kostet ein Natururlaub in Schweden ungefähr?
Anreise: Flüge nach Stockholm oder Göteborg ab Deutschland sind ab rund 60 bis 150 Euro buchbar, in der Hauptsaison teurer. Mit dem eigenen Auto sind es je nach Startpunkt 10 bis 20 Stunden Fahrt.
Unterkunft: Hütten entlang des Kungsleden kosten 20 bis 50 Euro pro Nacht und Person. Ferienhäuser starten bei rund 600 Euro pro Woche, in beliebten Lagen deutlich mehr.
Verpflegung: Schweden ist kein günstiges Reiseland. Ein Restaurantbesuch kostet schnell 20 bis 35 Euro pro Person, Supermarktpreise liegen etwa 20 bis 30 Prozent über deutschem Niveau. Wer selbst kocht, spart erheblich.
Aktivitäten: Wandern, Schwimmen und Beeren sammeln sind kostenlos. Kajakverleih beginnt bei etwa 40 bis 60 Euro pro Tag, geführte Touren kosten je nach Anbieter 80 bis 150 Euro.

