Schon gewusst? In Estlands Wäldern und auf den Feldern wachsen gesunde, vitaminreiche Geheimwaffen: Johannisbeere, Heidelbeere und Buchweizen. Und was kommt sonst so in Estland auf den Tisch? reisen EXCLUSIV hat in die estnische Küche geschnuppert.

Estlands Ruf in Sachen Kulinarik ließ noch vor Jahren vor allem die Herzen der Freunde der deftigen Küche höherschlagen. In Estlands Küche sah man eine Menge Fleischberge und außerdem Berge von Fleich und ganz viel Schwein. Nun könnte man die Achseln zucken und sagen: Osteuropa eben.

Deftige Gerichte wie Erbsensuppe der estnischen Küche

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Aber mittlerweile hat der Geist der frischen, regionalen und modernen Küche auch das Baltikum erreicht. Viele Restaurants in Estland interpretieren Traditionelles neu. Die schwere Hausmannskost weicht einer leichten, kreativen Küche. Zwar nicht überall, aber doch an vielen Orten. Verwendet wird, was Mutter Natur in Estland bietet. Was das konkret bedeutet? Blüten werden nicht nur bestaunt, sondern auch gegessen. Gleiches gilt für frischgepflücktes Moos und junge Tannenbaumknospen.

Dessert-Kuchen aus Schokolade, dekoriert mit Waldbeeren

Lauri Laan

Birken, Johannisbeeren und Buchweizen

Vor allem aber sind Birken, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Buchweizen schwer im Kommen. Noch bevor die ersten Knospen den Boden durchbrechen, machen sich die Esten auf in den Wald und zapfen Saft aus den Birken. Daraus wird dann leckerer Birkensaft-Sprudel gemacht. Die Johannisbeere wird gern für süße Crumbles und als Beilage für Salat verwendet. Sehr gesund. Und es schmeckt auch noch!

Und dann der Buchweizen. Er enthält viele Vitalstoffe und landet bevorzugt im Apfel-Streuselkuchen oder als Milchshake mit Walderdbeeren und Honig.

Estland Küche: Beeren und Kräuter

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Nun mag sich manch einer die Frage stellen: Und wo probiere ich am besten Estlands Küche? Eine gute Orientierung bietet der sogenannte White Guide. Das ist der Michelin Guide des Norden Europas. 106 Restaurants in Estland werden zur Zeit empfohlen. An der Spitze steht das Noa von Tõnis Siigur. Auch das Ö  und Alexander Chef’s Table  – ebenfalls in Tallinn – sind unter den TOP-10 des Baltic White Guide.

Stilvoll angerichtete Speisen in Sternerestaurant in Estland

Lauri Laan

Traditionell schmeckt’s auch

Wer sich auf eine kulinarische Reise durch Estland begibt, sollte aber auch die urigen, traditionellen Restaurants beehren. Hier wird noch wie zu Omas Zeiten gekocht. Zum Beispiel im Gutshof Palmse im Lahemaa Nationalpark. In den Töpfen der estnischen Köche schmoren hier z.B. »Mulgikapsad« (Estnischer Sauerkrauteintopf) und Rote Bete – und im Regal stehen Gläser mit marinierten Pilzen und Beeren-Chutneys. Das estnische Schwarzbrot genießen die Esten übrigens am liebsten mit gesalzener Butter und als Topping mit Zwiebelringen oder Ostseehering.

Estnisches Schwarzbrot serviert mit Kaviar und Hering

Lauri Laan

Appetit bekommen? Dann schaut doch mal in Estland vorbei.