Zugfahrten stehen für Entschleunigung. Zurücklehnen, die Landschaft postkartenreif vorbeiziehen lassen und sich seinen Tagträumen hingeben. Dabei ist die Aussicht aus dem Zug so unterschiedlich wie die Züge selbst. Was darf es sein? Eine Metrofahrt durch Mexiko-Stadt, im Luxuszug durch australisches Outback oder in der Eisenbahn durch die Rocky Mountains? Alle reizvoll und toll.

Ferrocarril Central Andino, Peru

Es war einmal die höchste Eisenbahnstrecke der Welt – und die befand sich in Peru. 2006 musste die Ferrocarril Central Andino den Titel leider an die chinesische Qinghai-Tibet-Bahn abgeben. Die Schönheit der Strecke ist natürlich glücklicherweise geblieben. Schließlich verläuft die Zugstrecke auf über 4.500 Höhenmetern von Lima nach Huancayo durch die majestätischen Anden, passiert dabei 58 Brücken und 69 Tunnel und liefert eine herrliche Sicht auf peruanischen Dörfer.

Die Ferrocarril Central Andino fährt durch die peruanischen Anden

Alamy, Mark Green/Knesebeck Verlag

Transsilvanien-Rundfahrt, Rumänien

Ein wolkenbehangenes Schloss, dichte, nebelverhangene Wälder und schaurige Vampirgeschichten machen eine Transsilvanien-Rundfahrt besonders reizvoll. Das Draculaschloss Bran soll der Wohnsitz von Fürst Vlad III. gewesen sein, der Bram Stokers zu seinem Roman inspirierte. Und wer muss heutzutage bei Transsilvanien nicht zuerst an Graf Dracula denken?

Hier in Transilvanien lebt die Legende von Graf Dracula

iStock, stock_colors/Knesebeck Verlag

Kap-Kairo-Linie, Afrika

Ende des 19. Jahrhundert wollte der britische Unternehmer und Politiker Cecil Rhodes eine Eisenbahnstrecke bauen, die den gesamten afrikanischen Kontinent umspannt – vom Mittelmeer bis zum Südatlantik. Dieses Projekt wurde leider nie realisiert. Stattdessen warten heute viele kleine Teilstrecken auf Reisende, die das geballte Afrika-Abenteuer erleben wollen. Eins ist gewiss: Eine solche Reise beansprucht Zeit und ist keinesfalls unkompliziert, doch wird man die imponierenden Eindrücke niemals vergessen.

Die Kap Kairo Linie führt über die Victoriafälle

iStock, 3dan3/Knesebeck Verlag

Podi Menike, Sri Lanka

Die Zugstrecke zwischen Kandy und Ella gehört zu einer Sri-Lanka-Reise wie der Eiffelturm zu Paris. Grasgrüne Teefelder zieren das Hochland des kleinen Inselstaates, der zu den größten Teeproduzenten der Welt gehört. 292 Kilometer tuckert der Zug über imposante Brücken, durch schmale Tunnel und gibt weite Blicke auf die Landschaften frei. Komfort ist zwar anders, und Zugtickets sind bereits Monate vorher ausverkauft, doch lohnt sich die Zugfahrt der einmaligen Aussichten wegen allemal. Persönlicher Tipp: die Reise umgekehrt antreten, nämlich von Ella nach Kandy – der Ausblick bleibt schließlich derselbe.

Durch sattgrüne Landschaften und Teefelder: Die Zugfahrt von Kandy nach Ella auf Sri Lanka ist legendär

Alamy, Melinda Nagy/Knesebeck Verlag

Jasper-Prince Rupert, Westkanada

Weite, unberührte und dünn besiedelte Landschaften zieren den Westen Kanadas. Hinzukommen eindrucksvolle Bergketten, funkelnde Seen und dunkelgrüne Wälder. Die Zugstrecke des Jasper-Prince Rupert startet bei Jasper, von wo sie durch die Rocky Mountains führt und sich dann am Fraser River entlang schlängelt. Auf dem Weg werden viele kleine Dörfer passiert, in denen die Kultur der First Nations noch immer lebendig ist. Ziel ist der Pazifikhafen Prince Rupert in British Columbia.

Spektakuläre Zugfahrten: Mit dem Zug durch Westkanada, Jasper Prince Rupert

Alamy, All Canada Photos/Knesebeck Verlag

500 Zugreisen von Sarah Baxter, im Knesebeck Verlag, erhältlich im Buchhandel oder unter www. knesebeck-verlag.de. Der Preis beträgt € 32,00. ISBN: 978-3-95728-225-5

 

DAS NEUE HEFT IST DA

PLANE DEIN PERSÖNLICHES ABENTEUER fÜR 2020